Am Anfang der Story stellen wir fest: Es gibt nicht nur ein Mega City One sondern auch ein Mega City Two. Beide Riesenstädte liegen an der Ost- bzw. Westküste der USA. Alles dazwischen ist post-atomares Brachland bewohnt von Mutanten, entstellten Menschen, verwilderten Stämmen, Robotern, wilden Tieren und allen anderen die einem nach dem Leben trachten. Judge Joe Dredd, einer der gefürchtetesten und respektiertesten Polizisten in Mega City One kriegt eine unmögliche Aufgabe. Zusammen mit ein paar anderen Judges als auch speziell ausgestatteten und trainierten Robotern soll er Impfstoff nach Mega City Two transportieren. Dort herrscht nämlich eine fürchterliche Pandemie und die Impfung ist wohl die letzte Rettung. Dredd kriegt zu Beginn der Storyline mit, was der Pandemie-Virus denn überhaupt so kann. Judge Red (!) befindet sich in Quarantäne und es dauert nicht lange, bis er sich in eine Art primitiven, kannibalistischen Höhlenmenschen verwandelt. Auf geht's, also. Doch zuerst holt sich Dredd einen eher unfreiwilligen Helfer. Der Kriminelle Spikes Harvey Rotten, der angeblich geläutert ist, wird prompt aus einem Hochsicherheitsgefängnis geholt. Der Biker scheint eine gute Wahl für den Job zu sein. Er ist furchtlos und dreist. Auf ihren Weg nach Mega City Two treffen die Judges und Spikes Harvey Rotten (der eine offensichtliche Anspielung auf Sid Vicious ist) auf äußerst illustre Gestalten. Die merkwürdigsten und beklopptesten Kapitel (meiner Meinung nach) sind die in einer Wild West mäßigen Kleinstadt. In der Umgebung gab es einst einen Dino Park mit echten Dinosauriern. Eines der übergeblienen Dinos ist ein Tyrannosaurus Rex, der "Satanus" genannt wird. Die Bewohner des Städtchens bringen ihm regelmäpig Menschenopfer um ihn in Zaum zu halten.
Ich glaube die Geschichte mit Satanus war wohl eine der beklopptesten die ich je gelesen habe. Vor allem die durchaus grässlichen Zeichnungen von Mick McMahon haben's in sich. Die emotionalste ist allerdings die Story um den Alien Tweak (der aussieht wie ein Ameisenbär). Vor Jahren wurde seine Familie von irdischen Menschen versklavt und er selbst musste seine Intelligenz zurück halten um bloß nicht aufzufallen. Tatsächlich hat er auch Steine auf die Gräber seiner Liebsten gelegt, damit sie nach dem Tod "was zu Essen haben". Kommt mir alles sehr bekannt vor. Irgendwie hört es sich an wie eine Mischung der US-Amerikanischen Sklaverei als auch jüdischer Traditionen (ich spreche von den Steinen - natürlich abgewandelt). Mir gefallen die Zeichungen von Brian Bolland viel mehr. Sie sind so klar und deutlich, so detailliert. Da sitzt wirklich jeder Strich. Meiner Meinung nach sehen sie "teurer" aus, als würde man sich den Zeichner gar nicht leisten können. So gut ist er. Verantwortlich für den Skript sind Pat Mills und Dredd-Schöpfer John Wagner. What a fantastic read.
8,5/10 Pfandflaschen
Ein Video dazu von Unqualified Commentary:



