Sonntag, 11. Oktober 2026

So isses, Musik!#221

DEUTSCHPUNK-FEGEFEUER:

Fliehende Stürme – Netzte

Raphi:

 "Über Fliehende Stürme könnte man Bücher schreiben. Das 2011 erschienene Album „Warten auf Raketen“ hat mich in der einen oder anderen depressiven Episode begleitet. Ob das gut war? Schwer zu sagen, aber immerhin bin ich noch da, um davon berichten zu können. Und ich finde, das ist es, was Fliehende Stürme ausmacht: inmitten all der Hoffnungslosigkeit, die in den Liedern thematisiert wird, motiviert sie doch zum Weitermachen. Und von genau diesem Gefühl von Stillstand handelt der fantastische Song „Netzte“."

Philipp:

"Wie sehr ich den Output von Andreas Löhr liebe, klang ja sicherlich in den Chaos-Z-Reviews bereits durch. Fliehende Stürme ist für mich persönlich eine der konsistentesten und prägendsten deutschen Punkbands, dieser einzigartige, düstere Stil, diese großartigen Texte zwischen völliger Verzweiflung und einem Fünkchen Hoffnung. "Warten auf Raketen" ist sicherlich nicht mein Lieblingsalbum der Band, aber auch der spätere Output kann sich durchaus sehen lassen. Einfach eine Band, die nie enttäuscht und nie auch nur einen Funken an Energie und Dringlichkeit verloren hat." 

Gregor:

Alles klar, das Lied heißt tatsächlich "Netzte". Ich dachte, die ganze Zeit es wäre irgendwie ein Rechtsschreibfehler. Das erste Mal und tatsächlich das einzige dass die Stürme hier vorkommen. Meiner Meinung nach sind sie eigentlich schon kein Deutschpunk mehr sondern irgendwas zwischen Deutschpunk und Death Rock bzw. irgendwas undefinierbares aus der dunklen Goth-Schublade. Eine Band, die ich tatsächlich sehr gerne höre - allerdings inzwischen viel zu selten. Aber wenn ich sie höre, dann ebenso gerne wie ChaosZ (also so wie sie hießen, bevor sie sich in Fliehende Stürme umbenannt haben). Aus dem Album "Warten auf Raketen" von 2011, dass ich so gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich glaube, ich sollte mal irgendwann entweder die komplette Disco oder so ein Erstes/Letztes Album-Vergleich hier machen. Das wäre ganz spannend. Was hier sehr gut miteinander funktioniert ist dieser minimalistische, monotone Gitarren/Schlagzeugstil der nach Traurigkeit klingt als auch die markante Stimme von Andreas Löhr. "Es hat sich nichts verändert, es hat sich nichts verändert, es hat sich nichts verändert, du hängst fest - in diesem Netz". Was für ein großartiger Move: Immer wieder einen Satz zu wiederholen um zu zeigen, dass sich nichts verändert hat. Es geht um einen ergreifenden, monotonen Stillstand, der einfach nicht aufhören will. Der ganze Song ist so monoton und verändert sich kaum. man könnte wirklich nicht besser einen Song über Monotonie und Stillstand kreieren. Großartig.

Die Fremden – 1990

Gregor:

Ich habe diesen Song irgendwann auf einer Compilation entdeckt. Ob es "Die Deutsche Punkinvasion" oder "Schlachtrufe BRD" gewesen ist, kann ich leider nicht mehr sicher sind. "Die ewigen Phrasen kann ich nicht mehr hören/Wer immer nur redet, hat nie gelebt". Dem stimme ich zu. Für eine Deutschpunk-Band ist das sowohl musikalisch als auch textlich alles andere als stumpf. Sogar mit einem kurzen Gitarrensolo. Das ganze Ding hat was apokalyptisches an sich. Ich finde es hört sich an wie ein Zeugnis aus einer schwierigen Zeit: "1990, Wahnsinn total, zuckersüße Endzeit". Stell dir vor, die gesellschaftlichen Stünde verändern sich plötzlich radikal und dein persönliches Leben macht dir Schwierigkeiten - du kannst im Alltag einfach nicht mehr. "Gewohnheit heißt die tägliche Qual". Ja, genau so ist es. Ich würde gerne wissen, was aus dieser Band geworden ist. Es gibt nämlich nur zwei Alben und es ist mir unklar, was danach geschehen ist. Großartiges Lied.

Philipp:

"Ich bin mir sehr sicher, dass dieses Lied auf irgendeinem Punk-Sampler war, den ich mir mit 15 Jahren regelmäßig angehört habe. Mit 15 konnte ich mit dieser Art von Punk sehr sicher aber auch überhaupt nichts anfangen, was erklärt, dass mir der Name kaum geläufig war. Schade drum. Etwas lärmiger, düsterer Punk fernab ausgelatschter Klischees mit einem durchaus apokalyptischen Text. Wirklich großartig." 

Raphi:

"Diese Band ist komplett an mir vorbeigegangen. Und ich finde es wirklich schade, weil die Musik von den Fremden echt cool ist. Abseits vom pöbelnden rumpelnden und dröhnenden Schepper-Deutschpunk wird hier ein düsterer und gleichzeitig farbenfroher Sound zum Besten gegeben. Ohne viel Hintergrundwissen zu haben, tippe ich hier mal auf Studentenpunk, was auch zur Heimatstadt Göttingen passen würde. Aber ich weiß es doch auch nicht. Schöner Song, cooler Refrain, und sehr angenehmer Gesang."

Fuckin' Faces - Neue Wege

Philipp:

"Die Fuckin' Faces aus dem ehemaligen Zonenrandgebiet waren 1990 die wohl erste Punkband mit Mitgliedern sowohl aus der ehemaligen DDR als auch aus der BRD und in den frühen 2000ern über weite Strecken meine absolute Lieblingsband.
Nach wie vor haben die 3 regulären Alben der Band einen festen Platz in meinem Herzen. Unangefochten rangiert das zweite Album "Neue Wege" in meiner Top 10 der deutschen Punk-Alben. Melodischer Deutschpunk deutlich amerikanischer Prägung mit durchdachten Texten über unter anderem Krieg, Tod, Sterbehilfe, Tierrecht, die Auseinandersetzung mit der Punkszene der 90er Jahre und Bier trinken mit Freunden und dazu Butz' unverkennbare Stimme. Große Liebe."

Raphi: 

"Die Faces sind eine meiner Lieblingsbands, obwohl ich sie eigentlich nie so richtig gehört habe. Ich habe sogar ein Shirt. Komm mir nicht mit "Name Three Songs"; ich kann nicht mal zwei nennen. Und ich glaube, ich habe die Fuckin' Faces ein paar mal live gesehen. In Stuttgart, in Harnrode und vielleicht auch in Obersuhl. Das Werratal hat einen festen Platz in meinem Herzen, und Werratal ohne Fuckin' Faces ist wie Shakshuka ohne Ei. Zum Lied "Neue Wege" kann ich auch was sagen. Es ist so einfach und so wahr. Punk heißt Veränderung. Dazu klingt das Ganze ein bisschen wie die viel coolere Version von allem was Der Dicke Polizist je gemacht hat. Ich lieb's."

Gregor:

Ich hatte ehrlich gesagt, immer nur einen Song von Fuckin' Faces auf dem Schirm: "Gestorben für den Wohlstand". Darin geht es um Tierrechte bzw. Tierquälerei. Mochte diesen Song wirklich sehr sehr gerne. Das hier, also "Neue Wege" handelt von "Punk als Veränderung" bzw. von einer Abkehr von strunzkonservativer Punk-Szene, die sich niemals neu erfindet und keine äh neue Wege sucht. Das ist tatsächlich sehr löblich. Der Text ist wirklich sehr gut gemeint. Ich finde es ehrlich gesagt sehr sehr gut, dass man sich kritisch gegenüber der eigenen Szene äußert und nicht immer alles sektenartig "schluckt" und zu allem "Ja" sagt. Allerdings gefällt mir das musikalisch nicht wirklich. Es ist so quietschig und schunkelhaft: "Deeenn Punk hei-ßt ver-ään-der-uuuuung". "Du kannst vari-iereeen, doch lass dich nicht irrietieren!". Das tut mir weh, das zu hören. Das klingt irgendwie erzwungen. Und dann auch noch diese Reggae-Gitarre im Mittelteil. Ich weiß auch nicht. Meins ist es nicht. 


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FROM FIRST TO LAST: Anthrax

Wenn ich dieses "From First To Last" mache, habe ich tatsächlich die Big Four des Thrash Metal auf diesem Blog vertreten. Anthrax und Megadeth hier - und volle Discographies von Metallica und Slayer. Hachja...Anthrax waren in meiner Jugend durchaus vertreten - allerdings mit ihrem dritten Sänger John Bush. Das Album "We've Come For You All" hat es mir damals sehr angetan. Deswegen war ich äußerst verwirrt als ich erfahren habe, wie sie vorher klangen. Falls ihr andere Reviews über Anthrax lesen wollt, so guckt hier rein als auch hier. 

Jedenfalls ist das erste Album...

"Fistful of Metal" (1984)

Aufgenommen in der Besetzung: Scott Ian (git), Dan Spitz (git), Neil Turbin (voc), Danny Lilker (b) und Charlie Benante (dr). Ich glaube jeder kann sich an dieses absurde Albumcover mit zwei linken Fäusten erinnern. In meinem Schrank befindet sich ein Hommage-Longsleeve von Full of Hell, das glaube ich, ebenfalls zwei linke Fäuste verwendet. Bis jetzt kannte ich tatsächlich nur den Song "Metal

Thrashing Mad" - ich weiß nicht wie ich damals drauf gekommen bin. Jedenfalls ist das hier musikalisch durchaus ordentlicher Thrash Metal...Neil Turbins Gesang ist aber größtenteils so unglaublich hoch, dass es weh tut. Es ist wirklich sehr ungewöhnlich. Und Songtitel wie "I'm Eightteen" lassen eher Glam Metal Material Marke Poison vermuten. Das ist irgendwie wirklich verstörend, ich weiß nicht was ich damit anfangen soll. Dabei ist es eigentlich nur ein Alice Cooper Cover - das aber komplett falsch rüber kommt bei mir. Texttechnisch betrachtet ist dieses Werk wirklich sehr sehr stereotyp.

Dazu kommen allerdings so turbo Songs wie "Panic" die stellenweise nach Judas Priest klingen. Hauptsache äh Full Speed Ahead. Und dieses bescheuerte Falsetto zwischendurch immer und immer wieder. Das ist wirklich ein zweischneidiges Schwert. Der Sound ist cool und relativ simpel - bis dann Neil Turbins Gesang dazu kommt, der manchmal wirklich unfassbar nervig ist. Irgendwie klingt das noch nach einer Band die nicht so richtig ihren Sound gefunden hat. Ich finde Anthraxs spätere Werke deutlich, deutlich besser.

5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Panic, Metal Thrashing Mad



Und das (bis jetzt) letzte Album heißt...
 
Cursum Perficio (2026)

Nein, es ist offiziell noch nicht das letzte Album von Anthrax - auch wenn der Titel auf Latein das irgendwie vermuten lässt. Aufgenommen in der Besetzung: Scott Ian (git), Jonathan Donais (git), Frank Bello (b), Charlie Benante (dr) und Joey Belladonna (voc).

Nun...wir sind quasi fast bei der klassischen Besetzung mit Joey Belladonna am Gesang. Ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich, was ich dazu sagen soll. Es geht los mit Shredder-Shredder-Riffs, Belladonnas Nicht-Falsetto aber melodischen Gesang und Gitarrensoli. Und so geht es auch erstmal
weiter. Die Texte sind alles andere Thrash Metal Klischees. Die Musik sowieso nicht - es ist nicht Uffta-Uffta, wie auf dem ersten Album. Es ist viel eher der Sound für den Anthrax bekannt sind - nur etwas "ruhiger", zumindest für meinen Geschmack.

Ich find's cool, dass hier ein Charakter vom Albumcover des Klassikers "Among the Living" zu sehen ist. Ebenfalls find ich's cool, dass Anthrax sich Zeit lassen und nicht ein Album nach dem anderen raushauen. Zwischen dem letzten Album "For All Kings" und diesem hier liegen 10 Jahre dazwischen. 

Allerdings ist es...bitte nicht falsch verstehen...irgendwie doch ein bisschen standard. Klar, sie machen das was sie wollen - und gleichzeitig das was die Fans wollen. Und es ist im Prinzip gut gemacht. Aber mich catcht es leider nicht wirklich. Es ist mir insgesamt leider doch zu generisch. Ich möchte daher keine Wertung abgeben.

Anspieltipps: It's For The Kids, Everybody's Got A Plan
Keine Bewertung




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Ulver Discography: 1993-2003: First Decade In The Machines (2003)

Wir befinden uns weiterhin in der Ulver-Sphäre. Eigentlich habe ich mir vorgenommen keine Compilations oder ähnliches zu reviewen, allerdings ist das hier durchaus interessant. Nachdem ich jetzt mit allen EPs durch bin und Singles nicht wirklich in Frage kommen weil sie das gleiche Material wie auf den Alben enthalten ist nun also dieses Album dran. "1993-2003: First Decade In The Machines" ist ein Rückblick auf die ersten zehn Jahre des Schaffens von Ulver. Es ist jedoch keine Best-Of oder ein Greatest Hits Album. Nein, eigentlich ist es streng genommen kein Album von Ulver. "First Decade..." ist ein Remix-Album dass Werke von Künstlern beinhaltet wie Alexander Rishaug, The Third Eye Foundation, Fennesz, Pita, V/Vm oder Merzbow. Und natürlich auch Ulver selbst.


Sie remixen nämlich zuerst den Song "Nattens Madrigal" von der ersten Demo "Vargnatt" und nennen ihn um in "Crack Bug". Aus "Speak Dead Speaker" von "Silence Teaches You How To Sing" wird schlicht "Der Alte" - eine Art Mini-Hörspiel auf Deutsch in welchem ein alter Mann sich auf depressive Weise mit jemanden darüber unterhält, dass es nicht viel ausmachen wird, wenn er stirbt. "Bog's Basil & Curry Powder Potatoes Recipe" von Bogdan Raczyński ist in Wirklichkeit "The Voice of the Devil" von "Themes from William Blake's Marriage of Heaven and Hell" und hört sich an wie ein Videospiel-Soundtrack für Sega Genesis (nicht NES, tatsächlich eher Sega). Merzbow schießt am Ende endgültig den Vogel ab und verwandelt verschiedene Songs von "Bergtatt" und "Nattens Madrigal" in einem unhörbaren Harsh Noise Track der am Ende tatsächlich einen Bruchteil von Gitarrenriffs vorweist.

Kein Gesang. Null. Ulver können ja sehr gut experimentieren - aber es wird noch mal eine Ecke weirder wenn sie andere Leute an ihre Werke lassen. Es ist ganz schön abgefahren geworden und keineswegs immer gleich sondern immer unterschiedlich: Mal irgendwie quietschbunt, mal richtig verstörend und mal unglaublich ruhig und äh ambientig. Das Wort mag ich sehr gerne.

Fazit: Immer noch nichts schlechts von Ulver. 
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Vow Me Ibrzu, Track Slow Now, Crack Bug




Mittwoch, 7. Oktober 2026

Film der Woche#699: Scooby Doo Special, Teil 4

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile vierten Scooby Doo Special auf diesem Blog. Ich komme meinem Ziel immer näher und habe bald tatsächlich von jeder Scooby Doo-Serie mindestens eine Folge gesehen. What a life. Achja, hier ist der dritte Teil.

10. What's New, Scooby Doo?, S01E01: "There's No Creature Like Snow Creature" (2002)

"What's New, Scooby Doo?" ist die erste Scooby Doo Serie seit einem Jahrzehnt. Man erinnere sich an das letzte Scooby Doo Special und merke, dass die letzte eine Art "Prequel" war, in welcher die Hauptcharaktere als Kinder zu sehen waren. Nun befinden wir uns im Jahre 2002 und irgendwie doch im Jahre 1969, zumindest was die Art des Humors betrifft. So ein Bisschen. Es ist im Grunde genommen, die gleiche Art Plot wie früher, nur mit modernen Technologien. Und mit einem neuen Titelsong, eingespielt von der kanadischen Pop Punk Band "Simple Plan". Der ist übrigens unfassbar catchy ist. Weitere super interessante Fakten: Es ist die letzte Serie mit Casey Kasem als Synchronstimme von Shaggy, bevor der Schauspieler 2014 gestorben ist. Nun, worum geht's eigentlich?


Scooby, Velma, Shaggy, Fred und Daphne befinden sich in einer verschneiten Region. Sie möchten in der Gegend Ski fahren und snowboarden. Außerdem sind mehrere Snowboard-Sportler dort unterwegs, die bei einem Wettbewerb mitmachen wollen. Darunter einige Legenden, worüber Fred sich insbesondere freut. Sie treffen sie die Sportler als auch den Miliardär-Organisator des Events in einem Hotel. Doch natürlich geht es nicht ohne irgendein Geist/Monster, dass offensichtlich alles kaputt machen will. Es taucht nämlich ein riesiges Eis/Schnee-Monstrum auf, dass zwei Sportler der Reihe nach verletzt sodass sie nicht mehr wettbewerbstauglich sind. Schlimmer noch: Bei einer Verfolgungsjagd mit dem Monster verletzt sich Fred am Bein. Velma wird krank. So müssen Daphne, Shaggy und Scooby sich um die Sache kümmern.

Natürlich steckt ein Mensch hinter dem Eis/Schnee-Monstrum. Natürlich geht es darum, bei irgendeiner Finanz-Schummelei/Wettbewerbsschummelei die Konkurrenten auszuschalten und so irgendwie an Geld ranzukommen. Diesmal ist es allerdings ein wenig gewiefter und man kommt nicht sofort dahinter, wer denn der wahre Bösewicht sein könnte. Was aber definitiv so ist, wie es früher war: Irrwitzige Verfolgungsjagden, Hin-und-Her-Rennerei, "Jeepers", "Zoinks", "Jinkies" und leicht unverständliches Gebrabbel von Scooby Doo selbst. Im Grunde genommen eine Übertragung der alten Serie, beinahe 1:1, ins neue Zeitalter. Diesmal tatsächlich etwas selbstrefentiell, als eine Art Selbst-Parodie. Es ist wesentlich witziger als die alten Folgen. Trotzdem möchte man mal irgendwas anderes sehen. Ich hatte allerdings meinen Spaß.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



12. Shaggy & Scooby-Doo Get A Clue!, S01E01: "Shags To Riches" (2006)

Das sieht so neu aus, dabei wird die Folge dieses Jahr ganze zwanzig Jahre alt. Wieder mal geht man auf ein älteres Konzept zurück. Man streicht Daphne, Velma und Fred aus der Haupthandlung (!) der Serie. Sprich, sie kommen vor, allerdings nur am Rande. Zumindest in dieser Episode. Wieder mal klammert man jegliche Mystery-Elemente aus und fokussiert sich auf den Comedy-Aspekt der Reihe. Das heißt also, dass die Folge eigentlich gar nicht wirklich zu Halloween passt. Naja, der Vollständigkeit halber, ist sie nun hier. Worum geht es?

Shaggy (Scott Menville) und Scooby Doo (Frank Welker) leben zusammen in einer WG und sind absolut broke. Da kommt die Nachricht, dass Shaggy eine unfassbar riesige Menge an Geld von seinem Onkel geerbt hat, gerade richtig. Also, der Onkel ist nicht gestorben, sondern einfach nur verschwunden. Er ist außerdem ein großartiger Erfinder und verfügt über ein riesiges Anwesen. Der Slacker und der
Hund begeben sich also direkt dahin um zu sehen, wie es dort aussieht. Im Keller finden sie lauter coole Erfindungen, unter anderem einen äh Verkleinerungsstrahler. Blöd nur, dass der Onkel in den Untergrund gegangen ist, weil ein superkrasser, mit deutschen Akzent sprechender Bösewicht namens Dr. Phineas Phibes (Jeff Bennett) es auf seine Erfindungen (und eine gewisse geheime Formel) abgesehen hat. Der übliche Verdächtige verfügt über einen Haufen Minions und ein U-Boot mit welchen er sich fortbewegt. So schickt er zwei dieser Minions zum Anwesen, die es tatsächlich schaffen, Shaggy und Scooby zu kidnappen. Auf dem U-Bott angekommen versuchen die beiden sich zu befreien als auch sich als Geister auszugeben um den Minions Angst zu machen. Also doch, EIN Mystery-Element. 

Zuerst mal muss ich das super geile punkige Intro von Mark Mothersbaugh (Devo, komponierte unter anderem auch das Intro von "Rugrats" mit) loben. Es ist wirklich sehr cool und irgendwo auch eine Fortführung der neuen punkigen Tradition (man erinnere sich, Simple Plan haben das vorherige Intro gemacht). Der Stil ist eigenartig und anders. Die Charaktere sehen zwar ähnlich aus, wie im Jahre 1969, allerdings mit einem modernen "edgy" touch. Die Gesichter sind wesentlich kantiger, die Umgebung bunter. Es ist sehr simpel und witzig - allerdings ohne sich, zumindest in der ersten Folge, in sinnlose Hin-und-her-renn-Spielchen zu verfangen. Im Grunde genommen eine Abenteuer-Folge über einen Typen und seinen besten Freund, einen Hund, die Bösewichten entkommen. Und absolut verfressen sind. Ich mag's. Aber mehr auch nicht.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



13. Scooby Doo! Mystery Incorporated, S01E01: "Beware the Beast from Below" (2010)

Vier Jahre später sind wir wieder bei der vollständigen Gang gelandet. Es sind wieder alle dabei: Scooby, Shaggy, Daphne, Velma und Fred. Diesmal allerdings kehren wir zu den High School Tagen der Teenager zurück und somit in ihre Heimatstadt Crystal Cove. Wir werden Zeuge wie Daphnes Eltern von ihr enttäuscht sind, weil sie mit der "Gang" rumhängt anstelle vernünftige Karierrewege einzuschlagen wie ihre vier Schwestern. Wie Velma als Guide fungiert und Touristen die Gegend zeigt - inklusive eines Museums in welchen die vielen mysteriösen Fälle vorgestellt werden, die sich in Crystal Cove ereignet haben. Dabei handelt es sich natürlich um all die Rätsel die die Gang gelöst hat - und
wobei die Monster sich als Menschen rausgestellt haben. Shaggys Eltern sind ebenfalls nicht gerade begeistert von ihm - die von Fred ebenso. Freds Vater ist tatsächlich der Bürgermeister der Stadt. Generell haben die drei Teenager Probleme damit, ihren Eltern zu zeigen, dass das was sie machen doch irgendwie Sinn ergibt. Tatsächlich kommt es zu einem weiteren mysteriösen Vorfall. Bei einer Baustelle kommt zu es zu einem Wanddurchbruch und die Baucrew entdeckt einen Durchgang zu den alten Crystal Cove Katakomben. Ein gefährliches Schleimmonster greift sie an und wickelt sie ein in Cocons. Die Bauarbeiter werden gefunden und die Gang fängt an, den Fall zu untersuchen. Sehr zum Missfallen des ortsansässigen Sheriff. Es stellt sich heraus, dass die Cocons mithilfe von essbaren Desserts entstanden sind. Ein neu in der Stadt angekommener Frozen Yoghurt Unternehmer fällt somit der Gang ins Auge...

Hat hier etwa ein Frozen Yoghurt Café irgendwas mit einem Ridley-Scott-Alien-Szenario zu tun, bei welchem ein Schleimmonster menschen in Cocons einwickelt und sie an die Wand klebt? Ja, vielleicht. Vielleicht aber auch indirekt. Wer weiß. Jedenfalls hat man sich hier ordentlich Mühe gegeben, eine zusammenhängende Story zu erzählen, die jedoch nicht bei einer Folge bleibt. Tatsächlich gibt es ein weiterführendes Szenario. Mehrere Folgen hängen miteinander zusammen. Es ist keine "Monster of the Week"-Sache. Zumindest zum Teil nicht. Weiterhin begrüße ich, dass man den Charakteren sowas wie Tiefe gegeben hat und ihre inneren Struggles aufzeigt. Außerdem haben Velma und Shaggy definitiv was am laufen und Shaggy hat Probleme damit, es nach außen zu zeigen. Höllisch interessant. Großartiges Design, dass wieder aussieht wie die 1969er Serie in HD. Im Gegensatz zu "What's new Scooby Doo?". Da hat man quasi nur einen kleinen Neuanstrich gegeben. Hier sieht alles einfach nur verdammt gut aus. Alle vier Daumen hoch.

8/10 Pfandflaschen
Intro:


Dienstag, 6. Oktober 2026

Comic Book Review#697: The Simpsons' Treehouse of Horror#15 (2009)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Comic Book Review" im SHOCKTOBER 2026. Mal wieder wird es diesen Monat, zumindest comictechnisch (aber auch filmtechnisch) um die Simpsons gehen. Die "Bart Simpson's Treehouse of Horror" (auf Deutsch "Bart Simpsons Horrorshow") wurde in "The Simpsons' Treehouse of Horror" umbenannt. Wir sind nun bei Ausgabe 15 von 23. Let's go. Diesmal sind es übrigens keine hochkarätigen Eisner-Award gewinnenden Autoren die hier vertreten sind. Und auch keine Rockstars. Und auch keine Simpsons-Stammgäste. Und auch keine Comedy-Autoren. Nein. Diesmal, wimmelt es hier nur so von Underground-Künstlern. 

Die erste Story ist nicht wirklich relevant oder besonders ausschlaggebend. Die Mitglieder der Simpsons-Familie gehen zu einem Psychotherapeuten (einen einohrigen Hasen) um ihre Alpträume zu besprechen. Dabei handelt es sich um die Sequenzen des Vorspanns der Serie, die sich immer wieder in ihren Träume wiederholen und traumatisierend sind. Irgendwie witzig das auf diese Art auf die Meta-Ebene zu bringen. Geschrieben und gezeichnet von Tim Hensley.

"The Call of Vegulu" handelt von einer post-kapitalistischen Gesellschaft. Alles ist gefallen, es gibt keine Krankenversicherungen mehr. Man muss um finanzielle Unterstützung in Gameshows kämpfen. Das Springfielder AKW ist nicht mehr funktionstüchtig nachdem Mr. Burns beschlossen hat "grün" zu werden und irgendwann völlig wahnsinnig wurde. Eine Gruppe von jugendlichen Crustpunks (naja eigentlich mit K) bestehend unter anderem aus Bart, Lisa und Milhouse steigt ein in das verlassene Anwesen von Mr. Burns und findet dort einen verwahrlosten Buchhalter, der ihnen alles erzählt. Mr. Burns ist nun Anhänger des Kultes von Vegulu. Einen Wesen aus einer anderen Dimension das die Erde übernehmen will, nachdem die Menschen komplett versagt haben. Gemüse ist die Zukunft. Heilige Scheiße ist das abstrakt, komisch gezeichnet und einfach "off". Es ist eine Gesellschaftssatire, aber nicht nur auf den Konsum sondern auch auf Marketing. So wird sich auch über Marketingstrategien von sogenannten "grünen" Unternehmen lustig gemacht. Sehr eindringlich und trotzdem so merkwürdig. Von Matthew Turber und Kevin Huizenga.

In "Blurst Agin!" von Jordan Crane sehen wir wie Barts Kopf explodiert nachdem er Blasen von einer Seifenblasenpfeife eingeatmet hat. Okay.

Ted May und Sammy Harkham präsentieren in "Mo' Bodies, Mo' Problems" eine Geschichte über den Barkeeper Moe Szyslak. Es ist eine Parodie auf die "Re-Animator"-Filme bzw. die Story von H.P. Lovecraft. Darin streitet sich Moe mit dem erfolglosen Verkäufer Gil. Dieser hat eine Frau umgebracht und Moe die Leiche gebracht - weil Moe Leichenteile sammelt um eine Art "Frankenstein's Bride" zusammenzunähen. Als Moe checkt, dass die Leiche ein Mordopfer ist, kommt es zu einem Streit bei welchem Gil aus Versehen auf sein eigenes Messer fällt und stirbt. Nelson Muntz, ein Schoolbully hat sich in der Decke versteckt und das ganze beobachtet - nur um Gil auszulachen. Ist eines seiner Hobbies. Daraufhin hilft er Moe, die Braut zusammenzuflicken, die dann tatsächlich bei Moe arbeitet. Um nicht so von Moe angeekelt zu sein, hat sie überall Brad Pitt Fotos aufgehängt - so als Ablenkung. Was für ein wahnsinniger Scheiß. Das ist so stupide und makaber, dass es kracht. Aber es ist immerhin sehr witzig. Im Grunde genommen allerdings "nur" eine Parodie, die ein etwas anderes Ende bietet. Genießbar.

"The Lords Must Be Lazy" von Will Sweeney stellt Bart und Homer als bloße Schachfiguren im antiken Griechenland dar. Vater und Sohn sind in einem Boot unterwegs als sie von einem göttlichen Tsunami angegriffen werden. In Wirklichkeit ist es der "God of Chubbiness" (Portlius Maximus) dem langweilig ist und der sich amüsieren will, indem er mit Menschen "spielt". Sie werden allerdings von Poseidon gerettet und landen auf einer Insel - die allerdings auch nur Teil des göttlichen Schachbretts ist. Als dann auch noch ein Zwiebelring drauf fällt und lebending wird, wird es richtig brenzlig. Noch brenzliger wird es allerdings als die beiden von einem Stamm von Gürkchenmenschen verfolgt werden ("Boop! Oop Boop Poop! Boploop!" - ich glaub das reicht jetzt mit den Zitaten). Heiliger Fick ist das witzig. Ach du scheiße ist das witzig. Meine Fresse. Dabei dauert das Vergnügen vielleicht drei Seiten und sieht aus wie das Werk eines sehr talentierten Grundschülers. Wahrscheinlich weil die Farben so unglaublich knallbunt sind. Sehr amüsant.


In der nächsten Geschichte wird "C.H.U.D." parodiert (dieser eine Film über Mutanten aus der Kanalisation). Sie heißt "C.H.U.M." und handelt von Hans Moleman, der als Kanalarbeiter tätig ist. Als Homer radioaktiven Abfall die Toilette runterspült kommt er damit in Berührung und verwandelt sich daraufhin in einen äh Mutanten mit entstellten Gesicht. Bald fängt er an, Kinder zu zu töten. Nelson, Milhouse und dann noch Rodd und Todd Flanders. Als er in Ralph Wiggums Zimmer einsteigen will, hält dieser ihn für seine Mum. So auch Chief Clancy Wiggum (Ralphs Vater). So findet Hans eine neue Familie und ist scheinbar sehr glücklich. Oh meine Fresse, es wird einfach immer besser und obskurer je mehr ich in dieser Ausgabe lese. John Vermilyea schafft es verdammt gut in kürzester Zeit den Leser zu verstören. Zunächst glaubt man, dies wäre eine weitere makabere Simpsons-Parodie - doch dann wirds irgendwie wholesome und lustig. Ein Twist den ich nicht erwartet hätte. Ich lachte innerlich sehr viel.

Die unfassbar großartig potthässliche Story "Boo-Tleg" von Ben Jones handelt von Apu und seinen Bruder, die lauter gefakete Produkte im Kwik-E-Mart verkauft haben. So viele, die qualitatitv minderwertig waren, sodass mehrere Menschen daran gestorben sind. Um die Sache zu vertuschen, heuerten sie eine Klonfabrik in der dritten Welt an um diese Menschen zu ersetzen. So kriegt Springfield nun einen Post-Ostblock-Homer und einen schwarzen Bart Simpson. Die Sache geht immer so weiter bis beinahe die ganze Stadt ausgetauscht ist und wie eine schlechte Kopie von sich selbst aussieht, weil immer mehr Menschen sterben und durch Klone ersetzt werden. Die Farben sind (mal wieder) knall bunt, der Hintergrund ist immer weiß. Alles sieht aus wie diese Simpsons-Bootleg-T-Shirts aus den 1990ern ("Black Bart", "Operation Desert Storm" usw. usf.). Die Story ist wirklich "off" und sehr verstörend zuerst - doch je länger man liest, desto witziger wird es.

"Three Little Kids" von John Kerschbaum ist eine Parodie auf das Märchen über die drei Schweinchen. Diesmal geht es allerdings um Bart, Ralph und Milhouse die auf der Suche nach Material sind um sich selbst Häuser zu bauen. Allerdings überfrisst sich Ralph an einem Eimer Popeln (von Hausmeister Willie) und Milhouse wird enttäuscht als der Comic Book Guy ihm keine Comics als Baumaterial geben will. In beiden Fällen werden sie hinterrücks vom großen bösen Wolfsmensch (Mr. Burns) entführt und umgebracht. Mr. Smithers bereitet aus ihnen essen zu, wird aber selbst von Burns verspeist nachdem er ihm Essen geklaut hat. Bart hingegen hat Homer betrogen. Im Austausch für Zauberbohnen hat er sich Ziegel erschlichen um sich ein Haus zu bauen. Nur waren es keine Bohnen, sondern Kot. Als der große böse Wolfsmensch auftaucht um sein Haus wegzublasen, kriegt er einen Schwächeanfall und stirbt. Bart macht aus ihm Wolfseintopf. Homer versucht sich daraufhin an ihn zu rächen, wird allerdins prompt von drei zufällig vorbeilaufenden Jägerinnen (Marge, Lisa, Maggie) erschossen. Ich habe es schon gesagt, aber je länger ich diese Ausgabe lese desto absurder wird es. Und brutaler. Und makaberer. Und immer wieder taucht Nelson auf und sagt "Haw-Haw!". Jesus fucking fuck. 

Jeffrey Brown präsentiert in seiner, offensichtlich mit Filzstiften gezeichneten Story "Bad Milhouse" ein noch merkwürdigeres Szenario. Milhouse kriegt von seinem Vater Kirk Buntstifte zum Geburtstag. Nun will er durch die Gegend fahren um zu gucken, ob ihm jemand gratulieren wird. Stattdessen wird er von Dolph, Kearney, Nelson und Timbo ausgelacht und fährt aus Versehen in eine der beiden Sheri/Teri Zwillingsschwestern. Sie stirbt. Um das auszugleichen tötet er die andere. Dies führt dazu, dass er polizeilich gesucht wird. Kirk versteckt ihn, wird aber aus Versehen ebenfalls von ihm umgebracht. Milhouse ist nun im Haus, zwischen den Wänden gefangen, weil die Leiche seines Vaters den geheimen Eingang versperrt. Er fängt an, eine Larry Snotter (lol) Fanfiction zu schreiben. Als die Simpsons dann in das Haus einziehen fühlt er sich noch mehr inspiriert. Naja, gegen Ende der Geschichte wird er wegen Copyright Infringement von Chief Wiggum verhaftet. Äääääh ja... Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.

Christopher Forgues' "The Slipsons" präsentiert eine sehr kurze Story in welcher Hausmeister Willy über den "dreckigen Zustand" des Simpsons'schen Hauses empört ist. Also bricht er durchs Vorderfenster ein um festzustellen, dass Homer Bart und Lisa umgebracht und ihre Köpfe als Besen benutzt hat. Es stellt sich raus, dass Homer eine riesige Schabe ist und Marge eine Rakete. Okay.

Alles in allem eine sehr obskure Ansammlung von sehr makaberen, abstoßenden und ja...bootlegigen Geschichten, die sich anfühlen, als hätte sie jemand in einem dunklen Keller für sein Fanzine geschrieben und gezeichnet. Tatsächlich eine Abwechslung zu den zahlreichen Horrorfilmparodien die sonst so in den Halloween-Comics bzw. den Halloween-Folgen zu sehen sind. Teilweise wirklich großartig lustig (und abstoßend), teils einfach nur abstoßend (und höllisch dumm). Heiliger Fick. Was zur Hölle war das?

7,75/10 Pfandflaschen

Montag, 5. Oktober 2026

Album der Woche#701: The Cramps - Look Mom, No Head! (1991)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Album der Woche" während des Halloween-Monats "SHOCKTOBER"! Ich führe die Tradition fort und reviewe jährlich ein The Cramps-Album. Nun sind wir bei "Look Mom, No Head!" angekommen, dem insgesamt fünften Studioalbum der Band. Aufgenommen in der Besetzung: Lux Interior (Gesang), Poison Ivy Rorschach (Gitarre), Slim Chance (Bass) und Jim Sclavunos (Schlagzeug). Letzterer ist seit 1994 konstantes Mitglied bei Nick Cave & The Bad Seeds und war auch bei Grinderman zu hören. Zufälligerweise erinnert mich dieses Cramps'sche Album an Grinderman. Nicht weil das Cave'sche Projekt durchaus an Cramps erinnert und vice versa, sondern weil die Themen/Texteauswahl durchaus ähnlich ist. Also, nicht zu 100%.


Wie man mittlerweile wissen sollte haben sich The Cramps mittlerweile komplett von Horror/B-Movie-Thematik entfernt und machen inzwischen irgendwas völlig obskures, sexgeladenes mit völlig merkwürdigen Lyrics. Musikalisch bleiben wir bei dieser Mischung aus Garage Rock, Punkrock und...nunja Rock'N'Roll. Die Texte sind, wie gesagt, unfassbar obskur und merkwürdig. So geht es in "I Wanna Get In Your Pants" darum...jemanden sexuell attraktiv zu finden. Und ich komme nicht drauf, worauf dieses Lied eine Hommage sein soll. Die Melodie erinnert mich an irgendwas a lá "Sugar" oder irgendeinen anderen spät-50er-Jahre Song. Der dominante Opener "Dames, Booze, Chains and Boots" ist im Prinzip der perfekte Aufmacher, der direkt offenbart worum es hier gehen wird. "Miniskirt Blues" featuret Iggy Pop. Seine Stimme als auch die von Lux Interior ergänzen sich dabei wirklich großartig. Iggy passt tatsächlich zur Band und wäre sicherlich auch weitestgehend eine absolute Ergänzung gewesen. Einer der besten Songs hierauf ist das Cover von "The Strangeness in me" (im Original von The Runabouts). Es ist ein großartiger Tribut an ein merkwürdiges, depressives Gefühl der Leere. Zumindest interpretiere ich das.

Irgendwie seltsam. The Cramps machen keine Songs mehr über B-Movies, hören sich aber mehr an wie der Soundtrack zu einem Gritty B-Horror-Movie in welchen irgendwelche Halunken in ihrem abgefuckten Auto quer durch die USA reisen, Menschen ausrauben, bis sie auf Vampire treffen oder so. Ich weiß nicht (mehr) ob es eine filmische Umsetzung von "American Vampire" gab, aber wenn es die noch nicht gibt, wäre das ein guter Soundtrack.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dames, Booze Chains and Boots, I Wanna Get In Your Pants, Miniskirt Blues, The Strangeness In Me