Mittwoch, 7. Oktober 2026

Film der Woche#699: Scooby Doo Special, Teil 4

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile vierten Scooby Doo Special auf diesem Blog. Ich komme meinem Ziel immer näher und habe bald tatsächlich von jeder Scooby Doo-Serie mindestens eine Folge gesehen. What a life. Achja, hier ist der dritte Teil.

10. What's New, Scooby Doo?, S01E01: "There's No Creature Like Snow Creature" (2002)

"What's New, Scooby Doo?" ist die erste Scooby Doo Serie seit einem Jahrzehnt. Man erinnere sich an das letzte Scooby Doo Special und merke, dass die letzte eine Art "Prequel" war, in welcher die Hauptcharaktere als Kinder zu sehen waren. Nun befinden wir uns im Jahre 2002 und irgendwie doch im Jahre 1969, zumindest was die Art des Humors betrifft. So ein Bisschen. Es ist im Grunde genommen, die gleiche Art Plot wie früher, nur mit modernen Technologien. Und mit einem neuen Titelsong, eingespielt von der kanadischen Pop Punk Band "Simple Plan". Der ist übrigens unfassbar catchy ist. Weitere super interessante Fakten: Es ist die letzte Serie mit Casey Kasem als Synchronstimme von Shaggy, bevor der Schauspieler 2014 gestorben ist. Nun, worum geht's eigentlich?


Scooby, Velma, Shaggy, Fred und Daphne befinden sich in einer verschneiten Region. Sie möchten in der Gegend Ski fahren und snowboarden. Außerdem sind mehrere Snowboard-Sportler dort unterwegs, die bei einem Wettbewerb mitmachen wollen. Darunter einige Legenden, worüber Fred sich insbesondere freut. Sie treffen sie die Sportler als auch den Miliardär-Organisator des Events in einem Hotel. Doch natürlich geht es nicht ohne irgendein Geist/Monster, dass offensichtlich alles kaputt machen will. Es taucht nämlich ein riesiges Eis/Schnee-Monstrum auf, dass zwei Sportler der Reihe nach verletzt sodass sie nicht mehr wettbewerbstauglich sind. Schlimmer noch: Bei einer Verfolgungsjagd mit dem Monster verletzt sich Fred am Bein. Velma wird krank. So müssen Daphne, Shaggy und Scooby sich um die Sache kümmern.

Natürlich steckt ein Mensch hinter dem Eis/Schnee-Monstrum. Natürlich geht es darum, bei irgendeiner Finanz-Schummelei/Wettbewerbsschummelei die Konkurrenten auszuschalten und so irgendwie an Geld ranzukommen. Diesmal ist es allerdings ein wenig gewiefter und man kommt nicht sofort dahinter, wer denn der wahre Bösewicht sein könnte. Was aber definitiv so ist, wie es früher war: Irrwitzige Verfolgungsjagden, Hin-und-Her-Rennerei, "Jeepers", "Zoinks", "Jinkies" und leicht unverständliches Gebrabbel von Scooby Doo selbst. Im Grunde genommen eine Übertragung der alten Serie, beinahe 1:1, ins neue Zeitalter. Diesmal tatsächlich etwas selbstrefentiell, als eine Art Selbst-Parodie. Es ist wesentlich witziger als die alten Folgen. Trotzdem möchte man mal irgendwas anderes sehen. Ich hatte allerdings meinen Spaß.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



12. Shaggy & Scooby-Doo Get A Clue!, S01E01: "Shags To Riches" (2006)

Das sieht so neu aus, dabei wird die Folge dieses Jahr ganze zwanzig Jahre alt. Wieder mal geht man auf ein älteres Konzept zurück. Man streicht Daphne, Velma und Fred aus der Haupthandlung (!) der Serie. Sprich, sie kommen vor, allerdings nur am Rande. Zumindest in dieser Episode. Wieder mal klammert man jegliche Mystery-Elemente aus und fokussiert sich auf den Comedy-Aspekt der Reihe. Das heißt also, dass die Folge eigentlich gar nicht wirklich zu Halloween passt. Naja, der Vollständigkeit halber, ist sie nun hier. Worum geht es?

Shaggy (Scott Menville) und Scooby Doo (Frank Welker) leben zusammen in einer WG und sind absolut broke. Da kommt die Nachricht, dass Shaggy eine unfassbar riesige Menge an Geld von seinem Onkel geerbt hat, gerade richtig. Also, der Onkel ist nicht gestorben, sondern einfach nur verschwunden. Er ist außerdem ein großartiger Erfinder und verfügt über ein riesiges Anwesen. Der Slacker und der
Hund begeben sich also direkt dahin um zu sehen, wie es dort aussieht. Im Keller finden sie lauter coole Erfindungen, unter anderem einen äh Verkleinerungsstrahler. Blöd nur, dass der Onkel in den Untergrund gegangen ist, weil ein superkrasser, mit deutschen Akzent sprechender Bösewicht namens Dr. Phineas Phibes (Jeff Bennett) es auf seine Erfindungen (und eine gewisse geheime Formel) abgesehen hat. Der übliche Verdächtige verfügt über einen Haufen Minions und ein U-Boot mit welchen er sich fortbewegt. So schickt er zwei dieser Minions zum Anwesen, die es tatsächlich schaffen, Shaggy und Scooby zu kidnappen. Auf dem U-Bott angekommen versuchen die beiden sich zu befreien als auch sich als Geister auszugeben um den Minions Angst zu machen. Also doch, EIN Mystery-Element. 

Zuerst mal muss ich das super geile punkige Intro von Mark Mothersbaugh (Devo, komponierte unter anderem auch das Intro von "Rugrats" mit) loben. Es ist wirklich sehr cool und irgendwo auch eine Fortführung der neuen punkigen Tradition (man erinnere sich, Simple Plan haben das vorherige Intro gemacht). Der Stil ist eigenartig und anders. Die Charaktere sehen zwar ähnlich aus, wie im Jahre 1969, allerdings mit einem modernen "edgy" touch. Die Gesichter sind wesentlich kantiger, die Umgebung bunter. Es ist sehr simpel und witzig - allerdings ohne sich, zumindest in der ersten Folge, in sinnlose Hin-und-her-renn-Spielchen zu verfangen. Im Grunde genommen eine Abenteuer-Folge über einen Typen und seinen besten Freund, einen Hund, die Bösewichten entkommen. Und absolut verfressen sind. Ich mag's. Aber mehr auch nicht.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



13. Scooby Doo! Mystery Incorporated, S01E01: "Beware the Beast from Below" (2010)

Vier Jahre später sind wir wieder bei der vollständigen Gang gelandet. Es sind wieder alle dabei: Scooby, Shaggy, Daphne, Velma und Fred. Diesmal allerdings kehren wir zu den High School Tagen der Teenager zurück und somit in ihre Heimatstadt Crystal Cove. Wir werden Zeuge wie Daphnes Eltern von ihr enttäuscht sind, weil sie mit der "Gang" rumhängt anstelle vernünftige Karierrewege einzuschlagen wie ihre vier Schwestern. Wie Velma als Guide fungiert und Touristen die Gegend zeigt - inklusive eines Museums in welchen die vielen mysteriösen Fälle vorgestellt werden, die sich in Crystal Cove ereignet haben. Dabei handelt es sich natürlich um all die Rätsel die die Gang gelöst hat - und
wobei die Monster sich als Menschen rausgestellt haben. Shaggys Eltern sind ebenfalls nicht gerade begeistert von ihm - die von Fred ebenso. Freds Vater ist tatsächlich der Bürgermeister der Stadt. Generell haben die drei Teenager Probleme damit, ihren Eltern zu zeigen, dass das was sie machen doch irgendwie Sinn ergibt. Tatsächlich kommt es zu einem weiteren mysteriösen Vorfall. Bei einer Baustelle kommt zu es zu einem Wanddurchbruch und die Baucrew entdeckt einen Durchgang zu den alten Crystal Cove Katakomben. Ein gefährliches Schleimmonster greift sie an und wickelt sie ein in Cocons. Die Bauarbeiter werden gefunden und die Gang fängt an, den Fall zu untersuchen. Sehr zum Missfallen des ortsansässigen Sheriff. Es stellt sich heraus, dass die Cocons mithilfe von essbaren Desserts entstanden sind. Ein neu in der Stadt angekommener Frozen Yoghurt Unternehmer fällt somit der Gang ins Auge...

Hat hier etwa ein Frozen Yoghurt Café irgendwas mit einem Ridley-Scott-Alien-Szenario zu tun, bei welchem ein Schleimmonster menschen in Cocons einwickelt und sie an die Wand klebt? Ja, vielleicht. Vielleicht aber auch indirekt. Wer weiß. Jedenfalls hat man sich hier ordentlich Mühe gegeben, eine zusammenhängende Story zu erzählen, die jedoch nicht bei einer Folge bleibt. Tatsächlich gibt es ein weiterführendes Szenario. Mehrere Folgen hängen miteinander zusammen. Es ist keine "Monster of the Week"-Sache. Zumindest zum Teil nicht. Weiterhin begrüße ich, dass man den Charakteren sowas wie Tiefe gegeben hat und ihre inneren Struggles aufzeigt. Außerdem haben Velma und Shaggy definitiv was am laufen und Shaggy hat Probleme damit, es nach außen zu zeigen. Höllisch interessant. Großartiges Design, dass wieder aussieht wie die 1969er Serie in HD. Im Gegensatz zu "What's new Scooby Doo?". Da hat man quasi nur einen kleinen Neuanstrich gegeben. Hier sieht alles einfach nur verdammt gut aus. Alle vier Daumen hoch.

8/10 Pfandflaschen
Intro:


Dienstag, 6. Oktober 2026

Comic Book Review#697: The Simpsons' Treehouse of Horror#15 (2009)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Comic Book Review" im SHOCKTOBER 2026. Mal wieder wird es diesen Monat, zumindest comictechnisch (aber auch filmtechnisch) um die Simpsons gehen. Die "Bart Simpson's Treehouse of Horror" (auf Deutsch "Bart Simpsons Horrorshow") wurde in "The Simpsons' Treehouse of Horror" umbenannt. Wir sind nun bei Ausgabe 15 von 23. Let's go. Diesmal sind es übrigens keine hochkarätigen Eisner-Award gewinnenden Autoren die hier vertreten sind. Und auch keine Rockstars. Und auch keine Simpsons-Stammgäste. Und auch keine Comedy-Autoren. Nein. Diesmal, wimmelt es hier nur so von Underground-Künstlern. 

Die erste Story ist nicht wirklich relevant oder besonders ausschlaggebend. Die Mitglieder der Simpsons-Familie gehen zu einem Psychotherapeuten (einen einohrigen Hasen) um ihre Alpträume zu besprechen. Dabei handelt es sich um die Sequenzen des Vorspanns der Serie, die sich immer wieder in ihren Träume wiederholen und traumatisierend sind. Irgendwie witzig das auf diese Art auf die Meta-Ebene zu bringen. Geschrieben und gezeichnet von Tim Hensley.

"The Call of Vegulu" handelt von einer post-kapitalistischen Gesellschaft. Alles ist gefallen, es gibt keine Krankenversicherungen mehr. Man muss um finanzielle Unterstützung in Gameshows kämpfen. Das Springfielder AKW ist nicht mehr funktionstüchtig nachdem Mr. Burns beschlossen hat "grün" zu werden und irgendwann völlig wahnsinnig wurde. Eine Gruppe von jugendlichen Crustpunks (naja eigentlich mit K) bestehend unter anderem aus Bart, Lisa und Milhouse steigt ein in das verlassene Anwesen von Mr. Burns und findet dort einen verwahrlosten Buchhalter, der ihnen alles erzählt. Mr. Burns ist nun Anhänger des Kultes von Vegulu. Einen Wesen aus einer anderen Dimension das die Erde übernehmen will, nachdem die Menschen komplett versagt haben. Gemüse ist die Zukunft. Heilige Scheiße ist das abstrakt, komisch gezeichnet und einfach "off". Es ist eine Gesellschaftssatire, aber nicht nur auf den Konsum sondern auch auf Marketing. So wird sich auch über Marketingstrategien von sogenannten "grünen" Unternehmen lustig gemacht. Sehr eindringlich und trotzdem so merkwürdig. Von Matthew Turber und Kevin Huizenga.

In "Blurst Agin!" von Jordan Crane sehen wir wie Barts Kopf explodiert nachdem er Blasen von einer Seifenblasenpfeife eingeatmet hat. Okay.

Ted May und Sammy Harkham präsentieren in "Mo' Bodies, Mo' Problems" eine Geschichte über den Barkeeper Moe Szyslak. Es ist eine Parodie auf die "Re-Animator"-Filme bzw. die Story von H.P. Lovecraft. Darin streitet sich Moe mit dem erfolglosen Verkäufer Gil. Dieser hat eine Frau umgebracht und Moe die Leiche gebracht - weil Moe Leichenteile sammelt um eine Art "Frankenstein's Bride" zusammenzunähen. Als Moe checkt, dass die Leiche ein Mordopfer ist, kommt es zu einem Streit bei welchem Gil aus Versehen auf sein eigenes Messer fällt und stirbt. Nelson Muntz, ein Schoolbully hat sich in der Decke versteckt und das ganze beobachtet - nur um Gil auszulachen. Ist eines seiner Hobbies. Daraufhin hilft er Moe, die Braut zusammenzuflicken, die dann tatsächlich bei Moe arbeitet. Um nicht so von Moe angeekelt zu sein, hat sie überall Brad Pitt Fotos aufgehängt - so als Ablenkung. Was für ein wahnsinniger Scheiß. Das ist so stupide und makaber, dass es kracht. Aber es ist immerhin sehr witzig. Im Grunde genommen allerdings "nur" eine Parodie, die ein etwas anderes Ende bietet. Genießbar.

"The Lords Must Be Lazy" von Will Sweeney stellt Bart und Homer als bloße Schachfiguren im antiken Griechenland dar. Vater und Sohn sind in einem Boot unterwegs als sie von einem göttlichen Tsunami angegriffen werden. In Wirklichkeit ist es der "God of Chubbiness" (Portlius Maximus) dem langweilig ist und der sich amüsieren will, indem er mit Menschen "spielt". Sie werden allerdings von Poseidon gerettet und landen auf einer Insel - die allerdings auch nur Teil des göttlichen Schachbretts ist. Als dann auch noch ein Zwiebelring drauf fällt und lebending wird, wird es richtig brenzlig. Noch brenzliger wird es allerdings als die beiden von einem Stamm von Gürkchenmenschen verfolgt werden ("Boop! Oop Boop Poop! Boploop!" - ich glaub das reicht jetzt mit den Zitaten). Heiliger Fick ist das witzig. Ach du scheiße ist das witzig. Meine Fresse. Dabei dauert das Vergnügen vielleicht drei Seiten und sieht aus wie das Werk eines sehr talentierten Grundschülers. Wahrscheinlich weil die Farben so unglaublich knallbunt sind. Sehr amüsant.


In der nächsten Geschichte wird "C.H.U.D." parodiert (dieser eine Film über Mutanten aus der Kanalisation). Sie heißt "C.H.U.M." und handelt von Hans Moleman, der als Kanalarbeiter tätig ist. Als Homer radioaktiven Abfall die Toilette runterspült kommt er damit in Berührung und verwandelt sich daraufhin in einen äh Mutanten mit entstellten Gesicht. Bald fängt er an, Kinder zu zu töten. Nelson, Milhouse und dann noch Rodd und Todd Flanders. Als er in Ralph Wiggums Zimmer einsteigen will, hält dieser ihn für seine Mum. So auch Chief Clancy Wiggum (Ralphs Vater). So findet Hans eine neue Familie und ist scheinbar sehr glücklich. Oh meine Fresse, es wird einfach immer besser und obskurer je mehr ich in dieser Ausgabe lese. John Vermilyea schafft es verdammt gut in kürzester Zeit den Leser zu verstören. Zunächst glaubt man, dies wäre eine weitere makabere Simpsons-Parodie - doch dann wirds irgendwie wholesome und lustig. Ein Twist den ich nicht erwartet hätte. Ich lachte innerlich sehr viel.

Die unfassbar großartig potthässliche Story "Boo-Tleg" von Ben Jones handelt von Apu und seinen Bruder, die lauter gefakete Produkte im Kwik-E-Mart verkauft haben. So viele, die qualitatitv minderwertig waren, sodass mehrere Menschen daran gestorben sind. Um die Sache zu vertuschen, heuerten sie eine Klonfabrik in der dritten Welt an um diese Menschen zu ersetzen. So kriegt Springfield nun einen Post-Ostblock-Homer und einen schwarzen Bart Simpson. Die Sache geht immer so weiter bis beinahe die ganze Stadt ausgetauscht ist und wie eine schlechte Kopie von sich selbst aussieht, weil immer mehr Menschen sterben und durch Klone ersetzt werden. Die Farben sind (mal wieder) knall bunt, der Hintergrund ist immer weiß. Alles sieht aus wie diese Simpsons-Bootleg-T-Shirts aus den 1990ern ("Black Bart", "Operation Desert Storm" usw. usf.). Die Story ist wirklich "off" und sehr verstörend zuerst - doch je länger man liest, desto witziger wird es.

"Three Little Kids" von John Kerschbaum ist eine Parodie auf das Märchen über die drei Schweinchen. Diesmal geht es allerdings um Bart, Ralph und Milhouse die auf der Suche nach Material sind um sich selbst Häuser zu bauen. Allerdings überfrisst sich Ralph an einem Eimer Popeln (von Hausmeister Willie) und Milhouse wird enttäuscht als der Comic Book Guy ihm keine Comics als Baumaterial geben will. In beiden Fällen werden sie hinterrücks vom großen bösen Wolfsmensch (Mr. Burns) entführt und umgebracht. Mr. Smithers bereitet aus ihnen essen zu, wird aber selbst von Burns verspeist nachdem er ihm Essen geklaut hat. Bart hingegen hat Homer betrogen. Im Austausch für Zauberbohnen hat er sich Ziegel erschlichen um sich ein Haus zu bauen. Nur waren es keine Bohnen, sondern Kot. Als der große böse Wolfsmensch auftaucht um sein Haus wegzublasen, kriegt er einen Schwächeanfall und stirbt. Bart macht aus ihm Wolfseintopf. Homer versucht sich daraufhin an ihn zu rächen, wird allerdins prompt von drei zufällig vorbeilaufenden Jägerinnen (Marge, Lisa, Maggie) erschossen. Ich habe es schon gesagt, aber je länger ich diese Ausgabe lese desto absurder wird es. Und brutaler. Und makaberer. Und immer wieder taucht Nelson auf und sagt "Haw-Haw!". Jesus fucking fuck. 

Jeffrey Brown präsentiert in seiner, offensichtlich mit Filzstiften gezeichneten Story "Bad Milhouse" ein noch merkwürdigeres Szenario. Milhouse kriegt von seinem Vater Kirk Buntstifte zum Geburtstag. Nun will er durch die Gegend fahren um zu gucken, ob ihm jemand gratulieren wird. Stattdessen wird er von Dolph, Kearney, Nelson und Timbo ausgelacht und fährt aus Versehen in eine der beiden Sheri/Teri Zwillingsschwestern. Sie stirbt. Um das auszugleichen tötet er die andere. Dies führt dazu, dass er polizeilich gesucht wird. Kirk versteckt ihn, wird aber aus Versehen ebenfalls von ihm umgebracht. Milhouse ist nun im Haus, zwischen den Wänden gefangen, weil die Leiche seines Vaters den geheimen Eingang versperrt. Er fängt an, eine Larry Snotter (lol) Fanfiction zu schreiben. Als die Simpsons dann in das Haus einziehen fühlt er sich noch mehr inspiriert. Naja, gegen Ende der Geschichte wird er wegen Copyright Infringement von Chief Wiggum verhaftet. Äääääh ja... Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.

Christopher Forgues' "The Slipsons" präsentiert eine sehr kurze Story in welcher Hausmeister Willy über den "dreckigen Zustand" des Simpsons'schen Hauses empört ist. Also bricht er durchs Vorderfenster ein um festzustellen, dass Homer Bart und Lisa umgebracht und ihre Köpfe als Besen benutzt hat. Es stellt sich raus, dass Homer eine riesige Schabe ist und Marge eine Rakete. Okay.

Alles in allem eine sehr obskure Ansammlung von sehr makaberen, abstoßenden und ja...bootlegigen Geschichten, die sich anfühlen, als hätte sie jemand in einem dunklen Keller für sein Fanzine geschrieben und gezeichnet. Tatsächlich eine Abwechslung zu den zahlreichen Horrorfilmparodien die sonst so in den Halloween-Comics bzw. den Halloween-Folgen zu sehen sind. Teilweise wirklich großartig lustig (und abstoßend), teils einfach nur abstoßend (und höllisch dumm). Heiliger Fick. Was zur Hölle war das?

7,75/10 Pfandflaschen

Montag, 5. Oktober 2026

Album der Woche#701: The Cramps - Look Mom, No Head! (1991)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Album der Woche" während des Halloween-Monats "SHOCKTOBER"! Ich führe die Tradition fort und reviewe jährlich ein The Cramps-Album. Nun sind wir bei "Look Mom, No Head!" angekommen, dem insgesamt fünften Studioalbum der Band. Aufgenommen in der Besetzung: Lux Interior (Gesang), Poison Ivy Rorschach (Gitarre), Slim Chance (Bass) und Jim Sclavunos (Schlagzeug). Letzterer ist seit 1994 konstantes Mitglied bei Nick Cave & The Bad Seeds und war auch bei Grinderman zu hören. Zufälligerweise erinnert mich dieses Cramps'sche Album an Grinderman. Nicht weil das Cave'sche Projekt durchaus an Cramps erinnert und vice versa, sondern weil die Themen/Texteauswahl durchaus ähnlich ist. Also, nicht zu 100%.


Wie man mittlerweile wissen sollte haben sich The Cramps mittlerweile komplett von Horror/B-Movie-Thematik entfernt und machen inzwischen irgendwas völlig obskures, sexgeladenes mit völlig merkwürdigen Lyrics. Musikalisch bleiben wir bei dieser Mischung aus Garage Rock, Punkrock und...nunja Rock'N'Roll. Die Texte sind, wie gesagt, unfassbar obskur und merkwürdig. So geht es in "I Wanna Get In Your Pants" darum...jemanden sexuell attraktiv zu finden. Und ich komme nicht drauf, worauf dieses Lied eine Hommage sein soll. Die Melodie erinnert mich an irgendwas a lá "Sugar" oder irgendeinen anderen spät-50er-Jahre Song. Der dominante Opener "Dames, Booze, Chains and Boots" ist im Prinzip der perfekte Aufmacher, der direkt offenbart worum es hier gehen wird. "Miniskirt Blues" featuret Iggy Pop. Seine Stimme als auch die von Lux Interior ergänzen sich dabei wirklich großartig. Iggy passt tatsächlich zur Band und wäre sicherlich auch weitestgehend eine absolute Ergänzung gewesen. Einer der besten Songs hierauf ist das Cover von "The Strangeness in me" (im Original von The Runabouts). Es ist ein großartiger Tribut an ein merkwürdiges, depressives Gefühl der Leere. Zumindest interpretiere ich das.

Irgendwie seltsam. The Cramps machen keine Songs mehr über B-Movies, hören sich aber mehr an wie der Soundtrack zu einem Gritty B-Horror-Movie in welchen irgendwelche Halunken in ihrem abgefuckten Auto quer durch die USA reisen, Menschen ausrauben, bis sie auf Vampire treffen oder so. Ich weiß nicht (mehr) ob es eine filmische Umsetzung von "American Vampire" gab, aber wenn es die noch nicht gibt, wäre das ein guter Soundtrack.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dames, Booze Chains and Boots, I Wanna Get In Your Pants, Miniskirt Blues, The Strangeness In Me


Donnerstag, 1. Oktober 2026

Film der Woche#698: Stargate (1994)

Kaum zu glauben, aber wahr: Ich habe noch nie "Stargate" gesehen, geschweige denn irgendeine der Serien-Fortsetzungen. Ich wusste, dass irgendwann Richard Dean Anderson (aka McGyver) mitgespielt hat, aber sonst nichts. "Stargate: Atlantis" lief irgendwann auf RTL2(?) oder so und ich habe nichts davon verstanden. Aber egal. Hier ist er nun, der erste Film - und vllt. werden noch weitere Reviews irgendwann folgen. Wahrscheinlich werde ich mir irgendwann in naher Zukunft die restlichen Filme plus jeweils eine Folge von jeder Serie reinziehen. Aber das ist erstmal Zukunftsmusik.

Wir befinden uns in der Gegenwart des Jahres 1994 (oder so). Dr. Daniel Jackson (James Spader) ist Ägyptologe und hat für die damalige Wissenschaftswelt äußerst wirre Thesen über die Pyramiden. Seiner Meinung nach sind sie deutlich älter als bisher angenommen und evtl. von jemand anders erbaut als von den Ägyptern. Seine Thesen werden verlacht, er gilt als Witzfigur. Irgendwann wird ihm auch sein Lehrauftrag entzogen - allerdings hat ihm bereits das Militär im Visier. So kriegt er einen Auftrag

von etwas anderer Art. In einer geheimen militärischen Anlage befindet sich ein 1928 in Ägypten gefundenes Artefakt. Jackson schafft es eine Reihe von Hieroglyphen zu übersetzen, was bis jetzt niemand geschafft hat. Offenbar handelt es sich beim Artefakt um ein "Stargate", ein Portal das von Außerirdischen erbaut wurde und das in der Lage ist jemanden zu einer anderen Galaxie zu transportieren. Und all das ohne Zeitverlust. Lange Rede, kurzer Sinn: Jackson wird Teil einer militärischen Mission. Durch weitere Recherche schafft man es, das Portal zu aktivieren. Der Ägyptologe reist mit einem Haufen Militärs, angeführt von General Jack O'Neill (Kurt Russell) durch das Portal zu einem anderen Planeten. Dieser ist von einer Wüste bedeckt (man erinnere sich an ein gewisses anderes Franchise). Schon bald stellen sie fest, dass die Einheimischen Menschen sind, wie auf der Erde. Allerdings sprechen sie eine unbekannte Sprache die entfernt an Koptisch erinnert. Jackson findet raus, dass sie alle Sklaven des ägyptischen Gottes Ra sind. Dieser brachte den alten Ägyptern einst seine Technologie bei und verschleppte Sklaven zu seinem Planeten. Allerdings gab es irgendwann einen Aufstand, wobei das Tor für immer begraben wurde. Um es noch mal kurz zu halten: Jackson und die Soldaten werden kurzerhand zu Schlüsselfiguren in der Befreiung des Planeten aus der Sklaverei.

Böse Zungen würden behaupten, hier gehe es darum, dass die Amerikaner berechtigerweise Kriege anfangen um "angeblich" die einheimische Bevölkerung zu befreien. Allerdings ist das nicht wahr. Viel eher geht es um eine neu entstandene Freundschaft bzw. ein Bündnis zwischen Völkern und einen gemeinsamen Aufstand gegen einen grausamen Despoten, der nichts anderes im Sinn hat als sein ewiges Leben fortzuführen und noch mehr Unterdrückung zu säen. Aus heutiger Sicht ist "Stargate" vielleicht doch nicht so intellektuell wie gedacht - allerdings gleichzeitig auch nicht so action überladen, dass es einem übel wird. Die Idee ist vielleicht äußerst wirr auf dem ersten Blick: Aliens die Pyramiden mitaufgebaut haben. Ein Sternentor in eine andere Galaxie. Ein außerirdischer Despot, der Menschen versklavt. Später in den Serien wird die Idee von Göttern, die Menschen versklaven noch weiter ausgeschlachtet. Meiner Meinung nach ist der Film eine Art Umsetzung einer wilden Theorie - allerdings in etwas "gesitteter" und "wissenschaftlicher". Jedenfalls, eine willkommene Abwechslung zu all den schnell geschnittenen, wirren Actionfilmen die heutzutage in die Kinos kommen.

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: