Ich habe irgendwann letztes Jahr die Karte auf Raten gekauft und ich war sehr froh nicht die Sitzplatzoption ausgewählt zu haben. Eigentlich kaufe ich gar nichts auf Raten und es bleibt auch so. Aber dafür hat es sich echt gelohnt.
Zunächst mal: die Woche war durchaus anstrengend und am Samstag habe ich bei einem großflächigen Umzug von Genossin V und Genosse M mitgeholfen. Trotz dessen wollte ich Abends noch unbedingt auf das Konzert, auch wenn ich relativ fertig war. Irgendwie haben mir diese ganzen Anstrengungen aber gut getan. Insgesamt war ich ziemlich im Eimer, aber zufrieden.
Als ich aus der U-Bahn gestiegen bin, habe ich ziemlich schnell gemerkt wo die Schlange ist. Dann habe ich aber gemerkt, wo das andere Ende ist. Es war mindestens ein Kilometer, also ging es weiter
rein in diesen Westfalenpark und irgendwo ein Gebüsch finden, damit diese ganzen Leute mir nicht beim Pissen zusehen können. Kaum in der Schlange angestellt, bewegten wir uns ziemlich schnell fort. Irgendwann kamen die typischen Rufe: "Wodka, Whisky, Jägermeister!", "Leergut!", "Tickets?!" usw. usf. Ich bin durchaus schnell drin gewesen und hatte kein Bock mich extra in der Garderobenschlange anzustellen. Also ging mein Jutebeutel mit und ich habe gehofft, einen Platz rechts neben der Bühne zu ergattern. Tatsächlich war das dann so. Ich war, trotz der Gigaschlange vorhin, ganz vorne und konnte mir (auf Zehenspitzen wohlgemerkt) alles angucken.
Als ich aus der U-Bahn gestiegen bin, habe ich ziemlich schnell gemerkt wo die Schlange ist. Dann habe ich aber gemerkt, wo das andere Ende ist. Es war mindestens ein Kilometer, also ging es weiter
rein in diesen Westfalenpark und irgendwo ein Gebüsch finden, damit diese ganzen Leute mir nicht beim Pissen zusehen können. Kaum in der Schlange angestellt, bewegten wir uns ziemlich schnell fort. Irgendwann kamen die typischen Rufe: "Wodka, Whisky, Jägermeister!", "Leergut!", "Tickets?!" usw. usf. Ich bin durchaus schnell drin gewesen und hatte kein Bock mich extra in der Garderobenschlange anzustellen. Also ging mein Jutebeutel mit und ich habe gehofft, einen Platz rechts neben der Bühne zu ergattern. Tatsächlich war das dann so. Ich war, trotz der Gigaschlange vorhin, ganz vorne und konnte mir (auf Zehenspitzen wohlgemerkt) alles angucken.
Den Anfang machten Drug Church. Habe noch nie von dieser Band gehört. Na gut, vielleicht habe ich den Bandnamen irgendwo gelesen, aber ich bin nicht in den Genuss des Musikhörens gekommen. Was mich dann erwartet hat war eine Art Mischung aus Hardcore Punk und Seattle Sound. Sprich Hardcore Shouts und Grunge Gitarren. Oder um es super professionell auszudrücken: Post Hardcore mit Grunge Kante. Durchaus genießbar, zu Beginn schien mir alles erstmal zu verkrampft doch es dauerte nicht lange, bis die Band sich warm gespielt hat und das Publikum begeistern konnte. Immer wieder nett, wenn Bands dazu aufrufen aufeinander im Pit aufzupassen usw. usf. Ziemlich kurzer Auftritt (20-25 Minuten?) leider.
Ich habe beinahe vergessen, wer als nächstes auftreten wird. Nämlich gottverdammtnochmal Denzel Curry. 2019 habe ich sein Album "ZUU" reviewt und seitdem keinen Song mehr gehört. Umso überrascht war ich dann als er sein Set mit "RICKY" angefangen hat. Mir war es dann auch völlig egal ob es komisch wirkt, dass irgendso n bärtiger, langhaariger Typ mit Mayhem-Patch auf der Jacke zu Florida-Rap fast ausrastet. Leider konnte ich mich an keinen anderen Song erinnern - vielleicht weil sie jünger als 2019 waren - dafür aber an "Ultimate" und an das Cover von "Bulls On Parade", das zum Schluß kam. Mit Denzel Curry kamen auch die absolut weirden Video-Einblendungen. Während bei Drug Church noch das Bandlogo immer wieder auf und abtauchte zeigte man hier unter anderem einen sehr dicken halbnackten Mann der in einer Art Deep Fried Meme auftaucht und seine Haut purpur gefärbt war, sodass er wie Barney der Dinosaurier ausgesehen hat. Spannend. Ich find's nur noch spannend zu dem Zeitpunkt und habe enormen Spaß.
Und dann irgendwann eine halbe Stunde später nach Denzel Curry betreten diese Shoegaze/Nu Metal Veteranen die Bühne und alles ist noch tausend mal besser. Deftones spielen mehrere Klassiker wie "Be Quiet And Drive (Far Away)", "Change (In The House Of Flies)" als auch "7 Words". Allerdings auch "neuere" Sachen wie "Hole In The Earth". Auf "Back To School" hat man komplett verzichtet, ich habe auch "Minerva" leider nicht gehört. Das hat mir tatsächlich sehr gefehlt. Ansonsten kann ich absolut nicht meckern. Ich mein, man hat als Band ja auch durchaus die Schnauze voll davon, gewisse Songs zu spielen. Jedenfalls ist sehr viel positive Energie da. Chino Moreno ist der Alternative Michael Jackson, wie er sich auf der Bühne bewegt und super viel Spaß hat. Dazu kommen noch die interessanten Visuals die auf der Leinwand hinter der Band mit den Aufnahmen der Band in Echtzeiten kombiniert werden. So sehen wir (mal wieder) Deftones in einer Art Crispy Deep Fried Meme Filter als auch irgendwelche Ausschnitte aus einem sowjetischen Cartoon, Wellen eines Ozeans die auf einen Strand einschlagen usw. usf. Das Publikum ist durchaus in Ordnung. Eine Mischung aus älteren Semestern (bärtiger Typ mit Brille und Cap aka Mark Forster in alt aka Sido) und jüngeren Semestern, die ich erstmal pauschal als TikTok Goths bezeichne. Allerdings ist es vollkommen egal, aus welchen Zusammenhängen diese jungen Leute Deftones kennen - denn sie sind gekommen um sie zu sehen und können ALLES mitsingen. Sie sind enthusiastisch und froh darüber, hier zu sein. Das freut mich wirklich enorm. Für mich hat sich ein kleines Träumchen erfüllt. Fühle mich irgendwie wie bei dieser "Anger Management"-Tour mit Limp Bizkit, Eminem, XZibit und Papa Roach. Nur dass ich damals natürlich nicht dabei war - das hier ist der Ersatz dafür für mich.
Trauerkundgebung für Alexej Navalny am 15.02.2026 in Düsseldorf
Ich war schon ziemlich lange bei keiner Kundgebung von "Freies Russland NRW" und dies schien mir die optimale Gelegenheit zu sein irgendwie mich auszudrücken. Dies ist ganz wichtig im heutigen politisch wahnsinnigen Zeitalter. Der 16.02.2024 ist der Tag gewesen an dem Navalny in Haft gestorben ist. Der Putin/Kremlkritiker wurde einst nach einem Giftanschlag und seiner Rückkehr von Berlin nach Moskau verhaftet und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Vor zwei Jahren hat man ihm im Gefängnis umgebracht, behauptete aber er starb aufgrund einer "Komplikation". Mittlerweile sind mehrere europäische Laboratorien einig, dass er mit Gift eines Pfeilgiftfrosches vergiftet wurde. Ich
muss sagen, dass ich kein großer Navalny-Fan war. Ich sah einige seiner Aussagen durchaus kritisch - mehr als kritisch. Ich würde behaupten, dass Navalny in seiner Vergangenheit nationalistisch agitiert hat und einige Dinge gesagt hat, die gar nicht klar gingen. Zum Beispiel über die Halbinsel Krim die nicht einfach so zurück gegeben werden darf, man müsse ein richtiges Referendum abhalten. Oder die Behauptung Georgier wären Nagetiere. Das sind alles Sachen, die gesagt wurden und gar nicht in Ordnung waren. Ich muss allerdings sagen, dass ich festgestellt habe dass er sich während seines Knastaufenthalts verändert hat. Er sagte, dass die Grenzen von 1991 wieder hergestellt werden müssen, also im Grunde dass die Ukraine die Krim wieder zurück bekommen soll (und andere besetzte Gebiete auch). Er verurteilte den Krieg auch eindeutig - sogar vor Gericht, auch wenn ihm das wahrscheinlich weitere Strafen eingebracht hat. Trotz meiner Kritik an ihm bin ich allerdings immer noch der Meinung dass kein "politischer Gegner" in ein Gefängnis gehört - bloß weil er einer anderen politischen Meinung ist. Wir haben uns also versammelt, nicht nur um ihn zu trauern sondern auch um uns als auch andere zu ermutigen, irgendwie weiter zu kämpfen. Auf die Straße zu gehen, Spenden zu sammeln - egal ob für (Rettungs)Drohnen, Hitzegeneratoren, medizinische Hilfe oder viele andere Sachen. Es ist, so klischeehaft das auch klingt, immer noch verdammt wichtig ein politisches Zeichen zu setzen, zu zeigen dass es Gleichgesinnte gibt. Übrigens: Falls ihr Lust habt die Spendenaktion "Energy For Life" zu unterstützen (wir sammeln Elektrogeneratoren für verschiedene Institutionen in der Ukraine) so klickt auf den PayPal-Link. Jede Spende, egal wie klein oder groß, ist willkommen.
muss sagen, dass ich kein großer Navalny-Fan war. Ich sah einige seiner Aussagen durchaus kritisch - mehr als kritisch. Ich würde behaupten, dass Navalny in seiner Vergangenheit nationalistisch agitiert hat und einige Dinge gesagt hat, die gar nicht klar gingen. Zum Beispiel über die Halbinsel Krim die nicht einfach so zurück gegeben werden darf, man müsse ein richtiges Referendum abhalten. Oder die Behauptung Georgier wären Nagetiere. Das sind alles Sachen, die gesagt wurden und gar nicht in Ordnung waren. Ich muss allerdings sagen, dass ich festgestellt habe dass er sich während seines Knastaufenthalts verändert hat. Er sagte, dass die Grenzen von 1991 wieder hergestellt werden müssen, also im Grunde dass die Ukraine die Krim wieder zurück bekommen soll (und andere besetzte Gebiete auch). Er verurteilte den Krieg auch eindeutig - sogar vor Gericht, auch wenn ihm das wahrscheinlich weitere Strafen eingebracht hat. Trotz meiner Kritik an ihm bin ich allerdings immer noch der Meinung dass kein "politischer Gegner" in ein Gefängnis gehört - bloß weil er einer anderen politischen Meinung ist. Wir haben uns also versammelt, nicht nur um ihn zu trauern sondern auch um uns als auch andere zu ermutigen, irgendwie weiter zu kämpfen. Auf die Straße zu gehen, Spenden zu sammeln - egal ob für (Rettungs)Drohnen, Hitzegeneratoren, medizinische Hilfe oder viele andere Sachen. Es ist, so klischeehaft das auch klingt, immer noch verdammt wichtig ein politisches Zeichen zu setzen, zu zeigen dass es Gleichgesinnte gibt. Übrigens: Falls ihr Lust habt die Spendenaktion "Energy For Life" zu unterstützen (wir sammeln Elektrogeneratoren für verschiedene Institutionen in der Ukraine) so klickt auf den PayPal-Link. Jede Spende, egal wie klein oder groß, ist willkommen.




