Ich weiß gar nicht wie es dazu kam, dass dieser Film auf meiner To-Watch-List gelandet ist. Tatsächlich steht da "Mandy (Panos Cosmatos)", weil es scheinbar mehrere Filme gibt, die "Mandy" heißen. Worauf ich mich da einlasse, wusste ich allerdings überhaupt nicht mehr. Also war es eine ganz schöne Überraschung für mich, als ich mir den Film reingezogen habe.
Wir befinden uns im Jahre 1983. Irgendwo in den Shadow Mountains in der Mojave-Wüste, Kalifornien. Die Tankstellenverkäuferin und Künstlerin Mandy Bloom (Andrea Riseborough) und ihr Freund, der Holzfäller Red Miller (Nicolas Cage) leben gemeinsam in einer Hütte. Ihr Leben ist relativ bescheiden und ruhig. Eines Tages fällt Andrea ins Auge eines "charismatischen" Sektenführers namens Jeremiah Sand (Linus Roache). Er selbst ist ein gescheiterter Musiker, der heftig auf irgendwelchen Opioiden hängengeblieben ist - und Anführer einer Gruppe von Menschen, die ihn anhimmeln. Also, einer Sekte. Der Name ist "Children of the New Dawn". Es geht irgendwie um Jesus aber auch um Jeremiah als Mittelpunkt des Lebens oder so. Jedenfalls sieht Jeremiah Mandy eines Tages als seine ganze Sippe mit ihrem Auto an ihr vorbeifährt. Sie fällt ihm sofort auf und er möchte sie für sich haben. Eines Tages beauftragt die Sekte eine Gruppe von dämonisch(wirkend)en Bikern ins Haus von Bloom und Miller einzudringen. Miller wird gefesselt, Bloom unter Drogen gesetzt. Als Jeremiah versucht Mandy von sich zu überzeugen, klappt das allerdings gar nicht. Sie lacht ihn aus. Aus Rache wird sie von seinen Anhängern verprügelt, in ein Sack gesteckt, mit Benzin übergossen und angezündet. Alles vor den Augen, des gefesselten und aufgehängten Red. Nachdem die Sektenanhänger weggefahren sind, befreit sich Red und sucht sich Hilfe in Gestalt seines Freundes Caruthers (Bill Duke), der ihn Pfeile und eine Armbrust gibt. Red startet daraufhin einen Rachefeldzug. Zunächst erledigt er die Biker und macht sich daraufhin auf dem Weg alle Sektenmitglieder zu töten.
Der Film ist in drei Segmente unterteilt, die die Handlung zwar miteinander verbinden, jedoch ganz klar stilistisch unterschiedlich sind. So kriegen wir zuerst den Eindruck, dass Mandy wahrscheinlich von einer Sekte entführt wird und evtl. wird Red kämpfen, um ihr Leben zu retten usw. Dass der Film zu einem barbarischen Vergnügen wird, das hat man so gar nicht im Sinn. Dass dann irgendwann eine Axt geschmiedet wird, die auf dem Buchstaben "F" aus dem Logo von Celtic Frost basiert und ordentlich auf die Kacke gehauen wird. Köpfe abgehackt werden. Die Umgebung zu einem wilden LSD-Traum wird, der an diese Wüsten-Landschaft im Anime "Fist of the Northstar" erinnert. "Mandy" lässt sich Zeit, um eine zuerst ruhige und angenehme Geschichte zu erzählen - die dann langsam zu einer sogenannten "Tour de Force" wird. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die dargestellte Gewalt nicht voyeuristisch rüberkommt sondern einfach "hart und brutal". Es ist kein Folterporno - viel eher krieg ich bei den dargestellten Bildern eine Wut und das Bedürfnis Cage anzufeuern, er solle die Wichser alle kriegen. Und genau dafür ist der Mann auch gut. Er ist vor der Kamera einfach nur googoogaga und er kann das gut. Verzweifelte, wütende und "durchgeknallte" Menschen darstellen. Dazu kommt noch der Soundtrack von Johann Johannsson als auch Gitarristen Stephen O'Malley (Sunn O)))) und Produzenten Randall Dunn. Zu Beginn des Films hören wir den Song "Starless" von King Crimson. Es ist alles super stimmig - die Handlung, die Musik, das "Bühnenbild", die Farben, die Kostüme der Biker (die mich an die Cenobites aus "Hellraiser" erinnern). Es stimmt alles. Großartiger Film, ehrlich.
Ich wollte ja irgendwann "Batman'89" komplett reviewt haben. Tatsächlich habe ich vor einigen Jahren, als es noch "Comics Monthly" gab nur die erste Ausgabe reviewt. Irgendwie habe ich es vergessen, und das obwohl ich die erste Reihe gelesen und im Regal stehen habe. Falls ihr euch fragt, was damals
passiert ist, so klickt hier. Das hier ist die zweite Miniserie, die auf den beiden Tim Burton Filmen "Batman" und "Batman Returns" basiert. Es ist quasi schon die zweite Comic-Fortführung der Idee "was wäre wenn Batman Forever und Batman & Robin nie passiert wären". Oder so in der Art. Eigentlich ist es die Umsetzung der ursprünglichen Ideen, die von Warner Brothers verworfen wurden. Recycling quasi. Aber in gut.
"Echoes" spielt zwei Jahre nach dem Verschwinden des Dunklen Ritters. Er hat ein riesiges Loch hinterlassen, das von mehreren Nachahmern versucht wird zu füllen. Ein solcher Nachahmer wird von einem Straßenräuber angeschossen und stirbt. Barbara Gordon ist nach dem Tod ihres Vaters, Commisioner Gordon nun selbst Chefin der Gothamer Polizei und hofft, Batman irgendwie irgendwo zu finden. Doctor Harleen Quinzell hingegen ist eine aufstrebende Psychotherapeutin die schon bald ihre eigene Sendung im Fernsehen bekommen soll. Als eine Sondersendung mit ihr abgebrochen wird, ist sie fürchterlich sauer. Der Grund für die Unterbrechung ist folgender: Die Gothamer Special Forces der Polizei haben Firefly gefunden. Den Bösewicht der dafür bekannt war, alles mögliche in Brand zu setzen. Man nimmt ihn tatsächlich fest und verfrachtet ihn ins Arkham Asylum. Der gemeine Leser stellt dann fest, wer hinter der Maske von Firefly steckt. Und zwar jemand der Bruce Wayne (der hier natürlich aussieht wie Michael Keaton) verdächtig ähnlich ist. Ach was sage ich, natürlich ist es Bruce Wayne aka Batman. Doch was macht er hier? Nun, wenn man eins und eins zusammen zählt kann es sich natürlich nur um eine verdeckte Ermittlung handeln. Irgendjemand im Arkham Asylum ist in Besitz von einer höchst gefährlichen Waffe, die einst von Wayne Enterprises entwickelt wurde.
Manch einer würde sich fragen, was das denn bitte soll? Das steht Batman vorne drauf, aber wir kriegen nicht so viel Batman zu sehen. Tatsächlich wird das modernisierte Bat-Kostüm eher spärlich eingesetzt. Aber sei's drum. Was wir viel mehr bekommen ist interessantes World Building. Die Idee einer von Robin angeführten Gruppe namens "Nightwings" ist auch nicht ganz neu, aber logisch. Wenn Batman nicht da ist, wird Robin zum Anführer. Auch die Hintergrundstories der in Arkham ansäßigen "Bösewichte" sind interessant. Sie haben vor allem eine Sache gemeinsam, die ich nicht verraten werde. Was ich ebenfalls spannend finde ist die Rolle Bruce Waynes als verdeckter Ermittler, der selbst mit eigenen Ängsten konfrontiert wird. Darüber hinaus gefallen mir die durchaus realistischen Zeichnungen und die Prise Humor: "Was hat vier Beine und lässt dich "GNNNYAAAAHHH" machen?" "Mmm. Weiss nicht." 'N Stuhl!" "'N Stuhl?" "Den kapier ich ni--" (Character kriegt einen Stuhl über den Kopf gebraten und schreit "GNNNYAAAGHHH!").
Eigentlich hat dieses Album erst kürzlich ein Review bekommen. Allerdings ein eher kürzeres, in Rahmen einer Reviewreihe über meine .mp3-Sammlung. Bei "N" war halt "Scum" von Napalm Death, unter anderem. Aber ich finde, es hat ein ausführlicheres Review verdient.
Zunächst mal das Cover: Das Gemälde welches eine afrikanische Familie zeigt die auf einem Berg von Schädeln steht und umringt von Vertretern von verschiedenen multinationalen Firmen ist, stammt von niemand anderen als Jeff Walker - Sänger und Bassist von Carcass.
Die A- und B-Seiten des Albums könnten unterschiedlicher nichts ein. Zumindest wenn man Fan der Band ist. Die A-Seite besteht aus Aufnahmen die teilweise ursprünglich auf dem "Hatred Surge"-Demotape erschienen sind und teilweise auf Ideen von Justin Broadrick (damals noch Gitarrist) aus dem Jahr 1983. Es ist auch ein komplett anderes Line-Up (okay, beinahe) als auf der B-Seite. Zusammengefasst - Seite A: Nik Bullen (voc, b), Justin Broadrick (guit, voc) und Mick Harris an den Drums der den Begriff "Grindcore" überhaupt erst ins Leben gerufen hat. Hört sich an wie eine härtere Variante von damals bekannten Anarcho Punk Bands wie The Varukers. Es ist im Grunde genommen Hardcore Punk auf Steroiden. Völlig durchgeknallte Blastbeats, primitives Riffing und ein Sänger der sich anhört wie äh *checks notes* *seufzt* jemand der die Treppe runterfällt und dabei britisches Essen verspeist. Übrigens ist das Line-Up nicht mal das Original-Line-Up. Nik Bullen ist da schon das einzige Originalmitglied. Am Ende der Seite findet sich übrigens auch das Lied "You Suffer", das wohl kürzeste Lied der Welt mit dem wirklich tiefgründigen (keine Ironie!) Text "You suffer, but why?". Ich bin außerdem der Meinung dass die deutschen D-Beat-Legenden Recharge bei "Siege of Power" geklaut haben. Ich weiß allerdings nicht wie das deutschsprachige Pendant dazu heißt.
Zwischen Seite A und B vergeht fast ein Jahr. Es gab interne Spannungen in der Band und so kam es zu Ausstiegen. Ursprünglich war Seite A als ein weiteres Demotape gedacht. Lirum larum: Ein gewisser Digby Pearson vom frisch gegründeten Label Earache Records wollte ein Album von Napalm Death rausbringen. Dieser war am Ende auch in Besitz der ursprünglichen Aufnahmen. Die Band war aber nicht mehr die gleiche. Sie bestand aus Mick Harris (weiterhin Drums), Bill Steer (git), Jim Whitely (b) und Lee Dorrian (voc). Übrigens: Niemand von den beiden Line-Ups spielt heutzutage bei Napalm Death. Wie auch immer: Mit dem Line-Up-Wechsel ändert sich auch der Stil. Die Band orientiert sich zwar textlich immer noch an Hardcore Punk, tendiert aber dazu sowas wie eine Mischung daraus und extremen Formen von Metal zu machen. Also wenn man schon differenzieren möchte könnte man vielleicht sagen dies wäre eine unfassbar primitive, ultrabrutale Form des Metals die jedoch keine ist. Weil eigentlich ist das Punk, der in eine völlig merkwürdige Richtung abdriftet. Super kurze Songs, noch weniger verständlicher Gesang. Diesmal hören wir zwar auch den Bauerngesang (wie bei Nik Bullen damals) allerdings viel mehr Gekreische. Insgesamt also 28 Songs in 33 Minuten. Texte über "multinational corporations", den "Wert des Menschen im Kapitalismus" und alles andere was ihr so von gewissen Crust Punk Bands so kennt. Ich bin immer noch fasziniert darüber, wie geil dieses Album ist. Wie stumpf und gleichzeitig so bahnbrechend. Essenziell.
9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: You Suffer, Instinct of Survival, Scum, Divine Death, Moral Crusade
Stricher guckt sich "Spider-Man: Brand New Day" an am 02.08.2026 mit Genosse M. und Kollege M. in Filmwelt Herne
Streitet euch ruhig wer von euch beiden Genosse und wer Kollege ist. Ist mir egal lel. Jedenfalls ist es schon fast ein Monat her, dass ich vor lauter Stress und Klausurvorbereitungen vergessen habe, darüber zu schreiben. Jedenfalls, here it goes. Aber vorher eine
Wir befinden uns also im mittlerweile 38.(ernsthaft jetzt?!) Film des "Marvel Cinematic Universe" und gleichzeitig vier Jahre nach den Ereignissen in "Spider-Man: No Way Home". Nachdem die ganze Welt durch einen Zauberspruch von Doctor Strange vergessen hat, dass Peter Parker (Tom Holland) tatsächlich Spider-Man ist - inklusive seiner Freundin MJ (Zendaya) und seines besten Freundes Ned Leeds (Jacob Batalon) agiert der junge Mann als "Superheld im Untergrund". Er ist weder Teil der Avengers noch irgendeiner anderen Superheldencrew noch Teil von irgendeinem wichtigen kosmischen Ereignis. Er ist ein stinknormaler Street Level Superhero der gegen Bösewichte kämpft wie Tombstone (Marvin "Krondon" Jones III), Scorpion (Michael Mando), Ramrod oder Boomerang. Bei den Bewohnern New Yorks ist er äußerst beliebt. Zudem arbeitet er mit Detective Jean DeWolff (Liza Colón-Zayas) zusammen, die ihn sehr schätzt. Ihm wurde sogar mal der Schlüssel zur Stadt New York übergeben. Doch gleichzeitig ist er einsam und alleine und beobachtet heimlich die Livestreams von Ned und MJ, die wie schon gesagt, nicht mehr wissen wer er ist. Relativ kurz nach der Einleitung des Films passiert folgendes: Ein Panzerwagen fährt scheinbar unkontrolliert durch New York. Spidey versucht ihn aufzuhalten, der Punisher Frank Castle (Jon Bernthal) tatsächlich auch. Allerdings sind die Methoden der beiden durchaus unterschiedlich. Der Wagen rast direkt zum Gebäude der "Department of Damage Control", die es sich zur Aufgabe gemacht hat Superschurken gefangen zu nehmen. Im Panzerwagen sitzt eine ältere verwirrte Frau am Steuer, die offensichtlich nicht weiß, wie sie dahin gekommen ist. Peter stellt schnell fest, dass irgendwas oder irgendwer der von Körper zu Körper springen kann für den Angriff verantwortlich ist. So befreit dieses Wesen/dieser Mensch Scorpion, der gerade dabei war in ein Hochsicherheitsgefängnis transportiert zu werden (oder so). Was das Ziel ist und welche Hintergründe für diese Aktionen existiert, weiß keiner. Peter stürzt sich in Detektivarbeit und findet durch Yelena Belova (Florence Pugh) aka Black Widow heraus, dass es nicht der erste Angriff ist. Dazu kommt noch, dass Peters Körper sich verändert. Er mutiert scheinbar weiter und wacht eines morgens in einem Kokon aus Spinnenweben auf - dabei kann er plötzlich Spinnennetze aus seinen Handgelenken schießen.
Es gab viel Wirbel um den Film im Vorfeld. Man vermutete, es wäre der Spider-Man-Film mit den meisten Bösewichten/Gegenspielern. Tatsächlich sind die Auftritte von Ramrod, Tombstone, Boomerang, Tarantula oder Gruppierung "The Hand" eher sowas wie extended Cameos. Einzig Scorpion ist länger zu sehen. Der Fokus liegt hier nicht auf irgendwelchen klassischen Spider-Man-Gegnern sondern auf dem klassischen Trope der "wichtigen Behörde, die eigentlich gar nicht so cool ist und finstere Ziele" verfolgt. Dazu kommt noch ein klassisches Spider-Man-Team-Up mit dem Punisher - klassisch weil "ungleich und ungleich gesellt sich gern". Außerdem noch ein (großer) Ausblick in die Zukunft des Marvel-Films, die bei den X-Men liegt. So viel habe ich schon mal verraten, ohne zu viel zu verraten. Aber wahrscheinlich wisst ihr schon eh, was hier passiert. Jedenfalls schafft "Brand New Day" mehrere Sachen gleichzeitig: Eine coole und interessante Story zu erzählen (die meinetwegen schon auf ähnliche Weise schon mal stattgefunden hat) und nicht zu viel Fan-Service zu bieten. Gleichzeitig gefällt mir die Idee, Spider-Man zu einem "grounded, street level Superhero" zu machen ohne ihn bis an sein Lebensende todunglücklich zu machen. Scheinbar ist es das Erfolgsrezept bei Marvel gewesen, schon seit Jahrzehnten. Doch hier ist es irgendwie anders. Zwar ist Peter super traurig, dass sein vorheriges Leben nicht mehr existiert - doch er findet irgendwie einen Weg daraus. Ich finde, dieser Film findet erfolgreich den Weg zurück in das ursprüngliche Spider-Man-Schema. Nämlich ganz ohne Weltraumabenteuer oder irgendeinen Thanos oder irgendeiner superkrassen Multiverse-Geschichte. Nach den ersten beiden Sam-Raimi-Filmen ist das hier wohl der beste Spider-Man-Film. Bis jetzt.
8,75/10 Pfandflaschen
Trailer:
MIDNIGHT + SPECTRAL WOUND am 10.08.2026 in Junkyard Dortmund
Es geht scheinbar kaum ein "Happenings des Monats" ohne ein Bisschen Meddl. Ergo, here it goes. Habe mich seit Monaten darauf gefreut, endlich mal wieder Midnight zu sehen. Dabei habe ich das schon zwei Mal getan. Doch es reichte natürlich nicht. Diesmal waren Midnight auf Tour um das fünfzehnjährige Jubiläum ihres Albums "Satanic Royalty" zu feiern. Und eigentlich waren Phantom Corporation als Vorband, doch aufgrund des Bahn-Chaos und meines Später-Ankommens konnte ich sie leider nicht sehen.
Darum war die erste Band des Abends für mich Spectral Wound. Ich kannte sie schon seit geraumer Zeit und war Fan dieses Albumcovers, dass mich entfernt daran erinnert wie jemand eine Ballerina-Pose mit einem weißen Schuh auf einem schwarzen Tisch macht. Dabei ist es gar nicht auf dem Cover zu sehen sondern irgendein Schädel. Wer weiß, wieso ich diese Assoziation habe. Keine Ahnung. Jedenfalls war ich an dem Abend zwar irgendwie fit, war aber vorher auf der Cranger Kirmes und habe dementsprechend schon einiges erlebt. Also stand ich da rum in einer Ecke, gab mir diese furiosen, großartigen, vielleicht nicht ganz trven Black Metal und meine Gedanken wanderten umher, hierhin und dahin und wieso ist das so und das andere so und nicht anders und was muss ich noch so machen. Ich weiß nicht ob mein Gehirn so gestresst ist, dass es damit versucht sich zu entspannen oder ob ich mich tatsächlich wohl fühle auf dem Konzert und es die Art des Gehirns ist das Wohlsein auszudrücken. Keine Ahnung. Jedenfalls war der Auftritt zwar relativ kurz, aber bombastisch. Im Gegensatz zu Midnight machen Spectral Wound keinen Black'N'Roll sondern straighten Black Metal der neuen Art (ohne "Post-" in der Genrebezeichnung). Es ist ein konstanter Lärmteppich der mich umgibt. Es ist sehr schön.
In der Pause begebe ich mich nach vorne und stelle mich rechts hin, sodass ich alles von der Seite beobachten kann. Nach einem kurzen Intro kommen endlich Midnight auf die Bühne. Alle drei gekleidet in Lederkluft, Ketten, Patronengürtel und natürlich diese Strumpfmasken über den Gesichtern. Sie spielen das Album "Satanic Royalty" in Gänze. Sie interagieren mit dem Publikum, was wahrscheinlich für sie auch leichter fällt, weil man ihre Gesichter nicht sehen kann. Zumindest hätte ich dabei weniger Hemmungen. Ich kenne leider die Songs von "Satanic Royalty" so gar nicht. Stellt euch vor, ihr hört immer wieder Musik und holt was nach aber für irgendwas bleibt einfach keine Zeit. Die Songs daraus sind wesentlich simpler, punkrockiger und schneller als das spätere Material. Zum Glück spielen sie danach noch "Fucking Speed and Darkness", das ich tatsächlich kenne und mitsingen kann. Es gibt keine Zugabe, allerdings kommen die Mitglieder hinterher zurück und fassen alle in der ersten Reihe mit ihren schwitzigen Händen an. Irgendwie cool und unerwartet - ist mir auch nicht so unangenehm, schließlich kann ich mir ja später die Arme waschen.
Anyways: Super angenehme Band, ganz und gar ohne jegliche Rockstarattitüden, die mit dem Publikum auf einer Ebene ist. Ganz schön Punkrock ganz und gar ohne irgendeine trveness. Mir gefiel außerdem die Aussage nach dem Motto "Scheiß darauf, dass heute Montag ist und du morgen arbeiten musst!". Very awesome.
KAZ Open Air am 29.08.2026 in Hibernia, Herne
Nach einer längeren Zeit mit Klausuren (und Vorbereitungen dazu) als auch einer Frühschicht (am selben Tag) war es mal wieder zeit unter die Leute zu gehen. Und zwar irgendwohin wo es absolut niemanden juckt, wie ich aussehe, was ich anhabe oder welche Musik ich höre. Ich rede natürlich vom KAZ Open Air, das jährlich vom KulturAlternativen Zentrum in Herne veranstaltet wird. Ich bin tatsächlich bis jetzt kein einziges Mal im KAZ gewesen, dafür aber auf dem Open Air. Seltsame Sache, das. Muss ich wohl mal nachholen. Wie auch immer, als ich ankam traf auf Genossen A. und einige seiner Freunde. Es war ein tatsächlich sehr angenehmer Nachmittag.
Die erste Band, die ich mir angesehen habe waren SHOK GÜZEL. Eine wirklich herausragende Punkband mit Texten die teilweise auf Türkisch waren und unter anderem die Frauenrechtslage in Afghanistan, Türkei, Syrien angesprochen haben. Aber auch mal gegen andere Macker (zum Beispiel in der Skateboardszene) ausgeteilt haben. Dazu noch eine Art Crossover Part in einem Song. Fand ich sehr angenehm. ANGRY YOUTH ELITE nehme ich nur teilweise wahr. Irgendwie klingt das in meinen Ohren nach Pennywise. Irgendwann komme ich nach vorne, weil ein Song nach "Boxcar" von Jawbreaker klingt. Stellt sich heraus, dass sie sich etwas am Riff bedient haben. Ist insgesamt leider nicht wirklich mein Fall. PISSCHARGE sind es viel eher. Die vier Mitglieder aus Deutschland, Chile und Brasilien (die allesamt in Linden wohnen) machen (selbstverständlich, der Name verrät es ja schon) sowas wie D-Beat bzw. orientieren sich daran. Die Texte sind auf Spanisch. Beim späteren Nachrecherchieren merke ich dass sie in "Ahora ex...Ucraina" ganz "reflektiert" die ukrainische mit der russischen Regierung gleichsetzen und den Krieg auf ein "Böse vs. Böse" reduzieren. Naja, ich habe nicht viel erwartet. Der Sound ist aber echt geil und fetzig. Später dann DOSENSTOLZ mit Geschrei übers Biertrinken, "Heten treten" und Arbeitszeitbetrug. Es ist so herrlich stumpf, dass es schon wieder Spaß macht. Als würde man...ach keine Ahnung, als würde man sich in seiner WG Küche lauthals übers Bier das einen weggetrunken wurde streitet und dazu verprügelt einer seine Instrumente. So in etwa.
Als ich merke, dass zwischen Dosenstolz und Waving The Guns super viel Zeit dazwischen ist, ich tierisch müde bin und mir kalt ist (trotz des DIY-Regenponchos aus einer Mülltüte) beschließe ich, nach Hause zu gehen. Bis nächstes Jahr.
"Musikalisch wird hier immer wieder die Grenze zwischen Depro-,
Deutsch-, und Deutschpunk aufgelöst. Duesenjaeger sind meines
Erachtens nach eine der wichtigsten Bands der zweiten und dritten
Punk Rock-Welle in Deutschland. Und in den 2020ern, als viele Bands
wie Bubonix, Amen 81, oder auch Hammerhead große Comeback feierten,
gehörte auch das Album „Die Gespenster und der Schnee“ zu einer
meiner liebsten Veröffentlichungen. Hier hätten einige Titel stehen
können; ich habe mich für „Brandmelder“ entschieden."
Philipp:
"Eine der stabilsten und konsistentesten deutschen Punkbands, mittlerweile selbst netto deutlich über 20 Jahre auf dem Buckel. Sonic Youth und Wipers sind hierbei Religion und Herr Neumann ihr Hohepriester. Kluge, aber nicht zu verklausulierte Texte und dabei ein ziemlich rauher Charme. Hier spielt die Band auf dem Boden und alle stehen in der ersten Reihe. Danke, Duesenjaeger."
Ich:
Cooles Video. Ich glaube, der Drummer trägt ein T-Shirt der Powerviolence-Band "ILL!", wenn ich mich nicht irre. Der Name "Duesenjaeger" ist immer wieder vor meinen Augen aufgetaucht. Wahrscheinlich in irgendwelchen Reviews in der VISIONS oder der OX. Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls habe ich bis grade eben noch keinen einzigen Song gehört. Keinen einzigen. Und meine Fresse, was habe ich verpasst. Es ist so fantastisch. Ich mag diesen Gesangsstil, irgendwo zwischen deutschsprachigen Hüsker Dü, EA80 und irgendwas aus Hamburg. Was die Instrumentals betrifft, so hört sich das, finde ich, auch relativ ähnlich an. Irgendwas zwischen traurig und doch so hoffnungsvoll. Ich mag das, ganz ehrlich und ich glaube dass ich nächstes Jahr ein Deutschpunk-Monat machen werde. Dazu haben mich jetzt speziell Duesenaeger gebracht.
Ich habe EA80 für mich im Würzburger Plattenladen H2O entdeckt. Die "Alle Ziele" CD hat mich irgendwie angesprochen. Sie wurde angehört, gekauft und mit nach Hause genommen. Ich würde sie niemals hergeben. Ich liebe dieses schlichte Artwork und diese durchaus, sagen wir mal, deprimierenden Texte. Damals schon, also vor rund 18 Jahren (?) ist mir der Song "Noch 3" aufgefallen. Ich weiß nicht ob ich eine Trennung durchgemacht habe oder ob mich irgendwas anderes runter gezogen hat. Aber die Zeile "Drei Tage noch wirst du existieren in meinen Tränen, dann werd ich nicht mehr weinen und dich hat es nie gegeben" hat mich sehr beeindruckt. Ich weiß nicht ob es im Song um eine gescheiterte Beziehung geht oder um den Tod eines Mitmenschen. Aber das ist mir egal. Der Song ist mir trotzdem sehr wichtig.
"Tot sind wir noch lange nicht":
Alle Achtung. Dies ist eine Coverversion. Und zwar von EA80 selbst. Tatsächlich haben sie 2004 diesen Song von ihrem älteren Album "Vorsicht Schreie" noch mal aufgenommen. Ihr findet ihn irgendwo hier. Im Gegensatz zu "Noch 3" ist "Tot sind wir noch lange nicht" vielleicht nicht "aggressiv" aber definitiv "angriffslustig" und zumindest für meine Ohren der deutschpunkigste Song dieser nicht sehr deutschpunkigen Deutschpunkband EA80. Auch das Original schlägt in eine ähnliche Kerbe. Etwas "upbeat", etwas "zackiger". Und lyrisch natürlich erste Sahne. Es geht augenscheinlich darum, trotz aller Widrigkeiten wegen welcher man auf die Schnauze fällt immer wieder aufzustehen - oder um es anders auszudrücken, nicht nur Widrigkeiten entgegentreten sondern auch Leuten die es einen im Leben schwer machen. Mir gefällt die 2004er Version tatsächlich etwas besser weil sie in meinen Ohren gefestigter und aggressiver klingt.
Philipp:
"Noch 3" und "Tot sind wir noch lange nicht"
EA80 sind wirklich ein Phänomen, keine Internetpräsenz, kein Merch, Tonträger so gut wie nur Vinyl, alle 3-4 Jahre ein neues Album in gleichbleibend hoher Qualität und diese Konsequenz seit über 40 Jahren. Von den richtigen Leuten völlig zu Recht nahezu kultisch verehrt. Düster, sperrig, poetische Texte, absolute Ausnahmeband. Wer sie nicht kennt, möge sie kennen lernen.
Raphi:
"Noch 3"
"EA80 befassen sich ja selten mit den einfachen oder farbenfrohen Themen, und so ist auch "Noch 3" ein Ausflug in die dunkleren Gefilde des Seins. Wenn ich den Song richtig verstehe, geht es um Schmerzen, um gesellschaftlichen Druck, um Aushalten, und um Suizidalität. Wir sollten alle mehr über unsere Gefühle sprechen, und mehr EA80 hören. Ich liebe diese Band."
"Tot sind wir noch lange nicht":
"Panzerfaust heißt jetzt EA80; also schon seit 1980, aber das wollte
ich nur mal eben erwähnen. Ich finde es faszinierend, wie sich die
Band mit ihrem melancholischen Klang seit Jahrzehnten erfolgreich in
den Sphären des Punks beweisen kann. Und der Songtitel spricht
Bände, denn EA80 sind zum Glück noch immer da. Fun Fact: als ich in
der TIDAL App nach dem Song gesucht habe, wurde mir „Wir ham‘ noch
lange nicht genug“ von einer Band aus Hösbach vorgeschlagen. Naja…"
Nun sind wir also bei einer Band angekommen, die ich in meiner Jugend durchaus oft gehört habe. Allerdings ist mein Interesse irgendwann verflogen. Ich bin der Meinung, dass die komplette Discography hier meine Zeit und Kapazitäten sprengen würde. Genauso wie die Motörhead, Iron Maiden, Judas Priest oder so. Deswegen gibt es diese Rubrik hier. Wir betrachten also das erste Album
"Opel-Gang" (1983)
Aufgenommen in folgender Besetzung: Campino (voc), Andreas von Holst (git), Michael Breitkopf (git), Andreas Meurer (b), Trini Trimpop (dr)
Meine Fresse, habe ich dieses Album lange nicht gehört. Beziehungsweise, habe ich es überhaupt gehört? Ich glaube, ich habe in meiner Jugend schon fast alles von den Hosen mindestens einmal gehört. Allerdings ist die Erinnerung daran nicht wirklich hängen geblieben. Ich frage mich bloß, wieso. Vielleicht hat es mich damals nicht ganz angesprochen wie "Kauf MICH!" oder "Unsterblich".
"Reisefieber" ist ein großartiger Song über eine Flucht nach vorn aus einem tristen Leben, dass einen doch nachholt. "Allein vor deinem Haus oder dein Vater der Boxer" ist eine witzige Geschichte über einen Jugendlichen der seine Angebetete besucht, nur um festzustellen dass ihr Vater seinen Konkurrenten verprügelt hat. "Kontakthof" handelt von Prostitution in Bordellen und hinterfragt das Ganze allerdings eher aus gefühlstechnischer Sicht, ohne jedoch den zwanghaften Charakter des Ganzen zu beleuchten. Immerhin stellt man sich die Frage ob Sex ohne Gefühle für Geld denn überhaupt das Richtige ist. In "Willi muss ins Heim" geht es nicht um einen Hund der zurück ins Tierheim muss sondern um die Unfähigkeit der Eltern mit ihrem schwierigen Kind umzugehen. So wird sinnlos mit einer Abschiebung ins Heim gedroht. Vom Titeltrack will ich gar nicht erst reden. Es ist eines dieser Punkrock-Hymnen die man sofort mitsingen kann, trotz des holprigen Gesangs.
Das Album ist kaum zu vergleichen mit den Werken von DTH aus den 1990ern oder den frühen 2000ern. Das war nämlich genau die Phase die ich mir reingezogen habe - größtenteils. Es ist ein...Punkrock-Album, stellenweise durchaus deutschpunkig, also nach ähnlichen Mustern von gängigen deutschsprachigen Bands der Zeit. Größtenteils durchaus kurze Punkrocksongs stellenweise gewürzt mit Post-Punkigen Elementen. Allein "Ülüsü" könnte aus dem Feder eines Post Punk Band stammen. Meines Erachtens ein schnelles, punkrockiges, jedoch abwechslungsreiches Album, dass ganz und gar nicht langweilig ist. Bis auf "Hofgarten". Schreckliches Lied.
Anspieltipps: Ülüsü, Reisefieber, Opel-Gang, Willi muss ins Heim
7,5/10 Pfandflaschen
und nun auch das letzte Album, weil Die Toten Hosen sich dieses Jahr offiziell auflösen. Es heißt
"Trink aus! Wir müssen gehen" (2026)
Aufgenommen in folgender Besetzung: Campino (voc), Andreas von Holst (git), Michael Breitkopf (git), Andreas Meurer (b), Vom Ritchie (dr)
Ich habe in meiner Jugend neben Hosen und einer gewissen Band aus Frankfurt auch die Ärzte gehört. Bin mittlerweile eigentlich der Meinung, alle drei gehören längst aufgelöst. Ich bin weiterhin der Meinung, dass zumindest DÄ komplett überflüssig geworden sind. Trotz alledem ist es doch ganz angenehm, zu Beginn des letzten Hosen-Albums Farin Urlaub zu hören. Und zwar im Song "Hier sind die Hosen". Er gibt sich betont ärzte-typisch ironisch. Es ist irgendwie erfrischend und gleichzeitig doch ganz schön. Weiterhin heißt es "Hamsterrad statt Looping-Bahn" in "Die Show muss weitergehen". Und es wird richtig schön typisch Toten Hosen. Ich hasse es. Alles ist irgendwie "alt", man blickt zurück auf das eigene Leben und irgendwie muss alles weiter gehen. Das habe ich schon tausend mal gehört.
"Schlechte Nachbarn" gefällt mir etwas besser. Mehr uptempo, mehr Punkrock. Was mir an diesem Album gefällt ist der Verzicht auf irgendwelche Songtitel die irgendwie nachdenklich sind. So heißt es hier "Lass mal nicht machen", "Was ist mit uns los", "Was früher einmal war". Dabei ist "Lass mal nicht machen" ein fürchterlich peinlicher Song über füchterliche Peinlichkeiten wie "im Rammstein T-Shirt zum Weltfrauentag unterwegs" oder "einen weißen Hai streicheln". Irgendwie soll das lustig sein, aber ich finde es nicht lustig. "Was früher einmal war" ist tatsächlich eine Reminiszenz auf die ganze frühere Karriere, gespickt mit typischen Hosen-Pathos. Ich könnte schwören schon mal sowas ähliches wie "Wir werden nie VERGESSEN woher wir gekommen siiiiiiind" aus Campinos Mund gehört zu haben.
Und am Ende ist alles irgendwie scheißegal. Also mit "scheißegal" meine ich ein typisches Wort im DTH-Vokabular. Ich habe die Hälfte durchgehört und ich bin nicht wirklich schlauer draus gewort. Alles ist so typisch Hosen. "Oaaaah oaaah oooh oh", "Hoffnung", "Alles kommt in Ordnung", "Scheißegal" irgendwas irgendwas. Dabei geht es doch durchaus, dass man auf alles das verzichtet und endlich wieder sowas wie Punkrock macht. "Keine Macht den Proben" ist fantastisch. Aber insgesamt muss ich sagen, dass es mir leider sogar nicht taugt. Oder zumindest nicht halb so viel wie "Opel-Gang". Daran ändern auch einige der besten Cover-Songs auf dem Bonus-Album "Alles muss raus!" nichts.
4/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Keine Macht den Proben, Hier sind die Hosen
Nun sind wir also beim Nachfolger von "Silence Teaches You How To Sing" (diesen überlangen Song auf der gleichnamigen EP), der ähnlich heißt und zusammen mit der eben erwähnten EP auf "Teachings in Silence" wieder veröffentlicht wurde.
Im Gegensatz zur vorherigen EP lässt man hier den Gesang komplett weg. Es ist weitaus mehr als ein einziges Ambient-Stück. Man bewegt sich (wie inzwischen gewohnt) irgendwo zwischen Trip-Hop (nach meiner Meinung) und einen gewissen Genre dass sich "Glitch" nennt. Letzteres hört sich genau danach an, was der Name auch beschreibt. Verschiedene Audio-"Fehler" in der Aufnahme, die aus beschädigter Hardware resultieren. Später hat man angefangen eben diese "fehlerhaften" Sounds mit vernünftiger Software zu reproduzieren. Ich weiß allerdings nicht ob Ulver hier mit kaputter Hardware gearbeitet haben oder diesen Sound "nachgeahmt" haben. Jedenfalls fühlt sich das hier an wie eine expandierte Version der vorherigen Veröffentlichung - die aber gleichzeitig noch mal introvertierter ist. "Silencing The Singing" hört sich ähnlich an, wie eine Tonaufnahme von einem defekten Radio in einem uralten Auto. Es ist düster und irgendwie creepy aber gleichzeitig familiär. Faszinierend jedoch doch so simpel.
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Darling didn't we kill you, Speak dead speaker, Not saved
Was macht man eigentlich wenn man gotisch anmutenden Krächzgesang mit Electrobeats a lá Egotronic verbinden möchte? Was singt man da für Texte? Keine Ahnung, aber die Idee Bands wie Troopers, Rasta Knast, Tanzwut, Yohazid, Die Toten Hosen (da sind die schon wieder) und ASP dafür zu covern ist schon sehr außergewöhnlich und frisch.
Die Idee dazu hatte H. (Immer noch keine Ahnung, wie du wirklich heißt, Kollege!) und hat sie von Januar bis Juni 2026 umgesetzt. Ich bin ja Freund der Unterstützung von "kleinen" Musikern/Bands und daher dachte ich mir, es würde super gut in diese Rubrik hier passen. Wirklich großartige Beats die an frühe Egotronic (bevor sie zu einer Band mit Instrumenten wurden) bzw. Björn Peng erinnern. Also quasi "dunkles Kirmestechno" der kein dunkler Kirmestechno ist sondern irgendwas deutlich finsteres. Auf den ersten Blick eine durchaus eigenartige Mischung, die gleichzeitig zeigt dass verschiedene Songtexte dafür da sind neuinterpretiert zu werden. Niemand hätte gedacht, dass "Ein Fehler der Natur" von Troopers als Dark Electro Song funktioniert würde. Man braucht einfach nur den Willen dazu und tatsächlich keine KI-Tools. Die beiden "gotischen" Coversongs (von ASP und Tanzwut) sind zwar ganz cool, aber mir gefallen die "punk" Coversongs (DTH, Troopers, Rasta Knast, Yohazid) viel viel mehr. Die ungewohnte Mischung macht es tatsächlich besonders.
PS: Warum eigentlich "TeufelselExier" und nicht "TeufelselIxier"?
7,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Armee der Verlierer, Ein Fehler der Natur