Montag, 14. September 2026

Album der Woche#698: Grinderman - s/t (2007)

Das erste Mal von diesem Album habe ich vor knapp 20 Jahren gelesen. Irgendwo in einer Rubrik der Zeitschrift VISIONS, natürlich. Allerdings war ich nie ein großer Fan von Nick Cave & The Bad Seeds geschweige denn seines generellen Schaffens. Irgendwann hat dieses eine Album von seiner ursprünglichen Band The Birthday Party hierhin geschafft, aber das war's auch schon. Mein Interesse wurde durch die Serie "True Detective" (mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson) geweckt.
Im Abspann der Folge "Who Goes There?" lief nämlich das Lied "Honey Bee (Let's Fly To Mars). Das war so dreckig und gemein, dass es mir sofort gefallen hat und ich mehr davon hören wollte.

Das Albumcover passt zum Sound. Ein neongrün beleuchteter Affe und darüber eine Schrift wie auf einem Neonröhren-Schild dass über den Eingang einer hässlichen, dreckigen, versifften Kneipe hängt. Das sieht fast schon danach aus als würde es in dieser Kneipe richtig apeshit (zu Deutsch "affenscheiße") zugehen. Was dann auch tatsächlich danach klingt. Grinderman haben sich ihren Namen sehr passend ausgewählt. Die Band besteht aus Nick Cave, Warren Ellis, Martin Casey und Jim Sclavunos. Die drei Letzgenannten sind gleichzeitig auch Mitglieder der "The Bad Seeds". Doch zurück zum Album. 

Ursprünglich waren Grinderman als ein Projekt gedacht um den "Gewicht der The Bad Sees zu entfliehen". In anderen Worten: um mal etwas anderes zu machen, sich zurück zu seinen musikalischen Wurzeln zu begeben und naja, endlich mal wieder ordentlich dreckige Musik zu machen. Fachmenschen nennen das "Garagenrock", "Punk Blues" oder irgendwas mit Psychedelic. Fest steht: der Nick Cave'sche Charme eines traurig klingenden Barden fehlt nicht. Er wird allerdings in etwas anderes umgewandelt. Und zwar in den Gesang eines Leadsänger einer Band die in einer Kneipe auftritt, die hinter einem Gitter spielen muss, weil lauter Flaschen von irgendwelchen besoffenen Bikern geworfen werden. Nicht, weil sie schlecht sind - sondern weil das Publikum irgendwie aggressiv ist. So klingt auch Grinderman, jedoch eher auf die passiv-aggressive Weise. Bis auf "When My Love Comes Down", da wird es fast schon melancholisch. 

Ich glaube, ich habe so ziemlich alles gesagt, was mir dazu eingefallen ist. Es ist ein wahrlich großartiges, und ich sag's noch mal, unfassbar dreckiges Album. Danke sehr.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: No Pussy Blues, When My Love Comes Down, Honey Bee (Let's Fly To Mars)


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