Mittwoch, 4. Februar 2026

Film der Woche#668: The Decline of Western Civilization (1981)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche". Ich habe den ersten Teil der "The Decline..."-Reihe vor ziemlich langer Zeit gesehen und konnte mich nicht mehr an besonders viel erinnern. Außerdem habe ich schon mal den dritten Teil gesehen, aber nie den zweiten. Es wird auf jeden Fall Zeit alle drei auf diesem Blog durchzukauen. Wir fangen an mit dem Klassiker von 1981.


"The Decline of Western Civilization" ist ein Dokumentarfilm der zwischen 1979 und 1980 in Los Angeles gedreht wurde. Regisseurin Penelope Spheeris (später bekannt für solche Werke wie "Suburbia" oder "Wayne's World") bekam ursprünglich ein Angebot, einen Pornofilm zu drehen, überzeugte die Produzenten aber etwas anderes zu machen. Gewalt und "extreme" Musik würden ja schließlich (theoretisch) auch ein Publikum anziehen. So drehte sie zusammen mit Kameramann Steve Conant und den Schnittmeistern Charlie Mullin und Peter Wiehl diesen Film hier. Wo der Titel wirklich herkommt, weiß man nicht so richtig. Es geht grob gesagt um die Punk-Szene in Los Angeles zu dem Zeitpunkt. Der Film besteht grob gesagt aus Interviews mit Musikern, Betreibern des Fanzines (und späteren Record Labels) "Slash", verschiedenen Clubbesitzern als auch einigen Fans. Die dabei interviewten Musiker sind die Bands Black Flag, X und The Germs. Dazu kommen noch Live-Auftritte von besagten Bands als auch von der Alice Bag Band, Circle Jerks, Fear als auch Catholic Discipline - der Band in welcher Claude Bussy, einer der Redakteure des "Slash"-Zines gesungen hat. 

Die hier interviewten Fans bzw. Szenemitglieder wirken größtenteils wie ziemlich hoffnungslose und traurige Menschen (männlich) oder durchaus kreative aber ebenso traurige Menschen (weiblich). Währenddessen wirken die Bands als würden sie das Leben, was sie haben, durchaus genießen. Es entsteht ein merkwürdiger Gegensatz: Die Bands sind generell ziemlich gut drauf, während die Fans absolut hängen geblieben sind. Darüber hinaus muss man festhalten: Der Film ist ein Kind seiner Zeit. Nämlich der Zeit in der die Punkszene noch nicht fest "geformt" war. Es gab keine Szene-"Regeln" bezüglich Gewalt oder irgendwelchen Werten. So haben wir hier einen 14-jährigen Skinhead namens "Eugene" der sich über Schwarze aufregt und dabei das "N-Wort" nutzt, aber auch berechtigerweise die Gewalt in der Szene kritisiert. Wir haben ziemlich gewalttätige Konzertaufnahmen, von denen Fear-Sänger Lee Ving behauptet sie wären alle während des Auftritts seiner Band aufgenommen worden, bei welchen klar ersichtlich ist dass diese Leute vllt. nur stellenweise Spaß haben aber auch einander weh tun wollen. Meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Zeitzeugnis, vor allem für all die Leute die der Meinung sind, dass Punk "schon immer" für einen Zusammenhalt untereinander stand und für irgendwelche progressiven Werte. In erster Linie war die erste Welle des Punk eine Reihe von "Nein"s. Nein zu allen möglichen Formen der Mainstream-Musik, Politik, Art zu Reden, Nein zu dieser Gesellschaft. Daraus schöpft sich auch eine dementsprechend aggressive, negative als auch gewalttätige Attitüde. "The Decline..." ist ein wichtiges Zeugnis dieser Zeit. Es gibt allerdings einen sehr wichtigen Kritikpunkt, der auch von Teilen der hier dargestellten Bands gebracht wird: Der Film wirkt stellenweise wie eine stark überzogene, negative und nihilistische Darstellung der Szene - während es zur gleichen Zeit immer noch sehr viele kreative Köpfe gegeben hat, die wenig mit der hier dargestellten Gewalt zu tun hatten.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:



Dienstag, 3. Februar 2026

Comic Book Review#666: Freddy vs. Jason vs. Ash#5-6 (2008)

Allrighty then. Diesmal sind wir am Ende der Reihe angelangt - und schon in der vorletzten Ausgabe#5 merkt man, dass es bald zu Ende gehen könnte. Aber man muss ja noch einen drauf setzen. 

In der fünften Ausgabe kämpft Jason gegen seine von den Toten auferstandenen Opfer, die ähnlich wie in "Evil Dead" sehr äh dämonisch sind und ihm endgültig töten wollen. Freddy Krueger hat nun Fähigkeiten, die nicht mehr nur in der Traumwelt funktionieren. Er ist nun auch irgendwie in der Lage die Realität zu verändern. Mithilfe des Necronomicons würden seine Kräfte allerdings noch stärker werden. Ash schafft es irgendwie das Buch zu stehlen und zu fliehen, wird aber von dämonischen

Bäumen gefangenen genommen und von dämonischen Raben gepiekst. Wieder mal schafft er es allerdings, zu entkommen. Zusammen mit Caroline, die die einzige Überlebende aus dem neuen S-Mart ist, will er nun endgültig die Sache zu Ende bringen und eine Passage aus dem Buch vorlesen, die Freddy und Jason (oder zumindest nur Freddy) endgültig zurück in die Hölle bringt. Da Freddy aber die Realität verändern kann, schafft er es Ash abzulenken und Caroline zu kidnappen. Allerdings taucht in letzter Minute der sichtlich schlauere Jason auf und es kommt zu einem Kampf zwischen ihm und Ash. Letzterer schafft es, Jason den Arm abzuhacken, der sich allerdings in den Stumpf einfach eine Machete reinsteckt. Wie auch immer, Jasons Business ist mit Freddy zu erledigen - sodass er Ash aus dem Fenster des neu erschaffenen Elm Street Hauses schmeißt, dass bald darauf zusammenbricht.

Nun sind wir also am Ende angekommen: Ash ist halb unter den Trümmern des Hauses begraben und bewusstlos. Caroline schafft es, mit dem Necronomicon vor Freddy zu fliehen, der nun eine weitaus dämonische Gestalt hat und fliegen kann. Außerdem kann er Sachen in die Luft jagen. Schließlich ist er beinahe sowas wie ein Gott, der nun die Realität verändern kann. Sein Vorhaben ist: Mithilfe des Buches die Welt komplett zu seinem Gunsten verändern. Kurz bevor er die Worte "Klaatu Verada Nikto" zu Ende vorlesen kann, nachdem er das Buch aus Carolines Händen gerissen hat, wird er von Ash mit einem Auto gerammt. Lange Rede kurzer Sinn, Jason hat immer noch eine Rechnung mit Freddy offen, unterbricht den Kampf Ash vs. Freddy - und wird von mehreren Freddies gepiesackt. Zum Ende hin schafft man es doch, die besagten Worte vorzulesen, Freddy wird in die Dimension der Deadites gesaugt während Jason von durch ein weggeschleudertes Auto unter dem eingefrorenen Crystal Lake begraben wird.

Meine Fresse, ich weiß nicht wie viele Gehirnzellen ich bei der Lektüre verloren habe. Mit Ash haben wir einen tatsächlich heldenhaften Charakter mit großer Klappe, der dafür prädestiniert ist, zu gewinnen. So ist es ein tatsächlich halbwegs zufriedenstellendes Ende. Die beiden Bösewichte sind ähhh weg und der Held verschwindet mit einer neuen Freundin. Ganz richtig, der zu dem Zeitpunkt 35-jährige (und im Einzelhandel tätige, irgendwie fühlt sich das bekannt an) brennt nun mit Caroline durch. Wobei ich keine Ahnung habe, wie alt sie ist. Also mindestens 18 ja, aber trotzdem fühlt sich das ziemlich falsch an. Anyway, keine Ahnung in welchem Franchise das Kanon ist und in welchem nicht/doch/wieder/wieauchimmer. Es hat Spaß gemacht, aber gleichzeitig war es so dumm und stellenweise unglaublich häßlich gezeichnet, dass ich laut auflachen musste.

6/10 und 7/10 Pfandflaschen
Und wieder ein Video von ComicgeddonTV:


Montag, 2. Februar 2026

Album der Woche#670: King Dude - Love (2011)

Ich habe in meinem Leben es geschafft, bisher zwei mal King Dude zu sehen. Einmal im Essener Turock und einmal in der Bochumer Trompete. Beide Berichte könnt ihr unter den Hyperlinks aufrufen. 

Es ist fast schon unfassbar, dass bis jetzt kein einziges Albumreview es bis hierhin geschafft hat. Dabei ist die Discography von TJ Cowgill schon äußerst vielfältig und bedarf eigentlich eines ausführlichen Reviews bzw. Reviewreihe. Nun ja, jedenfalls ist "Love" das zweite Album des Seattler Musikers. Seitdem gab es noch neun weitere Veröffentlichungen, die unter anderem beim deutschen Record-Label "Van" rausgekommen sind - das unter anderem Urfaust und The Ruins of Beverast veröffentlicht. Und das von einem Mitglied der letzgenannten Band gegründet wurde, aber ich schweife aus.


"Love" bietet den Zuhörern eine Art Spagat zwischen US-Amerikanischen Folk wie er von Johnny Cash oder Woody Guthrie dargeboten wurde als auch gewissen Bands aus der Neofolk-Nische. Im Grunde kann man das zusammenfassen als "Typ mit tiefer Stimme und Akkustik-Gitarre" sitzt in einem dunklen Raum und singt über schöne als auch nicht so schöne Sachen, hat dabei aber stets die Betonung im Sinn." Ergo geht es zwar auch um den Inhalt, aber die Stimme macht wirklich besonders viel aus. Noch besser wird es, wenn ganz viel Hall unterlegt wird, sodass Mr. Cowgill sich anhört als würde er aus dem Jenseits sprechen - oder wahlweise in einen Tunnel hineinrufen, je nach Interpretation. 

Was die Texte betrifft: Es geht um Liebe und den Tod und religiöse Themen. So spricht er in "Don't Want Me Still" über eine verstorbene Liebe, die er nur erreichen kann wenn er selbst eine Todespille einnimmt. "In the Eyes of the Lord" handelt scheinbar von einem Krieg im Namen der Religion. "Spiders in her Hair" ist glaube ich, seit längerer Zeit, das wunderschönste Liebeslied an eine verstorbene Person - oder eine Frau gekleidet im Goth-Stil. Eines der meiner Ansicht nach, populärsten Songs auf diesem Album ist "Lucifer's the Light of the World". Es kehrt das Narrativ aus der Bibel um, nach welchem Gott das absolut Gute und der Teufel das absolut Böse auf der Welt ist. So ist Luzifer derjenige gewesen, der der Menschheit Feuer gebracht hat. Im Song selbst sprechen Adam und Eva über die Rolle Gottes.

Meiner Meinung nach ein fast schon zu kurzes Album. Dafür aber sehr meditativ, mitsingbar, eindringlich und tatsächlich abwechslungsreich dafür dass es relativ minimalistisch klingt. Nur Liebe hierfür.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Spiders in her Hair, Lucifer's the Light of the World, In the Eyes of the Lord



Samstag, 31. Januar 2026

Happenings des Monats: Januar'26

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Happenings des Monats" im Jahre 2026. Tatsächlich war diesen Monat wenig los bei mir. Keine Konzertbesuche, kein Kino, nix. Stattdessen war ich heute (31.01.2026) bei einem Vortrag der "Antideutschen Kommunisten Leipzig" im Oberhausener Druckluft und werde ganz kurz darüber erzählen. Aber nur ganz kurz. Danach gucke ich "Stranger Things".

"Die asiatische Produktionsweise" (Vortrag) von "Antideutsche Kommunisten Leipzig" am 31.01.2026 im Druckluft, Oberhausen

Zunächst mal war es etwas verwirrend. Genosse A. hat die ganze Veranstaltung anmoderiert mit quasi den ungefähren Inhalt des Vortrags, nämlich "warum man als Linker die Ukraine unterstützen sollte". Allerdings dies nicht der ganze Inhalt sondern eher die Schlussfolgerung. Im Großen und Ganzen ging es a) um die sogenannte "asiatische Produktionsweise" die mittlerweile so gut wie überall auf der Welt verbreitet ist und als Brücke dazu b) die Geschichte der Kyiver Rus', der darauf entstandenen Fürstentümer, den Überfall der mongolischen "Goldenen Horde" und die darauf basierende Weiterentwicklung von Fürstentum Moskau zu einem despotischen Staat den wir heutzutage alle kennen und hassen. 


Ziel des Vortrags war nicht, entgegen der Behauptung diverser Haider, darzustellen dass Russen per se "knallharte Despoten" sind und quasi nicht anders können. Das wäre nämlich zutiefst rassistisch (und findet sich übrigens sowohl im rechten als auch linken Lager als Theorie vor). Im Grunde genommen ging es darum eine theoretische und geschichtliche Erklärung dafür zu finden, wieso Russland so groß ist, so machthungrig und so despotisch. Das hat im Grunde genommen unfassbar viele geschichtliche Gründe. 

Diese Gründe sind Grund genug (hey, es ist spät) als westlicher Linker die Ukraine in ihrer Wehrhaftigkeit zu unterstützen. Nicht weil man geil drauf ist sich aufzurüsten und selber Rambazamba in Osteuropa zu machen. Sondern alleine aus dem Grund, dass Despoten und Diktatoren wie Putin den ganzen Arm abreißen, wenn man ihnen den Finger reicht. Der Vortrag hat ganz gut die missliche Lage des Europas zwischen Putin und Trump dargestellt und ich bin der Meinung dass einige linke Orgas sich durchaus mit der Geschichte des Zarentums (als auch der Nachfolger: UdSSR und das moderne Russland) auseinandersetzen sollten. Ich habe fertig. Es ist spät. Danke.