Und nun sind wir bei dem Sequel zur vorherigen Miniserie angekommen, der vier Jahre nach den Ereignissen spielt. Das wird übrigens im gefühlt jeden vierten oder fünften Panel noch mal bestätigt, was unfassbar nervig ist. Es heißt jedes mal "Four years after G-Day" oder so. Anyway:
Die Handlung spielt vier Jahre nach der letzten (hab ich das schon erwähnt?). Die Task Force X (aka Suicide Squad) unter der Leitung von Amanda Waller und Colonel Shaw hat nun ganz neue Aufgaben bekommen. Die Gruppierung von Bösewichten, die in ihren Hinterköpfen Bomben implantiert haben und nun unter Zwang Drecksarbeit erledigen muss hat eine neue Aufgabe bekommen. Lex Luthor, als Teil der Task Force X, hatte es zur Aufgabe mit der DNA der Titanen (also Godzilla, Kong usw. usf.) zu experimentieren und Tests durchzuführen. Ziel ist, mithilfe der DNA eigene Kaijus zu erschaffen, die die Erde vor der Bedrohung von außen beschützen. Also, injiziert man King Shark das Serum und er wird zunehmend größer. Das alles geschieht allerdings auf einer anderen Erde - nämlich der wo die Kaijus allesamt herkommen, um alles geheim zu halten. Die Justice League, also Superman, Wonder Woman, Flash, Batman usw. kriegen allerdings Wind davon und reisen zum Teil ebenfalls dorthin. Was sie dann mitkriegen ist ein Kampf zwischen einen riesigen Killer Croc und Kong. Was wir als Leser mitkriegen ist der interne Machtkampf in der Task Force X. Amanda Waller wird von Colonel Shaw umgebracht und dieser reist gemeinsam mit Lex Luthor in die Hohlerde um dort die Energiequelle aller Kaijus zu stehlen. Achja: ein riesiger, auf Kaijugröße gewachsener, steroidensuppenmäßiger Superman, zusammen mit Green Lantern Hal Jordan in einem riesigen projezierten Anzug und Godzilla die gemeinsam gegen die drei Köpfe von King Ghidorah kämpfen.
Was soll ich sagen? Es ist nicht viel anders als in der vorherigen Miniserie. Nur, dass es noch eine Stufe mehr bonkers ist. Multidimensionale Reisen. Eine Harley Quinn die sich selbst als Psychiaterin besucht ist wohl das interessanteste an der Reihe. Superman auf Steroiden der zuerst gegen Godzilla und dann gegen King Ghidorah kämpft. Großartig. Die Art und Weise wie King Shark und Killer Croc in Kaiju Form gezeichnet sind ist einfach super hässlich. Es ist mal wieder die typische Art von Crossover-Comic. Es wird gegeneinander, aus Unwissen, gekämpft und dann gemeinsam miteinander gegen einen gemeinsamen Feind. Es ist ehrlich gesagt, ziemlich 08/15, wenn ich ehrlich bin. Aber gut, wenigstens sieht es größtenteils irgendwie gut aus. Naja, außer die Gesichter der Superhelden.
Ein Grund für dieses Double Feature ist folgender. Vor einer halben Ewigkeit, also vor mehr als zehn Jahren, habe ich in der VISIONS ein Double Review gelesen. Es handelte sich um zwei Alben von zwei unterschiedlichen Bands. Eine Band stammte aus Schweden, die andere aus England (und anderen Ländern). Es waren beides quasi Supergroups. Beide Alben haben absolut miserable Kritiken bekommen - sofern ich mich erinnere zumindest. Das finde ich, nach all den Jahren absolut ungerecht. Deswegen kommen die beiden Alben hier nun vor.
Totalt Jävla Mörker - Människans ringa värde (2004)
Totalt Jävla Mörker bedeutet ungefähr sowas wie "Total Fucking Darkness", während der Albumtitel für "The Insignificance of Man" steht. TJM stammten aus Skelleftea, einer Gegend die eher für ihren Alkoholismus und Nichtslosigkeit bekannt ist als Punkmusik. Zumindest lassen es einen die lokalen Jugendlichen spüren, wenn man ein Außenseiter ist. Die Musiker die auf diesem Album zu hören sind, waren/sind schon mal in solchen Bands tätig gewesen wie The (International Hope Conspiracy (Inge Johansson, der inzwischen Bassist bei Against Me! ist und damit beschäftigt Israel zu hassen), Bassist
Victor Brandt (u.a. Satyricon), Drummer Christian Augustin spielte unter anderem bei Cult of Luna. Wer alles genau hier drauf zu hören ist, kann ich nicht genau nach recherchieren weil die meisten Informationen auf Schwedisch sind. Auf jeden Fall singt hier Fredrik Linkvist (der scheinbar inzwischen Kunstausstellungen in Ingolstadt macht?) als auch ein Typ namens Jocke D-Takt, der unter anderem schon mal bei Warvictims, Dödsdömd und wasweißich noch wo aktiv gewesen ist.
Was wir hier zu hören kriegen ist klassicher, schwedischer Crust. Also Käng Punk, wenn wir schon bei Fachbegriffen sind. Die Songtexte sind auf Schwedisch. Wir haben zwei Vocalists, so wie es sich gehört. Zwei unterschiedliche Stimmen. Eine eher gutturale, eine keifende - beide wechseln sich ab. Ich verstehe die Texte nicht. Aber bei einem Songtitel wie "Rasist i Uniform" könnte man sich denken worum es geht. "Under Sions Kalla Stjärna" ist ein Cover des schwedischen sozialistischen Singer/Songwriter Björn Afzelius. Darin prangert er (wie kann es denn sonst sein) Israel an, es würde das gleiche machen mit Palästinensern wie ihrwisstschonwer. Meine Fresse ist das ein ekelhaftes Rabbithole. Peinlich. Wie auch immer, es hat gut angefangen, aber das gibt mir ein deutlich ekelhafteren Nachgeschmack. Der Rest ist musikalisch durchaus geil. Standard Swedish Käng Punk. Viel viel viel Geballer. Und Saxophon. Saxophon im Titeltrack, der plötzlich aus dem Nichts auftaucht. Fast schon wie bei Siege damals. Trotzdem gibts hier einige Punkte Abzug fürs Klischeebedienen als auch einen zusätzlichen Punkt fürs Klischeebedienen.
5,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Titeltrack, Rasist i Uniform
Venomous Concept -Retroactive Abortion (2004)
An zweiter Stelle haben wir ein Album einer weiteren Supergroup. Wobei hier Mitglieder von mindestens genauso wenn nicht sogar noch mehr bekannten Kapellen auftreten. Shane Embury (mittlerweile ex-Napalm Death) am Bass, Kevin Sharp (Brutal Truth) am Gesang, Buzz Osborne (Melvins) an der Gitarre und Danny Herrera (Napalm Death) an den Drums. Gegründet von Sharp und Embury nachdem sie (noch mal) festgestellt haben wie viel Liebe sie für 1980s Hardcore Punk haben und dass sie noch nie gemeinsam in einer Band waren. Tatsächlich war Sharp zu dem Zeitpunkt Fahrer des Napalm Deat'schen Tourbus. Der Bandname ist eine Anspielung auf die Kreativität japanischer
Punkbands, die desöfteren wirr wirkende englische Namen trugen - und gleichzeitig eine alternative Umsetzung des Namens "Poison Idea". Letztere müsste ich euch glaube ich nicht vorstellen.
"Retroactive Abortion" hört sich (mit Ausnahme von Buzz Osborne natürlich) so an als würden Grindcore Musiker (wieder) Hardcore Punk machen. Sharp singt durchaus wie ein typischer Hardcore Punk Sänger. Größtenteils keift er, manchmal schreit er. Es gibt hier kaum Gitarrensoli, einmal hört man sogar Buzz Osborne seinen Gesang beisteuern. Die Songs sind kaum länger als zwei Minuten, während das ganze Album mit 16 Songs nicht mal eine halbe Stunde lang ist. Mit Titel wie "Oink!", "Monkey See, Monkey Beat" oder "Braincrash" könnte man meinen das wäre unglaublich hohl. Nun, sie haben sehr wahrscheinlich keinen Grammy dafür gewonnen. Der Sound ist unfassbar primitiv und klingt schlicht und einfach wie eine Grindcore-Band die wieder Punk macht - nicht andersherum. Meines Erachtens durchaus genießbar - hätte aber vielleicht auch etwas kürzer sein können. 16 Songs in 27 Minuten ist vielleicht ein wenig too much. Aber sonst: Geht klar.
Anspieltipps: Braincrash, Monkey See Monkey Beat, Rhetoric
Allrighty, folks. Der Zufall wollte es, dass mein "Ich schaue mir meine DVD-Sammlung"-Zyklus mit meinen "Ich schaue die ganze Zeit Serien"-Zyklus kollidiert ist. So habe ich tatsächlich (mal wieder) die "Evil Dead"-Filmreihe parallel zu "Ash vs Evil Dead" geguckt. Ich wollte der Serie schon länger eine Chance geben, vor ein paar Monaten ist es tatsächlich passiert und ich hab's nicht bereut. Finde es auch tatsächlich schade, dass es bis jetzt keine Fortsetzung gibt. Bruce Campbell meinte mal, das wäre so weil die Einschaltquoten so niedrig waren, weil gefühlt jeder alles illegal gestreamt hat. I don't know. Jedenalls heißt es, dass irgendwann bald eine Zeichentrickfortsetzung kommen soll. Bis jetzt habe ich aber nichts neues darüber gelesen. Anyway, worum geht's?
Ash Williams (Bruce Campbell), der Typ der einst seine Freundin, seine Freunde und seine Schwester in einer Hütte im Wald töten musste weil sie von Dämonen besessen waren, der Typ der ins tiefste Mittelalter gereist ist und dort eine Armee geleitet hat um gegen Untoten zu kämpfen und zurück gekehrt ist, ist ganz schön alt geworden. Man glaubt ihn die Erzählungen über seine Heldentaten nicht - in seiner Heimatstadt ist er als "Ashy Slashy" bekannt und man halt ihn für einen Mörder, der siehe Anfang des Absatzes. Es bleibt ihm nicht viel übrig als in einem Trailer zu wohnen, sich die Haare zu tönen und Fake-Zähne zu tragen. Oh und er arbeitet im Einzelhandel. Genauer gesagt bei der Kette "Value Stop". Dort lernt er den jungen Mitarbeiter Pablo Bolivar (Ray Santiago) kennen und freundet sich mit an. Leider rezitiert Ash im Vollsuff aus dem "Buch der Toten" ("Necronomicon") um eine Frau zu beeindrucken und schon geht der ganze Scheiß wieder von vorne los. Deadites aka Dämonen, die Menschen besessen und Tote die wieder auferstehen. Unter anderem ist Kelly Maxwell (Dana DeLorenzo), eine weitere Mitarbeiterin betroffen. Ihre totgeglaubte Mutter kehrt wieder zurück. Ash und Pablo eilen zu ihrem Haus um zu helfen, weil Ash vermutet dass Kellys Mutter ein Deadite ist. So kommt es, dass die drei zufällig ein Team bilden und irgendwie gemeinsam unterwegs sind um die Menschheit vor den Deadites zu befreien. Komischerweise werden sie von einer mysteriösen Frau (Lucy Lawless) verfolgt, die bzgl. Ash ihre eigenen Ziele verfolgt.
"Ash vs Evil Dead" ist mehrere Sachen. Trashig, lustig und definitiv politisch inkorrekt. Allerdings mit einem Augenzwinkern. So wird Ash von der Serie durchaus gefeiert allerdings stellt man auch korrekterweise dar, dass dieser Mann sich seit 30 Jahren null weiterentwickelt hat. Er hört immer noch dieselbe Musik, trägt dieselben Klamotten und hat den gleichen Zugang zu Frauen, klopft die gleichen Sprüche wie vor 30 Jahren. Er ist ein Relikt, dass Schwierigkeiten hat sich in der modernen Welt zu adaptieren, kriegt es aber trotzdem irgendwie hin - und rettet am Ende allen den Arsch. Die Serie lässt sich einerseits etwas Zeit beim Erzählen - die Folgen sind mit knapp 24 Minuten trotzdem recht kurz. Das ist optimaler win-win. So wird keine Folge unnötig in die Länge gezogen und beim Suchten der DVD-Box habe ich nicht das Gefühl gehabt, dass ich ständig mit einem Cliffhanger in Stich gelassen werde. Das wurde tatsächlich nur ein mal getan - am Ende der Serie. Weshalb ich mich doch etwas geärgert habe, dass sie nicht fortgesetzt wurde. Andererseits ist AVSED durchaus ein Nostalgie-Produkt. Und zwar sowohl für 80er-Nostalgiker als auch für die wahren Fans der Serie. Ich hab's genossen und wenn ihr auch Comedy Horror steht, werdet ihr es auch tun. Was ich nicht verstehe ist, wie zum Fick diese Serie bitteschön irgendwie kanonisch sein und sich in das allgemeine Evil-Dead-Franchise einfügen soll. Es hieß nämlich vor einiger Zeit, dass ALLE Evil Dead Filme (also auch das Remake und Evil Dead Rise) in einer Welt spielen. Das halte ich für eine Falschbehauptung. Aber who cares.
Wieder mal ein Film aus den Untiefen meiner gespeicherten Posts auf Instagram, der in meinem Feed meine Aufmerksamkeit erregt hat.
Der 1983 erschienene "The Keep" (auf Deutsch bekannt als "Die unheimliche Macht") erzählt die folgende Geschichte: Wir befinden uns im Jahre 1941. Gebirgsjäger der Wehrmacht, unter Leitung von Kapitän Klaus Woermann (Jürgen Prochnow) kommen in einem rumänischen Dorf an. Ihr Ziel ist es, in
Folge der Operation Barbarossa, den Dinu Pass im Karpatengebirge zu besetzen. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine unbewohnte riesige Zitadelle, von allem nur "die Festung" (The Keep) genannt. Niemand weiß, wieso und weshalb sie vor 500 Jahren erbaut wurde. Bei der Begehung stellen die Wehrmachtssoldaten fest, dass sie scheinbar gebaut wurde um etwas gefangen zu halten, anstelle um Feinde von außen abzuwehren. Zwei Soldaten, von Gier getrieben, entwenden ein Kreuz aus der Zitadelle. Generell befinden sich mehrere Kreuze darin und es heißt, man solle sie niemals entfernen. Sie denken tatsächlich, sie wären aus Silber. Und als sie ihn aus der Wand rausziehen, befreien sie aus Versehen eine uralte dämonische Entität. Schon bald kommt es zu mehreren Todesfällen. Dieses etwas, was befreit wurde, scheint das Leben seiner Opfer wortwörtlich zu konsumieren. Die alarmierte SS, die schon bald auftaucht um die Lage zu inspizieren, vermutet das sowjetische Partisanen am Werk sind. Also lässt Obersturmbannführer Erich Kaempffer (Gabriel Byrne) mehrere Einheimische töten. Als eine geheimnisvolle Inschrift entdeckt wird, holt man auf Anraten eines ortsansäßigen Priesters den jüdischen Professor Dr. Theodore Cuza (Sir Ian McKellen). Dieser ist Experte für altertümliche Sprachen und wird extra aus einem Todeslager hergebracht, zusammen mit seiner Tochter Eva (Alberta Watson). Doch niemand ahnt, wie groß die Macht des Bösen in der Festung ist und was zur Hölle überhaupt entfesselt wurde. Geschweige denn in was für eine Gefahr man sich befindet.
"The Keep" schnitt nicht gerade gut ab an den Kinokassen, unter Fans ist er allerdings Kult. Liegt wahrscheinlich an den großartigen Special Effects von Wally Weevers. Denn die sind wirklich erste Klasse. Die Art und Weise wie das unheimliche Böse dargestellt wird, erinnert mich an "Hellraiser". Zuerst ist da "nichts", dann Knochen, Fleisch, ein Nervensystem und am Ende eine ganze "Person". Die Musik ist außerdem absolut fantastisch. Sie stammt von den Krautrock-Pionieren Tangerine Dream. Die ambientigen Klänge passen hervorragend dazu. Was wirklich stört ist die geringe Lautstärke bei Dialogen, sodass ich ständig lauter machen musste. Auch die Handlung ist...okay. Da holen die Nazis also extra einen jüdischen Professor aus einem KZ um Schriftzeichen zu untersuchen. Der Mann leidet an einer unheilbaren Krankheit, die ihn 20 Jahre älter aussehen lässt. Außerdem ist er 24/7 ordentlich genervt von der Situation, was verständlich ist. Noch merkwürdiger wird es als ein Gegenspieler des Bösen aus Griechenland auftaucht und dann auch noch Eva verführt. Die Idee ist schon irgendwie nicht schlecht, die technische Ausführung ist großartig, die Handlung irgendwie stellenweise doch arg aus den Fingern gesaugt. Ich mein, dass das hier fiktiv ist, verstehe ich. Aber bei Okkultismus und Nazis schellen bei mir die Alarmglocken. Das kann eigentlich nicht gut werden - aber irgendwie kriegt man das hin, es nicht komplett scheiße werden zu lassen. Liegt höchstwahrscheinlich an der visuellen Umsetzung.