Mittwoch, 27. Mai 2026

Film der Woche#679: The Munsters (2022)

Okay. Irgendjemand muss es ja machen. Ursprünglich habe ich mir vorgenommen, wieder mal eine Art Marathon zu machen. Thema wären die "Munsters". Ich hätte mir eine Folge der Original-Serie vorgenommen, jeweils eine der Nachfolgeserien als auch die paar Fernsehfilme die es so gibt. Und anschließend dieses Werk von Rob Zombie von 2022. Aber dann dachte ich mir, dass ich eigentlich keinen Bock drauf habe und schließlich beschloss ich einfach "straight to the point" zu gehen. Here it is. Das Remake der ursprünglich schwarz/weißen Fernsehserie aus den 1960er Jahren. 


"The Munsters" von 2022 fungiert quasi als Prequel zu der Serie und erzählt die Backstory der einzelnen Charaktere. Die da wären: Herman Munster (Jeff Daniel Philipps), Lily Munster (Sheri Moon Zombie) und Lilis Vater - der Graf (Daniel Roebuck). Doch eins nach dem anderen. Bevor sie eine Familie mit Kindern wurden war alles ganz anders:

1960er Jahre (?), irgendwo in Transylvanien. Der verrückte Wissenschaftler Dr. Henry Augustus Wolfgang (Richard Brake ) ist von der Idee besessen einen künstlichen Menschen zu bauen, natürlich aus Leichenteilen. Also durchsucht er zusammen mit seinem Assistenten Floop (Jorge Garcia) verschiedene Friedhöfe. Es fehlt noch ein Gehirn. Kürzlich ist ein Astrophysiker namens Shelly von Rathbone gestorben. Also beauftragt Henry Floop damit, sein Gehirn aus der Leichenhalle zu stibitzen. Dummerweise ist zum gleichen Zeitpunkt dessen Bruder, der unlustige Stand-Up-Comedian Shacky von Rathbone ebenfalls gestorben. Natürlich verwechselt Floop die beiden Leichen. Und so entsteht eine relativ unbedarfte, ziemlich dämlich daherkommende Kreatur - angelehnt an Boris Karloffs Rolle als Frankensteins Monster. Man gibt ihn den Namen Herman. So wird Dr. Henry bei der "Premiere" des Monsters im Fernsehen blamiert, weil dieser versucht das Publikum mit schlechten Jokes zu unterhalten. Ganz woanders: Lily Gruesella (Sheri Moon Zombie), die Tochter des Vampirgrafen (Daniel Roebuck) und irgendwann mal Erbin dessen Schlosses verliebt sich in Herman als sie ihn im Fernsehen sieht. Dieser versucht sich nun als Rockmusiker und als er Lily tatsächlich mal backstage sieht, verknallt er sich ebenfalls. Gleichzeitig versucht die Ex-Frau des Grafen, Zoya Krupp (Catherine Schell) ihm um sein Anwesen zu betrügen. So erpresst sie seinen Sohn, den Werwolf Lester (Tomas Boykin) dazu seinen Vater zu überzeugen, das riesige Schloss zu verkaufen. Das klappt allerdings vorerst nicht - doch der Plan geht schließlich auf weil Lilly den dümmlichen Herman heiratet, der ohne viel nachzudenken einen ihm von Lester gezeigten Vertrag unterschreibt. Das frisch gebackene Ehepaar und der Schwiegervater sind nun gezwungen, sich eine neue Bleibe zu suchen. 

Das positive zuerst. Die Kostüme, das Bühnenbild, das Make-Up. Alles absolut große Klasse und definitiv in der Lage, die Originalserie nachzubilden. Der Soundtrack ist eine Mischung aus Garage/Surf Rock und Rockabilly/Psychobilly. Der eine Song den Herman in der Bar performt, der auf stupiden Jokes basiert, ist großartig. Auch das Cover von Sonny Bono und Chers "I Got You Babe" von Sheri Moon Zombie und Jeff Daniel Philipps ist wirklich Top Notch. Und natürlich die Tatsache, dass die Schauspieler mehrere verschiedene Rollen spielen. Das find ich wirklich großartig. So ist Sheri Moon Zombie nicht nur Lily sondern auch auch eine Nachrichtensprecherin im Fernsehen, Daniel Roebuck ist der Graf als auch der Fernsehmoderator Ezra Mosher und zu guter letzt spielt Jeff Daniel Philipps sowohl Herman als auch den Stand-Up-Comedian dessen Gehirn aus Versehen geklaut wurde. "The Munsters" schafft es das Feeling der 1960er Sitcom rüberzubringen. Es ist alles genauso simpel gestrickt bzw. stupide. Und darin liegt gleichzeitig auch das Problem des Films. Er bietet im Prinzip schon was neues, also eine Vorgeschichte - und es ist stellenweise wirklich witzig. Aber gleichzeitig auch so unfassbar kringelig, dass ich das Gefühl hatte mein Gehirn würde bald versagen. Es ist im Grunde genommen eine Fan-Made Production, erschaffen von einem sehr großen Fan der Sitcom: Rob Zombie, der das schon immer machen wollte und nun die Chance dazu hatte. Es hätte vielleicht als Serie funktioniert, für die absoluten Die-Hard-Fans. So wirkt der Film irgendwie unfertig und hat auch ein äh unfertiges Ende. Irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt. Jedenfalls habe ich jetzt definitiv noch weniger Bock mir irgendwas von der Original-Serie bzw. den Nachfolgern anzugucken. Da bevorzuge ich doch lieber die Addams Family. 

5,75/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 26. Mai 2026

Comic Book Review#677: Godzilla vs. X-Men (2025)

Um die Worte von DJ Khaled zu zitieren: "Another one."

Diesmal befinden wir uns, den Anschein nach, in den 1990ern. Zumindest sind die hiesigen Versionen der X-Men so gekleidet als würden sie der 1992er Zeichentrickserie entstammen. Der erste Schauplatz der Story ist die Küste von Japan. Godzilla greift den Hafen des technologischen Unternehmens "Tsugunai Robotics" an. Die ganze Situation wird vom Mutanten Shiro beobachtet. Der CEO der Firma

nimmt daraufhin, angeleiert durch Shiro, Kontakt zu Professor Charles Xavier von den X-Men auf. Die Mutantengruppe, angeführt von Cyclops, soll sich nun Godzilla vornehmen. Um den "King of the Monsters" angemessen bekämpfen zu können, stiehlt Remy LaBeau aka Gambit den "Super-Adaptoid". Dabei handelt es sich um ein kostüm-ähnliches Konstrukt, das in der Lage ist verschiedene Kräfte zu adaptieren. In Verbindung mit Pym-Partikeln kann es auch auf übermenschliche Größe wachsen. So setzen die X-Men es nach ihrer Ankunft in Japan an. Sie kombinieren darin ihre Superkräfte um gegen Godzilla vorzugehen. Fast schon wie bei einem Kampf a lá "Godzilla vs. Jet Jaguar". Doch Godzilla möchte nicht gegen sie kämpfen. Charles Xavier kann ja Gedanken lesen, doch die Gedanken Godzillas sind voll von Emotionen und nicht Worten. Irgendwas hat "Tsugunai Robotics" was Godzilla erheblich stört. Irgendwas unglaublich gefährliches.

Ohne hier großartig zu spoilern: Es gibt hier ein Comeback von Biollante, Battra und Rodan. Auf einem Haufen. Wie und warum genau, lasse ich an der Stelle mal offen. Es läuft alles nach einer alten Formel. Die Superhelden tauchen auf, um gegen Godzilla zu kämpfen. Doch es stellt sich heraus, dass er eigentlich nicht ihr Feind und die Sache etwas komplizierter ist. Ich muss sagen, an einem Punkt fand ich die Story überraschend gut. Ich hätte mir allerdings denken können, dass Xavier versuchen wird, Godzillas Gedanken zu lesen. Anyways: Die Story ist alles andere als schlecht, jedoch durchaus vorhersehbar. Es ist klar, dass die X-Men nicht wirklich gegen Godzilla kämpfen werden sondern gegen einen gemeinsamen Feind. Ich fänds ehrlich gesagt nicht schlecht, wenn es von vornherein so gewesen wäre - dann hätte man nicht diesen dummen "Achja, wusst ich's doch"-Moment. Und es wäre ein Ticken frischer gewesen. Es hat mir trotzdem Spaß gemacht.

7/10 Pfandflaschen
Made by: Fabian Nicieza, Emilio Laiso
Hier ein Video von NotifrikiTV:


Montag, 25. Mai 2026

Album der Woche#681: Isengard - Høstmørke (1995)

Wieder mal ein Album von einer Band/einem Projekt, dass ich schon länger reviewen wollte. Und hier ist es: "Høstmørke" von Isengard, den Ein-Mann-Projekt von Fenriz (auch bekannt als der ehemalige Schreihals und immer noch Schlagzeuger von Darkthrone). Erstes Album des Projekts nach den drei Demos "Spectres over Gorgoroth", "Horizons" und "Vanderen" die gemeinsam als Compilation "Vinterskugge" 1994 erschienen sind. 

Während Fenrizs Hauptband damals eher bekannt war für "Äääääähhrrrrrrrkkkk Äääääääääääääääährk" und Garagenqualität ihrer Songs (vor allem auf "A Blaze In A Northern Sky") ist Isengard (selbstverständlich nach der Festung in "Der Herr der Ringe" benannt) bekannt für die Garagenqualität der Songs allerdings mit einem "LALALALALALALALLALALLALALA HEY!". Was für ein Satz. Oh und es kommt auch ein "Tüdüdüdüdüdüdüdüüüüüü" dazu - auf dem Song "I Ei Gran Borti Nordre Asen". Der Großteil des Albums ist auf Norwegisch gehalten und bewegt sich irgendwo in Richtung Folk Metal. Es ist im Grunde genommen Musik um an einem nicht allzu heißen Tag irgendwo im Wald zu wandern und die Natur zu genießen. Bis auf die letzten beiden Songs "Thornspawn Chalice" und "Total Death", die schon eher wie Darkthrone klingen. Und zwar richtig richtig dreckiger Darkthrone. Ich verstehe kein Norwegisch aber ich weiß inzwischen dass "I Kamp Med Hvitekrist" "Im Kampf mit Christus" bedeutet. "Høstmørke" heißt sowas wie "herbstliche Dunkelheit". Es sind auch zwei Gastsänger zu hören. Nämlich Aldrahn und Vicotnik von Dødheimsgard.


Ich muss zugeben, es hat sich beim ersten Hören wirklich sehr ungewöhnlich angefühlt. Kann auch irgendwo Fenriz' Meinung nachvollziehen, dass er nicht verstehen kann wieso so viele Leute dieses Projekt gemocht haben. Es ist schon sehr anders als Darkthrone und könnte definitiv vorm Kopf stoßen. Allerdings war es genau das, was ich gebraucht habe. Ich wusste nicht so recht, was mich erwartet. Was ich dann bekommen habe, waren nordisch-romantisch anmutenden Klänge, klassischer Black Metal als auch cleaner Gesang. Gesang, den ich eher von einer dieser typischen Viking Metal Bands erwartet hätte, die plötzlich einen auf akustisch machen. Das bedeutet nicht, dass ich ihn nicht gemocht habe. Es war nur sehr viel anders. Doch nach mehrmaligen Hören hat mich dieses Album wirklich abgeholt. Grandioser Soundtrack für die Zeit von 5:15-5:35 bzw. den Weg zur Arbeit. Oder für irgendein Rollenspiel. 

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Thornspawn Chalice, Neslepaks, I Kamp Med Hvitekrist, Total Death


Donnerstag, 21. Mai 2026

My Favorite TV-Show: Superman and Lois

Ich habe mir geschworen, dieses riesige (oder doch nicht so riesige) Arrowverse hinter mir zu lassen. Tatsächlich habe ich mir beinahe jede Serie gegeben. Bis auf den Großteil der Webseries und der neueste Serie "Naomi", die erst vor paar Jahren erschienen ist und nicht fortgesetzt wurde. Das hier ist sozusagen der Abschied vom Arrowverse - für mich.

"Superman and Lois" spielt auf den ersten Blick auf der gleichen Erde wie die ganzen anderen Arrowverse-Serien (The Flash, Arrow, Supergirl etc.) - also, nachdem  alle möglichen Parallelwelten zu einer einzigen Erde zusammengeschmolzen sind, im Event "Crisis on Infinite Earths". Spätestens in der dritten Staffel wird es allerdings klar, dass dem nicht so ist. Allerspätestens. Es müsste eigentlich zu Beginn einleuchten, dass es eine andere Welt ist. Das Fernsehbild ist im anderen Format, andere Farben sind hervorgehoben und es gibt weniger, weit weniger Superheldenpathos zu sehen als in den anderen

Serien. 

Zu Beginn der Serie stellen wir folgendes fest: Clark Kent aka Superman (Tyler Hoechlin) und Lois Lane (Elizabeth Tulloch) sind immer noch verheiratet und haben inzwischen zwei Söhne im Teenageralter. Jonathan (gespielt zuerst von Jordan Elsass und dann von Michael Bishop) und Jordan (Alex Garfin) sind sehr unterschiedliche Typen. Während Jonathan der typische beliebte Schüler zu sein scheint, der auf Football steht ist Jordan der zurückgezogene Junge mit sozialen Ängsten. Beide wissen nicht, dass ihr Vater Superman ist. Gemeinsam zieht die Familie nach Smallville, der irdischen Heimat ihres Vaters. Dort trifft man auf alte bekannte, wie die einstige Liebschaft Clarks Lana Lang (Emmanuelle Chriqui) und ihren Ehemann Kyle Cushing (Erik Valdez) als auch deren Tochter Sarah (Inde Navarette) in die sich Jordan verknallt. Es geht viel um die Bindung zwischen Vater und Söhnen. Vor allem nachdem sie rausfinden, dass er Superman ist was zuerst ihr Vertrauen in ihn auf die Probe stellt. Weiterhin geht es um verschiedene Intrigen die von einem scheinbar typischen schmierigen Multimiliardär/Mogul Morgan Edge ausgehen. Auch Generationenkonflikte spielen eine Rolle als auch die Angst Supermans zu versagen. Familie ist ebenfalls eine der großen Themen, und zwar egal ob mit Blutsverwandtschaft oder nicht. Doch es kommen auch typische Superheldensachen vor: irgendjemand von einer anderen Welt hat es nämlich auf Superman abgesehen und versucht ihn zu schwächen.

Ja, vielleicht. Ja...vielleicht habe ich eine kleine Träne verdrückt als es zu Ende ging. Man wusste, dass es zu Ende geht - unter anderem weil man nicht in den filmischen Neustart des DC Universums reingrätschen wollte. So hat man eine Superhelden/Dramaserie so weiter entwickelt, dass sie sehr menschlich rüberkam. Wir kriegen einen anderen Blick auf den letzten Kryptonier. Er ist nicht nur Superheld oder Journalist sondern auch Ehemann und Vater. Mit der letzten Rolle hat er wirklich zu kämpfen. Es juckt ihn in den Fingern ein Helikopter-Elternteil zu sein und seine beiden Söhne rund um die Uhr zu beschützen. Doch er muss auch einsehen, dass sie ihren eigenen Willen haben. Mir hat es gefallen wie sowohl Jordan als auch Jonathan sich entwickeln. Und Clark ebenfalls. Doch auch Lois ist hier nicht bloß ein Anhängsel. Nicht umsonst heißt die Serie "Superman and Lois", weil sie sich vordergründig um sie beide dreht. Sie ist diejenige die klar machen muss, dass sie sterblich ist während Clark dass nicht sieht oder nicht sehen will. Wir kriegen auch mehr von ihrer "Investigative Journalistin"-Rolle zu sehen und merken, dass sie allerlei Arschlöcher die andere Menschen ausnutzen hinter Gittern sehen will und alles tut, damit das passiert. Wirklich grandiose, super menschliche Serie die ich wirklich sehr sehr genossen habe. Teilweise auf Englisch, teilweise auf Russisch und zuletzt auch in Ukrainischer Synchro. Kann ich nur empfehlen.