Donnerstag, 7. Mai 2026

Film der Woche#676: Texas Chainsaw Double Feature!

Allrighty then. Wir haben ja schon mehrfach mit Leatherface und seiner kannibalischen Familie zu tun gehabt. Zuerst im Original von Tobe Hooper, dann der völlig batshit insane gegangenen Fortsetzung (ebenfalls von Tobe Hooper). Dann natürlich der dritte Teil der irgendwie heraussticht und irgendwie eine Fortsetzung ist. Und natürlich hatten wir diesen äh Sequel oder wahlweise betrachtet ersten Reboot mit einem völlig meschugge gegangenen Matthew McConaughey und Reneé Zellweger. Nun sind wir bei den beiden Filmen angekommen die von Michael Bay produziert wurden. Es handelt sich um einen neuen Remake und einen Prequel dazu. Ich empfehle tatsächlich, den Prequel als zweites zu sehen weil man sich sonst spoilert. Aber naja, eigentlich sind gewisse Dinge im ersten Teil sowieso schon klar ersichtlich. Von daher, macht was ihr wollt.

The Texas Chainsaw Massacre (2003)

Dieser Film spielt nicht in der Gegenwart sondern genauso wie das Original im Jahre 1974. Eine Gruppe Jugendlicher, die quer durch die USA reisen (oder zumindest macht es den Anschein) um ein Konzert von Lynyrd Skynyrd zu sein ist grade aus Mexiko gekommen. Tatsächlich führen sie ein ganzes Kilogramm Gras mit sich, dass sie später verkaufen wollen. Das weiß allerdings nur ein Teil der Gruppe. Die Gruppe besteht aus Erin (Jessica Biel), ihren Freund Kemper (Eric Balfour), ihren Bruder

Morgan (Jonathan Tucker) als auch den frisch verliebten Pepper (Erica Leerhsen) und Andy (Mike Vogel). Zusammen sind sie in Kempers Hippie-Wagen unterwegs in Texas als sie ganz plötzlich halten müssen weil eine Frau dicht am Straßenrand entlangläuft. Sie nehmen sie per Anhalter mit. Die Frau (Lauren Christine German) sieht sehr mitgenommen aus. Ihr wurde offensichtlich schwerste Gewalt angetan. Als sie merkt, dass das Auto in eine ihr (leider) bekannte Umgebung fährt gerät sie in Panik und schreit. Kurzerhand zieht sie von irgendwo aus ihrem Kleid einen Revolver und schießt sich in den Kopf. Nun ist die Gruppe drauf angewiesen ihren Leichnahm bei den zuständigen Stellen zu melden. So geraten sie durch einen Tankstellenshop an den örtlichen Sheriff Hoyt (R. Lee Ermey auch bekannt als Gunnery Sgt. Hartman aka "Ihr werdet mich nicht mögen weil ich hart bin" aus Full Metal Jacket). Es stellt sich heraus, dass der Sheriff teil der eben bekannten und gefürchteten Kannibalenfamilie ist - einer deren Söhne ist der ebenfalls nicht unbekannte Leatherface der Masken aus Menschengesichtern näht und sie trägt. Und natürlich eine Kettensäge schwingt. Der harmlose Ausflug wird zu einem Kampf ums Überleben. 

Ja. Was soll ich sagen. Nach heutigen Standards: Ein bisschen arg eklig, viel Gore und wenig Grusel. Aber viel Ekel. Ehrlich jetzt. Man spart sich das "trashige" direkt und kommt zu einer sehr stumpfen und überhaupt nicht witzigen Gewaltorgie. Es wird nur so geschlachtet, alles ist irgendwie im dunkelgrau gehalten. Und am Ende überlebt natürlich eine einzige Person. Das "Final Girl". Ihr könnt euch ja denken, wer das ist. Sheriff Hoyt ist dabei der widerlichste Character überhaupt. Und zwar so sehr, dass man ihn wirklich hasst und sich darüber freut wenn er eins auf die Nüsse kriegt. Es ist ein "moderner" Aufguss eines Klassikers. "Modern" heißt hier allerdings Folterpornohorrorfilme wie "Saw" bzw. dessen Fortsetzungen. Ich stehe nicht auf diese Art von Horrorfilmen. Ich mag es zwar wenn der Bösewicht auf die Nüsse kriegt - aber der Weg dahin ist ein äußerst schwieriger. Unangenehm, ekelhaft, stumpf und macht ehrlich gesagt auch nicht wirklich Spaß. Viel geiler fände ich übrigens wenn die Musik von der Soundtrack-CD hier auch wirklich vorkommen würde: Static-X, Mushroomhead, Motograter usw. usf. Eben typischer Nu Metal Soundtrack von Horrorfilmen der 2000er Jahre. Das hätte den Film vllt. minimal besser gemacht. Naja, was soll's.

3/10 Pfandflaschen
Trailer: 



The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)

Nun sind wir also bei der Vorgeschichte zum vorherigen Film angekommen. Ich liebe ja Vorgeschichten und ich finde diese hier durchaus nicht uninteressant. Die Ausführung macht es allerdings etwas schwerer den Film irgendwie gut zu finden.

Zunächst befinden wir uns im Jahre 1939 in Texas. Eine schwangere, sichtlich überarbeitete Mitarbeiterin eines Schlachthofs bringt ein Kind zur Welt, während ihrer Schicht. Der vom Anblick des Kindes angewiderte Schichtleiter schmeißt das Kind in die Mülltonne. Kurze Zeit später wird es von Luda Mae Hewitt aus der Tonne geholt und als Sohn aufgenommen. Dreißig Jahre später, im Jahre 1969 (also vier Jahre vor dem vorherigen Film), lebt das Kind unter dem Namen Thomas (Andrew

Bryniarsky) bei der Familie Sawyer. Sein Gesicht ist mißgebildet und er arbeitet als Schlachter im selben Schlachthof dessen Schichtleiter ihn einst als Baby in die Mülltonne geschmissen hat (!). Doch die Zeiten sind vorbei. Der Schlachthof wird geschlossen, die Kleinstadt stirbt langsam aus. Als Thomas sich weigert zu gehen, wird der Schichtleiter sauer - sodass Thomas ihn umbringt. Als Thomas' Onkel Charlie (R. Lee Ermey) vom Sheriff Hoyt abgeholt wird um die Situation zu beschwichtigen, eskaliert diese hingegen noch weiter. Charlie bringt Sheriff Hoyt um und nimmt seine Identität an. Da bis auf die Familie niemand mehr in der Stadt/Dorf wohnt und sie der Hunger treibt, stellt der "neue" Sheriff Hoyt die Ernährung seiner Familie um - auf Menschenfleisch. Achja, "Hoyt" wohnt zusammen mit seinem adoptierten Neffen Thomas und seinen Adoptiveltern: Luda und Monty. Zufälligerweise (wie im ersten Film auch) sind zwei Pärchen grade in Texas unterwegs. Die beiden Brüder Dean (Taylor Handley) und Eric (Matt Bomer) zusammen mit ihren Freundinnen Chrissie (Jordana Brewster) und Bailey (Diora Baird). Eric macht grade Fronturlaub und bald geht es zurück nach Vietnam. Er will seinen Bruder mitnehmen, doch dieser will den Wehrdienst verweigern.

Nun. Ich finde Vorgeschichten grundsätzlich interessant. So ist es auch hier. ich fand's interessant zu erfahren, dass Sheriff Hoyt sich eine andere Identität angeeignet hat. Ich dachte früher mal, dass er ein "einfacher" degenerierter war. Ich mein, das ist er auch, aber er war nie ein Sheriff. Jedenfalls ist die Backstory von Leatherface (aka Thomas Hewitt) gar nicht mal uninteressant. Ein "hässlicher" Außenseiter mit entstellten Gesicht, den niemand verstanden hat wächst unter Psychopathen auf und liefert ihnen Menschenfleisch. So weit, so okay. Alles andere ist wirklich brutalster brutalinsky-gore und splatter und gore und splatter und jede Menge Sadismus. R. Lee Ermey lässt hier wirklich den Drill Instructor raushängen - nur auf eine besonders widerliche Art und Weise. Im ersten Film gab es einen witzigen Moment: Leatherfaces Arm wurde abgehackt und er sah dann zu wie eben jener Arm sich auf dem Boden zusammen mit der angemachten Kettensäge dreht. Hier gibt es auch einen witzigen Moment: Montys Beine werden abgehackt, aus chirurgischen Gründen, weil ihn ins Knie geschossen wurde. Aber wieso beide Beine? Sheriff Hoyts Begründung: "Symmetrie?". Ansonsten ist der Film grade mal so genießbar - vllt. nur wegen der nicht-crazy Charaktere. Meine Fresse, ist das hohl.

4/10 Pfandflaschen
Trailer:


Mittwoch, 6. Mai 2026

Comic Book Review#674: Godzilla vs. Fantastic Four#1 (2025)

Achtung! Die nächsten Monate werden all diese "Godzilla vs. Marvel"-One Shots auf diesem Blog vorkommen. Einer nach dem anderen. Zuerst hatten wir ja diese Justice League vs. Godzilla vs. Kong Crossover von DC/Legendary Pictures/TOHO. Nun sehen wir uns an, wie die Fusion von Marvel/Toho funktioniert. Interessanterweise hatte Marvel schon mal Godzilla Comics rausgebracht. Ein Review dazu findet ihr hier. 


Bei den One Shots handelt es sich quasi um Momentaufnahmen aus der Zeit von 1954 bis heute (?). Im ersten trifft der King of the Monsters auf die Fantastic Four im New York. Man nimmt sogar Bezug auf den ersten Film, in welchem Godzilla scheinbar besiegt wurde. Doch hier ist er wieder von den Toten zurück und greift New York an. Reed Richards, Susan Storm, Johnny Storm und Ben Grimm bündeln ihre Kräfte und verwandeln ihre Operationsbasis in eine Art elektrische Falle. So kommt es, dass der Gigant einen ebenso gigantischen elektrischen Schock erleidet und (scheinbar) bewusstlos wird. Doch das Problem ist noch lange nicht gelöst. Der schnell herbeigeeilte, ehemalige Herold des Weltenfressers Galactus klärt uns auf, was uns bevorsteht: Galactus hat einen neuen Herold, den er mit der kosmischen Kraft ausgestattet hat - ählich wie einst den Silver Surfer. Nämlich King Ghidorah, den dreiköpfigen Drachen und einen der fiesesten Gegner Godzillas. Er ist nämlich der einzige Herold, der es schaffen würde, die Erde komplett zu zerstören, sodass Galactus einen vollkommen geschwächten Planeten konsumieren kann. Die einzige Lösung für das neue Problem ist: Godzilla ebenfalls mit kosmischen Kräften auszustatten. Silver Surfer opfert also seine Kräfte und schon bald kämpfen Godzilla zusammen mit den Fantastic Four gegen King Ghidorah. 

Ich habe ja letztens diese oben erwähnten Justice League vs. Godzilla vs. Kong Crossover gelesen. Sie waren spaßig, gleichzeitig aber ziemlich hohl. Hier ist das Gegenteil der Fall. Da die F4 zu 3/4 aus Wissenschaftlern bestehen, geht es hier auch irgendwie wissenschaftlich zur Sache: Ein ganzes Gebäude in eine "electrical booby trap" verwandeln, mit den lichtbrecherischen Unsichtbarkeitskräften von Susan Storm ein riesiges Abbild von Ben Grimm zu kreieren sodass Ghidorah abgelenkt ist. Fantastisch, wirklich. Ansonsten ist das hier feinstes Monstergekloppe, was sich jedoch auf zwei Monster und vier Helden beschränkt und nicht auf drölf Monster und drölf Helden ausweitet. Meine Fresse ist das ein riesen Spaß. Man bringt quasi diese relative primitiven Kaiju-Kämpfe aufs Papier und verbindet sie mit den 1960er Charme der Fantastic Four. Ganz genau, wir haben es hier mit dem Godzilla der Showa-Ära zu tun. Insgesamt also das Beste vom Besten. Geschrieben von Ryan North und gezeichnet vom großartigen John Romita Jr. - dessen Werke ich das erste Mal vor rund 20 Jahren kennen gelernt habe, als er J. Michael Straczynskis "The Amazing Spider-Man" Run gelesen habe. 

8/10 Pfandflaschen


Dienstag, 5. Mai 2026

Album der Woche#678: Meat Puppets - Meat Puppets II (1984)

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf dieses Album kam. Wahrscheinlich hatte ich immer wieder einen Ohrwurm von Nirvanas Version von "Plateau" (diese eine Live-Aufnahme vom MTV Unplugged Album zusammen mit Chris und Kirk Kirkwood), sodass ich unbedingt wissen wollte, wie sich das Original anhört. Zuallererst habe ich mir allerdings das erste Album der Band (das einfach "Meat Puppets" heißt) und war ziemlich überrascht. Was mich dort erwartet hat, war völlig zügelloser noisiger Punk mit Lyrics die kein Mensch verstanden hat weil der Gesang sich wie inkohärentes, leicht betrunkenes Geschrei angehört hat. Es war spaßig.


Offensichtliche Led Zeppelin Anspielung: Das zweite Album heißt "Meat Puppets II" (also so wie das zweite Album von Led Zeppelin "Led Zeppelin II" heißt). Nun, es ist vollkommen anders als das erste. Bis auf 1-2 Ähnlichkeiten. So sind "New Gods" und "Split Myself In Two" absolute Cowpunk-Songs. Mit Cowpunk ist übrigens dieses Genre gemeint, dass schlicht und einfach Country und Punk miteinander vermischt. Ansonsten haben wir hier eine beinahe komplette Abkehr vom Punkrock. Stattdessen konzentrieren sich die Fleischpuppen auf Psychedelia, Bluegrass und musikalischen Surrealismus. "Plateau" beispielsweise handelt von einem Punkt im Leben, einer Art Ende einer Episode wobei man auf einem sprichwörtlichen Plateau steht - wie bei einem Highschool-Abschluß. Allerdings ändert sich danach gar nichts und der Punkt den man erreicht hat war gar nicht die Belohnung für all die Mühe. Der Weg dorthin war die Belohnung. "Climbing" behandelt eine Trennungssituation bei welcher der Verlassene anstelle sich mit eigener Einsamkeit auseinanderzusetzen, sich lieber weiterhin mit seiner Verflossenen beschäftigt. Insgesamt muss ich sagen, dass Sänger/Gitarrist Curt Kirkwood sich desöfteren in einem eher negativen, verächtlichen Licht betrachtet. Er macht sich auf eine durchaus traurige Art und Weise über sich selbst lustig. Man könnte es als surrealen Selbstmitleid bezeichnen.

Ein sogar für mein Geschmack recht ungewöhnliches Album. Ich mag all diese verschiedenen Aspekte die zusammen etwas eigenartiges ergeben. Etwas Punk, selbstmitleidiger Gesang, psychedelische Sounds, Country und definitiv irgendwelche halluzinogenen Drogen. Faszinierendes Album. So roh und lo-fi, wie es nur gehen kann.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Whistling Song, Plateau, Lake of Fire, New Gods, Split Myself In Two




Montag, 4. Mai 2026

Happenings des Monats: April'26

CULTHE FEST 2026 am 05.04.2026 in Café Sputnik/Sputnikhalle/Triptychon in Münster

Das Culthe Fest ruft mich seit 2019 (fast) ununterbrochen (glaube ich jedenfalls) zu sich und ich komme. Aber mittlerweile schon nur noch für einen Tag, weil ich mich für mehr weniger imstande fühle. Jedenfalls sind wir diesmal zu spät losgefahren, sodass als ich mich vor das Café Sputnik gestellt habe um TRISTIS zu sehen, ich bestenfalls einige Nacken und lange Haare gesehen habe. Der Laden war so voll, dass sich die Menge bis nach außen gestapelt hat. Sehr schade drum, allerdings bin ich jetzt in Besitz einer Platte, die bald auf diesem Blog ein Review kriegt (oder bereits zu dem Zeitpunkt ein Review schon gekriegt hat, I don't know). 


ASHENSPIRE ist ein richtig cooler Name. Leider hat er mir absolut gar nichts gesagt. Was mich dann in der Sputnikhalle erwartet hat war eine eigenartige Mischung aus Saxophonklängen, durchaus verwirrt wirkenden (Sprech)Gesang und irgendwie maschinell, fast schon industrial-esk wirkenden Gitarrenriffs. Was zur gottverdammten Hölle ist das bitte?, fragte ich mich in dem Moment, nur um dann spontan mitzuwippen, mich mitzubewegen und das tatsächlich irgendwie genießen. Geiler Scheiß. Und nun komme ich dazu, zu erklären wie alles musiktechnisch aufgeteilt ist. Im Café Sputnik und in der Sputnikhalle spielen die Meddl-Bands. Oben im Triptychon ist die Kunstausstellung (diesmal leider nix mitgenommen) und eher experimentelle Musik. ISKANDR waren dran mit absolutesten chilligen Ambient. Und mit chillig meine ich nicht entspannt sondern eine Anspielung auf "chilly". Also sehr kühl und als würde man in einer vollkommen verlassenen Gegend sitzen ohne zu wissen, wohin. Ich weiß nicht worauf man sich bei dem Bandnamen bezogen hat, aber "Iskandr" sind auch eine Reihe von russischen Raketen, die manchmal auf die Ukraine regnen. Als wir nach dem Auftritt runtergegangen sind um uns MAUD THE MOTH reinzuziehen, stellten wir wieder fest dass das Café bumsvoll ist. Wir entschlossen uns dazu, uns nicht durchzumogeln oder irgendjemanden zu stören. Stattdessen wartete ich beim Pizzabäcker auf mein Stück Pizza und hörte mir die Musik aus der allerhintersten Reihe an. Also, quasi wieder von außerhalb. Was ich gehört habe hörte sich an wie eine Mischung aus Diamanda Galas und Lingua Ignota. Also eine verzerrte Gesangsorgie, die super ungewohnt und daher verdammt cool ist. Daraufhin zog es uns wieder in die Sputnikhalle um die "besten" Plätze zu besetzen bevor THE GREAT OLD ONES die Bühne betraten. Diese waren glaube ich eine der wenigen Bands auf, meines Erachtens jeder meiner bisherigen Culthe-Fests die tatsächlich in das Schema gepasst haben. Eine Band die sich nach den altertümlichen Wesen aus H.P. Lovecrafts Werken benannt hat und ein Ctulhu-Relief auf der Bühne stehen hat. Hören sich an wie eine Mischung aus Mischungen. Meiner Meinung nach passen hier Paradise Lost als Vergleich, einige Riffs klangen aber auch wie Deafheaven oder Carcass. Sehr cooler Auftritt, sehr auf dem Boden geblieben. Very nice. Anstelle uns den Singer/Songwriter JONATHAN HULTÈN oben im Triptychon reinzuziehen zogen wir vor uns direkt ins Café Sputnik zu verziehen um die besten Plätze bei UNDERDARK zu ergattern, die bald darauf auftreten sollten. Und das war auch richtig so, denn schon bald wurde der Ort wieder dermaßen voll, dass ich sehr froh war um meinen Platz neben der Bühne. Was uns dann dargeboten wurde war phantastischer, hypnotischer Blackgaze von einer Band die super gerne mit dem Publikum interagiert hat. Leider hatte keiner von uns irgendwie die Nerven uns die letzte Band WARNING reinzuziehen, die als Ersatz für MELECHESH eingesprungen ist. Wir haben uns buchstäblich paar Minuten angeguckt, um sie mal gesehen zu haben. Danach ging's hause. Es war wie immer (bis jetzt) eine Freude für mich.

DISGUSTING NEWS + HETE + G.L.O.W. + THE WOLF I FEED in Hirsch Q, Dortmund am 18.04.2026

Ich war noch nie in der Hirsch Q. Ehrlich nicht. Tatsächlich ist das eine ziemlich ahnsehnliche linke Kneipe mit relativ ansehnlicher Männertoilette. Ich bewerte hiermit mit 7/10 Klobürsten. 

Leider konnte ich mir The Wolf I Feed (die aus lauter Dortmunder Punk Veteranen bestehen) nur zu 5% angucken. Grund war folgender: Mein Zug hatte Verspätung und obendrauf standen wir erst irgendwo im nirgendwo und dann kurz vorm Dortmunder Bahnhof. So bin ich nicht 5 sondern ganze 30 Minuten zu spät gekommen. Allerdings hat sich das was ich mir angehört habe doch durchaus stabil und alte-männer-aggressiv (nicht im bösen Sinne) angehört. Also doch verdammt gut. 

Nach einer kurzen äh Dampfer-Pause (für mich) waren dann G.L.O.W. dran. So nebenbei: Cool sich nach knapp 10 Jahren mal wieder gesehen zu haben, danke für die super Unterhaltung, Kollege D.
Zurück zum Thema: Sehr stabiler Hardcore Punk der es schafft weder in die pure Unterhaltungsschiene abzurutschen (Schema Bands mit lauter Samples aus RTL/Spiegel-TV-Reportagen zwischen den Songs) und sich gleichzeitig nicht so ernst nimmt (Schema "Ooga booga Szene Zusammenhalt haltet zusammen zusammenhaltne wir machen das hier seit 300 Jahren wir sind so ultra wichtig ihr seid so ultra wichtig). Es ist einfach nur guter Hardcore mit sehr conscious lyrics, die allerdings auch super verständlich und einfach gehalten sind. Als ich nach Hause kam habe ich mir die Lyrics auf dem Demotape angeguckt: In "Departure" heißt es zum Beispiel: "On and on there's noise and shouting. Everyday it's getting louder. These streets unrecognizable. All I'm longing for is silence." Meines Erachtens eine Absage an den Großstadtlärm - wenn ich das richtig verstehe. Achso und: Props für das Wegmachen von eigenen verschütteten Bier auf der Bühne. Ist leider nicht selbstverständlich heutzutage.

Nächster Halt: Hete. Irgendwie waviger, postpunkiger äh Punkrock mit allen vier Mitgliedern (oder fast allen), abwechselnd am Gesang. Teilweise nicht ganz so meins (gesangstechnisch vor allem). Musikalisch aber wirklich erste Sahne. Leicht chaotisch, gewürzt mit einer Ficktonne an Kunstnebel. Die Band wird desöfteren mit Hysterese verglichen - und das zurecht. Meiner Meinung nach sind sie eine Art leicht angetrunkener Cousin von Hysterese, der ab und zu zu Besuch kommt und dir weiszumachen versucht, dass man sich viel zu lange nicht gesehen hat - und dabei leicht angesoffen ist. Sehr unterhaltsam und sehr sympathisch.

Disgusting News waren zu dem Zeitpunkt laute eigener Aussage "zur Hälfte Weak Ties". Ich kann allerdings nicht sagen, welche Mitglieder bei Weak Ties sind weil ich mir Gesicher teilweise nicht so gut merken kann. Anyway: Für mich ein recht kurzer Auftritt weil ich los musste um meinen Zug zu erwischen. Aber das was ich gesehen habe, war sehr guter, sehr kurzer Fastcore (oder wie auch immer) mit sehr guten Ansagen dazwischen (unter anderem "dieses Lied ist von uns", "dieses Lied ist auch von uns"). Ich liebe ja solche eine Groteske. Jedenfalls: Großartiger Abend, ich habe keine Sekunde bereut, hingekommen zu sein. 

Stricher guckt sich endlich "Hellboy: The Crooked Man" (2024) an am 21.04.2026

Da steht "endlich" weil ich bis vor kurzem gar nicht gewusst habe, dass nach "Call of Darkness" noch ein weiterer Hellboy-Film rausgekommen ist. Diesmal handelt es sich allerdings um einen weiteren Reboot, der zudem in der Vergangenheit des Jahres 1959 spielt.

Hellboy (Jack Kesy) transportiert zusammen mit der BPRD-Agentin Bobbie Jo Song (Adeline Rudolph) eine riesige mutierte Spinne durch die Appalachen. Und zwar mit dem Zug. Als das Tier allerdings

ausbricht, entgleist ihr Zugwaggon und die beiden landen in den Bergen. Die Spinne kann nicht eingefangen werden, leider. Unter anderem, weil sie sich auch verkleinern kann und somit unauffindbar ist. Sie begeben sich auf die Suche und lernen dabei die Umgebung kennen. In einem im Wald gelegenen Dorf leben lauter Menschen die von einer alten Magie beeinflusst werden. Der "Crooked Man", eine Figure aus der amerikanischen Folklore terrorisiert seit Jahren die Gegend. Er hat einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen und erntet immer wieder Seelen der Menschen um irgendwann wieder reich zu werden. Bobbie Jo und Hellboy lernen zudem Tom Ferrell (Jefferson White) kennen, der einst ein Hexer war und nun sein Heimatort vom Bösen befreien will. 

Eins steht fest: Die Story wurde Hellboy-Schöpfer Mike Mignola mitgeschrieben und ist alles andere als schlecht. Es ist ein typischer Fall für eine Hellboy-Minisere. Der rote Teufel und ein(e) Partner(in) begeben sich irgendwo hin um eigentlich etwas ganz anderes zu finden und lösen einen anderen Fall. Dabei hagelt es Dämonen und schwarze Magie. Soweit, so normal. Das allgemeine Design der Umgebung ist cool, die CGI-Effekte durchaus in Ordnung. Hellboys Design gefällt mir nur so halb. Irgendwie erinnert mich das an ein Mid Budget Cosplay Versuch. Außerdem ist die deutsche Synchronstimme die gleiche wie bei Ron Perlman und passt nicht zu dem jüngeren Jack Kesy. Dazu kommen aber noch viele störende Faktoren. Dieser Hellboy hat wesentlich weniger Charisma und ist größtenteils hier um zu kämpfen und flotte Sprüche zu klopfen, die irgendwie zur Situation passen. Auch sein Selbsthass nehme ich ihn nicht wirklich ab. Dazu kommt noch die Ficktonne an Jumpscares, die irgendwann ordentlich nervt sodass man langsam kein Bock hat. Man sieht sofort, dass der Film fürs Heimkino produziert wurde. Wobei eigentlich heißt das heutzutage nichts, auch diese können super gut sein. Das ist aber leider nicht wirklich der Fall. Eine einst großartige Figur von der großen Leinwand wird zur Karikatur. Schade.

5/10 Pfandflaschen
Trailer: 





Dienstag, 31. März 2026

BLOGPAUSE VOM 01.04.-30.04.2026

Wie schon die Jahre zuvor, außer im Jahr 2025, mache ich im April eine Blogpause. hiermit kündige ich offiziell an:

BLOGPAUSE
VOM 01.04.-30.04.2026