Dienstag, 18. August 2026

Comic Book Review#690: Catwoman/Tweety & Sylvester#1 (2018)

Wieder mal eine Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür.

Es handelt sich hierbei um einen von mehreren Comics aus einer Reihe von Crossover-Comics von DC. Darin treffen DC-Charaktere auf Figuren aus Looney Tunes Cartoons. In diesen One-Shot Geschichten trafen beispielsweise Batman auf den Jäger Elmer Fudd, Wonder Woman auf den Tasmanian Devil, Lobo auf den Road Runner oder wie ihr den Titel entnehmen könnt Catwoman auf das ungleiche Duo Tweety und Sylvester.


Zunächst mal befinden wir uns irgendwo in einer anderen Dimension oder so. Mehrere Hexen sind bei einem Treffen versammelt und streiten sich irgendwann welches Tier für immer sterben soll: Vogel oder Katze? Denn beides sind eigentlich durchaus gängige Begleiter von Hexen. So kommt es dass die beiden Hexen-Fraktionen aus der Looney Tunes Dimension zwei Cartoon-Character nach Gotham schicken: den kleinen Kanarienvogel Tweety und den reinrassigen Streunerkater Sylvester, der stets darauf aus ist den Vogel zu fressen. Sylvester trifft auf Catwoman und Tweety auf die Superheldin Black Canary. Die Hexen haben alles so manipuliert, dass wenn einer von den beiden Cartoon-Charakteren stirbt, alle Vertreter der jeweiligen Spezies auf der Welt sterben werden. Also nicht nur Vögel oder Katzen sondern auch menschliche Vertreter wie eben Catwoman oder Black Canary. Die beiden Frauen kämpfen gegeneinander und rufen aber auch nach Hilfe. So kämpfen auf Catwomans Seite solche Helden/Villains wie King Tiger, Cheetah, Catman oder Starfire (die von Katzen abstammt), auf Black Canarys Seite hingegen Hawman, Hawkgirl, Raven oder Robin. Es kommt zu einem heftigen Kampf - jeder gegen jeden. Bis man irgendwann erkennt, dass man manipuliert wurde. Die zweite Story ist im Looney Tunes Stil gehalten. Darin möchte Sylvester in das Apartment der Besitzerin von Tweety (einer netten alten Frau) einbrechen um den Vogel zu fressen, Catwoman aber auch, um Juwelen zu stehlen. Die beiden tun sich zusammen und kriegen am Ende von Black Canary und Tweety auf die Schnauze.

So weit, so gut. Kurzweiliges, lustiges Vergnügen. Alle von einer Spezies (oder so) tun sich zusammen gegen andere von einer anderen Spezies (oder so), nur um am Ende zu erkennen dass sie eigentlich nicht gegeneinander zu kämpfen brauchen. Sehr witzige Zusammenstellung. Ich feier das extrem, wie Tweety und Sylvesters Sprachfehler wieder prominent sind. So lispelt der Kater und der Kanarienfogel spricht das "W" wie ein "L", das "S" wie ein "T" oder "D" aus. Auch haut Tweety sowohl Sylvester als auch Catwoman mit einem übergroßen, cartoonesken Hammer auf dem Kopf. Wie schon oben gesagt: Sehr kurzweiliges Vergnügen, was im Grunde nur auf Unterhaltung abzielt. Super witzig und nur dafür da den Leser ca. 30 Seiten lang irgendwie zum Lachen zu bringen. Absolut verrückte Idee, die auch gar nicht auf die düstere Art durchgezogen wird. Geschrieben von Gail simone, gezeichnet von Inaki Miranda. Die Cartoon-Story wurde von Shea Fontana geschrieben und von Walter Carzon gezeichnet.

7/10 Pfandflaschen
Hier der Comic als Video von DC Universe:


Montag, 17. August 2026

Album der Woche#694: King Crimson - In the Court of the Crimson King (1969)

Ich wollte dieses Album schon so lange reviewen. Und weil dieses Jahr, zumindest in dieser Rubrik, das Jahr der verpassten und aufgeholten Chancen zu sein scheint, ist es jetzt soweit. Lange habe ich auch dieses Cover immer und immer wieder in irgendwelchen Bestenlisten gesehen und war durchaus daran interessiert, zu erfahren was denn eigentlich dahinter steckt. Und es ist ziemlich viel.


"In the Court of the Crimson King" ist das erste Album von King Crimson, die im Jahre 1969 aus Robert Fripp, Ian McDonald, Greg Lake, Michael Giles und Peter Sinfield bestanden. Es ist eines der Alben, die Progressive Rock überhaupt erst ins Rollen gebracht haben. Quasi sowas wie eines der Prototypen, wobei ich fast schon behaupten würde, dass es einzigartig ist. Es ist natürlich "progressiv", sprich es legt sich nicht fest auf typische Rock'N'Roll-Rhythmen, zieht die Songs unglaublich in die Länge (bis zu 12 Minuten) und manövriert irgendwo zwischen super entspannten, ruhigen Klängen ("I Talk To The Wind") und jazzigen, abgedrehten Wahnsinn geflutet mit einer Ficktonne an Bläsern, verrückten Schlagzeugspiel und verzerrten Gesang ("21st Century Schizoid Man"). Dennoch hat Progressive Rock, im weiteren Verlauf der Geschichte des Genres durchaus typische Bestandteile der Musik, die sich nun mal etabliert haben. 

Ich bin der Meinung, dass King Crimson anders als zum Beispiel spätere Pink Floyd nicht unbedingt in den "typischen" progressiven Klang fallen. Hier steht das Genre noch am Anfang und man kann, denke ich, natürlich noch nicht "festlegen" wie es klingen sollte. Zum Glück. Das Album ist meines Erachtens eine Art Spagat zwischen großartigen Ausraster und einer nicht weniger großartigen Meditationssenssion. So ist "21st Century Schizoid Man" so ziemlich das Gegenteil zum Titeltrack. Opener und Closer stehen in meinen Ohren für das gestresste Aufwachen und beruhigte Einschlafen. Es ist faszinierend. Nicht weniger faszinierend ist die Tatsache wie viel Instrumente hierfür verwendet wurden. Alleine Ian McDonald bedient hier ein Saxophon, Flöte, zwei Klarinetten, Vibraphon, Mellotron, Orgel, Klavier und Cembalo. Und natürlich singt er auch nebenbei. Den Hauptgesang übernimmt Robert Fripp (der inzwischen irgendwelche Instagram-Reels macht wobei er unter anderem Limp Bizkit covert). Heilige Scheiße, ist das überwältigend. Ich glaube an dem Punkt ist auch das Review zu Ende.

10/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: 21st Century Schizoid Man, Moonchild, In the Court of the Crimson King


Freitag, 14. August 2026

So isses, Musik!#217

FROM FIRST TO LAST: From First To Last

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Unterrubrik bei "So isses, Musik!". Diesmal geht es nicht um irgendwelche Listen oder ganze Discographies oder so. Stattdessen habe ich beschlossen von Bands die mich irgendwie interessieren bzw. die es eigentlich evtl. Wert wären, dass man einen Blick auf ihre Discography riskiert, das erste und das letzte Album zu reviewen. Und damit meine ich das letzte Album, das bisher veröffentlicht wurde. Für einige Discographies fehlt einfach die Zeit und manchmal auch die Lust. Und weil die Rubrik so heißt wie sie heißt, habe ich beschlossen als erstes der Post-Hardcore Band From First To Last eine Chance zu geben.

Das erste Album heißt....

"Dear Diary, My Teen Angst Has A Bodycount" (2004)

Nun, es ist wie es ist. Ein absolutes scene-iges Album, dass sowas von in irgendeinem us-amerikanischen Einkaufszentrum hätte aufgenommen sein können. Die Band bestand zu dem Zeitpunkt aus Derek Bloom (dr), Jon Weisberg (b,voc), Travis Richter (git,voc), Matt Good (git, voc) und Sonny Moore (voc, git). Nach seiner Zeit bei der Band war es für Moore zu Ende. Seine Stimme hat die Anstrengung nicht vertragen. Kurze Zeit später wurde er Dubstep DJ, bekannt als Skrillex. Aber das nur so am Rande.


FFTL sind vielleicht nicht mit My Chemical Romance zu vergleichen, aber wenn dann eher mit The Used. Das sage ich, weil es die einzigen zwei Bands aus diesem Spektrum waren, die ich in meinem Leben gehört habe. Es ist genau das was ich erwartet habe. Ein Albumtitel das ein Filmzitat von Wynona Rider ist. Songtitel wie "I Liked You better Before You Were Naked On The Internet" oder "The One Armed Boxer vs. The Flying Guillotine". Verschachtelte Lyrics, die sich anhören als würde man 10 Sätze gleichzeitig anstelle von nur einem sagen. Sonny Moore klingt besonders schwermütig, manchmal aber besonders verheult und traurig. Zum Beispiel auf "Emily". Meine Fresse, wenn ein Song Emo ist, dann ist es dieser. Er sollte eigentlich im Musik-Wörterbuch stehen, wenn man nachschlagen möchte was "Mall Screamo" oder "2000s Emo" sein soll.

Es ist insgesamt eher durchwachsen, midtempo und für meinen Geschmack doch ein wenig zu weinerlich. Ich mag es eher, wenn man seinen Schmerz rausschreit und wütend ist als traurig. Also, schlecht ist es nicht, aber nun mal nicht ganz mein Fall. Das isses.

Anspieltipps: Kiss Me! I'm Contagious, Note To Self, Ride The Wings of Pestilence
6/10 Pfandflaschen



...und das letzte Album

"Dead Trees" (2015)

Das letzte bisher veröffentlichte Album heißt also "Dead Trees" und wurde in der Besetzung Matt Good (git, voc), Travis Richter (git), Taylor Larson (git), Matt Manning (b), Ernie Slenkovich (dr) und Spencer Sotelo (voc) aufgenommen. Wie ihr lesen könnt, ist bis auf Matt Good und Travis Richter niemand mehr vom Line-Up des ersten Albums da. Nachdem Sonny Moore ausgestiegen ist, hat Matt Good den Gesang übernommen. Travis Richter stieg zwischendurch ebenfalls aus, ist hier aber wieder da. Am Gesang haben wir Spencer Sotelo, den Leadsänger der Prog/Djent Metal Band Periphery. Dieser variert seinen Gesang definitiv anders als Moore, allerdings ebenfalls zwischen cleanen und nicht
cleanen Vocals. Die Instrumentals gehen definitiv in eine andere Richtung - es hört sich "metallischer" an, progressiver, mehr wie eine mathematische Formel. Weitaus weniger scene-ig auch wenn das Albumcover das irgendwie so rüberbringt. Stellenweise höre ich auch definitiv etwas Nu Metal raus - und zwar marke Linkin Park bzw. Spineshank. Andererseits wird es auch ziemlich emo-mäßig, vor allem was den poppigen Gesang betrifft. Wirklich großartiges Werk. Gefällt mir wesentlich besser als das erste Album.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Black And White, I Solemnly Swear That I Am Up To No Good, 



DEUTSCHPUNK-FEGEFEUER:

DxBxSx – Der Mittelstand

Raphi:

"Drive By Shooting aus Berlin machen Musik, die verdammt nach Berlin klingt. Das Ganze klingt ein bisschen nach einer Mischung aus Stoner Rock, Deutschpunk, einer Suppe aus Bier und dem Boden eines Aschenbechers, und jeder Menge keine Lust auf Arschlöcher. Und zu den vielen Leuten, denen DxBxSx mal den gestreckten Mittelfinger zeigen wollen, gehören auch Neoliberale."

Philipp:

"Ich kann mit dieser Band aus Prinzip nichts anfangen, das könnte unter anderem daran liegen, dass Berlin für mich die überbewertetste Stadt Europas ist, Berliner für mich Pfannkuchen heißen und ich die Berliner Schnauze für eine Infektionskrankheit halte.
Zudem kann ich dieser Stadt einfach nicht verzeihen, dass einer meiner liebsten Musikerkollegen seine Thüringer Provinz für sie im Stich ließ und lieber dort sein neues Glück (murxpunx.bandcamp.com) suchte. Und es gibt kaum eine Band, die mehr nach Berlin klingt, aussieht und riecht als DXBXSX. Wer's mag. Ich gehe dann mal heimlich unter der Bettdecke "Ihr!Alle!Immer!" hören."

Ich:

Ich weiß nicht an welche Deutschpunk-Legende mich der Sänger erinnert. Aber irgendwie kommt mir die Stimme bekannt vor. Wirklich sehr kurzweilige Lyrics. "Unterstützt den Mittelstand, Mittelstand, Mittelstand (...) gebt die Kinder aus der Hand!". Ziemlich cooles Gitarrensolo. Und später noch ein Riff dass an "Too Drunk To Fuck" von Dead Kennedys erinnert. Eine ironische "Auseinandersetzung" mit dem äh Mittelstand, also irgendwie ein Mittelfinger an äh den Mittelstand. Es ist irgendwie....belanglos. Also, klar nach allen Regeln des Deutschpunks tatsächlich gut durchgespielt. Der Song bleibt im Ohr stecken und ist simpel aufgebaut. Ich finde das allerdings schon beim zweiten Durchhören äußerst nervig. Ich kann mir nicht vorstellen, ein ganzes Album davon anzuhören.

Dödelhaie – Stolz

Raphi:

"Die Dödelhaie haben einen ziemlich dummen Namen und waren eng mit Daily Terror befreundet. Auch musikalisch finde ich die Band aus Duisburg eher unangenehm und unreflektiert. Ein paar Hits hatten sie dennoch, und dazu gehört eben die stark verkürze Kritik am Nationalstolz namens „Stolz“."

Philipp:

Dass uns Raphael solch einen Sondermüll zum reviewen vorsetzt, zeugt von einer sympathisch sadistischen Ader. Die beschissene Band mit dem beschissenen Namen scheint es wohl tatsächlich immer noch zu geben, sie ziehen immer noch 16Jährigen das Geld aus der Tasche und lassen ab und zu durch Nazi-Hacker ganze Kontaktdatenlisten veröffentlichen. Das war zumindest das letzte was ich mitbekommen habe, bevor ich zu alt war, mich jemals wieder mit dieser Bums-Kapelle zu beschäftigen. Schlechte Musik für schlechte Menschen, schlechte Texte, die von 16jährigen Jungpunks wohl okay wären aber nicht von angeblichen Szene-Helden. Deutsche Exploited (so abfällig wie möglich gemeint.).

Ich:

Ich habe diese Band tatsächlich nie kontinuierlich gehört. Meiner Erinnerung zufolge hatte ich irgendwelche einzelnen Tracks, die es kostenlos zum Download gab. Zum Beispiel das Lied "Radikal". Ich verstehe den Bandnamen nicht. Was habt ihr mit Pimmeln und Haien? Warum macht ihr solch beschissene Musik? Okay, das Riff am Anfang ist irgendwie cool. Dieser Gesang und die Art und Weise wie der Sänger bestimmte Worte ausspricht ist unfassbar nervig ("in der Schweiiiiiiz!"). Der Text sowieso. Soll eine Auseinanderstzung mit Nationalstolz sein, klingt aber eher wie "ugga ugga wir singen das was andere schon gesungen haben". Meine Fresse, warum? Waruuuuuuuuuum? Mir fällt dazu dieses Meme ein mit dem alten Mann der sich vor seiner Haustür auf den Boden legt, weil irgendjemand ihn dahin gepinkelt hat und er dabei "waruuuuum was hab ich dir getaaaaan?" schreit.

DritteWahl – Sonne und Meer

Raphi:

"Den Song habe ich mir damals mit einem 28.8K Modem heruntergeladen und ich bereue bis heute keine der vielen Minuten, die ich dafür gebraucht habe. Bis heute riecht das Lied für mich nach frischer Seeluft und all dem Ekel, den ich auf meinem einzigen Besuch beim Force Attack Festival erlebt habe. Seitdem habe ich Dritte Wahl bestimmt vier mal live gesehen, aber kenne eigentlich bis auf „Hash“ und „Sonne und Meer“ fast keinen Song. Ich liebe aber das lange Outro und den Gesangseinsatz zu Beginn der zweiten Strohpe."

Philipp:

"Dritte Wahl waren tatsächlich eine der wichtigsten Bands meiner Jugend. Die erste Punkband, die ich wirklich für hart hielt, die erste Band, die mir musikalisch die Tür in andere Genres geöffnet hat und dazu noch echt annehmbare Texte hatte. Es gibt kaum eine andere Band, die ich zwischen 2007 und 2016 so oft live gesehen habe, von der ich jedes Lied von "Fasching In Bonn" bis "Gib Acht" frenetisch mitgrölen konnte und dafür bin ich bis heute dankbar. Mit allen Alben nach diesem Album und einer etwas unliebsamen Begegnung mit den Bandmitgliedern selbst haben sie mich leider völlig verloren. Das ändert nichts daran, dass sie ein paar wirklich großartige Songs geschrieben haben und immer herrlich unangepasst zwischen sämtlichen Stühlen zwischen Punk, Metal und irgendwie etwas peinlichem Rockertum saßen. "Sonne Und Meer" ist dabei bereits zu DDR-Zeiten entstanden und lässt einigen Interpretationsspielraum zu, ja könnte tatsächlich sogar von einer misslungenen Fluchtgeschichte handeln. Toller Song von einer einstmals tollen Band, die mittlerweile leider ziemlich belanglos geworden ist."

Ich:

Dritte Wahl sind jahrelang an mir vorbeigegangen. Ich weiß nicht ob es an dem Namen lag oder oder oder. Jedenfalls waren sie in meinem Kopf nie präsent. Vielleicht lag es auch daran, dass sie auf mich relativ unspektakulär wirkten. Wenn ich mir den Text so anhöre, kann ich Philipp nur zustimmen. Meiner Meinung nach geht es hier auch um eine Fluchtgeschichte. Vielleicht geht es dabei um jemanden aus dem Bekanntenkreis der Band. Ich mag die Zusammenstellung des durchaus einfachen aber intensiven Textes, etwas Gitarrensoli und einfachen Arrangement. Ebenfalls gefällt mir das Intro mit dem ausklingenden Schlagzeug, dem Meer und den Möwen. Es ist catchy und irgendwo wohl typisch Deutschpunk. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie theoretisch mein 17-jähriges ich auf der Mainwiese sitzt und Sangria trinkt und irgendwoher läuft dieses Lied aus einem Tapedeck.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Ulver Discography: Silence Teaches You How To Sing EP (2001)

Das nenne ichmal ein gelungenes Experiment. Erschienen zwischen "Perdition City" und dem Sountrack zu "Lyckantropen". Direkt danach werde ich mich übrigens mit einer ähnlich betitelten EP beschäftigen, die "Silencing The Singing" heißt. Aber das nur so nebenbei. 

Die EP besteht aus einem einzigen Song, der genauso heißt. Teile davon wurden für den Score des Horrorfilms "Sinister" verwendet, als auch dessen Sequel. Ich fand beide unsäglich schlimm. Aber das


auch nur so nebenbei. Das Werk ist wieder mal ein Beweis dafür, dass Ulver quasi alles können. Es ist nämlich nicht "Post Metal" oder "Synthpop" und nicht bloß "Ambient" sondern ein wirklich experimentelles Werk dass irgendwo in der Dark Ambient Sphäre anzusiedeln ist. Im Grunde genommen hört sich "Silence Teaches You How To Sing" an wie ein defekter Radiosender bei welchem man ganz lange nach einem Signal suchen muss. Man kriegt also typische Radiogeräusche zu hören. Statisches Rauschen, Surren, Wirren. Und dann irgendwann mal tatsächlich ein Musiksignal. Fast so als würde man durch eine post-apokalyptische Landschaft in seinem uralten Auto fahren und versuchen irgendwie ein Lebenssignal von überlebenden Menschen zu finden. Irgendwann kommt dann auch tatsächlich typischer Gesang von Kristofer Rygg. Ehrlich gesagt ist es ganz schön schwierig für Ulver, mich irgendwie zu enttäuschen. Auch hier schaffen sie es so überhaupt gar nicht. Es ist wunderschön, kryptisch und faszinierend.

8,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: lol es gibt nur einen Song



Mittwoch, 12. August 2026

Film der Woche#691: Justice League Double Feature#7

Justice League x RWBY: Super Heroes & Huntsmen, Part Two (2023)

Ach....Okay, also im letzten "Justice League Double Feature" gab es eine Kritik zum ersten Teil zu lesen. Diese könnt ihr hier nachlesen. Und äh naja, im Grunde genommen habe ich zum zweiten Teil nicht besonders viel zu sagen, ehrlich gesagt. Es ist im Prinzip eine sehr ähnliche Handlung, nur dass alles auf der Erde stattfindet. Sprich: Die RWBY-Jägerinnen gelangen auf die Erde und kämpfen gemeinsam mit der Justice League (die nun wieder erwachsen ist) gegen die Grimm-Monster. Es stellt sich heraus, dass hier hinter, wie im ersten Teil, eines der Gegner der JL steckt, eine äh KI namens Kilgore

- ihr Partner dabei ist Doctor Arthur Watts, der tatsächlich aus der Welt der RWBY stammt und irgendwie sein äh Bewusstsein digital in die andere Welt übertragen hat. Also, RWBY und Justice League kämpfen gemeinsam mit den Batman/The Flash-Schurken Killer Croc, Mirror Master und Weather Wizard gegen die Grimm Monster usw. usf.

Ich habe dazu nichts mehr zu sagen. Es ist scheiße, sieht aus wie eine Fortnite-Live-Übertragung, der Plot ist austauschbar. Es ist in meinen Augen absoluter Müll. Selbst wenn der Film an jüngere Zuschauer gerichtet ist, warum nicht trotzdem etwas anspruchsvolleres kreieren? Meine Fresse ey. Ich wollte eigentlich ein Bild von einem eingeschlafenen alten Mann in seinem Sofa hier drunter posten - sinnbildlich für mich während der Sichtung des Films, aber so gemein bin ich nun doch nicht. Anyway:

0/10 Pfandflaschen
Trailer:




Justice League: Crisis on Infinite Earths, Part One (2024)

Es gab ja vor einiger Zeit ein Comic Book Review zum gleichnamigen Comic. Und wie es der (nicht)Zufall will, kommt jetzt das Review zum darauf basierenden Animationsfilm.

Barry Allan (Matt Bomer) aka Flash durchlebt immer wieder Zeitsprünge in verschiedene Phasen seines Lebens, als würde er alles noch mal durchleben. Eines dieser großen Momente ist der Kampf von ihm, Batman, Superman, Wonder Woman und Martian Manhunter gegen den Androiden Amazo. Das ist schon der zweite Kampf, nach dem ersten wurde Superman verwundet und man suchte Hilfe bei Bruce Wayne aka Batman. Der erste Kampf war auch die quasi Inspiration für die Gründung eines Teams, der Justice League. Amazo hingegen wurde von einem Wissenschaftler namens Professor Ivo erschaffen - und von Lex Luthor missbraucht. Dieser beeinflusste den Androiden so, dass er anfing Superhelden ihre Kräfte zu rauben. Während der scheinbar unkontrollierbaren Zeitsprünge wird Barry aber auch zwei mal auf die Erde-3 geschickt, wo das skrupellose Crime Syndicate herrscht. Dieses besteht aus "bösen" Versionen der Justice League: Ultraman, Superwoman, Johnny Quick, Owlman und Power Ring.

Nachdem das CS Flash foltert finden sie durch sein Geständnis heraus, dass Multiversen existieren und beschließen andere Welten ebenfalls zu unterwerfen. Jedoch besteht eine multiverselle Gefahr. Eine Welle von Anti-Materie droht verschiedene Welten zu zerstören. Erde-3 ist als nächstes dran. Während eines anderen Zeitsprungs zu Barrys Hochzeit taucht ein Wesen namens Harbinger (Meg Donnelly) auf und fordert Flash und seine anwesenden Superhelden/Trauzeugen mitzukommen. Sie sammelt nämlich die besten Kämpfer/Schlaumeier/Taktiker von den verschiedensten Erden - im Auftrag eines die Welten beobachtenden Wesens namens Monitor (Jonathan Adams). Gemeinsam sollen nun die verschiedensten Superhelden einen Weg finden die Anti-Materie Wellen zu stoppen und somit auch die Zerstörung des Multiversums. Dabei sind nun zwei verschiedene Supermen, Huntress (die Tochter von Bruce Wayne von Erde-2), Robin (ebenfalls von Erde-2, zu dem Zeitpunkt hat der Erde-1 Batman noch keinen Robin), Green Arrow, Hawkman, Vixen, Mister Terrific - nur um ein paar zu nennen.

In erster Linie ist das eine interessante Story. Ich stehe drauf, wenn jemand wortwörtlich durch sein Leben springt und immer wieder alte Erinnerungen auffrischt. Was mir auch gefällt ist, wenn ein riesiges Team aus Helden von verschiedenen Welten gebildet wird. Tatsache ist aber, dass sowas mittlerweile eher eingesetzt wird um Nostalgie-Punkte bei alten Fans zu kassieren. Denn, es gab bis auf das Arrowverse-Serienevent keine vernünftige Verfilmung von "Crisis On Infinite Earths". Ich vermute mal, dass in diesem DC-Animated/wieauchimmersichdasjetztnennt-Universum dieser Film zu einem Reboot führen wird. So wie die Comic Reihe damals zu einem Reboot geführt hat. Einfach weil alles für neue Fans unübersichtlich wurde. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass es vor einigen Jahren auch einen Reboot gegeben hat, aus dem gleichen Grund. Überhaupt gibt es eine Reihe von Standalone-Filmen, zusammenhängenden Filmen und wenn man keine Ahnung von hat, muss man sich ganz schön einlesen. Anyway: Der Zeichenstil erinnert mich ein klein wenig an die DCAU-Serien aus den 90ern nur dass die Gesichter nicht ganz so kantig sind. Mir gefällt dieser Ausflug in unterschiedliche DC-Welten. Allerdings wirkt der erste Film wie eine Art Teaser. Nicht weil wenig passiert sondern weil noch viel mehr passieren wird. Es ist im Grunde nur ein Vorgeschmack für ganz schön viel Zeug. Ich hoffe es wird nicht komplett verhunzt indem man einfach nur einen Haufen Superhelden in eine Suppe schmeißt in der Hoffnung, es würde schon irgendwie funktionieren. 

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer: