Sonntag, 17. Mai 2026

So isses, Musik!#211

DEUTSCHPUNK FEGEFEUER:

Ich habe hier letztens lauter Mammutprojekte gestartet (und beendet). So habe ich Marlyns Plattensammlung reviewt, meine eigene LP-Sammlung angefangen auf Instagram zu reviewen, hier die riesige .mp3-Sammlung (quasi) komplett reviewt (nur Alben). Danach gings weiter mit der "Samplerhölle", wobei ich eine Ficktonne an Samplern auf meiner Festplatte gehört und reviewt habe und danach gings in den ".mp3-Himmel". Da bin ich (zumindest auf dem Blog) immer noch, allerdings habe ich das Ganze tatsächlich bereits durchgehört. Es geht jetzt los mit einem neuen Mammutprojekt. Philipp, Raphi und ich werden an die 70 von uns ausgewählten Deutschpunk-Songs reviewen. Alles ist alphabetisch sortiert und wir fangen mit den ersten drei an. Und natürlich lasse ich meinen beiden Genossen zuerst das Wort. Philipp wird wahrscheinlich seinen Beitrag nachreichen:


Raphi: "Wenn es um Wave Punk aus Deutschland geht, kommt man an Abwärts nicht vorbei. Kaum ein anderes Album beschreibt die ungewisse Situation zwischen digitalem Aufbruch, drohendem Krieg, und der ganzen Kälte und dem notwendigen Zynismus dazwischen so gut wie „Amok Koma“. Und als zentrales Element dieser Dystopie steht der Song „Computerstaat“ als Monolith und zeitloser Klassiker."


Ich: Kann mich ziemlich gut daran erinnern, als ich das erste Mal Abwärts gehört habe. Das war auf einem Sampler namens "NAZIS RAUS!", das auf Weird System veröffentlich wurde. Abwärts waren mit "Hallo ich heiß Adolf" vertreten und hörten sich an wie eine politische Punkband die versucht Richtung Industrial und Metal zu schielen. Umso verwunderter war ich dann als ich irgendwann "Computerstaat" gehört habe (wahrscheinlich auf einer anderen Compilation). Das klang ganz anders: viel "punkiger", simpler und irgendwie auch tanzbar. "Computerstaat" ist im Grunde genommen eine in relativ simple Reime zusammengefasste Auseinandersetzung mit dem (Nachrichten)Alltag zur Zeit des Kalten Krieges. "Kalt" reimt sich auf "Badeanstalt", "Stalingrad" auf "Katastrophenstaat". Es gibt ein sehr schönes, längeres summendes und brummendes fuzziges Intro, das ich an dem Song am allerliebsten mag. In meinen Ohren ist das deutschprachiger Punk in seinem Grundgerüst und zufälligerweise ein sehr guter Anfang unserer Review-Reihe. RIP Frank Z.


Raphi:

"Mit ihrem halbakustischen Deutschpunk hat es das Trio längst in die Welt der Popkultur geschafft und das kann man ihnen wirklich gönnen. Apocalypse Vega ist eine wirklich gute Songwriterin und ich mag ihren Humor. Das Lied „Eisenhüttenstadt“ ist für alle Menschen, die von ihren Bekannten hören, was diese nicht alles schon erlebt und gesehen haben, während sie selbst das Gefühl haben, nie wirklich voranzukommen. Ein bisschen Neid, ein bisschen Genügsamkeit, und jede Menge Zynismus, und vielleicht auch ein wenig post-sozialistische Tristesse."



Ich: Hin und wieder ploppte dieser skurrille Bandname in meinem Feed auf und irgendwann habe ich auch gecheckt, dass die Band neben Apokalypse Vega und Bene Diktator auch aus Johnny Bottropp (ex-Terrorgruppe, ex-The Bottrops) bestand. Leider habe ich irgendwann alle Terrorgruppe-Hörer-Aktivitäten irgendwie sein gelassen und es hat mich nicht besonders interessiert. Zum Glück gibt's jetzt diese Liste um den Horizont zu erweitern. Der Song ist ziemlich poppig und simpel gestaltet. Es geht im Grunde genommen um absolute Wichtigtuer die u.a. mit ihren World Tripping angeben. Doch am Ende heißt "gibt viel wichtiges als dich", auch wenn Frau/Mann selbst nie in New York, Neu-Delhi usw. gewesen ist sondern in Eisenhüttenstadt oder Neuruppin. Man sollte sich selbst nicht klein machen bloß weil man in seinem Leben nicht so viel "geschafft" hat wie dieses wichtigtuerische Arschloch. Finde ich wirklich extrem gut.

Raphi: "Springen wir mal in die Gegenwart, denn auch in unserer Zeit wird noch schöner deutschsprachiger Punk Rock produziert. Akne Kid Joe (oder AKJ) aus Nürnberg haben dem Genre einen interessanten neuen Anstrich verpasst und vor allem die ersten drei Alben haben mir sehr gefallen. Ich kenne wenige andere Bands, die die Absurditäten der post-modernen Welt so gekonnt in humorvolle Texte verpacken wie AKJ. Und als ideales Beispiel dient der Titel „Die Hochzeit von meinem Cousin“ vom Album „Die Jungs von AKJ“."



Ich: Habe AKJ irgendwann vor ein paar Jahren auf dem "Spastic Fantastic"-Labelfest in Dortmund gesehen und fand sie irgendwie gut. Allerdings hat sich mein Musikgeschmack im Laufe der Jahre eher zum Schwermetallischen hin entwickelt und so verschwand die Band irgendwie von meinem Radar. Dabei haben sie schon mehr(?) als drei Alben draußen(?). Naja, jedenfalls ist dieser Songtext eine verdammt gute Wiedergabe all dieser Awkwardness die man verspürt wenn man auf einem Happening seiner Familie (womöglich auch noch im Dorf) ist und man sich wahrscheinlich denkt: "Meine Fresse, was mache ich eigentlich hier, es gibt hier nichts zu besprechen außer verfickten Smalltalk, ich will WEG." Ich habe hier in Deutschland zum Glück keine "erweiterte" Familie und habe dieses Gefühl nicht, allerdings habe ich so oft die Schnauze voll von nichtssagenden Smalltalk gehabt. So verdammt oft. Das trifft's auf den Punkt.
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Rein in den .mp3-Himmel:

Und weiter geht es mit "Metal". Tatsächlich habe ich zu dem Zeitpunkt als all diese .mp3s auf meinen damaligen MP3-Playern gelandet sind noch nicht so viel Metal gehört, wie heute. Was wir hier vorhinden sind lauter kleine Ordner mit wenig Tracks drin von Bands wie Pig Destroyer, Judas Priest, Callejon, Danzig, Dethklok oder Neurosis. Viel interessanter jedoch sind solche Bands an die sich kein Schwein erinnert oder sich niemand erinnern sollte. Zum Beispiel Transilvanian Beat Club oder J.B.O. Von den letztgenannten habe ich hier tatsächlich ein Lied stehen/liegen und ich frage mich bis heute, warum es überhaupt hier gelandet. Ich frage mich auch, ob ich diesen Scheiß tatsächlich jemals witzig fand. Besonders hervorheben möchte ich auch "Uptown Girl" von War from a Harlot's Mouth. "House of Secrets" von Otep. Und äh, "Mein Eichensarg" von Eisregen :D

Der nächste Ordner trägt einen ziemlich allgemein gehalten Namen, nämlich "Pop.Indie.Alternative". Wahrscheinlich wollte ich hier alle Sachen reinpacken, die irgendwie allgemein nicht so richtig in eine Schublade zu packen waren. So ist hier zum Beispiel dieser Song von Teddybears STHLM namens "Punkrocker" (ist ein Cover von Iggy Pop) als auch die Hip-Hop-Version davon namens "Hiphopper" mit dem Rapper Thomas Rusiak. Ich finde hier mehrere Version von Devos "Mongoloid". Damals war ich fasziniert davon, wie viele Versionen es davon gibt, sodass ich unbedingt eine Mix-CD fürs Auto machen wollte. Meine Lieblingsversion war damals tatsächlich die von Jennifer Rostock. Was haben wir hier noch? "Papa Loves Mambo" von Perry Como. "After Dark" von Tito & Tarantula. Presidents of the USA mit "Peaches". Der großartige Song über Atomkrieg in einer Schwulenbar: "Gay Bar" von Electric Six. "Di Grind" von den nicht weniger großartigen Kaizers Orchestra. Und natürlich "Griechischer Wein" von Udo Jürgens. Alles kompakt in einem Ordner.

Was "Psychobilly" betrifft, so ist dieser Ordner nicht viel anders als die ganzen Psychobilly-Sampler, die ich hier vor einiger Zeit verwurstet habe. Im Grunde genommen sind hier mehrererere Unterodner voll mit Klassikern des Genres wie King Kurt, Demented Are Go, Frantic Flintstones und Nekromantix. Tatsächlich bin ich durch den Hörgenuss dieses Ordners wieder darauf gekommen wie großartig King Kurt waren. Ich habe bis heute - und es sind jetzt mindestens fünf Wochen vergangen, seitdem ich das gehört habe - einen Ohrwurm von "America" oder wahlweise auch "Zulu Beat" bzw. "Destination Zululand". "Wreck a Party" ist auch fantastisch. Das möchte ich hier mal hervorheben wie unkonventionell diese Band, vor allem auch für Psychobilly-Verhältnisse.
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Opeth Discography: In Cauda Venenum (2019)

Vorletztes Album von Opeth, bis jetzt. Meiner Meinung nach und auch der Meinung vieler anderer bis jetzt das beste aus ihrer Progressive Rock Ära. Finde das ist durchaus der Fall weil diese "Ära" zwar durchaus interessant angefangen hat, die Band aber relativ schnell sich in einer Art Stagnation verloren
hat. Ich war ja immer wieder der Meinung, dass das "nächste" Album vielleicht auch gut sein werde aber wie lange das gut gehen wird, das wusste ich nicht. Das lag daran, dass der allgemeine Klang schon super gut und virtuos usw. war, aber dennoch irgendwie gleich bleibend. Sprich ich hätte mir immer wieder vorstellen können, wie das nächste Album sich anhören wird. 

Bei "In Cauda Venenum" ist es jedoch sehr viel anders. Das Album existiert nämlich in zwei verschiedenen Versionen. Das heißt, bei jeder Version gibt es die gleichen Songs - allerdings in zwei unterschiedlichen Sprachen. Schwedisch und Englisch. Ich habe die schwedische Version zuerst gehört und war wie weggeblasen. Manchmal braucht es nur ein kleines Detail um alles zu verändern. So ist der Wechsel in eine andere Sprache meiner Meinung nach genau das gewesen was diese Band gebraucht hat. Dadurch dass ich kaum ein Wort verstehe (eigentlich gar keins) wirken die Songs nahezu mystisch auf mich bzw. wie Lautmalerei. Ja, ich weiß. Schwedisch ist eine richtige Sprache, allerdings keine die ich alltäglich spreche. 

Darüber hinaus: Es fängt an mit einem sehr abgefahrenen, 70s Prog Rock Keyboard Intro. Das Album variert zwischen (sorry für den Ausdruck) melancholischen Songs, sehr abgefahrenen beinahe psychedelischen Ausflügen (mit Keyboards!), wunderschönen Gitarrensoli und einigen Riffs die beinahe wie Djent rüberkommen. Dazu kommen noch irgendwelche Samples aus schwedischen Medien, die mir leider nichts sagen. Soweit ich rausfinden konnte, handelte es sich dabei unter anderem um eine Art Puppensendung für Kinder. Dazu kommen noch kirchliche Gesänge und noch viel mehr was ich grade bestimmt vergessen habe. Verdammt, dieses Album ist so groß, so riesig und so raumeinnehmend. Es ist faszinierend.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Ingen sanning är allas, Charlatan, Svekets prins




Mittwoch, 13. Mai 2026

Film der Woche#677: Na srebrnym globie (1988)

In Deutschland bekannt als "Der Silberne Planet", international bekannt als "On the Silver Globe" - was auch dem Originaltitel entspricht.

Wir befinden uns in weiter entfernter Zukunft auf einem fremden Planeten, der jedoch scheinbar von Menschen bewohnt wird. Zwei Astronauten von der Erde kriegen von den Einheimischen (die wie post-apokalyptische amerikanische Ureinwohner gekleidet sind und nicht wirklich reden können) eine Diskette mit Aufnahmen überreicht. Darauf sind Aufzeichnungen von einem irdischen Astronauten namens Jerzy (Jerzy Trela). Vor ca. 50-60 Jahren ist sein Raumschiff, welches ihn als auch die Kollegen Marta (Elżbieta Karkoszka) und Piotr (Jerzy Gralek) transportierte, auf diesem unbekannten Planeten abgestürzt. Ein weiterer Astronaut verstirbt. Jerzy nimmt alles Geschehene mit einer Kamera auf und

erstellt so eine Art Tagebuch. Die drei Erdlinge werden zu Gründern einer neuen (einer auf Inzest basierten lol) Gesellschaft. Die Atmosphäre sorgt dafür dass die neugeborenen Kinder wesentlich schneller wachsen. Einzig Jerzy altert langsamer als die anderen und wird dafür bewundert. Alle fragen sich, wieso er nicht stirbt. Die Gesellschaft die hier entstanden ist, ist eine die auf heidnischen/okkulten Glauben basiert. Rituale und Tänze bestimmen den Alltag - außerdem werden die Menschen immer dümmer weil ihre eigene Geschichte nicht überliefert wurde. Jerzy schickt das von ihm erstellte Video-Tagebuch zur Erde. Jahre später taucht ein weiterer irdischer Astronaut auf dem Planeten auf - Marek (Andrzej Seweryn) und wird prompt von den Einheimischen für einen Messias gehalten. Die Gesellschaft, in welcher er nun angekommen ist, ist eine die auf blutigen Ritualen und Gewalt basiert. Es besteht eine Art heidnischer Religion mitsamt Tempel unter der Erde.

Es ist schwierig nachzuvollziehen, was genau wann passiert. So fand ich es relativ anstrengend zu verstehen ob die Handlung zu einem Zeitpunkt auf der Erde spielt oder doch auf dem fremden Planeten. Das liegt auch daran, dass im Film Rückblicke zu sehen sind. So ist es für mich schwierig zu verstehen ob Jerzy die Videoaufnahmen auf die Erde geschickt hat - während diese von einem Stamm stummer indigener Menschen aufgefunden werden. Das klingt fast so als ob die Gesellschaft der zukünftigen Erde sich rückentwickelt hat - und die Astronauten die zu dem fremden Planeten gereist sind eben dieses Wissen mitgenommen und darauf die neue Gesellschaft aufgebaut haben. "Na srebrnym globie" ist eine düstere Parabel über das Wesen des Menschen: Dieser kehrt immer wieder zu Gewalt zurück, huldigt irgendwelche Messiase an und erschlägt sie mit Steinen, kreuzigt sie wenn sie doch nicht "die wahren Messiase" sind. Auch der Drang, das Fremde, das Andere, das anders aussehende zu bekämpfen, zu unterdrücken und zu zerstören ist hier zu sehen. Der Autor der Vorlage war Jerzy Żuławski, der Großonkel des Regisseurs Andrzej Żuławski. Ursprünglich ging es um eine Reise zum Mond - hier geht es um einen anderen Planeten. Und eigentlich hat er mit der Produktion des Films im Jahre 1977 angefangen. Allerdings hat der Vize-Kulturminister Janusz Wilhelmi diese angehalten. Grund: Angeblich zu hohe Kosten und geringe Effizienz. Aber eigentlich ging es um den regimekritischen Aspekt des Films. So wurden nicht nur die Dreharbeiten angehalten - auch sämtliche Requisite wurden zerstört. Einige wurden von mehreren Schauspielern in ihren Wohnung und privaten Lagern gehalten. Erst nach der Beendigung des Kriegszustandes in der Volksrepublik Polen konnte Żuławski mit dem Film fortfahren. Allerdings war dieser erst zu 80% fertig und so hat Żuławski anstelle der fehlenden Szenen, Aufnahmen von Warszawa und Kraków der 1980er Jahre eingefügt. Darüber hat er die Inhalte der Szenen gesprochen. "Na srebrnym Globie" wurde unter anderem am baltischen Meer, in der mongolischen Wüste Gobi, im Kaukasus, in Police, in Niederschlesien, Kaukasus als auch in Kraków und in der Salzmine Wieliczka gefilmt. Ich selbst war in Wieliczka als auch im jüdischen Viertel Kazimierz. Meiner Meinung nach ist der Friedhof hinter der Remuh-Synagoge einmal zu sehen - es kann natürlich sein, dass ich mich irre.

Ein wirklich monumentales, philosophisches Werk. Voll mit Fragen über das Leben, Liebe, Hass und dem Sinn des Lebens an sich. Diese werden meistens in Wutanfällen vor sich her geschrien. Das Make-Up und die Gestaltung der Kostüme als auch der Umgebung ist fantastisch. Tatsächlich hat man hier ganz großes Recycling betrieben und einige Kostüme aus Stoffresten und Müll zusammen gebastelt. Wenn man den Film allerdings auf Polnisch mit englischen Untertiteln anguckt, steht man allerdings vor einer Herausforderung. Diese sind nämlich voll mit relativ unumgänglichen Begriffen, die man erstmal verstehen muss. Mir gefällt auch die Dynamik. Alles ist so exorbitant irre, manisch und fanatisch. Und zwar sowohl die "Ureinwohner" als auch die Erdlinge. Der Film erfordert allerdings viel Konzentration. Wahrlich fantastisch.

10/10 Pfandflaschen
Trailer:



Dienstag, 12. Mai 2026

Comic Book Review#675: Godzilla vs. Hulk (2025)

Nach den Fantastic Four kommt nun der Hulk.

Diesmal spielt die Story irgendwann Ende der 1970er Jahre. Wir haben es allerdings immer noch mit dem Showa-Ära-Godzilla zu tun, also quasi derselben Riesenechse wie im "Godzilla vs. The Fantastic Four"-Comic. Zumindest sieht sie genauso aus. Die Handlung spielt sich ab in San Antonio (Texas), genauer gesagt auf der "Thunderbolt Ranch", also einer militärischen Forschungseinrichtung unter Leitung von General Thaddeus "Thunderbolt" Ross. Gerüchten zufolge soll tief unter der Erde der Hulk

und andere Monster gefangen sein. Allerdings gilt der Hulk als tot. Statt dem Hulk treffen wir allerdings auf Dr. Bruce Banner als auch Dr. Demonicus (dessen Gesicht entstellt und er eine Maske tragen muss). Demonicus arbeitet an einem Sarkophag, dessen Aufgabe die Gefangennahme von Godzilla sein soll. Um den Kaiju zu fangen manipuliert man Kumonga, die Riesenspinne, mit einem hochentwickelten technischen Gerät, damit dieser die Riesenmotte Mothra angreift. Godzilla, der sozusagen ein Freund Mothras ist, wird von ihren Schmerzen angezogen und eilt zur Hilfe. Daraufhin greifen Banner und Demonicus mit zwei restaurierten Mechagodzillas an. Doch als als das nicht hilft, zeigt Demonicus sein wahres Gesicht. Der "Sarkophag" ist in Wirklichkeit ein künstliches Ei. Darin wächst ein neues Monster, dass aus vielen verschiedenen DNAs zusammengeklumpt wurde: Hedorah. Der riesige, unförmige Haufen von Monster soll nun Godzilla besiegen und am Ende äh das Gleichgewicht auf der Welt wieder herstellen. Banner ist nicht gerade begeistert darüber, dass Demonicus gelogen hat. Dadurch und weil die Schmerzen beim Aufprall des Mechagodzilla so schwer sind, verwandelt er sich in den Hulk. Der grüne Hüne möchte nun Godzilla helfen. Normal.

Was soll eigentlich das "vs." im Titel? Liegts vielleicht daran, dass zuerst Dr. Banner gegen Godzilla gekämpft hat und Banner ja eigentlich Hulk ist? I don't know. Jedenfalls besteht die Story nicht nur aus Monsterkloppe sondern von durchaus realistisch dargestellten Allmachtphantasien eines entstellten Wissenschaftlers und naja auch eines US-Generals der glaubt auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Alles vernichten oder irgendwie unter die eigene Kontrolle stellen. Koste es was wolle. Das passiert, wenn man Geschäfte mit Wahnsinnigen macht. Sonst ist die Geschichte ziemlich...cool. Hulk hilft Godzilla, Hulk hilft der riesigen Spinne. Godzilla kämpft gegen Hedorah. Und ja die Gammastrahlen haben auch einiges zu bieten hier. Ich mag auch den modernen Touch der Zeichnungen. Dafür, dass das hier in den 1970ern spielt, sieht es trotzdem ganz schön modern aus. Weil es einfach die moderne Art und Weise zu zeichnen ist. Offensichtlich. So könnte es genauso in der heutigen Zeit spielen. Militäruniformen bzw. Uniformen von Minion-Wissenschaftlern in riesigen Bunkeranlagen sehen heutzutage eigentlich genauso aus. Wie auch immer. Ich fand die Story interessant und amüsant. 

Made by Gerry Duggan, Giuseppe Camuncoli
8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von DopeSpill Comics:


Montag, 11. Mai 2026

Album der Woche#679: Gorguts - The Erosion of Sanity (1993)

"The light of life, through his syringe glows
Soon, in the veins the soul will flow
Injections in a body once deceased
Re-animates
The flesh-made puzzle soon will start to breathe
Regenerate"
(aus "With Their Flesh, He'll Create")

Zweites Album der kanadischen Death Metal Größen Gorguts, welches zufälligerweise zu dem Zeitpunkt rausgekommen ist, als das Genre als "abgeschrieben" galt. So wurden sie nach dem Release vom Label Roadrunner Records fallen gelassen. Trotzdem gilt dieses Album mittlerweile als Klassiker. Und ich verstehe auch warum.

"The Erosion of Sanity" bietet all das was Death Metal alter Schule zu Beginn der 1990er zu bieten

hatte. Obskure Texte voll mit ganz und gar nicht stumpfer Ausdrucksweise, die sich einfach nur brutal anhören. Beispielsweise geht es in "Orphans of Sickness" um Handel mit Organen von Kindern. Growliger Gesang vom mittlerweile einzigen Originalmitglied Luc Lemay. Ein absolutes Geschwader an Riffs, Gitarrensoli und sehr wenig Blastbeats. Man wechselt sehr oft den Takt, vor allem in einem Song. Es werden "untypische" Instrumente wie Klavier (naja eigentlich nur Klavier) eingesetzt. Dazu noch das detailierte Albumcover von Dan Seangrave (u.a. Suffocations "Effigy of the Forgotten") und alles ist beinahe perfekt.

Gorguts schaffen es, gleichzeitig brutal und ziemlich nasty zu klingen ohne jedoch in absolut grenzdebile stumpfe Häfen der Death Metal'schen Irrelevanz zu segeln. Das ist wohl dieser technischer Death Metal den so bärtige Metal-Nerds so abfeiern. Das ist ein sehr fleischiger Schinken. Ich meine, eine sehr fleischige Scheibe. Ich meine, sehr fleischiger Death Metal.

Anspieltipps: Condemned To Obscurity, The Erosion of Sanity, Dormant Misery
8,5/10 Pfandflaschen