Dienstag, 17. Februar 2026

Comic Book Review#668: Batman#423 (1988)

Ich vermute mal, dass ich auf diesen Comic gekommen weil Instagram mir gerne Werke von Comic-Autor/Zeichner Todd McFarlane vorschlägt. Tatsächlich hat dieser das Cover hier gezeichnet. Sein Name ist auf dem Cover auch vermerkt, jedoch im Heft nicht. Was ich schade finde.

Geschrieben von Jim Starlin, gezeichnet von Dave Cockrum. Die Geschichte in der Ausgabe#423 von September des Jahres 1988 zeigt drei klitzekleine Batman-Stories aus der Sicht von drei Gothamer Polizeibeamten die alle in der gleichen Nacht auf den Dunklen Ritter getroffen sind. Jeder von ihnen erzählt seine Story. Den Anfang macht ein Polizist namens Bart. Dessen Aufgabe war um 2:45 nachts den Selbstmord eines jungen Mannes namens Kenny zu verhindern. Kenny selbst ist heroinsüchtig und sieht keinen Sinn mehr im Leben. Als Batman auftaucht und es auch nicht schafft, dass er nicht springt kommt es zu Folgenden: Batman springt hinterher und wird von einer eigenen Enterhaken-Vorrichtung
aufgefangen. Er fängt den Jungen und redet so lange auf ihn ein, bis dieser seinen Fehler einsieht. Der andere Polizeibeamte namens Greg erzählt hingegen eine etwas andere Story. Darin ist Batman nicht schockierend sondern gewalttätig. So verhindert dieser nach einem Überfall durch eine Bande Punks auf ein Kiosk schlimmeres. Er verprügelt alle Bandenmitglieder und bedroht einen. Dabei sagt er, dass er in der Lage ist die allerschlimmsten Schmerzen auf der Welt zu verursachen. Die Sache endet damit, dass der Punk durch ein Fenster fliegt. Der dritte Cop im Bunde setzt sich am Ende der Ausgabe mit an den Tisch in einem Diner, in welchem die beiden anderen dinieren und erzählt wiederum was anderes. Er war heute nacht auf Patrouille als er zwei Kinder gesehen hat, die bei seinem Anblick weggerannt sind. Er wollte ihnen nichts tun, sondern wahrscheinlich sie zu ihren Eltern bringen. Es war immerhin sehr spät. Leider konnte er sich nicht einholen - bis Batman aufgetaucht ist. Das ältere von den beiden Geschwistern erzählte wie ihre Mutter gestorben ist, ihr Vater mit ihnen nach Gotham kam wegen eines Jobs und schlußendlich abgestochen wurde. Als man sie versucht hat in zwei unterschiedliche Kinderheime zu stecken, flüchteten sie und leben seitdem auf der Straße. In einer Box unter einer Brücke. Batman hört sich die Geschichte an und ist sichtlich gerührt. Die beiden anderen Cops können Jackson jedoch kaum glauben. Am Ende der Story sieht man wie die beiden Kids in einem Gästezimmer im Wayne Manor übernachten während Bruce Wayne seinen Butler Alfred damit beauftragt die nächsten Verwandten der beiden ausfindig zu machen.

Wenn man das Cover sieht, denkt man dass es sich wahrscheinlich um eine Entführungsgeschichte handelt. Batman hält hier eine Frau in seinen Armen, die sich nun sicher zu fühlen scheint. Fast so als hätte er sie aus den Fängen von Kidnappern gerettet. Doch damit hat die Story absolut nichts am Hut, wie ihr gerade gelesen habt. Stattdessen macht man den gleichen Move, wie später in der 1992er Batman-Zeichentrickserie oder noch später in "Batman: Gotham Knight". Man lässt drei Personen ihre drei Sichtweisen auf Batman schildern. Eine durchaus gelungene Maßnahme, um die verschiedenen Facetten des Dunklen Ritters zu zeigen. So verstehe ich zwar, dass er den H-Abhängigen beinahe anschreit, er solle sein Leben in Griff kriegen - dabei werden aber die Ursachen komplett unterschlagen. Er ist gewalttätigen Bandenmitgliedern, die drohen eine Frau zu töten, gegenüber selbst gewalttätig. Und zu guter letzt zeigt er sein großes Herz, wenn es um obdachlose Kinder geht. Eine meiner Meinung nach recht treffende Darstellung. Mit einem Bein steht die Story irgendwo kurz vor den brutalen 1990ern, mit dem anderen allerdings in den fröhlichen 1960ern. Schön bunt und durchaus realistisch gezeichnet ohne jedoch einen cartoonesken Touch zu verlieren - fast wie in "The New Adventures of Batman". Interessanter Ausflug.

8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von Comics with José:


Montag, 16. Februar 2026

Album der Woche#672: Sledgehammer Facelift - He Is Rizen EP (2024)

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf dieses Album gekommen bin. Entweder wurde es mir, wegen des absolut großartigen Covers zugeschickt oder ich weiß nicht. Nur um es mal, runterzubrechen: Ein Jesus in JNCO-Jeans (das sind doch welche, oder?), der von mehreren Leuten umringt ist. Darüber der grade mal so lesbare Bandschriftzug und dadrunter der Titel "He Is Rizen". Ganz genau, mit einem Z. Auch die Aufgaben der Bandmitglieder werden mit Zs versehen. So haben wir Drumz, Vocalz, Stringz. Nur bei "Bass" hat man kein Z hinzugefügt. Achja, mit drei Tracks ist es nicht wirklich ein Album sondern eher eine EP. Aber das ist meine Interpretation. Was zur Hölle ist das hier überhaupt?


Fünf Bandmitglieder, darunter zwei Vocalists (480Troy und Rolo) präsentieren eine kurzweilige jedoch äußerst brutale Death Metal EP. Und zwar aus der Sparte "Brutal Death Metal". Direkt aus Phoenix, Arizona präsentieren die beiden oben genannten Sänger plus Dillon an der Gitarre, Seth and den Drumz und Taylor am Bass ganze drei Songs: "Pain Is Free", "He Is Rizen" und "Savage State Of Mind". Dabei funktioniert alles nach der Formel "Wir machen Death Metal aber haben kein Problem mit Deathcore und überhaupt ich mach jetzt ÜÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜÜÜÜH". Überhaupt ist das hier mein Lieblingszitat. In "Pain Is Free" heißt es tatsächlich "ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH OOOOOOOOOOOH!". Es ist fantastisch. Brachiale Drums, Breakdowns, ein Bassist den man kaum hören kann und zwei Sänger die sich anhören wie drei weil einer die Stimmlage wechseln kann. Zumindest höre ich das irgendwie heraus. Es geht höchstwahrscheinlich um verschiedene Aspekte von zwischenmenschlichen Abgründen. Und natürlich samplet man irgendeinen Horrorfilm, den ich jetzt nicht kenne. 

Holy fuck, ist das hohl. So hohl. So hohl. Und zwar so hohl, dass es wiederum sehr viel Spaß macht, anzuhören. Heiliger Fick, ist das großartig.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Lol, es sind doch nur drei Songs die ich oben schon erwähnt habe.

Bandcamp

Donnerstag, 12. Februar 2026

My Favorite TV-Show: 24 Double Feature!

Und weiter geht die fröhliche Reise ins Land von "24". Diesmal behandeln wir zwei...Fortsetzungen oder so in der Art.

24: Live Another Day

Kaum ging es letztens erst mit der Hauptserie zu Ende, schon geht es an der gleichen Stelle weiter. "24: Live Another Day" ist im Grunde genommen eine Fortsetzung, kein Ableger, kein Spin-Off. Anstelle von 24 Folgen haben wir hier ganze 12. Doch eins nach dem anderen.


Wir befinden uns in London. Jack Bauer (immer noch Kiefer Sutherland) ist hier untergetaucht weil er sowohl von der US- als auch von der russischen Regierung gesucht wird. Schließlich hat er in der letzten Staffel aus Rache für den Tod von Renee Walker Mitglieder der russischen Regierung verletzt oder getötet. Chloe (Mary Lynn Rajskub), eine ebenfalls ehemalige CTU-Agentin und Bauers Vertraute hat sich einer Gruppe von Hackern angeschlossen. Sie selbst ist mittlerweile Whistleblowerin und wurde vom Londoner Zweig der CIA verhaftet. Man vermutet dort, dass Bauer einen Anschlag auf US-Präsident James Heller (William Devane), der in Staffeln 4-5 Außenminister war, plant. So findet man und verhafet ihn. Dies war allerdings nur eine Finte Bauers um irgendwie in die Nähe von Chloe zu kommen und sie da rauszuholen. Warum ist Heller in Großbritannien? Nun, es geht ihm um ein Treffen mit der britischen Regierung. Die USA sollen eine Drohnenbasis auf der britischen Insel Diego Garcia weiter betreiben dürfen. Zu blöd nur, dass eine amerikanische Drohne von jemand unbekanntes aus der Ferne manipuliert wird und mehrere britische Soldaten tötet. Es kommt zu einen Skandal. Der zuständige Drohnenpilot wird verhaftet und ihm werden mörderische Absichten unterstellt. Tatsächlich scheint jemand wirklich vorzuhaben, ein Attentat auf Heller durchzuführen. Jack tut sich mal wieder mit Chloe zusammen um näheres rauszufinden und das aller aller schlimmste zu verhindern.

Diesmal hat man die Handlung immer noch in 24 Stunden untergebracht, allerdings in 12 Folgen. So findet vor der letzten Folgen ein Zeitverschiebung von 12 Stunden statt. Eine ziemlich einfache Lösung. Alles findet immer noch in Echtzeit statt. Und zwar alles genauso unrealistisch viel für "nur" 24 Stunden. Man hat einfach die Handlung von L.A./Washington/N.Y. nach London versetzt und die britische Schauspiellegende Stephen Fry als Premierminister engagiert. Chloe sieht aus wie eine äh Goth-Hackerin. Nachdem ihrer Familie wirklich super schlimmes widerfahren ist, ist sie voller Trauer. Darum muss sie jetzt wie Noomi Rapace in diesen Stieg-Larsson-Verfilmungen aussehen. Es ist eine durchaus würdige Fortsetzung, die zeigt was passiert nachdem man Jack gesagt hat "nun äh sie sind frei, laufen sie weg, weil äh wir müssen sie leider jagen, so rechtlich gesehen dies das" und er geantwortet hat "ja boah keine ahnung macht das halt, mir egal. ihr kriegt mich nie". Wieder mal Intrigen über Intrigen. Ein Verräter in eigenen Reihen. Ein "Rogue Agent" wie Bauer, der offiziell mit den Behörden zusammenarbeitet obwohl er eigentlich hätte verhaftet werden müssen. Russland. Chinesen. Araber. Anschläge. Alles wie gehabt. Ich hatte Spaß daran, jedoch trotzdem sieht man hier schon einige Ermüdungserscheinungen. Irgendwo kopiert sich die Serie selbst und schafft so einen gewissen Nostalgie-Effekt. Es ist in Ordnung.



24: Legacy

"24: Legacy" darf definitiv gleichzeitig als Fortsetzung der ursprünglichen Serie (weil hier Charaktere daraus vorkommen) als auch als Spin-Off betrachtet werden - denn insgesamt hat sie nichts mit Jack Bauer und seiner direkten Umgebung zu tun.


Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Eric Carter (Corey Hawkins). Er ist ehemaliger Army Ranger, der einst für die CTU gearbeitet hat. Eines Tages wird das Haus überfallen, in welchem er als auch seine Frau Nicole (Anna Diop) wohnen. Die Angreifer sind islamistische Terroristen, die irgendein bestimmtes Paket haben wollen. Eric ist ratlos, ergreift aber die Initiative - und auch Nicole kann sich mit Einsatz von Schußwaffen wehren. Es stellt sich heraus, dass Eric einst an der Liquidierung des dschihadistischen Terroristen Ibrahim Ben-Khalid beteiligt war, zusammen mit anderen Soldaten die inzwischen ein bürgerliches Leben führen. Ben-Khalids Sohn Jadalla (Raphael Acloque) ist in der Hierarchie aufgestiegen und hat die ursprüngliche Terrorgruppe fortgeführt - um unter anderem seinen Vater zu rächen. Sein Vorhaben: eine Liste von verschiedenen Schläferzellen finden um sie zu aktivieren, damit sie Terroranschläge in den USA verüben. Eric arbeitet nun mit der CTU zusammen, um die Terroristen zu finden und auszuschalten. Die CTU hingegen wird u.a. vertreten durch die ehemalige Direktorin Rebecca Ingram (Miranda Otto, bekannt u.a. aus Herr der Ringe) - sie hingegen war einst für die Liquidierung Ibrahim Ben-Khalids verantwortlich und ist somit eines der Ziele der Terrorgruppe.

Ich habe versucht, nicht zu spoilern, aber ich hätte es genauso tun können. "24: Legacy" bietet den Zuschauern ehrlich gesagt nicht viel neues. Das gleiche Schema mit den 24 Stunden in Echtzeit, allerdings gepresst auf 12 Folgen, die irgendwann 11 Stunden überspringen. Ein Hauptcharakter der besessen von seinem Job ist. Seine Partnerin, die mitfühlend ist und von seiner Besessenheit beunruhigt ist. Agenten der CTU die voll aufs Ganze gehen, Intrigen innerhalb der Strukturen, Menschen die ausgeknockt werden müssen, gefoltert und verprügelt werden müssen. Es macht Spaß, sich das ganze anzugucken. Aber nur wenn man den Aspekt ausblendet dass es eigentlich ziemlich hohl ist. Was heißt "ziemlich"? Es ist absolut hohl.





Mittwoch, 11. Februar 2026

Film der Woche#669: The Decline of Western Civilization, Part II: The Metal Years (1988)

Und schon sind wir beim zweiten Teil der Reihe angekommen, den ich tatsächlich bis jetzt nicht gesehen habe. 

Der Titel ist leicht irreführend. Schließlich geht es hier zwar auch um Heavy Metal, aber größtenteils stehen Hair Metal Bands im Fokus die jetzt nicht wirklich "Heavy" im ursprünglichen Sinne sind. Aber egal. Ähnlich wie im ersten Teil werden bei einem Auftritt die Warnungen vorgelesen, dass die Konzerte zu Dokumentationszwecken aufgenommen werden. Danach geht es ähnlich zu wie im ersten Teil. Regisseurin Penelope Spheeris dokumentiert eine bestimmte Szene. Und zwar die von Los Angeles in den Jahren 1987-1988. In den Interviews glänzen zu dem Zeitpunkt bereits Veteranen des Hard Rocks wie Paul Stanley und Gene Simmons (beide KISS), Ozzy Osbourne (ex-Black Sabbath), Steven Tyler und Joe Perry (beide Aerosmith) und Alice Cooper. Darüber hinaus kommen noch sehr junge
Bands zu Wort wie Faster Pussycat, Seduce, Odin, London, Tuff, W.A.S.P. als auch die einzige All-Female-Band Vixen. Während die Alteingesessenen darüber sprechen, dass es keine gute Idee war irgendwann so viele Drogen und Alkohol zu konsumieren und dass sie jetzt froh darüber sind, viel Geld und ein sicheres Zuhause zu haben, sind die jüngeren unter den Interviewten fest davon überzeugt dass sie es "schon irgendwann schaffen werden ein Rockstar zu sein". Ohne jeglichen Backup-Plan. Und wenn alles nicht klappt, dann scheiß drauf. Während Ozzy Osbourne in seiner "verrückte Hausfrau Ära", KISS und Aerosmith grade mal so irgendwie in das Glam Metal Schema passen, ist das bei Megadeth bzw. Dave Mustaine nicht der Fall. Er will einfach nicht ins Schema passen, weil die Texte seiner Band sich nicht um Sex und Drogen drehen. Ähnlich sieht es aus bei Lemmy von Motörhead.

"The Metal Years" wurde kontrovers diskutiert. Es ist nämlich bekannt dass Elemente von zwei Szenen, nämlich das Interview mit Chris Holmes von W.A.S.P., als auch ein Teil des Ozzy-Interviews gefaket sind. So übertreibt Holmes ganz offensichtlich indem er sich Vodka ins Gesicht schüttet. In einer in der Post-Produktion manipulierten Szene sieht man wie eine Hand (die scheinbar Ozzy Osbourne gehört) Orangensaft verschüttet (bitte keine Money Boy Anspielungen). Ansonsten hat man über diesen Film behauptet, dass er teilweise daran Schuld ist, dass die Glam/Sleaze Metal Szene schlußendlich untergegangen ist und Thrash Metal als auch Grunge am Ende die Oberhand hatten. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Sicher, einige haben das gesehen und dachten sich "meine Fresse, was sind das nur für Vollidioten die nur Titten, Drogen und Sex mit Minderjährigen" im Kopf haben, sodass sie erst recht nichts damit zu tun haben wollten. Andererseits war diese Szene bereits eh schon dabei sich zugrunde zu richten. Alleine durch den ewig währenden Drogen- und Alkoholkonsum. Kein Wunder dass härtere und etwas klügere Bands wesentlich erfolgreicher waren. Nicht jeder im Film interviewte Musiker ist hier ein Vollidiot. Ozzy, Lemmy und Alice Cooper wirken tatsächlich am vernünftigsten. Die ganzen weiblichen Protagonistinnen scheinen auch einen wesentlich vernünftigeren Plan von der Zukunft zu haben - im Gegensatz zu den Männern. Zumindest die meisten. Es gibt hier allerdings genauso Frauen die nur Sex und Rock'N'Roll im Kopf haben. Interessant ist auch, wie androgyn die Männer ausgesehen haben und wie attraktiv das auf Frauen gewirkt hat. Der Film ist keine "Fortsetzung" vom ersten Teil in dem Sinne, dass er an die Handlung ansetzt. Er zeigt L.A. aus einer anderen Sicht. Diesmal steht nicht die Gewalt in der Szene im Vordergrund sondern Sex und Drogen. Es ist ein Fest des Kringelns. Vieles hier gesagte, geht einfach gar nicht klar - ähnlich wie im ersten Film. Allerdings ist es nun mal ein Zeugnis der damaligen Zeit. Und das ist nun mal so.

7/10 Pfandflaschen
Trailer: