Dienstag, 26. Mai 2026

Comic Book Review#677: Godzilla vs. X-Men (2025)

Um die Worte von DJ Khaled zu zitieren: "Another one."

Diesmal befinden wir uns, den Anschein nach, in den 1990ern. Zumindest sind die hiesigen Versionen der X-Men so gekleidet als würden sie der 1992er Zeichentrickserie entstammen. Der erste Schauplatz der Story ist die Küste von Japan. Godzilla greift den Hafen des technologischen Unternehmens "Tsugunai Robotics" an. Die ganze Situation wird vom Mutanten Shiro beobachtet. Der CEO der Firma

nimmt daraufhin, angeleiert durch Shiro, Kontakt zu Professor Charles Xavier von den X-Men auf. Die Mutantengruppe, angeführt von Cyclops, soll sich nun Godzilla vornehmen. Um den "King of the Monsters" angemessen bekämpfen zu können, stiehlt Remy LaBeau aka Gambit den "Super-Adaptoid". Dabei handelt es sich um ein kostüm-ähnliches Konstrukt, das in der Lage ist verschiedene Kräfte zu adaptieren. In Verbindung mit Pym-Partikeln kann es auch auf übermenschliche Größe wachsen. So setzen die X-Men es nach ihrer Ankunft in Japan an. Sie kombinieren darin ihre Superkräfte um gegen Godzilla vorzugehen. Fast schon wie bei einem Kampf a lá "Godzilla vs. Jet Jaguar". Doch Godzilla möchte nicht gegen sie kämpfen. Charles Xavier kann ja Gedanken lesen, doch die Gedanken Godzillas sind voll von Emotionen und nicht Worten. Irgendwas hat "Tsugunai Robotics" was Godzilla erheblich stört. Irgendwas unglaublich gefährliches.

Ohne hier großartig zu spoilern: Es gibt hier ein Comeback von Biollante, Battra und Rodan. Auf einem Haufen. Wie und warum genau, lasse ich an der Stelle mal offen. Es läuft alles nach einer alten Formel. Die Superhelden tauchen auf, um gegen Godzilla zu kämpfen. Doch es stellt sich heraus, dass er eigentlich nicht ihr Feind und die Sache etwas komplizierter ist. Ich muss sagen, an einem Punkt fand ich die Story überraschend gut. Ich hätte mir allerdings denken können, dass Xavier versuchen wird, Godzillas Gedanken zu lesen. Anyways: Die Story ist alles andere als schlecht, jedoch durchaus vorhersehbar. Es ist klar, dass die X-Men nicht wirklich gegen Godzilla kämpfen werden sondern gegen einen gemeinsamen Feind. Ich fänds ehrlich gesagt nicht schlecht, wenn es von vornherein so gewesen wäre - dann hätte man nicht diesen dummen "Achja, wusst ich's doch"-Moment. Und es wäre ein Ticken frischer gewesen. Es hat mir trotzdem Spaß gemacht.

7/10 Pfandflaschen
Made by: Fabian Nicieza, Emilio Laiso
Hier ein Video von NotifrikiTV:


Montag, 25. Mai 2026

Album der Woche#681: Isengard - Høstmørke (1995)

Wieder mal ein Album von einer Band/einem Projekt, dass ich schon länger reviewen wollte. Und hier ist es: "Høstmørke" von Isengard, den Ein-Mann-Projekt von Fenriz (auch bekannt als der ehemalige Schreihals und immer noch Schlagzeuger von Darkthrone). Erstes Album des Projekts nach den drei Demos "Spectres over Gorgoroth", "Horizons" und "Vanderen" die gemeinsam als Compilation "Vinterskugge" 1994 erschienen sind. 

Während Fenrizs Hauptband damals eher bekannt war für "Äääääähhrrrrrrrkkkk Äääääääääääääääährk" und Garagenqualität ihrer Songs (vor allem auf "A Blaze In A Northern Sky") ist Isengard (selbstverständlich nach der Festung in "Der Herr der Ringe" benannt) bekannt für die Garagenqualität der Songs allerdings mit einem "LALALALALALALALLALALLALALA HEY!". Was für ein Satz. Oh und es kommt auch ein "Tüdüdüdüdüdüdüdüüüüüü" dazu - auf dem Song "I Ei Gran Borti Nordre Asen". Der Großteil des Albums ist auf Norwegisch gehalten und bewegt sich irgendwo in Richtung Folk Metal. Es ist im Grunde genommen Musik um an einem nicht allzu heißen Tag irgendwo im Wald zu wandern und die Natur zu genießen. Bis auf die letzten beiden Songs "Thornspawn Chalice" und "Total Death", die schon eher wie Darkthrone klingen. Und zwar richtig richtig dreckiger Darkthrone. Ich verstehe kein Norwegisch aber ich weiß inzwischen dass "I Kamp Med Hvitekrist" "Im Kampf mit Christus" bedeutet. "Høstmørke" heißt sowas wie "herbstliche Dunkelheit". Es sind auch zwei Gastsänger zu hören. Nämlich Aldrahn und Vicotnik von Dødheimsgard.


Ich muss zugeben, es hat sich beim ersten Hören wirklich sehr ungewöhnlich angefühlt. Kann auch irgendwo Fenriz' Meinung nachvollziehen, dass er nicht verstehen kann wieso so viele Leute dieses Projekt gemocht haben. Es ist schon sehr anders als Darkthrone und könnte definitiv vorm Kopf stoßen. Allerdings war es genau das, was ich gebraucht habe. Ich wusste nicht so recht, was mich erwartet. Was ich dann bekommen habe, waren nordisch-romantisch anmutenden Klänge, klassischer Black Metal als auch cleaner Gesang. Gesang, den ich eher von einer dieser typischen Viking Metal Bands erwartet hätte, die plötzlich einen auf akustisch machen. Das bedeutet nicht, dass ich ihn nicht gemocht habe. Es war nur sehr viel anders. Doch nach mehrmaligen Hören hat mich dieses Album wirklich abgeholt. Grandioser Soundtrack für die Zeit von 5:15-5:35 bzw. den Weg zur Arbeit. Oder für irgendein Rollenspiel. 

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Thornspawn Chalice, Neslepaks, I Kamp Med Hvitekrist, Total Death


Donnerstag, 21. Mai 2026

My Favorite TV-Show: Superman and Lois

Ich habe mir geschworen, dieses riesige (oder doch nicht so riesige) Arrowverse hinter mir zu lassen. Tatsächlich habe ich mir beinahe jede Serie gegeben. Bis auf den Großteil der Webseries und der neueste Serie "Naomi", die erst vor paar Jahren erschienen ist und nicht fortgesetzt wurde. Das hier ist sozusagen der Abschied vom Arrowverse - für mich.

"Superman and Lois" spielt auf den ersten Blick auf der gleichen Erde wie die ganzen anderen Arrowverse-Serien (The Flash, Arrow, Supergirl etc.) - also, nachdem  alle möglichen Parallelwelten zu einer einzigen Erde zusammengeschmolzen sind, im Event "Crisis on Infinite Earths". Spätestens in der dritten Staffel wird es allerdings klar, dass dem nicht so ist. Allerspätestens. Es müsste eigentlich zu Beginn einleuchten, dass es eine andere Welt ist. Das Fernsehbild ist im anderen Format, andere Farben sind hervorgehoben und es gibt weniger, weit weniger Superheldenpathos zu sehen als in den anderen

Serien. 

Zu Beginn der Serie stellen wir folgendes fest: Clark Kent aka Superman (Tyler Hoechlin) und Lois Lane (Elizabeth Tulloch) sind immer noch verheiratet und haben inzwischen zwei Söhne im Teenageralter. Jonathan (gespielt zuerst von Jordan Elsass und dann von Michael Bishop) und Jordan (Alex Garfin) sind sehr unterschiedliche Typen. Während Jonathan der typische beliebte Schüler zu sein scheint, der auf Football steht ist Jordan der zurückgezogene Junge mit sozialen Ängsten. Beide wissen nicht, dass ihr Vater Superman ist. Gemeinsam zieht die Familie nach Smallville, der irdischen Heimat ihres Vaters. Dort trifft man auf alte bekannte, wie die einstige Liebschaft Clarks Lana Lang (Emmanuelle Chriqui) und ihren Ehemann Kyle Cushing (Erik Valdez) als auch deren Tochter Sarah (Inde Navarette) in die sich Jordan verknallt. Es geht viel um die Bindung zwischen Vater und Söhnen. Vor allem nachdem sie rausfinden, dass er Superman ist was zuerst ihr Vertrauen in ihn auf die Probe stellt. Weiterhin geht es um verschiedene Intrigen die von einem scheinbar typischen schmierigen Multimiliardär/Mogul Morgan Edge ausgehen. Auch Generationenkonflikte spielen eine Rolle als auch die Angst Supermans zu versagen. Familie ist ebenfalls eine der großen Themen, und zwar egal ob mit Blutsverwandtschaft oder nicht. Doch es kommen auch typische Superheldensachen vor: irgendjemand von einer anderen Welt hat es nämlich auf Superman abgesehen und versucht ihn zu schwächen.

Ja, vielleicht. Ja...vielleicht habe ich eine kleine Träne verdrückt als es zu Ende ging. Man wusste, dass es zu Ende geht - unter anderem weil man nicht in den filmischen Neustart des DC Universums reingrätschen wollte. So hat man eine Superhelden/Dramaserie so weiter entwickelt, dass sie sehr menschlich rüberkam. Wir kriegen einen anderen Blick auf den letzten Kryptonier. Er ist nicht nur Superheld oder Journalist sondern auch Ehemann und Vater. Mit der letzten Rolle hat er wirklich zu kämpfen. Es juckt ihn in den Fingern ein Helikopter-Elternteil zu sein und seine beiden Söhne rund um die Uhr zu beschützen. Doch er muss auch einsehen, dass sie ihren eigenen Willen haben. Mir hat es gefallen wie sowohl Jordan als auch Jonathan sich entwickeln. Und Clark ebenfalls. Doch auch Lois ist hier nicht bloß ein Anhängsel. Nicht umsonst heißt die Serie "Superman and Lois", weil sie sich vordergründig um sie beide dreht. Sie ist diejenige die klar machen muss, dass sie sterblich ist während Clark dass nicht sieht oder nicht sehen will. Wir kriegen auch mehr von ihrer "Investigative Journalistin"-Rolle zu sehen und merken, dass sie allerlei Arschlöcher die andere Menschen ausnutzen hinter Gittern sehen will und alles tut, damit das passiert. Wirklich grandiose, super menschliche Serie die ich wirklich sehr sehr genossen habe. Teilweise auf Englisch, teilweise auf Russisch und zuletzt auch in Ukrainischer Synchro. Kann ich nur empfehlen.



Mittwoch, 20. Mai 2026

Film der Woche#678: Enter The Void (2009)

Das ist der erste Film von Gaspar Noé auf diesem Blog und generell der erste Film des Regisseur den ich in meinem Leben je gesehen habe. Angeguckt in einem Durchlauf von 2 Stunden und 40 Minuten. Habe währenddessen gespült, gekocht, Wäsche in die Waschmaschine geschmissen und einfach rumgelegen. Und zum Glück keinen epileptischen Anfall gehabt.

"Enter The Void" spielt in der japanischen Hauptstadt Tokyo. Die beiden Geschwister Oscar (Nathaniel

Brown) und Linda (Paz de la Huerta) wohnen in einem Apartment. Während sie nebenher als Stripperin arbeitet, vercheckt er Drogen (das hat man damals so gesagt, das versteht ihr nicht). Oscar ist fasziniert von Psychedelika und erlebt zu Beginn des Film einen haluzinogenen Trip. Sein Kumpel Victor (Olly Alexander) bittet ihn telefonisch zu einem Deal in der Bar "The Void" zu kommen. Ein anderer Freund namens Alex (Cyril Roy) begleitet ihn. Doch nachdem Oscar die Kneipe betreten hat kommt es zu einem verheerenden Zwischenfall. Der Deal war eine Falle. Die Polizei stürmt in einer Razzia die Kneipe und will Oscar offenbar verhaften. Nachdem dieser sich in einer WC-Kabine verbarrikadiert, scheindroht er eine Pistole zu haben - was dazu führt dass die Cops ihn durch die Tür erschießen. Oscar stirbt an der Schusswunde. Seine Seele wandert im Anschluß sowohl durch die Stadt als auch in Gedanken durch sein ganzes Leben. So erfahren wir dass Linda und er eine sehr innige Beziehung als Kinder hatten. Ihre Eltern starben bei einem Autounfall. Im Anschluß landeten sie in einem Kinderheim und wurden von zwei unterschiedlichen Familien adoptiert und somit getrennt. Allerdings war da dieser eine Schwur den sie beschloßen haben: Immer für einander da sein, niemals getrennt. So versucht Oscars Seele wieder in Lindas Leben zurück zu finden. Bis auf die Erinnerungen Oscars, die aus der "Third Person View" gezeigt werden, kriegen wir alles in der "First Person View" zu sehen. So "blinkt" die Kamera wenn Oscar blinkt usw. usf.

Ich habe schon viel "schlimmes" über Noés Werke gehört. "Enter the Void" ist dabei die elfte Produktion, die nach den skandalträchtigen Filmen "Menschenfeind" und "Irreversible" erschienen ist. Dabei muss ich sagen, dass es hier zwar sehr detaillierte Szenen zu sehen gibt, die allerdings größtenteils wenig mit direkter drastischer/graphischer Gewalt zu tun haben. Das meiste was wir zu sehen kriegen ist die Darstellung von menschlichen Leid und Tragödien. Diese ist allerdings nötig um zu erzählen, wie tief die Beziehung zwischen Oscar und Linda war. Klar, in einem "normalen" Film würde eine kurze Rückblende über den Autounfall reichen. Hier wäre sowas deplatziert. Es braucht die Darstellung des Unfalls um das Leid zu verstehen als auch um zu verstehen wie sehr die beiden Geschwister einander gebraucht haben. Schließlich waren sie komplett alleine auf der Welt. Was mich, wie so oft, stört sind die scheinbar nutzlosen Sexszenen. Aber das ist eine reine Geschmackssache. Ich finde, sie tragen nicht wirklich was zur Handlung bei. Aber: Sei's drum. "Enter the Void" ist sehr intensiv, verursacht eventuell Schwindelgefühle und es ist eine Tatsache dass man kaum die Augen davon abwenden kann. Mit Drogen hat der Film herzlich wenig am Hut. Man vermutet während der Sichtung was das alles bedeuten kann. Ist es wirklich Oscars Seele die herum wandert? Ist das ein heftiger LSD-Trip? Stirbt er tatsächlich oder trippt er nur? Sind das die letzten Minuten seines Lebens in seinem Gehirn? Überzeugt euch doch mal selber. 

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: