Mittwoch, 9. September 2026

Film der Woche#695: Eliminators (1986)

Ich habe mal wieder keinen blassen Schimmer, wie ich auf diesen Film gekommen bin. Wahrscheinlich war es irgendein Instagram-Post der irgendwelche trashigen Filme behandelt hat, oder so. Jedenfalls war das hier eine sehr sehr wilde Fahrt und ich habe jede Minute davon genossen.

"Eliminators" erzählt die Geschichte eines "Mandroiden" (also eines Cyborgs), der später immer nur John (Patrick Reynolds) genannt wird. Dieser war einst ein Flugzeugpilot, der irgendwo in Südamerika eine Bruchlandung erlitten hat - und diese nicht überlebt hat. Ein machthungriger Wissenschaftler namens Abbott Reeves (Roy Dotrice) hat seinen Körper aufgegriffen und aus ihn einen Cyborg gemacht

- der für ihn in einer neuartigen Zeitmaschine durch die Zeit reist und äh Artefakte stiehlt. Zu Beginn des Films ist er im Antiken Rom und kämpft dort gegen römische Soldaten. Nach seiner letzten Mission scheint seine Aufgabe erfüllt zu sein und Reeves befiehlt seinem untergebenen Dr. Takada (Tad Horino) den Mandroid auseinander zu bauen und somit "einzuschläfern". Takada hat ein schlechtes Gewissen und hilft ihm, zu fliehen. Bei der Flucht wird Takada von Reeves Schergen erschossen. Der Mandroid kommt in den USA an um dort Hilfe von Colonel Nora Hunter (Denise Crosby) zu suchen. Hunter erkennt, dass John eigentlich tot ist und dass sich in ihm drin Technik befindet, die sie entwickelt hat und die von Reeves gestohlen wurde. Nach einigem hin und her, beschließen sie gemeinsam zurück nach Südamerika zu reisen um dort Reeves in seiner Festung zu stellen (und vllt. auch zu töten). Kaum angekommen, heißt es dass sie eine Art Reiseführer brauchen. Diesen finden sie in der Gestalt von Harry Fontana (Andrew Prine), einen Abenteurer und Bootsbesitzer. Begleitet werde sie übrigens von Noras intelligenten fliegenden kleinen Roboter und achja sie treffen auch auf Dr. Takadas Sohn Kuji (Conan Lee), der ein Ninja ist.

Um Harry Fontana indirekt zu zitieren: "Was ist das hier? Ein Comic? Wir haben hier Roboter, Neandertaler...Ninjas". Es ist ein Bisschen wie "Fast and Furious". Ein Kind hätte sich das ausdenken können. Bloß, dass eine klitzekleine ernsthafte Note dabei ist. Der gecrashte Pilot, der tot war und sich an seine Frau und Kind erinnern kann und weiß dass er so nicht weiter leben darf und am liebsten sterben würde. Ansonsten ist das eine Mischung aus "Romancing The Stone" (diesem einen Indiana Jones Ripoff) und äh...Terminator. Schließlich geht es um ein Abenteuer mit Hüten und Booten und äh auch um Zeitreisen und Cyborgs. Dabei will ein Bösewicht tatsächlich in der Zeit zurück reisen und den Lauf der Geschichte beeinflussen. Er will sich zum Cäsar machen. Es scheint fast so als hätte man sich die Story am laufenden Band ausgedacht - wäre da nicht irgendein Budget und eine gewisse Vorplanung nötig gewesen. Man ist in Mexico unterwegs, fährt Boot, lernt einen Neandertaler-Stamm kennen der durch eine Zeitreise hier gelandet ist. Es gibt einen piependen fliegenden kleinen Roboter und einen draufgängerischen, schmierigen Typen der das Herz am rechten Fleck hat. Also quasi wie Indiana Jones, Star Wars, Terminator und irgendwelche Kung Fu Filme in einem. Gegen Ende wird die Handlung noch absurder, aber ich spoiler mal lieber nicht. Jedenfalls ist das hier absolut großartige, völlig meschuggene Unterhaltung, die (größtenteils) harmloser nicht sein könnte. Ich will nicht mal sagen, dass der Film so schlecht ist, dass er wieder gut ist. Ich habe mich köstlichst amüsiert.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 8. September 2026

Comic Book Review#693: Batman: A Death In The Family (2011)

Wieder mal eine Leihgabe von Kollegen M. Vielen Dank dafür. Es handelt sich um ein 2011 erschienenes Sammelband, welches die Ausgaben 426-429 als auch 440-442 von "Batman" als auch 60-61 von "The New Titans" beinhaltet. Dabei geht es um zwei Storylines: "A Death In The Family" und "A Lonely Place Of Dying". 

Den Anfang macht "A Death In The Family": Nachdem Dick Grayson nicht mehr Robin ist und die Identität von Nightwing angenommen hat, wurde das Waisenkind Jason Todd was einst von Batman beim versuchten Diebstahl der Reifen des Batmobils gestört wurde, selbst zu Robin. Der Junge hatte ein ähnliches Schicksal wie Dick Grayson. Beide Elternteile tot, allerdings nicht bei einem Anschlag. So musste er in einem verlassenen Haus wohnen und irgendwie überleben. Nachdem Bruce Wayne ihn

dann offiziell adoptiert hat, dauerte es nicht lange bis er mit zunehmenden Alter irgendwann zu Batmans Partner wurde. Allerdings ist er von seiner Art wesentlich anders als Dick Grayson gewesen. Jason Todd war sehr rebellisch und ungehorsam. Das kriegen wir bereits zu Beginn der Story mit, als er beinahe eine gemeinsame Operation mit der Polizei vereitelt. Batman/Bruce Wayne ist definitiv sauer. Jason geht daraufhin in seine alte Nachbarschaft und kriegt von einer ehemaligen Nachbarin lauter Sachen von seinem verstorbenen Vater überreicht. Dabei findet er raus, dass die Frau die sein Leben lang seine Mutter war, tatsächlich nicht mit ihm verwandt war. Der Name der leiblichen Mutter beginnt mit S. So recherchiert Jason im Adressbuch seines Vaters und findet drei Frauen, die inzwischen in Libanon und Äthiopien leben. Er begibt sich auf die Suche, ganz allein, unabhängig von Batman. Letztgenannter folgt allerdings ebenfalls dort hin - nämlich der Spur des Jokers. Der weißhäutige Schurke ist wieder mal aus dem Arkham Asylum ausgebrochen und plant eine überaus tödliche, nicht registrierte Waffe an eine bestimmte Miliz zu verkaufen (der Name beginnt mit H). So treffen Bruce/Batman und Jason/Robin im Nahen Osten aufeinander und arbeiten wieder zusammen um einerseits den Joker als auch Jasons Mutter zu finden. Es könnte eine israelische Agentin sein oder eine Assassinin oder eine Frau die für ein Hilfswerk der UN in Äthiopien arbeitet. Es kommt, wie es kommen muss. In Äthiopien wird Jason von Joker umgebracht - was übrigens das Ergebnis eines Televotings der Leser von DC gewesen ist. Sie haben per Telefon abgestimmt ob der Junge leben darf oder sterben muss. Scheinbar konnte ihn keiner leiden. Jedenfalls ist das Alternativende zur Storyline hier auch dabei.

In "A Lonely Place Of Dying", die nicht direkt im Anschluss spielt geht es um den direkten Nachfolger von Jason. Ein Junge namens Tim Drake, der einst selbst Zeuge wurde wie Dick Graysons Eltern im Zirkus gestorben sind ist etwas auf der Spur. Der junge Hobbydetektiv (dessen Eltern übrigens Leben) ist der Meinung dass Batman in letzter Zeit wesentlich aggressiver und gewalttätiger auftritt. Er hat eins und eins zusammen gezählt und weiß nun dass Bruce Wayne Batman ist und Dick Grayson Robin war. Da zwischenzeitlich ein neuer Robin (Jason Todd, der damals von Bruce Wayne adoptiert wurde) auf- und wieder abgetaucht ist - Jason Todd offiziell als tot gilt und Batman nun wieder alleine ist, macht die Gleichung für ihn noch mehr Sinn. Tim sucht nach Dick Grayson um ihm mitzuteilen, dass er Batman helfen soll wieder auf die Beine zu kommen. Dieser braucht seiner Meinung nach unbedingt einen Robin um seine menschliche Seite zu bewahren. Dick selbst ist wieder in Sachen Zirkus unterwegs. Irgendjemand versucht nämlich den alten Haley Zirkus von innen zu sabotieren. Also versucht er rauszufinden, wer es denn ist. Batman hingegen versucht Two-Face aus der Reserve zu locken, der offenbar einen weiteren Anschlag oder irgendwas anderes plant.

Zwei Geschichten, die es wahrlich in sich haben. Zunächst mal geht es um Verlust. Jason hat nie seine richtige Mutter kennen gelernt und ist auf der Suche nach ihr bzw. seinen Wurzeln. Er hofft sehr, sie zu finden und endlich Frieden mit sich selbst zu schließen. Bruce ist zwar besorgt, doch kann sein Vorhaben nachvollziehen - auch wenn er über den Alleingang durchaus leicht verärgert ist. Es geht auch um Bruces Verlust. Er kann mit dem Tod Jasons wirklich sehr schlecht umgehen und wird zunehmend aggressiver und skrupelloser. Es ist seine, schlechte, Art Dinge zu verarbeiten. Weiterhin geht es um die Frage "Braucht Batman wirklich unbedingt einen Robin?" bzw. "Ist ein weiterer junger Sidekick an seiner Seite tatsächlich die beste Art einen solch schweren Verlust zu verarbeiten?". Dabei fungiert Tim Drake als eine Art Chance, alles wieder gut zu machen. Der Junge möchte, tief im Innern, selbst Robin sein - Bruce realisiert aber irgendwann dass er durch das "Engagement" von Kindern als "Soldaten" einen erheblichen Fehler gemacht hat. Er hat die Leben von Dick und Jason gefährdet. Dazu kommt noch der Joker als Diplomat der Islamischen Republik Iran, der unantastbar ist und niemals bestraft werden kann. Hilflosigkeit macht sich breit, die dann in Aggression mündet. Eine zutiefst traurige Geschichte, die jedoch ein Licht am Ende des Tunnels zeigt. Geschrieben von Jim Starlin und Marv Wolfman, gezeichnet von George Peréz, Jim Aparo und Tom Grummett.

9/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von Captain Away:



Montag, 7. September 2026

Album der Woche#697: Fear Factory - Archetype (2004)

Ich kann mich grob erinnern vor ca. 22 Jahren ein Review zu diesem Album in einer Ausgabe der Musikzeitschrift VISIONS gelesen zu haben. Der Reviewer hat kein gutes Wort darüber verloren. Aber irgendwie hat mich das gereizt. 3/10 Punkte also. Ich dachte mir damals: "Aber ich kenne die Band doch und sie sind doch gar nicht schlecht." Tatsächlich kannte ich FF schon damals vom Fernsehen und war etwas verwirrt warum sie so wenig Punkte bekommen. 


Ich weiß aus heutiger Sicht nicht ob es das letzte gute Album von FF ist oder ob danach noch vllt. 1-2 Banger kommen. Es ist das erste Album ohne Dino Cazares, bei welchem Christian Olde Wolbers sowohl Bass als auch Gitarre bedient. Ansonsten sind wir beim gleichen Line-Up: Burton C. Bell am Gesang und Raymond Herrera an den Drums. Live wurde die Band von Byron Stroud am Bass unterstützt. 

Was ich tatsächlich nicht gut finde, ist das Artwork. Also.... naja es hat einen faden Beigeschmack. Ich weiß dass ab diesem Zeitpunkt Fear Factory nichts anderes eingefallen ist. Jedes Album nach "Archetype" hatte ein Artwork welches zwei Fs gezeigt hat. In verschiedenen Formen. Das wurde irgendwann ziemlich langweilig, glaube ich.

Ansonsten haben wir ein ähnliches Schema wie bei den vorherigen Alben. Groove Metal mit Industrial Kante und cleanen als auch wütenden leicht-gutturalen Vocals. Es geht um das Internet ("Cyberwaste") bzw. die Menschen die da drin sitzen und andere Menschen bedrohen und naja irgendwie auch wieder um den Menschen in einer technisch hochentwickelten Welt. "Archetype" ist tatsächlich ein Diss gegen Dino Cazares. Er wird darin indirekt als "Infektion" bezeichnet und dass die "Seele der Maschinen" nun sich verbessert hat. Nicht nur ist es eine direkte Anspielung auf das erste Album "Soul Of A New Machine" sondern tatsächlich eine echt derbe Beleidigung. Wer bezeichnet schon andere Menschen als Krankheiten/Infektionen. Geez. Ich glaube, in "Corporate Cloning" geht es um geschmacklose Musik, die von der Industrie immer wieder kopiert und verwertet wird. Man schafft es also diesen Gedanken über Industrialisierung/Menschenverwertung in einer Maschinenwelt beizubehalten - es diesmal nicht nur als Storytelling-Methode zu benutzen sondern als Metapher. 

Der Unterschied zu den anderen Alben ist folgender: "Archetype" ist wesentlich cleaner, weniger aggressiv und man könnte fast schon sagen "weicher". Das macht es nicht schlechter - allerdings stellt sich dann die Frage: Wie zur Hölle machen die danach weiter? Weil wenn es genauso weiter geht und jedes Album sich so anhört, wird es ganz schön langweilig. Es ist ein Banger, der allerdings nicht ganz an die bisherigen Vorgänger rankommt.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Archetype, Slave Labor, Corporate Clothing




Donnerstag, 3. September 2026

Film der Woche#694: Mandy (2018)

Ich weiß gar nicht wie es dazu kam, dass dieser Film auf meiner To-Watch-List gelandet ist. Tatsächlich steht da "Mandy (Panos Cosmatos)", weil es scheinbar mehrere Filme gibt, die "Mandy" heißen. Worauf ich mich da einlasse, wusste ich allerdings überhaupt nicht mehr. Also war es eine ganz schöne Überraschung für mich, als ich mir den Film reingezogen habe.


Wir befinden uns im Jahre 1983. Irgendwo in den Shadow Mountains in der Mojave-Wüste, Kalifornien. Die Tankstellenverkäuferin und Künstlerin Mandy Bloom (Andrea Riseborough) und ihr Freund, der Holzfäller Red Miller (Nicolas Cage) leben gemeinsam in einer Hütte. Ihr Leben ist relativ bescheiden und ruhig. Eines Tages fällt Andrea ins Auge eines "charismatischen" Sektenführers namens Jeremiah Sand (Linus Roache). Er selbst ist ein gescheiterter Musiker, der heftig auf irgendwelchen Opioiden hängengeblieben ist - und Anführer einer Gruppe von Menschen, die ihn anhimmeln. Also, einer Sekte. Der Name ist "Children of the New Dawn". Es geht irgendwie um Jesus aber auch um Jeremiah als Mittelpunkt des Lebens oder so. Jedenfalls sieht Jeremiah Mandy eines Tages als seine ganze Sippe mit ihrem Auto an ihr vorbeifährt. Sie fällt ihm sofort auf und er möchte sie für sich haben. Eines Tages beauftragt die Sekte eine Gruppe von dämonisch(wirkend)en Bikern ins Haus von Bloom und Miller einzudringen. Miller wird gefesselt, Bloom unter Drogen gesetzt. Als Jeremiah versucht Mandy von sich zu überzeugen, klappt das allerdings gar nicht. Sie lacht ihn aus. Aus Rache wird sie von seinen Anhängern verprügelt, in ein Sack gesteckt, mit Benzin übergossen und angezündet. Alles vor den Augen, des gefesselten und aufgehängten Red. Nachdem die Sektenanhänger weggefahren sind, befreit sich Red und sucht sich Hilfe in Gestalt seines Freundes Caruthers (Bill Duke), der ihn Pfeile und eine Armbrust gibt. Red startet daraufhin einen Rachefeldzug. Zunächst erledigt er die Biker und macht sich daraufhin auf dem Weg alle Sektenmitglieder zu töten.

Der Film ist in drei Segmente unterteilt, die die Handlung zwar miteinander verbinden, jedoch ganz klar stilistisch unterschiedlich sind. So kriegen wir zuerst den Eindruck, dass Mandy wahrscheinlich von einer Sekte entführt wird und evtl. wird Red kämpfen, um ihr Leben zu retten usw. Dass der Film zu einem barbarischen Vergnügen wird, das hat man so gar nicht im Sinn. Dass dann irgendwann eine Axt geschmiedet wird, die auf dem Buchstaben "F" aus dem Logo von Celtic Frost basiert und ordentlich auf die Kacke gehauen wird. Köpfe abgehackt werden. Die Umgebung zu einem wilden LSD-Traum wird, der an diese Wüsten-Landschaft im Anime "Fist of the Northstar" erinnert. "Mandy" lässt sich Zeit, um eine zuerst ruhige und angenehme Geschichte zu erzählen - die dann langsam zu einer sogenannten "Tour de Force" wird. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die dargestellte Gewalt nicht voyeuristisch rüberkommt sondern einfach "hart und brutal". Es ist kein Folterporno - viel eher krieg ich bei den dargestellten Bildern eine Wut und das Bedürfnis Cage anzufeuern, er solle die Wichser alle kriegen. Und genau dafür ist der Mann auch gut. Er ist vor der Kamera einfach nur googoogaga und er kann das gut. Verzweifelte, wütende und "durchgeknallte" Menschen darstellen. Dazu kommt noch der Soundtrack von Johann Johannsson als auch Gitarristen Stephen O'Malley (Sunn O)))) und Produzenten Randall Dunn. Zu Beginn des Films hören wir den Song "Starless" von King Crimson. Es ist alles super stimmig - die Handlung, die Musik, das "Bühnenbild", die Farben, die Kostüme der Biker (die mich an die Cenobites aus "Hellraiser" erinnern). Es stimmt alles. Großartiger Film, ehrlich.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer: