DEUTSCHPUNK FEGEFEUER:
Alles klar. Ab geht's zu den nächsten drei Songs. Natürlich sind dabei drei Meinungen besser als eine.
Raphi:
"„The Hit Pit“ war das Album, mit dem ich bei Amen 81 eingestiegen
bin, und ich liebe es bis heute. „Disfreak“ ist vielleicht nicht
der stärkste Track des Albums, aber der Refrain ist auf einem
ulkigen Reim aufgebaut. Und das war catchy genug, um das Lied hier zu
erwähnen. Gibt’s Jesus Freaks überhaupt noch?"
Philipp:
"Ich droppe in Gesprächen wahnsinnig gerne - gefragt oder ungefragt - Amen 81 als beste deutsche Punkband und das natürlich völlig zu Recht. Kryptische bis deutliche - mitunter sehr zynische - und stets großartige Texte, Musik irgendwo zwischen Crust, (Youth Crew) Hardcore und Deutschpunk, drei sympathische singende bis krächzende Herren, eine beeindruckend klare Haltung gegen Antisemitismus, Mackergehabe und jede erdenkliche Form von Scheiße und eine wahnsinnige Wundertüte an Live-Shows.
Der Song von Raphis Liste setzt sich mit einer fast in Vergessenheit geratenen Subkultur auseinander - den Jesus Freaks. Hierbei wird von Schlagzeuger Thorsten in unnachahmlich zynischer Weise kritisiert, dass Religiosität immer mit Verurteilung anderer Lebensentwürfe einher geht, kulminierend in der großartigen Zeile "Du willst sein wie Jesus Christus - Nimm dir nen Hammer und dann bist Du's/ Vergiss die langen Nägel nicht, denn Du bist kein Leichtgewicht"."
Der Song von Raphis Liste setzt sich mit einer fast in Vergessenheit geratenen Subkultur auseinander - den Jesus Freaks. Hierbei wird von Schlagzeuger Thorsten in unnachahmlich zynischer Weise kritisiert, dass Religiosität immer mit Verurteilung anderer Lebensentwürfe einher geht, kulminierend in der großartigen Zeile "Du willst sein wie Jesus Christus - Nimm dir nen Hammer und dann bist Du's/ Vergiss die langen Nägel nicht, denn Du bist kein Leichtgewicht"."
Ich:
Es ist ein schönes Gefühl, tatsächlich die Platte aus dem Schrank zu holen, das Booklet auszupacken und die Lyrics dazu nachzulesen. "Disfreak" der hier auf diesem Blog mehrfach reviewten Amen81 handelt von einem Phänomen, dass viele Gemüter in der Punkszene gespalten hat: Jesus Freaks. That's right. Anhänger von Jesus Christus die einen auf Alternativ/Szene machen und irgendwie cool rüberkommen - doch hinter all diesem Schein steckt eine zutiefst konservative, sexfeindliche, homofeindliche Ideologie. Genau darum geht es in dem Song. Dabei bleibt man, gewohnt Amen81-style zynisch: "Deine erste große Liebe: Jesus Christus. Du willst wie er sein? Nimm 'nen Hammer, dann bist du's!". Fantastisch.
Raphi:
"Mit Anna Absolut ist die erste österreichische Band in meinem
Beitrag zur Deutschpunk-Party dabei. Das dritte Album „Ultramarin“
ist 2022 bei 30 Kilo Fieber Records erschienen und war die erste Punk
Rock-Veröffentlichung, auf der ich gegenderte Sprache wahrgenommen
habe. Ich meine mich zu erinnern, die Band auch mal für das TRUST
Magazin interviewt zu haben, bin aber nicht mehr ganz sicher. Wie dem
auch sei: die sympathische Band aus Graz macht Musik, die sehr an die
melodischen Ausläufer der zweiten Deutschpunkwelle erinnert, und
rechnet in ihrem Song „Adrenochrom“ mit den Erzählungen von
Verschwörungstheoretiker*innen ab."
Philipp:
"Man kann mich sowieso mit Humor jagen, es gibt wenige Bands, die ich wirklich witzig finde und ich sehe es als deutliches Problem, dass ein Witz nur wenn man ihn das erste Mal hört so richtig richtig witzig ist. Und Musik ist nun mal einfach kein Einmalartikel.
Dieses Lied fand ich tatsächlich schon beim ersten Mal hören nicht witzig, furchtbar Ärzte-esker Pennäler-Humor und dann auch noch Bergdeutsche.
Sich über Nazis und Verschwörungstheorien lustig zu machen indem man suggeriert, es wäre alles wahr und man würde sich schön mit Kinderblut besaufen oder so, ist ein alter Hut und hat seinen Zenit in "Cro, Hafti und Herzl" von grim104 erreicht, seitdem kann man das getrost stecken lassen. Muss nicht sein."
Dieses Lied fand ich tatsächlich schon beim ersten Mal hören nicht witzig, furchtbar Ärzte-esker Pennäler-Humor und dann auch noch Bergdeutsche.
Sich über Nazis und Verschwörungstheorien lustig zu machen indem man suggeriert, es wäre alles wahr und man würde sich schön mit Kinderblut besaufen oder so, ist ein alter Hut und hat seinen Zenit in "Cro, Hafti und Herzl" von grim104 erreicht, seitdem kann man das getrost stecken lassen. Muss nicht sein."
Ich:
Ich finde es ja völlig gerechtfertigt, sich über Verschwörungstheoretiker lustig zu machen. Sei es im musikalischen Kontext oder sonst irgendeinem. Allerdings wirkt dieser Song auf mich krampfhaft lustig/nicht lustig. Im Sinne von "wir sind so scharfzüngig" und poppig und witzig. Okay, die ersten Sekunden des Songs sind tatsächlich super catchy - allerdings gefällt mir der Gesang so gar nicht. Vllt. liegt es daran, dass ich das Thema in meinem Leben bis zum gehtnichtmehr durchgekaut habe und ehrlich gesagt, keine Lust dran habe, es wieder durchzukauen. Insbesondere nicht wenn es darum geht einen poppigen Song darüber zu hören.
Raphi:
"„Dat is Punk, dat raffst du nie!“, ist wohl das bekannteste Lied
von den Kölner Rumpelpunkern. Ich erinnere mich, die Band mal auf
dem Resist To Exist Festival gesehen zu haben, aber nach etwa
eineinhalb Liedern lieber zum Essensstand gegangen zu sein. Das Lied
„Szenekrieg“ handelt wahrscheinlich von Konflikten und
Grabenkämpfen innerhalb „der Szene“; so ganz sicher bin ich aber
auch nicht."
Philipp:
"Vorab so viel: Ich bin der Szenespalter schlechthin, ich unterstütze jede Arroganz gegenüber ungehörigem Verhalten, schlechtem Geschmack, verantwortungslosem Drogenkonsum und politischen Verirrungen sowie allgemeiner Dummheit in der Punkszene, ich würde so weit gehen, dass ich wirklich keinen Bock auf Szenezugehörigkeit und irgendeiner Form diffusen Wir-Gefühls habe, dieser Song trifft quasi direkt mein Ego.
Ehrlich gesagt habe ich mich kaum dazu durchquälen können, ihn mehr als viermal zu hören, denn musikalisch ist das eine etwas dreiste Huldigung der Deutschpunk-Helden der 80er Jahre, leider auch definitiv nicht von der guten Sorte. Daher habe ich also auch nur einen groben Überblick über den Text, denn im Internet ist er nicht zu finden. Ich denke auch ehrlich gesagt nicht, dass es meine Meinung ändern würde.
Ich zitiere an dieser Stelle Mike Watt: "The Kids of today should defend themselves against the 70s"
Das selbe gilt selbstredend für die 80er und 90er. Wirklich sterbenslangweilig."
Ehrlich gesagt habe ich mich kaum dazu durchquälen können, ihn mehr als viermal zu hören, denn musikalisch ist das eine etwas dreiste Huldigung der Deutschpunk-Helden der 80er Jahre, leider auch definitiv nicht von der guten Sorte. Daher habe ich also auch nur einen groben Überblick über den Text, denn im Internet ist er nicht zu finden. Ich denke auch ehrlich gesagt nicht, dass es meine Meinung ändern würde.
Ich zitiere an dieser Stelle Mike Watt: "The Kids of today should defend themselves against the 70s"
Das selbe gilt selbstredend für die 80er und 90er. Wirklich sterbenslangweilig."
Ich:
Kann mich relativ hell daran erinnern, wie ich die Band entdeckt habe. Das Album "There's No Freedom, There's Nur Scheisse!" fand ich tatsächlich ganz cool damals. Insbesondere den Song "Atomschlag". Doch das war damals. Jetzt gerade höre ich mir diese rumpeligen Zeilen "Arroganz in unserer Szene, wollt ihr das denn nicht verstehen" und muss kringeln. Also, so richtig richtig kringeln. Der Sound Scheiße, der Gesang Scheiße. Ich weiß nicht, ob man dabei an den Albumtitel versucht anzuspielen. Keine Ahnung. Jedenfalls finde ich das hier fürchterlich schlecht.
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Was läuft sonst?
Vor einiger Zeit hat mir Raphi ein Death Metal Fanzine aus Brasilien geschickt. Es hieß früher "Zine Death Metal" und heißt inzwischen "Armamento Belico". Sehr DIY gestaltet, teilweise mit verschwommenen/verpixelten Bildern. Die eine Ausgabe von 2024 ist vollgespickt mit Interviews mit lauter Bands aus aller Welt. Größtenteils im Black/Death Metal Bereich. Meistens geht es darum, wie lange es die Bands schon gibt, was sie so in ihrer Karriere schon geschafft haben usw. Es sind zu 90% Interviews und zu 10% Reviews. Leider gestaltet sich alles irgendwie gleich. Immer wieder kommt die Frage nach Christentum im Metal. Trotzdem konnte ich dadurch einige interessante Bands rauspicken, die ich mir dann angehört habe. Darum hat das Zine zumindest bei mir seinen Zweck erfüllt. Nun, kommen wir zu den Bands:
Perdition Temple aus Tampa (Florida in den USA): Brachialer, uuuuuuuuuuuuuurghhhhhhhh-esker Death Metal mit Helikopter-Riffs. Ekelhafter Gesang. Großartiges Artwork. Ich habe mir "Nemesis Obsecration" angehört. Ihr könnt euch das hier bei Bandcamp reinziehen.
Apocalyptic Raids (Rio de Janeiro, Brasilien): Offensichtliche Hommage an Hellhammer bzw. Celtic Frost. Hommagiger geht es nicht. Ich habe mir "Necromaniac (Is Back)" von "The Pentagram" angehört. Wie gesagt, es ist sehr hommagig. Für die ersten paar Minuten geil und schön rumpelig, aber auf Dauer könnte ich das denke ich nicht aushalten. Und der erste Eindruck zählt. Bandcamp ist hier.
Nächster Halt: "First Penetration" von Skullfuckers Incorporated. Der Name ist eine Anspielung auf "Starfuckers Inc" von Nine Inch Nails. Die Band nimmt sich absolut nicht ernst und macht eine Art Industrial Metal mit lauter Anspielungen auf Industrial Metal der 90er. So gibt es hier direkt zwei Cover auf dem Album: "Beautiful People" und "More Human Than Human", die eher okay sind. Irgendwie habe ich mir das wesentlich witziger und abgedrehter vorgestellt. Angeblich sollen sie im Jahre 2023 eine eigene TV-Show gestartet haben. Anyways, hier ist das Album auf Bandcamp.
Ich habe also aus Würzburg in Bayern ein Death Metal Zine aus Brasilien geschickt bekommen in welchem eine Band aus Recklinghausen interviewt wird. Das is um paar Ecken von mir. Sabiendas machen Death Metal der sich...um den Tod dreht. Ob real oder wie in Horrorfilmen. Inspiriert werden sie von Lucio Fulci oder Hammer Film Productions. Ich finde, das klingt schon ziemlich geil. Kein Bandcamp, dafür aber das offizielle Musikvideo zu "Dungeon Keeper".
Omitir aus Portugal: Das Ein-Mann-Projekt beschäftigt sich mit der prä-christlichen Geschichte von Galicien. Gróvio, der Kollege der hinter der Musik steht, steckt sehr viel Herzblut rein. Das Ergebnis ist schöner, leicht depressiv klingender Black Metal. I like it.
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Rein in den .mp3-Himmel:
Heiliger Fick. Der nächste Ordner geht wirklich steil. Er heißt einfach "Punk" und ist in sechs Unterordner unterteilt wobei einer davon selbst vier Unterordner hat. Wir legen mit dem ersten los.
Deutschpunk:
Ich würde mal behaupten, dass sich hier durchaus all die Sachen finden, die sich sonst immer in Deutschpunk-Kollektionen finden. ChaosZ, Terrorgruppe, Slime, SchleimKeim usw. Ich möchte daher nur ganz kurz die Highlights hervorheben. "Samen in Darm" von den großartigen Cretins. Ich kenne eigentlich nur diesen Song, deswegen ist es eine Lüge wenn ich behaupten würde, die Band wäre großartig. Ich weiß es einfach nicht. "Kindl Träume" von Deutsche Trinker Jugend. Eine Parodie des Songs "Kebab Träume" von Mittagspause. Es geht diesmal allerdings um Bier und nicht um Ghettofizierung. "Farben" von Grundwasserabsänkung. Mit 17-18 fand ich den Text so übel provokativ, dass ich innerlich die Faust geballt hab und mich wie ein bekackter Rebell gefühlt hab. "Herrenmenschen" von HASS ist ebenfalls ein fantastischer Song den ich damals per ICQ geschickt bekommen habe und den ich immer noch wahnsinnig witzig und gut finde. Gleichzeitig hat man das Gefühl, die Band möchte unbedingt rumedgen. Weitere Highlights: "Unbekannter Affe" von Jugendrente. "Am Tag als Ian Stuart starb" von den Ruhrpottkanaken. Und natürlich "Klingenstr. 34" vom AmüsierPöbelWürzburg.
Hardcore:
Und genau hier geht es los mit den vier Unterordnern. Der erste davon heißt nämlich "Beatdown" und beinhaltet ein paar Songs von einer Band namens "Final Prayer", die meines Erachtens gar keine Beatdown Band war. Ich fand sie damals ziemlich cool und habe mich auf ein Konzert im Würzburger Jugendhaus Cairo gefreut. Leider kam die Band sehr spät an und konnte von daher nur 8 Minuten lang spielen bevor die Ruhezeit eingeläutet werden musste. Außerdem hat mich irgendsoein dämlicher, besoffener Hardcore Typ immer wieder als Zecke beleidigt. Das war richtig hässlich. Anyway, Final Prayer haben kein Beatdown gemacht und haben sich tatsächlich vor mehr als 10 Jahren aufgelöst. Oh no, anyway. Was haben wier hier noch drin. Irgendein Scheiß von Fallbrawl (die sowieso kein Mensch braucht) und dieser beschissene homophobe Song von den Rappern SMA mit der Beatdown-Band Embraced By Hatred. Ich weiß nicht, warum ich das habe - wahrscheinlich habe ich's mir von YouTube oder MySpace gezogen. I don't know.
Nächste Haltestelle ist irgendwas komplett anderes. Der Ordner heißt "Crust, Grind, D-Beat, Noisecore, Powerviolence". Was soll denn schon drin sein? Im Grunde genommen ganz viel durcheinander. Allen voran möchte ich die Band Audio Kollaps lobend erwähnen, für ihre Helikopter-Riffs, großartige Lyrics als auch die fantastische Möglichkeit auf der damaligen Homepage selbst einen Audio-Kollaps-Song mithilfe von Bausteinen zu komponieren! Weitere Highlights: Das Cover von "Uległość" (im Original von Dezerter) von der polnischen Skandi-Crust-Band Infekcja. Erinnere mich daran, den Sänger Mokry mehrmals bei irgendwelchen Merch-Ständen angetroffen zu haben und auch was gekauft zu haben. Leider war er einmal ordentlich betrunken: "Sorry, wie viel kostet dieser Patch?" "Fünfzig....FÜNFZIG EURO HAHAHAHAHAHAHHA!". "Böhse Tumultz" von der Band Tumult (was auch immer das ist) und natürlich "Hillbilly Heaven" von Vomitorial Corpulence. Achja und natürlich ein Song der gar nicht "You're Fucked" heißt sondern anders von einer Band namens Crustina Aguilera.
Was zur Hölle soll denn bitte "Newschool Hardcore" sein? Naja, damals habe ich mir irgendwie gedacht, das müssten alle Bands sein die nach den 1980ern kamen. Also, alles was nicht irgendwie nach Bad Brains, Agnostic Front oder Youth of Today klang. Was sich hier tatsächlich im Ordner vorfindet ist sowas wie Blood for Blood, Death By Stereo oder Deez Nutz. Tatsächlich finde ich hier die erste oder eine der ersten russischsprachigen Bands in diesem ganzen "Einzelne Songs"-Ordner-Wahnsinn. "Zasrali Solnce" heißen sie und der Name bedeutet sowas wie "Sie haben die Sonne zugeschissen". Dann natürlich die Coburger Urgesteine von Rawside. Und natürlich ist die Vielfalt äußerst wichtig hier. Ich finde hier "The Way It Is" von Vegan Reich, dass auf jeden Fall holocaustrelativierend ist und einen Ordner mit Songs von Guerilla. Letztere habe ich in meinen Jugendjahren desöfteren live gesehen und bei ihrem letzten Auftritt (den ich live gesehen habe und den es auf CD zu kaufen gibt!!!) haben sie sich israelsolidarisch geäußert. Rückblickend betrachtet, war das fantastisch.
Dann heißt es "Oldschool Hardcore": Hier bewegen wir uns tatsächlich teilweise bei der alten Schule (Black Flag, Angry Samoans), allerdings auch bei neueren Bands die "Old School Hardcore" spielen. Oder zumindest klang es für mich so damals. I don't know lol. Ich würde aus heutiger Sicht Blood Brothers und Have Heart definitiv nicht als "Oldschool" bezeichnen, zumindest nicht wenn man die Bands an den 1980er Jahren misst. Naja, egal. Ich habe diesen Ordner vllt. mit 18 oder so erstellt. Jedenfalls weiß ich jetzt dass ich mehr Septic Death hören sollte.
Wir sind raus aus dem Hardcore, aber immer noch drin im "Punk" Ordner und bleiben aber beim Buchstaben H wie "Horrorpunk": Hier ist alles beim alten, weil der Ordner von äh 2009 oder so ist. Misfits, Balzac, The Other, Blitzkid. Und auch solche Perlen wie Cancerslug, The Crimson Ghosts oder Nim Vind. Also quasi all das Zeug was damals bei Fiendforce Records rausgekommen ist. Country Bob & The Bloodfarmers bieten eine obskure Mischung aus Horrorpunk und Country, die nicht nach Psychobilly klingt. AFI sind hier auch drin, obwohl sie natürlich keinen Horrorpunk machen und es auch nie wirklich waren. "Friss dein Brett" von den Blutjungs gefällt mir leider absolut nicht und ich frage mich wer mir das geschickt hat.
Im "Oi! & Streetpunk"-Ordner befinden sich lauter Sachen, die ich teilweise gelöscht habe weil äh...würde ich heutzutage nicht mehr hören. Neben lauter Klassikern wie Angelic Upstarts, Cock Sparrer, Blitz, Cockney Rejects, Sham69 oder Perkele findet sich aber auch so Müll wie KrawallBrüder (habe sie Januar 2007 live gesehen, wieso?) oder Combat84 (eine rechtskonservative Oi!-Band aus England die allen ernstes Margaret Thatcher gefeiert hat). Daneben aber auch Zeug aus Russland/Belarus: Nichego Horoshego und Mister X. "Kiosk" von den polnischen Ramzes & The Hooligans. "Roicherlachs mit Kroiterbutter" von Oi-Zone, das ich sonst nirgendwo mehr im Internet wiederfinde. The Analogs aus Polen. Los Fastidios aus Italien (bestimmt drei mal live gesehen). Und äh "Alkoholsteuer" von F.B.I. (das steht für Frei Bier Ideologen) das eigentlich gar nichts mit Oi! oder Streetpunk zu tun hat. Ich muss sagen, dass ich hier mit am stärksten gekringelt habe weil dies der Soundtrack für eine Phase meines Lebens in welcher ich mit Leuten gehangen habe, mit denen ich nichts mehr zu tun hab.
Der letzte Unterordner in "Punk" heißt..."Ska-Punk.Folkpunk" weil ich wieso auch immer kein Komma eingesetzt habe. Hier finde ich wieder mal Bands aus Polen und Russland. Ähnlich wie bei Oi! gibt es auch hier Bands die das Genre im Bandnamen tragen. Also bei Oi! ist es Soifass, SpringtOifel, FettsOi usw. Und bei Ska ist es halt SKArpeta (Socke) aus Polen, oder SKA!rb (Schatz) aus Belarus oder MoskovSKAya aus Deutschland. Dazu kommen noch Rantanplan aus Hamburg oder eine Band namens Zabili Mi Żółwia (Sie haben meine Schildkröte umgebracht) aus Polen. Die unsäglichen SKA-P mit "Welcome To Hell". Ich habe hier einen Song von Rancid, einen von Fishbone und einen von diesen Hippies von Blackbird Raum. Und wieso auch immer ist hier "WW3 is coming" von Mouth Sewn Shut bloß weil dieser ganz und gar nicht ska-ige Song einen leichten Offbeat besitzt. Komischer Ordner. Komische musikalische Phase meines Lebens.
Nun, so ganz raus aus dem Punk sind wir nun doch nicht. In "Radio69" finde ich mehrere Sendungen von äh "Radio69". Damals war es ein digitaler Radiosender oder viel eher eine Radiosendung, die immer mal wieder eine knappe Stunde Musik aus den Bereichen Oi!, Streetpunk, Punkrock, Hardcore und Psychobilly gesendet hat. Moderiert wurde sie von zwei Typen, deren Namen mir grade leider nicht einfallen. Im Grunde genommen sowas wie das was heutzutage ein Podcast ist, nur ohne viel Gelaber. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich mit 80% des Materials schon was anfangen konnte. Das Repertoir war wirklich äußerst vielfältig. Aber es gab auch einige Gurken wie irgendeinen Song von einer stumpfsinnigen Oi!-Band in welchem es heißt: "Oi! heißt Leidenschaft die das wahre Leiden schafft. Und wenn dir mal Haare wachsen, dann hat dich der Tod dahingerafft." Nach kurzer Recherche weiß ich nun wie die Band hieß: "Brutal Deluxe" nämlich und das macht's noch schlimmer.
Ich frage mich an der Stelle, wie lang dieser verdammte Beitrag noch sein wird. Schließlich habe ich, ausgerechnet in diesem Beitrag während der Blogpause in April wöchentlich was dazu geschrieben. Naja, jetzt ist es ziemlich voll. Aber egal, wir sind nun bei "Reggae" angekommen. Dabei muss man ganz klar klassifizieren. Es handelt sich nicht um einen Ordner der voll ist mit Skinheadreggae, Rocksteady und so Zeug. Wir haben es hier mit Reggae zu tun, dass in jeder ordentlichen Kifferbude in den 2000ern gehört wurde. Wir haben hier "Bad Boys" von....Inner Circle. Und nicht Bob Marley, weil der Song 8 Jahre nach seinem Tod entstand. Trotzdem steht hier Bob Marley. Dazu noch so komische Songtitel wie "Fresse halten selber machen", "Ich rauch mein Ganja" und "Gras ist legal digga". Wer auch immer diese rausgebracht hat, ich will's gar nicht wissen, ehrlich gesagt. Dazu noch "Widerstand" von Curse ft. Gentleman als auch "Autobahn" von Ohrbooten. Wieso habe ich das hier? Und wieso sind hier trotzdem Desmond Dekker und Toots & The Maytals. Heilige Scheiße, nein.
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Opeth Discography: The Last Will and Testament (2024)Nun sind wir am Ende angekommen. Bisher letztes Album von Opeth und mal wieder ein Konzeptalbum.
Diesmal geht es nicht um irgendwelche satanischen Verse oder um irgendeine tragische Liebesgeschichte. Es geht um ein Testament. Die Story spielt sich ab nach dem ersten Weltkrieg. Ein reicher Patriarch ist gestorben und nun wird sein Testament vor seiner Familie vorgelesen. Mit dabei sind drei seiner Kinder. Das Mädchen ist das Ergebnis seines Verhältnisses mit der Dienstmagd und die
beiden Zwillinge (Jungs) sind durch eine Samenspende entstanden. So wird enthüllt, dass sie nicht wirklich das Anrecht auf das Erbe haben. Und gewisse andere Familiengeheimnisse werden auch gelüftet. Bis auf den letzten Song tragen alle Titel einen § im Namen.
beiden Zwillinge (Jungs) sind durch eine Samenspende entstanden. So wird enthüllt, dass sie nicht wirklich das Anrecht auf das Erbe haben. Und gewisse andere Familiengeheimnisse werden auch gelüftet. Bis auf den letzten Song tragen alle Titel einen § im Namen.
Die Songtexte erscheinen mir zwar durchaus schön und melodisch vorgetragen - sind aber gleichzeitig absolut trocken. Kein Wunder, schließlich wird hier im Grunde genommen ein Testament vorgelesen und die Reaktion darauf vorgetragen. Außerdem ist es das erste Album seit "Watershed" bei welchen Mikael Åkerfeldt wieder Growling neben cleanen Gesang benutzt. So sind wir wieder bei einer kleinen Exklusivität angelangt. Wir hatten schon progressiven Death Metal mit Growling, progressiven Death Metal mit Cleanen Gesang, Progressive Rock und nun Progressive Rock mit Growling und Death Metal Riffs. Huch. Also irgendwie bewegt man sich ein kleines Bisschen zurück zu seinen Death Metal Wurzeln, was ich gut finde. Man holt noch Ian Anderson von Jethro Tull für Bisschen Flöten-Action und ein gesprochenes Intro. Und schon hat man ein tatsächlich außergewöhnliches Werk, was trotzdem irgendwie typisch Opeth ist. Mal wieder schafft man es progressive, verwinkelte und kompliziert wirkende Klänge mit Death Metal zu verbinden und dabei eine Geschichte zu erzählen. Nach etwas Stagnation (siehe vorletztes Album) habe ich den Eindruck bekommen, dass Opeth sich aufgerafft haben. Dieses Album gehört wirklich zu ihren besten in der "Progressive"-Ära. Finde ehrlich gesagt auch dass die Mischung aus Growling und cleanen Vocals am besten funktioniert.
8,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: §2, §4, §5



