Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile SIEBENUNDHUNDERTSTEN "Film der Woche" auf diesem Blog. Wir befinden uns bekanntlich im Horrormonat Shocktober. Darum habe ich mir gedacht, ich könnte dafür ein Franchise hier wieder reinbringen, dass ich unbedingt weiter gucken wollte. Und zwar das über den einen Nerd der in toxische Abfälle gefallen ist und zu einem mutierten Superhelden wurde. Es gibt ja auch einen neuen Film und den würde ich euch gerne vorstellen. Aber zuerst die anderen Sachen: Wir kennen ja den ersten, den zweiten und den dritten Teil. Bevor wir mit dem vierten und den Remake weiter machen geht es allerdings erst los mit:
Toxic Crusaders, S1E1: "The Making Of Toxie" (1991)
So wie gefühlt jede Filmreihe, die eher an Erwachsene gerichtet war - oder zumindest über Erwachsenenhumor verfügt hat, hat auch "The Toxic Avenger" eine Zeichentrickinterpretation bekommen. Ganz in Tradition von Swamp Thing, Rambo, Robocop oder später auch Die Maske, Ace Ventura und Dumb & Dumber. Diese Version von Toxie ist definitiv an Kinder gerichtet, allerdings finden sich hier auch Witze, die Erwachsene lustig finden könnten, die Kinder nicht verstehen. Es bleibt aber sehr sehr harmlos.
Die erste Folge ist im Grunde genommen eine Art Neuerzählung des Films. Der schmächtige jugendliche Melvin, der als Putzhilfe in einem Fitnesszentrum arbeitet wird Opfer von einem Prank und fällt in ein Fass mit toxischen Abfällen. Daraufhin verwandelt er sich in a) eine ältere Frau, b) einen schrecklichen Hollywood-Produzenten und dann c) in Toxie, wie man kennt und liebt. Als er zuhause
ankommt, fällt seine Mutter wegen seines Anblicks in Ohnmacht. So beschließt er auf die Müllhalde umzuziehen, wo er später die kurzsichtige Yvonne kennen lernt. Die beiden verlieben sich ineinander. Sie spricht mit einem Brooklyner Akzent und spielt Akkordeon. Der Bösewicht in der Serie ist nicht der korrupte Bürgermeister sondern eine Art außerirdischer Overlord mit vier Armen namens Czar Zoster, der mithilfe seiner Gehilfen Tromaville zu einer toxischen Müllhalde machen will. Toxie muss schnell den Helden spielen und beschützt auch Waisenkinder. Czar Zoster will nämlich das Heim abreissen und fängt an, die Kinder rauszuschmeißen. Er wird bei der Rettung von den Medien aufgenommen und berühmt. So werden andere Mutanten auf ihn aufmerksam und am Ende der Folge gründen sie gemeinsam eine Gruppe, um das Verbrechen und Umweltverschmutzung zu bekämpfen. Aus Toxie, Major Disaster und No-Zone werden die Toxic Crusaders.
Was soll ich sagen? Ich habe selten (nach Rambo natürlich) gesehen, wie ein Film für Erwachsene so perfekt kindertauglich gemacht wird. Toxies Stimme ist sehr sanft und freundlich. Es gibt in der ersten Folge bis auf Yvonne keine nennenswerten Nebencharaktere (okay vielleicht Melvins besorgte Mutter). Außer natürlich die Bösewichte und die anderen Crusaders. Sie sehen nämlich fast so aus als hätte sie jemand bei einer ordentlichen Runde Alkohol und anderen Drogen ausgedacht. Ganz vielleicht um sie später zu Action Figuren zu machen. Also, eigentlich sehr sicher. Ich meine, es war so. Im Prinzip ist "Toxic Crusaders" ein ellenlanger Werbespot für Actionfiguren. Und natürlich werden in der Serie noch weitere Verbündete (vielleicht?) und verschiedene Bösewichte vorkommen, die man allesamt als Actionfiguren verwursten kann. Also, so wie bei den Turtles oder G.I.Joe oder Thundercats oder He-Man oder Street Sharks oder Extreme Dinosaurs.
Fazit: Spaßig, mehr aber auch nicht.
7/10 Pfandflaschen
Intro:
Citizen Toxie: Toxic Avenger IV (2000)
Nun sind wir also am Ende der ursprünglichen Reihe angelangt. Falls ihr euch nicht erinnern könnt, was im letzten Teil passiert ist, so klickt hier.
Wir befinden uns wieder in Tromaville. In letzter Zeit terrorisiert eine Gang namens "Diaper Mafia" die Stadt. Natürlich ist es eine Anspielung auf die "Trenchcoat Mafia" und selbstverständlich wird in den Nachrichten besprochen ob Metal, Rap Musik oder Videospiele Schuld seien. Diesmal überfallen sie eine Schule für "besondere Kinder". Die in Windeln gekleideten Ekelfreds nehmen Kinder und Lehrer als Geiseln. Kurze Zeit später taucht der Toxic Avenger (David Mattey), verkleidet als Frau im Bikini. Zusammen mit seinem Sidekick Lardass (Joe Fleishaker) auf und versucht die Situation zu entschärfen. Naja, eigentlich reißt er Eingeweide aus und vermöbelt die meisten Idioten. Doch einer von den Spinnern (der in Wirklichkeit der Sohn eines neo-nazistischen Polizeibeamten ist und mit ihm zusammenarbeitet) hat eine Bombe, die er droht zu zünden. Lardass isst die Bombe mit Erdnussbutter auf, sie explodiert und alles scheint irgendwie im arsch aber halbwegs okay zu sein. Toxie hat ein Mädchen namens Sweetie Honey (Lisa Terezakis) und einen rebellischen Teenager namens Tito (Michael Budinger) gerettet. Die Explosion eröffnet allerdings ein Tor in eine andere Dimension, sodass Tromaville mit dessen Zwillingsstadt Amortville verbunden ist. So kommt Toxies Doppelgänger aus der anderen Dimension nach Tromaville. Sein Name ist Noxie und er ist ein Drogendealer der Amortville in Schach hält. Er ist ein Tyrann. Toxie gelangt nach Amortville und versucht dort mit noch mehr illustren Gestalten zu recht zu kommen. Währenddessen verlagert Noxie seine Schreckensherrschaft nach Tromaville und tut sich mit dem Nazi-Polizisten zusammen. Sie arbeiten daran, den hiesigen Bürgermeister (Ron Jeremy, bah) zu stürzen.
Nachdem ich schon so einige Troma Productions gesehen habe, war ich der Meinung, dass das alles zwar schon Bonkers ist, aber es noch mehr Bonkers gehen kann. Toxic Avenger 4 ist definitiv noch mehr bonkers. Man macht sich über alles und jeden lustig. Einerseits erscheint der Film so, als würde er sich über geistig Behinderte lustig machen, doch dem ist nicht so. Er zeigt viel mehr, dass ein Teil der Gesellschaft diese Menschen immer noch verachtet und nach außen so tut als wären sie "besonders". Nazis kriegen aufs Maul, KKK-Männer auch. Man zieht die Berichterstattung über Amokläufe durch den Kakao. Es gibt viel, sehr viel, Kunstblut, Kunstgedärme, Nacktheit, Gewalt und Scheiße zu sehen als auch sehr viele böse Schimpfwörter zu hören. Oh und Lemmy taucht auf. Habe ich das schon gesagt? Lemmy hat zwei kurze Cameo-Auftritte. Jedenfalls übertrumpft der vierte Teil den vierten noch mal in Sachen Absurdität. Aber er ist kaum zu vergleichen mit dem ersten, der noch so was wie eine düstere Komponente hatte. Ich hatte trotzdem unglaublichen Spaß daran.
7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:
The Toxic Avenger (2023)
Nun sind wir also am Ende des Franchises angenommen. Chronologisch betrachtet ist das also der bis jetzt letzte Film der TA-Reihe. Rausgekommen im Jahre 2023 auf irgendeinem Filmfestival (hab den Namen vergessen) und 2025(?) dann endlich auf DVD. Ich durfte mir das Ganze zuhause reinpfeifen. Geil.
"The Toxic Avenger" ist keine "Fortsetzung nach Jahren" sondern ein Remake des ersten Films. Dieser macht zwar gewisse Anspielungen auf das Original, ist aber stellenweise wesentlich ernster und bietet eine doch etwas andere Origin Story von Toxie. Diesmal geht es um den Hausmeister Winston Gooze (Peter Dinklage), der bei einem Pharmaunternehmen namens BTH arbeitet. Dieses verkauft sich nach außen als ein familienfreundliches, Fitness- und Gesundheitsförderndes Unternehmen. In Wirklichkeit ist BTH verantwortlich für unfassbar viel Umweltverschmutzung und diverse andere Dinge. Eine ehemalige Angestellte des Unternehmens, J.J. Doherty (Taylour Paige) trifft sich mit einem Investigativ-Journalisten um ihm gewisse geheime Informationen zu übermitteln. Dieser wird allerdings von der als Killer engagierten Nu Metal Band "The Killer Nutz" umgebracht. J.J. ist daraufhin flüchtig und wird fieberhaft von BTH gesucht. Winston hingegen lebt alleine mit seinem Stiefsohn Wade (Jacob Tremblay), nachdem dessen Mutter an Krebs gestorben ist. Bei einer ärztlichen Untersuchung findet man raus, dass Winston eine tödliche Krankheit hat. Er sucht Hilfe beim CEO von BTH, Bob Garbinger (Kevin Bacon), doch diese wird ihm verwehrt. So beschließt er einzubrechen und Geld zu stehlen. Allerdings wird er von den Killer Nutz umgebracht, die eigentlich hinter J.J. her sind und landet in einem Bottich mit giftigen Schlamm. Daraufhin verwandelt er sich in ein Monster, dass ein Mopp mit radioaktiven Schlamm als Wafffe benutzt (Luisa Guerreiro). Der Toxic Avenger ist nun geboren. Kurze Zeit später tun sich Winston/Toxie mit J.J. zusammen um BTH endlich zur Strecke zu bringen.
Zu den üblichen Themen Umweltschutz und Korruption kommen noch andere, die damals schon aktuell waren und es heute leider immer noch sind. Armut und die Unfähigkeit sich finanziell abzusichern, auch krankenversicherungstechnisch. Dazu kommt noch eine wesentlich realistische Darstellung eines awkwarden, unsicheren Teenagers der mit der Situation (Tod seiner Mutter und Leben mit Stiefvater) nicht wirklich zu recht zu kommen scheint. Dann natürlich der besagte Stiefvater der irgendwie der Meinung ist, dass alles okay ist, aber tief im Inneren weiß, dass es doch anders ist. Die Panik, als er erfährt dass er todkrank ist. Das ist alles ziemlich ernst. Ziemlich sehr ernst. Die over-the-top-Elemente die hier dazu kommen sind zwar nicht so over-the-top wie beim Original aber doch ziemlich over-the-top. Es ist, meiner Meinung nach, eine Art Dramedy mit Horrorelementen. Diese Nu Metal Band/Killerkommando von Mutanten ist einfach großartig lustig. Ebenso lustig ist es wie hier Arme und Beine abgerissen werden, Gedärme durch die Gegend fliegen oder Köpfe mit dem radioaktiven Mopp zerschlagen werden. Es ist herrlich witzig ohne jedoch zu trashig zu werden. Im Gegensatz zu "Citizen Toxie" gibt es hier keine übermäßige Nacktheit und keine Fäkalien (zumindest nicht in dem Ausmaß). Es ist im Grunde genommen eine "erwachsenere" Version von Toxic Avenger, die jedoch trotzdem zu unartig fürs normale Kino ist. Ich habe mich köstlichst amüsiert und hoffe doch auf eine vernünftige Fortsetzung.
Allrighty then. Die jährliche "Treehouse of Horror"-Ausgabe wird also mit der Ausgabe#16 ganze 16 Jahre alt und darf Bier trinken aber noch keine Zigaretten rauchen.
Diesmal haben wir es zuerst mit dem großartigen Evan Dorkin zu tun. Bekannt unter anderem für "Hectic Planet" oder "Milk and Cheese". Die erste Story wurde von ihm geschrieben und gezeichnet - und zwar in durchaus üblichen Simpsons-Stil. Bis auf die Gore-Elemente, die sind definitiv Dorkin-Style. Die Story heißt "I Screwed Up Big-Time and Unleashed the Glavin on an Unsuspecting World! ...I Totally Saved the Earth's Butt and Made the Glavin Cry Like a Little Wuss!". Darin nahm die Springfielder Schule teil an einer Exkursion in Professor Frinks Labor. Dieser präsentierte seine neueste Erfindung. Eine Art intergalaktisches Telefon, das in der Lage war andere Zivilisationen zu erreichen. Leider hat es ein Monster von einem anderen Planeten erreicht - das Glavin heißt. Glavin ist gleichzeitig eines der vielen Geräusche die Professor Frink von sich gibt. Neben Flavin oder Ga-Hoy. Ich finde das so anstrengend zu lesen, ehrlich gesagt. Jedenfalls kommt dieser Kaiju-Riese in Springfield an und fängt an alles zu zerstören und zu töten was sich ihm in den Weg stellt. Es überlebt so gut wie keiner und nichts kann ihn aufhalten. Nicht mal die geheimen übergroßen Family-Guy-Klone. Es ist saukomisch und furchterregend. Trotzdem muss ich sagen, dass der Gore-Faktor bei den Treehouse of Horror Comics definitiv gestiegen ist und es etwas unangenehm ist zu sehen, wie Cartoon-Figuren wie Lisa, Marge oder Homer totgetrampelt werden. Der Zynismus hier ist schon recht hoch - auch wenn der Ausgang der Geschichte durchaus cartoony ist. Dorkin bedient sich zudem an dem Stil des großartigen Jack Kirby. So sehen wir die typischen Kirby-Punkte, die bei der Teleportation von Glavin um ihn herum auftauchen.
"The Coff-Diddly-Offin" von Kelvin Mao (Story) und Kelly Jones (Zeichnungen) erzählt von den Versuch Ned Flanders seinen Sohn Todd wieder zu beleben. Leider hat Homer Simpson sein Defibrillator geklaut um sich damit einen Monte-Cristo-Sandwich zu machen. Todd stirbt und Flanders beschließt Homer eine Lektion zu erteilen. Er erschafft ein Gerät, das in der Lage ist Menschen lebendig zu konservieren/zu töten. Homer wird von ihm überzeugt, dass es sich um eine Art Food Machine handelt die übergeile Donuts macht. So besorgt Homer Donuts, überfährt auf dem Rückweg aus Versehen Ned und fällt aus Versehen in die Maschine hinein, die ihn mit Donuts vollstopft und sich selbstständig zum Friedhof macht. Homer wird vollgestopft mit Fett und lebendig begraben. Naja, keine wirklich neue Idee. Die Zeichnungen gefallen mir nicht wirklich. Sie haben was eklig-abstraktes an sich, aber nicht auf die gute Art.
"Tell-Tale Bart" von Peter Kuper: Bart Simpson macht diesen ekligen Trick mit dem Augenlid. Nur dass Nelson ihm ein Wedgie verpasst und das Augenlid so bleibt. Nelson droht Bart nun mit Konsequenzen. Wenn er Rektor Skinner erzählt, wer ihm das Auge verunstaltet hat und den Atomic Wedgie verpasst hat, bringt er ihn um. So wird Homer in die Schule bestellt - der zuvor eine diebische Elster durch das Springfield AKW gejagt hat, weil sie ihm ein Donut geklaut hat. Nachdem er seinen Sohn sieht bildet er sich ein, sein riesiges geschwollenes Auge wäre ein Donut. Kurze Zeit später fliegt die Elster (oder viel
eher eine Krähe) ins Haus herein, bringt den (radioaktiven) Donut mit und lässt ihn in Homers Bier fallen. Dieser wird nach dem Konsum verrückt und jagt den Vogel durch das Haus. Als er dann Bart gewürgt hat, weil ihn sein Auge gestört hat, hilft er den Jungen aus Versehen. Das Auge ist wieder normal. Doch Homer ist so von der Radioaktivität beeinflusst, dass er den Jungen tötet und seinen Leichnam unterm Boden begräbt. Er bildet sich aber daraufhin ein, als Chief Wiggum kurz zu besuch ist (um die Toilette zu nutzen), das Lachen des Jungen zu hören. Er kriegt außerdem noch Besuch von Usher (den R&B-Sänger). Und überhaupt ist das hier eine Anspielung auf diese Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe - und nicht die einzige in der Story. Sehr sehr sehr merkwürdig und super hastig erzählt. Irgendwie witzig und skurril. Leider endet alles in einem mehr als offenem Ende, dass den Leser nicht wirklich befriedigt. Also mich zumindest nicht. Der Stil ist durchaus cool und nah am Original-Stil der Simpsons. Storytechnisch habe ich allerdings leicht den Eindruck, man würde versuchen, so viele Shockelemente reinzubekommen um möglichst verstörend zu wirken, sodass man am Ende vergisst ein richtig gutes Ende zu schreiben. Aber spaßig wars immerhin.
"Homer goes to Hell!"! Erdacht von Lemmy Kilmister (ja, genau den), geschrieben von Tom Peyer und gezeichnet von Tone Rodriguez. Homer passt auf Bart und Milhouse während Halloween auf. Soll heißen: Er betrinkt sich bei Moe's während die beiden draußen gekleidet als Fall Out Boy und Frankensteins Monster auf ihn warten. Moe beschwert sich, dass seine Stammkunden zu Feiertagen zu wenig trinken (wegen Familie und so) und in diesem Zusammenhang beschließt Homer ziemlich betrunken doch nach Hause zu gehen. Auf dem Weg dorthin trifft er auf Maggie, die Fangzähne und Flügel hat. Zuhause angekommen stellt er fest, dass Marge tot ist und in einem Sarg liegt. Plötzlich geht die Tür auf und Bart in Begleitung von Lemmy sind da. Lemmy erklärt Homer, dass der Mythos Rockmusiker seien alle Satanisten tatsächlich stimmt. Er schickt ihn in die Hölle, wo unter anderem Adolf Hitler, Kaiser Wilhelm und Saddam Hussein gefoltert werden. Homer hat riesige Angst, nie wieder nach Hause kommen zu können. So bringt ihn Lemmy dazu, einen Vertrag zu unterschreiben (im Grunde einen Standartplattenvertrag). Er kriegt seine Seele und Homer kriegt sein normales Leben wieder. Eine relativ kurze Story, die genauso kurz den kommerziellen Geist des Halloween "kritisiert" und sich über das Satanistenklischee in der Rockmusik lustig macht. Der Gastauftritt von Lemmy (als auch Mikkey Dee und Phil Campbell, also den Rest von Motörhead) ist weder zu aufgeblasen noch zu kurz geraten, also genau richtig. Insgesamt also eine kurze, durchaus spannende Geschichte die aber genauso zynisch und makaber endet, wie alle anderen auch. Also, so wie die früheren "Treehouse of Horror"-Episoden der Serie.
Vielleicht nicht die allerbeste aller "Treehouse of Horror"-Ausgaben aber durchaus eine, die sich sehen lässt. Meiner Meinung nach.
Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren traditionsreichen "Album der Woche" bei "..,klar"! Tatsächlich gehen mir langsam die Ideen aus und ich weiß nicht, welches CoF-Album ich nächstes Jahr reviewen soll. Oder viel eher gehen mir nicht die Ideen aus, sondern die guten Alben der Band. Naja, jedenfalls habe ich den ganzen Blog abgesucht und habe festgestellt, dass...ich das erste Album bis jetzt hier gar nicht thematisiert habe. So ein Ding aber auch.
"The Principle Of Evil Made Flesh" ist das Debütalbum von Cradle Of Filth und tatsächlich sogar noch das Album welches von der damaligen Black Metal Szene noch irgendwie akzeptiert wurde. Im Gegensatz zu späteren Auswürfen von Dani Filth und seinem Besetzungskarussell an Band, das immer wieder als "untrve" verrissen wurde. Was wir auf "Principle" (wie ich das Album von nun an nennen werde) zu hören kriegen ist tatsächlich lupenreiner Black Metal, beeinflusst von der zweiten Welle an skandinavischen Bands als auch teilweise der ersten Welle. Im Grunde genommen also das BM-Paket was man als Jugendlicher so hört: Bathory, Venom, Celtic Frost, Emperor, Mayhem. Man versucht allerdings aus dem satanischen Image des Genres auszubrechen indem man das Thema "Satanismus" rein textlich eher so im Vorbeigehen nebenbei erwähnt. Textlich war das durchaus etwas neues. So klingen sowohl die Songtitel als auch die Texte wesentlich "romantischer" oder "gothischer" und werden trotzdem hingeschrien, hingekrächzt und hingegrunzt. CoF greifen auch auf Zitate von Hegel und englischen Poeten Swinburne. Thematisch bezieht man sich auf verschiedene Mythologien, zum Beispiel die ägyptische. Weiterhin geht es um den ziemlich christlichen Aspekt des "weiblichen Bösen". Wenn Gott ein Mann ist, so muss der Teufel eine Frau sein. Ein ziemliches durcheinander an Mythologien also. Lilith, Bastet, Ishtar, Eva... Die Songtitel bleiben kryptisch und äh "romantisch". "The Forest Whispers My Name", "Of Mist And Midnight Skies", "One Final Graven Kiss". Dazu noch kommt noch Keyboard-Tüdülü und eine entweder mit Schwefelhexafluorid oder technischen Hilfsmittel verstellte Stimme.
Ganz ganz wildes und durchaus punkrockiges, DIY-mäßiges Album. Selbst das Albumcover ist ein Stockfoto aus dem Repertoir des Photographen Nigel Wingrove. Im Gegensatz zu einigen späteren Alben der Band ist "Principle" noch gar nicht "zusammengeklatscht" oder "zusammengeschmissen". Es ist alles andere als lieblos sondern durchaus ein Werk, bei welchem man merkt dass hier irgendein Grundkonzept besteht. Grandios. Und das Keyboard-Tüdülü. Das feier ich sehr.
8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: A Dream Of Wolves In The Snow, Of Mist And Midnight Skies, The Forest Whispers My Name
"Über Fliehende Stürme könnte man Bücher schreiben. Das 2011
erschienene Album „Warten auf Raketen“ hat mich in der einen oder
anderen depressiven Episode begleitet. Ob das gut war? Schwer zu
sagen, aber immerhin bin ich noch da, um davon berichten zu können.
Und ich finde, das ist es, was Fliehende Stürme ausmacht: inmitten
all der Hoffnungslosigkeit, die in den Liedern thematisiert wird,
motiviert sie doch zum Weitermachen. Und von genau diesem Gefühl von
Stillstand handelt der fantastische Song „Netzte“."
Philipp:
"Wie sehr ich den Output von Andreas Löhr liebe, klang ja sicherlich in den Chaos-Z-Reviews bereits durch. Fliehende Stürme ist für mich persönlich eine der konsistentesten und prägendsten deutschen Punkbands, dieser einzigartige, düstere Stil, diese großartigen Texte zwischen völliger Verzweiflung und einem Fünkchen Hoffnung. "Warten auf Raketen" ist sicherlich nicht mein Lieblingsalbum der Band, aber auch der spätere Output kann sich durchaus sehen lassen. Einfach eine Band, die nie enttäuscht und nie auch nur einen Funken an Energie und Dringlichkeit verloren hat."
Gregor:
Alles klar, das Lied heißt tatsächlich "Netzte". Ich dachte, die ganze Zeit es wäre irgendwie ein Rechtsschreibfehler. Das erste Mal und tatsächlich das einzige dass die Stürme hier vorkommen. Meiner Meinung nach sind sie eigentlich schon kein Deutschpunk mehr sondern irgendwas zwischen Deutschpunk und Death Rock bzw. irgendwas undefinierbares aus der dunklen Goth-Schublade. Eine Band, die ich tatsächlich sehr gerne höre - allerdings inzwischen viel zu selten. Aber wenn ich sie höre, dann ebenso gerne wie ChaosZ (also so wie sie hießen, bevor sie sich in Fliehende Stürme umbenannt haben). Aus dem Album "Warten auf Raketen" von 2011, dass ich so gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich glaube, ich sollte mal irgendwann entweder die komplette Disco oder so ein Erstes/Letztes Album-Vergleich hier machen. Das wäre ganz spannend. Was hier sehr gut miteinander funktioniert ist dieser minimalistische, monotone Gitarren/Schlagzeugstil der nach Traurigkeit klingt als auch die markante Stimme von Andreas Löhr. "Es hat sich nichts verändert, es hat sich nichts verändert, es hat sich nichts verändert, du hängst fest - in diesem Netz". Was für ein großartiger Move: Immer wieder einen Satz zu wiederholen um zu zeigen, dass sich nichts verändert hat. Es geht um einen ergreifenden, monotonen Stillstand, der einfach nicht aufhören will. Der ganze Song ist so monoton und verändert sich kaum. man könnte wirklich nicht besser einen Song über Monotonie und Stillstand kreieren. Großartig.
Ich habe diesen Song irgendwann auf einer Compilation entdeckt. Ob es "Die Deutsche Punkinvasion" oder "Schlachtrufe BRD" gewesen ist, kann ich leider nicht mehr sicher sind. "Die ewigen Phrasen kann ich nicht mehr hören/Wer immer nur redet, hat nie gelebt". Dem stimme ich zu. Für eine Deutschpunk-Band ist das sowohl musikalisch als auch textlich alles andere als stumpf. Sogar mit einem kurzen Gitarrensolo. Das ganze Ding hat was apokalyptisches an sich. Ich finde es hört sich an wie ein Zeugnis aus einer schwierigen Zeit: "1990, Wahnsinn total, zuckersüße Endzeit". Stell dir vor, die gesellschaftlichen Stünde verändern sich plötzlich radikal und dein persönliches Leben macht dir Schwierigkeiten - du kannst im Alltag einfach nicht mehr. "Gewohnheit heißt die tägliche Qual". Ja, genau so ist es. Ich würde gerne wissen, was aus dieser Band geworden ist. Es gibt nämlich nur zwei Alben und es ist mir unklar, was danach geschehen ist. Großartiges Lied.
Philipp:
"Ich bin mir sehr sicher, dass dieses Lied auf irgendeinem Punk-Sampler war, den ich mir mit 15 Jahren regelmäßig angehört habe. Mit 15 konnte ich mit dieser Art von Punk sehr sicher aber auch überhaupt nichts anfangen, was erklärt, dass mir der Name kaum geläufig war. Schade drum. Etwas lärmiger, düsterer Punk fernab ausgelatschter Klischees mit einem durchaus apokalyptischen Text. Wirklich großartig."
Raphi:
"Diese Band ist komplett an mir vorbeigegangen. Und ich finde es wirklich schade, weil die Musik von den Fremden echt cool ist. Abseits vom pöbelnden rumpelnden und dröhnenden Schepper-Deutschpunk wird hier ein düsterer und gleichzeitig farbenfroher Sound zum Besten gegeben. Ohne viel Hintergrundwissen zu haben, tippe ich hier mal auf Studentenpunk, was auch zur Heimatstadt Göttingen passen würde. Aber ich weiß es doch auch nicht. Schöner Song, cooler Refrain, und sehr angenehmer Gesang."
"Die Fuckin' Faces aus dem ehemaligen Zonenrandgebiet waren 1990 die wohl erste Punkband mit Mitgliedern sowohl aus der ehemaligen DDR als auch aus der BRD und in den frühen 2000ern über weite Strecken meine absolute Lieblingsband. Nach wie vor haben die 3 regulären Alben der Band einen festen Platz in meinem Herzen. Unangefochten rangiert das zweite Album "Neue Wege" in meiner Top 10 der deutschen Punk-Alben. Melodischer Deutschpunk deutlich amerikanischer Prägung mit durchdachten Texten über unter anderem Krieg, Tod, Sterbehilfe, Tierrecht, die Auseinandersetzung mit der Punkszene der 90er Jahre und Bier trinken mit Freunden und dazu Butz' unverkennbare Stimme. Große Liebe."
Raphi:
"Die Faces sind eine meiner Lieblingsbands, obwohl ich sie eigentlich nie so richtig gehört habe. Ich habe sogar ein Shirt. Komm mir nicht mit "Name Three Songs"; ich kann nicht mal zwei nennen. Und ich glaube, ich habe die Fuckin' Faces ein paar mal live gesehen. In Stuttgart, in Harnrode und vielleicht auch in Obersuhl. Das Werratal hat einen festen Platz in meinem Herzen, und Werratal ohne Fuckin' Faces ist wie Shakshuka ohne Ei. Zum Lied "Neue Wege" kann ich auch was sagen. Es ist so einfach und so wahr. Punk heißt Veränderung. Dazu klingt das Ganze ein bisschen wie die viel coolere Version von allem was Der Dicke Polizist je gemacht hat. Ich lieb's."
Gregor:
Ich hatte ehrlich gesagt, immer nur einen Song von Fuckin' Faces auf dem Schirm: "Gestorben für den Wohlstand". Darin geht es um Tierrechte bzw. Tierquälerei. Mochte diesen Song wirklich sehr sehr gerne. Das hier, also "Neue Wege" handelt von "Punk als Veränderung" bzw. von einer Abkehr von strunzkonservativer Punk-Szene, die sich niemals neu erfindet und keine äh neue Wege sucht. Das ist tatsächlich sehr löblich. Der Text ist wirklich sehr gut gemeint. Ich finde es ehrlich gesagt sehr sehr gut, dass man sich kritisch gegenüber der eigenen Szene äußert und nicht immer alles sektenartig "schluckt" und zu allem "Ja" sagt. Allerdings gefällt mir das musikalisch nicht wirklich. Es ist so quietschig und schunkelhaft: "Deeenn Punk hei-ßt ver-ään-der-uuuuung". "Du kannst vari-iereeen, doch lass dich nicht irrietieren!". Das tut mir weh, das zu hören. Das klingt irgendwie erzwungen. Und dann auch noch diese Reggae-Gitarre im Mittelteil. Ich weiß auch nicht. Meins ist es nicht.
Wenn ich dieses "From First To Last" mache, habe ich tatsächlich die Big Four des Thrash Metal auf diesem Blog vertreten. Anthrax und Megadeth hier - und volle Discographies von Metallica und Slayer. Hachja...Anthrax waren in meiner Jugend durchaus vertreten - allerdings mit ihrem dritten Sänger John Bush. Das Album "We've Come For You All" hat es mir damals sehr angetan. Deswegen war ich äußerst verwirrt als ich erfahren habe, wie sie vorher klangen. Falls ihr andere Reviews über Anthrax lesen wollt, so guckt hier rein als auch hier.
Jedenfalls ist das erste Album...
"Fistful of Metal" (1984)
Aufgenommen in der Besetzung: Scott Ian (git), Dan Spitz (git), Neil Turbin (voc), Danny Lilker (b) und Charlie Benante (dr). Ich glaube jeder kann sich an dieses absurde Albumcover mit zwei linken Fäusten erinnern. In meinem Schrank befindet sich ein Hommage-Longsleeve von Full of Hell, das glaube ich, ebenfalls zwei linke Fäuste verwendet. Bis jetzt kannte ich tatsächlich nur den Song "Metal
Thrashing Mad" - ich weiß nicht wie ich damals drauf gekommen bin. Jedenfalls ist das hier musikalisch durchaus ordentlicher Thrash Metal...Neil Turbins Gesang ist aber größtenteils so unglaublich hoch, dass es weh tut. Es ist wirklich sehr ungewöhnlich. Und Songtitel wie "I'm Eightteen" lassen eher Glam Metal Material Marke Poison vermuten. Das ist irgendwie wirklich verstörend, ich weiß nicht was ich damit anfangen soll. Dabei ist es eigentlich nur ein Alice Cooper Cover - das aber komplett falsch rüber kommt bei mir. Texttechnisch betrachtet ist dieses Werk wirklich sehr sehr stereotyp.
Dazu kommen allerdings so turbo Songs wie "Panic" die stellenweise nach Judas Priest klingen. Hauptsache äh Full Speed Ahead. Und dieses bescheuerte Falsetto zwischendurch immer und immer wieder. Das ist wirklich ein zweischneidiges Schwert. Der Sound ist cool und relativ simpel - bis dann Neil Turbins Gesang dazu kommt, der manchmal wirklich unfassbar nervig ist. Irgendwie klingt das noch nach einer Band die nicht so richtig ihren Sound gefunden hat. Ich finde Anthraxs spätere Werke deutlich, deutlich besser.
5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Panic, Metal Thrashing Mad
Und das (bis jetzt) letzte Album heißt...
Cursum Perficio (2026)
Nein, es ist offiziell noch nicht das letzte Album von Anthrax - auch wenn der Titel auf Latein das irgendwie vermuten lässt. Aufgenommen in der Besetzung: Scott Ian (git), Jonathan Donais (git), Frank Bello (b), Charlie Benante (dr) und Joey Belladonna (voc).
Nun...wir sind quasi fast bei der klassischen Besetzung mit Joey Belladonna am Gesang. Ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich, was ich dazu sagen soll. Es geht los mit Shredder-Shredder-Riffs, Belladonnas Nicht-Falsetto aber melodischen Gesang und Gitarrensoli. Und so geht es auch erstmal weiter. Die Texte sind alles andere Thrash Metal Klischees. Die Musik sowieso nicht - es ist nicht Uffta-Uffta, wie auf dem ersten Album. Es ist viel eher der Sound für den Anthrax bekannt sind - nur etwas "ruhiger", zumindest für meinen Geschmack.
Ich find's cool, dass hier ein Charakter vom Albumcover des Klassikers "Among the Living" zu sehen ist. Ebenfalls find ich's cool, dass Anthrax sich Zeit lassen und nicht ein Album nach dem anderen raushauen. Zwischen dem letzten Album "For All Kings" und diesem hier liegen 10 Jahre dazwischen.
Allerdings ist es...bitte nicht falsch verstehen...irgendwie doch ein bisschen standard. Klar, sie machen das was sie wollen - und gleichzeitig das was die Fans wollen. Und es ist im Prinzip gut gemacht. Aber mich catcht es leider nicht wirklich. Es ist mir insgesamt leider doch zu generisch. Ich möchte daher keine Wertung abgeben.
Anspieltipps: It's For The Kids, Everybody's Got A Plan
Ulver Discography:1993-2003: First Decade In The Machines (2003)
Wir befinden uns weiterhin in der Ulver-Sphäre. Eigentlich habe ich mir vorgenommen keine Compilations oder ähnliches zu reviewen, allerdings ist das hier durchaus interessant. Nachdem ich jetzt mit allen EPs durch bin und Singles nicht wirklich in Frage kommen weil sie das gleiche Material wie auf den Alben enthalten ist nun also dieses Album dran. "1993-2003: First Decade In The Machines" ist ein Rückblick auf die ersten zehn Jahre des Schaffens von Ulver. Es ist jedoch keine Best-Of oder ein Greatest Hits Album. Nein, eigentlich ist es streng genommen kein Album von Ulver. "First Decade..." ist ein Remix-Album dass Werke von Künstlern beinhaltet wie Alexander Rishaug, The Third Eye Foundation, Fennesz, Pita, V/Vm oder Merzbow. Und natürlich auch Ulver selbst.
Sie remixen nämlich zuerst den Song "Nattens Madrigal" von der ersten Demo "Vargnatt" und nennen ihn um in "Crack Bug". Aus "Speak Dead Speaker" von "Silence Teaches You How To Sing" wird schlicht "Der Alte" - eine Art Mini-Hörspiel auf Deutsch in welchem ein alter Mann sich auf depressive Weise mit jemanden darüber unterhält, dass es nicht viel ausmachen wird, wenn er stirbt. "Bog's Basil & Curry Powder Potatoes Recipe" von Bogdan Raczyński ist in Wirklichkeit "The Voice of the Devil" von "Themes from William Blake's Marriage of Heaven and Hell" und hört sich an wie ein Videospiel-Soundtrack für Sega Genesis (nicht NES, tatsächlich eher Sega). Merzbow schießt am Ende endgültig den Vogel ab und verwandelt verschiedene Songs von "Bergtatt" und "Nattens Madrigal" in einem unhörbaren Harsh Noise Track der am Ende tatsächlich einen Bruchteil von Gitarrenriffs vorweist.
Kein Gesang. Null. Ulver können ja sehr gut experimentieren - aber es wird noch mal eine Ecke weirder wenn sie andere Leute an ihre Werke lassen. Es ist ganz schön abgefahren geworden und keineswegs immer gleich sondern immer unterschiedlich: Mal irgendwie quietschbunt, mal richtig verstörend und mal unglaublich ruhig und äh ambientig. Das Wort mag ich sehr gerne.
Fazit: Immer noch nichts schlechts von Ulver.
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Vow Me Ibrzu, Track Slow Now, Crack Bug