Sonntag, 5. Juli 2026

Film der Woche#685: Meshes of the Afternoon (1943)

Wichtige Info zuerst:
Es gab nach der Blogpause im April einen kleinen organisatorischen Fehler. Aus Versehen habe ich die Pause eine Woche länger durchgezogen. Somit ist das "Album der Woche", "Comic Book Review" und "Film der Woche" die in der ersten Maiwoche erscheinen sollten, erst eine Woche später erschienen. Logischerweise hat sich dann alles verschoben. Damit ich nicht Anfang Oktober (den Halloween-Monat SHOCKTOBER wohlgemerkt) nicht immer noch "normalen" September-Content veröffentliche, habe ich beschlossen diesen Fehler JETZT auszubügeln. Und zwar erscheinen in der Woche vom 29.06.-05.07.2026 ganze zwei "Alben der Woche", zwei "Comic Book Reviews" und zwei "Filme der Woche". Das hier ist der zweite "Film der Woche". Here we go:

Ich weiß nicht genau, wie ich auf diesen Film kam. Kann gut sein, dass ich eine Aufnahme von einer mysteriösen Gestalt mit einem Spiegel als Gesicht irgendwo in irgendeinem Social-Media-Posting gesehen habe und das mein Interesse geweckt hat. Bei der Sichtung fiel mir ein, dass jemand aus meinem Verwandtenkreis etwas Ähnliches in seinem Leben schon mal gesehen hat - und sich nicht sicher war ob es ein Traum, eine Halluzination oder Realität gewesen ist. Kann gut sein, dass die besagte Person einfach nur diesen Film gesehen hat. I don't know.


Ein Werk des Regisseurs Alexander Hackenschmied und der Regisseurin Maya Deren, rausgekommen im Jahre 1943. Zählt bis heute als eines der inspirierendsten Werke des Experimental/Avantgarde-Films unter anderem für solche Größen des Filmgenres wie David Lynch. Ich sehe hier ganz eindeutig Elemente des Lynchismus. Die beiden spielen hier auch die Hauptrollen, die keine zugeordneten Namen haben außer "Mann" und "Frau". Tatsächlich waren Deren und Hackenschmied auch verheiratet und die Tatsache, dass Deren alleine die Hauptverantwortung für das Werk zugeschrieben wurde hat die Ehe stark belastet. Der Film ist komplett stumm, es existiert allerdings auch eine Version aus dem Jahre 1959 die mit Musik des Komponisten Teiji Ito unterlegt ist. Genau diese habe ich gesehen und war tatsächlich leicht fasziniert. Mir gefällt die wackelige Kameraführung sehr als auch die dauernde Wiederholung von Sequenzen, die einem das Gefühl nahe legt, dass es sich hier tatsächlich um einen verfilmten Traum handelt bzw. dass man selbst im Traum von jemand anders zu Gast ist. Mir gefallen auch die verschiedenen Methoden die hier angewendet werden: Split Screening, Slow Motion. Der Traum gibt einen den Eindruck als ob die darin dargestellte Träumerin nicht weiß wo sie ist, wo sie hingehört und auf der Suche nach etwas oder jemanden ist der ihr aus ihrer Situation raus helfen kann. Allerdings gelangt sie immer wieder auf eine unsichtbare Grenze, die sie immer wieder in eine "Wiederholung" schickt. So trifft sie sich selbst wieder und das nicht nur ein oder zwei mal. Es ist eine Art visuelle Darstellung von einem beklemmenden Gefühl, einer Depression. Der wiederholte Versuch, einen Ausweg zu finden, der immer wieder scheitert und man dabei jedes mal aufs neue sich selbst begegnen muss. 

Ich habe die Handlung hier schon quasi beschrieben, also mache ich das nicht noch mal. Deswegen: Entschuldigt, falls es kein 08/15 Review mit Einleitung/Handlung/Fazit ist. Ich dachte mir mal, ich schreibe fix das auf, was ich über den Film so denke. 

9/10 Pfandflaschen
Trailer:




Samstag, 4. Juli 2026

Comic Book Review#683: Judge Dredd: Luna-1 (2015)

Wichtige Info zuerst:
Es gab nach der Blogpause im April einen kleinen organisatorischen Fehler. Aus Versehen habe ich die Pause eine Woche länger durchgezogen. Somit ist das "Album der Woche", "Comic Book Review" und "Film der Woche" die in der ersten Maiwoche erscheinen sollten, erst eine Woche später erschienen. Logischerweise hat sich dann alles verschoben. Damit ich nicht Anfang Oktober (den Halloween-Monat SHOCKTOBER wohlgemerkt) nicht immer noch "normalen" September-Content veröffentliche, habe ich beschlossen diesen Fehler JETZT auszubügeln. Und zwar erscheinen in der Woche vom 29.06.-05.07.2026 ganze zwei "Alben der Woche", zwei "Comic Book Reviews" und zwei "Filme der Woche". Das hier ist das zweite "Comic Book Review". Here we go:

Eine weitere Leihgabe vom Kollegen M. Danke dafür. Diesmal wurden die Stories ursprünglich in den Ausgaben 42-58 des britischen Comic-Magazins "2000AD" veröffentlicht. Tatsächlich ist mir mittendrin aufgefallen, dass ich sie schon mal gelesen habe. Ich darf nämlich die erste Ausgabe von "Judge Dredd: The Complete Case Files" mein Eigen nennen. Darin sind die Comics aus den "2000AD"-Ausgaben 2 bis 60 enthalten. Allerdings finde ich, dass man das hier durchaus besprechen darf weil ich es zuvor nur grob angerissen habe.

In der Ausgabe 42 kriegt Judge Joe Dredd mitgeteilt, dass er für ein halbes Jahr woanders gebraucht wird. So verfrachtet man ihm auf die menschliche Kolonie auf dem Mond. Dort darf er ein halbes Jahr lang den Marshall spielen und für Zucht, Ordnung und Gesetz sorgen. Sein treuer Diener, der Roboter Walter (der mit dem Sprachfehler, er kann kein "R" aussprechen) schleicht sich in eines seiner Koffer

und kommt auf diese Weise auch mit, obwohl Dredd es ihm untersagt hat. Was den Cop aus Megacity One hier nun erwartet, ist nicht viel anders als auf der Erde. Eine korrupte Organisation, die gefühlt die Hälfte aller unternehmen hier verschluckt. Man treibt einen Mitarbeiter dermaßen in den Wahnsinn, dass er Amok läuft. Doch JD erschießt ihn nicht, sondern nur so leicht ins Bein weißte, damit er verhaftet werden kann. Grund: Der Sohn des Amokläufers sieht zu und macht sich sorgen. Viel wichtiger als das, als auch irgendwelche Banküberfalle die von Leuten begangen werden, deren Gesichter mithilfe einer Maschine verändert werden können ist die Story der Mond-Olympiade. Mehrere Länder nehmen teil, darunter auch die Sowjetunion bzw. die "Soviet Cities", wie man sie in der Zukunft nennen wird. Es gibt einen Anschlag auf einen sowjetischen Sportler, sodass die Sowjetunion einen Krieg erklärt. Zum Glück werden Kriege in der Zukunft nur noch in Kleinstgruppen von 4 Männern geführt und von der Öffentlichkeit als eine Art Sport betrachtet. Genau das schmeckt Judge Dredd aber nicht. Menschen sind wegen nichts und wieder nichts drauf gegangen und man sieht das als Amusement. Kein Wunder, dass er dem "Sportkommentator" das Mikrofon in die Fresse stopft.

Es ist ein interessantes Kapitel. Eins dass eine Gesellschaft beleuchtet, die noch mal ein kleines Bisschen bekloppter ist als die auf der Erde in den Mega Cities. Weil mehr Korruption und weniger Schwerkraft. Es ist keine einheitliche Story sondern mehrere voneinander unabhängige Kapitel, die allesamt zu der Zeit spielen als Judge Dredd Marshall der Mondkolonie wurde. Durchaus witzig, over the top und höllisch gut gezeichnet. Vor allem von Brian Bolland und Ian Gibson. Die Sachen von Mick McMahon gefallen mir etwas weniger. Geschrieben wurde alles von Schöpfer John Wagner. Mir hat es schon enormen Spaß gemacht, allerdings bevorzuge ich die Stories die wie ein riesiger Fortsetzungsroman sind.

7/10 Pfandflaschen
Hier ein Review von wyrmberg malcolm zu den Complete Case Files#1:


Freitag, 3. Juli 2026

Album der Woche#687: Дельфин - Не в фокусе (1997)

Wichtige Info zuerst:
Es gab nach der Blogpause im April einen kleinen organisatorischen Fehler. Aus Versehen habe ich die Pause eine Woche länger durchgezogen. Somit ist das "Album der Woche", "Comic Book Review" und "Film der Woche" die in der ersten Maiwoche erscheinen sollten, erst eine Woche später erschienen. Logischerweise hat sich dann alles verschoben. Damit ich nicht Anfang Oktober (den Halloween-Monat SHOCKTOBER wohlgemerkt) nicht immer noch "normalen" September-Content veröffentliche, habe ich beschlossen diesen Fehler JETZT auszubügeln. Und zwar erscheinen in der Woche vom 29.06.-05.07.2026 ganze zwei "Alben der Woche", zwei "Comic Book Reviews" und zwei "Filme der Woche". Das hier ist das zweite "Album der Woche". Here we go:

Um es in lateinischen Buchstaben auszudrücken: Das Album heißt "Ne w fokuse" also "Nicht im Fokus". Es ist das erste Solo-Album des russischen Künstlers Andrey Lysykov aka Delfin. Oder Dolphin, um es auf Englisch auszudrücken. Lysykov war ursprünglich Breakdancer (und Matrjoschka-Verkäufer) auf dem berühmten Arbat in Moskau und gleichzeitig auch Mitglied und Hauptsongwriter der Alternative Rock Band "Dubovyi Gaaj" (auf Deutsch "Eichenlaub), die schon Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger Rap-Elemente in ihre Songs eingebracht hat. Doch das Projekt wurde unterbrochen, weil...Lysykov Mitglied in einer Boyband wurde. Diese hieß "Maltschischnik" ("Junggesellenabschied"). Er selbst war auch da Hauptsongwriter und hat radikal die musikalische Ausrichtung verändert. So wurde aus einer Boyband eine provokative Rapcrew mit anstößigen, sexuell anrüchigen Lyrics. Der Song "Sex Non-Stop" war eine gewollte, stumpfe Provokation. Die Öffentlichkeit war schockiert und die Aufmerksamkeit war da. Ursprünglich sollte "Ne w fokuse" ein weiteres Album der Gruppe werden. Allerdings sind die beiden anderen Mitglieder, Mutabor und Den, eher selten im Studio aufgetaucht und überhaupt war man am Ende der Meinung, dass die Band sowieso hin ist. So hat Delfin das meiste aufgenommen und der Rest wurde verworfen. Auf diese Art entstand sein erstes Solo-Album.

Es handelt sich um ein Hip-Hop-Album mit Elementen von Trip-Hop. Der Titel ist eine Anspielung auf die Tatsache, dass Menschen die Drogen konsumieren sich nicht "im Fokus" befinden. Ihre Aufmerksamkeit gilt anderen Dingen, sie sind geistig nicht wirklich da. Der Opener des Albums, "Diler" ("Dealer") zeigt alles aus der Perspektive eines Drogendealers. Es heißt, zusammengefasst: "Oh ja, ich bin ein fieser Typ, doch ich kann mir das erlauben (...) du wirst mir all dein Geld geben und mich

angucken, als wäre ich so ein Arschloch (...)". Oder im Grunde: Ich bin schlecht für dich, doch du wirst immer wieder kommen und du kannst nicht anders. "Wojna" ("Krieg") handelt von einem inneren Krieg gegen sich selbst. "Delfin" ist eine Art Metapher auf Lysykovs Leben und erzählt eigentlich die Story vom Leben des letzten Delfins in einem Ozean. "Ja lyublyu ljudej" ("Ich liebe Menschen") ist ein Disstrack gegen all diese Leute die "einen in einer merkwürdiger Weise Danke sagen" bzw. "viel zu viel von sich selbst halten". Der Song ist voll mit Beleidigungen und als dieser das erste Mal live performt wurde, war ein Fernsehsender dermaßen schockiert, dass er viel zu spät die Übertragung abgebrochen hat. 

"Ne w fokuse" bietet typischen Hardcore Rap der in den 1990ern in Russland populär war. Allerdings ohne jegliche Poserscheiße oder "Gangster"-Getue. Viel eher beschäftigt sich Lysykov mit persönlichen Geschichten die er mal mehr mal weniger direkt verwurstet. Die Beats sind mal trip-hop-chillig mal "rock"-artig bzw. gitarrenlastig. Entweder rappt er ebenfalls auf eine entspannte, fast schon apathische Art oder allerdings auf eine passiv-aggressive. Man merkt ganz eindeutig, dass das Album beinahe in Eigenregie entstanden ist und er einfach das gemacht hat, worauf er Lust hatte. Bis heute ist Delfin zwar ein anerkannter Künstler, allerdings kein Teil irgendeiner russischen "Künstler-Elite". Das heißt, dass er bis jetzt keine direkten, eindeutigen Worte über den Angriff Russlands auf die Ukraine gefunden hat. Zwischen den Zeilen, in früheren Interviews, merkt man aber eindeutig dass er gegen eine Militarisierung der russischen Gesellschaft ist. Ein wirklich herausragendes Lo-Fi-Album, dass trotzdem höllisch gut produziert klingt. 

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Ja lyublyu lyudej, Diler, Vera, Wojna


Donnerstag, 2. Juli 2026

Mittwoch, 1. Juli 2026

Film der Woche#684: L’Année dernière à Marienbad (1961)

In Deutschland bekannt als "Letztes Jahr im Marienbad", wobei der Film nicht in Marienbad (damals Tschechoslowakei) gedreht wurde sondern in Deutschland. Der Film ist ein Versuch des Regisseur Alain Resnais einen Film nach dem Schema Nouveau Roman zu drehen. Also, der Film ist keine Verfilmung eines Buches sondern ein eigenständiges Werk mit eigenständigen Drehbuch. Allerdings ist dieses Drehbuch wie ein Nouveau Roman geschrieben.

Die Handlung spielt sich in einem Grand Hotel ab. Wo genau, in welchem Land, das wird nicht wirklich klar gestellt. Zunächst mal kriegen wir mit wie ein Mann genaustens beschreibt, wie er schon oft durch die barocken Räume des Hotels gegangen ist. Das Ganze mündet in einem Theaterstück dass von

Hotelgästen angesehen wird. Darin versucht ein Mann eine Frau zu überzeugen, mit ihm mitzugehen und ein neues Leben anzufangen. Tatsächlich fokussiert sich die Handlung daraufhin auf ein ähnliches Szenario. Ein Mann (Giorgio Albertazzi) versucht eine Frau (Delphine Seyrig) zu überzeugen, dass sie sich letztes Jahr in diesem Hotel getroffen haben. Außerdem soll er sie überredet haben, ihren Partner zu verlassen und mit ihm ein neues Leben anzufangen. Sie hat ihm das versprochen. Doch sie kann sich absolut nicht daran erinnern oder hat es komplett verdrängt. Vielleicht war es auch ein harmloser Flirt und sie bereut ihr Verhalten - möchte das aber nicht zugeben. Immer wieder fordert der Typ den Partner der Frau zu einem Nim-Spiel heraus.

Es ist nicht klar, was von der Handlung tatsächlich Vergangenheit oder Gegenwart ist, was in einer Fantasie und was in der Realität stattfindet. Insgesamt wirkt der Film auf mich wie eine Umsetzung eines Versuchs von Gaslighting bzw. eines aufdränglichen Typen eine Frau "zu verführen". Alles in allem eine sehr kryptische Angelegenheit, gefüllt mit seltsamen Dialogen, die die Schauspieler erscheinen lassen als wären sie in einem Traum. Generell bewegen sich diese ganzen Figuren auch so. Es fiel mir im Grunde genommen schwer, mich in diesem Film einzufinden. Ein durchaus merkwürdiges Erlebnis. Ich mochte allerdings die Kulissen und die Aufnahmen der einzelnen Orte. Das war wirklich sehr gut. Da ich nicht komplett durchgestiegen bin und den Film aber nicht schlecht fand, entziehe ich mich dieses eine Mal der Bewertung.

Keine Bewertung 

Trailer: