Sonntag, 31. Mai 2026

So isses, Musik!#212

DEUTSCHPUNK FEGEFEUER:

Alles klar. Ab geht's zu den nächsten drei Songs. Natürlich sind dabei drei Meinungen besser als eine. 


Raphi:

"„The Hit Pit“ war das Album, mit dem ich bei Amen 81 eingestiegen bin, und ich liebe es bis heute. „Disfreak“ ist vielleicht nicht der stärkste Track des Albums, aber der Refrain ist auf einem ulkigen Reim aufgebaut. Und das war catchy genug, um das Lied hier zu erwähnen. Gibt’s Jesus Freaks überhaupt noch?"

Philipp:

"Ich droppe in Gesprächen wahnsinnig gerne - gefragt oder ungefragt - Amen 81 als beste deutsche Punkband und das natürlich völlig zu Recht. Kryptische bis deutliche - mitunter sehr zynische - und stets großartige Texte, Musik irgendwo zwischen Crust, (Youth Crew) Hardcore und Deutschpunk, drei sympathische singende bis krächzende Herren, eine beeindruckend klare Haltung gegen Antisemitismus, Mackergehabe und jede erdenkliche Form von Scheiße und eine wahnsinnige Wundertüte an Live-Shows.
Der Song von Raphis Liste setzt sich mit einer fast in Vergessenheit geratenen Subkultur auseinander - den Jesus Freaks. Hierbei wird von Schlagzeuger Thorsten in unnachahmlich zynischer Weise kritisiert, dass Religiosität immer mit Verurteilung anderer Lebensentwürfe einher geht, kulminierend in der großartigen Zeile "Du willst sein wie Jesus Christus - Nimm dir nen Hammer und dann bist Du's/ Vergiss die langen Nägel nicht, denn Du bist kein Leichtgewicht"
." 

Ich:
Es ist ein schönes Gefühl, tatsächlich die Platte aus dem Schrank zu holen, das Booklet auszupacken und die Lyrics dazu nachzulesen. "Disfreak" der hier auf diesem Blog mehrfach reviewten Amen81 handelt von einem Phänomen, dass viele Gemüter in der Punkszene gespalten hat: Jesus Freaks. That's right. Anhänger von Jesus Christus die einen auf Alternativ/Szene machen und irgendwie cool rüberkommen - doch hinter all diesem Schein steckt eine zutiefst konservative, sexfeindliche, homofeindliche Ideologie. Genau darum geht es in dem Song. Dabei bleibt man, gewohnt Amen81-style zynisch: "Deine erste große Liebe: Jesus Christus. Du willst wie er sein? Nimm 'nen Hammer, dann bist du's!". Fantastisch.


Raphi:
"Mit Anna Absolut ist die erste österreichische Band in meinem Beitrag zur Deutschpunk-Party dabei. Das dritte Album „Ultramarin“ ist 2022 bei 30 Kilo Fieber Records erschienen und war die erste Punk Rock-Veröffentlichung, auf der ich gegenderte Sprache wahrgenommen habe. Ich meine mich zu erinnern, die Band auch mal für das TRUST Magazin interviewt zu haben, bin aber nicht mehr ganz sicher. Wie dem auch sei: die sympathische Band aus Graz macht Musik, die sehr an die melodischen Ausläufer der zweiten Deutschpunkwelle erinnert, und rechnet in ihrem Song „Adrenochrom“ mit den Erzählungen von Verschwörungstheoretiker*innen ab."

Philipp:
"Man kann mich sowieso mit Humor jagen, es gibt wenige Bands, die ich wirklich witzig finde und ich sehe es als deutliches Problem, dass ein Witz nur wenn man ihn das erste Mal hört so richtig richtig witzig ist. Und Musik ist nun mal einfach kein Einmalartikel.
Dieses Lied fand ich tatsächlich schon beim ersten Mal hören nicht witzig, furchtbar Ärzte-esker Pennäler-Humor und dann auch noch Bergdeutsche.
Sich über Nazis und Verschwörungstheorien lustig zu machen indem man suggeriert, es wäre alles wahr und man würde sich schön mit Kinderblut besaufen oder so, ist ein alter Hut und hat seinen Zenit in "Cro, Hafti und Herzl" von grim104 erreicht, seitdem kann man das getrost stecken lassen. Muss nicht sein."

Ich:
Ich finde es ja völlig gerechtfertigt, sich über Verschwörungstheoretiker lustig zu machen. Sei es im musikalischen Kontext oder sonst irgendeinem. Allerdings wirkt dieser Song auf mich krampfhaft lustig/nicht lustig. Im Sinne von "wir sind so scharfzüngig" und poppig und witzig. Okay, die ersten Sekunden des Songs sind tatsächlich super catchy - allerdings gefällt mir der Gesang so gar nicht. Vllt. liegt es daran, dass ich das Thema in meinem Leben bis zum gehtnichtmehr durchgekaut habe und ehrlich gesagt, keine Lust dran habe, es wieder durchzukauen. Insbesondere nicht wenn es darum geht einen poppigen Song darüber zu hören.


Raphi:
"„Dat is Punk, dat raffst du nie!“, ist wohl das bekannteste Lied von den Kölner Rumpelpunkern. Ich erinnere mich, die Band mal auf dem Resist To Exist Festival gesehen zu haben, aber nach etwa eineinhalb Liedern lieber zum Essensstand gegangen zu sein. Das Lied „Szenekrieg“ handelt wahrscheinlich von Konflikten und Grabenkämpfen innerhalb „der Szene“; so ganz sicher bin ich aber auch nicht."

Philipp:
"Vorab so viel: Ich bin der Szenespalter schlechthin, ich unterstütze jede Arroganz gegenüber ungehörigem Verhalten, schlechtem Geschmack, verantwortungslosem Drogenkonsum und politischen Verirrungen sowie allgemeiner Dummheit in der Punkszene, ich würde so weit gehen, dass ich wirklich keinen Bock auf Szenezugehörigkeit und irgendeiner Form diffusen Wir-Gefühls habe, dieser Song trifft quasi direkt mein Ego.
Ehrlich gesagt habe ich mich kaum dazu durchquälen können, ihn mehr als viermal zu hören, denn musikalisch ist das eine etwas dreiste Huldigung der Deutschpunk-Helden der 80er Jahre, leider auch definitiv nicht von der guten Sorte. Daher habe ich also auch nur einen groben Überblick über den Text, denn im Internet ist er nicht zu finden. Ich denke auch ehrlich gesagt nicht, dass es meine Meinung ändern würde.
Ich zitiere an dieser Stelle Mike Watt: "The Kids of today should defend themselves against the 70s"
Das selbe gilt selbstredend für die 80er und 90er. Wirklich sterbenslangweilig."

Ich:
Kann mich relativ hell daran erinnern, wie ich die Band entdeckt habe. Das Album "There's No Freedom, There's Nur Scheisse!" fand ich tatsächlich ganz cool damals. Insbesondere den Song "Atomschlag". Doch das war damals. Jetzt gerade höre ich mir diese rumpeligen Zeilen "Arroganz in unserer Szene, wollt ihr das denn nicht verstehen" und muss kringeln. Also, so richtig richtig kringeln. Der Sound Scheiße, der Gesang Scheiße. Ich weiß nicht, ob man dabei an den Albumtitel versucht anzuspielen. Keine Ahnung. Jedenfalls finde ich das hier fürchterlich schlecht.

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Was läuft sonst?

Vor einiger Zeit hat mir Raphi ein Death Metal Fanzine aus Brasilien geschickt. Es hieß früher "Zine Death Metal" und heißt inzwischen "Armamento Belico". Sehr DIY gestaltet, teilweise mit verschwommenen/verpixelten Bildern. Die eine Ausgabe von 2024 ist vollgespickt mit Interviews mit lauter Bands aus aller Welt. Größtenteils im Black/Death Metal Bereich. Meistens geht es darum, wie lange es die Bands schon gibt, was sie so in ihrer Karriere schon geschafft haben usw. Es sind zu 90% Interviews und zu 10% Reviews. Leider gestaltet sich alles irgendwie gleich. Immer wieder kommt die Frage nach Christentum im Metal. Trotzdem konnte ich dadurch einige interessante Bands rauspicken, die ich mir dann angehört habe. Darum hat das Zine zumindest bei mir seinen Zweck erfüllt. Nun, kommen wir zu den Bands:

Perdition Temple aus Tampa (Florida in den USA): Brachialer, uuuuuuuuuuuuuurghhhhhhhh-esker Death Metal mit Helikopter-Riffs. Ekelhafter Gesang. Großartiges Artwork. Ich habe mir "Nemesis Obsecration" angehört. Ihr könnt euch das hier bei Bandcamp reinziehen. 

Apocalyptic Raids (Rio de Janeiro, Brasilien): Offensichtliche Hommage an Hellhammer bzw. Celtic Frost. Hommagiger geht es nicht. Ich habe mir "Necromaniac (Is Back)" von "The Pentagram" angehört. Wie gesagt, es ist sehr hommagig. Für die ersten paar Minuten geil und schön rumpelig, aber auf Dauer könnte ich das denke ich nicht aushalten. Und der erste Eindruck zählt. Bandcamp ist hier.  

Nächster Halt: "First Penetration" von Skullfuckers Incorporated. Der Name ist eine Anspielung auf "Starfuckers Inc" von Nine Inch Nails. Die Band nimmt sich absolut nicht ernst und macht eine Art Industrial Metal mit lauter Anspielungen auf Industrial Metal der 90er. So gibt es hier direkt zwei Cover auf dem Album: "Beautiful People" und "More Human Than Human", die eher okay sind. Irgendwie habe ich mir das wesentlich witziger und abgedrehter vorgestellt. Angeblich sollen sie im Jahre 2023 eine eigene TV-Show gestartet haben. Anyways, hier ist das Album auf Bandcamp.

Ich habe also aus Würzburg in Bayern ein Death Metal Zine aus Brasilien geschickt bekommen in welchem eine Band aus Recklinghausen interviewt wird. Das is um paar Ecken von mir. Sabiendas machen Death Metal der sich...um den Tod dreht. Ob real oder wie in Horrorfilmen. Inspiriert werden sie von Lucio Fulci oder Hammer Film Productions. Ich finde, das klingt schon ziemlich geil. Kein Bandcamp, dafür aber das offizielle Musikvideo zu "Dungeon Keeper". 

Omitir aus Portugal: Das Ein-Mann-Projekt beschäftigt sich mit der prä-christlichen Geschichte von Galicien. Gróvio, der Kollege der hinter der Musik steht, steckt sehr viel Herzblut rein. Das Ergebnis ist schöner, leicht depressiv klingender Black Metal. I like it. 

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Rein in den .mp3-Himmel:

Heiliger Fick. Der nächste Ordner geht wirklich steil. Er heißt einfach "Punk" und ist in sechs Unterordner unterteilt wobei einer davon selbst vier Unterordner hat. Wir legen mit dem ersten los.

Deutschpunk:
Ich würde mal behaupten, dass sich hier durchaus all die Sachen finden, die sich sonst immer in Deutschpunk-Kollektionen finden. ChaosZ, Terrorgruppe, Slime, SchleimKeim usw. Ich möchte daher nur ganz kurz die Highlights hervorheben. "Samen in Darm" von den großartigen Cretins. Ich kenne eigentlich nur diesen Song, deswegen ist es eine Lüge wenn ich behaupten würde, die Band wäre großartig. Ich weiß es einfach nicht. "Kindl Träume" von Deutsche Trinker Jugend. Eine Parodie des Songs "Kebab Träume" von Mittagspause. Es geht diesmal allerdings um Bier und nicht um Ghettofizierung. "Farben" von Grundwasserabsänkung. Mit 17-18 fand ich den Text so übel provokativ, dass ich innerlich die Faust geballt hab und mich wie ein bekackter Rebell gefühlt hab. "Herrenmenschen" von HASS ist ebenfalls ein fantastischer Song den ich damals per ICQ geschickt bekommen habe und den ich immer noch wahnsinnig witzig und gut finde. Gleichzeitig hat man das Gefühl, die Band möchte unbedingt rumedgen. Weitere Highlights: "Unbekannter Affe" von Jugendrente. "Am Tag als Ian Stuart starb" von den Ruhrpottkanaken. Und natürlich "Klingenstr. 34" vom AmüsierPöbelWürzburg.

Hardcore: 

Und genau hier geht es los mit den vier Unterordnern. Der erste davon heißt nämlich "Beatdown" und beinhaltet ein paar Songs von einer Band namens "Final Prayer", die meines Erachtens gar keine Beatdown Band war. Ich fand sie damals ziemlich cool und habe mich auf ein Konzert im Würzburger Jugendhaus Cairo gefreut. Leider kam die Band sehr spät an und konnte von daher nur 8 Minuten lang spielen bevor die Ruhezeit eingeläutet werden musste. Außerdem hat mich irgendsoein dämlicher, besoffener Hardcore Typ immer wieder als Zecke beleidigt. Das war richtig hässlich. Anyway, Final Prayer haben kein Beatdown gemacht und haben sich tatsächlich vor mehr als 10 Jahren aufgelöst. Oh no, anyway. Was haben wier hier noch drin. Irgendein Scheiß von Fallbrawl (die sowieso kein Mensch braucht) und dieser beschissene homophobe Song von den Rappern SMA mit der Beatdown-Band Embraced By Hatred. Ich weiß nicht, warum ich das habe - wahrscheinlich habe ich's mir von YouTube oder MySpace gezogen. I don't know.

Nächste Haltestelle ist irgendwas komplett anderes. Der Ordner heißt "Crust, Grind, D-Beat, Noisecore, Powerviolence". Was soll denn schon drin sein? Im Grunde genommen ganz viel durcheinander. Allen voran möchte ich die Band Audio Kollaps lobend erwähnen, für ihre Helikopter-Riffs, großartige Lyrics als auch die fantastische Möglichkeit auf der damaligen Homepage selbst einen Audio-Kollaps-Song mithilfe von Bausteinen zu komponieren! Weitere Highlights: Das Cover von "Uległość" (im Original von Dezerter) von der polnischen Skandi-Crust-Band Infekcja. Erinnere mich daran, den Sänger Mokry mehrmals bei irgendwelchen Merch-Ständen angetroffen zu haben und auch was gekauft zu haben. Leider war er einmal ordentlich betrunken: "Sorry, wie viel kostet dieser Patch?" "Fünfzig....FÜNFZIG EURO HAHAHAHAHAHAHHA!". "Böhse Tumultz" von der Band Tumult (was auch immer das ist) und natürlich "Hillbilly Heaven" von Vomitorial Corpulence. Achja und natürlich ein Song der gar nicht "You're Fucked" heißt sondern anders von einer Band namens Crustina Aguilera.

Was zur Hölle soll denn bitte "Newschool Hardcore" sein? Naja, damals habe ich mir irgendwie gedacht, das müssten alle Bands sein die nach den 1980ern kamen. Also, alles was nicht irgendwie nach Bad Brains, Agnostic Front oder Youth of Today klang. Was sich hier tatsächlich im Ordner vorfindet ist sowas wie Blood for Blood, Death By Stereo oder Deez Nutz. Tatsächlich finde ich hier die erste oder eine der ersten russischsprachigen Bands in diesem ganzen "Einzelne Songs"-Ordner-Wahnsinn. "Zasrali Solnce" heißen sie und der Name bedeutet sowas wie "Sie haben die Sonne zugeschissen". Dann natürlich die Coburger Urgesteine von Rawside. Und natürlich ist die Vielfalt äußerst wichtig hier. Ich finde hier "The Way It Is" von Vegan Reich, dass auf jeden Fall holocaustrelativierend ist und einen Ordner mit Songs von Guerilla. Letztere habe ich in meinen Jugendjahren desöfteren live gesehen und bei ihrem letzten Auftritt (den ich live gesehen habe und den es auf CD zu kaufen gibt!!!) haben sie sich israelsolidarisch geäußert. Rückblickend betrachtet, war das fantastisch. 

Dann heißt es "Oldschool Hardcore": Hier bewegen wir uns tatsächlich teilweise bei der alten Schule (Black Flag, Angry Samoans), allerdings auch bei neueren Bands die "Old School Hardcore" spielen. Oder zumindest klang es für mich so damals. I don't know lol. Ich würde aus heutiger Sicht Blood Brothers und Have Heart definitiv nicht als "Oldschool" bezeichnen, zumindest nicht wenn man die Bands an den 1980er Jahren misst. Naja, egal. Ich habe diesen Ordner vllt. mit 18 oder so erstellt. Jedenfalls weiß ich jetzt dass ich mehr Septic Death hören sollte. 

Wir sind raus aus dem Hardcore, aber immer noch drin im "Punk" Ordner und bleiben aber beim Buchstaben H wie "Horrorpunk": Hier ist alles beim alten, weil der Ordner von äh 2009 oder so ist. Misfits, Balzac, The Other, Blitzkid. Und auch solche Perlen wie Cancerslug, The Crimson Ghosts oder Nim Vind. Also quasi all das Zeug was damals bei Fiendforce Records rausgekommen ist. Country Bob & The Bloodfarmers bieten eine obskure Mischung aus Horrorpunk und Country, die nicht nach Psychobilly klingt. AFI sind hier auch drin, obwohl sie natürlich keinen Horrorpunk machen und es auch nie wirklich waren. "Friss dein Brett" von den Blutjungs gefällt mir leider absolut nicht und ich frage mich wer mir das geschickt hat. 

Im "Oi! & Streetpunk"-Ordner befinden sich lauter Sachen, die ich teilweise gelöscht habe weil äh...würde ich heutzutage nicht mehr hören. Neben lauter Klassikern wie Angelic Upstarts, Cock Sparrer, Blitz, Cockney Rejects, Sham69 oder Perkele findet sich aber auch so Müll wie KrawallBrüder (habe sie Januar 2007 live gesehen, wieso?) oder Combat84 (eine rechtskonservative Oi!-Band aus England die allen ernstes Margaret Thatcher gefeiert hat). Daneben aber auch Zeug aus Russland/Belarus: Nichego Horoshego und Mister X. "Kiosk" von den polnischen Ramzes & The Hooligans. "Roicherlachs mit Kroiterbutter" von Oi-Zone, das ich sonst nirgendwo mehr im Internet wiederfinde. The Analogs aus Polen. Los Fastidios aus Italien (bestimmt drei mal live gesehen). Und äh "Alkoholsteuer" von F.B.I. (das steht für Frei Bier Ideologen) das eigentlich gar nichts mit Oi! oder Streetpunk zu tun hat. Ich muss sagen, dass ich hier mit am stärksten gekringelt habe weil dies der Soundtrack für eine Phase meines Lebens in welcher ich mit Leuten gehangen habe, mit denen ich nichts mehr zu tun hab. 

Der letzte Unterordner in "Punk" heißt..."Ska-Punk.Folkpunk" weil ich wieso auch immer kein Komma eingesetzt habe. Hier finde ich wieder mal Bands aus Polen und Russland. Ähnlich wie bei Oi! gibt es auch hier Bands die das Genre im Bandnamen tragen. Also bei Oi! ist es Soifass, SpringtOifel, FettsOi usw. Und bei Ska ist es halt SKArpeta (Socke) aus Polen, oder SKA!rb (Schatz) aus Belarus oder MoskovSKAya aus Deutschland. Dazu kommen noch Rantanplan aus Hamburg oder eine Band namens Zabili Mi Żółwia (Sie haben meine Schildkröte umgebracht) aus Polen. Die unsäglichen SKA-P mit "Welcome To Hell". Ich habe hier einen Song von Rancid, einen von Fishbone und einen von diesen Hippies von Blackbird Raum. Und wieso auch immer ist hier "WW3 is coming" von Mouth Sewn Shut bloß weil dieser ganz und gar nicht ska-ige Song einen leichten Offbeat besitzt. Komischer Ordner. Komische musikalische Phase meines Lebens.

Nun, so ganz raus aus dem Punk sind wir nun doch nicht. In "Radio69" finde ich mehrere Sendungen von äh "Radio69". Damals war es ein digitaler Radiosender oder viel eher eine Radiosendung, die immer mal wieder eine knappe Stunde Musik aus den Bereichen Oi!, Streetpunk, Punkrock, Hardcore und Psychobilly gesendet hat. Moderiert wurde sie von zwei Typen, deren Namen mir grade leider nicht einfallen. Im Grunde genommen sowas wie das was heutzutage ein Podcast ist, nur ohne viel Gelaber. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich mit 80% des Materials schon was anfangen konnte. Das Repertoir war wirklich äußerst vielfältig. Aber es gab auch einige Gurken wie irgendeinen Song von einer stumpfsinnigen Oi!-Band in welchem es heißt: "Oi! heißt Leidenschaft die das wahre Leiden schafft. Und wenn dir mal Haare wachsen, dann hat dich der Tod dahingerafft." Nach kurzer Recherche weiß ich nun wie die Band hieß: "Brutal Deluxe" nämlich und das macht's noch schlimmer.

Ich frage mich an der Stelle, wie lang dieser verdammte Beitrag noch sein wird. Schließlich habe ich, ausgerechnet in diesem Beitrag während der Blogpause in April wöchentlich was dazu geschrieben. Naja, jetzt ist es ziemlich voll. Aber egal, wir sind nun bei "Reggae" angekommen. Dabei muss man ganz klar klassifizieren. Es handelt sich nicht um einen Ordner der voll ist mit Skinheadreggae, Rocksteady und so Zeug. Wir haben es hier mit Reggae zu tun, dass in jeder ordentlichen Kifferbude in den 2000ern gehört wurde. Wir haben hier "Bad Boys" von....Inner Circle. Und nicht Bob Marley, weil der Song 8 Jahre nach seinem Tod entstand. Trotzdem steht hier Bob Marley. Dazu noch so komische Songtitel wie "Fresse halten selber machen", "Ich rauch mein Ganja" und "Gras ist legal digga". Wer auch immer diese rausgebracht hat, ich will's gar nicht wissen, ehrlich gesagt. Dazu noch "Widerstand" von Curse ft. Gentleman als auch "Autobahn" von Ohrbooten. Wieso habe ich das hier? Und wieso sind hier trotzdem Desmond Dekker und Toots & The Maytals. Heilige Scheiße, nein.
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Opeth Discography:
The Last Will and Testament (2024)

Nun sind wir am Ende angekommen. Bisher letztes Album von Opeth und mal wieder ein Konzeptalbum. 

Diesmal geht es nicht um irgendwelche satanischen Verse oder um irgendeine tragische Liebesgeschichte. Es geht um ein Testament. Die Story spielt sich ab nach dem ersten Weltkrieg. Ein reicher Patriarch ist gestorben und nun wird sein Testament vor seiner Familie vorgelesen. Mit dabei sind drei seiner Kinder. Das Mädchen ist das Ergebnis seines Verhältnisses mit der Dienstmagd und die

beiden Zwillinge (Jungs) sind durch eine Samenspende entstanden. So wird enthüllt, dass sie nicht wirklich das Anrecht auf das Erbe haben. Und gewisse andere Familiengeheimnisse werden auch gelüftet. Bis auf den letzten Song tragen alle Titel einen § im Namen. 

Die Songtexte erscheinen mir zwar durchaus schön und melodisch vorgetragen - sind aber gleichzeitig absolut trocken. Kein Wunder, schließlich wird hier im Grunde genommen ein Testament vorgelesen und die Reaktion darauf vorgetragen. Außerdem ist es das erste Album seit "Watershed" bei welchen Mikael Åkerfeldt wieder Growling neben cleanen Gesang benutzt. So sind wir wieder bei einer kleinen Exklusivität angelangt. Wir hatten schon progressiven Death Metal mit Growling, progressiven Death Metal mit Cleanen Gesang, Progressive Rock und nun Progressive Rock mit Growling und Death Metal Riffs. Huch. Also irgendwie bewegt man sich ein kleines Bisschen zurück zu seinen Death Metal Wurzeln, was ich gut finde. Man holt noch Ian Anderson von Jethro Tull für Bisschen Flöten-Action und ein gesprochenes Intro. Und schon hat man ein tatsächlich außergewöhnliches Werk, was trotzdem irgendwie typisch Opeth ist. Mal wieder schafft man es progressive, verwinkelte und kompliziert wirkende Klänge mit Death Metal zu verbinden und dabei eine Geschichte zu erzählen. Nach etwas Stagnation (siehe vorletztes Album) habe ich den Eindruck bekommen, dass Opeth sich aufgerafft haben. Dieses Album gehört wirklich zu ihren besten in der "Progressive"-Ära. Finde ehrlich gesagt auch dass die Mischung aus Growling und cleanen Vocals am besten funktioniert.


8,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: §2, §4, §5



Freitag, 29. Mai 2026

Happenings des Monats: Mai'26

Stricher guckt sich das Rock Hard Festival an...im Livestream am 22. und 23.05.2026

Tatsächlich war es mir dieses Jahr etwas zu kurzfristig um auf das Rock Hard zu gehen. Allerdings wollten meine Genossin und Genosse V/M selbst dahin. Also habe ich auf ihre Vierbeiner aufgepasst und den Stream selbst im TV angeguckt. Am ersten Abend haben wir uns tatsächlich noch gemeinsam den Stream angeschaut. Die erste Band, die ich gesehen habe war Armored Saint. Das erste Mal mit ihnen in Berührung kam ich irgendwann in den frühen 2000ern als ich nachts auf MTV Russia die Sendung "Hard Zone" geguckt habe. Dort wurden verschiedene Videoclips von Metal und Alternative Rock Bands gesendet, die mit Infos versehen waren. So habe ich rausgefunden, dass Sänger John Bush

zu dem Zeitpunkt bei Anthrax gesungen hat. Entweder war das oder die Tatsache dass Anthrax bei "Beavis and Butt-Head" zu sehen waren, der Startpunkt für meine gewisse Vorliebe für Anthrax. Jedenfalls war "We've Come For You All" von Anthrax (mit John Bush am Gesang) das erste und einzige Anthrax-Album auf CD, dass ich mir geholt habe. Vor einigen Jahren habe ich Anthrax dann auf dem Rock Hard Festival gesehen und war etwas traurig, dass sie von diesem Album kein einziges Stück gespielt haben (zumindest meiner Erinnerung zufolge). Anthrax spielten zu dem Zeitpunkt bereits seit etlichen Jahren wieder mit Bushs Vorgänger Joey Belladonna am Gesang, der übrigens auch nicht der Originalsänger ist. Jedenfalls: Jetzt habe ich Anthrax ohne Bush und Armored Saint mit Bush gesehen - wenn auch im anderen Format. Der Auftritt war cool. Die Band wirkte wie eine Zusammenstellung aus verschiedenen Stereotypen der Hard Rock Geschichte. Der eine sah aus wie Slash von Guns'N'Roses, der andere wie Nikki Sixx von Mötley Crüe (von uns liebevoll "Nikki Six Seven" genannt). Währenddessen reflektierte John Bushs Glatze die verschiedenen Lichter sodass es aussah als würde er auf dem Kopf bluten.

Am nächsten Tag erwischte ich den letzten Livestream im Rockpalast von WDR. Eigentlich hätte ich liebend gerne (noch mal) Paradise Lost gesehen. Allerdings endete der Livestream mit dem Auftritt von Dark Tranquility. Ich habe schon hier und da einiges über die Band gehört/gelesen und dachte mir "Ja, das kann was werden". Und es wurde was: Richtig sympathische Band, die ihr Publikum begrüßt und mit ihnen interagiert. Keine arroganten Rockstarallüren. Entspannter schwedischer Melodic Death Metal mit Keyboards. Insgesamt hat es mir zwar gut gefallen und der Sound war im Livestream scheinbar besser als live vor Ort. Allerdings müsste ich mich länger mit der Band beschäftigen um zu checken ob sie tatsächlich was für mich sind.

Hier zwei Videos von MFD:




Mittwoch, 27. Mai 2026

Film der Woche#679: The Munsters (2022)

Okay. Irgendjemand muss es ja machen. Ursprünglich habe ich mir vorgenommen, wieder mal eine Art Marathon zu machen. Thema wären die "Munsters". Ich hätte mir eine Folge der Original-Serie vorgenommen, jeweils eine der Nachfolgeserien als auch die paar Fernsehfilme die es so gibt. Und anschließend dieses Werk von Rob Zombie von 2022. Aber dann dachte ich mir, dass ich eigentlich keinen Bock drauf habe und schließlich beschloss ich einfach "straight to the point" zu gehen. Here it is. Das Remake der ursprünglich schwarz/weißen Fernsehserie aus den 1960er Jahren. 


"The Munsters" von 2022 fungiert quasi als Prequel zu der Serie und erzählt die Backstory der einzelnen Charaktere. Die da wären: Herman Munster (Jeff Daniel Philipps), Lily Munster (Sheri Moon Zombie) und Lilis Vater - der Graf (Daniel Roebuck). Doch eins nach dem anderen. Bevor sie eine Familie mit Kindern wurden war alles ganz anders:

1960er Jahre (?), irgendwo in Transylvanien. Der verrückte Wissenschaftler Dr. Henry Augustus Wolfgang (Richard Brake ) ist von der Idee besessen einen künstlichen Menschen zu bauen, natürlich aus Leichenteilen. Also durchsucht er zusammen mit seinem Assistenten Floop (Jorge Garcia) verschiedene Friedhöfe. Es fehlt noch ein Gehirn. Kürzlich ist ein Astrophysiker namens Shelly von Rathbone gestorben. Also beauftragt Henry Floop damit, sein Gehirn aus der Leichenhalle zu stibitzen. Dummerweise ist zum gleichen Zeitpunkt dessen Bruder, der unlustige Stand-Up-Comedian Shacky von Rathbone ebenfalls gestorben. Natürlich verwechselt Floop die beiden Leichen. Und so entsteht eine relativ unbedarfte, ziemlich dämlich daherkommende Kreatur - angelehnt an Boris Karloffs Rolle als Frankensteins Monster. Man gibt ihn den Namen Herman. So wird Dr. Henry bei der "Premiere" des Monsters im Fernsehen blamiert, weil dieser versucht das Publikum mit schlechten Jokes zu unterhalten. Ganz woanders: Lily Gruesella (Sheri Moon Zombie), die Tochter des Vampirgrafen (Daniel Roebuck) und irgendwann mal Erbin dessen Schlosses verliebt sich in Herman als sie ihn im Fernsehen sieht. Dieser versucht sich nun als Rockmusiker und als er Lily tatsächlich mal backstage sieht, verknallt er sich ebenfalls. Gleichzeitig versucht die Ex-Frau des Grafen, Zoya Krupp (Catherine Schell) ihm um sein Anwesen zu betrügen. So erpresst sie seinen Sohn, den Werwolf Lester (Tomas Boykin) dazu seinen Vater zu überzeugen, das riesige Schloss zu verkaufen. Das klappt allerdings vorerst nicht - doch der Plan geht schließlich auf weil Lilly den dümmlichen Herman heiratet, der ohne viel nachzudenken einen ihm von Lester gezeigten Vertrag unterschreibt. Das frisch gebackene Ehepaar und der Schwiegervater sind nun gezwungen, sich eine neue Bleibe zu suchen. 

Das positive zuerst. Die Kostüme, das Bühnenbild, das Make-Up. Alles absolut große Klasse und definitiv in der Lage, die Originalserie nachzubilden. Der Soundtrack ist eine Mischung aus Garage/Surf Rock und Rockabilly/Psychobilly. Der eine Song den Herman in der Bar performt, der auf stupiden Jokes basiert, ist großartig. Auch das Cover von Sonny Bono und Chers "I Got You Babe" von Sheri Moon Zombie und Jeff Daniel Philipps ist wirklich Top Notch. Und natürlich die Tatsache, dass die Schauspieler mehrere verschiedene Rollen spielen. Das find ich wirklich großartig. So ist Sheri Moon Zombie nicht nur Lily sondern auch auch eine Nachrichtensprecherin im Fernsehen, Daniel Roebuck ist der Graf als auch der Fernsehmoderator Ezra Mosher und zu guter letzt spielt Jeff Daniel Philipps sowohl Herman als auch den Stand-Up-Comedian dessen Gehirn aus Versehen geklaut wurde. "The Munsters" schafft es das Feeling der 1960er Sitcom rüberzubringen. Es ist alles genauso simpel gestrickt bzw. stupide. Und darin liegt gleichzeitig auch das Problem des Films. Er bietet im Prinzip schon was neues, also eine Vorgeschichte - und es ist stellenweise wirklich witzig. Aber gleichzeitig auch so unfassbar kringelig, dass ich das Gefühl hatte mein Gehirn würde bald versagen. Es ist im Grunde genommen eine Fan-Made Production, erschaffen von einem sehr großen Fan der Sitcom: Rob Zombie, der das schon immer machen wollte und nun die Chance dazu hatte. Es hätte vielleicht als Serie funktioniert, für die absoluten Die-Hard-Fans. So wirkt der Film irgendwie unfertig und hat auch ein äh unfertiges Ende. Irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt. Jedenfalls habe ich jetzt definitiv noch weniger Bock mir irgendwas von der Original-Serie bzw. den Nachfolgern anzugucken. Da bevorzuge ich doch lieber die Addams Family. 

5,75/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 26. Mai 2026

Comic Book Review#677: Godzilla vs. X-Men (2025)

Um die Worte von DJ Khaled zu zitieren: "Another one."

Diesmal befinden wir uns, den Anschein nach, in den 1990ern. Zumindest sind die hiesigen Versionen der X-Men so gekleidet als würden sie der 1992er Zeichentrickserie entstammen. Der erste Schauplatz der Story ist die Küste von Japan. Godzilla greift den Hafen des technologischen Unternehmens "Tsugunai Robotics" an. Die ganze Situation wird vom Mutanten Shiro beobachtet. Der CEO der Firma

nimmt daraufhin, angeleiert durch Shiro, Kontakt zu Professor Charles Xavier von den X-Men auf. Die Mutantengruppe, angeführt von Cyclops, soll sich nun Godzilla vornehmen. Um den "King of the Monsters" angemessen bekämpfen zu können, stiehlt Remy LaBeau aka Gambit den "Super-Adaptoid". Dabei handelt es sich um ein kostüm-ähnliches Konstrukt, das in der Lage ist verschiedene Kräfte zu adaptieren. In Verbindung mit Pym-Partikeln kann es auch auf übermenschliche Größe wachsen. So setzen die X-Men es nach ihrer Ankunft in Japan an. Sie kombinieren darin ihre Superkräfte um gegen Godzilla vorzugehen. Fast schon wie bei einem Kampf a lá "Godzilla vs. Jet Jaguar". Doch Godzilla möchte nicht gegen sie kämpfen. Charles Xavier kann ja Gedanken lesen, doch die Gedanken Godzillas sind voll von Emotionen und nicht Worten. Irgendwas hat "Tsugunai Robotics" was Godzilla erheblich stört. Irgendwas unglaublich gefährliches.

Ohne hier großartig zu spoilern: Es gibt hier ein Comeback von Biollante, Battra und Rodan. Auf einem Haufen. Wie und warum genau, lasse ich an der Stelle mal offen. Es läuft alles nach einer alten Formel. Die Superhelden tauchen auf, um gegen Godzilla zu kämpfen. Doch es stellt sich heraus, dass er eigentlich nicht ihr Feind und die Sache etwas komplizierter ist. Ich muss sagen, an einem Punkt fand ich die Story überraschend gut. Ich hätte mir allerdings denken können, dass Xavier versuchen wird, Godzillas Gedanken zu lesen. Anyways: Die Story ist alles andere als schlecht, jedoch durchaus vorhersehbar. Es ist klar, dass die X-Men nicht wirklich gegen Godzilla kämpfen werden sondern gegen einen gemeinsamen Feind. Ich fänds ehrlich gesagt nicht schlecht, wenn es von vornherein so gewesen wäre - dann hätte man nicht diesen dummen "Achja, wusst ich's doch"-Moment. Und es wäre ein Ticken frischer gewesen. Es hat mir trotzdem Spaß gemacht.

7/10 Pfandflaschen
Made by: Fabian Nicieza, Emilio Laiso
Hier ein Video von NotifrikiTV: