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Freitag, 24. Januar 2025

So isses, Musik!#182

Wir haben Anfang des Jahres 2025 und ich habe immer noch nicht die Alben aufgelistet, die dieses Jahr 20 werden? Ich lass nach. Jedenfalls hier eine nicht komplette Liste

Against Me! - Searching For A Former Clarity

Alkaline Trio - Crimson

Amen 81 - xTheHitPitx

Dälek - Absence

Dir En Grey - Withering To Death

Gogol Bordello - Gypsy Punks: Underdog World Strike

Gorillaz - Demon Days

Gojira - From Mars To Sirius

Hellshock - Shadows of the Afterworld

KMFDM - Hau Ruck

KoRn - See You On The Other Side

Limp Bizkit - The Unquestionable Truth Part 1

Never Built Ruins - Demo

Nim Vind - Fashion of Fear

Nine Inch Nails - With Teeth

Paradise Lost - s/t

Sanctum - Enslaved

System Of A Down - Mezmerize

System Of A Down - Hypnotize

V.A. - Deutschland in Decline

V.A. - KUNST!


Blink-182 Discography: One More Time... (2023)

"So isses, Musik!"#182 mit einem Discography-Eintrag von Blink-182. Das ist tatsächlich purer Zufall, ob ihr's glaubt oder nicht. 

"One More Time..." ist, wenn man "Buddha" miteinbezieht tatsächlich schon das zehnte Album der Band. Gleichzeitig auch das erste seit 2015 mit Tom DeLonge, der hier die Nachfolge seines Nachfolgers Matt Skiba (Alkaline Trio) antritt. Ich freue mich für die Band irgendwo, allerdings hätte ich das an ihrer Stelle vielleicht einfach komplett sein gelassen. Aber das ist ja nicht mein Problem.


Ich möchte über dieses Album kein Eimer Scheiße ausgießen. Ehrlich nicht. Aber so ganz meine Can of Mixery ist das nicht. Es gibt hier einige Songs, die wirklich sau gut produziert, geschrieben und eingespielt sind. Als Produzent fungierte hier nämlich Schlagzeuger Travis Barker. Als Positivbeispiele fallen mir auf jeden Fall der Opener "Anthem Part 3" (oha, es gibt schon drei davon) und "Terrified". Letzteres wurde von Nick Long, Sänger von Dark Waves geschrieben. Ursprünglich sollte es als ein Song von Box Car Racer, dem Projekt von DeLonge und Barker erscheinen. "Blink Wave" ist ebenfalls ein absoluter Banger. Schön Synthies eingestreut und alles sehr locker gehalten. Ansonsten muss ich sagen, dass mich "One More Time..."leider etwas langweilt. Es wirkt auf mich alles sehr...erzwungen, müde und irgendwie verkrampft. Als würde man auf Teufel komm raus irgendwie den ursprünglichen Klang wieder erzeugen wollen. Auch textliche betrachtet ist es auch nichts neues, leider. Und das können Gastautoren wie Robert Smith (The Cure) und Tim Armstrong (Rancid) nicht wirklich retten. Zum Glück ist es nicht so überproduziert und ich höre den Unterschied zwischen Mark Hoppus und Tom DeLonge. Auf "California", wo Matt Skiba neben Hoppus sang konnte ich die beiden nämlich kaum voneinander unterscheiden. 

Meiner Meinung nach fällt die Bewertung noch ziemlich positiv aus, vergleichsweise. Ja. Tatsächlich. 

5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Bad News, Blink Wave, Anthem Part 3, Terrified



Primus Discography: Sailing The Seas Of Cheese (1991)

Ich habe dieses Album 2019 schon mal reviewt und zwar hier. Aber weil drei Meinungen besser sind als eine, hier kommt...

Philipp:

"Scheisn, diese Band macht es einem wirklich schwer, über sie zu schreiben, diese komplette Eigenständigkeit, diese völlig seltsamen Texte, diese Musik, die sich zunehmend irgendwo zwischen Alt-Metal, Polka, Progrock und Jazzcore bewegt, dieser Bass von Les Claypool, der von Album zu Album komplexer wird und irgendwie sowohl Rhythmus- als auch Melodieinstrument ist, diese abgefahrene Gitarre von Ler LaLonde, der sich unaufdringlich im Hintergrund den Arsch abspielt, völlig virtuos aber jenseits jeder Solo-Gitarristen-Eitelkeit, quasi der Anti-Guitar Hero. Oder doch Guitar Antihero? 


Jedenfalls kann ich Primus schwer mit irgendeiner anderen Band vergleichen und auch irgendwie relativ schwer in Worte fassen. Interessanterweise habe ich mal gehört (und ich glaube, es war im sehr guten Bandsplain-Podcast), dass Primus völlig von Libido befreite Musik ist. Vielleicht ist es deshalb so schwer, nach den unfassbar horny Deftones über die unfassbar unhorny Primus zu schreiben? 

Es geht mit diesem Album so weiter, wie es mit dem letzten Album aufgehört hat, nur wurde der relativ straighte Thrash-Metal-Einfluss zurück geschraubt, es ist aber mit nichten ruhiger sondern einfach komplexer, verschrobener und wirkt immer mehr wie aus einer völlig anderen Welt entsprungen.


8,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Jerry Was A Race Car Driver, Tommy The Cat, Is It Luck?"

Raphael:

"Vierzehn Monate nach Erscheinen ihres ersten Studio-Albums „Frizzle Fry“ melden sich Primus schon mit dem zweiten Langspieler zurück. Das Album „Sailing the Seas of Cheese“ hat nicht nur einen großartigen Namen, es stellt außerdem eine konsequente Weiterentwicklung des Sounds auf „Frizzle Fry“ dar. Primus haben zuvor beim Label Interscope Records unterschrieben, wo sie auch noch über die gesamten 1990er bleiben sollten. Ob es an der wachsenden Bekanntheit, an den Gästen, am Majordeal oder doch an ganz anderen Dingen lag, wird schwer messbar sein, aber letzten Endes ist „Sailing the Seas of Cheese“ das erste Primus Album, das in den US Billboard Charts platziert wurde.

Wir schreiben also das Jahr 1991, in welchem auch das selbstbetitelte Mr Bungle erschien. Was Gregor und Philipp dazu zu sagen hatten, könnt ihr hier nachlesen. Außerdem war es ein Jahr, das von Umbruch geprägt war: in Moskau kommt es zum Augustputsch, mit der Operation Desert Storm beginnt die Befreiung Kuwaits im zweiten Golfkrieg, und in der Sozialistischen Föderativen Republik erklären die Teilrepubliken Slowenien, Kroatien und Mazedonien ihre Unabhängigkeit. Außerdem wurde das Rebhuhn zum Vogel des Jahres gewählt – zurecht.

Primus präsentieren auf „Sailing the Seas of Cheese” ein deutlich verfeinertes Songwriting im Vergleich zum vorigen Album. Der sechssaitige Bass und das eklektische Tapping von Les Claypool spielen hier ebenso eine Rolle wie der 11/8 Takt in „Eleven“ sowie die insgesamt größere musikalische Vielfalt. So entsteht ein 45-minütiger Bastard-Sound, der intelligent, provokant und höchst verspielt ist. Mit „Tommy the Cat“ ist sogar noch ein ganz besonderes Stück dabei. Nicht nur ist der Song einer von zwei Titel auf dem Album, die von Gründungsmitglied Todd Huth geschrieben wurden. Außerdem hat Tom Waits der Katze seine Stimme verliehen. Primus haben sich in nahezu allen Bereichen verbessert, und sind nach „Sailing the Seas of Cheese“ dann auch bereit neue Ufer zu erkunden, nach den Sternen zu greifen oder einer anderen cheesy Allegorie nachzugehen.
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Sgt. Baker, Is it luck?, Tommy the Cat"



Dienstag, 18. Oktober 2022

So isses, Musik!#153

Hallo!

Das hier ist die eher magere Ausgabe. Gegen Ende des Monats kommt auf jeden Fall die mit mehr Inhalt. Sowohl Halloween bezogen als auch nicht Halloween bezogen. Deal.

Absoluter nicht Halloween-Content:

Blink-182 sind wieder in ihrer (fast) Original-Besetzung, gehen nächstes Jahr auf Tour und kündigen neues Album an. Außrdem gibt es einen unfassbar pubertären Teaser-Trailer, der voll mit Orgasmus-Witzen ist, genauer gesagt einen der sich um das Wort "coming". Der neue Song "Edging" ist, zumindest vom Titel her, eine Anspielung auf eine bestimmte Masturbations-Technik. Ich hoffe zumindest dass es nicht, in dem Alter, zurück zu Pipi-kaka-ficki-ficki-witzen geht.


Ich habe mir inzwischen auch die neue Single angehört und muss sagen, dass ich nicht wirklich begeistert bin. War auch kein großer Fan der letzten zwei Alben, oder zumindest von "California" nicht während ich "Nine" doch in Ordnung fand. Mich hat es immer (leicht) gestört dass der gesangliche Gegensatz weggefallen ist. Die Stimme von Tom DeLonge war immer eher hoch, während die von Mark Hoppus eher melodisch und sanft war. Der Gegensatz ist durch Matt Skiba weggefallen, dessen Stimme der von Hoppus ziemlich ähnlich war, meines Erachtens. Dazu noch ziemlich viel Autotune. Interessanterweise ist das hier auch der Fall, trotz der Rückkehr von Tom DeLonge. Wir haben hier zwei Stimmen die sich sehr sehr ähneln, sodass ich kaum sagen kann wer grade singt. Außerdem sind die Lyrics unfassbar 08/15. "What we started" reimt sich auf "broken hearted". Wer hätte das gedacht. Schade eigentlich. 


Irgendwie Halloween-Content:

O:

Die Soundtracks sind schon längst vorbei. Allerdings wollte ich nicht unbedingt weiter machen um den Halloween-"Rhythmus" nicht zu unterbrechen, was allerdings irgendwie Quatsch ist.... Jedenfalls habe ich grade nicht so viel Bock meine Musikkollektion wieder breit zu treten. Wie auch immer, hier sind paar Songs von den "The Crow"-Soundtracks:

"Dead Souls" (Joy Division Cover) von Nine Inch Nails aus dem Soundtrack zu "The Crow"


"I'm your Boogieman"(Commodores Cover) von White Zombie aus dem Soundtrack zu "The Crow: City of Angels"


"Burning Inside" (Ministry Cover) von Static-X featuring Burton C. Bell (Fear Factory) vom Soundtrack zu "The Crow: Salvation"


Die obligatorische Discography:

Black Sabbath Discography:
Born Again (1983)

Okay, ich habe versucht ganz neutral an das Album heranzugehen und habe es tatsächlich geschafft. Dennoch schwang anfangs noch dieses merkwürdige Gefühl mit. Black Sabbath, ohne Ozzy, ohne Dio, dafür aber mit Ian Gillan, seines Zeichens ehemaliger Sänger von Deep Purple? Kann das gut gehen?


Das kann, muss aber nicht. Doch zuerst zu den ganzen super interessanten Fakten. Sänger Ronny James Dio und Drummer Vinnie Appice haben die Band verlassen bzw. wurden entlassen, unter anderem weil sie heimlich irgendwas am Mix ändern wollten. Dio galt nämlich als Kontrollfreak und Perfektionist. Bill Ward kehrte zur Band zurück und war scheinbar von seiner Alkoholsucht befreit. Ian Gillan, der zuvor seine dritte Band (nach Deep Purple und Ian Gillan Band), Gillan aufgelöst hatte sagte in einem Pub im betrunkenen Zustand zu bei Black Sabbath einzusteigen. Hauptsächlich wegen Geld. Das Albumcover stammt von einem Designer der ebenfalls für Ozzy Osbourne Cover kreiert hat. Steve Joule, wie der Mann hieß, wollte nicht in den Konflikt zwischen Black Sabbath und Ozzy reingezogen werden und entschied sich für die Band nur noch beschissene Cover zu machen. Interessanterweise hat das Cover Bandmanager Don Arden (der zugleich Sharon Osbournes Vater war) tatsächlich gefallen. Ich finde es merkwürdig lustig, es wirkt wie ein mit Paint zusammengeschustertes Meme, dass nur noch frittiert gehört. Dasselbe Bild, also das Baby dass später Teufelshörner bekommen hat, haben auch Depeche Mode für ihre Single "New Life" verwendet. Auf der Tour hat man eine Zeit lang versucht ein Stonehenge Modell auf der Bühne aufzustellen. Diesen Umstand haben Spinal Tap in ihrem Film "This Is Spinal Tap" parodiert. 

"Born Again" hört sich an wie eine Mischung aus... Black Sabbath und Deep Purple. Tatsächlich. Sprich, ähnliche Riffs wie bei der Besetzung mit Dio am Gesang, Instrumentalstücke von Keyboarder Geoff Johns, bluesige Anleihen und Texte die so gar nicht zu der Band passen. Zumindest meines Erachtens nicht. Klar, Sabbath haben bis dahin schon über Alkohol und Drogen gesungen. Aber nicht darüber dass man voll besoffen ein Auto kaputt fährt. Denn genau davon handelt der Opener "Thrashed". Ian Gillan ist nämlich betrunken in Bill Wards Auto gestiegen und hat es kaputt gefahren. Was für ein furchtbarer Song. Dieser Kreischgesang von Gillan zu Beginn bereitet mir Kopfschmerzen. Außerdem reimt er "Tequila" auf "Tequila".  Der Titelsong "Born Again" ist tatsächlich mit das beste was das Album zu bieten hat. Eine großartige, "Powerballade" wenn man das so nennen darf. "Digital Bitch" und "Zero To Hero" sind so cringey, dass sie schon wieder lustig sind. Ich dachte nicht, dass ich es jemals erlebe dass Sabbath einen Song mit "WHAT YOU GONNA BE WHAT YOU GONNA BE BROTHER ZEEEEROOOO THE HEROOOO!" haben werden. Halten wir es noch mal fest: "Born Again", die Instrumentals "Stonehenge" und "The Dark" sind großartig. Ebenso "Disturbing The Priest". Der Rest ist eine merkwürdige Anbiederung an 80er Jahre Hair Metal/Hard Rock. Und es ist komisch abgemischt, höchstwahrscheinlich. Außerdem ist es das Album was Bill Ward wieder in den Alkoholismus getrieben hat, sodass er später durch Bev Bevan ersetzt wurde. Darum:

5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Born Again, Disturbing The Priest, Stonehenge, The Dark

Philipp:

Geezer Butler, Ian Gillan, Tony Iommi, Bev Bevan
"Man könnte es sich jetzt als Kritiker (oder wie auch immer man das nennen mag, was ich hier gerade mache) und sagen, dass alles, was Black Sabbath nach „The Mob Rules“ veröffentlicht haben, sowieso nicht mehr Black Sabbath ist sondern nur ein Tony Iommi-Soloprojekt mit wechselnden Mitspielern und man kann sich das eh nicht mehr vernünftig anhören.

So einfach ist es aber nun mal wirklich nicht. Das Besetzungskarussell ist nicht von der Hand zu weisen, für den ausgeschiedenen Dio singt nun der ehemalige Deep Purple-Sänger Ian Gillan und Vinny Appice wurde durch den Original-Schlagzeuger Bill Ward ersetzt (welcher kurz nach dem Aufnahmen zu dem Album wohl auch aufgrund seines Alkoholismus wieder aus der Band flog) und schlecht ist das hier keineswegs, ein paar Schattenseiten gibt es aber tatsächlich:

Trashed beispielsweise mit seinem hedonistischen Text und der etwas dürftigen musikalischen Umsetzung mit Abstand DER bis dato schlechteste Opener eines Sabbath-Albums, man biedert sich auf diesem Lied schon auf etwas übertriebene Art und Weise bei dem damals durchaus sehr erfolgreichen Glam Metal an, die meisten anderen Songs (man merkt es schon an Titeln wie „Disturbing The Priest“, dass sich hier durchaus bei den ersten 4 Alben bedient wurde) sind ziemlich gut, negativ hervorzuheben ist definitiv noch „Digital Bitch“, die Strophe ist einfach lustloser Hardrock nach Lehrbuch und der Refrain mit seinen drei Akkorden und dem Reim „Rich“ auf „Bitch“ auch alles andere als Sabbath-worthy. Ein paar Perlen sind aber doch zu finden: Born Again hingegen (mein persönlicher Lieblingssong) ist eine düstere und großartige Power-Ballade, die einfach perfekt zu Gillans Stimme passt, Potential war auf jeden Fall durchaus vorhanden. Überlegt man sich jedoch, dass von den 9 Songs des Albums 2 instrumentale Intros für den jeweils darauffolgenden Song sind, ist die Quote gar nicht mal so gut.

Alles in allem ein wirklich durchwachsenes Album mit super viel Potential, Gillans Stimme passt definitiv gut zum hier dargebotenen Material und es gibt definitiv mehr Hits als auf Technical Ecstasy, das war s aber leider auch schon.

Ach und wir müssen auf jeden Fall noch über das Cover reden: Der Künstler (dessen Namen ich an dieser Stelle nicht nennen möchte haha) war zur selben Zeit auch für Ozzy Osbourne tätig und wollte die Anstellung bei diesem, welcher damals noch mit den restlichen Sabbath-Mitgliedern zerstritten war, nicht riskieren und entwarf daher ein möglichst bescheuertes und absurdes Cover und das ist wirklich gelungen, es fehlt eigentlich in kaum einer Liste der schlechtesten Plattencover aller Zeiten, auf jeden Fall ganze Arbeit.

A propos Cover: Auf der zum Album gehörigen Tour haben Black Sabbath tatsächlich „Smoke On The Water“ von Deep Purple gecovert und das finde ich in seiner ganzen Absurdität durchaus erwähenswert.


Anspieltipps:

Born Again, Disturbing The Priest, Zero The Hero
6/10 Pfandflaschen"

Raphael:

"Herzlich willkommen im nächsten Abschnitt der sabbath’schen Achterbahnfahrt. Wir erinnern uns an Berg- und Talfahrt in den 1970ern und an die darauffolgende Rettung des Namens Black Sabbath durch den Deus Ex Machina Ronnie James Dio. Und jetzt im Jahre 1983 geht es wieder bergab. Die kurzen Fakten: Dio und Drummer Apice haben die Band verlassen, Bill Ward ist trocken und wieder dabei, Iommi und Butler sind sowieso dabei. Dann galt es nur noch die Position am Gesang zu besetzen, was der neue Manager Don Arden nach einigen gescheiterten Versuchen mit anderen Sängern mit der Personalie Ian Gillan tat. Deep Sabbath oder Black Purple? In jedem Fall war es wohl eine Konstellation, die nicht von Harmonie und gemeinsamem Proben geprägt war. Darüber hinaus hat „Born Again“ das wohl hässlichste Cover Artwork der gesamten Black Sabbath Historie – das sagt Bill Ward auch.

Und musikalisch? Die Geister scheiden sich daran, ob „Born Again“ ein Black Sabbath Album ist oder nicht. Laut Geezer Butler war es das nicht, aber das Management hat dem Ganzen den Namen Black Sabbath aufgedrückt, und deshalb schreiben wir jetzt darüber.

Der Heavy Metal Opener „Trashed“ wird vielen Hörenden bereits den ersten Schrecken eingejagt haben. Das Black Sabbath Feeling kehrt dann wieder mit dem Effekt-Zwischenspiel „Stonehenge“ wieder. Aber auch aus dieser nostalgischen Trance wird man durch den nächsten Schrei von Gillan jäh herausgerissen: ‚Disturbing the Priest‘ drischt erst mächtig rein, bevor es in düsteren Passagen für etwas Erholung sorgt. Der kurze Walgesang „The Dark“ leitet den wohl stärksten Song des Albums „Zero the Hero“ ein. Die Nummer eignet sich übrigens sehr gut zum Workout.

Ähnlich wie in „Zero the Hero“ passen auch im ersten Song der B-Seite „Digital Bitch“ Musik und Gillans Stimme am besten zusammen. Noch stärker inszeniert sich der Sänger in der Feuerzeug-Ballade „Born Again“. Spätestens hier haben die Fans der ersten Stunde aufgegeben, Sabbath Sound zu bekommen und geben sich den neuen Klängen hin. Da ändern auch die NWoBHM Hymne „Hot Line“ und das Cock Rock Schwergewicht „Keep it warm“ nichts mehr dran.

Die Bewertung fällt hier besonders schwer, weil „Born Again“ einfach kein Black Sabbath Album ist. Klar ist das Album stärker als „Technical Ecstasy“. Klar hat Bill Ward sich hier am Schlagzeug selbst übertroffen. Betrachtet man wiederum den kaum auffallenden Bass von Geezer Butler und die deutlich heruntergeschraubte Gitarrenarbeit von Toni Iommi wird doch der Eindruck stark, dies sei ein komplett neues Projekt. Der Gesang von Ian Gillan ist da zweifelsohne nur ein weiterer verstärkender Faktor. Deshalb vergebe ich dieses Mal zwei Bewertungen.
Black Sabbath – „Born Again“: 4/10 Pfandflaschen und

Gillan/Iommi/Butler/Ward – „Born Again”: 6/10Pfandflaschen"

Und hier ist das Musikvideo zu "Zero The Hero":



Sonntag, 8. November 2020

So isses, Musik!#111

50 Best Rock Albums of the 90s by loudersound.com, Teil 5

Ja, ich verlinke mal wieder das Video von Raphael. Aber das letzte Mal jetzt. Schließlich sind die zehn Alben die er besprochen hat, hiermit "um".

42. Ozzy Osbourne - No More Tears (1991)

Ich besitze dieses Album seit mindestens zehn Jahren. Ich war zu einer gewissen Zeit richtig knallharter Ozzy-Fan. Mittlerweile bin ich es nicht mehr so richtig, schätze aber seine Rolle in der Unterhaltungsbranche. Allerdings ist er meiner Meinung nach nicht mehr das wichtigste Mitglied von Black Sabbath gewesen. Egal.

"No More Tears" ist eindeutig ein Produkt der 90er Jahre, auch wenn es von diversen 80er Akteuren kreiert wurde. Am Gesang natürlich Ozzy Osbourne, am Textbuch natürlich auch allerdings bei vier Titeln mithilfe von Lemmy Kilmister. Es ist außerdem das zweite Album mit Zakk Wylde an der Gitarre, nach "No Rest For The Wicked". Warum eigentlich "Produkt der 90er Jahre"? Nun, ich assoziiere dieses Album mittlerweile mit Grunge/Alternative Rock, weil "Hellraiser" in der Playlist von Radio X von Grand Theft Auto: San Andreas zu hören war. Klar, Ozzy war in den 80ern für sein "Verrückte Hausfrau"-Styling bekannt, aber "No More Tears" hat mit dieser Ära musikalisch nichts mehr gemein. Ich hab vorm geistigen Auge keinen Typen mit schrillen Make-Up und Spandex-Hosen sondern diesen etwas ins Alter gekommenen Ex-Frontmann, der einfach ein gutes Album machen will. Richtig geiler, nach vorne gehender, mitziehender, mitsingbarer Hard Rock. Voller Ohrwürmer. Und Powerballaden.

Wir finden Texte über Kindesmissbrauch ("Mr. Tinkertrain") oder Serienmord ("No More Tears"). "Hellraiser" handelt tatsächlich nicht von Pinhead oder den Film sondern von jemanden der auf Tour ist und bei jedem Konzert 100% gibt. Ja, hört auf den Text verdammte Scheiße. "No More Tears" fühlt sich außerdem an wie ein Bandalbum. Alle waren an der Entstehung beteiligt, sind im Booklet erwähnt und abgebildet. Willkommene Abwechslung zu Ozzys Werken wie "The Ultimate Sin", die ich zwar auch gut finde, die aber trotzdem etwas unter meinem Standart fallen.

9/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Mr. Tinkertrain, I Don't Want To Change The World, Mama I'm Coming Home, Desire, Hellraiser



41. Red Hot Chili Peppers - Californication (1999)

Wahnsinn. Ich kenne Songs aus diesem Album seit 20 Jahren, habe das Album allerdings nie als Ganzes gehört. Erinnere mich aber sehr gut an die MTV Video Music Awards'00, wo RHCP mit "Californication" aufgetreten sind und Irokesenhaarschnitte trugen. Ich mochte die Singleauskopplungen daraus, wofür auch Videos auf MTV gelaufen sind. Meine Oma fand die Jungs auf der Preisverleihung auch sehr sympathisch (ich habs tatsächlich einmal mit Mum und Oma gesehen). Mein Vater besaß selbst eine Kopie von "Californication" als auch von "Blood Sugar Sex Magik". Ich mag das letzgenannte Album sehr. Aber ich vorher nie ein RHCP-Head gewesen.


Ich kann mir das gar nicht so vorstellen, weil ich kein audiophiler Musikexperte bin. Aber "Californication" ist scheinbar eines dieser Alben, die zum "Loudness War" beigetraten haben und haufenweise technische Übersteuerung aufweisen. Es gibt einige Petitionen dafür, das Album neu zu mastern. WTF. 

Es ist das erste Album seit oben erwähnten "Blood Sugar..." mit John Frusciante an der Gitarre. Zwischenzeitlich, auf "One Hot Minute" wurde er durch Dave Navarro ersetzt. Außerdem ist es das erste Album auf welchen alle Musiker clean sind. Frusciante war auch derjenige, der die Band in eine neue Richtung gepuscht hat. Statt Funk Rock und Sprechgesang-Einlagen gehen RHCP nun in eine poppigere, stadiontauglichere "Mellow Progressive"-Richtung. Und tatsächlich, wenn ich die beiden hier erwähnten Alben vergleichen muss, finde ich dass man den Unterschied dann sehr deutlich hört. "Blood Sugar.." war noch ziemlich rau und irgendwie punkig, während "Californication" von Single/Radiomaterial nur so sprießt. Die Songs gehen richtig gut ins Ohr und ich kann sie nach knapp zwanzig Jahren, immer noch irgendwie mitsingen. Tatsächlich ist es aber ein ziemlich ernstes Album, handelt es nämlich u.a. von "verlorenen Seelen die durch die USA wandern". Ich mag es sehr und bin der Meinung, dass es danach eher schlecht getoppt werden konnte. Kann nämlich mit späteren Material weniger was anfangen.

9/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Scar Tissue, Californication, Road Trippin, Otherside, Around The World

Außerdem hat Phil Th. Pig auch was dazu zu sagen:

"Es muss im Sommer 2002 gewesen sein, ein paar Wochen vor der Veröffentlichung von „By the way“ als die damals übliche Promomaschine zuschlug. Als musikaffiner Prä-Teenager, der den Großteil seines Tages entweder vor dem PC oder mit VIVA oder MTV vor dem Fernseher verbrachte, kam ich an dieser Band kaum vorbei, MTV Masters, diverse Specials, Musikvideos, Interviews und und und taten ihr übriges und so wurde Californication 2002 meine erste gekaufte CD.

Ich war hin und weg, unterstrich doch diese „wilde“ und für mich persönlich wirklich abgefahrene Musik mein persönliches Bedürfnis, irgendwie rebellisch und anders zu sein. 

Mit 18(!) Jahren mehr Musikerfahrung auf dem Buckel hat das Album natürlich absolut nichts rebellisches und abgefahrenes mehr, das tut der Tatsache aber absolut keinen Abbruch, dass Californication ein großartiges, technisch absolut solides (Alternative)-Rockalbum ist. 

Der frisch von den Toten auferstandene Gitarrist John Frusciante (dem Interessierten seien hier die VPRO-Dokumentationen ans Herz gelegt, absolut herzzerreißend, unter welchen Umständen dieser Mensch schon 1994 sein Leben fristete und dass er diesen Lebenswandel tatsächlich noch weitere 3 Jahre überlebt hat) strotzt hier nur so vor Kreativität, dass es kaum zu glauben ist, dass er vor dem Album Ewigkeiten keine Gitarre mehr in der Hand hatte und weit unterhalb seines ehemaligen technischen Niveaus noch einmal von vor anfangen musste. Dies bedingt natürlich aber auch einen gewissen Minimalismus, der auf folgenden Alben natürlich immer bombastischeren Gitarren-Arrangements gewichen ist, was letztendlich in seinem erneuten Ausstieg und seiner Neufokussierung auf elektronischer Musik kulminierte.

Die Rhythmusgruppe der zwei Wahnsinnigen Flea und Chad Smith bewegt sich wie immer auf allerhöchstem Niveau und macht das Ganze allein schon hörenswert und Anthony Kiedis – nun ja – ist einfach Anthony Kiedis.

Die Texte bewegen sich zwischen emotionaler Ex-Junkie-Poesie, TMI-Eskapaden (Ja, ich wollte nicht unbedingt wissen, ob Anthony gerne mit menstruierenden Frauen Sex hat oder Affären mit dem ein oder anderen Spice Girl hatte) und völligem Nonsens. Aber es sagt schon viel über die restliche Qualität des Albums aus, dass es auch dadurch kein bisschen schlechter wird. 

Anspieltipps:  Scar Tissue, Around The World, Californication, die Single-Auswahl war damals schon recht zutreffend, es sind halt auch die besten Songs.

Ich gebe guten Gewissens 11/10 Pfandflaschen, allein schon weil es meinem Ego verdammt gut tut, dass ich mich bis heute nicht für meine erste gekaufte CD schäme."



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Blink-182 Discography: Nine (2019)

Während ich das hier schreibe, bin ich ziemlich genervt. Hatte nämlich gerade einen kleinen Meltdown weil ein ganzer "So isses, Musik!"-Post komplett gelöscht wurde, weil ich nicht in der Lage war in der neuen Blogger-Version ordentlich mit Bildern zu hantieren. Ihr kennt das bestimmt, wenn ihr ein Bild bei Word in einem Dokument verschiebt und der ganze Text im Arsch ist? So war es, nur dass der ganze Text weg war. Zum Glück hatte ich die Vorschau im neuen Tab geöffnet gehabt, woraus ich leider kein Text rauskopieren konnte. Also musste ich sie an einem zweiten Bildschirm aufmachen und noch mal alles abtippen. Was für ein Abfuck.

Anyways: Wenn man das erste Demoalbum "Buddha" mitzählt, ist "Nine" das tatsächlich neunte Album der Band. Wenn man es nicht tut, ist es "erst" das achte. Aber egal. Zweites Album mit Matt Skiba von Alkaline Trio am zweiten Gesang, der mittlerweile fest zur Band dazugehört. Immer noch sehr merkwürdig, wenn ich darüber nachdenke. Aber scheinbar ist es das was man machen will, also ist es so. Diesmal höre ich eindeutig mehr Mühe und Herz heraus, als beim Vorgängeralbum "California". Man streckt sich zu anderen, neuen Genres und Stilmitteln wie Hip-Hop-Beats und Autotune. Gut, auf dem selbstbetitelten Album gabs diesen Song namens "Down" der schon in ähnliche Richtung ging und außerdem ist Travis Barker schon länger im Hip-Hop-Bereich tätig. Aber das hier ist was anders. Etwas merkwürdigeres. Poppige Pop-Punk-Sounds gewürzt mit Autotune. Mit Texten über Mark Hoppus' Depression. So in etwa könnte man das Album zusammenfassen. Mag für einen nicht so gut klingen, für mich aber schon. Ich mag den Schritt in die düstere Richtung, quasi so wie auf "Blink-182" oder "Neighborhoods". Zum ersten Mal passt mir Matt Skibas Gesang hier. Diesmal wirkt er nicht wie "draufgeklatscht" sondern als würde er tatsächlich dazugehören. Sie haben sich hierauf eindeutig verbessert. Trotzdem werden sie niemals den Glanz von 2003 erreichen.

7,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Darkness, Happy Days, Blame It On My Youth



Ceremony Discography: Violence Violence (2006)

Das erste Mal von Ceremony habe ich gehört als ich in der "Hardcore"-Gruppe auf Abgefuckt-Liebt-Dich.de mich aufgehalten habe. Damals war die Band in aller Munde und irgendwie hat sie jeder gehört. Ich wusste erstmal nicht, was sie für Musik machen. Erst Jahre später habe ich sie "irgendwie" für mich entdeckt und zwar dieses Album hier. 2011 wollte ich sie dann auch auf dem FLUFF Fest sehen, allerdings musste irgendjemand früher nach Hause fahren und so konnte ich das dann doch nicht. Ich habe dazu noch gehört, dass es während ihres Auftritts Headwalks von irgendwelchen Idioten gab. Aber schwamm drüber.

"Violence Violence" ist das erste Album von Ceremony. Auf der LP Version sind ausschließlich die 13 Tracks zu hören, auf der CD kommt noch deren Debüt-EP "Ruined" dazu. Der Name verrät es schon. Ceremony machen Hardcore Punk/Powerviolence und zwar keinen zimperlichen. Etwas ist an dieser Band anders und ich versuche mal zu erörtern was. Wenn ich an Powerviolence denke, dann in erster Linie an Bands wie Spazz, Fuck on the beach oder Charles Bronson. Songs die maximal 1,5 Minuten dauern und Alben mit unfassbar lustigen Interludes. Bei Ceremony ist es anders. Der Humor fehlt. Es gibt hier einfach nicht zu lachen. Sänger Ross Farrar ist richtig richtig richtig schlimm angepisst. Und zwar über alles. Besonders hervorstechen tut der Song "You're All The Same", welcher sich gegen Szene-Codes/Trends richtet. Dass das Album so "humorlos" ist hat irgendwie (natürlich) trotzdem dazu geführt, dass man sich darüber lustig gemacht hat. So gibt es ein Meme bestehend aus einem Foto von Ross Farrar, der gerade singt, und zwei Sprite-Flaschen die aus seinen Händen wachsen. Dadrüber steht "MY HANDS ARE MADE OF SPRITE". Als Anspielung auf den Song "My Hands Are Made Of Spite". Insgesamt ein bahnbrechendes, hasserfülltes Stück Gewalt getarnt als Musik. I love it.

8,75/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: This Is My War, You're All The Same, Pressure's On, Ghosts, My Hands Are Made Of Spite



Samstag, 10. Oktober 2020

So isses, Musik!#109


Allrighty then! Ihr wisst langsam wie das funktioniert. Hier gehts zum Video von Raphael der die ersten zehn Plätze reviewt hat und dann gehts weiter in Schriftformat. 

46. Deftones - Around The Fur (1997)

Falls ihr euch zufälligerweise für das erste Album von Deftones, "Adrenaline" interessiert so klickt hier. 

Der Titel ist etwas irreführend, vor allem mit dem Albumcover. Nach Aussage von Sänger Chino Moreno geht es darum, dass die Haut unter dem Pelz hässlich sei während der Pelz an sich jedoch schön ist. Es sei wohl eine Metapher auf oberflächliche Menschen.

"Around The Fur" ist weniger "ballernd", weniger hardcore punk, dafür jedoch wesentlich strukturierter und organisierter. Es ist diese Mischung aus Chino Morenos sanfter, manchmal flüsternder oder verzerrter Stimme und den monotonen Gitarrenriffs von Stephen Carpenter. Zwischendurch kommen aber seine "kontrollierten Ausraster", dicht gefolgt von einem Flüstern (wie in "Rickets" bspw.). Sie wollten zwar nie in dieser Schublade sein, aber "Around The Fur" ist tatsächlich ziemlicher Nu Metal. Es folgt nämlich einer der typischen Strukturen des Genres: Sanfter Gesang gepaart mit Ausrastern und manchmal auch gesprochenen Passagen, relativ simple Riffs und Songtexten über Depression und Schuld.

Wie so etliche Alben von Deftones: Ein definites Meisterwerk, welches auch so einigen guten Singles die Heimat war. Da Nu Metal inzwischen über 20 Jahre alt ist, darf ich behaupten, dass dieses Album zu den Klassikern gehört. Ich bin (fast) der Meinung, dass Deftones eigentlich (fast) immer gehen.

8,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Be Quiet And Drive (Far Away), Headup (ft. Max Cavalera), My Own Summer (Shove It), Mascara, Ihabia

Falls ihr euch für andere Deftones-Reviews interessiert: White Pony und Diamond Eyes




45. Faith No More - King For A Day/Fool For A Lifetime (1995)

Ihr kennt das Spiel: Hier gehts zum Review. Leider fand sich niemand anders der für dieses Album ein "Alternativ"-Review schreiben wollte.

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Blink-182 Discography: California (2016)

Erstes Album ohne Tom DeLonge. An seiner Stelle tritt nun Matt Skiba, seines Zeichens Sänger von Alkaline Trio. Ich bin mittlerweile ein kleiner Fan dieser Band und ich mag sein Gesangsstil. Allerdings ist er hier absolut fehl am Platz. Überhaupt ist dieses Album einfach fehl am Platz.


Doch das positive zuerst: Es gibt hier Songs, die tatsächlich ziemlich schön sind und melancholisch rüberkommen. Wie der Titeltrack oder "Los Angeles". Wenn Matt Skiba am Leadgesang ist, dann passt es auch tatsächlich. Ansonsten kann ich nicht unbedingt viel Positives über dieses Album sagen. Skibas Gesang an sich gefällt mir zwar, aber es fehlt das Gegengewicht zu Mark Hoppus. Und dieses Gegengewicht war immer Tom DeLonge. Früher hatte er eine snotty Stimme, später eine eher melancholische. Jetzt ist es Skiba, der den melancholischen Part erfüllt, allerdings klingt er teilweise so als würde er mit Autotune aufgepeppt werden. Dazu kommt noch, dass alles mega sauber produziert klingt und einfach als hätte man jeden Song mit ner Schablone ausgestanzt. Oben drauf ist auch noch die Tatsache, dass dieser Toilettenhumor wieder zurückgekehrt ist, jetzt wo Mark Hoppus das einzige Originalmitglied ist. Es war witzig mit Anfang/Mitte 20. Mit Anfang 40 ist es nicht mehr witzig.

Ich habe es mir sehr schwer getan, dieses Album zu genießen. Ich habs versucht, aber ich kanns irgendwie nicht.
Anspieltipps: California, Los Angeles
4/10 Pfandflaschen



Green Day Discography: Father Of All Motherfuckers (2020)

Das dreizehnte und bis dato aktuellste Album von Green Day markiert einen absoluten Stilwechsel. Nunja, das ist nicht ganz der Wahrheit entsprechend, schließlich haben sie sich schon mal an einem ähnlichen Stil versucht. Man kehrt poppigen Punkrock, den man auf "Revolution Radio" wieder hat aufleben lassen, den Rücken zu und orientiert sich nun an Garage Rock und Glam. Es ist insgesamt auch das kürzeste Album der Band. Nicht mal eine halbe Stunde lang. Das stört mich aber tatsächlich nicht. 

Ich fürchte, dass wenn es länger wäre dann ein Haufen Filler Songs das Album zumüllen würden. Stattdessen gibt es hier kaum Material für die Mülltonne. Fast nur Ohrwürmer und Hits. Poppiger, an Garagensound der 60er orientierter Rock. Viel "oh oh oh", "papadapa" und "shalalala" im Hintergrund, beispielsweise in der Single "Meet Me On The Roof Tonight". Alles Lieder die in irgendwelchen Werbungen hätten laufen können. Die Songs tragen Namen die, meiner Meinung nach eher Demosongs gehören sollten, wie "Oh yeah!" oder "I Was A Teenage Teenager". Wie auf nicht wenigen Alben der Band gibt es hier auch ein Konzept. Es geht insgesamt, laut Eigenaussage um das "Leben und den Tod der Party". Das trifft auch tatsächlich zu, es geht in den Texten um das Zelebrieren des Lebens, zum Großteil. "Father of All Motherfuckers" geht sehr nach vorne und wird aufgrund seiner kurzen Laufzeit auch nicht langweilig. Ich hätte nicht gedacht, dass sie GD es noch mal reißen werden, aber sie tun's. Was für eine positive Überraschung!

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Stab You In The Heart, Oh Yeah!, I Was A Teenage Teenager, Meet Me On The Roof Tonight, Sugar Youth





Freitag, 11. September 2020

So isses, Musik!#107

A LOOK IN THE PAST:

Allrighty then. Das hier ist die letzte Ausgabe von "So isses, Musik!" mit der Subrubik " A Look In The Past". Ich habe hierit alles an Flyern/Postern, die hier hängen (oder hingen und jetzt in meinem Ordner eingeordnet sind) retrospektiv besprochen. Also nicht die Flyer an sich oder die Poster sondern die Konzerte. Sofern ich mich an sie erinnern konnte.

24.09.2011(?): THE TOYOTAS + THE MALADROITS + MID-AIR COLLISION in B-Hof, Würzburg

Ich bin ganz ehrlich: Ich weiß, dass ich damals alleine hingegangen bin und Spaß hatte un ddass ich auf diese Art von Musik (Garage/Trash und so) stand. Allerdings kann ich mich an kein einziges Detail erinnern. Das Post hängt, weil es stilistisch ziemlich cool und simpel ist. Darum verlinke ich an dieser Stelle die Bands als auch ein Interview.



Hier ein Interview mit Daniel von Dean Dirg/The Toyotas zum Thema "Vinylsünden".

Hier das einzige Lied von The Toyotas an das ich mich richtig gut erinnern kann.

Hier die Split von The Maladroits und Napoleon Dynamite.

Hier der Soundcloud-Account von Mid-Air Collision.




28.09.2012: NOT ON TOUR + HYSTERESE + I REFUSE in Oettinger Villa, Darmstadt



Okay, hier kann ich mich auch wieder nicht an die Details erinnern. Allerdings weiß ich dass ich alle drei Bands empfehlen kann. I REFUSE klingen nach einer post-hardcore/screamo Variante von Hamburger Schule Bands. Von den dreien sicherlich nicht mein Favorit, ist aber durchaus genießbar. Hysterese habe ich damals eine Zeit lang rund um die Uhr gehört. Könnte ich heute auch noch. Nach der Erweiterung meines musikalischen Horizonts würde ich behaupten, dass sie sowas wie Beastmilk/Grave Pleasures, nur mehr Punk sind. Nur liebe für die. NOT ON TOUR sind sowas wie die israelische Version von Descendents. Sicherlich auch nichts großartig neues, aber auf jeden Fall grundsympathisch und schön eingängig.

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50 Best Rock Albums of the 90s by loudersound.com, Teil 1

Okay, hier kommt eine neue Subrubrik. Da ich hier schon zwei Listen (eine von rateyourmusic und eine von loudersound) durchgearbeitet habe, dachte ich mir: Warum nicht noch eine? Diesmal bin ich aber nicht alleine. Ich habe drei Schreiberlinge rekrutiert, die zu Alben ihrer Wahl auch mal was sagen werden. Wobei nein, es sind zwei Schreiberlinge. Der dritte im Bunde hat nämlich einfach mal sich vorgenommen das ganze in einem Videoformat zu reviewen. Darum hier das Videoreview zu den ersten zehn Alben auf dieser Liste von Raphael, der auch einen eigenen Blog hat namens Mangowave. Achja, es gibt auch eine FB-Seite dazu. Der Hintergrund bei diesem Vorhaben ist mal wieder meinen eigenen Horizont zu erweitern. Außerdem ist es auf dauer etwas mühselig sich diese ganzen Discographies von einzelnen Bands oder Künstlern reinzuziehen. Diese Subrubrik wird demnächst auch eingestell. Ihr werdet hier noch über die letzten Alben von Blink-182, Code Orange, Queen, Green Day, KoRn, Mayhem, Paradise Lost, Sepultura und Ulver lesen können. Und ich baller gnadenlos die ganze Discography von Ceremony durch, weil die Band so schön vielseitig ist. Ich habe außerdem noch vor Bathory komplett zu reviewen, bin aber noch nicht ganz sicher ob es hier geschehen wird oder im Rahmen von "Album der Woche". Anyways, hier ist das Video und danach geht es los mit den ersten beiden Alben, also den Plätzen 50-49.



50. The Black Crowes - Shake Your Money Maker (1990)

Ächz. 

Ich kenne die Band nicht. Habe aber den Namen schon tausend Mal gelesen und sie immer wieder mit "Counting Crowes" verwechselt. Wusste also nicht so recht, was mich erwarten wird. Ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht bin, aber das ist keine Musik die mich auf lange Sicht begeistern wird. Eine Mischung aus Blues- und Southern Rock. Irgendwo zwischen den guten Seiten von Aerosmith (ja, ich bin kein Fan aber sie hatten durchaus gute Songs) und Lynyrd Skynyrd. Zumindest stellenweise.

Klingt für mich wie ein Soundtrack zum besoffen in der Kneipe dahinsiechen und sich darüber echauffieren dass heutzutage alles den Bach runter geht und früher alles besser war. Oder so. Definitiv nicht von schlechten Eltern. Es gibt da auf jeden Fall paar brauchbare Songs, wie unten erwähnt. "She Talks To Angels" ist sehr melancholisch beispielsweise. Ansonsten aber klingen The Black Crowes nach Musik die nicht so ganz in die 90er Jahre passt. Sie wirken wie eine Band die alten Zeiten nachhängt. So wie heutzutage Greta Van Fleet oder Wolfmother. Nur dass hier Aerosmith oder Skynard die Einflüsse sind und nicht Led Zeppelin. Der beste Song hierauf ist übrigens ein Cover von Otis Redding ("Hard To Handle"). Fazit: Durchaus genießbar, aber insgesamt gar nicht mal so mein Fall.

Anspieltipps: Hard To Handle, Thick N Thin, She Talks To Angels, Struttin Blues

5,75/10 Pfandflaschen



49. Jane's Addiction - Ritual De Lo Habitual (1990)

That's what I'm talking about!

Kannte Jane's Addiction bisher nur aus ein paar kurzen Beiträgen bei MTV und weil Gitarrist Dave Navarro irgendwann bei den Red Hot Chili Peppers gespielt hat und später mit Christina Aguilera zusammengearbeitet hat. Apropos RHCP: Jane's Addiction wirken wie eine weitaus verrücktere, bessere Version dieser Band. "Ritual De Lo Habitual" ist ihr zweites Album, und man glaubt es oder nicht, das weitaus an den Mainstream anschlussfähigere.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein in erster Linie etwas merkwürdig klingendes, tanzbares, funkiges Stück Alternative Rock. Eine Mischung aus Funk, Klezmer, Neo-Psychedelic und natürlich Punk. Weil Punk war schon immer da. Die erste Hälfte, also die ersten fünf Songs sind erstaunlich wild und euphorisch. "Been Caught Stealing" ist eines der besten Beispiele. Habe ich auf "Radio X" in "Grand Theft Auto: San Andreas" bis zum geht nicht mehr gehört. Bis dann plöthzlich "Three Days" einsetzt. Ein Song zu Ehren von Sänger Perry Farrells an Heroinüberdosis verstorbener Partnerin. Jedenfalls geht er los, dauert über 10 Minuten und wandert in Progressive Rock Gefilde. Das kam völlig unerwartet. Daraufhin gibt es noch "Then She Did", welches teilweise vom Suizid von Perry Farrells Mutter handelt. Es wirkt so als würden Jane's Addiction den Musikkonsumenten vor den Kopf stoßen wollen, indme sie ihn erst mit funkiger, ausgeflippter Musik ködern um ihn dann mit progressiven Klängen den Kopf zu verdrehen. Und inhaltlich natürlich auch. Gottverdammt, die Drums auf "Three Days". Holy fuck.

Anspieltipps: Three Days, Been Caught Stealing, Stop!

8,5/10 Pfandflaschen



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Blink-182 Discography: Neighborhoods (2011)

"Neighborhoods" ist das erste Album von Blink-182 nach ihrer ersten offiziellen Auflösung. Zwischen dem letzten selbstbetitelten Album und dem hier sind acht Jahre vergangen. Während der "Pause" waren die einzelnen Bandmitglieder Travis Barker, Tom DeLonge und Markus Hoppus mit Soloprojekten beschäftigt wie +44 (Barker und Hoppus), Transplants (Barker) und Angels and Airwaves (DeLonge). Meiner Meinung nach hört man sehr stark den Einfluss von +44 und Angels and Airwaves heraus.

Ich habe die "Deluse Edition" ergattert und habe festgestellt, dass ab dem sehcsten Song, dem Interlude zum darauf folgenden Song" Heart's All Gon" eine Art Bruch geschieht. Das Album beginnt nämlich mit einem Song mit Tom DeLonge am Leadgesang, "Ghost On The Dance Floor", der davon handelt einen Song wiederzuerkennen, den man mit jemanden gerne gehört hat der verstorben ist. Bis zum


sechsten Song kommen größtenteils DeLonge-dominierende Titel. Ab dem besagten Track setzt plötzlich die alte Pop-Punk-Energie ein und man hört wieder die alten Blink, diesmal mit Hoppus am Gesang. Natürlich kommt er auch auf den Tracks 2-5 vor, allerdings passt hier die musikalische Untermalung dazu. Es ist fast so, als würde der Track nachträglich hinzugefügt worden. Hoppus' Gesang hat sich nicht viel verändert, nur eine Spur melodischer geworden. DeLonge hingegen singt eine große Spur sauberer und melancholischer. Als würde er tieftraurig sein und den Schmerz der Welt auf seinen Schultern tragen. Ich rede hier nicht von Travis Barkers Schlagzeugmeisterhaftigkeit, denn das wäre ja viel zu offensichtlich. Mir gefällt auch die textliche Weiterentwicklung. Zwar spricht man ähnliche Themen an, wie auf dem vorherigen Album, aber das ganze wirkt insgesamt viel düsterer. So redet beispielsweise Hoppus in "MH 4.18.2011" vom "Schatten eines Helikopters". Gemeint sind damit Zustände in vom Krieg erschütternden Ländern, in welchen es fast schon Alltag wird von Helikoptern heimgesucht zu werden.

Ich mag dieses Album wirklich sehr sehr serh. es ist so als hätte man die Band innerhalb von kürzester Zeit in ein anderes Genre katapultiert. Das ist natürlich nur deswegen der Fall weil acht Jahre seit dem letzten Album vergangen sind. Ich glaube aber, hätten sie es kurze Zeit später rausgebracht wäre es nicht das geworden was es jetzt ist.

9/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Up All Night, Ghost On The Dancefloor, MH 4.18.2011, Heart's All Gone



Code Orange Discography: Underneath (2020)

Da die SUM 41-Discography nun zu Ende ist - und ich wahrscheinlich in Zukunft auch kein neues Album der Band reviewen werde ist an dieser Stelle Platz für neues. Und da ich, wie ihr wisst, ein schamloser Komplettist bin schließe ich nun Lücken. Als erstes ist das neueste Album von Code Orange dran.

Mittlerweile viertes Album. CO entfernen sich vom Sound der ersten Alben bereits auf dem Vorgänger "Forever" und ließen so einige Industrial-Einflüsse hören. Dies scheint auch eine vollkommen neue Richtung für sie zu sein. Auch ihr Publikum ist inzwischen sehr anders. Ich habe sie 2011 (oder 2012) auf dem FLUFF FEST gesehen und es war damals eindeutig ein sehr hardcore-affines Publikum. Mittlerweile veröffentlichen sie aber ihr Kram auf Roadrunner und spielen auf Wrestling-Events. Ihr Aussehen gleicht ganz langsam einer Nu Metal Band. Der Sound ist etwas wie eine Mischung aus Ende 90er/Anfang 00er Nu Metal, Industrial und Hardcore. Man verwendet ziemlich trippige Soundcollagen, verstörende Beats und wütendes Screaming.

Ich habe auch schon Nine-Inch-Nails-Vergleiche gehört. Kein Wunder schließlich hat Chris Vrenna bei der Programmierung mitgemacht. Dazu kommt noch das Gitarristin Reba Meyers' Gesang viel öfter zu hören ist, als auf den Vorgängeralben (correct me if I'm wrong) und so das ganze Werk viel lebendiger wirkt. Eines der stärksten Songs ist definitiv der Titeltrack der ganz am Ende kommt. Man verzeihe mir dass das Review so kurz ist, aber ich schreibe gerade in der absoluten hitze.

9/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Swallowing The Rabbit Whole, Sulfur Surrounding, Underneath



Mittwoch, 12. August 2020

So isses, Musik!#105

Hallo und herzlich willkommen zur mittlerweile 105ten Ausgabe von "So isses, Musik!". Da ich kein einziges Poster, Ticket oder Flyer finde von einem Konzert in einem August fällt "A Look In The Past" diesen Monat wohl aus. Nächsten Monat gibts dann wohl einen nachträglichen verschwommenen Bericht zu einem Konzert aus einem September und dann wird es diese Rubrik nicht mehr geben. Ich meine damit "A Look In The Past", nicht "So isses, Musik!" verdammte Scheiße. Achja, ich habe auch momentan keine Top-Drölf-Irgendwas-Liste am Start. Aber es wird bald sowas ähnliches geben. Diesmal gehts um ganze Alben. Oh und ich wollte eigentlich eine Newcomer-Band vorstellen, allerdings ist es grade scheißeheiße und ich hab kein Bock drauf. Darum ist der Beitrag diesmal relativ kurz. Take care.


Blink-182 Discography: s/t (2003)

Ihr fragt euch sicherlich, was zur Hölle denn mit den anderen Alben passiert ist und warum sie einfach übersprungen wurden? Nun, übersprungen nicht, aber ich reviewe dieselben Alben nicht zwei mal. Darum: hier gehts zu "Enema of the State", und hier zu "Take Off Your Pants And Jacket" als auch zum Livealbum "The Mark, Tom and Travis Show", welches ich nicht mehr besitzer, weil es von einem Tapedeck gefressen wurde :(

Das selbstbetitelte oder wie Mark Hoppus sagte "unbenannte" Album ist eines welches, die Band ein großes Stück nach vorne gebracht hat. Tom DeLonge und Travis Barker spielten davor mit ihrem Nebenprojekt "Box Car Racer" Musik die der von Quicksand, Refused, Jawbox und anderen Post-Hardcore-Bands näher stand. Dies inspirierte alle drei, ihre Musik weiterzuentwickeln. Auch die Art wie dieses Album aufgenommen wurde, ist eine andere. Diesmal nahm man alle Spuren gemeinsam auf, anstelle es separat zu tun. Ehrlich gesagt, hat man schon auf "Take Off Your Pants And Jacket" gemerkt, dass das nächste Album wohl düsterer wird, auch wenn man an das Video zu "Anthem Part 2" denkt. Blink-182 klingen einfach so viel anders, weil sie auch anders sind. Alle drei Mitglieder sind zu dem Zeitpunkt Väter geworden und merkten wohl auch dass der Ernst des Lebens schon längst begonnen hat. So sind die Texte nicht mehr voll mit Toilettenwitzen und die Musik wirkt nicht wie von einer (guten) Nachfolge-Band von Descendents. Stattdessen bezieht man sich auf The Cure, New Order, Joy Division, bleibt aber im Großen und Ganze eine Pop-Punk-Band, nur mit einem vielfältigeren Sound. Texttechnisch ist man nun sehnsüchtiger und melancholischer. "Feeling This" ist ein brechender Song, ein perfektes Intro. "Miss You" ist mit zwei "Nightmare Before Christmas"-Anspielungen versehen und einfach schön lo-fi. "Always" ist der wohl mit Abstand schönste Song den diese Band rausgebracht hat. Robert Smith singt auf "All Of This" und zeigt noch mehr, dass Blink-182 definitiv mehr sind/waren als nur eine Pop-Punk-Band, dass sie zu The Cure musikalisch passen können. Ich mag außerdem wie "Down" in "The Fallen Interlude" übergeht und dann nahtlos zu "Go". Selber Fall bei "Easy Target" und "All Of This".

Es ist großartig, bahnbrechend und mit höchster Wahrscheinlichkeit das beste Album was diese Band jemals rausgebracht hat. Ich glaube, alles was danach kam konnte da nicht mithalten.

9,75/10 Pfandflaschen
Feeling This, Obvious, The Fallen Interlude, Down, All Of This, Always


Paradise Lost Discography: Tragic Idol (2012)

Paradise Lost sind eine furchtbar abwechslungsreiche Band. So eine, mit der ich kaum hinterherkomme. Liebe den Fakt, dass sie von Death über Doom über Gothic Metal bis zu Synthpop und nun zu einer Mischung ihrer besten Sounds alles mögliche gemacht haben. "Tragic Idol" ist auf jeden Fall immer noch ziemlich heavy, aber insgesamt wesentlich melodischer als der Vorgänger "Death Unites Us - Faith Divides Us".

Das Album ist nach eigenen Aussagen zufolge beeinflusst von alten Doom Metal und "klassischen" Metal. Letzteren Einfluss sehe ich definitiv, weil hier alles nur so von Soli sprießt. Insgesamt fühle ich mich trotz der typischen Themengebiete allerdings nicht an eine Doom/Death/Gothic-Band erinnert sondern eher an eine "epische" Metal-Band die auf der größten Bühne beim Wacken spielt. Nicht falsch verstehen, ich finds verdammt gut wie sie sich ausprobieren und auf Konventionen scheißen. Allerdings höre ich solche Art von Metal am wenigsten und darum überlebt dieses Album bei mir nicht lange. Es ist mir ehrlich gesagt fast schon zu ambitioniert und zu anstrengend das zu hören. Diese ständigen Solis bringen mich echt um. Das heißt natürlich nicht, dass es ein schlechtes Album ist. Hier gehts übrigens zu "The Phantom Within" und "Medusa". Damit ist die Discography erstmal zu Ende. Doch irgendwann bald werde ich das neueste Album reviewen.

7,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Fear Of Impending Hell, To The Darkness, In This We Dwell


Dienstag, 7. Juli 2020

So isses, Musik!#103

A LOOK IN THE PAST:



NO BORDER NO NATION FEST 2010 am 03.07.2010 im B-Hof, Würzburg

Also, laut Flyer spielten an diesem Abend vier verschiedene Bands: Nihil Baxter, Bob Rooney, On Your Marx und Mid-Air Collision. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht wirklich erinnern, wie das Konzert war. Weiß aber definitiv, dass ich Mid-Air Collision nicht gesehen habe. On Your Marx
wahrscheinlich schon. Bob Rooney habe ich damals auf jeden Fall abgefeiert und von Nihil Baxter war ich Fan erster Stunde. Erinnere mich sogar dunkel dass sie "Let's Fucking Go!!!!" von Spazz gecovert haben. Nach dem Konzert wollte ich nur mal kurz runter und mir ein Tape von ihnen holen, aber ein Türsteher meinte, dass jetzt niemand mehr reindarf - nur noch Leute aus Bands. Hätte ich bloß gesagt, dass ich in einer Band spiele. Ich weiß noch, dass wir (sprich ich und ein paar andere Leute) am Abend auf der Mainwiese abgehangen sind und irgendjemand sich eine Deutschlandfahne in die Hose gesteckt und durch den Hosenstall wieder rausgezogen hat.

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Top 40 Nu Metal Songs of all time by loudersound.com, Teil 7

10. "Down With The Sickness" von Disturbed aus "The Sickness" (2000)



Gottverdammte Scheiße, wie ich dieses Lied hasse. So abgrundtief. Ungefähr 10234029384238201 Mal gehört, dieses "Domestic Violence" Solo ist einfach fürchterlich. Nicht dass Disturbed per se schlecht sind. Sie haben tatsächlich paar gute Songs. Aber nein. Nein. Ich hasse es. Stahp it.

0/10 Pfandflaschen

9. "Bodies" von Drowning Pool" aus "Sinner" (2001)



Ungefähr genauso ausgelutscht wie "Down With The Sickness", aber etwas weniger nervig. Zumindest zum großteil. Aber naja. Ein Goldstück isses nicht.

3/10 Pfandflaschen

8. "Movies" von Alien Ant Farm aus "Anthology" (2001)



I hate everything here, but this - this I like!

9/10 Pfandflaschen

7. "Back To School" von Deftones aus "White Pony" (2000)



Dazu brauche ich glaube nichts sagen. Checkt das Review zum Album.
10/10 Pfandflaschen

6. "Points of Authority" von Linkin Park aus "Hybrid Theory" (2000)



Merke: Das ist das Original, nicht der Remix mit dem Mecha-Video. Aber ist auch egal, beide Versionen des Songs sind nämlich verdammt gut. Darum:
10/10 Pfandflaschen

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Blink-182 Discography: Buddha (1994/1998)

Okay, eigentlich ist es das erste Demoalbum von Blink. Richtig gelesen, ohne die 182 hinten dran. Rausgekommen im Jahre 1994 bevor die Band von einer Band namens Blink angesprochen wurde, die Benutzung des Namens zu unterlassen. Ein Haufen der Songs hierauf wurde auf dem offiziellen Debütalbum „Cheshire Cat“ wiederverwendet, ein weiterer Song auf dem zweiten Album „Dude
Ranch“. Es wurde im Jahr 1998 wiederveröffentlicht, kurz bevor das absolute Durchbruchsalbum „Enema of the State“ rauskam. Im Grunde genommen sind es größtenteils dieselben Songs wie auf „Cheshire Cat“, sie gefallen mir aber hierauf wesentlich mehr, weil sie weniger poliert sondern viel garagenmässiger daherkommen. Es geht viel um Herzschmerz und Teenage Angst, so wie man die Band eben kennt. Eine Mischung aus dem besten Sounds von Descendents und hier und da auch Hüsker Dü. Sehr gelungen.

Anspieltipps: Carousel, Toast and Bananas, T.V., Romeo and Rebecca, The Girl Next Door
7,5/10 Pfandflaschen


Paradise Lost Discography: Faith Divides Us - Death Unites Us (2009)

Endlich bin ich dort angekommen, wo PL sich ihren Sound von "The Plague Within" und "Medusa" nähern. Aber eigentlich ist das Album eher eine Rückbesinnung auf ältere Alben wie "Draconian Times" und wird vielerorts als ein Nachfolger dieses Albums gesehen.

Paradise Lost haben sich wie auf dem Vorgängeralbum vollkommen von Synthpop/Synthesizersounds abgewandt und machen tatsächlich wieder Metal auf "Icon" und "Draconian Times". Kaumcleaner Gesang, keine James-Hetfield-Stimme sondern wieder dieses "zaghafte" Growlen. Mit Lyrics voller Schwermut. Es ist quasi alles wieder beim Alten. Allerdings ist das Albumcoverartwork ein vollkommen anderes und untypisches. Es basiert auf dem Holzschnitt "Danse Macabre - The Abbot" aus dem Jahre 1538.

Man merkt definitiv dass PL alles andere als ein 08/15-Album machen wollten und dass sie mit all ihren Schwermut dabei sind. Allerdings macht es mich dennoch hier und da ein wenig müde, weil alles schon desöfteren gehört. Trotzdem an anderen Stellen sehr mitreißend und innovativ als auch experimentierfreudig. Wie beispielsweise auf "Living With Scars" wo es plötzlich stellenweise, äh keine Ahnung?, djentig und doomig und stonerig gleichzeitig wird. Das ist richtig abgefahren. Das gefällt mir. Ansonsten muss ich sagen: ein gutes, jedoch kein großartiges Album. Es fehlen einfach die richtigen mitreißenden Stücke. Also es gibt sie, aber es ist nicht voll davon. Was schade ist.

Anspieltipps: Living With Scars, The Rise Of Denial, As Horizons End
6,75/10 Pfandflaschen

Samstag, 13. Juni 2020

So isses, Musik!#101

Hallo und herzlich willkommen zur 101sten Ausgabe von "So isses, Musik!". Diese hat nichts mit Dalmatinern zu tun. Höhö. Und jetzt genug schlechter Witze.

A LOOK IN THE PAST:

HYSTERESE + THE HIGH SOCIETY + BOB ROONEY am 08.06.2013 im B-Hof, Würzburg

Dieses Plakat hängt hier seit Ewigkeiten und doch kann ich mich gar nicht so wirklich an das Konzert
erinnern. Woran ich mich definitiv erinnern kann, ist dass The High Society (die aus dem Nürnberger Punk-Inzest-Spektrum kamen)(und definitiv unfassbar geil waren) nicht spielen konnten weil ein Bandmitglied oder zumindest jemand der der Band nahe stand leider verstorben ist. Bob Rooney fand ich damals unfassbar geil und habe sie insgesamt an die drei oder vier Mal gesehen. Hysterese halte ich bis heute für eine der besten melodischen Punk Bands der modernen Zeit. Ich mag die semi-okkulte Symbolik gepaart mit dem lockeren Sound. Ich meine mich zu erinnern dass ich an dem Abend mir zwei Patches der Band gekauft habe - es kann natürlich auch sein dass es ein anderer Abend war - eins davon ist nun auf meiner Bomberjacke, das andere liegt immer noch rum. Und das nach sieben Jahren lol. Wie gesagt, ich kann mich kaum an den Abend erinnern, hinsichtlich der Zusammenstellung muss das ein guter Abend gewesen sein.

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Top 40 Nu Metal Songs of All Time by loudersound.com, Teil 5

20. "Giving In" von Adema aus "Adema" (2001)


Irgendwie catchy, aber irgendwie zu sehr Linkin Park mäßig und irgendwie vorhersehbar. Not my can of Mixery. Sorry.

5/10 Pfandflaschen
19. "Crawling In The Dark" von Hoobastank aus "Hoobastank" (2001)


Das gefällt mir sehr gut. Habe fast vergessen was für ein hidden gem das hier ist. War glaube ich auch auf dem Soundtrack zum ersten Spider-Man-Film(?). Gar nicht mal so nu-metal-mäßig. Eher Post-Hardcore. Catchy. Sehr catchy.

8/10 Pfandflaschen

18. "Butterfly" von Crazy Town aus "The Gift Of Game" (2000)


Ein Song der auf einem Sample aus einem RHCP-Song basiert und dadurch als auch durch den merkwürdigen Text zum Erfolg wurde. Ich kann ihn einfach nicht mehr hören. Es gibt so viele bessere Songs auf "The Gift Of Game", auch wenn das ganze Album kein non plus ultra ist. Nein.

5/10 Pfandflaschen

17. "Rollin'" von Limp Bizkit aus "Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavoured Water" (2000)


Dazu muss ich nichts sagen. Zeitloser, wenn auch etwas cringiger Klassiker.
9/10 Pfandflaschen

16. "Freak On A Leash von Korn aus "Follow The Leader" (1998)


Ich glaube, dazu muss ich auch nichts sagen.
10/10 Pfandflaschen
Blink-182 Discography: Dude Ranch (1997)

Zweites Album von Blink-182 und gleichzeitig das Major-Debüt der Band, nämlich beim Label RCA. Im Vergleich zum Erstling "Cheshire Cat", welches ich sehr anstrengend und nervig fand ist das hier doch ziemlich solide. Mark Hoppus, Tom DeLonge und Scott Raynor haben sich sowohl musikalisch als auch textlich wesentlich verbessert. Inhaltlich geht es natürlich um Herzschmerz, Mädchen, Erwachsenwerden, Zurechktkommen mit seelischen Schmerz und so weiter. Und natürlich darf auch der obligatorische Pipi-Kaka-Witz nicht fehlen. So verabreicht Mark Hoppus in Outro seinem (imaginären) Hund seine Pisse zum Trinken. Okay.

Hoppus und DeLonge wechseln sich beim Gesang ab, so wie es man von ihnen gewohnt ist. Nasale gegen "normale" Stimme. Poppiger, teils sehr alberner, jedoch stellenweise ziemlich ernster Skate Punk der als Inspiration für viele Bands des Genres diente. Meiner Meinung ist es auch verdammt gut rauszuhören, dass Blink-182 sich hierauf zwar in dem Goofy-Pop-Punk-Spektrum bewegen aber schon bald etwas größeres aus ihnen wird. Es ist mal wieder eins von diesen Alben auf dem Weg zum Erfolg - und zwar in diesem Falle "Enema of The State". Noch nicht so gut, wie das nächste aber definitiv besser als das davor.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dick Lips, Dammit, Lemmings, Pathetic



Paradise Lost Discography: In Requiem (2007)

Langsam neigt sich die Discography von Paradise Lost dem Ende zu. Es wird definitiv nicht schlechter, jedoch auch nicht kontinuierlich besser. Viel eher weiß die Band welche Knöpfchen sie drücken muss um bei ihrer Hörerschaft anzukommen und natürlich auch um ihre eigene Musik gut zu
finden.

In Requiem geht wieder mal mehr in Richtung Metal, Sänger Nick Holmes hört sich wieder mal stellenweise an wie James Hetfield. Gleichzeitig gibt es immer noch Keyboards, Chöre und seichtere melancholische Songs. Das gepaart mit richtigen Bangern wie "Requiem" ergibt eine äußert zufriedenstellende Mischung. Es ist jedoch schwer zu vergleichen mit Alben wie "Gothic" oder "Icon".

Allerdings ist es technisch, lyrisch und musikalisch betrachtet trotzdem ein verdammt gutes Album. Ein Paradise-Lost-Album eben.

7,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Never For The Damned, Requiem

Donnerstag, 14. Mai 2020

So isses, Musik!#99

A LOOK IN THE PAST:

SKARPRETTER + HUMANKAPITAL im Kunstverein, Nürnberg am 16.04.2009

Ohne Scheiß, ich erinnere mich so gerne an dieses Konzert. Von Humankapital weiß ich nicht viel, außer dass es eine Band aus dem Dunstkreis von Youth Wars/Brüllshit
Propaganda/Vengeance/Arnold Strong/High Society/Der Mann, der sich steil bergab stürzt war. Skarpretter bestanden aus ehemaligen Mitgliedern von Paragraf 119 und Gorilla Angreb und boten ähnliche Botschaften wie Paragraf 119 mit derselben Stimme (war afaik derselbe Sänger) nur mehr streepunkmäßig. War n echt geiles Konzert mit sehr lieben Menschen. Ich schlief in einem Auto mit zwei Leuten um mich herum die beiden unfassbar viel geschnarcht haben. Einer von uns hat sein Tabak auf dem Autodach liegen gelassen, dann hat es in der Nacht geregnet sodass daraus eine kleine Pflanze gewachsen ist. Oh und es lief abwechselnd Bolt Thrower und Death Metal als auch Frauenarzt und King Orgasmus One. Okay.

TRAGEDY + BURIAL + CIVIL VICTIM + MURDER DISCO X am 30.04.2011 in Beat Baracke, Leonberg

Holy shit. Ich habe tatsächlich Tragedy gesehen. Damals war es ein ultimativer Riesenact für mich. Zu Schade, dass ich mich nicht wirklich an das ganze Konzert erinnern kann. Ich weiß noch dass das Line-Up sich wie eine Trauerfeier anhört. Irgendwas mit Mord, Zivilopfer, Begräbnis und Tragödie. Woran ich mich erinnern kann: Als Tragedy gespielt haben war der Raum so voll dass ich es grade mal geschafft habe, drin zu sein. Da es so vollgestopft war mit Leuten, konnte ich die Band auch
kaum sehen. Wie die anderen Bands so waren: Das kann ich gar nicht mehr sagen. Burial fand ich im nachhinein tatsächlich ziemlich gut und meine mich zu erinnern dass jemand sich über ein Bandmitglied aufgeregt hat weil er ein T-Shirt von Taake getragen hat. Habe keine der Bands seitdem wieder gesehen. War irgendwie ein komisches Konzert.

CYNESS + VLADIMIR HARKONNEN + HATEGASM im Stattbahnhof, Schweinfurt am 13.04.2012

Boah, an dieses Konzert kann ich mich kaum erinnern. Ich weiß, dass Yacöpsae abgesagt haben und stattdessen Cyness Headliner waren. Cyness fand/find ich immer geil und sie waren wahrscheinlich auch geil. Genauso wie paar Monate später in Prag auf dem "Enemy Of The Sun"-Festival. Vladimir
Harkonnen haben sich nach einem Character aus "Dune" benannt und de Sänger Philipp Wolter hat seine Plattensammlung öffentlich bei Facebook gemacht, sodass jeder kommentieren konnte. War ziemlich cool. Also die Plattensammlung und die Band auch. An Hategasm kann ich mich nicht erinnern, wahrscheinlich hab ich sie mir auch nicht angeguckt. Und lol, da steht tatsächlich "nur Abendkassa!".



GROAN + KYREST + KRYSTAL METH im Kastanienkeller, Berlin am 12.11.2012

Aaaah, der schöne Kastanienkeller. Das war tatsächlich ein cooler Abend mit ein paar wenigen, coolen Leuten. Krystal Meth haben irgendwas relativ normales gemacht. Hardcore Punk von einer Band die sich einen extra provokativen Namen gegeben hat, halt. Kyrest waren damals neben Unrest eine der Bands die ständig in jedem JUZ in Bayern zu sehen war. Ich habe sie bis dahin ein einziges Mal gesehen und war glaub ich nicht begeistert. Ich glaube ich habe mich damals viel zu trve crust gefühlt und wollte mit so neo crust nichts anfangen. Oder was viel wahrscheinlicher ist: Ich kam
langsam aus dieser Crust-Schiene raus. Keine Ahnung. Groan hingegen haben einen ordentlichen Eindruck bei mir hinterlassen. Und zwar das kleine Frauen verfickt nochmal unfassbar laut growlen können und richtige gute Death-Metal-Sängerinnen abgeben. Fick ja. Was aus allen drei Bands geworden ist, weiß ich leider nicht.

SHAI HULUD + THE PARIAH + UNSAID + FALL OF SHARON in Café Nova, Essenam 18.03.2016

Ich erinnere mich noch vage. Jemand der mir aus welchem Grund auch immer nur noch vage ein "Hallo" andeutet hat mich gefragt ob ich mitkommen will und ich kam mit. Von all den Bands kannte
ich nur Shai Hulu und ich meine mich zu erinnern, die tatsächlich ganz gut gefunden zu haben. Also sowohl digital als auch live. Sie haben sich auch sehr darüber gefreut überhaupt da sein zu dürfen und meinten dass es für eine kleine Band wie sie ein sehr großes Ding ist in Europa zu spielen. Ich dachte halt dass sie ziemlich groß sind und schon längst größere Hallen füllen. Shai Hulud waren definitiv sehr gut, an den Rest erinnere ich mich so überhaupt nicht. Die Namen sind halt leider auch ziemlich beliebig und ich bin mir nicht mal mehr sicher ob die Bands überhaupt noch existieren.
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The top 40 nu metal songs of all time by loudersound.com, Teil 3

30. "New Disease" aus "The Height Of Callousness" (2000) von Spineshank




Spineshank hatten wir hier letztens erst. Ich mochte das Album, auch wenn es nicht gerade innovativ ist. Dementsprechend mag ich den Song auch sehr.
9/10 Pfandflaschen

29. "Bring Me To Life" aus Fallen (2003) von Evanescence ft. Paul McCoy (12 Stones)



Damals wie heute. Absolut stimmig. Richtige Mischung aus Melancholie und Härte. Emotionale Texte und Memepotenzial. Ich mags tatsächlich!
9/10 Pfandflaschen

28. "Click Click Boom" aus "Every Six Seconds" (2001) von Saliva



Ach du Scheiße. Das nennt man wohl ein Guilty Pleasure. Ein rappender langhaariger Typ mit Kinnbart, Sneakers und kurzen Hosen. Mega cringy lyrics. Turntable Scratches. Holy shit. Dem 9jährigen Ich gefällt das. Mein gegenwärtiges ich cringet etwas. Aber nur etwas.... Ansonsten...weiß ich nicht...

4,5/10 Pfandflaschen

27. "Bleed" aus "Soulfly" (1998) von Soulfly ft. Fred Durst (Limp Bizkit)

Darf das Video leider nicht einbetten, also klickt auf den Link wenn ihr wollt. Das Album hatten wir hier auch schon mal. Sehr druckvoll. Richtige Mischung aus Groove, Growl Vocals und Rap. Nu Metal von jemanden der schon mal "richtigen" Metal gemacht hat. Sehr gut!

9/10 Pfandflaschen

26. "Snot" aus "Get Some" (1997) von Snot



Fuck yes. Wie geil ist das denn bitte? Warum hatte ich diese Band noch nie in Visier. Sehr schade um den verstorbenen Sänger Lynn Strait. Die hätten groß rauskommen können. Großartige Mischung aus Hardcore Punk, paar funkigen Einlagen und Nu Metal Style. Herrlich. Dieser Bass! Herrlich!

9/10 Pfandflaschen

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Blink-182 Discography: Cheshire Cat (1995)

Hurra, eine neue Discography!

Und gleich zu Beginn wird es interessant bzw. ungemütlich. Das hier ist das erste Album von Blink-182, allerdings gab es davor ein Demotape welches selbstbetitelt war und unter dem Namen "Buddha" berühmt wurde. Weil ein Buddha auf dem Cover ist. Einige zählen das als vollwertiges
Album, andere nicht. Mark Hoppus von Blink-182 zählt es auf jeden Fall, darum heißt das neueste Blink-182-Album auch "Nine", weil es einschließlich "Buddha" das neunte wäre. Ich zähle die Demo-Kassette nicht mit, allerdings auf jeden Fall das Re-Issue davon, was irgendwann vor "Enema Of The State" rauskam.

So. Genug der Fakt. Erstes Album mit Mark Hoppus und Tom Delonge am Gesang/Gitarre/Bass und einen Typen namens Scott Raynor am Schlagzeug. Apropos Schlagzeug. Dieses hört sich schon sehr generisch an und ist definitiv nichts im Vergleich zu Travis Barkers Stil. Allgemein klingen Blink-182 hier nach etwas was sie damals halt waren. Eine prä-pubertären Version von sich selbst. Was nahezu widersprüchlich ist. "Cheshire Cat" beinhaltet all das wofür die Band auch später stand bis sie musikalisch erwachsen wurden: Witze über Wichsen, Ficken, Drogen nehmen. Texte über Mädchen in die sie verknallt waren und einsame Nächte die man unter der Bettdecke verbracht hat. Ganz ehrlich? Ich weiß, das hier ist das erste Album und so. Aber ich weiß auch dass sie es um Längen besser konten. Jedenfalls gefällt es mir so ziemlich überhaupt nicht. Hier und da gibts vielleicht ein paar nicht so schlechte Songs aber ansonst zündet es einfach überhaupt nicht.

4/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Carousel, Peggy Sue


Paradise Lost Discography: Paradise Lost (2005)

Ich habe es mir etwas schwer getan mit diesem Album. Es klingt jedoch viel viel vieeeel besser, wenn man es mit einer Anlage hört. Als auf einem .mp3-Player. Ich habe grundsätzlich absolut nichts an diesem Album auszusetzen. Nach dem vierten oder fünften Durchhören gefällt es mir immer noch.
Ich mag den Text von "Don't Belong" sehr. Und den von Grey. Und Nick Holmes' Gesang, Gregor Mackintoshs und Aaron Aedys Gitarrenspiel und und und.

Das Ding ist: Es ist im Grunde genommen "Symbol Of Life" bloß mit etwas härteren Gitarren. Und das stört mich tatsächlich ziemlich. Dass sie zwar bei gewohnter Qualität bleiben, allerdings doch insgesamt nichts wirklich neues liefern. Das ist im Großen und Ganzen sehr schade. Trotzdem ein verdammt gutes Album.

7,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Grey, Don't Belong, Over The Madness, Redshift