Mittwoch, 30. September 2026

Happenings des Monats: September'26

 


Comic Book Review#696: Convergence (2016)

Wieder mal eine Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür. Kaum zu glauben, dass dieses DC-Event schon vor über zehn Jahren erschienen ist. In diesem Trade Paperback sind die Ausgaben 0-8 enthalten, die allesamt 2015 in Heftform rausgebracht wurden.

Dabei handelt es sich um die Fortsetzung von "Earth 2: World's End" (die ich tatsächlich mein Eigen nennen darf) und "The New 52: Future's End" (ebenfalls). Ausgabe#0 war eine Art Prelude, während die

Ausgaben 1-8 die Kerngeschichte enthielten. Dazu gab es aber noch an die 40 Tie-In Ausgaben, die allesamt Miniserien waren, die jeweils zwei Ausgaben beinhalteten. Aber worum geht es?

Im Grunde genommen ist es recht simpel und ähnlich wie in der dritten Auflage von Marvels "Secret Wars". Jemand bringt alle vor dem damals neuen Neustart des DC-Universums (das war 2011) existierende Welten auf einen Planeten zusammen. Und zwar niemand geringeres als eine mir bis dato unbekannte Version von Brainiac, den lebenden Computer und Gegner von Superman. Die Helden der Erde-2 (die von Paradämonen vom Planeten Apokolips angegriffen wurde) finden sich plötzlich auf einem unbekannten Planeten wieder. Dabei meine ich Batman (Thomas Wayne, Bruce Waynes Vater), Green Lantern Alan Scott, Yolanda die Avatarin des Rot, Flash Jay Garrick und Superman Val-Zod. Sie werden nach kurzer Zeit von einem unbekannten Wesen namens Telos begrüßt. Der humanoide handelt im Auftrag von Brainiac. Dieser hat mehrere Planeten/Welten aus dem Multiversum in Form von Städten auf dem Planeten gebracht. Es ist eine Art Experiment. Die Welten sollen gegeneinander kämpfen und der Gewinner darf am Leben bleiben. Der Planet heißt....Telos. Es stellt sich heraus, dass Telos die humanoide Verkörperung des Planeten ist. Von nun an sehen wir, wie unterschiedliche Welten aus dem DC-Multiversum, Vergangenheit, Parallelrealität und Zukunft aufeinander treffen. So machen wir unter anderem einen Ausflug in die Fantasy-Welt von Skartaris, schauen kurz bei "Injustice" rein und sehen zu wie Batman-Vater (Thomas Wayne) auf Batman-Sohn (Bruce Wayne) treffen. Auch die Welt von "Flashpoint" hat einen kurzen Auftritt.

Im Grunde genommen ist das hier ein Nostalgie-Produkt, dass alle bisherigen DC-Welten vereint und alte Fan-Herzen höher schlagen lässt. Als kleines Bonus gibt es eine Enzyklopädie über alle bisherigen Welten. Man könnte auch behaupten "Convergence" wäre eine Art "Neustart nach dem Neustart", dass alle Helden die nach DCs Neustart im Jahre 2011 als nicht-existent galten, wieder zurück bringt. Man möchte sich einfach von gewissen Dingen nicht trennen und gleichzeitig möchte man alte Fans befriedigen. Die Story ist an sich schon echt cool, nur wird es gegen Ende irgendwie verwaschen und leicht aus den Fingern gesaugt. Plötzlich ist alles wieder so wie es war und alle sind happy. Fast so wie DC-Fans, die sich darüber freuen, dass alle wieder da sind. Ich muss sagen, dass es irgendwie ein nachvollziehbares und kurzes Vergnügen ist. Man fragt sich "Was ist mit all den Welten passiert? Sie müssen doch irgendwo weiter existieren?" als auch "wir werden doch einen Haufen Leute verprellen wenn wir sie für immer tot/nicht existent lassen". Genau so ist es. "Convergence" ist eine durchaus spannende Lektüre, aber im Grunde genommen ein Nostalgie-Produkt, dass alte Fans als Zielgruppe hat.

Made by: Jeff King, Scott Lobdell, Dan Jurgens
6/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von ComicIsland:


Dienstag, 29. September 2026

Album der Woche#700: SUNN O))) DOUBLE FEATURE!

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile SIEBENHUNDERTSTEN "Album der Woche" auf "..,klar". Es ist tatsächlich 700 Alben her, dass ich damals diese eine Platte von Jesus Cröst reviewt habe. Das ist mehr als zehn Jahre her. Ich meine, mich zu erinnern, dass ich zum 500sten Jubiläum der Rubrik "Monoliths & Dimensions" von Sunn O))) reviewt habe. Zur 600ten war es ein Album von Crypta. Nun, das ist also jetzt Tradition. Alle 100 Alben kommt ein Sunn O))) Album. Deal? Deal. Diesmal allerdings haben wir es mit einem Double Feature zu tun.

ØØ Void (2000)

Hierbei handelt es sich um das erste "volle" Album von Sunn O))) aber insgesamt um die zweite Veröffentlichung. Ausgesprochen würde es "ÖÖ Void" heißen, weil der dieses durchgestrichene O nun mal so ausgesprochen wird. Was wir hier zu hören kriegen sind insgesamt vier Titel: "Richard", "NN O)))", "Rabbit's Revenge" (ein Cover von Melvins'schen "Hung Bunny") und "Ra at Dusk". 


So und jetzt kommen wir zum spannenden Teil des Reviews. Wie soll ich vier Titel umschreiben, die jeweils mindestens vierzehn Minuten lang sind und mehr oder weniger irgendwie einander ähneln? Für diejenigen, die nicht im Thema sind: Sunn O))) haben sich einst nach dem Verstärkerhersteller Sunn benannt und ahmen dessen Logo in ihrem eigenem Logo nach. Von dem "O" gehen also Soundwellen aus und ungefähr so könnte man ihren Sound umschreiben. Anders als in einem der Nachfolger (Mein Lieblingsalbum der Band "Monoliths & Dimensions"), der wesentlich experimenteller ist als dieses Debütalbum machen Sunn O))) hier genau das wofür sie berühmt wurden. Sie schmeißen ein riesiges, unsichtbares Flugzeug in einen riesigen Verstärker. Dieser Verstärker fängt dann an, wie bescheuert zu brummen, als hätte er eine heftige Funktionsstörung - und die hat er natürlich auch. Alle vier Songs, mit Ausnahme des Melvins-Covers, dass im Hintergrund sowas wie Gesang und "normale" Instrumentals aufweist bestehen aus heftigsten Dröhnen. Es ist ein fantastisches Meditationsgeräusch. Perfekt geeignet für eure Spazierrunde, für euren Einkaufsausflug oder wenn ihr Spülen wollt, die Wohnung saugen und wischen wollt. Ehrlich jetzt. Keine pseudophilosophischen Texte über das Leben. Einfach nur Drone Metal. 

Jetzt fragt ihr euch sicher, wieso zum Fick reviewt er das? A) weil ich das kann und B) weil das ein Double Feature ist und zum zweiten Album gehört dieses Album dazu. Ganz einfach.

10/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Alles



Sunn O))) meets Nurse With Wound - The Iron Soul Of Nothing (2011)

Nun haben wir wieder mal eine Premiere hier. Im Grunde genommen reviewe ich jetzt in einem Double Feature zwei mal das gleiche Album. Naja, nicht ganz. Aber so rein theoretisch gesehen schon. Praktisch gesehen natürlich nicht.

"The Iron Soul Of Nothing" wurde 2011, also 11 Jahre nach dem Debütalbum von Sunn O))) veröffentlicht - als Standalone-Edition. Zuvor, im Jahre 2008 gab es die gleiche Veröffentlichung schon als Bonus-Disc zu der CD-Ausgabe von "ØØ Void". Dabei handelt es sich im Grunde genommen um ein Remix-Album, des besagten Debüts. Die Überarbeitung der Sunn O)))schen Werke hat sich ein gewisser Künstler namens Steven Stapleton vorgenommen. Besser bekannt unter dem Namen Nurse With Wound ist der Engländer eine Koryphäe in Sachen Industrial, Noise und Dark Ambient. Wir haben hier also die vier, weiter oben genannten, Stücke von "ØØ Void", die einen neuen, ambientigen,

psychedelischen Klang verpasst bekommen. Dabei ist so gut wie gar nichts mehr bzw. generell gar nichts mehr von ursprünglichen Drone-Sound zu hören. Stattdessen erleben wir eine geheimnisvolle Soundkulisse, die sich wie ein riesiges metallenes Rohr anhört. Aus vier Tracks werden drei, die dann heißen "Dysnystaxis" (...A Chance Meeting With Somnus), "Ash on the Tress" (The Sudden Ebb of a Diatribe) und "Ra at Dawn" (Rapture, At Last, Numbered By Her Light). Beim letzten Titel sehen wir eine eindeutige Anspielung auf den ursprünglichen Track "Ra At Dusk". Auch die Länge der Titel hat sich verändert. Mindestens 3-4 mal länger. Während "Ra At Dawn" je nach Veröffentlichung ein Ein- oder Zweiteiler ist. Irgendeiner bei YouTube nannte das "Psychedelic Doom Drone". Und damit trifft die Person den Nagel auf dem Kopf. Ich würde noch den Zusatz "Psychedelische, doomtastische, Kirchenmusik" hinzufügen. Alleine schon wegen des heftigen Halls, der einen anmuten lässt, das Ganze würde sich in einer riesigen Kirche abspielen. Einige Sounds erinnern mich tatsächlich auch an verzerrte Kirchenorgeln. Große Sache, diese.

10/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Alles


Sonntag, 27. September 2026

So isses, Musik!#220

DEUTSCHPUNK FEGEFEUER:

Fahnenflucht – "Alte Lieder" & "Ohne Ausweg"

Raphi:

"Alte Lieder"

 "Als das Album „K.O. System“ in den Himmel gehyped wurde, konnte ich das wirklich überhaupt nicht nachvollziehen. Bis heute mag ich die Musik der ersten fünf Alben nicht, und kann leider nicht mal richtig erklären, weshalb. Doch dann wurde ich überrascht, als die Ruhrpunks 2021 mit „Weiter Weiter“ eine Platte veröffentlicht haben, die mir echt gefallen hat. Passenderweise haben zu ebenjener Zeit im Mantel von COVID19 auch Dritte Wahl ein neues Album veröffentlicht, das mich überhaupt nicht abgeholt hat. Aber gut, hier ist „Alter Lieder“ vom bisher besten Fahnenflucht-Album: eine kraftvolle „Nie wieder“-Ansage."

"Ohne Ausweg": "Das letzte Lied vom ersten richtigen Album der Rheinberger Band ist ein Paradebeispiel für die zweite Deutschpunkwelle. Ein bisschen gegen Deutschland, Parolenrefrain, kurze Breaks und Tempowechsel zwischen flottem Schunkeln und heftigem Geholze. Das Ganze geht insgesamt gut ins Ohr und sorgt für Unterhaltung. Außerdem merkt man auch hier schon, dass sich Fahnenflucht beim Songwriting mehr Mühe gegeben haben als viele andere Bands aus der gleichen Sparte. Als Hintergrundbeschallung bei Parties oder langen Autofahrten geht das allemal. Wirklich abgeholt hat mich das aber nicht."

Philipp:

"Alte Lieder" & "Ohne Ausweg"

"Glücklicherweise haben Raphael und ich hier zwei Lieder ausgewählt, die das Spektrum dieser Band sehr gut abdecken. Vom ungestümen und mitunter auch etwas stumpfen Früh-2000er-Straßenschlacht-Soundtrack und Kriegserklärung an Deutschtümelei und Nationalismus bis hin zur reflektierten Warnung vorm Erstarken der neuen Rechten. Musikalisch hat die Band in den 20 Jahren, die zwischen beiden Songs liegen, wirklich einen wahnsinnigen Sprung hingelegt. Mehr Metal, mehr Hardcore, mehr Post-irgendwas und immer große Melodien. Dabei Texte, die sich politisch radikal stets mit der notwendigen Haltung am Puls der Zeit bewegen und dieser mitunter einige Jahre voraus sind. Was bereits auf dem Album "Wer Wind sät" über Fluchtbewegungen und die Strömungen der neuen Rechten gesagt wird, jagt mir jedesmal einen kalten Schauer über den Rücken. Nach wie vor wirklich wichtige Band."

Gregor:

"Alte Lieder"

Das hier ist ein schöner Vergleich zu dem Song weiter unten. "Alte Lieder" ist nämlich später als "Ohne Ausweg" erschienen. Also vor fünf Jahren und nicht vor fünfzehn Jahren. Die Stimme klingt wesentlich "gefasster" und "kontrollierter" aber immer noch wütend und weniger rotzig. In dem Song geht es nicht um "unsere Lieder immer wieder" oder irgendwas onkelz-mäßigen. Sondern "das hatten wir schon einmal, erinner' dich an Weimar und das darf einfach nie wieder passieren" also um den Rechtsruck und die Gefahr die davon ausgeht usw. usf. Das Schlagzeug hört sich nicht an wie eine schöne Mülltonne, sondern wesentlich mechanischer. Insgesamt doch schon qualitativ gar nicht so minderwertig.

"Ohne Ausweg"

Hach. Das klingt wie damals als ich in meinem Kinder/Teenager-Zimmer saß und auf so nem alten CD-Player irgendeine Nix-Gut-CD abgespielt habe. Auch von der Qualität her lol. Eine räudig klingende Stimme singt irgendwas von wegen "Deutschland" und "ich spucke dir ins Gesicht" als auch "einen Ausweg gibt es näääächt". Der Bass dröhnt schön, das Schlagzeug hört sich an wie eine wunderschöne Mülltonne. Es ist vor allem eins: Sehr sehr sehr rotzig. Trotz all dieser Erinnerungen muss ich sagen: Nein, das ist nichts was ich mir heutzutage anhören würde, auch wenn Fahnenflucht zu den Koryphäen des neuen Deutschpunk gehört. Und es tut auch nicht weh, dass ich sie vor einem Jahr auf dem KAZ Open Air verpasst habe. 

Fehlfarben - "Gottseidank nicht in England"

Philipp:

"Dieses Lied habe ich frecherweise eingeschoben, nachdem unsere Liste bereits fertig war, so sehr liebe ich diesen Text und diesen ganzen vetdammten Song. Fehlfarben selbst ist aus der Düsseldorfer Szene der ersten Welle in Deutschland entstanden, Sänger Peter Hein muss wohl einer der ersten Punks überhaupt in Deutschland gewesen sein. Die Band ist vielen ja tatsächlich im Kontext der neuen deutschen Welle ein Begriff, so wirklich haben sie aber auch nie in diese Schublade gepasst.
Was mich an "Gottseidank nicht in England" fasziniert, ist nicht nur die großartige Musik sondern vor allem auch dieser durchaus kryptische Text. Zusammen mit dem Titel habe ich ihn immer als Aufforderung an die deutschen Punks gesehen, die englischen Vorbilder hinter sich zu lassen und einen eigenen subkulturellen Weg zu finden. Ironischerweise ist genau das mit der NDW passiert obwohl Peter Hein das definitiv nicht gemeint hat. Generell kann man diesen Text auch sehr gut als "Erwachsen werden in einer feindlichen Umgebung" zusammen fassen, eine Absage an Spießigkeit und Karrierismus. Es ist so oder so großartig und mein durchaus sehr lauwarmer Take dazu, dass "Monarchie und Alltag" eins der besten deutschen Punk-Alben der Frühphase ist."

Raphi:

"Die "Punkverräter" Fehlfarben hatten im Jahr 1980 schon einige Erfahrungen mit bewusstseinserweiternden Substanzen hinter sich, und hatten ihren ersten Plattenvertrag bei EMI in der Tasche. Das erste Album "Monarchie und Alltag" ist eine Sammlung von Hits und zeitlosen Klassikern. Fehlfarben bilden hier eine dynamische und kalte Schnittstelle zwischen Punk, Post Punk und NDW; etwas sanfter als die zeitgenössische Musik von Abwärts, und etwas krachiger als Rotzkotz. "Gottseidank nicht in England" ist gleichzeitig eines der aggressivsten und der traurigsten Lieder des großartigen Albums. Ich sehe im Text viel Raum für Interpretationen. Es geht um Anpassung in einer rauen Realität; um Konstrukte aus Lügen, die irgendwann kollabieren; um Bedeutungslosigkeit; um eine Welt, die in ihrer Oberflächlichkeit so brutal und unbarmherzig ist; und sicherlich um vieles mehr. Großartiger Titel von einem großartigen Album einer großartigen Band."

Gregor: "Und wenn die Wirklichkeit dich überholt, hast du keine Freunde, nicht mal Alkohol, du stehst in der Fremde, deine Welt stürzt ein, das ist das Ende, du bist allein"

Ich kann mich gut erinnern wie vor rund 15 Jahren mir dieses Lied vorgespielt wurde und die Person so unfassbar beeindruckt davon war - als auch sentimental. Es ist ein durchaus schönes Lied, dass von jemanden handelt der immer ganz vorne sein möchte. Dafür wechselt man die Freunde, die Klamotten, die Ansichten wie andere Socken oder andere Kleidungsstücke die man so täglich wechselt. Doch genau dann wenn die Wirklichkeit eintrifft, merkt man dass man eigentlich nichts hat. Das ist mir in meinem Leben durchaus öfter mal begegnet - nicht zwingend immer bei mir selber. Also, dass die Freunde bei welchem man sich profilieren wollte und bei welchen man gut da stehen wollte eigentlich keine echten Freunde waren - sondern vielleicht eher Saufkumpanen mit welchen man gar nichts gemeinsam hatte. Wofür die ganze Mühe für jemanden der dich nicht anerkennt? 

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FROM FIRST TO LAST: Megadeth

Ich habe ja schon mal die beiden Discographies von Slayer und Metallica reviewt. Irgendwann auch mal ein Album von Anthrax. Und niemals irgendwas von Megadeth, zumindest kein Album. Irgendwie findet sich einfach keine Zeit dafür. Daher, denke ich dass ich in dieser und der nächsten Ausgabe mir eben diese Bands in dieser Unterrubrik vornehme. Fangen wir also an mit Megadeth. Das erste Album heißt....

"Killing is my business...and business is good!" (1985)

Aufgenommen in der Formation: Dave Mustaine (voc, git), Chris Poland (git), David Ellefson (b, voc) und Gar Samuelson (dr).

Was für ein großartiges Piano-Intro. Und dann ein "Oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooh!". Herrlich. Der erste richtige Song heißt "Last Rites - Loved To Death" und besteht aus für diese Zeit typischen Megadeth/Thrash Metal Sound. Dave Mustain schreit, mit relativ hoher Stimme. Es gibt irgendwelche dämonischen Einspieler. Irgendwie klingt das nach Axl Rose - und ich bin relativ sicher, dieser hat hier ordentlich abgekupfert bzw. sich inspiriert gefühlt. Im Titelsong geht es...wie könnte es anders sein... um einen Auftragskiller, der Menschen für Geld tötet. Ich mag es absolut wie Mustaine "It brings me great pleasure to say my next job is you!" singt. 

Zunächst mal gefällt mir das Ganze irgendwie schon, obwohl es auf den ersten Blick irgendwie leicht


generisch erscheint. Es sind halt die typischen Zutaten für ein Thrash Metal Album. Uffta-Uffta-Schlagzeug, Gitarrensoli, dämonische Einspieler, eine ziemlich hohe Stimme und selbstverständlich Texte aus der Ich-Perspektive als auch Storytelling. So geht es zum Beispiel in "The Skull Beneath The Skin" tatsächlich um das Maskottchen der Band: Vic Rattlehead, der auch auf dem Cover abgebildet ist. Tatsächlich gibt es wohl aber auch einen Titelsong der auch so heißt: "Rattlehead". Irgendwie ist dieser äquivalent zu Metallicas "Whiplash". Megadeth covern hier auch "These Boots (Are Made For Walking") von Lee Hazlewood, dass am ehesten als Song von Nancy Sinatra bekannt ist. Was zur Hölle? Aber es funktioniert erstaunlich gut. Dabei hört sich Mustaine an wie Lemmy. Mein Lieblingssong hier rauf ist "Looking Down The Cross". Darin geht es um den Tod Jesus Christus' auf dem Kreuz. Worüber sollte es denn sonst gehen? Und tatsächlich schafft man durchaus detailreich alles zu erzählen ohne in blasphemische Klischees einzutauchen. "Mechanix" wurde übrigens geschrieben als Mustaine noch bei Metallica war - ein Teil des Songs hat der Rest der Band zu "The Four Horsemen" verwurstet. Witzig.

Fazit: Hätte nicht gedacht, das mir das so gut gefallen würde. Ich bin mal gespannt, wie sich das letzte Album anhören wird.

7,75/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: These Boots, Looking Down The Cross, Mechanix



Und das letzte Album, tatsächlich das allerletzte weil Megadeth sich aufgelöst haben trägt den Titel...

Megadeth (2026)

Aufgenommen in der Formation: Dave Mustaine (voc, git), Teemu Mäntysaari (git), James LoMenzo (b), Dirk Verbeuren (dr).


Siebzehn Alben später hat sich einiges verändert. Von der ursprünglichen Besetzung ist nur noch Dave Mustaine übrig. Um Bassisten Dave Ellefson gab es vor einigen Jahren ein Skandal weil er...zwar rechtlich betrachtet kein Pädo ist aber mit einer 19-jährigen "seggsschreibne" gemacht hat. Dave Mustaine hat ihn also gefeuert. Nun also das letzte Album:

Selbstverständlich hat sich musikalisch auch alles verändert. Megadeth sind nicht mehr die Band die schneller und härter als Metallica sein sollte. Stattdessen haben wir eine typische Wendung zu teilweise langsameren Riffs, die zugleich melodischer und zugänglicher sind. Außerdem wendet Mustaine diese Art zu Singen an, die er sich über die Jahre angeeignet hat: Manchmal redet er mehr als er singt, und wenn dann nicht mehr in dieser hohen Tonlage. Die Texte sind durchaus persönlicher Natur - und leider auch relativ generisch. So heißt es in "I Don't Care", dass er grundsätzlich keinen Fick darüber gibt, was die Leute von ihm halten. "Let There Be Shred" ist im Grunde ein Song über die Metal Musik selbst. "Another Bad Day", mit diesem fürchterlichen stereotypen Refrain, handelt von...einen weiteren schlechten Tag. "Made To Kill" is im Grunde die Fortsetzung von "Killing is my business" und man spricht hier irgendwie von militärischen Einsätzen für den Frieden, die im Sterben von Zivilisten münden.

Teemu Mäntysaari ist ein großartiger Gitarrist, der verdammt viele Soli einstreut. Ich wusste gar nicht, dass er ursprünglich von der Band Wintersun kommt. Symphonic Death Metal war aber nie so richtig mein Ding. Dass es sowas überhaupt gibt. Jedenfalls sehe ich hier so einige Baustellen oder viel eher problematische Ansätze. Hier und da gibt es diese coolen Soli, supergeile prügelnde Drums und auch Mustaines Gesang gefällt mir...hier und da. Die Songtexte sind allerdings viel zu generisch und durchaus vorhersehbar. Es ist eine äh mixed can of beer, wie man vielleicht ausdrücken könnte. Kein zu schlechtes Album, aber auf jeden Fall eins dass gegen Ende eher schlechter wird als besser. Schwächster Song ist meiner Meinung nach "I Am War". Immerhin taugt das "Ride The Lightning"-Cover etwas.

5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Ride The Lightning, Made To Kill, Tipping Point




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Ulver Discography: Sic Transit Gloria Mundi EP (2017)

Erschienen zwischen "The Assassination of Julius Caesar" und "Flowers of Evil". Zweitgenanntes ist mein absolutes Lieblingsalbum von Ulver. Es sind hier ganze drei Songs zu hören: "Echo Chamber (Room of Tears)", "Bring Out Your Dead" und "The Power of Love". Die ersten beiden sind Songs die es auf das vorherige Album nicht geschafft haben. Poppig, tanzbar, sehr wavy und ziemlich ziemlich 80s, ohne jedoch zu viel an Synthies und übertriebenen Haarlack-Frisuren mit sich zu bringen. Es kingt
gleichzeitig so schön old school und so modern. Man samplet sogar irgendwelche Zitate der NASA(?) aus einer Weltraum-Mission (?). "The Power of Love" kommt allerdings tatsächlich aus eben dieser Zeit, die ich grade erwähnt habe. Es ist nämlich ein Cover von Frankie Goes To Hollywood. Allerdings ist es kein tanzbarer Banger wie "Relax" gewesen, sondern etwas nachdenkliches, schunkelndes und schönes. Also genau passend für Ulver. 

Diese EP ist eine von vielen Beweisen, dass diese Band alles kann, nichts muss aber trotzdem macht. Sie könnten, glaube ich, auf dem nächsten Album auch wieder Black Metal machen. Ich glaube, das würde ihnen gelingen.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Alles


Was läuft sonst? 

Es war Mord - Frühling der Verrät. Review von Raphi.

"Es gibt Bands, die einfach auf einem komplett anderen Zeitstrahl leben, und dazu gehören definitiv Es War Mord aus Berlin. Wir haben es hier seit 2016 mit Hardcore Punk und Deutschpunk mit düsterer Färbung im Stile der 1980er zu tun. Und mit "Frühling der Verräter" hat die Band aus Berlin zehn Jahre nach ihrer selbstbetitelten Demo inzwischen ihr drittes Album veröffentlicht. Vom Indie-Label Sounds of Subterrania haben sich Es War Mord verabschiedet. Stattdessen erscheint "Frühling der Verräter" bei Sabotage Records. Produziert wurde das Album von Tomatenplatten-Labelchef und Beatsteaksdrummer Thomas Götz, gemischt von Karen Dhiós und gemastert von Wolfgang Gottlieb. Ein Dutzend neue Tracks bescheren uns Es War Mord, und eröffnen eine halbe Stunde lang ein Portal in
eine finstere Welt. Hier, im "Frühling der Verräter" ist alles irgendwie schon verloren. Die hier beschriebene Realität könnte eine mögliche Zukunft unserer Welt sein; oder auch ein paralleler Zeitrahl, der spätestens im 20. Jahrhundert noch schlimmer abgebogen ist als unsere Welt. Der Sound erinnert oft an Chaos Z oder Fliehende Stürme, und manchmal an die (leider) weniger bekannten L'appel du vide, was keineswegs etwas Schlimmes ist. Vor allem brechen Es War Mord geschickt aus den typischen musikalischen Themen des Depro Punk oder Düsterpunk aus: das Ganze klingt rotziger, wütender, widerborstiger. Außerdem jagt hier ein Highlight das nächste. Da ist beispielsweise die Referenz auf Ton Steine Scherben "Keine Chance", die Hymne "1000 Jahre" oder auch das Hardcorepunk-Gewitter "Tod in Frankreich". Von vorne bis hinten ein großartiges Donnerwetter, auch wenn ich mich anfangs etwas an den Gesang gewöhnen musste.

9/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Keine Chance, 1000 Jahre"



Mittwoch, 23. September 2026

Film der Woche#697: AQUA TEEN DOUBLE FEATURE!

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche". Einige von euch können sich vielleicht erinnern, dass ich die "Mutterserie" schon mal reviewt habe, und zwar hier.

Nun sind die zwei Filme dran. Damit habe ich gefühlt 100 Gehirnzellen verloren, die ich mir seit der Sichtung der Serie wieder erarbeitet habe. Naja, egal. Here we go.

Aqua Teen Hunger Force Colon Movie For Theaters (2007)

Da Staffel 4 und 5 2005 und 2008 rausgekommen sind, könnte man diesen Film zwischen den beiden Staffeln gucken. Aber eigentlich ist es vollkommen egal. Jedenfalls fängt alles an mit einem grandiosen Intro, bei welchem sich die Sludge Metal Band Mastodon beteiligt. Danach führt die Story den Zuschauer in ein gewohnt beklopptes Szenario. So sehen wir wie Master Shake, Frylock und Meatwad irgendwann im alten Ägypten sind und aus dem Arsch der Sphinx rauskommen. Danach müssen sie gegen einen überdimensionalen Pudel kämpfen. Dabei stirbt Frylock, Shake kann den Pudel allerdings besiegen. So reisen sie zum zeitreisenden Abraham Lincoln, der Frylock heilt und danach zurück in ihre

Zeit bringt. Es stellt sich heraus, dass das hier eine Märchengeschichte von Shake ist, die angeblich eine wahre Origin Story sein soll. Es ist aber natürlich gelogen. Weiterhin geht es um einen Fitnesstraining-Gerät, das Insanoflex heißt. Shake hat es vom Nachbarn Carl geklaut. Das Teil ist allerdings gar nicht richtig zusammengebaut. Es fehlt auch ein Teil. Wir erfahren durch den weiteren Verlauf der Handlung, dass dieses Gerät, ganz wie Skynet, zum Untergang der Menschheit führen wird. Als dann tatsächlich das letzte fehlende Teil gefunden und eingesetzt wird, verwandelt es sich in einen riesigen einäugigen Roboter, der durch die Stadt stampft. Carl, der sich zuvor darauf gesetzt hat ist drin gefangen und seine Muskeln werden zwangsweise trainiert. Master Shake, Frylock und Meatwad bilden ein Team mit diesem äh metallenen Roboter-Hahn aus der Zukunft um den riesigen Roboter aufzuhalten.

Es ist absolut genauso wie in der Serie. Allerdings hat man nicht bloß Material für eine zehnminütige Folge auf eine Stunde und 25 Minuten gestreckt, nein. Tatsächlich hat man sich Mühe gegeben noch mehr und noch mehr und noch mehr absolutesten Bullshit zu erzählen, der irgendwie versucht nicht zusammenhangslos zu sein. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, die völlig aus der Handlung gegriffen zu sein scheinen. Man kriegt natürlich auch den Eindruck, dass das Ganze von einem zehnjährigen niedergeschrieben und umgesetzt wurde. Einen zehnjährigen der täglich ordentlich an der Bong zieht. Ein Hahn-Roboter aus der Zukunft, Aliens, ein monströses Fitnessgerät und eine fliegende Wassermelone in welcher ein äh sprechendes Stück Wassermelone namens Walter Melon haust. Sein Komplize ist dabei Neal Peart von Rush, der fantastische Drumsolos spielt. Man fragt sich die ganze Zeit: Was ist das? Warum ist das? Wie ist das? Hört das irgendwann auf? Und wenn es dann zu Ende ist, dann ist man irgendwie traurig. Es ist auf jeden Fall irre witzig und lässt einen mit einem riesigen Fragezeichen im Gesicht zurück.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer: 



Aqua Teen Forever: Plantasm (2022)

Ich war nicht lange traurig, denn am nächsten Tag habe ich mir die Fortsetzung "Aqua Teen Forever: Plantasm" reingezogen. Dieser Film ist 2022 erschienen, also noch vor der 12. und somit letzten Staffel der Serie.

Wieder mal fängt es an mit einer Märchenstunde von Master Shake, die diesmal ein Alien/The Thing-mäßiges Weltraumszenario ist. Doch tatsächlich stellt es sich heraus, dass die drei antropomorphen Freunde getrennte Wege gegangen sind. Ihr Haus ist zerstört. Master Shake ist obdachlos und verbringt seine Zeit in einer Suppenküche. Meatwad ist es ebenfalls und geht gerne ehrenamtlich mit Hunden aus einem Tierheim spazieren. Er schläft auch dort. Einzig Frylock ist irgendwie erfolgreich. Er hat seinen Namen zu Phoenix geändert und arbeitet jetzt bei einem riesigen Multiversand namens Amazin'. Die Firma wurde von einem narzisstischen kleinen Typen mit Napoleonkomplex namens Neil (Peter
Serafinowicz) gegründet. Neil ist verzweifelt und möchte unbedingt größer werden, wofür er eine Art Fitnesstrainings/Streckungs-gerät bestellt hat, dass prompt von Drohnen geliefert wurde. Frylock kriegt überraschenderweise ein Befehl von "ganz oben" und so kommt es, dass die beiden sich endlich kennen lernen und einander sympathisch werden. Zuerst soll Frylock seine Maschine reparieren, doch die fliegende, sprechende Pommes hat eine ganz andere Idee. So werden Gene von einer Giraffe und den ehemaligen Basketballspieler Shawn Kemp gespliced um eine höhere Version von Neil zu klonen. Diese übernimmt auch prompt das ganze Unternehmen und sperrt seinen kürzeren Vorgänger in eine Box. Nach und nach stellt sich heraus, wie Amazin so groß werden konnte. Neil hat nämlich zwei außerirdische Spezies "rekrutiert" für ihn zu arbeiten: Die Japongaloiden, die aus Schleim bestehen und deren Nasen ständig laufen als auch die Fraptakulaner, die im Grunde lebende Bäume sind. Beide hassen sich, werden aber ausgetrickst um miteinander in Harmonie zu arbeiten. Doch es gibt bei Amazin' jemanden, der alles noch viel schlimmer machen möchte: Ein Wissenschaftler namens Elmer (Paul Walter Hauser) hat einen ultimativen Plan entwickelt um die billigen Mitarbeiter zu ersetzen.

Irgendwo ähnelt der Film seinem Vorgänger. Zumindest so ein Bisschen. Irgendeine Riesenmacht hat was ganz schlimmes vor. Es geht im Prinzip um den Untergang der Menschheit. Und alles wird von antropomorphen Fast Food Gegenständen zusammen mit einem äh Nachbarn von ihnen verteidigt. Grandiose Satire auf das Wirken von Amazon (natürlich) und irgendwie auch auf den Einsatz von KI (auch wenn es zu dem Zeitpunkt noch nicht in aller Munde war). Tatsächlich halte ich die Filmdauer für sehr optimal. Eine Stunde und fünfzehn Minuten, wobei der Film immer wieder von den beiden Mooninites unterbrochen wird, die gewisse Szenen einfach so rausgeschnitten haben. Damit alles wesentlich leichter zu verdauen ist, oder so. Meiner Meinung nach funktioniert der Film sogar noch besser als der erste, weil die Handlung kohärenter ist und es weniger Ausfälle gibt, die den Film wie eine Sketch-Sendung wirken ließen. So ist der Film wesentlich zusammenhängender als jegliche Folge der ursprünglichen Serie. Ich bin der Meinung, dass sowohl South Park als auch Rick and Morty Fans hier ihren Gefallen finden würden. Auch ohne jeglichen Einsatz von irgendeiner Bong oder anderen Kiffgras.

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 22. September 2026

Comic Book Review#695: Blackest Night (2010)

Wieder mal eine freundliche Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür.

Es handelt sich um das Trade Paperback welches die Ausgaben#0-8 des damals aktuellen Riesenevents von DC namens "Blackest Night" beinhaltet. Der Titel ist eine Anspielung auf die Losung "In brightest day, in blackest night, no evil shall escape my sight..." des Green Lantern Corps. 


"Blackest Night" ist die Fortsetzung der "Sinestro Corpse War"-Storyline die in den "Green Lantern" und "Green Lantern Corps"-Comics rausgebracht wurde. Im Mittelpunkt des Geschehens steht unter anderem der Bösewicht/Green Lantern Gegner Black Hand. Dieser gräbt die Leiche von Bruce Wayne/Batman aus (dieser ist zu dem Zeitpunkt tot) und trennt seinen Schädel vom restlichen Körper. Eine Art Batterie für das neu entstandene Black Lantern Corps, dass das Hauptquartier der Guardians (die "Chefs" des Green Lantern Corps angegriffen hat) fängt an zu laden. Green Lantern (Hal Jordan) und Flash (Barry Allen, der neuerdings wieder ins Leben zurückgekehrt ist) untersuchen die Grabstätte Bruce Waynes und werden plötzlich vom wieder auferstandenen Martian Manhunter (J'Onn J'Onnz) angegriffen. Nach und nach - vor allem nach einer Trauerfeier für die verschiedenen Toten - werden tote Superhelden und Superbösewichte aufgeweckt. Doch nur die, auch diejenigen die schon mal tot waren und nun wieder am Leben sind. Black Hand agiert dabei als eine Art Agent der Personifizierung des Todes - einer Entität namens Nekron. Ziel ist nun das gesamte Universum in eine Art Verkörperung des Todes zu verwandeln. Green Lantern, Flash, Mera, Wonder Woman und die anderen haben natürlich was dagegen.

Nun, mittlerweile muss ich sagen dass die Story nicht mehr aktuell ist - aber damals war sie aktuell. Und ehrlich gesagt kann ich nicht sooo viel damit anfangen. Mir gefällt das Design von Ivan Reis und die Farben von Alex Sinclair. Auch die Idee ist irgendwie cool: bereits verstorbene Helden und Bösewichte werden von jemanden extraordinäres wieder auferweckt und "böse" gemacht, sodass sie ihre einstigen Kameraden angreifen und.... nun ja, bösartig sind. Ich habe letztens die komplette "Ash vs. Evil Dead"-Serie gesehen und habe mich an diesem Konzept ziemlich satt gesehen. Deswegen überrascht mich das hier nicht wirklich und reißt mich auch nicht vom Hocker. Im Prinzip ist es das gute alte "gut gegen böse"-Ding und gleichzeitig eine Art quasi-Neustart für einige Helden, die eigentlich tot sind und so irgendwie zum Leben wiedererweckt werden. Es ist in Ordnung, I guess.

6/10 Pfandflaschen
Hier ein Review von New Mint Condition:



Montag, 21. September 2026

Album der Woche#699: Axegrinder - Rise of the Serpent Men (1988)

Immer wieder stelle ich mir bei einem Review die Frage "Warum war diese Band niemals hier?" und ich kann sie nie wirklich beantworten. Aber wenn ich darüber nachdenke, dann irgendwie schon. Wahrscheinlich bin ich damals, als der Blog noch ziemlich neu war, der Band irgendwann irgendwie entwachsen. Wahrscheinlich hörte ich sie niemals wirklich aktiv. Höchstwahrscheinlich war es auch so, dass ich irgendwann in andere Genres gestürzt bin. Und eigentlich beantwortet es die Frage. Jedenfalls, Axegrinder ist ein großartiger Name und "Rise of the Serpent Men" ist ein großartiges Album, was schon längst hätte hier auf dieser Plattform reviewt werden sollen. 


Worum geht's eigentlich? "Rise of the Serpent Men" von 1988 war bis zum Jahr 2018 das einzige Album von Axegrinder. Diese sind hervorgegangen aus der Crust Punk Band "Tyrants of Hate", die sich nach nur drei Auftritten aufgelöst hat. Beim letzten kam es zu einem Aufruhr (ausgelöst durch Diebstahl?) und so beschloß man der "Anarcho Punk" Szene den Rücken zu kehren. Es kam zu einem Stilwandel, wobei man verschiedene Einflüsse miteinander vermischt hat. Im Grunde bestanden Axegrinder aus dem selben Line-Up wie "Tyrants of Hate" nur mit einem zweiten Sänger. Der Sound war im Prinzip eine Mischung aus Einflüssen von solchen Bands wie Antisect und Amebix (also Crust und Anarcho Punk Urgesteinen) als auch Proto-Crust wie Hellbastard und Metal wie Celtic Frost oder Hellhammer. Musikalisch betrachtet ist es also langsamer metallischer Crust Punk mit Keyboard-Einlagen die ganz und gar nicht klischeehaft klingen. Was die Texte betrifft, bewegt man sich immer noch im Anarcho-Spektrum. So geht es in dem absolut fantastischen, großartigen Banger von einem Song namens "Life Chain" um das Wiedererhalten des eigenen Lebens. Die Rücknahme der Kontrolle über das eigene Leben. Freiheit vor jeglichen gesellschaftlichen Ketten, die einen festbinden und kontrollieren. "War Machine" behandelt den Gedanken in einem sinnlosen Kriegszeitalter zu leben, in welchen Menschen einander dezimieren bis irgendeiner "gewonnen" hat. In "Evilution" führt man den Gedanken weiter. Der Mensch entwickelt sich weiter als auch weitere Methoden andere Menschen zu töten. Menschheit im Full Speed Modus auf dem Weg zum Abgrund oder gegen die Wand. Im Prinzip die typischen Crust Punk/Anarcho Punk Thematiken, die man schon längst kennt. Dargeboten in einem großartigen, langsamen, doomigen (aber nicht zu doomigen) Stil. Gitarrensoli inklusive. Schleppend, aber nicht zu langsam. Maschinell aber nicht Industrial. Eher symbolisierend für zermürbende äh gesellschaftliche Systeme die Menschen vernichten. Oder so. You know what I mean.

Fakt ist, ich kannte jahrelang nur den einen Song. "Life Chain". Es ist ein großartiger Einstieg in dieses Album für mich gewesen - auch wenn es nicht der erste Song ist. Weiterer Fakt: Fantastisches Album. Ehrlich jetzt. Soundtrack zu einem fiktiven post-apokalyptischen Film in meinem Kopf. Tristesse könnte nicht besser klingen. 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Life Chain, Evilution, War Machine


Freitag, 18. September 2026

My Favorite TV-Show: Rocko's Modern Life

Halli hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "My Favorite TV-Show". Diesmal geht es um eine Sendung, die ich schon seit knapp 30 Jahren auf dem Schirm habe. Damals habe ich sie als kleiner Stöpsel geguckt - ohne ein Wort Deutsch zu verstehen und habe mitbekommen wie Filbert die Schildkröte "...eine Sekunde!" gesagt hat. Diese Stelle hat sich für immer in mein Gehirn eingebrannt. Desweiteren wurde eine Stelle von einer Musical-Folge der vierten Staffeln von der Band "Napoleon Dynamite (aka NxD) gesamplet. Ich habe endlich diese Folge gesehen und habe mich in dem Moment wie Bolle gefreut. Ehrlich.

Worum geht es?

Wir befinden uns in einer Welt die von antropomorphen Tieren bewohnt wird. Die "Gesetze" über das Essen von Tieren gelten hier irgendwie nicht und irgendwie schon. So leben "menschliche" Kühe hier, allerdings wird trotzdem irgendwo Rindfleisch gegessen, was kein Sinn macht. Der Hauptprotagonist ist Rocko, ein freundliches Wallaby dass aus Australien in die USA gekommen ist und nun in der Stadt O-

Town wohnt. Er arbeitet in einem Comicladen (meistens) und hat einen Hund namens Spunky (der nicht reden kann, während andere Hunde manchmal reden können). Sein bester Freund ist ein Stier namens Heffer Wolfe, der einst von einer Familie von Wölfen adoptiert wurde. Ein weiterer Freund Rockos ist die oben erwähnte, vollkommen neurotische Schildkröte Filbert. Ab und zu ist Rocko in eine Frau verknallt. Seine beiden Nachbarn sind das Frosch-Ehepaar Bighead: Bev und Ed Bighead. 

Im Mittelpunkt der Handlung steht das "Moderne Leben". Rocko landet quasi "aus dem nichts" im realen Leben und lebt nicht mehr im "Hotel Mama". Er muss sich um seine Finanzen, sein Essen, sein Haushalt, sein kaputtes Auto kümmern. Oder darum, seinen Hund aus dem Zwinger zu befreien, weil er dort aus Versehen gelandet ist. Dabei wird Rocko selbst für einen Hund gehalten. Im Verlauf der Serie lernt er beispielsweise auch Heffers Eltern und erfährt, dass sie Wölfe sind. Was eine komische Situation verursacht weil er ein völlig unpassendes Kuh-thematisches Gastgeschenk mitgebracht hat. Zwei der Folgen, die mir besonders in Erinnerung hängen geblieben sind: In einer wird Rocko eine Niere entfernt (die in einem Narkose-Traum sich selbst "Pinky" nennt) und er kriegt ernsthafte Verlustängste. In einer anderen, bereits oben erwähnten, Musical-Folge geht es um Umweltverschmutzung wofür der hiesige Konzern "Conglom-O" (das Firmenmotto ist "We own you") verantwortlich ist. Die Bewohner der Stadt singen mehrere Songs über die Umwelt und was man dafür tun kann.

Kritiker würden behaupten, die Serie wäre mit "Ren & Stimpy" zu vergleichen. Allerdings ist sie ähnlich absurd. Das Bindeglied ist auf jeden Fall das Maß an gewissen Ekligkeiten, Geschrei, Körperflüssigkeiten und das Ignorieren von physikalischen Gesetzen. Tatsächlich ist "Rocko's Modern Life" wesentlich sozial- und konsumkritischer. So befindet sich Rocko einmal in einem Supermarkt und findet ob des riesigen Angebotes nicht die gewünschte Ware oder sucht einen Parkplatz für sein Auto bei einer Mall. Das Parkdeck reicht dabei bis oben in die Stratosphäre. Meiner Meinung nach sind es durchaus unterschiedliche Sachen. Das eine war erwachsenen-Humor getarnt als Kinderserie. Das hier ist Sozialkritik getarnt als Kinderserie. Ich fühlte mich gut unterhalten und stellenweise gut aufgehoben. Insbesondere was einige (schlimme) Kindheitserinnerungen betrifft.

Intro (von den B-52s)



Donnerstag, 17. September 2026

Mittwoch, 16. September 2026

Film der Woche#696: Fortress (1993)

Bin mir wieder mal sehr sicher, dass ich den Film irgendwo auf Instagram entdeckt habe. Es gibt so viele Infoposts (danke, dass ihr auch Infoposts einen like gebt lel) über trashige Filme, dass ich damit ein ganzes Zimmer tapezieren könnte. Jedenfalls, ist das hier glaube ich der erste mit Christopher Lambert auf diesem Blog. Komisch, dass ich den "Highlander" noch niemals hier reviewt habe. Worum geht es?

Wir schreiben die Zukunft des Jahres 2017 (jaja). Die USA sind ein totalitäres, faschistisches Land. Frauen dürfen nur ein Kind gebären. Überall sind Kontrollpunkte, Soldaten patrouillieren die Grenzen. Man darf ausreisen, allerdings gibt es Bedingungen. So ist es scheinbar so, dass Frauen die bereits eine Fehlgeburt hatten, nicht ausreisen dürfen. Scheint mir als ob der demographische Wandel derartig eingeschlagen ist, dass...ach es ergibt keinen Sinn. Jedenfalls ist Karen S. Brennick (Loryn Locklin) zum zweiten Mal schwanger. Die erste Schwangerschaft endete in einer Fehlgeburt. Nun versuchen sie und ihr Ehemann John Henry (Christopher Lambert) über die Grenze nach Kanada zu fliehen. Allerdings werden sie beim Grenzübertritt erwischt. Eine bestimmte Markierung an Karens Kragen verrät, dass sie zum zweiten Mal schwanger ist. Karen kann scheinbar zuerst fliehen - John wird jedoch gefangen genommen. In einem fensterlosen Wagen wird er
zur "Fortress" gebracht. Es ist ein Gefängnis, betrieben von der Firma "Men Tel Corporation". Was für ein geiler Name. Der Direktor des Gefängnisses ist ein Mann namens Poe (Kurtwood Smith, bekannt aus "RoboCop" und "That 70s Show"). Er ist skrupellos und sadistisch. Überhaupt ist hier alles skrupellos und sadistisch. Den gefangenen werden gewaltsam Kugeln in den Darm implantiert. Diese können aus der Ferne ausgelöst werden. Das heißt, dass die Kugeln (die übrigens "Intestinatoren" genannt werden) entweder übelste Magenschmerzen verursachen oder explodieren können. Berühren die Gefangenen im Gang eine gelbe Linie, verursacht das Schmerzen. Wird eine rote berührt, bedeutet das den Tod. Die Zellen sind überfüllt. Es herrscht das Recht des Stärkeren. Poe findet durch hochmodernes Traumlesen in Johns Träumen heraus, dass Karen ebenfalls in der "Fortress" einsitzt und äh verknallt sich in sie. Als John auch checkt, dass seine Geliebte da ist, fängt er an mit seinen Mitgefangenen an einem Fluchtplan zu arbeiten. Raus aus dieser Scheiße. Aber schnell.

Hmm. Ein weißer Mann, der vollkommen unschuldig ist landet im Gefängnis. Dort wird er unter anderem von einem älteren schwarzen Mann (Abraham, gespielt von Lincoln Kilpatrick) bemerkt. Dieser denkt sich wiederum "Hmmm, der Typ scheint korrekt zu sein". Erinnert mich an irgendwas. Weiß aber nicht genau was. Naja, egal. Was mich hier erwartet hat: Ein totalitäres System, dass Frauen für Schwangerschaften bestraft und ihnen Kinder wegnimmt, wenn sie "zu viel" sind. Ein Hochsicherheitsgefängnis in welchem mann für ALLES bestraft werden kann. Cyborgs. Explodierende Bäuche. Schießereien. Und natürlich der Gedanke, dass nur ein furchtloser Mensch - der zudem im Team arbeitet - sich Ungerechtigkeit stellen kann. Im Prinzip sowas ähnliches wie "Gesprengte Ketten". Nur in absolut trashig, leicht over the top und mehr als gritty. Oder, um es anders auszudrücken: Der Film ist totally bonkers.

7/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 15. September 2026

Comic Book Review#694: Bizarro Comics! (2001)

Eine weitere freundliche Leihgabe vom Kollegen M. Vielen Dank dafür. 

Hierbei handelt es sich nicht um ein Sammelband, dessen Inhalte ursprünglich in Heftform erschienen sind. Stattdessen habe ich eine Anthologie vor mir liegen, die bizarrer nicht sein kann. Geschrieben von solchen Größen wie Evan Dorkin, Andy Merrill, Jeff Smith, Ariel Bordeaux, Chris Duffy und gezeichnet von nicht kleineren Größen wie Bill Wray, Stephen DeStefano, D'Israeli, Paul Pope, Dave Cooper, Kyle Baker, Liz Glass, John Kerschbaum, Gilbert Hernandez und noch vielen mehr.

Die Rahmenhandlung (Bizarre Wars, Part One & Two), die am Anfang und Ende des Bandes zu finden ist spielt in der 5. Dimension. Mr. Mxyzptlk (im weiteren Verlauf des Reviews Mxy genannt), der Kobold der Superman schon so oft auf den Sack gegangen ist wacht eines Tages auf und wird zum
Anführer seiner Dimension gewählt. Doch das geschieht nicht einfach so. Tatsächlich fällt ein riesiger Außerirdischer namens A, in Begleitung seiner Assistentin (also ganz im Sinne von Galactus und Silver Surfer) über die Dimension her. Nun muss Mxy um das Schicksal seiner Welt kämpfen. Aber nicht etwa in einem Kampf sondern in gewöhnlichen (Brett)Spielen. Er darf sich einen Superhelden aus allerlei Dimensionen aussuchen, der an seiner Seite stehen darf. Im Dimensionskatalog trifft er zufällig die falsche Wahl. Supermans bizarrer Klon, Bizarro, wird nun zum kostümierten Helfer, der Mxy zur Seite stehen soll. Leider ist Bizarro nicht gerade der schlauste und hat offensichtlich Probleme mit der Sache mitzukommen. Zwischendrin kommt er auf die Idee, dass er Bösewichte mithilfe von Comics bekämpfen soll. Diese Kunst setzt er als Mittel im Kampf gegen A ein und der Leser kriegt einen Haufen Kurzgeschichten zu lesen, die sich Bizarro ausgedacht hat. Den Anfang macht "Superpets" in welcher Superman nicht alleine auf die Erde kam sondern mit einer Horde Farmtieren, sodass die Menschen auf der Erde einen fliegenden Typen für gar nicht so besonders erachten. Eine fliegende Kuh aber schon. "Captain Marvel and the Sham Shazam!" erzählt die Story darüber wie Captain Marvel (aka Shazam!) einst von seinem Erzfeind Dr. Sivana überlistet und zu einer dümmeren Version seiner Selbst wurde. In "The Clubhouse of Solitude" mit Mary Marvel und Supergirl geht es um Selbstfindung in der Welt der Superhelden. Und so weiter, und so fort. Lauter kleine Geschichten, gezeichnet und geschrieben von verschiedensten Autoren und Zeichnern. 

Häßlich, abstoßend, Golden Age, Modern Age und vor allem eins: Überragend großartig und stellenweise so unfassbar bizarr und bescheuert dass ich kaum aus dem Lachen kam. Die Stories haben es wirklich in sich. Und das obwohl sie eigentlich "nur" als in fünf Minuten erstellte Skizzen von Bizarro erdacht waren. So dumm ist er scheinbar nicht. Die Rahmenhandlung ist in typischen Golden Age Stil gehalten - zumindest sehen Superman und Wonder Woman danach aus. Man hat sogar Green Lantern Kyle Rayner reingebracht und ihn in einen Golden Age Superhero verwandelt. Das Cover stammt von Matt Groening, den Schöpfer der Simpsons - leider hat er selbst keine Story beigesteuert, was ich sehr schade finde. Mein Favorit ist "Porcine Panic" in welchen Aquaman aus der Sicht eines Kindes dargestellt wird, dass in der Badewanne spielt. Darin kämpft der Superheld gegen Wasserspielzeug (eine Schweine-Handpuppe) und verliert seinen Arm. Wie schon erwähnt: Es ist eine großartige Ideensammlung, die auf vielfältigste Art und Weise umgesetzt wurde. Heilige Scheiße, ist das großartig.

9/10 Pfandflaschen
Video dazu von Near Mint Condition:


Montag, 14. September 2026

Album der Woche#698: Grinderman - s/t (2007)

Das erste Mal von diesem Album habe ich vor knapp 20 Jahren gelesen. Irgendwo in einer Rubrik der Zeitschrift VISIONS, natürlich. Allerdings war ich nie ein großer Fan von Nick Cave & The Bad Seeds geschweige denn seines generellen Schaffens. Irgendwann hat dieses eine Album von seiner ursprünglichen Band The Birthday Party hierhin geschafft, aber das war's auch schon. Mein Interesse wurde durch die Serie "True Detective" (mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson) geweckt.
Im Abspann der Folge "Who Goes There?" lief nämlich das Lied "Honey Bee (Let's Fly To Mars). Das war so dreckig und gemein, dass es mir sofort gefallen hat und ich mehr davon hören wollte.

Das Albumcover passt zum Sound. Ein neongrün beleuchteter Affe und darüber eine Schrift wie auf einem Neonröhren-Schild dass über den Eingang einer hässlichen, dreckigen, versifften Kneipe hängt. Das sieht fast schon danach aus als würde es in dieser Kneipe richtig apeshit (zu Deutsch "affenscheiße") zugehen. Was dann auch tatsächlich danach klingt. Grinderman haben sich ihren Namen sehr passend ausgewählt. Die Band besteht aus Nick Cave, Warren Ellis, Martin Casey und Jim Sclavunos. Die drei Letzgenannten sind gleichzeitig auch Mitglieder der "The Bad Seeds". Doch zurück zum Album. 

Ursprünglich waren Grinderman als ein Projekt gedacht um den "Gewicht der The Bad Sees zu entfliehen". In anderen Worten: um mal etwas anderes zu machen, sich zurück zu seinen musikalischen Wurzeln zu begeben und naja, endlich mal wieder ordentlich dreckige Musik zu machen. Fachmenschen nennen das "Garagenrock", "Punk Blues" oder irgendwas mit Psychedelic. Fest steht: der Nick Cave'sche Charme eines traurig klingenden Barden fehlt nicht. Er wird allerdings in etwas anderes umgewandelt. Und zwar in den Gesang eines Leadsänger einer Band die in einer Kneipe auftritt, die hinter einem Gitter spielen muss, weil lauter Flaschen von irgendwelchen besoffenen Bikern geworfen werden. Nicht, weil sie schlecht sind - sondern weil das Publikum irgendwie aggressiv ist. So klingt auch Grinderman, jedoch eher auf die passiv-aggressive Weise. Bis auf "When My Love Comes Down", da wird es fast schon melancholisch. 

Ich glaube, ich habe so ziemlich alles gesagt, was mir dazu eingefallen ist. Es ist ein wahrlich großartiges, und ich sag's noch mal, unfassbar dreckiges Album. Danke sehr.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: No Pussy Blues, When My Love Comes Down, Honey Bee (Let's Fly To Mars)


Sonntag, 13. September 2026

So isses, Musik!#219

DEUTSCHPUNK FEGEFEUER:

So. Wir bleiben bei E und schließen damit dieses Kapitel ab. Nächstes mal geht es mit F weiter. Here we go again...

Egotronic – Von nichts gewuszt:

Gregor:

Mich macht dieser Song leicht wütend. Nicht wegen des Inhalts und der Einstellung die darin propagiert wird. Sondern eher weil im Background dort jemand singt, den der Krebs uns weggenommen hat. Ich habe Egotronic in meinem Leben (ähnlich wie bei Hammerhead in 2-3 unterschiedlichen Phasen) live gesehen und habe sie in meiner Jugend (sprich mit 17-18 Jahren) eine Weile lang wirklich konstant gepumpt. Und das obwohl ich damals noch gar nicht "antideutsch" war bzw. sogar irgendwie dagegen weil als junger Linker findet man "Nationalstaaten ja generell doof" oder irgendwie so ein Scheiß. Ich werde diesen für mich ersten Auftritt auf dem Würzburger "Umsonst & Draußen" niemals vergessen. Später dann irgendwann im Cairo, dann im Oberhausener Druckluft, irgendwann auch auf dem KAZ Open Air. Immer eine Stimmung dabei, die auf positive Weise die Luft sprengt, quasi die Luft in die Luft jagt. Apropos in die Luft jagen: Ganz antideutsch-typisch hat irgendjemand damals ein Musikvideo hochgeladen dazu, dass eigentlich nur aus einem Standbild von Arthur Harris bestand. Dieser spricht auch im Intro. Es geht nicht darum ganz edgelord-mäßig die Bombardierung von Dresden abzufeiern, nein. Es geht um den deutschen Opferkult und was für eine gehirngewaschene Scheiße das ist. Dabei singt Torsun hier nur im Background und im Vordergrund wahrscheinlich Hoerm. Ich weiß es aber nicht, da ich die Namen der anderen beiden Gründungsmitglieder nie vollständig auf dem Schirm hatte. Asche auf meinem Haupt. Die Message ist klar, der Song ist fetzig. Ich habe alles gesagt.

Philipp: 

"Ich habe Torsun immer dafür respektiert, dass er große Teile der deutschen Punkszene dazu gebracht hat, sich noch mal auf eine andere Art und Weise mit Israel auseinander zu setzen. Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr seine Worte und seine Präsenz fehlen. Musikalisch habe ich ihm sicherlich des Öfteren Unrecht getan, habe Egotronic mehrfach live gesehen, fand es nie besonders gut und habe mich auch sonst nie eingehender damit beschäftigt. Manche Dinge lernt man erst zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind. Retrospektiv vielleicht eine der wichtigsten Punkbands der frühen 2000er. Möge die Erde dir leicht sein."

Raphael:

"Ich wünsche mir manchmal, ich hätte schon früher den Zugang zu Egotronic gefunden. Immerhin habe ich es geschafft, die Band an meinem 32. Geburtstag live zu sehen. Hier liegt uns ein Song vom 2006 veröffentlichten Debutalbum "... die richtige Einstellung" vor, und ich kann die Wut und die Energie sehr gut nachvollziehen. Vielen Dank für alles Torsun!"

Eisenpimmel – Malle Mallorca:


Gregor:

Irgendwann vor knapp 20 Jahren in einer Sendung von "Radio69" entdeckt und sofort fasziniert gewesen. Was zur Hölle ist das? Ein Song über "Mallorca" wobei es komplett falsch ausgesprochen wird. Dabei habe ich den Text nicht wirklich verstanden. Als ich mit meiner Schule auf einer Fahrt nach England unterwegs war habe ich ganz kurz den Text "Sangria macht die Nudel hart" eingestimmt und wurde sofort von einer Lehrerin gerügt. Ich wusste nicht warum, weil naja ich habe den Text sowieso nicht verstanden. Egal. Viele Jahre später habe ich Eisenpimmel für mich noch mal entdeckt. Es ist quasi das gleiche wie mit den Kassierern. Eine Band die von ihren Fans falsch verstanden wird und irgendwie auch ernst genommen wird. Dabei parodieren sie gekonnt alles an Ruhrpottklischees was es nur so gibt. Und hier haben wir einen Schlagersong der sich mit einer Reise auf die Insel Mallorca beschäftigt. Dabei nimmt man JEDES textliches Klischees eines solchen Party-Schlagersongs und ballert es raus: "Scheißegal", "Kotzabteil", "Unten ohne oben nackt". Ich würde ja nicht mal sagen, dass es Parodie mit Augenzwinkern ist sondern eine direkte Verhöhnung. Ich feier diesen dummen, großartigen Song mit all diesen debilen Passagen: "Ich hab n Eimer, dat ist jetzt meiner(...) geh wech du Tier du krichst kein Bier!".

Philipp: 

Puh, meine Humorlosigkeit wird hier gerade auf eine harte Probe gestellt. Tatsächlich kaufe ich Eisenpimmel die Satire noch mal wesentlich besser ab als diesen furchtbaren Kassierern und das hier ist so herrlich überdreht Petry-esk, dass es einen komplett anspringt. So sehr ich auch die Funpunk- und Prolo-Fraktion verachte, das ist einfach großartig. 

Raphael:

"Wir haben es hier mit dem klügsten dummen Text zu tun. Ein Meisterwerk der Satire. So gut, dass es wehtut. Überall. Eisenpimmel nehmen den Spaß so ernst, dass man manchmal genau hinschauen muss, wie spaßig dieser Ernst ist. Es ist großartig und sehr anstrengend."

Ernte 77 – Faszination Hubschrauber:

Raphael:

"Die selbsternannten Toten Hosen des Punk Rock sind seit einiger Zeit eine meiner Lieblingsbands mit ihren schnellen und eingängigen Riffs und den teils dödeligen und teils klugen Texten. Das 2024 veröffentlichte Album „Gruß aus der Küche“ ist eine Sammlung von 19 Hits; einer schöner als der andere. Als Höhepunkte möchte ich erwähnen „Das Konzept Deutschland ist mir zuwider“, „Landungsbrücken rein“, „Kostenfalle Ballern“, und natürlich die Ode an die Fortbewegung in der Luft „Faszination Hubschrauber“."

Philipp: 

"Wie konnte diese Band an mir riesengroßem Supernichts-Fan vorbei laufen? Abgedrehter melodischer Punk eindeutig Kölscher Ausprägung, gespickt mit Referenzen (allein die Doppelreferenz bei "Und ich weiß nicht genau...") über die wirklich wichtigen Themen des Lebens (siehe Titel)."

Gregor:

Alter. Scheisse, ist das geil. Ein Song als Liebeserklärung an Hubschrauber. "Ich weiß nicht genau wie das physikalisch funktioniert" "Aaaaaaaaaaaaaaaaaaah, HubschrauBÄR!". Ich kann mir jetzt schon vorstellen bei einem Live-Auftritt vor der Bühne zu stehen und genau nach diesem Song zu rufen. Okay, gegen Ende, also die letzten paar Sekunden wird es schon etwas merkwürdig, aber ansonsten finde ich es großartig. Nicht semi-ironisch, nicht dumm-lustig sondern einfach awkward. Das beweist mal wieder dass ein Punkrocksong über so gut wie alles geschrieben werden kann. Ich feier es.

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FROM FIRST TO LAST: Motörhead

Wieder mal so eine Band die zig Alben veröffentlicht hat und bei welcher es interessant wäre, sich die komplette DIscography reinzuziehen. Allerdings fehlt dafür einfach die Zeit. Daher....

das erste Album ist

Motörhead (1977)

Veröffentlicht im Jahre 1977 ist "Motörhead" nicht das erste Album von Motörhead. Eigentlich war es "On Parole" von 1975, das allerdings erst im Jahre 1979 von United Artists veröffentlicht. Es gab nämlich so einige Probleme mit dem Label als auch eine Entlassung der Band...und so wurde das erste offiziell veröffentlichte Album auf Chiswick Records rausgebracht.

Was man heutzutage vielleicht als "Joa, ist halt Motörhead" bezeichnen könnte, war damals noch gar nicht gang und gäbe und definitiv etwas neues. Obwohl das Album irgendwie als "Heavy Metal" kategorisiert wird ist es für mich in erster Linie ein uneheliches Kind von Punkrock und Rock'N'Roll. Genauso schnell, dreckig, "roh" und ziemlich lo-fi. Eine Wall of Sound aus äh unglaublicher


Schnelligkeit (die natürlich irgendwann übertroffen wurde) trifft auf Lemmy Kilmisters Whiskey/Zigaretten-Stimme. Eddie Clarke an der Gitarre. Phil Taylor am Schlagzeug. 

Klingt für mich stellenweise irgendwie psychedelisch (wenn ich daran zurückdenke, dass Lemmy mal bei Hawkwind gesungen hat), zum Beispiel bei "Iron Horse"/"Born to Lose". Es gibt einen Song hierauf, der "Motörhead" heißt. Von einer Band namens Motörhead auf einem Album namens "Motörhead". Wenn man da nicht bei Black Sabbath abgekupfert hat. Der Beste Song hier ist definitiv "White Line Fever". Klingt für mich am ehesten nach Heavy Psych. Es ist euch offengelassen, um welche weißen Linien es hier geht. Aber ich glaube, das könnt ihr euch schon denken. 

Meiner Meinung nach nach ein gutes Album, vor allem wegen seiner Lo-Fi-ness, dem Gefühl dass alles irgendwie nach dem ersten Take aufgenommen wurde oder an einem Tag. Tatsächlich waren es einige wenige Tage. Allerdings ist es, trotzdem nicht das beste was Motörhead jemals gemacht haben. Es geht definitiv noch besser. 

7/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: White Line Fever, The Watcher, The Train Kept A-Rollin'




und nun sind wir beim 23. und somit letzten Studioalbum angekommen. Es heißt

Bad Magic (2015)

Ich könnte jetzt so schlechte Witze machen und sagen "Ha, kaum habe ich es angemacht, klingt es nach Motörhead". Aber ich mache das nicht. Auch die Behauptung "Das ist zwar ihr letztes Album, könnte aber gleichzeitig das erste sein" stimmt nicht. "Bad Magic" klingt definitiv nicht wie "Motörhead" sondern zeigt 40 Jahre Bandentwicklung. Ob es einem gefällt oder nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Auf "Bad Magic" ist nichts mehr von irgendeinem "Heavy Psych" oder "Space Rock"-Einfluß zu hören. Stattdessen genau das, wofür die Band berühmt wurde. Heavy Rock'N'Roll mit hier und da

eingestreuten Soli, einer noch mehr nach Whiskey und Zigarette klingenden Stimme von Lemmy Kilmister, Schlagzeugspiel von Mikkey Dee und ein gewisser Phil Campbell an der Gitarre (seit 1983). Die Besetzung ist also eine (bis auf Lemmy) komplett andere. Das liegt aber nicht daran, dass Lemmy für jedes Album alles ausgetauscht hat - es hat sich alles, meines Wissens nach, organisch entwickelt.

Jedenfalls ist das hier schon ein geiles Stück Musik. Allerdings muss man dabei beachten, dass trotz der Tatsache dass irgendwelche Hater behaupten es würde hier "alles gleich" klingen, man tatsächlich einer gewissen Formel treu bleibt. Songs die um die drei Minuten lang sind, rauer Gesang, schnelle Riffs, donnerndes Schlagzeugspiel und Texte über...naja die Titel sind selbst erklärend: Victory or Die, Shoot Out All Your Lights, Teach Them How To Bleed. "Don't tell me who I am, I don't give a damn" ("Electricity") heißt es dann zum Beispiel. Und ich mein, es funktioniert. Es ist catchy, man kriegt mich dazu meinen Kopf zu nicken und mit meinem Fuß zu wippen. "Till the End" ist eine großartige, langsame Überraschung. Es ist halt Motörhead. Aber ich werde an der Stelle beichten und sagen, dass es wahrscheinlich nicht mein Lieblingsalbum ist. Da ist mir doch zu viel Formel dahinter. Höchstwahrscheinlich liegen die wahren Perlen irgendwo zwischen "Motörhead" und "Bad Magic". (Zum Beispiel "Orgasmatron"!).

Anspieltipps: Till the End, Electricity, Sympathy for the Devil (Rolling Stones)
7/10 Pfandflaschen


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Ulver Discography: A Quick Fix Of Melancholy EP (2003)

Rausgekommen zwischen dem Soundtrack zu "Lyckantropen" und dem Soundtrack zu "Svidd Neger". Das nächste "richtige" Album, was danach kommt ist "Blood Inside". 

Lange Rede, kurzer Sinn: Vier Songs. "Little Blue Bird", "Doom Sticks", "Vowels", "Eitttlane". Definitiv eine andere Richtung als die EPs davor. Es ist nicht nur Ambient sondern gleichzeitig auch irgendwie Neo-Klassik. Jedenfalls singt Kristofer Rygg hier auf eine opernhafte Art und Weise. Ich

glaube, dass dazu aber auch noch entsprechender Gesang gesamplet wurde, finde allerdings keinerlei Angaben dazu.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, wie genau ich dieses Album in meinem Kopf einordnen sollte. Es ist nicht tanzbar, es ist nicht "schwer" oder "verstörend". Im Grunde genommen ein durchaus seichtes Werk, dass nach einer experimentellen Opfer klingt.

Irgendwie erinnert mich das Ganze entweder an Enya oder an Lingua Ignota plus irgendwas anderes, was ich jetzt gerade nicht kategorisieren kann. Mir gefällt es aber und zeigt mir mal wieder dass Ulver irgendwie nichts wirklich falsch machen können.

Anspieltipps: Alles.
8/10 Pfandflaschen




Mittwoch, 9. September 2026

Film der Woche#695: Eliminators (1986)

Ich habe mal wieder keinen blassen Schimmer, wie ich auf diesen Film gekommen bin. Wahrscheinlich war es irgendein Instagram-Post der irgendwelche trashigen Filme behandelt hat, oder so. Jedenfalls war das hier eine sehr sehr wilde Fahrt und ich habe jede Minute davon genossen.

"Eliminators" erzählt die Geschichte eines "Mandroiden" (also eines Cyborgs), der später immer nur John (Patrick Reynolds) genannt wird. Dieser war einst ein Flugzeugpilot, der irgendwo in Südamerika eine Bruchlandung erlitten hat - und diese nicht überlebt hat. Ein machthungriger Wissenschaftler namens Abbott Reeves (Roy Dotrice) hat seinen Körper aufgegriffen und aus ihn einen Cyborg gemacht

- der für ihn in einer neuartigen Zeitmaschine durch die Zeit reist und äh Artefakte stiehlt. Zu Beginn des Films ist er im Antiken Rom und kämpft dort gegen römische Soldaten. Nach seiner letzten Mission scheint seine Aufgabe erfüllt zu sein und Reeves befiehlt seinem untergebenen Dr. Takada (Tad Horino) den Mandroid auseinander zu bauen und somit "einzuschläfern". Takada hat ein schlechtes Gewissen und hilft ihm, zu fliehen. Bei der Flucht wird Takada von Reeves Schergen erschossen. Der Mandroid kommt in den USA an um dort Hilfe von Colonel Nora Hunter (Denise Crosby) zu suchen. Hunter erkennt, dass John eigentlich tot ist und dass sich in ihm drin Technik befindet, die sie entwickelt hat und die von Reeves gestohlen wurde. Nach einigem hin und her, beschließen sie gemeinsam zurück nach Südamerika zu reisen um dort Reeves in seiner Festung zu stellen (und vllt. auch zu töten). Kaum angekommen, heißt es dass sie eine Art Reiseführer brauchen. Diesen finden sie in der Gestalt von Harry Fontana (Andrew Prine), einen Abenteurer und Bootsbesitzer. Begleitet werde sie übrigens von Noras intelligenten fliegenden kleinen Roboter und achja sie treffen auch auf Dr. Takadas Sohn Kuji (Conan Lee), der ein Ninja ist.

Um Harry Fontana indirekt zu zitieren: "Was ist das hier? Ein Comic? Wir haben hier Roboter, Neandertaler...Ninjas". Es ist ein Bisschen wie "Fast and Furious". Ein Kind hätte sich das ausdenken können. Bloß, dass eine klitzekleine ernsthafte Note dabei ist. Der gecrashte Pilot, der tot war und sich an seine Frau und Kind erinnern kann und weiß dass er so nicht weiter leben darf und am liebsten sterben würde. Ansonsten ist das eine Mischung aus "Romancing The Stone" (diesem einen Indiana Jones Ripoff) und äh...Terminator. Schließlich geht es um ein Abenteuer mit Hüten und Booten und äh auch um Zeitreisen und Cyborgs. Dabei will ein Bösewicht tatsächlich in der Zeit zurück reisen und den Lauf der Geschichte beeinflussen. Er will sich zum Cäsar machen. Es scheint fast so als hätte man sich die Story am laufenden Band ausgedacht - wäre da nicht irgendein Budget und eine gewisse Vorplanung nötig gewesen. Man ist in Mexico unterwegs, fährt Boot, lernt einen Neandertaler-Stamm kennen der durch eine Zeitreise hier gelandet ist. Es gibt einen piependen fliegenden kleinen Roboter und einen draufgängerischen, schmierigen Typen der das Herz am rechten Fleck hat. Also quasi wie Indiana Jones, Star Wars, Terminator und irgendwelche Kung Fu Filme in einem. Gegen Ende wird die Handlung noch absurder, aber ich spoiler mal lieber nicht. Jedenfalls ist das hier absolut großartige, völlig meschuggene Unterhaltung, die (größtenteils) harmloser nicht sein könnte. Ich will nicht mal sagen, dass der Film so schlecht ist, dass er wieder gut ist. Ich habe mich köstlichst amüsiert.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 8. September 2026

Comic Book Review#693: Batman: A Death In The Family (2011)

Wieder mal eine Leihgabe von Kollegen M. Vielen Dank dafür. Es handelt sich um ein 2011 erschienenes Sammelband, welches die Ausgaben 426-429 als auch 440-442 von "Batman" als auch 60-61 von "The New Titans" beinhaltet. Dabei geht es um zwei Storylines: "A Death In The Family" und "A Lonely Place Of Dying". 

Den Anfang macht "A Death In The Family": Nachdem Dick Grayson nicht mehr Robin ist und die Identität von Nightwing angenommen hat, wurde das Waisenkind Jason Todd was einst von Batman beim versuchten Diebstahl der Reifen des Batmobils gestört wurde, selbst zu Robin. Der Junge hatte ein ähnliches Schicksal wie Dick Grayson. Beide Elternteile tot, allerdings nicht bei einem Anschlag. So musste er in einem verlassenen Haus wohnen und irgendwie überleben. Nachdem Bruce Wayne ihn

dann offiziell adoptiert hat, dauerte es nicht lange bis er mit zunehmenden Alter irgendwann zu Batmans Partner wurde. Allerdings ist er von seiner Art wesentlich anders als Dick Grayson gewesen. Jason Todd war sehr rebellisch und ungehorsam. Das kriegen wir bereits zu Beginn der Story mit, als er beinahe eine gemeinsame Operation mit der Polizei vereitelt. Batman/Bruce Wayne ist definitiv sauer. Jason geht daraufhin in seine alte Nachbarschaft und kriegt von einer ehemaligen Nachbarin lauter Sachen von seinem verstorbenen Vater überreicht. Dabei findet er raus, dass die Frau die sein Leben lang seine Mutter war, tatsächlich nicht mit ihm verwandt war. Der Name der leiblichen Mutter beginnt mit S. So recherchiert Jason im Adressbuch seines Vaters und findet drei Frauen, die inzwischen in Libanon und Äthiopien leben. Er begibt sich auf die Suche, ganz allein, unabhängig von Batman. Letztgenannter folgt allerdings ebenfalls dort hin - nämlich der Spur des Jokers. Der weißhäutige Schurke ist wieder mal aus dem Arkham Asylum ausgebrochen und plant eine überaus tödliche, nicht registrierte Waffe an eine bestimmte Miliz zu verkaufen (der Name beginnt mit H). So treffen Bruce/Batman und Jason/Robin im Nahen Osten aufeinander und arbeiten wieder zusammen um einerseits den Joker als auch Jasons Mutter zu finden. Es könnte eine israelische Agentin sein oder eine Assassinin oder eine Frau die für ein Hilfswerk der UN in Äthiopien arbeitet. Es kommt, wie es kommen muss. In Äthiopien wird Jason von Joker umgebracht - was übrigens das Ergebnis eines Televotings der Leser von DC gewesen ist. Sie haben per Telefon abgestimmt ob der Junge leben darf oder sterben muss. Scheinbar konnte ihn keiner leiden. Jedenfalls ist das Alternativende zur Storyline hier auch dabei.

In "A Lonely Place Of Dying", die nicht direkt im Anschluss spielt geht es um den direkten Nachfolger von Jason. Ein Junge namens Tim Drake, der einst selbst Zeuge wurde wie Dick Graysons Eltern im Zirkus gestorben sind ist etwas auf der Spur. Der junge Hobbydetektiv (dessen Eltern übrigens Leben) ist der Meinung dass Batman in letzter Zeit wesentlich aggressiver und gewalttätiger auftritt. Er hat eins und eins zusammen gezählt und weiß nun dass Bruce Wayne Batman ist und Dick Grayson Robin war. Da zwischenzeitlich ein neuer Robin (Jason Todd, der damals von Bruce Wayne adoptiert wurde) auf- und wieder abgetaucht ist - Jason Todd offiziell als tot gilt und Batman nun wieder alleine ist, macht die Gleichung für ihn noch mehr Sinn. Tim sucht nach Dick Grayson um ihm mitzuteilen, dass er Batman helfen soll wieder auf die Beine zu kommen. Dieser braucht seiner Meinung nach unbedingt einen Robin um seine menschliche Seite zu bewahren. Dick selbst ist wieder in Sachen Zirkus unterwegs. Irgendjemand versucht nämlich den alten Haley Zirkus von innen zu sabotieren. Also versucht er rauszufinden, wer es denn ist. Batman hingegen versucht Two-Face aus der Reserve zu locken, der offenbar einen weiteren Anschlag oder irgendwas anderes plant.

Zwei Geschichten, die es wahrlich in sich haben. Zunächst mal geht es um Verlust. Jason hat nie seine richtige Mutter kennen gelernt und ist auf der Suche nach ihr bzw. seinen Wurzeln. Er hofft sehr, sie zu finden und endlich Frieden mit sich selbst zu schließen. Bruce ist zwar besorgt, doch kann sein Vorhaben nachvollziehen - auch wenn er über den Alleingang durchaus leicht verärgert ist. Es geht auch um Bruces Verlust. Er kann mit dem Tod Jasons wirklich sehr schlecht umgehen und wird zunehmend aggressiver und skrupelloser. Es ist seine, schlechte, Art Dinge zu verarbeiten. Weiterhin geht es um die Frage "Braucht Batman wirklich unbedingt einen Robin?" bzw. "Ist ein weiterer junger Sidekick an seiner Seite tatsächlich die beste Art einen solch schweren Verlust zu verarbeiten?". Dabei fungiert Tim Drake als eine Art Chance, alles wieder gut zu machen. Der Junge möchte, tief im Innern, selbst Robin sein - Bruce realisiert aber irgendwann dass er durch das "Engagement" von Kindern als "Soldaten" einen erheblichen Fehler gemacht hat. Er hat die Leben von Dick und Jason gefährdet. Dazu kommt noch der Joker als Diplomat der Islamischen Republik Iran, der unantastbar ist und niemals bestraft werden kann. Hilflosigkeit macht sich breit, die dann in Aggression mündet. Eine zutiefst traurige Geschichte, die jedoch ein Licht am Ende des Tunnels zeigt. Geschrieben von Jim Starlin und Marv Wolfman, gezeichnet von George Peréz, Jim Aparo und Tom Grummett.

9/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von Captain Away: