Dienstag, 23. Juni 2026

Comic Book Review#681: Godzilla vs. the Mighty Morphin Power Rangers II#1-5 (2024)

Allrighty. Der Wahnsinn geht in die letzte Runde. Zumindest auf diesem Blog. Das ist, für mich, das letzte Godzilla-Crossover dass ich reviewen werde. Bis jetzt.

Wir befinden uns irgendwann später nach dem Ereignissen im ersten Teil. Rita Repulsa wurde von Astronema (einer weiteren Bösewichtin aus dem PR-Universum) gerettet. Gemeinsam haben sie einen finsteren Plan ausgearbeitet und durchgeführt. Sie haben mehrere Universen überfallen und dort die hiesigen Power Rangers entführt oder schwer verletzt. Die jeweiligen Kämpfe sind verloren. Der White

Ranger (der eigentlich Tommy ist, der zu einem anderen Zeitpunkt der Green Ranger ist) stößt in einem weiteren zerstörten Multiversum (er selbst ist auch in der Lage durch die Welten zu reisen, mithilfe eines Multiversum-Steins oder so) auf eine weitere Gruppe Power Rangers. Gemeinsam versuchen sie nun, Rita zu stoppen. Sie treffen auch (wieder) gemeinsam auf Godzilla der alles andere als begeistert darüber ist, dass wieder übergroße Roboter (die Zords der Power Rangers) ihn entgegen treten. So kommt es, natürlich, erstmal zu einem Fight. Doch irgendwann wird die Lage noch brenzliger. Rita und Astronema statten Astronemas "Psycho Rangers" mit den Kräften von Godzillas Gegnern wie King Ghidorah oder Destoroyah aus. Doch die Power Rangers haben irgendwann auch einen Ass im Ärmel und machen dasselbe. Nur dass sie sich mit den Kräften von Godzillas "Freunden" ausstatten. So kommt es zu der Bildung von "Kaiju Rangers". Es wird links und rechts gekämpft. Verschiedene Universen der Rangers treffen aufeinander, als auch Charaktere aus verschiedenen Godzilla-Staffeln. So kriegen wir Tommies alias White und Green Rangers als auch Mothra und den Roboter Jet Jaguar zu sehen. 

Ein einziges, riesiges, Nostalgie-Produkt dass den Multiversum-Trend absolut ausschlachtet. Macht es Spaß zu lesen? Klar. Ist es vollkommen bonkers und in etwas weniger als einer Stunde durchgelesen? Natürlich. Die Story ist schnell erzählt und wahrscheinlich genauso schnell aus den Fingern von Cullen Bunn gesaugt worden. Baldemar Rivas kann verdammt gut Helme und Schnauzen von Monstern zeichnen. Gesichter von Menschen allerdings eher weniger. Zumindest gefallen sie mir nicht so. Ansonsten: Höllisch gute, detaillierte Zeichnungen, die es wirklich in sich haben. Mein Respekt dafür.

Made by: Cullen Bunn, Baldemar Rivas

7/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von Vincent Chan:


Montag, 22. Juni 2026

Album der Woche#685: Screaming Trees - Dust (1996)

Ich bin auf dieses Album nur aufmerksam geworden, weil Philipp es ganz kurz mal eingestreut hat. Es ist das letzte Album der Screaming Trees, deren Sänger Mark Lanegan wohl auch aufgrund seiner Solokarriere nicht unbekannt ist. Alles was danach kam waren irgendwelche Best-Ofs und Compilations. Laut Musikmedien das bis dahin beste Album der Band - und wie schon gesagt, das letzte bevor sie sich im Jahre 2000 offiziell aufgelöst haben.


ST stammten aus Washington - dem Bundesstaat, nicht der Hauptstadt. Also könnte man sie ganz gut in Verbindung bringen mit all diesen Bands in Holzfällerhemden die über fürchterliche Teenage Angst, Suizid-Gedanken und das Gewicht der Welt auf den eigenen Schultern singen. Doch die 1986 gegründeten Screaming Trees haben zwar auch Grunge gemacht, der Fokus lag aber auch auf anderen Subgenres. Garage Rock, Psychedelic Rock und irgendwas was man irgendwie in den 1990ern als Alternative verbuchen könnte. "Dust" hat nichts von yarlenden Gesang, keine schreddernden Gitarren, kein Garage/Punk Rock Feeling. Wir bewegen uns irgendwo zwischen Lagerfeuer-Romantik, Winterdepression und der Hoffnung auf einen neuen Morgen. So klingt es für mich zumindest.

Man versucht äußerst vielfältig zu klingen und es funktioniert. Psychedelische Gitarren, eindringlicher cleaner Gesang der einen glauben lässt, er würde in eigenen Kopf entstehen. Die Auswahl an Schlagzeug bzw. Trommelinstrumenten ist äußerst vielfältig: Conga und Djembe. Es gibt eine Sitar zu hören als auch einen Cello. Ich mag Streicher tatsächlich sehr gerne und begrüße hiermit ihren Einsatz. Screaming Trees klingen als hätten sie all den 1970er Hard Rock und 1960er Psychedelia konsumiert und beschlossen alles in einem moderneren Gewand aufzunehmen. Hätte ich ein Auto und würde auf einer menschen/autoleeren Autobahn fahren, dann würde ich das wahrscheinlich hören.

Anspieltipps: Gospel Plow, Traveler, Halo Of Ashes

8,5/10 Pfandflaschen


Freitag, 19. Juni 2026

My Favorite TV-Show: The Boys

Allrighty then. Kaum habe ich im Juni die letzte Folge der fünften (und somit finalen) Staffel verschlungen, geht es hier eins Eingemachte und äh ja, hier kommt ein Review. Falls ihr die Comics noch nie gelesen habt, so empfehle ich euch die Reviews dazu: Und zwar hier (#1), hier (19-22), hier (Herogasm: 1-6),  hier  (52-56 & 72), hier (Dear Becky: 1-8), hier (Highland Laddie: 1-6). Ich meine bei der jetzigen Auflistung nichts vergessen zu haben. 

Jedenfalls: Im Grunde genommen brauche ich die Serie nicht beschreiben, schließlich habe ich ja die Comics reviewt. Allerdings ist sie eine ganze Ecke anders als ihre Vorlage. Hughie Campbell Jr. (Jack Quaid) sieht in den Comics Schauspieler Simon Pegg sehr ähnlich - allerdings wäre er für die Serie bzw. für den Character zu alt gewesen. Daher spielt Pegg Hughies Vater. Hughie selbst ist hier ein

stinknormaler Verkäufer von Fernsehern und anderen Home Media. Eines Tages wird seine Freundin Robin Ward (Jess Salguiero) umgebracht. Ein Superheld namens A-Train aka Reggie Franklin (Jessie Usher) rennt durch sie durch. Der Speedster war offenbar in Eile und hat sie einfach übersehen. Hughie ist am Boden zerstört. Die multinationale Firma Vought die hinter dem Marketing der Superhelden steckt bietet ihm eine Wiedergutmachung in Form eines Schmerzensgeldes an. Doch kein Geld der Welt kann seinen Schmerz heilen. A-Train ist Teil der "Seven", einer Gruppe von Superhelden angeführt von Homelander (Anthony Star), eine Art narzisstischen Superman-Verschnitt. In dieser Welt existieren Superhelden zwar, allerdings ist es für die Öffentlichkeit nur Schein. Sie "retten" Menschen in Not, scheißen dabei auf jegliche Sicherheitsvorkehrungen oder sind teilweise einfach nicht vorsichtig genug. Einige von ihnen pflegen rassistische und sexistische Einstellungen, sind korrupt und selbstverliebt. Sie treten in Filmen auf, nehmen an PR-Kampagnen für Produkte Teil und schützen Menschen in Kriegsgebieten, irgendwie. Der Fall Hughies ruft William Butcher (Karl Urban) auf den Plan. Dieser glaubt, dass Homelander seine Ehefrau Becca vergewaltigt und umgebracht hat. So rekrutiert Butcher Hughie und dieser wird Teil der "The Boys". Dabei handelt es sich um eine geheime Gruppe, die zunächst von der CIA finanziert wird. Dazu gehören noch: Marvin "Mother's Milk" Milk (Laz Alonso) und Frenchie (Tomer Capone). Später im Laufe der Serie befreien sie die mit Superkräften ausgestattete Kimiko (Karen Fukuhara). Die Aufgabe der "The Boys" ist zunächst den Superhelden das Leben schwer zu machen, "auf die Finger zu klopfen", "zur Strecke bringen" doch nach und nach wird die Aufgabe immer größer. Die Superhelden müssen weg. In einem weiteren Story-Strang lernen wir Annie "Starlight" January (Erin Moriarty) kennen, die neuestes Mitglied der Seven wird und nach und nach einsehen muss, wie korrupt die Superheldenwelt tatsächlich ist.

Während Garth Ennis' und Darick Robertsons Comic-Reihe zwar einige sozialkritische bzw. verzerrte historische Elemente gebracht hat war sie vor allem eins: stürmisch, ekelhaft und voll mit Sex und Gore. Die Streaming-Serie hingegen zieht den Gore-Regler auf mindestens 9 und zeigt gleichzeitig eine verzerrte Version unserer Realität. Als erstes fallen mir die Manipulation der Menschen durch soziale Medien, die Jagd nach Clicks und Clout, fehlende Empathie für miteinander und eine Verschiebung der Narrative von "nicht sagbar" zu "komplett akzeptiert". Einige würden Homelander als die hiesige Version von Donald Trump betrachten. Einen machthungrigen Narzissten mit Minderwertigkeitskomplexen, der Menschenleben für weniger wert als Müll betrachtet. Während in den Comics die "Supes" noch zu 100% (bis auf Ausnahme von Annie) als feindlich eingestuft wurden, kriegt man in der Serie doch irgendwann Skrupel "sie alle auszurotten". Es ist keine 1:1-Umsetzung des Comics. Bis zu einem gewissen Punkt schon, allerdings betrachte ich sie schon eher als "freie Umsetzung" der Dinge. Es scheint mir fast schon so, als hätte man sich gedacht: "Wir haben eher weniger Bock auf 24/7 Ekligkeiten a lá Garth Ennis und machen etwas eigenes daraus". Und es funktioniert sehr gut. Klar, es gibt einige Hänger und insbesondere zwischen der vierten und der fünften Staffel kriegt man den leichten Eindruck, man würde die Serie künstlich am Leben erhalten wollen. Trotzdem ist "The Boys" super genießbar, wenn man auf künstliche Gewalt, Gore und Sexjokes steht - allerdings auch auf "Black Mirror"-eskes Spiegeln der Gesellschaft in welcher wir Leben. Für all diejenigen, die sich am Serienfinale gestört haben: Ich habe es genossen, weil es genau das war, was ich erwartet habe. Und ihr solltet etwas mehr von der Vorlage lesen. 



Mittwoch, 17. Juni 2026

Film der Woche#682: Pee-Wee's Big Adventure (1985)

Zu diesem Film habe ich so einiges zu sagen. Tatsächlich habe ich ihn in einer etwas weiter entfernten Vergangenheit 2 mal (oder so) gesehen. Leider war ich dabei entweder so dermaßen besoffen oder müde sodass ich gegen Ende eingeschlafen bin und nie das Ende mitbekommen habe. Oder ich habe das Ende einfach vergessen. Egal. Das hier ist der erste Full Length Film von Tim Burton. Basierend auf einer Kindersendung namens "Pee-Wee's Playhouse" (bei welcher Rob Zombie als Production Assistant gearbeitet hat). Die Hauptfigur dieser Sendung war ein Typ namens Pee-Wee Herman (gespielt von Paul Rubens). 


Genau um diese Figur (oh Wunder) dreht sich auch dieser Film. Pee-Wee Herman ist ein kindischer, sonderbarer Mann der in einem Haus voller seltsamer Dinge und Gerätschaften wohnt - zusammen mit seinem Hund Speck. Sein bestes und teuerstes Gut ist sein wunderschönes, hochmodernes und mit lauter Gadgets ausgestattetes Fahrrad. Sein Nachbar, der hochnäsige reiche Bengel Francis (Mark Holton aus Leprechaun) möchte es ihn unbedingt abkaufen. Doch Pee-Wee hält dagegen. Nachdem Pee-Wee einen Gadget-Laden besucht hat (und das Fahrrad währenddessen sorgfältig angekettet hat) verschwindet das Gefährt. Es ist offensichtlich, dass Francis es gestohlen hat. Nachdem eine Vermisstenanzeige mit Finderlohn nichts bringt begibt er sich zu einer äußerst professionellen Wahrsagerin die ihm offenbart, dass das Fahrrad sich äh in Alamo, Texas befindet. So macht sich der sonderbare kindliche Mann auf nach Texas um endlich sein Fahrrad zu finden. Es soll angeblich dort im Keller sein. Jedenfalls trifft er jede Menge merkwürdige Gestalten auf seiner Reise. Einen entkommenen Strägling, einen Obdachlosen, eine untote LKW-Fahrerin und eine Gruppe Biker. Es ist lustig.

Ja, es ist wirklich lustig. Auch wenn einige von euch meinen würden, das hier wäre schon ziemlich viel Uncanny Valley und überhaupt ziemlich gruselig. Ich verstehe das. Es ist absolut out of place wie alles stattfindet. Die Grimassen, die Stimmen, die absolut merkwürdigen Charaktere so wie auch die Dynamik der Handlung. Man weiß einfach nicht, was als nächstes passiert und fühlt sich einfach vorm Kopf gestoßen. Zurecht. Das ist, glaube ich, auch das Ziel des Films. Die Handlung ist auf mehreren Ebenen absurd: Man weiß nicht was als nächstes passiert. Die Verhaltensweisen der Charaktere sind over-the-top. Alles ist in grellen Farben gehalten. Nach mehr als vierzig Jahren wirklich null an Qualität eingebüßt. Ich liebe diesen Film. Eben weil er so grenzdebil und behämmert ist. 

9,75/10 Pfandflaschen
Trailer: