Montag, 15. Juni 2026

Album der Woche#684: Ляпис Трубецкой - Рабкор (2012)

Ich erinnere mich noch ganz gut an Ljapis Trubezkoi. Die Band benannte sich nach einem Character aus dem Roman "12 Stühle" (von Ilja Iljif und Jewgeni Petrow). In den 1990ern und Anfang der 2000er war sie sehr populär in ihrer Heimat Belarus, Ukraine, Russland und anderen Ländern der GUS. 


Besonders ins Auge bzw. Ohr ist mir damals der Song "Au" aufgefallen. Es war eine Coverversion eines nicht unbekannten sowjetischen, russischsprachigen Schlagers, wenn ich mich recht entsinne. Im Video dazu wurden lustig wirkende Effekte eingesetzt und insgesamt machte die Band auf mich den Anschein als würde sie generell witzig sein wollen. Erinnere mich auch nur grob an ein paar andere Songs die auf MTV Russia liefen. Irgendwie war alles sehr humoristisch angehaucht. Nachdem ich schon Ewigkeiten nicht mehr in Russland war und auch nur die paar wenigen Bands aus meiner Kindheit weiter gehört habe, bin ich vor ein paar Jahren wieder auf "Ljapis" gestoßen. Und zwar auf das Video zu "Schelesnyj" (aus Stahl gemacht). Darin war die ganze Band in einer tristen Lagerhalle zu sehen. Sänger Sergej Michalok ist plötzlich nicht mehr der etwas dicke langhaarige lustige Typ. Stattdessen sehen wir einen trainierten, teils oberkörperfreien, angepissten Mann mit rasierten Kopf der über seine Kindheit im Altaj spricht und dass er eigentlich längst tot sein sollte. Schon vor zwanzig Jahren. Er hätte zwischen Steinen liegen sollen, schon längst. Darum sollte er keine Angst vor "diesen dummen Schweinen" haben und erst recht keine Angst um seinen aus Stahl gemachten Arsch.

Tatsächlich gab es eine Art Politisierung der Band. Seit 2011 haben sie ein Auftrittsverbot im diktatorisch regierten Belarus. Ich würde mal sagen, dass die Politisierung schon vorher statt gefunden hat. Auch musikalisch und textlich hat sich einiges verändert. So bewegt man sich nicht mehr im poppigen Comedy-Rock sondern irgendwo zwischen Ska-Punk und Hardcore. Mit Elementen von Dub und Reggae. "Rabkor" ist meiner Meinung nach ein Neologismus zwischen dem russischen Wort "Rab" (Sklave) und "Core". Es ist das erste Mal für mich, dass ich Songs auf Belarusisch höre. "Ne byt' Skotam!" (Kein Vieh sein) ist eine Vertonung eines Gedichts des belarusischen Dichters Janka Kupala. Darin geht es um die Grundbedürfnisse des Menschen, unter anderem "kein Vieh sein" sondern ein selbstbestimmter Mensch. Kupala ist auch der Urheber der Losung "Zhyve Belarus!" ("Es lebe Belarus!"). Ähnlich geht es auch später weiter in "Ubej Raba!" ("Töte den Sklaven"). Im Prinzip bedeutet es "töte den Sklaven in dir" bzw. "steh für deine Rechte auf". "Putinaroda" ("Wege des Volkes") behandelt satirisch das "Streben des Volkes nach Freiheit". Die Freiheit wäre dann "Wurst, Gas, Erdöl, Beförderung, Mindestlohn".

Meines Erachtens ein sehr abwechslungsreiches, politisch vertretbares und gleichzeitig sehr kurzes Album. Grade mal 35 Minuten. Professionell Revolutionäre Musik. Weckt Gefühle auf wie Wut, Selbstbewusstsein, Freude als auch Trauer. Besonders positiv möchte ich hervorheben, dass auch das Gefühl vertont wird, alleine in einer völlig brutalen Welt zu sein. Hilflos, als wäre man ein kleines Kind ("Liliput").

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Rabkor, Ne byt' Skotam!, Zhelesnyi, Putinaroda


Sonntag, 14. Juni 2026

So isses, Musik!#213

DEUTSCHPUNK-FEGEFEUER:

Wir sind nun mit "A" fertig und machen mit "B" weiter. Los geht's mit:


Raphi:
"Einen echten Klassiker haben wir noch. Getragen von dystopischen Synthies ist „Nazis Raus“ von der West-Berliner Beton Combo ein wahrlich geisterhaftes Stück Deutschpunk-Geschichte. Völlig zurecht wurde und wird das Lied immer wieder gecovert und neu interpretiert."

Philipp:

"Beim Buchstaben B begegnen wir mehreren Klassikern des deutschen Hardcore Punk, begonnen mit diesem. Ein Song so ikonisch, dass Slime ihn sogar live und als B-Seite gecovert haben. Viel ist mir ehrlich gesagt nicht über die Band bekannt außer dass sie aus dem Umfeld des heute noch ikonischen SO36 und des damals äußerst ikonischen AGR-Labels stammen. Die LP "Perfektion ist Sache der Götter" steht seit Ewigkeiten auf meiner Liste der Platten, mit denen ich mich näher befassen möchte, aber irgendwie immer hinten runter gefallen sind. Vielleicht ein Projekt für die Zukunft? Mit diesem Song haben sie sich auf jeden Fall für ewig ein Denkmal gesetzt, auch vor allem im Bezug zum Weird System Sampler von 1991. Textlich einfaches aber dringliches und ganz ganz großes Deutschpunk-Kino!" 

Ich:
Ich kannte eine Version dieses Songs bis jetzt nur von diesem "Nazis Raus!"-Sampler von Anfang der 90er. Diese war wesentlich "schwerer" und schneller. Und natürlich das Cover von Slime. Das hier ist komplett anders und kommt absolut unerwartet. Ein sehr langsamer Deutschpunk/Wave-Stampfer mit Synthesizer-Sounds der mir vorkommt wie eine Art abstruser Kirchenchor-Song der in einer abstrusen Deutschpunk-Kirche performt wird. Ich frage mich, weil ich die genauen Umstände nicht raus recherchieren kann: Wenn das hier vor der Auflösung der Band im Jahre 1985 erschienen ist - wer hat die Version auf dem "Nazis Raus!"-Sampler eingespielt? Ist es haargenau die gleiche Band oder hat man sich für eine Reunion kurz zusammengetan? Oder gibt es einfach zwei verschiedene Versionen des Songs von der gleichen Band? Jedenfalls, hier könnt ihr die andere Version anhören. Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

Die Bockwurschtbude – Müssen wir uns gegenseitig bekämpfen?

Raphi:

"Das Intro zum Album „Für eine Handvoll Bockwurscht“ beinhaltet eine Judas Priest-Referenz. Damit hat sich die Band direkt die ersten Sympathiepunkte eingespielt. Ein beliebtes Thema der Gruppe aus Frankfurt an der Oder sind szeneinterne Konflikte. So geht es bei „Der Schnorrerpunk bei Leipzig“ um Zecken, die auch bei anderen Punks klauen. Das Lied „Motor Suhl“ handelt unter anderem von den Kämpfen zwischen autoritären und emanzipatorischen Linken. Man bedenke: das Lied ist jetzt etwa zwanzig Jahre alt! Und dann ist da noch der Deutschpunkreggae-Knaller „Müssen wir uns gegenseitig bekämpfen?“, der gleich mehrere szeneinterne Probleme behandelt: Edgelords, Alkohol- und Suchtprobleme, und linke Macker. Habe ich erwähnt, dass das zwei Jahrzehnte her ist?"


Philipp:

"Fast wäre mein Review hier wahnsinnig kurz ausgefallen, die Band ist für mich persönlich erst wirklich relevant geworden als Deutschpunk-Legende Andreas Löhr als Bassist dazugestoßen ist, außerdem bin ich Vegetarier - daher schreckt mich der Name schon ab - und dieser Song ist irgendwie... Ska?! Oder Balkan Beat oder was weiß ich aber eigentlich nicht die Musik, die ich mir freiwillig anhöre.
Die Band aus FFO ist mir schon des öfteren über den Weg gelaufen - unter anderem sind sie recht gut mit der für mich in einer gewissen Lebensphase sehr wichtigen Band Telekoma befreundet und ich habe den ein oder anderen Saalepower-Sampler im Regal, auf dem die Band vertreten ist, wirklich nachhaltig beeindruckt hat mich aber bisher tatsächlich nichts.
Textlich mag das zwar nicht der Weisheit letzter Schluss sein aber hier haben wir es zumindest mit einem äußerst stabilen Song gegen unpolitische Spinner in der Punkszene zu tun. Also falls ich die Ironie verstanden habe, ich bin echt nicht gut mit sowas. Ich denke das geht schon in Ordnung." 

Ich:
Zuallererst: Ich find es gut, dass hier diese Themen angesprochen werden. Szeneinterne Probleme. "Das hat er nicht so gemeint", "du legst das falsch aus" usw. sind durchaus gängige Probleme als auch das Unverständnis gegenüber Leuten die kein Bock haben auf irgendwelche Edgelords die aus "Provokation" den rechten Arm heben. Man soll sich ja nicht so haben, es sei ja alles irgendwie Punkrock. Es ist sehr gut, dass eine Band genau diese Probleme anspricht - noch mal gesagt. Der Refrain ist verdammt catchy und simpel. Ich mag wohin sich der Song entwickelt - trotzdem nervt mich dieses Ententröten-Intro zu Beginn. Ich finde es zu albern für einen doch durchaus ernsten Song.



Boskops – Bulle Halt’s Maul

Raphi:

"Die Boskops aus Hannover waren vor allem in den 1980ern aktiv, und sind aus der vorhergehenden Band namens Blitzkrieg entstanden. Vier Alben und etliche Samplerbeiträge bescherten der Band in Westdeutschland und darüber hinaus. Auf ihrem ersten Album „Sol 12“ war der Titel „Bulle Halt’s Maul“ enthalten, der in seiner Einfachheit und (musikalischer) Brutalität nach seinesgleichen sucht. Und wenn mir jemand erklären kann, was mit der Drohung „… sonst gibt’s Banane“ gemeint ist, bin ich sehr glücklich."


Philipp:

"Aus den Überresten der Band Blitzkrieg - übrigens einer der häufigsten Bandnamen der Musikgeschichte, von NWOBHM über Rechtsrock bis zu Deutschpunk alles dabei - entstanden haben wir es hier mit absolut herrlichen Asis aus Hannover zu tun, man muss sich nur mal das "offizielle" Video zum Song "Leben" ansehen, pures Chaos, absolute Schnauzen, großartig. Musikalisch ist das Proto-Hardcore der etwas chaotischeren Sorte, zusammen mit Blut+Eisen diesbezüglich eine der wichtigsten Bands der Region."

Ich:
Es gibt diesen einen Song von Boskops der "Können Schweine schwimmen?" heißt. Er besteht im Grunde genommen nur aus "Poliere ihnen die Nase, Bullenschweineeeee". Hier ist es etwas anders. Immerhin gibt es einen ganzen zusammenhängenden Text. Allerdings höre ich tatsächlich "Banane" anstelle von "Randale" raus. Und das liegt nicht an Raphis Review. Damit bin ich scheinbar nicht alleine - das beweist auch die YouTube-Kommentarspalte. Fazit: Es mag sein, dass das hier zurecht als Klassiker gilt. Aber für mich klingt das doch etwas zu stumpf, zu sehr nach "hauptsache dahingeschissen".

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Rein in den .mp3-Himmel:

"Rockabilly, Rock'N'Roll & Surf" heißt der nächste Ordner und ich kriege Kopfschmerzen. Nicht unbedingt wegen des Inhalts. Sondern weil mir direkt einfällt, wer mir das alles geschickt hat. Eine Person die früher mal Punk war, dann Skinhead, dann Rockabilly und jetzt irgendso ein Gauleiter irgendwo im Osten oder Bayern ist. Keine Ahnung. Jedenfalls sind hier Unmengen an klassischen Rockabilly/Rock'N'Roll-Künstlern: Crazy Cavan, Buddy Holly, Johnny Horton, Link Wray. Wirklich großartige Klassiker. Dazu kommen noch so Garage Rock Bands/Künstler wie The Monsters oder The Sonics. Und natürlich der schwedische Rock'N'Roller Eddie Meduza - sogar mit Techno Remix. Insgesamt ein doch durchaus genießbarer Ordner, auch wenn mir die Musik irgendwann aus den Ohren bzw. Hals hing.

Der Ordner "Schwachsinn" ist tatsächlich voll mit...naja, um es mal kurz auszudrücken Comedy Bits, Ausschnitten aus Fernsehsendungen und richtig dummer Musik. Am dämlichsten ist vielleicht der Song "Opa war Kloputzer beim BGS" von einer Band namens Brutal Gartenzaun. Damit wollten sie einen gewissen Song einer gewissen rechtsradikalen Band parodieren - allerdings konnten das andere schon mal besser. Hier haben wir auch andere Parodien wie "Niemals zu den Toten Hosen gehen" von den Yeti Girls oder "Neckarstadt" (was eine Parodie ist von "Warschauer Pakt" von OHL) von den Pennerrockern von Kommando Vollsaufen. Dazu kommt noch Helge Schneider, Olaf Schubert, Floh De Cologne...oder Die Pest. Ich weiß nicht wer diese Band gegründet hat und auch nicht ob es sie noch gibt. Was ich da zu hören bekam war "Komm wir fressen eine Leiche, du das harte ich das weiche, du ein Auge ich das Ohr und dann singen wir im Chor: EVILLLLLLL". Den Song finde ich tatsächlich wieder auf YouTube. Was auch immer der Channel "Couchkartoffelsalat" heutzutage macht, ich hoffe er ist glücklich. Das Video ist schon 19 Jahre alt. Wow. Doch zurück zum Thema: Der wohl allerbeste Song in diesem Ordner ist auf jeden Fall "Moo" von Matterhorn Project.

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Achtung, achtung. Ich kündige hiermit folgendes an: Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es hier zumindest in nächster Zeit zu größeren Discography-Reviewreihen kommen wird. Es kann sein, dass es irgendwann in der Zukunft solche recht kurze Discographies wie die von Fear Factory oder Machine Head reviewt werden. Auch plane ich eine neue Subrubrik namens "From First To Last" (wie die Emo-Band, genau) in welcher schlicht und einfach das erste und letzte Album einer Band/eines Künstlers reviewt wird. Es gibt außerdem Bands die mich grundsätzlich nicht mehr interessieren, sodass ihre Alben hier einfach nicht mehr vorkommen werden. Dadrunter: Blink-182, Gorillaz, Green Day. Mehr fällt mir gerade nicht ein. Alles andere wird sehr wahrscheinlich hier vertreten sein. Sprich neue Alben von Bands/Künstlern die hier schon mal reviewt worden sind. Ulver, Rob Zombie, Mayhem, Opeth. Lange Rede, kurzer Sinn: Let's Go.

Rob Zombie Discography: The Great Satan (2026)

Neuestes Album von Robert Zombert oder Robert Cummings, wie der Mann früher mal hieß. Man könnte meinen, dass das neue Album nach all diesen verwirrenden ellenlangen Albumtiteln sowas wie "The Big Fat Fucking Fuckedy-Fuck of the Fuckery of the Fuckiest" heißen könnte. Aber nein. Es heißt einfach "The Great Satan". Kurz und knapp. 

Es macht den Anschein als würde sich RZ und seine Band (diesmal bestehend aus Ginger Fish (dr, ex-Marilyn Manson), Keys Mahoney (keyboards) und tatsächlich Riggs (git) und Blasko (b)) sich mehr um

die Musik als um das drumherum scheren. Zwar stehen Riggs und Blasko nicht in den Linernotes aber allem Anschein nach sind sie wieder Teil der Band. Das erste Mal seit "The Sinister Urge" bzw. "Educated Horses". Es ist also fast das gleiche Line-Up wie auf dem ersten Zombie-Album "Hellbilly Deluxe". Und das hört man definitiv raus. Man bewegt sich weg von sowas wie einen 70s-Hard-Rock-Revival (mit Grand Funk Railroad Cover oder ähnlichem) und zurück zu diesem Bastard aus Groove Metal und Industrial. "Heathen Days" zum Beispiel klingt für mich fast schon als wäre es auf "The Sinister Urge" erschienen, irgendwo zwischen "Feel So Numb" oder "Never Gonna Stop". 

Ich habe auch den Eindruck, dass RZ das erste Mal politisch wird - mehr oder weniger. So prangert er eine "Big Brother Mentalität" an im Song "F.T.W 84". Andererseits wird es in "(I'm A) Rock'N'Roller" richtig albern. So heißt es darin: "I'm an alligator/I'm a space invader/Well, I'm a rock 'n' roller/Well, I'm a rock 'n' roller/Well, I'm a rock 'n' roller/Wahhhh!". Das ist schon mal gut, dass man sich weiterhin nicht so ernst nimmt. Es ist fast schon so wie früher. Irgendwelche Songtexte die sich an B-Movies orientieren, die aber irgendwie irgendeinen sozialkritischen Anspruch haben (könnten) - die aber gleichzeitig viel zu kryptisch sind. Zum Beispiel "Black Rat Coffin". Einerseits findet RZ wieder zur alten Form zurück, andererseits liegt es nicht nur an ihm sondern an seinen Mitmusikern. Wiederum andererseits gibt es hier Songs, die ich links liegen gelassen hätte. "Sir Lord Acid Wolfman" und "Devilman" sind so uninspiriert und gefühlt in 10 Minuten geschrieben. Insgesamt ergibt das Album ein doch recht gutes Bild. Es ist bis auf 1-2 Ausfälle doch ein ziemlich kompaktes Album was nicht komplett "all over the place" ist. Sehr solide Arbeit und ein Beweis dafür, dass man es im Alter noch mal schaffen kann - vor allem wenn man die richtigen Leute um sich hat.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Punks and Demons, Heathen Days, Unclean Animals, The Black Scorpion


Mittwoch, 10. Juni 2026

Film der Woche#681: Future-Kill (1985)

Ich glaube, dass ich den Film (mal wieder) von Instagram habe. Das Poster ist von H.R. Giger designt worden und sieht einfach nur cool aus. Allerdings steht es im absoluten Kontrast zum Filmgeschehen. Worum geht es denn?

Wir befinden uns in einer alternativen Version der 1980er Jahre. Irgendwo in einer nicht näher benannten Großstadt. Auf einer Seite haben wir mehrere Jugendliche die eine Gang bilden und sich "Mutanten" nennen. Sie tragen post-apokalyptisch anmutende Kostüme und Make-Up um äh wie

"Mutanten" auszusehen. Einer von ihnen nennt sich Splatter (Edwin Neal aus "Texas Chainsaw Massacre"). Die Gruppe hat sich sich der Ablehnung von Gewalt verschrieben. Splatter allerdings, ist wirklich mutiert, und hat schon mindestens einen Menschen umgebracht. Der Rest der Gruppe fängt an, seine Persönlichkeit kritisch zu betrachten. Auf der anderen Seite: Eine Gruppe von Verbindungsstudenten, die eine Party crashen und dort einen Streich spielen. Im weiteren Verlauf der Story, beschließen sie, ähnlich wie die Mutanten in Make-UP verkleidet in die City zu gehen und dort "aus Spaß" einen Mutanten zu entführen. Das Vorhaben schlägt allerdings fehl und einer von ihnen wird von Splatter umgebracht. Was folgt ist ein fürchterliches Abenteuer in einer verdreckten, gewalttätigen Innenstadt. Schlußendlich tun sich die Verbindungsstudenten mit einigen der Mutanten zusammen um gegen Splatter vorzugehen, der selbst ganz sektenmäßig eigene Anhänger um sich geschart hat. Ein Verbindungsstudent fängt sogar an, sich in Dorothy Grim (Marilyn Burns aus "Texas Chainsaw Massacre") zu verlieben. Sie ist eine der Mutanten, die das ursprüngliche Vorhaben der Gruppe aufrechterhalten wollen. Nämlich "Raising awareness about toxic pollution".

Ich bin nicht der einzige den es so ergangen ist. Das Poster ist total cool und macht den Eindruck, es würde sich um einen düsteren, post-apokalyptischen Film handeln. Stattdessen kriegen wir eine unfassbar unlustige Fratty-Boys vs. Mutants Sci-Fi-Horror-Comedy. Die, um es noch mal zu betonen, unglaublich unlustig ist. Was hier zu sehen ist, ist sogenannter Frat Boy Humor. Sprich: Streiche spielen, horny sein und äh naja das wars. Doch es dauert nicht zu lange an. Der Film schlägt schnell um ins Düstere. Das Meiste was wir zu sehen kriegen ist die Flucht der Jungs vor Splatter und seinen Schergen. Das Make-Up ist cool. Auch der Auftritt der (Post-)Punk Band "Max and the Make-Ups" ist durchaus ein Highlight. Ach was sage ich... Es ist definitiv das Beste an dem Film. Ansonsten musste ich aufpassen entweder nicht einzuschlafen oder vor Langeweile zu kotzen. Es ist ein fürchterlicher Low-Budget-Film der innerhalb von sechs Wochen gedreht wurde und seine Aufmerksamkeit nur durch das Poster bekommen hat. Grausam. Wirklich unfassbar schlecht. Und nicht mal so schlecht, dass es witzig wäre.

1/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 9. Juni 2026

Comic Book Review#679: Godzilla vs. Thor (2025)

Endlich. Endlich ist es soweit. Tatsächlich der letzte Comic aus der Reihe von den "Godzilla vs. Marvel"-One-Shots. Und es ist endlich mal soweit: Ein Marvel-Superheld kämpft tatsächlich gegen Godzilla ohne am Ende irgendwie eine Art Frieden mit ihm zu schließen oder geschweige denn eine Allianz.


Es geht los im Hauptquartier der Untergrund-Assassinen-Organisation "The Hand". Die Archpriestess des Geheimbundes hat mehrere flüchtige Killer um sich herum versammelt. Doch nicht etwa, damit sie an ihrer Seite töten - die Frau selbst sieht Mord nämlich als etwas schönes und erstrebenswertes. Nein, die Männer werden geopfert und all das Blut wird benutzt um Godzilla wieder zu beleben. Genauer gesagt, das was von ihm nach seinem Tod übrig blieb: ein riesiges Herz. Schon bald stampft sich Big G wieder durch die Straßen von Tokyo bis ein ebenbürtiger Gegner erscheint: Thor hat die Schreie um Hilfe der Japaner gehört und taucht auf um Godzilla auf die Fresse zu hauen. Er schafft es sogar, Godzilla im Endeffekt einzufrieren. Doch Wochen später taucht "The Hand" wieder auf und schickt die Riesenechse mithilfe eines uralten Artefaktes nach...Asgard. Dort schlachtet Godzilla alle Götter ab, was am Ende Thor wieder auf den Plan ruft der grade noch irgendwo anders unterwegs ist um jemand anders die Fresse einzuschlagen. Es kommt zu einem immerwährenden Kampf zwischen Godzilla und dem Gott des Donners. Bis nach Hel.

Was für ein wunderbarer Haufen vollkommen verwirrender ineinander krachender Ereignisse. Ein Ninja-Assassinen-Geheimbund erweckt Godzilla wieder zum Leben indem es sein Herz in Blut von Mördern badet. Daraufhin kämpft Thor gegen Godzilla. Das ist so unfassbar bonkers. Schon wieder. Aber diesmal auf die Hau-Drauf-"Monster geh endlich zu Boden!"-Asgard-Sprech-Art. Scheinbar hat man sich das beste und witzigste für den Schluß aufgehoben. Was für ein herrlicher Blödsinn. Und dann auch noch so detailliert gezeichnet. Fantastisch

8/10 Pfandflaschen
Made by: Jason Aaron, Aaron Kuder
Hier ein Video dazu von DopeSpill Comics: