Dienstag, 3. März 2026

Comic Book Review#670: Wasteland#1 (1987)

Wieder mal ein Comic, den ich in irgendeinem Instagram-Post entdeckt habe. Bei "Wasteland" handelt es sich um eine Horror-Anthology-Reihe die von 1987 bis 1989 bei DC rausgebracht wurde. Die verantwortlichen Autoren waren John Ostrander und Del Close. In der ersten Ausgabe haben David Lloyd, William Messner-Loebs und Don Simpson gezeichnet. Lovern Kindzierski hat koloriert. Wir haben es hier mit drei Horror-Stories zu tun, die unterschiedlichen nicht sein könnten. 


So geht es in "Foo Goo" um einen mysteriösen Fall einer Vergiftung. Mehrere Kriminalpolizeibeamte untersuchen einen kollektiven Selbstmord. Sie finden vier Leichen in einem Haus. Die Betroffenen haben allesamt vom mysteriösen Giftpilz "Foo Goo" genascht. Ein Biss verursacht einen sofortigen, himmlischen Rausch als auch gleichzeitig den Tod. Alle vier Teilnehmer der Sitzung kamen aus unterschiedlichen Backgrounds. Der Gastgeber war ein stinkreicher Typ namens Beltrane, der aus wasweißich für Gründen diese Leute um sich versammelt hat. Nun sind sie alle tot, weil sie unbedingt ein Stück vom Himmel haben wollten. In vier kleinen Rückblicken erfahren wir, wie es denn genau passiert ist. In der Gegenwart kann ein Polizist es nicht sein lassen und isst selbst ein Stück vom Pilz.

"R.a.b." spielt in der weiter entfernten Zukunft. Sally lebt in einer übervölkerten Stadt. Alle Menschen leben in riesigen Hochhäuser, die mehr als 300 Stockwerke haben. Sie ist angewidert von den "Corridor People" (Obdachlose) und fühlt sich allein. Also sucht sie mithilfe eines Video-Dating-Service nach einem geeigneten Ehemann. Diesen findet sich in einem Typen namens Hal. Dieser verschafft ihr mehrere CEO-Positionen und innerhalb von drei Jahren kriegen sie ein Kind. Allerdings muss Sal dieses nicht austragen, sondern es wird in einer "Egg and Sperm"-Bank für sie erzeugt. Schnell erweist sich die Idee des Elternseins als schwierig und es kommt zu einem Streit, bei welchem Sal ankündigt, die Scheidung zu wollen. Keiner von den beiden will sich allerdings um das Kind kümmern. Bei der zuständigen Behörde wird ihnen eine "RAB" vorgeschlagen. Eine "retroactive abortion" bei welcher die Dokumente des Kindes annuliert werden und während sie nicht hingucken, das Kind aus dem Fenster geschmissen wird. Kurzerhand sind die beiden wieder glücklich darüber, den Ballast nicht mehr zu haben und beschließen, es noch mal miteinander zu versuchen. Und vielleicht auch bald wieder ein Kind zu haben.

Die letzte Geschichte heißt "Sewer Rat" und spielt in Chicago des Jahres 1964. Laut den Angaben ist sie irgendwie Autobiographisch. Gezeichnet wurde sie von Del Close. Der Hauptcharakter heißt genauso. Es handelt sich um einen merkwürdigen, halbnackten Typen mit einer brennenden Gasflasche auf dem Kopf, der sich in der städtischen Kanalisation bewegt und auf Ratten schießt. Er stellt ziemlich schnell fest, dass alles was er erlebt Halluzinationen sind. Seien es die Ratten, mehrere Klone von sich selbst, eine Gruppe an Barbershop-Sängern als auch seine Mutter. Irgendwann schafft er es raus an die Oberfläche und man hält das was er grade tut für einen Publicity Stunt.

Fangen wir mal von hinten an. Tatsächlich soll "Sewer Rat" genauso oder ähnlich stattgefunden haben. Del Close hat in seiner Vergangenheit mehrere halluzinogene Drogen ausprobiert. Die Geschichte führt meiner Meinung nach ins nichts und auch der "Twist" überrascht mich nicht noch finde ich das irgendwie spannend. Eher merkwürdig. "R.a.b." ist eine finstere Satire auf eine überproduktive Wegwerfgesellschaft, in welcher Menschenleben kein Stück zählt. Manch einer würde auf die Idee kommen, es handele sich um Abtreibungsgegnerlogik. Man könnte es so interpretieren. Aber auch so, dass die Eltern keinen Bezug zum Kind haben (wollen) und keine Vorstellung davon haben, Eltern zu sein. Also können sie das Kind genauso wegwerfen. "Foo Goo" hingegen stellt einen Wunsch, für eine Minute aus dem bisherigen fürchterlichen Leben rauszukommen dar, auch wenn diese Minute den sicheren Tod bedeutet. Die Menschen sind bereit, den Himmel zu erleben - und das obwohl sie dafür sterben müssen. Insgesamt eine "Mixed Bag" an merkwürdigen Stories, die im Gegensatz zu vielen Horror Comics nicht mit irgendwelchen Gory Endings aufwarten sondern den Leser einfach verstören sollen. Ich fand das stellenweise amüsant, stellenweise einfach anstrengend zu lesen. Erinnert mich an klassische EC Horror Comics als auch das Magazin "Heavy Metal". Weird shit.

6/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von The80sVault:


Montag, 2. März 2026

Album der Woche#674: The Aquabats! - Charge!! (2005)

The Aquabats! leben in meinem Kopf schon ziemlich lange. Zumindest so lange, seitdem ich erfahren habe dass Drummere Travis Barker (of Blink-182 fame) dort eine Zeit lang Mitglied war - und seitdem ich dieses Meme gemacht habe, in welchem man sein eigenes Slipknot-Line-Up erstellen konnte. Die Aquabats waren selbstverständlich auch dabei.


Was zur Hölle ist denn das hier überhaupt? Nun ursprünglich bestand die Band The Aquabats! aus weiß ich nicht wie vielen Mitgliedern, inzwischen gibt es aber ungefähr drölf ehemalige Mitglieder und live wird/wurde man von verschiedenen Zusatzmusikern unterstützt. Die aus dem US-Amerikanischen Orange County stammenden Christian "MC Bat Commander" Jacobs und Chad "Crash McLarson" Larson haben damals die Band gegründet mit der Vorstellung sich über die damalige Szene lustig zu machen, die aus ihrer Sicht aus "zu viel Bier und Testosteron" bestand. Was daraus geworden ist: Eine, laut eigenen Angaben, Mischung aus der Musik von Devo, Ska, Punk und Surf. So greift man ein bei Devo ebenfalls vorhandenes Konzept von mehreren Leuten in gleich aussehenden Uniformen auf, die gemeinsam Musik machen. Dabei hat man auch eine fiktive Hintergrundgeschichte. So sind die Aquabats! nicht nur eine Band sondern gleichzeitig auch eine Gruppe von Superhelden, die in ihren Texten eben dieses Superheldendasein aufgreifen. Es existierte auch eine zwei Staffeln andauernde "The Aquabats! Supershow!", die von 2012-2014 ausgestrahlt wurde. 

"Charge!!" ist das inzwischen vierte Studioalbum, der auf fünf Mitglieder geschrumpften, ehemaligen Ska-Punk-Band. Ganz richtig, zu dem Zeitpunkt hat man Offbeat und Trompeten (beinahe) komplett aufgegeben und auch das Line-Up von acht auf fünf Leute reduziert. Lyrisch bewegt man sich in ähnlichen Gefilden wie schon vorher: Nämlich Satire auf Nerd- und Popkultur, vollgesaugt mit verschiedenen (selbstbezogenen) Anspielungen. Ich fühle mich bereits beim ersten Song "Fashion Zombies" positiv auf "Teenagers from Mars" von Misfits erinnern. Und zwar sowohl rhythmus- als auch lyricstechnisch. So gibt es hier mehrere Worte die auf "tion" enden, die sich ähnlich anhören - ob das Absicht war oder nicht, lass ich mal so dahin gestellt. Weitere Songs, die mir so unglaublich gut gefallen sind "Nerd Alert" und "Look At Me, I'm A Winner". Das Album funktioniert sehr gut, schafft es nämlich gleichzeitig die besagten popkulturellen Referenzen einzubauen, eine gewisse Goofyness beizubehalten und trotzdem nicht wie ein komplett (schlechter) Witz zu klingen. Durch das Weglassen von Bläsern bzw. das Reduzieren des Line-Ups zu einem Quintett schaffen es die Aquabats! eine gewisse Ernsthaftigkeit zu erlangen. Eine fantastische Mischung aus New Wave, Punk und Synth-Pop. Gerüchten zufolge ihr bestes Album überhaupt. Ich wusste nämlich nicht so recht was auf mich zukommt und war mehr als positiv überrascht. 

8,25/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Fashion Zombies, Nerd Alert, Look At Me I'm A Winner



Freitag, 27. Februar 2026

Happenings des Monats: Februar'26

DEFTONES + DENZEL CURRY + DRUG CHURCH am 07.02.2026 in Westfalenarena, Dortmund

Ich habe irgendwann letztes Jahr die Karte auf Raten gekauft und ich war sehr froh nicht die Sitzplatzoption ausgewählt zu haben. Eigentlich kaufe ich gar nichts auf Raten und es bleibt auch so. Aber dafür hat es sich echt gelohnt. 


Zunächst mal: die Woche war durchaus anstrengend und am Samstag habe ich bei einem großflächigen Umzug von Genossin V und Genosse M mitgeholfen. Trotz dessen wollte ich Abends noch unbedingt auf das Konzert, auch wenn ich relativ fertig war. Irgendwie haben mir diese ganzen Anstrengungen aber gut getan. Insgesamt war ich ziemlich im Eimer, aber zufrieden.

 Als ich aus der U-Bahn gestiegen bin, habe ich ziemlich schnell gemerkt wo die Schlange ist. Dann habe ich aber gemerkt, wo das andere Ende ist. Es war mindestens ein Kilometer, also ging es weiter

rein in diesen Westfalenpark und irgendwo ein Gebüsch finden, damit diese ganzen Leute mir nicht beim Pissen zusehen können. Kaum in der Schlange angestellt, bewegten wir uns ziemlich schnell fort. Irgendwann kamen die typischen Rufe: "Wodka, Whisky, Jägermeister!", "Leergut!", "Tickets?!" usw. usf. Ich bin durchaus schnell drin gewesen und hatte kein Bock mich extra in der Garderobenschlange anzustellen. Also ging mein Jutebeutel mit und ich habe gehofft, einen Platz rechts neben der Bühne zu ergattern. Tatsächlich war das dann so. Ich war, trotz der Gigaschlange vorhin, ganz vorne und konnte mir (auf Zehenspitzen wohlgemerkt) alles angucken. 

Den Anfang machten Drug Church. Habe noch nie von dieser Band gehört. Na gut, vielleicht habe ich den Bandnamen irgendwo gelesen, aber ich bin nicht in den Genuss des Musikhörens gekommen. Was mich dann erwartet hat war eine Art Mischung aus Hardcore Punk und Seattle Sound. Sprich Hardcore Shouts und Grunge Gitarren. Oder um es super professionell auszudrücken: Post Hardcore mit Grunge Kante. Durchaus genießbar, zu Beginn schien mir alles erstmal zu verkrampft doch es dauerte nicht lange, bis die Band sich warm gespielt hat und das Publikum begeistern konnte. Immer wieder nett, wenn Bands dazu aufrufen aufeinander im Pit aufzupassen usw. usf. Ziemlich kurzer Auftritt (20-25 Minuten?) leider.

Ich habe beinahe vergessen, wer als nächstes auftreten wird. Nämlich gottverdammtnochmal Denzel Curry. 2019 habe ich sein Album "ZUU" reviewt und seitdem keinen Song mehr gehört. Umso überrascht war ich dann als er sein Set mit "RICKY" angefangen hat. Mir war es dann auch völlig egal ob es komisch wirkt, dass irgendso n bärtiger, langhaariger Typ mit Mayhem-Patch auf der Jacke zu Florida-Rap fast ausrastet. Leider konnte ich mich an keinen anderen Song erinnern - vielleicht weil sie jünger als 2019 waren - dafür aber an "Ultimate" und an das Cover von "Bulls On Parade", das zum Schluß kam. Mit Denzel Curry kamen auch die absolut weirden Video-Einblendungen. Während bei Drug Church noch das Bandlogo immer wieder auf und abtauchte zeigte man hier unter anderem einen sehr dicken halbnackten Mann der in einer Art Deep Fried Meme auftaucht und seine Haut purpur gefärbt war, sodass er wie Barney der Dinosaurier ausgesehen hat. Spannend. Ich find's nur noch spannend zu dem Zeitpunkt und habe enormen Spaß. 

Und dann irgendwann eine halbe Stunde später nach Denzel Curry betreten diese Shoegaze/Nu Metal Veteranen die Bühne und alles ist noch tausend mal besser. Deftones spielen mehrere Klassiker wie "Be Quiet And Drive (Far Away)", "Change (In The House Of Flies)" als auch "7 Words". Allerdings auch "neuere" Sachen wie "Hole In The Earth". Auf "Back To School" hat man komplett verzichtet, ich habe auch "Minerva" leider nicht gehört. Das hat mir tatsächlich sehr gefehlt. Ansonsten kann ich absolut nicht meckern. Ich mein, man hat als Band ja auch durchaus die Schnauze voll davon, gewisse Songs zu spielen. Jedenfalls ist sehr viel positive Energie da. Chino Moreno ist der Alternative Michael Jackson, wie er sich auf der Bühne bewegt und super viel Spaß hat. Dazu kommen noch die interessanten Visuals die auf der Leinwand hinter der Band mit den Aufnahmen der Band in Echtzeiten kombiniert werden. So sehen wir (mal wieder) Deftones in einer Art Crispy Deep Fried Meme Filter als auch irgendwelche Ausschnitte aus einem sowjetischen Cartoon, Wellen eines Ozeans die auf einen Strand einschlagen usw. usf. Das Publikum ist durchaus in Ordnung. Eine Mischung aus älteren Semestern (bärtiger Typ mit Brille und Cap aka Mark Forster in alt aka Sido) und jüngeren Semestern, die ich erstmal pauschal als TikTok Goths bezeichne. Allerdings ist es vollkommen egal, aus welchen Zusammenhängen diese jungen Leute Deftones kennen - denn sie sind gekommen um sie zu sehen und können ALLES mitsingen. Sie sind enthusiastisch und froh darüber, hier zu sein. Das freut mich wirklich enorm. Für mich hat sich ein kleines Träumchen erfüllt. Fühle mich irgendwie wie bei dieser "Anger Management"-Tour mit Limp Bizkit, Eminem, XZibit und Papa Roach. Nur dass ich damals natürlich nicht dabei war - das hier ist der Ersatz dafür für mich. 





Trauerkundgebung für Alexej Navalny am 15.02.2026 in Düsseldorf

Ich war schon ziemlich lange bei keiner Kundgebung von "Freies Russland NRW" und dies schien mir die optimale Gelegenheit zu sein irgendwie mich auszudrücken. Dies ist ganz wichtig im heutigen politisch wahnsinnigen Zeitalter. Der 16.02.2024 ist der Tag gewesen an dem Navalny in Haft gestorben ist. Der Putin/Kremlkritiker wurde einst nach einem Giftanschlag und seiner Rückkehr von Berlin nach Moskau verhaftet und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Vor zwei Jahren hat man ihm im Gefängnis umgebracht, behauptete aber er starb aufgrund einer "Komplikation". Mittlerweile sind mehrere europäische Laboratorien einig, dass er mit Gift eines Pfeilgiftfrosches vergiftet wurde. Ich

muss sagen, dass ich kein großer Navalny-Fan war. Ich sah einige seiner Aussagen durchaus kritisch - mehr als kritisch. Ich würde behaupten, dass Navalny in seiner Vergangenheit nationalistisch agitiert hat und einige Dinge gesagt hat, die gar nicht klar gingen. Zum Beispiel über die Halbinsel Krim die nicht einfach so zurück gegeben werden darf, man müsse ein richtiges Referendum abhalten. Oder die Behauptung Georgier wären Nagetiere. Das sind alles Sachen, die gesagt wurden und gar nicht in Ordnung waren. Ich muss allerdings sagen, dass ich festgestellt habe dass er sich während seines Knastaufenthalts verändert hat. Er sagte, dass die Grenzen von 1991 wieder hergestellt werden müssen, also im Grunde dass die Ukraine die Krim wieder zurück bekommen soll (und andere besetzte Gebiete auch). Er verurteilte den Krieg auch eindeutig - sogar vor Gericht, auch wenn ihm das wahrscheinlich weitere Strafen eingebracht hat. Trotz meiner Kritik an ihm bin ich allerdings immer noch der Meinung dass kein "politischer Gegner" in ein Gefängnis gehört - bloß weil er einer anderen politischen Meinung ist. Wir haben uns also versammelt, nicht nur um ihn zu trauern sondern auch um uns als auch andere zu ermutigen, irgendwie weiter zu kämpfen. Auf die Straße zu gehen, Spenden zu sammeln - egal ob für (Rettungs)Drohnen, Hitzegeneratoren, medizinische Hilfe oder viele andere Sachen. Es ist, so klischeehaft das auch klingt, immer noch verdammt wichtig ein politisches Zeichen zu setzen, zu zeigen dass es Gleichgesinnte gibt. Übrigens: Falls ihr Lust habt die Spendenaktion "Energy For Life" zu unterstützen (wir sammeln Elektrogeneratoren für verschiedene Institutionen in der Ukraine) so klickt auf den PayPal-Link. Jede Spende, egal wie klein oder groß, ist willkommen.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Film der Woche#671: Hardcore Henry (2015)

In Deutschland bekannt als "Hardcore". Ich habe vor Ewigkeiten mal einen Ausschnitt des Films gesehen. Darin war ein sichtlich verwahrloster Mann in einer russischen Straßenbahn zu sehen, der aus dem Fenster einen anderen Mann anschreit. Der andere hatte einen silbernen Ganzkörperanzug an. Der erste schrie "GEILE JACKE! WO HASTE DIE HER?" - der andere eröffnete daraufhin das Feuer mit einem Flammenwerfer. Diese Szene fand ich so großartig und so lustig, dass ich irgendwann rausgefunden habe, wie der Film nun heißt. Es dauerte aber erstaunlich lange, bis ich ihn tatsächlich gesehen habe. Und nun sind wir hier.


Zu Beginn lernen wir Henry (verschiedene Darsteller, u.a. Regisseur Ilya Nayshuller) kennen. Er erwacht in einem Labor in einem Luftschiff. Die Frau die ihn erweckt stellt sich als Estelle (Haley Bennett) vor. Henry hat Amnesie und weiß nicht wirklich wer er ist. Bei einem Unfall wurde sein Arm und sein Bein abgerissen. Er ist nun ein Cyborg mit künstlichen Gliedmaßen. Estelle erklärt ihn, dass sie tatsächlich seine Frau ist und ihn liebt. Da Henry nicht sprechen kann, kommuniziert er mit Kopfnicken und Kopfschütteln. Kurze Zeit später, während eines weiteren "Anpassungsprozesses" wird das Labor von bewaffneten Männern angegriffen. Der Anführer der Männer, eine Art Raiden auf Temu bestellt, ein Typ namens Akan (Danila Koslowski) hat übersinnliche, fast schon Darth-Vader'sche Fähigkeiten. Er kann Menschen levitieren lassen. Estelle und Henry können fliehen, landen allerdings unsanft mit ihren Rettungskapsel in Moskau. Ganz genau, das Ganze spielt in Russland. Es beginnt eine weitere Flucht von Akans Männern, bei welcher Estelle entführt wird. Im weiteren Verlauf des Films lernt Henry einen Typen namens Jimmy (Sharlto Copley aus "District 9") kennen. Dieser hat eine Rechnung offen mit Akan und will Henry unbedingt helfen.

Was ich bis jetzt nicht erwähnt habe: "Hardcore Henry" spielt die ganze Zeit über in der Ego-Shooter-Perspektive. Der Film ist vollgeballert bis zum geht nicht mehr mit Action. Das heißt: Parcour, Explosionen, Nacktheit, abgetrennte Gliedmaßen, Explosionen, Geballer, schnelle Autofahrten. Im Grunde genommen ist es eine Videospielverfilmung ohne eine zu sein. Also, ein Videospiel-Film. Im Prinzip. Es ist sicher, dass der Film niemals einen Oscar gewonnen hat. Niemals. Aber er macht so unfassbar viel Spaß. Vor allem weil er so vorhersehbar und so hohl ist. Es ist wirklich unfassbar lustig. Und ja, es könnte einen durchaus schwindelig werden wenn man alles in der 1st-Person-Perspective sieht. Aber ich finde, es war gut auszuhalten. Ich hatte wirklich großen Spaß.

7/10 Pfandflaschen
Trailer: