Donnerstag, 1. Oktober 2026

Film der Woche#698: Stargate (1994)

Kaum zu glauben, aber wahr: Ich habe noch nie "Stargate" gesehen, geschweige denn irgendeine der Serien-Fortsetzungen. Ich wusste, dass irgendwann Richard Dean Anderson (aka McGyver) mitgespielt hat, aber sonst nichts. "Stargate: Atlantis" lief irgendwann auf RTL2(?) oder so und ich habe nichts davon verstanden. Aber egal. Hier ist er nun, der erste Film - und vllt. werden noch weitere Reviews irgendwann folgen. Wahrscheinlich werde ich mir irgendwann in naher Zukunft die restlichen Filme plus jeweils eine Folge von jeder Serie reinziehen. Aber das ist erstmal Zukunftsmusik.

Wir befinden uns in der Gegenwart des Jahres 1994 (oder so). Dr. Daniel Jackson (James Spader) ist Ägyptologe und hat für die damalige Wissenschaftswelt äußerst wirre Thesen über die Pyramiden. Seiner Meinung nach sind sie deutlich älter als bisher angenommen und evtl. von jemand anders erbaut als von den Ägyptern. Seine Thesen werden verlacht, er gilt als Witzfigur. Irgendwann wird ihm auch sein Lehrauftrag entzogen - allerdings hat ihm bereits das Militär im Visier. So kriegt er einen Auftrag

von etwas anderer Art. In einer geheimen militärischen Anlage befindet sich ein 1928 in Ägypten gefundenes Artefakt. Jackson schafft es eine Reihe von Hieroglyphen zu übersetzen, was bis jetzt niemand geschafft hat. Offenbar handelt es sich beim Artefakt um ein "Stargate", ein Portal das von Außerirdischen erbaut wurde und das in der Lage ist jemanden zu einer anderen Galaxie zu transportieren. Und all das ohne Zeitverlust. Lange Rede, kurzer Sinn: Jackson wird Teil einer militärischen Mission. Durch weitere Recherche schafft man es, das Portal zu aktivieren. Der Ägyptologe reist mit einem Haufen Militärs, angeführt von General Jack O'Neill (Kurt Russell) durch das Portal zu einem anderen Planeten. Dieser ist von einer Wüste bedeckt (man erinnere sich an ein gewisses anderes Franchise). Schon bald stellen sie fest, dass die Einheimischen Menschen sind, wie auf der Erde. Allerdings sprechen sie eine unbekannte Sprache die entfernt an Koptisch erinnert. Jackson findet raus, dass sie alle Sklaven des ägyptischen Gottes Ra sind. Dieser brachte den alten Ägyptern einst seine Technologie bei und verschleppte Sklaven zu seinem Planeten. Allerdings gab es irgendwann einen Aufstand, wobei das Tor für immer begraben wurde. Um es noch mal kurz zu halten: Jackson und die Soldaten werden kurzerhand zu Schlüsselfiguren in der Befreiung des Planeten aus der Sklaverei.

Böse Zungen würden behaupten, hier gehe es darum, dass die Amerikaner berechtigerweise Kriege anfangen um "angeblich" die einheimische Bevölkerung zu befreien. Allerdings ist das nicht wahr. Viel eher geht es um eine neu entstandene Freundschaft bzw. ein Bündnis zwischen Völkern und einen gemeinsamen Aufstand gegen einen grausamen Despoten, der nichts anderes im Sinn hat als sein ewiges Leben fortzuführen und noch mehr Unterdrückung zu säen. Aus heutiger Sicht ist "Stargate" vielleicht doch nicht so intellektuell wie gedacht - allerdings gleichzeitig auch nicht so action überladen, dass es einem übel wird. Die Idee ist vielleicht äußerst wirr auf dem ersten Blick: Aliens die Pyramiden mitaufgebaut haben. Ein Sternentor in eine andere Galaxie. Ein außerirdischer Despot, der Menschen versklavt. Später in den Serien wird die Idee von Göttern, die Menschen versklaven noch weiter ausgeschlachtet. Meiner Meinung nach ist der Film eine Art Umsetzung einer wilden Theorie - allerdings in etwas "gesitteter" und "wissenschaftlicher". Jedenfalls, eine willkommene Abwechslung zu all den schnell geschnittenen, wirren Actionfilmen die heutzutage in die Kinos kommen.

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Mittwoch, 30. September 2026

Happenings des Monats: September'26

 


Comic Book Review#696: Convergence (2016)

Wieder mal eine Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür. Kaum zu glauben, dass dieses DC-Event schon vor über zehn Jahren erschienen ist. In diesem Trade Paperback sind die Ausgaben 0-8 enthalten, die allesamt 2015 in Heftform rausgebracht wurden.

Dabei handelt es sich um die Fortsetzung von "Earth 2: World's End" (die ich tatsächlich mein Eigen nennen darf) und "The New 52: Future's End" (ebenfalls). Ausgabe#0 war eine Art Prelude, während die

Ausgaben 1-8 die Kerngeschichte enthielten. Dazu gab es aber noch an die 40 Tie-In Ausgaben, die allesamt Miniserien waren, die jeweils zwei Ausgaben beinhalteten. Aber worum geht es?

Im Grunde genommen ist es recht simpel und ähnlich wie in der dritten Auflage von Marvels "Secret Wars". Jemand bringt alle vor dem damals neuen Neustart des DC-Universums (das war 2011) existierende Welten auf einen Planeten zusammen. Und zwar niemand geringeres als eine mir bis dato unbekannte Version von Brainiac, den lebenden Computer und Gegner von Superman. Die Helden der Erde-2 (die von Paradämonen vom Planeten Apokolips angegriffen wurde) finden sich plötzlich auf einem unbekannten Planeten wieder. Dabei meine ich Batman (Thomas Wayne, Bruce Waynes Vater), Green Lantern Alan Scott, Yolanda die Avatarin des Rot, Flash Jay Garrick und Superman Val-Zod. Sie werden nach kurzer Zeit von einem unbekannten Wesen namens Telos begrüßt. Der humanoide handelt im Auftrag von Brainiac. Dieser hat mehrere Planeten/Welten aus dem Multiversum in Form von Städten auf dem Planeten gebracht. Es ist eine Art Experiment. Die Welten sollen gegeneinander kämpfen und der Gewinner darf am Leben bleiben. Der Planet heißt....Telos. Es stellt sich heraus, dass Telos die humanoide Verkörperung des Planeten ist. Von nun an sehen wir, wie unterschiedliche Welten aus dem DC-Multiversum, Vergangenheit, Parallelrealität und Zukunft aufeinander treffen. So machen wir unter anderem einen Ausflug in die Fantasy-Welt von Skartaris, schauen kurz bei "Injustice" rein und sehen zu wie Batman-Vater (Thomas Wayne) auf Batman-Sohn (Bruce Wayne) treffen. Auch die Welt von "Flashpoint" hat einen kurzen Auftritt.

Im Grunde genommen ist das hier ein Nostalgie-Produkt, dass alle bisherigen DC-Welten vereint und alte Fan-Herzen höher schlagen lässt. Als kleines Bonus gibt es eine Enzyklopädie über alle bisherigen Welten. Man könnte auch behaupten "Convergence" wäre eine Art "Neustart nach dem Neustart", dass alle Helden die nach DCs Neustart im Jahre 2011 als nicht-existent galten, wieder zurück bringt. Man möchte sich einfach von gewissen Dingen nicht trennen und gleichzeitig möchte man alte Fans befriedigen. Die Story ist an sich schon echt cool, nur wird es gegen Ende irgendwie verwaschen und leicht aus den Fingern gesaugt. Plötzlich ist alles wieder so wie es war und alle sind happy. Fast so wie DC-Fans, die sich darüber freuen, dass alle wieder da sind. Ich muss sagen, dass es irgendwie ein nachvollziehbares und kurzes Vergnügen ist. Man fragt sich "Was ist mit all den Welten passiert? Sie müssen doch irgendwo weiter existieren?" als auch "wir werden doch einen Haufen Leute verprellen wenn wir sie für immer tot/nicht existent lassen". Genau so ist es. "Convergence" ist eine durchaus spannende Lektüre, aber im Grunde genommen ein Nostalgie-Produkt, dass alte Fans als Zielgruppe hat.

Made by: Jeff King, Scott Lobdell, Dan Jurgens
6/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von ComicIsland:


Dienstag, 29. September 2026

Album der Woche#700: SUNN O))) DOUBLE FEATURE!

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile SIEBENHUNDERTSTEN "Album der Woche" auf "..,klar". Es ist tatsächlich 700 Alben her, dass ich damals diese eine Platte von Jesus Cröst reviewt habe. Das ist mehr als zehn Jahre her. Ich meine, mich zu erinnern, dass ich zum 500sten Jubiläum der Rubrik "Monoliths & Dimensions" von Sunn O))) reviewt habe. Zur 600ten war es ein Album von Crypta. Nun, das ist also jetzt Tradition. Alle 100 Alben kommt ein Sunn O))) Album. Deal? Deal. Diesmal allerdings haben wir es mit einem Double Feature zu tun.

ØØ Void (2000)

Hierbei handelt es sich um das erste "volle" Album von Sunn O))) aber insgesamt um die zweite Veröffentlichung. Ausgesprochen würde es "ÖÖ Void" heißen, weil der dieses durchgestrichene O nun mal so ausgesprochen wird. Was wir hier zu hören kriegen sind insgesamt vier Titel: "Richard", "NN O)))", "Rabbit's Revenge" (ein Cover von Melvins'schen "Hung Bunny") und "Ra at Dusk". 


So und jetzt kommen wir zum spannenden Teil des Reviews. Wie soll ich vier Titel umschreiben, die jeweils mindestens vierzehn Minuten lang sind und mehr oder weniger irgendwie einander ähneln? Für diejenigen, die nicht im Thema sind: Sunn O))) haben sich einst nach dem Verstärkerhersteller Sunn benannt und ahmen dessen Logo in ihrem eigenem Logo nach. Von dem "O" gehen also Soundwellen aus und ungefähr so könnte man ihren Sound umschreiben. Anders als in einem der Nachfolger (Mein Lieblingsalbum der Band "Monoliths & Dimensions"), der wesentlich experimenteller ist als dieses Debütalbum machen Sunn O))) hier genau das wofür sie berühmt wurden. Sie schmeißen ein riesiges, unsichtbares Flugzeug in einen riesigen Verstärker. Dieser Verstärker fängt dann an, wie bescheuert zu brummen, als hätte er eine heftige Funktionsstörung - und die hat er natürlich auch. Alle vier Songs, mit Ausnahme des Melvins-Covers, dass im Hintergrund sowas wie Gesang und "normale" Instrumentals aufweist bestehen aus heftigsten Dröhnen. Es ist ein fantastisches Meditationsgeräusch. Perfekt geeignet für eure Spazierrunde, für euren Einkaufsausflug oder wenn ihr Spülen wollt, die Wohnung saugen und wischen wollt. Ehrlich jetzt. Keine pseudophilosophischen Texte über das Leben. Einfach nur Drone Metal. 

Jetzt fragt ihr euch sicher, wieso zum Fick reviewt er das? A) weil ich das kann und B) weil das ein Double Feature ist und zum zweiten Album gehört dieses Album dazu. Ganz einfach.

10/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Alles



Sunn O))) meets Nurse With Wound - The Iron Soul Of Nothing (2011)

Nun haben wir wieder mal eine Premiere hier. Im Grunde genommen reviewe ich jetzt in einem Double Feature zwei mal das gleiche Album. Naja, nicht ganz. Aber so rein theoretisch gesehen schon. Praktisch gesehen natürlich nicht.

"The Iron Soul Of Nothing" wurde 2011, also 11 Jahre nach dem Debütalbum von Sunn O))) veröffentlicht - als Standalone-Edition. Zuvor, im Jahre 2008 gab es die gleiche Veröffentlichung schon als Bonus-Disc zu der CD-Ausgabe von "ØØ Void". Dabei handelt es sich im Grunde genommen um ein Remix-Album, des besagten Debüts. Die Überarbeitung der Sunn O)))schen Werke hat sich ein gewisser Künstler namens Steven Stapleton vorgenommen. Besser bekannt unter dem Namen Nurse With Wound ist der Engländer eine Koryphäe in Sachen Industrial, Noise und Dark Ambient. Wir haben hier also die vier, weiter oben genannten, Stücke von "ØØ Void", die einen neuen, ambientigen,

psychedelischen Klang verpasst bekommen. Dabei ist so gut wie gar nichts mehr bzw. generell gar nichts mehr von ursprünglichen Drone-Sound zu hören. Stattdessen erleben wir eine geheimnisvolle Soundkulisse, die sich wie ein riesiges metallenes Rohr anhört. Aus vier Tracks werden drei, die dann heißen "Dysnystaxis" (...A Chance Meeting With Somnus), "Ash on the Tress" (The Sudden Ebb of a Diatribe) und "Ra at Dawn" (Rapture, At Last, Numbered By Her Light). Beim letzten Titel sehen wir eine eindeutige Anspielung auf den ursprünglichen Track "Ra At Dusk". Auch die Länge der Titel hat sich verändert. Mindestens 3-4 mal länger. Während "Ra At Dawn" je nach Veröffentlichung ein Ein- oder Zweiteiler ist. Irgendeiner bei YouTube nannte das "Psychedelic Doom Drone". Und damit trifft die Person den Nagel auf dem Kopf. Ich würde noch den Zusatz "Psychedelische, doomtastische, Kirchenmusik" hinzufügen. Alleine schon wegen des heftigen Halls, der einen anmuten lässt, das Ganze würde sich in einer riesigen Kirche abspielen. Einige Sounds erinnern mich tatsächlich auch an verzerrte Kirchenorgeln. Große Sache, diese.

10/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Alles