Dienstag, 20. Oktober 2026

Comic Book Review#699: The Simpsons' Treehouse of Horror#17 (2011)

Die erste Story heißt "Nosferatu: A Simpsony of Horror" und stammt aus der Feder von Zander Cannon, Gene Ha und Art Lyon. Es ist eine exakte Nachahmung des Stummfilms mit Max Schreck in einer der Titelrollen. Naja, fast. Alles passiert in der fiktiven Stadt Springborg. Der Chef von Homer Simpson, Lord Burlock (ein Vampir) meint dass er näher zur Stadtmitte ziehen möchte. So meint Homer zu seinem Sohn Bart, dass dieser Burlock sein Baumhaus verkaufen soll. Wenn er das nicht macht, droht

man ihn dass seine Comics verkauft werden sollen. Also zieht Bart zum Burlock'schen Anwesen hinterm AKW und lernt den Mann kennen. Der Kaufvertrag soll aufgesetzt werden, als plötzlich Burlock ein Foto von Marge erblickt. Er nähert sich daraufhin in einer Limousine zum Simpsons'schen Haus und möchte unbedingt ihr Blut saugen. Währenddessen liegt Homer völlig besofski vor Moe's Kneipe nachdem er ein paar Bier und Fliegen (so wie ein gewisser Assistent von Dracula) zu sich genommen hat. Zum Glück kann Marge Lord Burlock mit einem Comic von Bart ablenken, sodass dieser gar nicht merkt, wenn die Sonne aufgeht - und daraufhin verbrennt. Was für eine großartige Idee, einen Stummfilm in einen Comic zu verwandeln und alles etwas "lockerer" aber gleichzeitig merkwürdiger zu machen. Am merkwürdigsten finde ich dabei Homers manisch wirkende Art. Jede Art von Grinsen in dieser Story ist außerdem wirklich creepy und verstörend. Verdammt gut gemacht.

"Marge of the Dead" von Jane Wiedlin und Tom Hodges: Die Simpsons spielen eine Runde Itchy und Scratchy Trivia. Bart gewinnt und möchte als Hauptpreis dass die ganze Familie mit ihm zusammen Star Wars nachspielt. So verkleiden sich die Mitglieder als Star Wars Charaktere: Bart als der Imperator, Lisa als Prinzessin Leia, Maggie als Yoda, Homer als Jubba the Hut und Marge als äh ich glaube Ahsoka Tano (?). Jedenfalls findet das ganze auf einem höheren Hügel in der Nähe des AKWs statt. Marge fällt aus Versehen runter und bricht sich das Knie. Nach einer dringenden Operation im Krankenhaus verändert sich ihr Wesen. Ein Körperteil musste mit einem Transplantat von einem Toten ersetzt werden. Und so wird Marge zum Zombie und klaut Menschen in der Stadt Gehirne. Die Lösung dafür ist eine simple. Der Rest der Familie bietet ihre Gehirne an, damit sie keinen anderen Menschen wehtut (?). Hä. Was ist das? Das fängt so witzig an und endet so abrupt. Und ist am Ende gar nicht witzig. Die Zeichnungen sind cool - weil sie sich größtenteils an den Simpsons-Stil halten. Aber die Stoy bringts leider gar nicht so wirklich.

"Harvest of Fear" von Jim Wooding und Max Badger: Diesmal handelt es sich um mehrere Stories in einer Story. Bart befindet sich auf einem Yard Sale - der bekannte Räuber Snake verkauft alte Sachen. Unter anderem auch Comics. Es stellt sich allerdings heraus, dass es allesamt geklaute Sachen von Hans Maulwurf sind. Jedenfalls kauft sich Bart eine Ausgabe von "Harvest of Fear". Es ist ein EC-Knockoff-Comic. Also kein Comic von EC sondern eine Nachmache davon. Diese wurden nicht mal von B-Listern sondern von arbeitslosen und schizophrenen Autoren aus der Psychiatrie geschrieben. Zuhause angekommen liest er die erste Geschichte (gezeichnet von Max Badger) die von einem Jungen handelt der ein Soziopath ist. Dieser bringt eine Schildkröte um, weil er wissen will was sich im Inneren befindet. Zuhause angekommen stellt es sich heraus, dass seine Familie (Mutter, Vater und Schwester die alle wie Marge, Homer und Lisa aussehen) ihre Körper haben umnähen lassen damit sie wie der Stoff von Topfhandschuhen aussehen. Nun möchten sie das gleiche mit ihm machen. Bart erschreckt sich durch die Lektüre der Geschichte und hat keinen ruhigen Schlaf danach. Am nächsten morgen hat er Halluzinationen. Er möchte aber unbedingt den Comic weiter lesen. In der nächsten Story geht es um weitere Jugendliche. Diese wundern sich warum in den zwei Comicläden ihrer Stadt keine Comics mehr zu finden sind. Es stellt sich heraus, dass ein Mann sie alle aufgekauft hat. Einer der Jungs findet raus, wie er heißt und wo er wohnt um ihn zu besuchen und zu überreden damit er ihm ein paar Comics verkauft. So führt der Mann den Jungen in den Keller und an der Stelle endet der Comic weil die letzte Seite fehlt. Bart ist sichtlich erschrocken darüber und will erfahren wie die Geschichte ausgeht. So besucht er den Comic Book Guy, der ihn erklärt wieso das so ist. Scheinbar hat der Autor der Geschichte, ein gewisser Mort Hooper, diese in einem Rausch geschrieben. Danach reiste er durch das Land um jede letzte Seite aus jeder Ausgabe des Comics rauszureissen. Zufälligerweise wohnt er in der Nähe von Springfield. So findet Bart seine Adresse raus und besucht ihn. Seltsamerweise ähnelte das Haus dem Haus im Comic den Bart gelesen hat. So überredet er den Autor tatsächlich ihm das Geheimnis zu verraten. Am Ende der Story sieht der Junge einfach nur ein Monster. Eine gewöhnliche Masche in EC-Comics oder deren Knockoffs. Doch warum hat der Mann jede Seite rausgerissen? Weil er wusste dass es Kinder wie Bart wahnsinnig machen würde - was dann geschieht, weiß ich nicht. Wahrscheinlich verwandelt er sich selbst in einen Monster. Allerdings fehlt die letzte Seite. Brilliante Story. Das ist irgendeine meschuggene Art von Metaebene. Die Comics im Comic sind beide in sehr gut nachgeahmten EC-Stil gezeichnet. Die Rahmenhandlung bleibt eine Art skurrille Simpsons-Karikatur. Ich find's faszinierend wie man es schafft zwei weitere Stories in einer Story unterzubringen. Es ist irgendwie Schummelei, aber eine sehr schlaue Art davon. Wahrlich fantastisch. Ich fand's...durchaus gruselig. 

7/10 Pfandflaschen

Montag, 19. Oktober 2026

Album der Woche#703: Cocteau Twins - Head over Heels (1983)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Album der Woche" im Halloween-Monat "SHOCKTOBER". Ursprünglich habe ich mir eine andere Band für das dritte Review vorgenommen, nur um dann festzustellen, dass sie nichts mit Goth, Horror oder Post-Punk usw. zu tun hatten. Auch die vierte Band, die eigentlich hätte vorkommen sollen, habe ich ausgeschlossen um eine zu reviewen, die hier noch nie vorkam. Wie auch immer. Ich stelle mir das immer so vor, dass die im "SHOCKTOBER" reviewten Bands irgendwie als Soundtrack zu einem fiktiven Horror/Sci-Fi/Mystery-Film funktionieren. 


So hatten wir hier The Cramps und Cradle Of Filth die wirklich wunderbar dazu passen. So passten erstere zu irgendeinen Roadtrip-Film mit Vampiren, während Cradle Of Filth zu einem Slasher-Film passen würden. Cocteau Twins passen am Besten zu einem Film Marke "Begierde" (The Hunger) mit Catherine Deneuve und David Bowie. Irgendwas über Vampire.

"Head over Heels" ist das zweite Album des Duos, bestehend aus Elizabeth Fraser (Gesang) und Robin Guthrie (alles andere). Gleichzeitig auch eines der Alben, die geholfen habe das Subgenre "Ethereal Wave" zu gestalten. Womit wir es hier zu tun haben ist ein unglaublicher, großartiger, träumerischer Sound der wirklich schwierig zu beschreiben ist. Die Kombination aus Drum Machine, dröhnenden Gitarren, Keyboards und sogar Saxophon (in "Five Ten Fiftyfold") ist wirklich fantastisch und fühlt sich an als würde ich mit Wattebeinen auf einem Feld aus Watte laufen während über einen sich ein Himmel aus Watte auftut. Die Songtitel klingen auch so. "Sugar Hiccup", "In Our Angelhood", "In The Gold Dust Rush". Frasers Gesang klingt beim ersten Hören gar nicht nach richtigen Worten, sondern nach Lautmalerei. Und das obwohl ganz klar Texte zu hören sind. Es ist träumerisch, verträumt, dreamy und jegliches andere Adjektiv für dieses zufällig erfundene Subgenre. Dream Pop. Im Grunde genommen ein Schritt in eine etwas andere Richtung als "Goth" sein sollte. Nicht finster, aber verträumt (da ist das Wort schon wieder) und irgendwie geheimnisvoll. Passt das als Soundtrack zu einem üblen Horrorfilm? Naja, nicht ganz. Aber zu irgendwas mysteriösen, geheimnisvollen auf jeden Fall. Wie schon oben gesagt. Oder vielleicht zu einem nicht existenten Film von David Lynch. Einfach fantastisch.

Anspieltipps: Sugar Hiccup, Glass Candle Grenades, The Tinderbox (Of A Heart)
9/10 Pfandflaschen


Freitag, 16. Oktober 2026

My Favorite TV-Show: Chucky, Staffel 3

Allright. Nun sind wir also am Ende dieser unfassbar fantastischen und witzigen Serie angelangt. Um euch mal die Übersicht zu bieten: Hier geht es zur Staffel 1 (da findet ihr auch die Übersicht über das komplette Franchise) und hier zur Staffel 2. Tatsächlich wurden die beiden Staffeln von mir bei "Film der Woche" und nicht bei "My Favorite TV-Show" reviewt. Aber das ist jetzt halt so. Wenigstens sind all diese Review im SHOCKTOBER erschienen und das passiert hiermit auch. Here we go...


Diesmal sind tatsächlich große, sehr sehr große Dinge am laufen. Der Schauplatz der Serie ist zum Teil das Weiße Haus. Zunächst mal ein Fun Fact: Devon Sawa (genau der Stan aus Eminems "Stan") spielt hier gleich drei Personen: den Präsidenten der USA James Collins, einen gewissen Randall Jenkins und in einer Szene auch Jake Wheelers (Zackary Arthur) Vater Lucas. Die Familie des Präsidenten hat vor kurzem einen sehr tragischen Tod erlebt. Henry Collins der jüngere Sohn, gespielt von Callum Vinson) ist traumatisiert weil sein jüngerer Bruder Joseph vor kurzem an Krebs gestorben ist. Sein älterer Bruder Grant (Jackson Kelly) verarbeitet das auf eigene Weise und stellt sich mit TikTok (oder so) voll ins Rampenlicht. Genau diesen Umstand eines traumatisierten Kindes nutzt Chucky (Brad Dourif) um ins Weiße Haus zu kommen. Unterstützt wird er dabei von Caroline Cross (Carina London Battrick), Lexys (Alyvia Alyn Lind) Schwester die inzwischen mit ihm gemeinsame Sache macht und seine Begleiterin geworden ist. Doch warum musste die Puppe unbedingt ins Weiße Haus kommen? Nun, Chucky wird sichtbar alt. Scheinbar ist die Voodoo Magie, womit der Serienmörder überhaupt als Puppe wiedergeboren wurde irgendwie verseucht worden. Sein Körper altert rapide und er braucht ein richtiges schönes, blutiges Voodoo-Ritual mit mindestens einer Ficktonne an Toten um sich "wiederherzustellen" bzw. den Voodoo-Gott Dambala zu "besänftigen". Als Devon (Björgvin Arnarson), Lexy und Jake im Fernsehen sehen, dass Chucky nun Henrys Spielzeug ist, beschließen sie ihn endlich(!) ein für alle mal (!) zu stoppen. Dafür müssen sie allerdings ins Weiße Haus gelangen.

Das nenne ich mal ein Abschluß. Ein Abschluß, weil die Serie danach nicht fortgesetzt wurde. Das heißt also, dass die Reihe demnächst, irgendwann, wohl als Film fortgesetzt wird. Es endet (wie so oft) mit einem Cliffhanger, sodass man alles fortsetzen kann - oder auch nicht. Ich war ehrlich gesagt etwas vorm Kopf gestoßen weil ich irgendwie, naiverweise, wollte dass es endlich mal ein Ende hat. Doch natürlich kommt es anders und es gibt kein "Happy End", wie man es sich als geistig gesunder Mensch so vorstellt. Keine Ahnung. Ich finde man schafft es hier sehr gut, etwas komplett over the top zu gestalten (eine Puppe die als Körper für die Seele eines Serienmörders dient, die die Macht über den Atomknopf hat) und gleichzeitig sehr "realistisch" (eine Puppe die versucht ein Kind  zu manipulieren und seine Trauer ausnutzt). Sehr witzig finde ich nach wie vor diese Parodie der ganzen Geschichte über "Multiversen" bzw. "Varianten". Das sind meine absoluten Highlights hier. Brad Dourif spielt nicht nur Chucky in seinen verschiedenen Gestalten (unter anderem als sein älteres selbst). Nein, es gibt hier auch verschiedene Varianten von Chucky in menschlicher Form. Und mein allergrößtes Highlight hier ist tatsächlich Jennifer Tilly die Tiffany Valentine spielt die im Körper von Jennifer Tilly lebt. Es ist so absurd und höllisch amüsant. Schauspielerisch eine wirkliche Meisterleistung.



Mittwoch, 14. Oktober 2026

Film der Woche#700: TOXIC AVENGER TRIPLE FEATURE!

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile SIEBENUNDHUNDERTSTEN "Film der Woche" auf diesem Blog. Wir befinden uns bekanntlich im Horrormonat Shocktober. Darum habe ich mir gedacht, ich könnte dafür ein Franchise hier wieder reinbringen, dass ich unbedingt weiter gucken wollte. Und zwar das über den einen Nerd der in toxische Abfälle gefallen ist und zu einem mutierten Superhelden wurde. Es gibt ja auch einen neuen Film und den würde ich euch gerne vorstellen. Aber zuerst die anderen Sachen: Wir kennen ja den ersten, den zweiten und den dritten Teil. Bevor wir mit dem vierten und den Remake weiter machen geht es allerdings erst los mit:

Toxic Crusaders, S1E1: "The Making Of Toxie" (1991)

So wie gefühlt jede Filmreihe, die eher an Erwachsene gerichtet war - oder zumindest über Erwachsenenhumor verfügt hat, hat auch "The Toxic Avenger" eine Zeichentrickinterpretation bekommen. Ganz in Tradition von Swamp Thing, Rambo, Robocop oder später auch Die Maske, Ace Ventura und Dumb & Dumber. Diese Version von Toxie ist definitiv an Kinder gerichtet, allerdings finden sich hier auch Witze, die Erwachsene lustig finden könnten, die Kinder nicht verstehen. Es bleibt aber sehr sehr harmlos.

Die erste Folge ist im Grunde genommen eine Art Neuerzählung des Films. Der schmächtige jugendliche Melvin, der als Putzhilfe in einem Fitnesszentrum arbeitet wird Opfer von einem Prank und fällt in ein Fass mit toxischen Abfällen. Daraufhin verwandelt er sich in a) eine ältere Frau, b) einen schrecklichen Hollywood-Produzenten und dann c) in Toxie, wie man kennt und liebt. Als er zuhause

ankommt, fällt seine Mutter wegen seines Anblicks in Ohnmacht. So beschließt er auf die Müllhalde umzuziehen, wo er später die kurzsichtige Yvonne kennen lernt. Die beiden verlieben sich ineinander. Sie spricht mit einem Brooklyner Akzent und spielt Akkordeon. Der Bösewicht in der Serie ist nicht der korrupte Bürgermeister sondern eine Art außerirdischer Overlord mit vier Armen namens Czar Zoster, der mithilfe seiner Gehilfen Tromaville zu einer toxischen Müllhalde machen will. Toxie muss schnell den Helden spielen und beschützt auch Waisenkinder. Czar Zoster will nämlich das Heim abreissen und fängt an, die Kinder rauszuschmeißen. Er wird bei der Rettung von den Medien aufgenommen und berühmt. So werden andere Mutanten auf ihn aufmerksam und am Ende der Folge gründen sie gemeinsam eine Gruppe, um das Verbrechen und Umweltverschmutzung zu bekämpfen. Aus Toxie, Major Disaster und No-Zone werden die Toxic Crusaders.

Was soll ich sagen? Ich habe selten (nach Rambo natürlich) gesehen, wie ein Film für Erwachsene so perfekt kindertauglich gemacht wird. Toxies Stimme ist sehr sanft und freundlich. Es gibt in der ersten Folge bis auf Yvonne keine nennenswerten Nebencharaktere (okay vielleicht Melvins besorgte Mutter). Außer natürlich die Bösewichte und die anderen Crusaders. Sie sehen nämlich fast so aus als hätte sie jemand bei einer ordentlichen Runde Alkohol und anderen Drogen ausgedacht. Ganz vielleicht um sie später zu Action Figuren zu machen. Also, eigentlich sehr sicher. Ich meine, es war so. Im Prinzip ist "Toxic Crusaders" ein ellenlanger Werbespot für Actionfiguren. Und natürlich werden in der Serie noch weitere Verbündete (vielleicht?) und verschiedene Bösewichte vorkommen, die man allesamt als Actionfiguren verwursten kann. Also, so wie bei den Turtles oder G.I.Joe oder Thundercats oder He-Man oder Street Sharks oder Extreme Dinosaurs. 

Fazit: Spaßig, mehr aber auch nicht.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



Citizen Toxie: Toxic Avenger IV (2000)

Nun sind wir also am Ende der ursprünglichen Reihe angelangt. Falls ihr euch nicht erinnern könnt, was im letzten Teil passiert ist, so klickt hier. 

Wir befinden uns wieder in Tromaville. In letzter Zeit terrorisiert eine Gang namens "Diaper Mafia" die Stadt. Natürlich ist es eine Anspielung auf die "Trenchcoat Mafia" und selbstverständlich wird in den Nachrichten besprochen ob Metal, Rap Musik oder Videospiele Schuld seien. Diesmal überfallen sie eine Schule für "besondere Kinder". Die in Windeln gekleideten Ekelfreds nehmen Kinder und Lehrer als Geiseln. Kurze Zeit später taucht der Toxic Avenger (David Mattey), verkleidet als Frau im Bikini. Zusammen mit seinem Sidekick Lardass (Joe Fleishaker) auf und versucht die Situation zu entschärfen. Naja, eigentlich reißt er Eingeweide aus und vermöbelt die meisten Idioten. Doch einer von den Spinnern (der in Wirklichkeit der Sohn eines neo-nazistischen Polizeibeamten ist und mit ihm zusammenarbeitet) hat eine Bombe, die er droht zu zünden. Lardass isst die Bombe mit Erdnussbutter auf, sie explodiert und alles scheint irgendwie im arsch aber halbwegs okay zu sein. Toxie hat ein Mädchen namens Sweetie Honey (Lisa Terezakis) und einen rebellischen Teenager namens Tito
(Michael Budinger) gerettet. Die Explosion eröffnet allerdings ein Tor in eine andere Dimension, sodass Tromaville mit dessen Zwillingsstadt Amortville verbunden ist. So kommt Toxies Doppelgänger aus der anderen Dimension nach Tromaville. Sein Name ist Noxie und er ist ein Drogendealer der Amortville in Schach hält. Er ist ein Tyrann. Toxie gelangt nach Amortville und versucht dort mit noch mehr illustren Gestalten zu recht zu kommen. Währenddessen verlagert Noxie seine Schreckensherrschaft nach Tromaville und tut sich mit dem Nazi-Polizisten zusammen. Sie arbeiten daran, den hiesigen Bürgermeister (Ron Jeremy, bah) zu stürzen.

Nachdem ich schon so einige Troma Productions gesehen habe, war ich der Meinung, dass das alles zwar schon Bonkers ist, aber es noch mehr Bonkers gehen kann. Toxic Avenger 4 ist definitiv noch mehr bonkers. Man macht sich über alles und jeden lustig. Einerseits erscheint der Film so, als würde er sich über geistig Behinderte lustig machen, doch dem ist nicht so. Er zeigt viel mehr, dass ein Teil der Gesellschaft diese Menschen immer noch verachtet und nach außen so tut als wären sie "besonders". Nazis kriegen aufs Maul, KKK-Männer auch. Man zieht die Berichterstattung über Amokläufe durch den Kakao. Es gibt viel, sehr viel, Kunstblut, Kunstgedärme, Nacktheit, Gewalt und Scheiße zu sehen als auch sehr viele böse Schimpfwörter zu hören. Oh und Lemmy taucht auf. Habe ich das schon gesagt? Lemmy hat zwei kurze Cameo-Auftritte. Jedenfalls übertrumpft der vierte Teil den vierten noch mal in Sachen Absurdität. Aber er ist kaum zu vergleichen mit dem ersten, der noch so was wie eine düstere Komponente hatte. Ich hatte trotzdem unglaublichen Spaß daran.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:



The Toxic Avenger (2023)

Nun sind wir also am Ende des Franchises angenommen. Chronologisch betrachtet ist das also der bis jetzt letzte Film der TA-Reihe. Rausgekommen im Jahre 2023 auf irgendeinem Filmfestival (hab den Namen vergessen) und 2025(?) dann endlich auf DVD. Ich durfte mir das Ganze zuhause reinpfeifen. Geil.

"The Toxic Avenger" ist keine "Fortsetzung nach Jahren" sondern ein Remake des ersten Films. Dieser macht zwar gewisse Anspielungen auf das Original, ist aber stellenweise wesentlich ernster und bietet eine doch etwas andere Origin Story von Toxie. Diesmal geht es um den Hausmeister Winston Gooze (Peter Dinklage), der bei einem Pharmaunternehmen namens BTH arbeitet. Dieses verkauft sich nach außen als ein familienfreundliches, Fitness- und Gesundheitsförderndes Unternehmen. In Wirklichkeit ist BTH verantwortlich für unfassbar viel Umweltverschmutzung und diverse andere Dinge. Eine ehemalige Angestellte des Unternehmens, J.J. Doherty (Taylour Paige) trifft sich mit einem Investigativ-Journalisten um ihm gewisse geheime Informationen zu übermitteln. Dieser wird allerdings von der als Killer engagierten Nu Metal Band "The Killer Nutz" umgebracht. J.J. ist daraufhin flüchtig und wird fieberhaft von BTH gesucht. Winston hingegen lebt alleine mit seinem Stiefsohn Wade (Jacob
Tremblay), nachdem dessen Mutter an Krebs gestorben ist. Bei einer ärztlichen Untersuchung findet man raus, dass Winston eine tödliche Krankheit hat. Er sucht Hilfe beim CEO von BTH, Bob Garbinger (Kevin Bacon), doch diese wird ihm verwehrt. So beschließt er einzubrechen und Geld zu stehlen. Allerdings wird er von den Killer Nutz umgebracht, die eigentlich hinter J.J. her sind und landet in einem Bottich mit giftigen Schlamm. Daraufhin verwandelt er sich in ein Monster, dass ein Mopp mit radioaktiven Schlamm als Wafffe benutzt (Luisa Guerreiro). Der Toxic Avenger ist nun geboren. Kurze Zeit später tun sich Winston/Toxie mit J.J. zusammen um BTH endlich zur Strecke zu bringen.

Zu den üblichen Themen Umweltschutz und Korruption kommen noch andere, die damals schon aktuell waren und es heute leider immer noch sind. Armut und die Unfähigkeit sich finanziell abzusichern, auch krankenversicherungstechnisch. Dazu kommt noch eine wesentlich realistische Darstellung eines awkwarden, unsicheren Teenagers der mit der Situation (Tod seiner Mutter und Leben mit Stiefvater) nicht wirklich zu recht zu kommen scheint. Dann natürlich der besagte Stiefvater der irgendwie der Meinung ist, dass alles okay ist, aber tief im Inneren weiß, dass es doch anders ist. Die Panik, als er erfährt dass er todkrank ist. Das ist alles ziemlich ernst. Ziemlich sehr ernst. Die over-the-top-Elemente die hier dazu kommen sind zwar nicht so over-the-top wie beim Original aber doch ziemlich over-the-top. Es ist, meiner Meinung nach, eine Art Dramedy mit Horrorelementen. Diese Nu Metal Band/Killerkommando von Mutanten ist einfach großartig lustig. Ebenso lustig ist es wie hier Arme und Beine abgerissen werden, Gedärme durch die Gegend fliegen oder Köpfe mit dem radioaktiven Mopp zerschlagen werden. Es ist herrlich witzig ohne jedoch zu trashig zu werden. Im Gegensatz zu "Citizen Toxie" gibt es hier keine übermäßige Nacktheit und keine Fäkalien (zumindest nicht in dem Ausmaß). Es ist im Grunde genommen eine "erwachsenere" Version von Toxic Avenger, die jedoch trotzdem zu unartig fürs normale Kino ist. Ich habe mich köstlichst amüsiert und hoffe doch auf eine vernünftige Fortsetzung.

8/10 Pfandflaschen
Trailer: