CULTHE FEST 2026 am 05.04.2026 in Café Sputnik/Sputnikhalle/Triptychon in Münster
Das Culthe Fest ruft mich seit 2019 (fast) ununterbrochen (glaube ich jedenfalls) zu sich und ich komme. Aber mittlerweile schon nur noch für einen Tag, weil ich mich für mehr weniger imstande fühle. Jedenfalls sind wir diesmal zu spät losgefahren, sodass als ich mich vor das Café Sputnik gestellt habe um TRISTIS zu sehen, ich bestenfalls einige Nacken und lange Haare gesehen habe. Der Laden war so voll, dass sich die Menge bis nach außen gestapelt hat. Sehr schade drum, allerdings bin ich jetzt in Besitz einer Platte, die bald auf diesem Blog ein Review kriegt (oder bereits zu dem Zeitpunkt ein Review schon gekriegt hat, I don't know).
ASHENSPIRE ist ein richtig cooler Name. Leider hat er mir absolut gar nichts gesagt. Was mich dann in der Sputnikhalle erwartet hat war eine eigenartige Mischung aus Saxophonklängen, durchaus verwirrt wirkenden (Sprech)Gesang und irgendwie maschinell, fast schon industrial-esk wirkenden Gitarrenriffs. Was zur gottverdammten Hölle ist das bitte?, fragte ich mich in dem Moment, nur um dann spontan mitzuwippen, mich mitzubewegen und das tatsächlich irgendwie genießen. Geiler Scheiß. Und nun komme ich dazu, zu erklären wie alles musiktechnisch aufgeteilt ist. Im Café Sputnik und in der Sputnikhalle spielen die Meddl-Bands. Oben im Triptychon ist die Kunstausstellung (diesmal leider nix mitgenommen) und eher experimentelle Musik. ISKANDR waren dran mit absolutesten chilligen Ambient. Und mit chillig meine ich nicht entspannt sondern eine Anspielung auf "chilly". Also sehr kühl und als würde man in einer vollkommen verlassenen Gegend sitzen ohne zu wissen, wohin. Ich weiß nicht worauf man sich bei dem Bandnamen bezogen hat, aber "Iskandr" sind auch eine Reihe von russischen Raketen, die manchmal auf die Ukraine regnen. Als wir nach dem Auftritt runtergegangen sind um uns MAUD THE MOTH reinzuziehen, stellten wir wieder fest dass das Café bumsvoll ist. Wir entschlossen uns dazu, uns nicht durchzumogeln oder irgendjemanden zu stören. Stattdessen wartete ich beim Pizzabäcker auf mein Stück Pizza und hörte mir die Musik aus der allerhintersten Reihe an. Also, quasi wieder von außerhalb. Was ich gehört habe hörte sich an wie eine Mischung aus Diamanda Galas und Lingua Ignota. Also eine verzerrte Gesangsorgie, die super ungewohnt und daher verdammt cool ist. Daraufhin zog es uns wieder in die Sputnikhalle um die "besten" Plätze zu besetzen bevor THE GREAT OLD ONES die Bühne betraten. Diese waren glaube ich eine der wenigen Bands auf, meines Erachtens jeder meiner bisherigen Culthe-Fests die tatsächlich in das Schema gepasst haben. Eine Band die sich nach den altertümlichen Wesen aus H.P. Lovecrafts Werken benannt hat und ein Ctulhu-Relief auf der Bühne stehen hat. Hören sich an wie eine Mischung aus Mischungen. Meiner Meinung nach passen hier Paradise Lost als Vergleich, einige Riffs klangen aber auch wie Deafheaven oder Carcass. Sehr cooler Auftritt, sehr auf dem Boden geblieben. Very nice. Anstelle uns den Singer/Songwriter JONATHAN HULTÈN oben im Triptychon reinzuziehen zogen wir vor uns direkt ins Café Sputnik zu verziehen um die besten Plätze bei UNDERDARK zu ergattern, die bald darauf auftreten sollten. Und das war auch richtig so, denn schon bald wurde der Ort wieder dermaßen voll, dass ich sehr froh war um meinen Platz neben der Bühne. Was uns dann dargeboten wurde war phantastischer, hypnotischer Blackgaze von einer Band die super gerne mit dem Publikum interagiert hat. Leider hatte keiner von uns irgendwie die Nerven uns die letzte Band WARNING reinzuziehen, die als Ersatz für MELECHESH eingesprungen ist. Wir haben uns buchstäblich paar Minuten angeguckt, um sie mal gesehen zu haben. Danach ging's hause. Es war wie immer (bis jetzt) eine Freude für mich.
DISGUSTING NEWS + HETE + G.L.O.W. + THE WOLF I FEED in Hirsch Q, Dortmund am 18.04.2026
Ich war noch nie in der Hirsch Q. Ehrlich nicht. Tatsächlich ist das eine ziemlich ahnsehnliche linke Kneipe mit relativ ansehnlicher Männertoilette. Ich bewerte hiermit mit 7/10 Klobürsten.
Leider konnte ich mir The Wolf I Feed (die aus lauter Dortmunder Punk Veteranen bestehen) nur zu 5% angucken. Grund war folgender: Mein Zug hatte Verspätung und obendrauf standen wir erst irgendwo im nirgendwo und dann kurz vorm Dortmunder Bahnhof. So bin ich nicht 5 sondern ganze 30 Minuten zu spät gekommen. Allerdings hat sich das was ich mir angehört habe doch durchaus stabil und alte-männer-aggressiv (nicht im bösen Sinne) angehört. Also doch verdammt gut.
Nach einer kurzen äh Dampfer-Pause (für mich) waren dann G.L.O.W. dran. So nebenbei: Cool sich nach knapp 10 Jahren mal wieder gesehen zu haben, danke für die super Unterhaltung, Kollege D. Zurück zum Thema: Sehr stabiler Hardcore Punk der es schafft weder in die pure Unterhaltungsschiene abzurutschen (Schema Bands mit lauter Samples aus RTL/Spiegel-TV-Reportagen zwischen den Songs) und sich gleichzeitig nicht so ernst nimmt (Schema "Ooga booga Szene Zusammenhalt haltet zusammen zusammenhaltne wir machen das hier seit 300 Jahren wir sind so ultra wichtig ihr seid so ultra wichtig). Es ist einfach nur guter Hardcore mit sehr conscious lyrics, die allerdings auch super verständlich und einfach gehalten sind. Als ich nach Hause kam habe ich mir die Lyrics auf dem Demotape angeguckt: In "Departure" heißt es zum Beispiel: "On and on there's noise and shouting. Everyday it's getting louder. These streets unrecognizable. All I'm longing for is silence." Meines Erachtens eine Absage an den Großstadtlärm - wenn ich das richtig verstehe. Achso und: Props für das Wegmachen von eigenen verschütteten Bier auf der Bühne. Ist leider nicht selbstverständlich heutzutage.
Nächster Halt: Hete. Irgendwie waviger, postpunkiger äh Punkrock mit allen vier Mitgliedern (oder fast allen), abwechselnd am Gesang. Teilweise nicht ganz so meins (gesangstechnisch vor allem). Musikalisch aber wirklich erste Sahne. Leicht chaotisch, gewürzt mit einer Ficktonne an Kunstnebel. Die Band wird desöfteren mit Hysterese verglichen - und das zurecht. Meiner Meinung nach sind sie eine Art leicht angetrunkener Cousin von Hysterese, der ab und zu zu Besuch kommt und dir weiszumachen versucht, dass man sich viel zu lange nicht gesehen hat - und dabei leicht angesoffen ist. Sehr unterhaltsam und sehr sympathisch.
Disgusting News waren zu dem Zeitpunkt laute eigener Aussage "zur Hälfte Weak Ties". Ich kann allerdings nicht sagen, welche Mitglieder bei Weak Ties sind weil ich mir Gesicher teilweise nicht so gut merken kann. Anyway: Für mich ein recht kurzer Auftritt weil ich los musste um meinen Zug zu erwischen. Aber das was ich gesehen habe, war sehr guter, sehr kurzer Fastcore (oder wie auch immer) mit sehr guten Ansagen dazwischen (unter anderem "dieses Lied ist von uns", "dieses Lied ist auch von uns"). Ich liebe ja solche eine Groteske. Jedenfalls: Großartiger Abend, ich habe keine Sekunde bereut, hingekommen zu sein.
Stricher guckt sich endlich "Hellboy: The Crooked Man" (2024) an am 21.04.2026
Da steht "endlich" weil ich bis vor kurzem gar nicht gewusst habe, dass nach "Call of Darkness" noch ein weiterer Hellboy-Film rausgekommen ist. Diesmal handelt es sich allerdings um einen weiteren Reboot, der zudem in der Vergangenheit des Jahres 1959 spielt.
Hellboy (Jack Kesy) transportiert zusammen mit der BPRD-Agentin Bobbie Jo Song (Adeline Rudolph) eine riesige mutierte Spinne durch die Appalachen. Und zwar mit dem Zug. Als das Tier allerdings
ausbricht, entgleist ihr Zugwaggon und die beiden landen in den Bergen. Die Spinne kann nicht eingefangen werden, leider. Unter anderem, weil sie sich auch verkleinern kann und somit unauffindbar ist. Sie begeben sich auf die Suche und lernen dabei die Umgebung kennen. In einem im Wald gelegenen Dorf leben lauter Menschen die von einer alten Magie beeinflusst werden. Der "Crooked Man", eine Figure aus der amerikanischen Folklore terrorisiert seit Jahren die Gegend. Er hat einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen und erntet immer wieder Seelen der Menschen um irgendwann wieder reich zu werden. Bobbie Jo und Hellboy lernen zudem Tom Ferrell (Jefferson White) kennen, der einst ein Hexer war und nun sein Heimatort vom Bösen befreien will.
Eins steht fest: Die Story wurde Hellboy-Schöpfer Mike Mignola mitgeschrieben und ist alles andere als schlecht. Es ist ein typischer Fall für eine Hellboy-Minisere. Der rote Teufel und ein(e) Partner(in) begeben sich irgendwo hin um eigentlich etwas ganz anderes zu finden und lösen einen anderen Fall. Dabei hagelt es Dämonen und schwarze Magie. Soweit, so normal. Das allgemeine Design der Umgebung ist cool, die CGI-Effekte durchaus in Ordnung. Hellboys Design gefällt mir nur so halb. Irgendwie erinnert mich das an ein Mid Budget Cosplay Versuch. Außerdem ist die deutsche Synchronstimme die gleiche wie bei Ron Perlman und passt nicht zu dem jüngeren Jack Kesy. Dazu kommen aber noch viele störende Faktoren. Dieser Hellboy hat wesentlich weniger Charisma und ist größtenteils hier um zu kämpfen und flotte Sprüche zu klopfen, die irgendwie zur Situation passen. Auch sein Selbsthass nehme ich ihn nicht wirklich ab. Dazu kommt noch die Ficktonne an Jumpscares, die irgendwann ordentlich nervt sodass man langsam kein Bock hat. Man sieht sofort, dass der Film fürs Heimkino produziert wurde. Wobei eigentlich heißt das heutzutage nichts, auch diese können super gut sein. Das ist aber leider nicht wirklich der Fall. Eine einst großartige Figur von der großen Leinwand wird zur Karikatur. Schade.
Stricher guckt sich "Scream 7" an im Union Kino Bochum am 01.03.2026
Ah shit, here we go again. Der mittlerweile siebte Teil der Horror-Reihe über Sydney Prescott und den Ghostface Killer bzw. die Unmenge an Ghostface Killern ist da und ich konnte nicht anders als ins Kino zu gehen.
Als allererstes kriegen wir mit wie der Fan der "Stab"-Reihe und absoluter True Crime Junkie Scott (Jimmy Tatro) zusammen mit seiner Partnerin Madison (Michelle Randolph) das Macher-Haus in Woodsboro besucht. Die Villa in welcher damals im ersten Teil Sydney Prescott (Neve Campbell) gegen ihren ihren Freund Billy Loomis (Skeet Ulrich) und seinen Kumpel Stu Macher (Matthew Lillard) gekämpft und gewonnen hat ist inzwischen eine Touristenattraktion. Nachdem beide dort angekommen sind, werden sie nach kürzester Zeit von jemanden im Ghostface-Kostüm umgebracht. Das Haus wird niedergebrannt. Sydney Prescott heißt inzwischen Sydney Evans und lebt in der Stadt Pine Grove, Indiana. Zusammen mit dem Police Chief Mark Evans (Joel McHale) hat sie drei Kinder. Die älteste Tochter Tatum (Isabel May) ist in ihrer leicht rebellischen Phase. Sydney mag Tatums Freund Ben (Sam Rechner), da er ihr irgendwie merkwürdig vorkommt. Selbst hat sie sich ein ruhiges Leben aufgebaut und betreibt einen Coffee Shop. Eines Tages kriegt sie einen Anruf von Ghostface oder zumindest jemanden der den gleichen Stimmverzehrer benutzt. Nachdem der Anruf in den Videomodus wechselt stellt es sich heraus, dass es....Stu Macher ist. Der vor dreißig Jahren mit einem Fernseher erschlagene Mörder ist scheinbar am Leben und befindet in direkter Nähe von Tatums Schule - dort wird für eine Theateraufführung geprobt. Wie zur Hölle kann es sein, dass er am Leben ist? Warum ist er wieder da? Was ist sein bekacktes Scheißmotiv?
Die letzten...drei(?) Scream-Filme konnten sehr gut auf Meta-Ebene Horrorfilme, deren Regeln und generell das Hollywood-Vorgehen insgesamt parodieren. So ist hier alles irgendwie witzig aber gleichzeitig brutal und stellenweise ziemlich gory. Während in den ersten Filmen noch nicht so viel Eingeweide zu sehen war, haben wir hier gleich zwei solche Szene und einen Mord mit einem Zapfhahn. Viel witziger ist allerdings die Tatsache, dass der Film nicht nur sich selbst parodiert sondern gleichzeitig auch das Verhalten von Horrorfilm-Fans. Bestes Beispiel ist der True Crime Fan gleich zu Beginn des Films und seine Freundin die sein Hobby so ganz und gar nicht feiert und legitime Kritik daran anbringt. Meiner Meinung nach stehen Hardcore Horrorfilm Fans im Mittelpunkt der Parodie. Ganz besonders die, die so verrückt sind dass sie die Filme am liebsten nachspielen würden. Und es wird sich über KI lustig gemacht. Das ist ganz wichtig. Meiner Meinung nach war das ein kleines Bisschen Overkill, aber was soll's. Das war nur ein relativ winziger Aspekt des Films. Man schafft es allerdings alles spannend zu halten. Wer allerdings aufpasst, der hat seinen ersten Verdächtigen schon im Visier. Ansonsten gibt es lauter falsche Fährten bzw. falsche Vermutungen. Das ist wirklich höllisch amüsant - trotz einer gewissen Vorhersagbarkeit.
7,75/10 Pfandflaschen
Trailer:
GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR + KRISTOF HAHN am 20.03.2025 in Die Kantine, Köln
Ich habe mich seit Monaten auf diesen Abend gefreut. Leider war ich nicht ganz so gut beisammen, sodass ich nicht alles so genießen konnte, wie ich wollte. Aber egal.
Den Anfang machte ein Auftritt von Kristof Hahn. Der gebürtige Saarbrückener war unter anderem schon bei Swans tätig und bei vielen anderen Projekten. Was wir dann zu Gesicht bekommen haben, war er wie im Sitzen eine Lap Steel Guitar bedient und auch immer mal wieder singt. Gesangtechnisch hat es mir leider nicht so ganz gefallen. Irgendwas störte mich daran. Musikalisch war es allerdings erste Sahne. Eine Art Mischung aus Garage Rock'N'Roll und Drone Sounds. So als hätten Sunn O))) oder Earth sich mit Dick Dale und seinen Deltones verabredet. Wirklich einzigartig und außerordentlich gut.
Als die Post Rock Urgesteine Godspeed You! Black Emperor angefangen haben, war ich
tatsächlich Pommes essen. Einfach weil ich an dem Tag zu wenig gegessen habe und mein Körperhaushalt irgendwie aufrecht erhalten werden musste. Nach dem Wiedereintreten in die Halle stand ich ganz hinten und irgendwie war es wesentlich angenehmer als vorher, als Marlyn und ich auf dem Weg zur Toilette standen und immer wieder von Toilettengängern und Rückkehrern genervt wurden. Was sich mir da geboten hat war eine großartige, immerwährende Wall of Sound aus
dröhnenden Gitarren, beruhigenden Schlagzeugspiel und Streichern - untermalt mit verschiedenartigen Aufnahmen die von mehreren analogen Projektoren auf die Wand hinter der Band projeziert wurden. Unter anderem wurden Bilder von Landschaften und verschiedenen Protesten gezeigt. Einmal wurden die Filmrollen sogar absichtlich kaputt gemacht bzw. sie schmolzen dahin. Ich habe mich gefragt, ob man bei den Auftritten spontan entscheiden welche Aufnahmen gezeigt werden oder ob es koordiniert ist und man von einer Bilderreihe mehrere Filmrollen hat, die dann immer wieder verbrannt werden. Ich vermute mal, dass es spontan gemacht wird. Jedenfalls war es eine wirklich großartige Erfahrung, auch wenn ich nicht so ganz im Post Rock Thema drin bin. Ich hab's genossen.
Stricher guckt sich "Good Luck, Have Fun, Don't Die" an am 26.03.2026 im UCI Bochum
Ich habe vor kurzem immer wieder mal irgendwo den Trailer (als Werbung) gesehen und auch ein Poster auf der Straße (im Vorbeifahren), sodass der Film irgendwie interessant auf mich wirkte. So kam
es zustande, dass Marlyn und ich an einem Donnerstag Abend zum UCI Bochum gefahren sind und uns das Ganze reingezogen haben. Achja, es kann sein dass ich eventuell spoilern werde, daher:
Wir befinden uns irgendwann im hier und jetzt. Irgendein Diner namens "Norms" irgendwo in Los Angeles. Die Leute sind dabei ihr Abendessen zu genießen, sich zum ersten Mal zu treffen oder es ist ihr Stammlokal. Plötzlich tritt ein wirr aussehender, merkwürdig gekleideter (Cyberpunk aus der Mülltonne Style) Mann (Sam Rockwell) den Laden. Es sieht so aus als hätte er eine Bombe umgeschnallt. Er behauptet, er würde aus der Zukunft kommen und dort sieht es richtig finster aus. Dazu kommt noch, dass er schon 117 mal in die Vergangenheit gereist ist und jedes Mal ging irgendwas schief. Tatsächlich ist der Startpunkt jedes Mal der Diner gewesen. Er braucht "nur" die "richtige" Gruppe von Leuten, die mit ihm gemeinsam eine KI stoppen können, bevor sie in der Zukunft komplett die Welt übernimmt. Niemand nimmt ihn ernst, doch als er androht den Laden in die Luft zu jagen, irgendwie schon. Noch ernster wird es, als es sich herausstellt, dass er alle Anwesenden mit Namen und Hintergrundgeschichte kennt. Das heißt, er sagt die Wahrheit. Die Gruppe stellt sich ziemlich schnell zusammen. Sie besteht von nun an aus Marie (Georgia Goodman), Scott (Asim Chaudhry), Mark (Michael Peña), Janet (Zazie Beetz), Susan (Juno Temple), Ingrid (Haley Lu Richardson) und Bob (Daniel Barnett). Marie, Scott und Bob kriegen irgendwie keine Hintergrundgeschichte, während der Rest schon. Mark und Janet sind Lehrer auf einer High School und kriegen es eines Tages mit zombifizierten Schülern zu tun, die pausenlos auf ihr Handy starren und zunehmend bedrohlicher werden. Susans Sohn ist bei einem Amoklauf gestorben - man hat ihr allerdings angeboten, ihn zu klonen. Der dadurch entstandene Klon bzw. sein unnatürliches Verhalten hat sie jedoch komplett verstört. Ingrid ist allergisch auf WLAN und elektrische Geräte. Die als "Prinzessin" auf Kindergeburtstagen arbeitende Frau war bis vor kurzem mit einem Mann zusammen, der sich allerdings so in die virtuelle Realität verknallt hat, dass er dafür seine Beziehung zu ihr beendet hat. Man merkt, dass quasi jeder der hier anwesenden irgendeine (schlechte) Beziehung zu KI hat. Das eint die Charaktere und gemeinsam begeben sie sich auf eine Mission. Sie müssen, ohne jeglichen Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln zu einem Haus in der Gegend gelangen. Dort befindet sich ein 9-jähriger Junge, der in der Vergangenheit die KI konstruiert hat. Die Aufgabe der Gruppe wird sein, nicht den Jungen Terminator-mäßig zu töten sondern sicher stellen, dass die KI "Bremsen" bekommt in Form einer Software auf einem USB-Stick.
Ich ging ohne Erwartungen rein und wurde definitiv nicht enttäuscht. "Good Luck, Have Fun, Don't Die" ist eine fantastische Satire auf unser aller Abhängigkeit von sozialen Medien und jeglicher Technik, die dazu da ist abhängig zu machen. Dazu natürlich auch eine Satire auf die KI-"Kultur", die uns umgibt. Brainrot. Und natürlich auch den Drang alles zu perfektionieren. KI-Boyfriends/Girlfriends und noch vieles mehr. Selbstverständlich ist der Film auch voll mit Anspielungen auf gewisse Klassiker des Sci-Fi. So sehen wir Pistolen aus "Mars Attacks!", eine offensichtliche Anspielung auf "Terminator" und irgendwie auch "Toy Story" und definitiv noch einiges was ich schon vergessen habe, weil es schon ein paar Tage her ist. Wenn man möchte, kann man auch einen Bezug zum Christentum herstellen. Also, ein bärtiger Typ der Menschen aufrütteln möchte. Naheliegend. Der Film ist zwar witzig, hat aber gleichzeitig einen sehr ernsten Unterton. So geht es unter anderem darum, auf diesen bekackten Perfektionsdrang zu verzichten. Wer sich darin wiederfindet, der sollte vllt. sein Handy/Social Media Konsum überdenken. Ironischerweise musste der Film ziemlich schnell rausgebracht werden, weil er sonst irrelevant werden könnte.
9/10 Pfandflaschen
Trailer:
Stricher geht demonstrieren gegen Putinanhänger am 28.03.2026 in Köln
Ich halte das mal kurz fest, einfach aus Dokumentationsgründen. Genossen A, C und M sind am Samstag mit mir nach Köln gefahren um gemeinsam mit Freies Russland NRW, Klare Kante Köln und City of Hope Cologne gegen einen Pro-Putin-Autokorso zu demonstrieren. Im Grunde war es so, wie es schon mal war: Wir standen am Heumarkt, wurden von einer Gruppe Cops getrennt, die zwischen uns und dem ziemlich schnell vorbeiziehenden Autokorso standen. Es waren angeblich an die 30-40 Autos, die relativ schnell vorbeigefahren sind und somit nicht wirklich den Eindruck einer geschlossenen Demonstration ihres Putinismus machten. Somit war unsere Gegenveranstaltung auch relativ schnell zu Ende. Trotz der Kürze (da liegt die Würze) fand ich es trotzdem wichtig, vorbei zu schauen und zu zeigen dass es immer noch Leute gibt, die Abfeierei von Dikaturen nicht hinnehmen. Punkt.
Während der Podcast von Pinky und mir pausiert, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, eine Karriere äh einen Comeback als Schlagersänger zu starten. Im Rahmen eines Multimedia-Projekts hat er es ganz wunderbar gemacht sich als Michael Hammer, der geläuterte Alkoholiker äh Schlagerveteran der einen Schlager/Rock-Comeback versucht, zu inszenieren. Das ist im Prinzip der gesäte Samen der noch gedeihen kann. Das offizielle Musikvideo bette ich direkt drunter ein. Das ursprünglich live ausgestrahlte Video der "Schlagersendung" findet ihr hier, da ich es nicht einbetten kann. Die besagte Stelle findet ihr ab der Minute 21.
Erstes Album von Shō namens "Radio Silence", rausgebracht auf Language Instinct. Falls ihr auf den Sound von schwebelosen Gefühl steht, das entsteht wenn ihr am Sterben seid und jetzt grade, jeden Moment im Himmel ankommen könnt, aber der Arzt euch reanimiert so klickt doch bitte hier auf diesen Link.
Als letztes war ich im "Hard Rock"-Ordner und so bewegen wir uns weiter bei "H" in Richtung "Hip Hop". Tatsächlich war der Hip-Hop-Ordner wirklich unfassbar groß. Ich glaube, es waren an die 11 Stunden an Material die sich da angesammelt haben. Naja eigentlich heißt der Ordner "Hip-Hop & Soul" weil sich da 1-2 Soul Songs verwirrt haben. Wie auch immer. Es ist ganz viel großartiges Zeug und ganz viel Müll. Wir haben hier lauter Klassiker wie Dr. Dre, Snoop (Doggy) Dogg, N.W.A., Cypress Hill, Coolio usw. usf. Aber auch so Nischensachen, die man entweder nicht kennt oder zu recht oder zu unrecht vergessen hat. Ich habe ernsthaft ein ganzes Album (entgegen der Annahme, dass es hier sich um einzelne Songs handelt) von MC Fiva hier und einige Songs von Frauenarzt. Dicht nacheinander, glaub ich. "Goodfellas Mafia", ein vegan straight edge Rap Projekt, angeführt von den Rappern Daniel Gun und Partisan. Es geht größtenteils darum irgendwo hinzugehen und jemanden zu verprügeln. Ich habe selten etwas so unfassbar unfreiwillig lustiges gehört. Die einzelnen Songs, die nicht in den Unterordnern sind sind aber wesentlich interessanter. Zum Beispiel: "Die Antideutsche Welle" von 5Drei9, "If U Wanna Be A Dresdner" von zwei so Atzen aus Dresden oder....so ein furchtbar grenzdebiler Polit-Hip-Hop Track namens "Nazi tot" von Kaisaschnitt und irgendwelchen Freunden von ihm. Grauenhaft. Viel witziger ist dabei "Ficken Geld Drogen Nutten" von MuschiFlo, Scher und Ikko Fritsch aus dem Jahre....von wann ist das eigentlich? Naja Hip-Hop-Parodien können gut werden - oder auch nicht. Die 221LH-Crew, ein Zusammenschluß von irgendwelchen Metallern(?) von Stop-Hip-Hop.de (meine Fressen) rappt darüber, wie dämlich sie sind und scheiße und überhaupt. Der ganze Ordner endet mit "Wir waren mal Stars" von Torch und Toni L.
"Indie.Alternative" bietet nicht sehr viel, allerdings trotzdem einiges was ich schon längst hätte wieder hören soll. Rollins Band, Fantomas (von ihnen "nur" ein Live Slayer Medley) und ein paar Songs von To My Surprise. Dies war einst ein Projekt des Slipknot-Perkussionisten Shawn Crahan. Keine Ahnung in welcher Richtung man das irgendwie unterbringen kann. Aber "Alternative" passt irgendwie dazu.
"Industrial" ist voll mit den Zeug, dass ich damals für Industrial gehalten habe. Also, Rob Zombie, White Zombie, Nine Inch Nails. Wobei das natürlich in Teilen stimmt, in Teilen aber irgendwie nicht. Ich würde aus heutiger Sicht White Zombie vllt. nur ansatzweise als Industrial bezeichnet. Großes Highlight hier ist der Trip Hop Song "Evolution Revolution Love" von Tricky, der hier nichts verloren hat.
Warum zur Hölle ist hier ein Ordner namens "Interviews", der voll ist mit irgendeiner Scheiße? Warum habe ich ein großes Interview mit äh einer gewissen Nazi-Hooligan-Band? Zu Dokumentationszwecken? Wahrscheinlich. "Samsons Schnuffeltuch" von den Angefahrenen Schulkindern ist hier auch drin. Why? Das haben sich Discharge auch gefragt und ich kann die Frage nicht beantworten.
J-Rock:Dir En Grey, Gazette, Girugamesh und D'Espairs Ray. Irgendwann war ich wohl leicht davon fasziniert oder ich kannte jemanden der mir das ganze Zeug per ICQ geschickt hat. Ich vermute mal letzteres.
Ich bin an der Stelle ganz ehrlich. Mir fällt es schwer über dieses Album zu schreiben. Nicht weil es irgendwie langweilig wäre oder so. Ganz und gar nicht. Opeth verstehen nun mal wo ihre Stärken sind, machen ihre Arbeit gut und sind dabei einfach...Opeth. Das heißt sie machen im Grunde immer mal wieder etwas ähnliches. Was ja kein Verbrechen ist, aber ehrlich gesagt fällt mir nicht wirklich viel dazu ein. Es wird übrigens die letzte vollumfängliche Discography auf diesem Blog sein - zumindest eine derartig große. Ich werde mich in der Zukunft auf kleinere Kaliber fokussieren.
"Sorceress" ist schon das zwölfte Album der Band. Diesmal kein Konzeptalbum sondern eins, dass sich unter anderem mit den "gefährlichen Aspekten der Liebe" beschäftigt. Wir bewegen uns irgendwo zwischen Progressive Rock und Metal. Im ersten richtigen Song, den Titelsong übrigens, startet man mit einer sehr nach 70er Jahre klingenden progressiven Melodie - die dann plötzlich in stampfende Metal-Parts mündet. Insgesamt kombiniert man verträumten Gesang mit verträumten Gitarrenriffs. Die musikalischen Vorbilder sind auf jeden Fall Jethro Tull oder King Crimson. Ich höre im Titeltrack definitiv eine ähnliche Dynamik wie bei Dio heraus. Im Grunde sind Opeth nun eine 70s Progressive Rock Tribute Band - mit eigenen Songs.
Alles in allem durchaus genießbares, sauber produziertes Album. Ich werde nach dieser Discography aber meinen Abstand von Opeth brauchen, denn langsam reichts. Es ist definitiv nicht schlecht, aber ich kann mir nicht noch zig von diesen Prog Rock Alben reinziehen.