Donnerstag, 26. Februar 2026

Film der Woche#671: Hardcore Henry (2015)

In Deutschland bekannt als "Hardcore". Ich habe vor Ewigkeiten mal einen Ausschnitt des Films gesehen. Darin war ein sichtlich verwahrloster Mann in einer russischen Straßenbahn zu sehen, der aus dem Fenster einen anderen Mann anschreit. Der andere hatte einen silbernen Ganzkörperanzug an. Der erste schrie "GEILE JACKE! WO HASTE DIE HER?" - der andere eröffnete daraufhin das Feuer mit einem Flammenwerfer. Diese Szene fand ich so großartig und so lustig, dass ich irgendwann rausgefunden habe, wie der Film nun heißt. Es dauerte aber erstaunlich lange, bis ich ihn tatsächlich gesehen habe. Und nun sind wir hier.


Zu Beginn lernen wir Henry (verschiedene Darsteller, u.a. Regisseur Ilya Nayshuller) kennen. Er erwacht in einem Labor in einem Luftschiff. Die Frau die ihn erweckt stellt sich als Estelle (Haley Bennett) vor. Henry hat Amnesie und weiß nicht wirklich wer er ist. Bei einem Unfall wurde sein Arm und sein Bein abgerissen. Er ist nun ein Cyborg mit künstlichen Gliedmaßen. Estelle erklärt ihn, dass sie tatsächlich seine Frau ist und ihn liebt. Da Henry nicht sprechen kann, kommuniziert er mit Kopfnicken und Kopfschütteln. Kurze Zeit später, während eines weiteren "Anpassungsprozesses" wird das Labor von bewaffneten Männern angegriffen. Der Anführer der Männer, eine Art Raiden auf Temu bestellt, ein Typ namens Akan (Danila Koslowski) hat übersinnliche, fast schon Darth-Vader'sche Fähigkeiten. Er kann Menschen levitieren lassen. Estelle und Henry können fliehen, landen allerdings unsanft mit ihren Rettungskapsel in Moskau. Ganz genau, das Ganze spielt in Russland. Es beginnt eine weitere Flucht von Akans Männern, bei welcher Estelle entführt wird. Im weiteren Verlauf des Films lernt Henry einen Typen namens Jimmy (Sharlto Copley aus "District 9") kennen. Dieser hat eine Rechnung offen mit Akan und will Henry unbedingt helfen.

Was ich bis jetzt nicht erwähnt habe: "Hardcore Henry" spielt die ganze Zeit über in der Ego-Shooter-Perspektive. Der Film ist vollgeballert bis zum geht nicht mehr mit Action. Das heißt: Parcour, Explosionen, Nacktheit, abgetrennte Gliedmaßen, Explosionen, Geballer, schnelle Autofahrten. Im Grunde genommen ist es eine Videospielverfilmung ohne eine zu sein. Also, ein Videospiel-Film. Im Prinzip. Es ist sicher, dass der Film niemals einen Oscar gewonnen hat. Niemals. Aber er macht so unfassbar viel Spaß. Vor allem weil er so vorhersehbar und so hohl ist. Es ist wirklich unfassbar lustig. Und ja, es könnte einen durchaus schwindelig werden wenn man alles in der 1st-Person-Perspective sieht. Aber ich finde, es war gut auszuhalten. Ich hatte wirklich großen Spaß.

7/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 24. Februar 2026

Comic Book Review#669: Suicide Squad#1 (1987)

Wieder mal die obligatorische Frage: Wie zur Hölle bin ich auf diesen Comic gekommen? Nun, eigentlich wollte ich die Ausgabe#2 reviewen, weil das Cover dazu mir auf Instagram ins Auge gestoßen ist. Doch dann dachte ich mir, dass es doch viel besser wäre ganz am Anfang zu starten. Im Jahre 1987. Die erste Suicide Squad Comicreihe startet - und ist anders aber doch nicht so viel anders wie ihre späteren Inkarnationen.


Es fängt an an einem Flughafen in den USA. Mehrere Terroristen mit Superkräften (unter anderem, eine Art Ginn) greifen an. Sie bewegen sich durch Portale und greifen am Ende die Air Force One an - das Flugzeug des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Es stellt sich allerdings heraus, dass das Ganze eine Machtdemonstration war. Es war echt. Menschen im Flughafen sind gestorben und wurden verletzt, nur damit der Präsident von dem (fiktiven) Land Qurac dargeboten bekommt was die von ihm beauftragte Truppe so alles kann. Der Flughafen war eine Attrappe, die einem US-Flughafen ähneln sollte. Als nächtes befinden wir uns im Belle Reve Gefängnis in den USA. Dort wird grade die Suicide Squad wegen der grade eben beschriebenen Situation gebrieft. Amanda Waller, Chefin der Regierungsorganisation ARGUS leitet das Ganze. Bei der "Suicide Squad" handelt es sich um eine Ansammlung von Bösewichten, die im Gefängnis einsitzen. Sie sollen bei geheimen Missionen eingesetzt werden - im Gegenzug bekommen eine Strafminderung. Dabei werden ihnen Armbänder mit Bomben umgeschnallt, die explodieren falls sie sich zu weit von ihrem Team entfernen. Ihre nächste Aufgabe ist es, nach Qurac zu reisen um dort die operative Basis von "Jihad" (des oben erwähnen Terroristenteams) zu infiltrieren und alles zu zerstören. Schließlich hat man nun anhand von Videobeweisen mitbekommen zu was "Jihad" in der Lage ist. Und bevor sie tatsächlich einen US-Flughafen angreifen und es zu spät ist, muss man nun intervenieren. Doch alles muss geheim bleiben - denn falls was schief gehen sollte, kann man die Suicide Squad immer noch liquidieren. Die Mitglieder die in der ersten Ausgabe dabei sind: Captain Boomerang, Enchantress, Colonel Rick Flag, Deadshot, Bronze Tiger und Nightshade.

Es ist eine typische Story für Suicide Squad. Ein Bedrohungsszenario wird vorgestellt, mitsamt neuer Schurken. Daraufhin wird ein Team gebrieft, welches alles andere als nett und freundlich ist weil es eben aus Bösewichten besteht. Dann wird das besagte Team auf eine Mission geschickt. Was auch typisch ist: Neckereien untereinander. Beziehungsweise eigentlich ist Captain Boomerang der einzige ekelhafte Typ der ständig am stänkern und nerven ist - und später mehr als angenervt als man ihn damit konfrontiert. Die Zeichnungen sind typisch für diese Zeit. Realistisch, aber nicht zu sehr. Natürlich passiert alles entweder mit Einbezug eines fiktiven islamischen Landes oder in einem fiktiven islamischen Land, dass eine Bedrohung für die USA darstellt. Mir hat gefallen, wie auf den ersten Seiten die Namen der Zeichner und Autoren "eingeblendet" werden, wie in einem Film. Alles in allem ist es eine durchschnittliche Durchschnittsgeschichte, die ich nicht weiter verfolgen werde. Mag sein, dass es damals ziemlich neu war. Wobei selbst das nicht ganz stimmt, schließlich wurde "Suicide Squad" von "The Dirty Dozen" und der Serie "Mission: Impossible" inspiriert. Anyways: Ist okay. Aber mehr auch nicht.

6/10 Pfandflaschen
Made by: John Ostrander, Luke McDonnell
Hier ein Video von The Comic Archivist dazu:


Montag, 23. Februar 2026

Album der Woche#673: Anouk - Urban Solitude (1999)

Ich weiß nicht mehr genau, wann es war. Wahrscheinlich Anfang der 2000er Jahre. Ich saß bei meinen Großeltern im Wohnzimmer und es lief entweder MTV oder irgendein russischer Sender, der zur Überbrückung der Zeit zwischen zwei Sendungen Musikvideos gesendet hat. Auf einmal lief "The Dark" von Anouk. Ich war fasziniert von der Machart und von den merkwürdigen Figuren. Die Musik fand ich auch irgendwie cool. Seitdem lebt dieses Video irgendwo in meinem Hinterstübchen.


"Urban Solitude" ist das zweite Album von Anouk Schemmekes, die sich in der Musikwelt lediglich Anouk nennt. Sie ist eine niederländische Pop/Rock-Sängerin, die ganz viel Einflüsse aus Soul, Blues und R&B gesammelt hat, als auch zeitgenössischer Musik wie Alternative Rock oder Hip-Hop. Am Ehesten würde ich den Sound den ich hier zu hören kriege beschreiben als eine Mischung zwischen Guano Apes und Alanis Morisette. 

Anouk schafft es nämlich sowohl verträumt und (ha witziges Wort) melancholisch zu klingen als auch tough. Zumindest so tough, wie das ihr die poppige Schablone irgendwo möglich macht. Denn sie ist zwar eine Singer/Songwriterin, allerdings trotzdem eine Sängerin die im Pop-Mainstream bis zu den Hüften steht. Sprich jemand der poppige Musik macht, aber sie gleichzeitig selbst schreibt. So kann es nicht sein, dass diese Songs irgendwie eine besonders harte Kante haben. Aber stattdessen sind sie ehrlich, ohne besonders viel Schmalz. Es gibt schmissige Gitarren-Riffs zu hören, wirklich sehr schönen unaufgesetzten Gesang und tatsächlich sowas wie einen Rap-Part. Ich finds witzig, wie sie aus dem nichts "Do you think I'm blind, sucka!?" sagt. Man könnte es Alternative Pop oder Pop Alternative nennen. Wie auch immer. Jedenfalls habe ich es nicht bereut, mir das ganze Album reinzuziehen. Auch wenn sie wahrscheinlich live nicht angucken würde. Trotzdem: Großartiges Album. Achja: Es gibt ein Tribute an Tom Waits. Der Song heißt einfach "Tom Waits"

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Dark, Don't, R U Kidding Me