Mittwoch, 11. Februar 2026

Film der Woche#669: The Decline of Western Civilization, Part II: The Metal Years (1988)

Und schon sind wir beim zweiten Teil der Reihe angekommen, den ich tatsächlich bis jetzt nicht gesehen habe. 

Der Titel ist leicht irreführend. Schließlich geht es hier zwar auch um Heavy Metal, aber größtenteils stehen Hair Metal Bands im Fokus die jetzt nicht wirklich "Heavy" im ursprünglichen Sinne sind. Aber egal. Ähnlich wie im ersten Teil werden bei einem Auftritt die Warnungen vorgelesen, dass die Konzerte zu Dokumentationszwecken aufgenommen werden. Danach geht es ähnlich zu wie im ersten Teil. Regisseurin Penelope Spheeris dokumentiert eine bestimmte Szene. Und zwar die von Los Angeles in den Jahren 1987-1988. In den Interviews glänzen zu dem Zeitpunkt bereits Veteranen des Hard Rocks wie Paul Stanley und Gene Simmons (beide KISS), Ozzy Osbourne (ex-Black Sabbath), Steven Tyler und Joe Perry (beide Aerosmith) und Alice Cooper. Darüber hinaus kommen noch sehr junge
Bands zu Wort wie Faster Pussycat, Seduce, Odin, London, Tuff, W.A.S.P. als auch die einzige All-Female-Band Vixen. Während die Alteingesessenen darüber sprechen, dass es keine gute Idee war irgendwann so viele Drogen und Alkohol zu konsumieren und dass sie jetzt froh darüber sind, viel Geld und ein sicheres Zuhause zu haben, sind die jüngeren unter den Interviewten fest davon überzeugt dass sie es "schon irgendwann schaffen werden ein Rockstar zu sein". Ohne jeglichen Backup-Plan. Und wenn alles nicht klappt, dann scheiß drauf. Während Ozzy Osbourne in seiner "verrückte Hausfrau Ära", KISS und Aerosmith grade mal so irgendwie in das Glam Metal Schema passen, ist das bei Megadeth bzw. Dave Mustaine nicht der Fall. Er will einfach nicht ins Schema passen, weil die Texte seiner Band sich nicht um Sex und Drogen drehen. Ähnlich sieht es aus bei Lemmy von Motörhead.

"The Metal Years" wurde kontrovers diskutiert. Es ist nämlich bekannt dass Elemente von zwei Szenen, nämlich das Interview mit Chris Holmes von W.A.S.P., als auch ein Teil des Ozzy-Interviews gefaket sind. So übertreibt Holmes ganz offensichtlich indem er sich Vodka ins Gesicht schüttet. In einer in der Post-Produktion manipulierten Szene sieht man wie eine Hand (die scheinbar Ozzy Osbourne gehört) Orangensaft verschüttet (bitte keine Money Boy Anspielungen). Ansonsten hat man über diesen Film behauptet, dass er teilweise daran Schuld ist, dass die Glam/Sleaze Metal Szene schlußendlich untergegangen ist und Thrash Metal als auch Grunge am Ende die Oberhand hatten. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Sicher, einige haben das gesehen und dachten sich "meine Fresse, was sind das nur für Vollidioten die nur Titten, Drogen und Sex mit Minderjährigen" im Kopf haben, sodass sie erst recht nichts damit zu tun haben wollten. Andererseits war diese Szene bereits eh schon dabei sich zugrunde zu richten. Alleine durch den ewig währenden Drogen- und Alkoholkonsum. Kein Wunder dass härtere und etwas klügere Bands wesentlich erfolgreicher waren. Nicht jeder im Film interviewte Musiker ist hier ein Vollidiot. Ozzy, Lemmy und Alice Cooper wirken tatsächlich am vernünftigsten. Die ganzen weiblichen Protagonistinnen scheinen auch einen wesentlich vernünftigeren Plan von der Zukunft zu haben - im Gegensatz zu den Männern. Zumindest die meisten. Es gibt hier allerdings genauso Frauen die nur Sex und Rock'N'Roll im Kopf haben. Interessant ist auch, wie androgyn die Männer ausgesehen haben und wie attraktiv das auf Frauen gewirkt hat. Der Film ist keine "Fortsetzung" vom ersten Teil in dem Sinne, dass er an die Handlung ansetzt. Er zeigt L.A. aus einer anderen Sicht. Diesmal steht nicht die Gewalt in der Szene im Vordergrund sondern Sex und Drogen. Es ist ein Fest des Kringelns. Vieles hier gesagte, geht einfach gar nicht klar - ähnlich wie im ersten Film. Allerdings ist es nun mal ein Zeugnis der damaligen Zeit. Und das ist nun mal so.

7/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 10. Februar 2026

Comic Book Review#667: Skybound X#1 (2021)

Im Pandemie-Jahr 2020 wurde "Skybound Entertainment", die Firma die bei Image Comics solche Titel wie "The Walking Dead" und "Invincible" veröffentlicht hat, ganze zehn Jahre alt. Da aber, wie wir wissen, das passiert ist was passiert ist, verzögerte sich die Jubiläumsfeier um ein Jahr. Folglich hat man im Jahr 2021 eine fünfteilige Reihe namens "Skybound X" rausgebracht. Eine wöchentliche Anthologie-Reihe, ähnlich wie "Dark Horse Presents" in den 1980ern/1990ern die die besten Reihen noch mal präsentiert bzw. um Bonus-Stories erweitert. In der ersten Ausgabe hat man es mit The Walking Dead, Ultra Mega und Manifest Destiny zu tun. Es handelt sich dabei um komplett neue Geschichten. Und hier bin ich, fünf Jahre zu spät, der das ganze in einem Review verwurstet.


Den Anfang macht "Rick Grimes 2000", eine Story die auf einer Back-Up-Story aus der 75ten Ausgabe von "The Walking Dead" basiert und logischerweise nicht kanonisch ist. So haben Autor und Schöpfer Rob Kirkman als auch Zeichner Ryan Ottley folgendes Szenario erschaffen: Rick war ein Kleinstadtpolizist, bis die Zombie-Epidemie kam und er ein Anführer einer Gruppe von Überlebenden wurde. Eines Tages verschwand er allerdings und nun wacht er in einem außerirdischen Raumschiff auf. Ab da wird die Geschichte richtig Bonkers. Nachdem er festgestellt hat, dass er eine mechanische Hand hat, zieht er sich das nächstbeste Kostüm an, was er findet und wird aus dem Raumschiff zurück auf die Erde geschleudert. Dort trifft er auf seine totgeglaubten Freunde Martinez, Axel und Tyreese. Es stellt sich heraus, dass Aliens hinter der Zombie-Epidemie stecken. Ihr Plan war, die ganze Erde auszurotten, sodass sie an das wertvolle Wasser rankommen. Nun, da es einen enormen Widerstand der Menschen gibt stecken die Aliens diese in Kostüme, statten sie mit Fähigkeiten aus, zur Not holen sie sie zum Leben zurück und lassen sie als Armee für sich kämpfen. Gegen die Zombies. Und dass das Wasser bitteschön geerntet wird. Viele haben angefangen sich dagegen zu wehren - andere, wie der eigentlich bereits verstorbene Governor nahmen das Angebot dankend an und fungieren nun als Einpeitscher. 

Holy fucking macaroni. Der Governor ist wieder da. Michonne ist grade mal ein Panel lang zu sehen. Lori lebt und darf als des Governors Beinanhängsel auf seiner fliegenden Plattform dabei sein. Außerdem: Rick Grimes bedient einen Lichtschwert. Ryan Ottley hat alles in seinem unverkennbaren Invincible-Stil gezeichnet, sodass die umgesetzte Idee von finster/traurig zu bonkers/nochmehrbonkers mutiert und alles wie das explodierte Arschloch eines Currywurst-Essers mit 123456789000 Scoville aussieht. Gedärme, Blut, alles. Alles ist da. Es ist höllisch witzig und einfach nur großartig.

8/10 Pfandflaschen

Coming Up next: "The True Story of Ultra-Mega" von Autor und Zeichner James Harren als auch Kolorist Dave Stewart. Falls ihr mehr über den Comic wissen wollt, so guckt mal in mein Review rein, dass ich vor einigen Jahren geschrieben habe. Diesmal handelt es sich um einen Rückblick. Seth erzählt dem Jungen Noah wie es damals war als die plötzlich eine Seuche Menschen in Kaijus verwandelt hat und er gesehen wie ein riesiger Ultra Mega Helden gegen einen solchen Kaiju gekämpft hat. Seth war damals noch ein pickliger Junge, ein Pizzalieferant. Bei einem Kampf sahr er wie ein Ultra Mega auf die Straße gefallen ist und jedes seiner Atemzüge sich wie ein vorbeifahrender LKW angefühlt hat. Er war damals froh darüber, nicht an seiner Stelle zu sein - heutzutage schämt sich für er seinen damaligen Gedanken. 

Leider eine sehr kurze Story, die allerdings in der zweiten Ausgabe von Skybound X fortgesetzt wird. Da ich aber höchstwahrscheinlich nicht dazu kommen werde, sie zu lesen, bleibt es für mich bei dieser kurzen Story. Zumindest was den Rückblick betrifft. Denn ich habe tatsächlich schon die ersten vier Ausgaben gelesen, allerdings auch nicht mehr - wieder aus Zeitmangel. Jedenfalls, ganz egal wie relativ simpel die Geschichte ist - die Zeichnungen sind außerordentlich gut und wirklich eindrucksvoll. Nicht nur wegen der Thematik sondern wegen der Farben sieht es aus wie ein Kaiju-Film aus den 1970ern. Dark, gritty und irgendwie erinnert mich das ganze an John Carpenter's "The Thing", dass auf "Ultraman" trifft. Einfach fantastisch. Immer noch.

8/10 Pfandflaschen

Nächster Halt: "Fezron Fezroff" aus dem Hause "Manifest Destiny" von Chris Dingess und Matthew Roberts. Ich habe in meinem Leben vielleicht eine Ausgabe der Reihe gelesen - und wenn, dann war das vor ziemlich langer Zeit. Vor über zehn Jahren. Jedenfalls erinnere ich mich nur grob, worum es ging. Die Handlung spielte sich ab im 18. oder 19. Jahrhundert, jedenfalls zur Zeit als die ersten Siedler in das neue Amerika gezogen sind. Und irgendwie ging es ums Übernatürliche (?). Naja, jedenfalls hat diese Geschichte nicht wirklich was damit zu tun. Sie spielt nämlich aus der Sicht einer kleinen Kolonie von Vögeln. Eines Tages ruft der Obermacker der Kolonie mehrere Vögel zu sich und kündigt eine Todesstrafe für sie an, aus Gründen. Dawhoggs (ja, so heißt ein Vogel) Verbrechen ist, dass er scheinbar mehrere Weibchen geschwängert hat. Als jedoch festgestellt wird, dass ein unheimliches Wesen mit Klauen mehrere Eier geklaut hat, bietet sich ausgerechnet Dawhogg an, den Dieb zu finden und die Eier wieder nach Hause zu bringen. So wandert er in der Weltgeschichte herum, bis er einen Verkaufsstand eines Chupacabras vorfindet, der "magische Eier" verkauft. 

Was für ein absoluter bonkers shit. Erinnert mich, zeichnerisch an die Looney Tunes bzw. Merry Melodies Cartoons aus dem Hause Warner Bros. Vom Inhalt her, vor allem wegen der Gewalt und fließenden Blut, aber irgendwie an die "Happy Tree Friends"-Cartoons. Was für eine merkwürdige, abgefahrene aber auf gewisse Art süße Geschichte. Mit kaputten Eiern. Und ausgeweideten Tieren. Nicht ganz so fantastisch wie die Stories davor, aber immerhin.

7/10 Pfandflaschen

Die letzte Story findet wieder im "The Walking Dead"-Universum statt. Allerdings nicht im Comic-Universum und auch nicht im Serien-Universum. Es geht um den Character Clementine, bekannt aus der Videospielreihe "The Walking Dead" (von Telltale Games). Die Story wurde gezeichnet und geschrieben von Tillie Walden.

Diesmal handelt es sich um einen Schwarz/Weiß-Comic. Ich weiß nicht, was im Spiel passiert ist aber allem anschein nach sammelt die Teenagerin Clementine ihr Hab und Gut, um abzuhauen. Sie hat nur noch ein Bein, am zweiten klebt eine provisorische Prothese aus Holz. Sie bewegt sich mithilfe von Krücken und kann Messer und Pistole gegen Zombies einsetzen. Doch nachdem sie eine Karte studiert hat und mehrere Dinge eingepackt hat, wird sie überrascht. Nicht von einem Zombie, sondern von AJ. Dabei handelt es sich um einen Freund, den sie seit seiner Geburt kennt. Der Junge hat viel von ihr gelernt, liebt sie wie eine Schwester und ist sichtlich darüber enttäuscht, dass sie nun vorhat abzuhauen. Der Grund dafür: Der Ort an dem die beiden (sehr wahrscheinlich mit anderen Überlebenden) sich angesiedelt haben (eine alte Schule) ist keiner, der sie glücklich macht. Nun macht sie sich auf, irgendwo anders hin.

Wieder eine ziemlich kurze und etwas wortkarge Geschichte. Allerdings braucht man nicht immer Worte um irgendwas treffend darzustellen bzw. Gefühle auszudrücken oder einfach die Story geschehen zu lassen. Trotz des ernsthaften Settings erinnern mich die Zeichnungen an die Kinderserie "Caillou". Es ist irgendwie unschuldig, liebenswert und gleichzeitig traurig. Meiner Meinung nach eine gute Manifestation von Verlustängsten. Ich würde da tatsächlich gerne mehr von lesen.

8/10 Pfandflaschen


Montag, 9. Februar 2026

Album der Woche#671: Gallhammer - Gloomy Lights (2004)

Ich bin mir sehr sicher, dass ich irgendwann schon mal in dieses Album reingehört habe. Alleine weil ich schon mehrere Bands mit "Hammer" im Namen kenne. Zum Beispiel Hellhammer, die ja bekanntlich die Vorgänger von Celtic Frost waren, oder Dishammer die irgendwie Hellhammers Sound mit dem von Discharge verbinden (?) oder so sachen wie Ten Ton Hammer oder Nine Pound Hammer. Ja, sowas gibt's. Anyways, worum geht es hier? 


"Gloomy Lights" ist das erste vollständige Album von Gallhammer, einer Metal-Band aus Japan - bestehend aus Vivian Slaughter (voc, b), Risa Reaper (voc, dr) und damals noch Mika Penetrator (voc, g). Ich möchte Gallhammer nicht auf ihr Geschlecht reduzieren, trotzdem muss man anmerken, dass es eine relative Seltenheit ist das eine Band von drei Frauen gegründet wird. Zumindest war es damals in der äh Metalszene so. Aber da die drei niemals darauf reduziert werden wollten, steht es jetzt auch nicht zum Thema. 

Thematisch betrachtet geht es, laut den Aussaugen der Band selbst um solch finstere Themen wie Wut, Schmerz und Hass. Zumindest wenn man die Songtitel betrachtet, bestätigt sich das. "Endless Nauseous Days", "State of Gloom", "Beyond The Hate Red" und "Color of Coma". Depressive Stille, Finsternis. Was man dann so mitbekommt, wenn man sich das Album mehrfach anhört sind drei japanische Frauen die mit absolut verstörenden Gesang (guttural und absolut geisteskranke Screams) glänzen. Stilistisch bewegt man sich irgendwo zwischen Black Metal, Doom Metal als auch Crust Punk. Tatsächlich hört man die Primitivät von alten Hellhammer-Aufnahmen als auch eine andere Primitivität und Catchyness von britischen Bands wie Antisect. "Gloomy Lights" bewegt sich gekonnt zwischen "uffta-uffta" Crust als auch absolut langsamen, nasty Riffs und völlig verstörenden Gesang der nach krasser Mental Illness schreit. Wie soll man das einkategorisieren? Crusty Depressive Doom Metal. CPDM? Okay, klingt eigentlich gut.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Beyond The Hate Red, Color of Coma, Endless Nauseous Days, 


Donnerstag, 5. Februar 2026

So isses, Musik!#207

REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

52. Violent World - A Tribute to the Misfits

Wie der Titel schon verrät: Ein Tribute an eine der Bands die ich in meiner Jugend unfassbar viel gehört habe. Okay, das verrät der Titel nicht aber es geht um die Misfits. Mit dabei sind unter anderem Snapcase, Earth Crisis, NOFX, Pennywise, Therapy?, Prong und Goldfinger. Am meisten haben mir die Varianten von "Last Caress" (NOFX) und "Earth A.D." (Earth Crisis, was für ein Namenszufall lol) gefallen. Oh und die Bouncing Soul'sche Variante von "Mommy, Can I Go Out And Kill Tonight?" (die soweit ich mich recht entsinne ebenfalls live aufgenommen wurde, wie das Original). Was mir insbesondere gefällt ist, dass die Bands nicht bloß versuchen die Songs 1:1 zu covern sondern durchaus den Songs ihre eigene Note verleihen. Bis auf paar Ausnahmen

53. We don't want your fucking war

Ich finde, dass diese Reise durch die Sampler sich durchaus gelohnt hat, weil ich dadurch einen groben Überblick durch verschiedene musikalische Phasen meinerseits kriege. So haben wir einige Crust Punk Sampler, einiges an Horrorpunk und Psychobilly und natürlich auch Tributesampler und politische Musik. So kommen wir hier wieder an bei einem typischen Anarcho Sampler, der nach einer Zeile aus einem CRASS-Song benannt ist. Und naja, es ist relativ durchschnittlich und somit etwas langweilig. Allerdings sind die Bands doch durchaus unterschiedlich - allerdings alle schon zig mal gehört. Dezerter aus Polen bspw. oder UK Subs bringe ich eher weniger mit CRASS-mäßigen Klängen in Verbindung. Broken Bones (eine Band die von einem ehemaligen Discharge-Gitarristen gegründet wurde) mit ihrem Crossover-Thrash auch eher weniger. Jedenfalls ist das okay, aber nicht besonders aufregend.

54. We're A Happy Family

Ein Tribute-Sampler an die Ramones für die ich mich vor mehr als 20 Jahren besonders interessiert habe. Zumindest eine Weile. Damals habe ich mich sicherlich über den ersten Hörgenuss im hiesigen Media Markt gefreut. Heute irgendwie nicht so. Der Sampler ist nicht voll mit Punkbands sondern eher mit Genregrößen, die allesamt die Ramones als Inspirationsquelle nutzten. So haben wir "Havana Affair" von den Red Hot Chili Peppers, "Blitzkrieg Bop" von Rob Zombie oder "Beat on the brat" von U2. Einiges hier geht durchaus klar. Einiges gar nicht. So ist "53rd & 3rd" von Metallica einfach grausam. Ebenso wie der Song von U2. Garbage mit ihrer Variante von "I Just Wanna Have Something To Do" geht hingegen völlig in Ordnung. Naja, es ist wie es ist.

55. Welcome to Circus Punkabilly Vol. 2

Keine Ahnung, woher ich diesen Sampler habe. Vielleicht hat es mir ein bestimmter jemand per ICQ geschickt. Jedenfalls handelt es sich um mehrere eher punkigere Psychobilly-Songs von Bands wie Cenobites, Thee Exit Wounds, Sewer Rats oder Tight Fitting Pants. Weniger Rock'N'Rollig und weniger auf Texte über Zombies und so fokussiert. Stattdessen durchaus punkig und genießbar und irgendwie auch abwechslungsreich. Weil keine Band wie die andere klingt. Trotzdem zeichnet sich hier ein gewisses Muster. Es soll punkiger und weniger psychobilliesk klingen. Ist in Ordnung. Durchaus.

56. Welcome to your Nightmare

Und wieder mal ein Psychobilly-Sampler, der irgendwie einfach da ist. Mit lauter Bands, die mir nichts sagen. Bis auf Klingonz. Swampy's, Brainblastes, Scum Rats..Naja, wer's mag. Es ist ziemlich langweilig und ziemlich beliebig. Mit 12 Songs auch ziemlich kurz. 

57. Zensur!

Der letzte Sampler in diesem Ordner. Zumindest wenn es nach dem deutschsprachigen Alphabet geht. Eine Compilation von verschiedensten Künstlern. Es geht irgendwie um Zensur. Natürlich darf das obligatorische "Lied über Zensur" von den Ärzten nicht fehlen aber äh irgendwie auch eine Drum&Bass-Version von Slimes "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" oder "Fick mein Gehirn" von Fischmob. Am allerschlimmsten finde ich J.B.O. mit ihrem Cover von Green Days "Basket Case". "Fick das System" von Die Sterne ist großartig, ebenso wie äh das von Fischmob. Irgendwie. Ansonsten ist das ziemlich anstrengend. Herbert Grönemeyer, Ärzte, Dritte Wahl und Slime auf einem Sampler. Wer hat sich das ausgedacht? Nun, es handelt sich um ein Charity-Sampler für den Comic-Verlag "Alpha Comics", das von einem konservativen Politiker beschuldigt wurde für Kinder ungeeignete Comics rauszubringen. So die Info bei Discogs. Jedenfalls, trotz der guten Sache irgendwie nicht so geil.
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Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Jethro Tull: Living In The Past (1972)

Das war mal wieder eine Premiere für mich. Ich hatte nur dieses Logo von dem Typen mit Flöte der auf einem Bein tanzt und ganz viel böses darüber. Irgendwie habe ich das so in meinem Hinterkopf gespeichert, dass keiner diesen Flötensound leiden kann. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu.


"Living In The Past" ist eine Compilation von Jethro Tull aus dem Jahre 1972. Sie beinhaltet alle bis dahin erschienen Singles, einige Songs aus bis dahin erschienenen Alben und zwei Live-Stücke. Wenn die Platte nicht gerade eingestaubt ist und die Nadel den ganzen Staub einsammelt, dann springt das ganze Werk nicht, eiert nicht und klingt einfach nur kristallklar. Heiliger Fick, ist das geil. Warum ich habe ich mir noch nie Jethro Tull angehört? Siehe oben. 

Es ist irgendwie schwer zu umschreiben. Irgendwie progressiv, so wie viele Bands zu dem Zeitpunkt - gleichzeitig aber seltsamerweise bluesig und irgendwie tanzbar. Vielleicht auf einem Bein, wer weiß. 

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Wond'ring again, Singing all day, Witch's promise




John Mayall: Once Upon A Time (1970)

Wer zum fick war John Mayall und warum habe ich bisher noch nie irgendwas von ihm gehört? Geschweige denn von seiner Zusammenarbeit mit den Bluesbreakers. 

Das hier ist (mal wieder) eine Compilation, die bei Polydor rausgekommen ist. Ein Teil einer zehnteiligen Reihe, die verschiedensten Künstlern eigene Compilations gewidmet hat. Zum Beispiel GInger Baker's Airforce, Jack Bruce, James Brown oder eben John Mayall. Die Cream-Compilation stammt ebenfalls aus dieser Reihe.

Ich wusste nicht was mich erwarten würde. Ich dachte vielleicht, es könnte Progressive Rock sein. Dem Plattencover zufolge sieht es ganz schön psychedelisch aus. Was dann tatsächlich auf mich zukam war astreinger Blues(rock). Mit einer höllisch angenehmen Stimme aus Großbritannien, die jedoch durchaus us-amerikanisch klang. Super angenehme Sache, das.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: The Laws Must Change, Thinking of My Woman, Night Flyer


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Linkin Park Discography: The Hunting Party (2014)

Jawoll. Wir sind wieder da angekommen, wo wir vorher waren. Also nicht bei dem Sound von "Living Things" sondern bei Linkin Park der alten Schule. Oder zumindest einen größeren Schritt näher daran.

Obwohl LP bei ihren beiden vorherigen Alben selbst Teil von moderner Rockmusik waren, zeigten sie sich zunehmend enttäuscht. Dies war wohl auch der Grund warum man für dieses Album zurück zum alten Sound wollte. Natürlich ist "The Hunting Party" nicht "Hybrid Theory" oder "Meteora", aber zumindest bietet das Album in gewissen Punkten ähnliche aggressive Energie. Von "elektronischen" geschweige denn Dance-Elementen ist nichts mehr zu hören. 


Stattdessen setzt man auf altbekannte Muster: Man fühlt sich in die Ecke gestellt, bedrängt, ausgelacht und gleichzeitig mit der Faust in der Tasche dabei dem Ganzen alles entgegen zu setzen. Dabei hört man sich stellenweise an wie Sum 41. Einige Riffs sind tatsächlich sehr HC/Punk-lastig, was ich niemals erwartet hätte. Chester Bennington geht gesangsmäßig an seine Grenzen. Eine willkommene Abwechslung zu den letzten zwei Alben. Ebenfalls abwechslungsreich ist die Tatsache, dass es hier das erste Mal offiziell Features gibt. Rakim rappt auf "Guilty all the same", Tom Morello (RATM) und Daron Malakian (SOAD) steuern Soli auf "Drawbar" und "Rebellion" bei und Page Hamilton (Helmet) singt den Refrain auf "All For Nothing". Dabei sind "Guilty all the same" und "War" wohl die punkigsten Songs die LP je gemacht haben. Das habe ich niemals erwartet. Vielleicht hat Chester Benningtons Ausflug zu Stone Temple Pilots diese Entwicklung hier mit beeinflusst.

Wie auch immer: Großartiges, abwechlungsreiches, ganz und gar nicht langweiliges Album einer Band die erkannt hat, dass sie langsam in die Bedeutungslosigkeit abdriftet und bereit ist, sich selbst zu retten.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: War, Guilty all the same, All For Nothing



Opeth Discography: Watershed (2008)

Neuntes Album von Opeth. Aufgenommen in einer anderen Konstellation als bisher. Fredrik Åkesson und Martin Axenrot an Gitarre und Drums anstelle von Peter Lindgren und Martin Lopez. "Coil" eröffnet das Werk - es ist ein ruhiges, softes Duett mit Sängerin Nathalie Lorichs. Mikael Åkerfeldt zeigt sich mal wieder von seiner sanften Seite. Man könnte meinen dass es dann so weiter geht und Opeth den Death Metal und Growling komplett hinter sich gelassen haben. Doch dann setzt "Heir Apparent" ein und wir kriegen das, wofür wir hergekommen sind. Growling gemischt mit technischen, vertrackten Riffs aber auch absoluten Shreddern, gemischt mit ruhigeren progressiven Passagen und natürlich auch Cleangesang. Diesmal gibt es kein Albumkonzept im Sinne von irgendeiner erzählten Geschichte.

Stattdessen geht es um persönliche äh Konzepte. Zumindest in "Coil" geht es um eine Trennung und so scheint es auch in den restlichen Songs um persönliche Verluste zu gehen. Dabei bleibt es nicht nur bei einer Trennung, sondern um das Auseinandergehen zwischen zwei Menschen. Ich meine damit, dass jemand sich zwischenmenschlich von jemanden entfernt, indem er sich komplett verändert. Dabei spielen auch Drogen eine Rolle. Auch der (Frei)Tod ist ein Element, dass hier aufgearbeitet wird. Ich habe beim letzten Album gesagt, dass ich nicht weiß was ich dazu sagen soll. Es ist verdammt gut gewesen und ich war mir nicht sicher ob das nächste Opeth-Album auch "gut" sein wird bzw. ob es "besser" sein kann. Weil selbst wenn man die ganze Zeit verdammt gute Musik macht, heißt es nicht dass es besonders innovativ ist. Tatsächlich finde ich nicht, dass Opeth sich hier irgendwie neu erfinden. Es ist trotzdem eine höllisch gute Mischung aus cleanen und gutturalen Vocals, Blastbeats, seichten Melodien. Progressiver Death Metal eben, wie er im Buche steht. Ich habe gehört, dass das hier allerdings das letzte Album ist, dass in dieser Schublade steckt. Soll heißen, dass beim nächsten alle Death Metal Elemente wegfallen. Mal gucken.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Lotus Eater, Coil, Heir Apparent