Donnerstag, 12. März 2026

Mittwoch, 11. März 2026

Film der Woche#673: McBain (1991)

Sagt euch Rainier Wulfcastle was? Also, die Simpsons'sche Antwort auf Arnold Schwarzenegger? Bzw. sein Character McBain, der Action-Held? Vergesst das, dieser Film hat nichts damit zu tun. Es ist reiner Zufall, dass Christopher Walkens Rolle so heißt. Tatsächlich war die Zeichentrickfigur früher da. Egal.

Zu Beginn des Filmes haben wir das Jahr 1973. Der Vietnamkrieg ist vorbei. Allerdings gibt es immer noch gefangene US-Soldaten, die von den Vietcongs festgehalten werden. Eine Gruppe Soldaten um einen Mann namens Roberto Santos (Chick Vennera) befreit einen Kameraden namens Bob McBain

(Christopher Walken). Auf die Nachfrage, wie er sich bei ihm bedanken könnte schenkt Santos McBain eine Hälfte eines 100-Dollar Scheins. Wenn die zweite Hälfte bei ihm ankommen wird, wird er wissen dass er bald den Gefallen erwidern kann. 18 Jahre später: Santos ist einer der Anführer einer Revolution in Kolumbien. Das Kokain-Kartell (in Gestalt von Pablo Escobar) hat das Land fest im Griff. Der diktatorische Präsident regiert äh diktatorisch. Es gibt keine Presse- und Meinungsfreiheit. Eher werden Koka-Pflanzen als Getreide angebaut. Santos dringt mit seinen Genossen in den Präsidentenpalast, doch als vor dem Palast Panzer mehrere unschuldige Menschen platt zu fahren drohen, ergibt er sich und wird kurzerhand vom Präsidenten vor Augen aller erschossen. Den nächsten Schritt macht seine Schwester Christina (Maria Conchita Alonso). Sie reist nach New York um einen gewissen McBain zu finden und ihm die zweite Hälfte des Scheins zu präsentieren. McBain entschließt sich, ihr zu helfen die korrupte Kartell-Regierung in Kolumbien zu stürzen. Doch dafür braucht er Hilfe von ehemaligen Vietnam-Kameraden: Frank Bruce (Michael Ironside), Eastland (Steve James), Gill (Thomas G. Waites) und Dalton (Jay Patterson). Gemeinsam beschaffen sie Geld (indem sie Drogendealer und Drogenbosse bestehlen), Waffen und ziehen in äääh eine absolut wahnsinnige Guerilla-Operation gegen El Presidente (Victor Argo).

Christopher Walken spielt im Grunde sich selbst. Es ist absolut merkwürdig, ihn in einer Action-Rolle zu sehen. Ein relativ wortkarger Mann, der selbst beim Rumballern mit den schwersten Kanonen kaum eine Emotion zeigt. Aber dabei keine Schwarzenegger-Miene hat, sondern eine äh Walken-Miene. Die Action-Sequenzen sind vollkommen over the top. Die Statisten, die südamerikanisch aussehen sollen sind größtenteils Filipinos - weil der Film auch auf den Filipinen gedreht wurde. Dabei benutzt man das White-Savior-Motiv (auch wenn Steve James schwarz ist) des coolen US-Amerikaners der einer unterdrückten Bevölkerung hilft, eine Revolution anzuzetteln. Dabei muss ich sagen, dass McBain nicht der treibende Motor ist, er ist viel eher tatsächlich ein Helfer in der ganzen Situation. Wir haben hier auch ein Cameo von Luis Guzman als Drogendealer, der ebenfalls im Vietnam war - und der die Gruppe fragt, wieso sie ihn ausrauben und nicht reichere Leute, die an der Spitze stehen. Also machen McBain und seine Kumpels genau das. Und geben sich aus als äääh israelische Agenten (?). "McBain" ist nicht so bitterernst, unfreiwillig lustig und tatsächlich wesentlich leichter zu ertragen als moderne Action-Filme. Größtenteils wegen einer ruhigeren Kameraführung als heute. Trotzdem ist es ganz grandioser sogenannter "Shlock". Ein großartiger, hohler B-Movie. Ich habe Tränen gelacht. Kudos an Regisseur und Drehbuchautor James Glickenhaus, der sich inzwischen aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat. 

6,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 10. März 2026

Comic Book Review#671: Machine Man#1 (1978)

Ich bin mir nicht mal mehr sicher, wo ich das hier aufgegabelt habe. Insta kann es auch nicht gewesen sein, who knows, egal. 

"Machine Man" handelt von den Abenteuern von....Machine Man. Einen menschlich aussehenden und menschlich denkenden Cyborg der unter uns Menschen weilt und den Namen Aaron Stack trägt. Einst

als Teil einer Reihe von Erfindungen auf die Welt gekommen, versucht er nun unauffällig zu sein. In der jüngeren Vergangenheit war er X-51, eine künstliche Intelligenz, eingebettet in einen menschlich aussehenden Körper. Allerdings sind die anderen "X"-Roboter völlig durchgedreht und haben mehrere Militärangehörige umgebracht. So hat Aarons Erfinder, der wegen seiner friedlichen Natur der Sache sehr sicher war, ihn frei gelassen. Auf den ersten paar Seiten rettet Aaron einen unachtsamen Bergwanderer, der abgestürzt ist, sich an einem Ast festhält und in die Tiefe zu fallen droht. Aaron aka Machine Man kann jedoch seine Arme, ganz Inspector Gadget mäßig, ausfahren und schafft es, ihn zu retten. Die Freunde des Mannes sind sehr erstaunt darüber. Doch er kann sich nicht lange aufhalten und seine Reise geht weiter. So trifft er im Wald einen Mann, dessen Weg von einem riesigen umgestürzten Baum versperrt ist. Er bewegt den scheinbar unbeweglichen Baum vom Weg und anschließend bietet der Fremde ihn eine Mitfahrt in seinem Auto an. Es stellt sich heraus, dass er Psychiater ist und ihm bei der Findung seiner Selbst helfen kann. Währenddessen woanders: Colonel Kragg, der Mann dessen Soldaten von den anderen X-Robotern umgebracht und ihm selbst ein Auge entfernt haben (?) schwört nun Rache. Mithilfe eines Homing Devices in Aarons Schädel will er ihn nun ausfindig machen und seine Soldaten die Drecksarbeit machen lassen. Der Roboter in Menschengestalt muss sterben.

Gezeichnet und geschrieben vom großartigen Jack Kirby. Farben von Petra G. Aus heutiger Sicht mag das Szenario vielleicht wie altbacken erscheinen. Schließlich gab es schon genug Geschichte über Cyborgs in Menschengestalt, die das menschliche in ihrem Inneren für sich entdeckt haben - und genug von Menschen die was dagegen hatten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für die damalige Zeit noch relativ neu war. Ich vermute auch mal, dass die Idee für das exakte Design von Machine Man vom folgenden Gedanken kam "Was wäre wenn ich meine Beine ausstrecken, mene Füße zu einem Skateboard umfunktionieren kann und fliegen kann, was ist wenn ich eine tatsächliche Maschine wäre?". Und so wurde das auch treffend umgesetzt. Anders als einige andere Comics zu der Zeit schafft es dieser Kirby-Klassiker tatsächlich eine kohärente Story zu erzählen, die zwar relativ schnell erzählt aber spannend ist. Ich sehe auch, trotz des pseudowissenschaftlichen Inhaltes, keine Logiklöcher. Also, ich zumindest nicht. Meiner Meinung nach eine durchaus vergessene Perle. 

8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von MerryMarvelite:


Montag, 9. März 2026

Album der Woche#675: MC 900 Ft. Jesus - One Step Ahead of the Spider (1994)

Wie bin ich nun auf dieses Album gekommen? Nun, es gab mal eine Folge von Beavis & Butt-Head in welcher die zuständigen Wirrköpfe sich ein Musikvideo angeguckt haben. Es war "If I Only Had A Brain" von MC 900 Ft. Jesus. Dabei hat Beavis immer wieder den Beat nachgeahmt, sodass Butt-Head fürchterlich genervt war, bis er zum Ende des Sketches selbst mit angestimmt hat. So bin ich auf dieses Album gekommen.


"One Step Ahead of the Spider" ist das dritte und letzte Album von MC 900 Ft. Jesus. Bei dem "Ft." handelt es sich um die Maßeinheit "Foot" und nicht um das Wort "Featuring". Inspiriert wurde Mark Griffin, wie der MC mit dem richtigen Namen heißt, von einem Televangelisten der einst in einer Predigt erzählt hat, er hätte eine Vision von einem "900 Fuß großen Jesus" gehabt. Was zum fick. Während die ersten beiden Alben "Hell with the lid off" (1990) und "Welcome to my Dream" (1991) noch gänzlich dem Hip-Hop zugewandt (erstes Album) und mit Acid Jazz experimentiert haben (zweites Album) ist das dritte nun beinahe komplett vom Hip-Hop abgewandt. 

Stattdessen hört man hier super interessante Mischung aus Spoken Word und Jazz. Der einzige Hip-Hop-Song hierauf, ist der oben erwähnte, zu dem es auch ein Musikvideo gab. Darin geht es um die eigene Unfähigkeit den "eigenen Scheiß" zu regeln. Der Song hat einen super catchy "babowpowpowpow" type beat. Davon ist auf dem Rest des Albums nichts zu hören. Stattdessen haben wir etwas, was ich freundliches Lamentieren nenne - auf "Stare and Stare", einen Cover von Curtis Mayfield, worauf Vernon Reid von Living Colour Gitarre spielt. Worin sich Griffin besonders spezialisiert ist allerdings Spoken Word. So hört sich der Opener des Albums, "New Moon" an wie eine spezifisiche Narration eines 1940er Jahre schwarz/weiß Krimifilms. Dabei wird er von den Jazz-Musikern Earl Harvin, Chris McGuire, Dave Palmer, Drew Phelps, Mike Dillon, Nikhil Pandya, Rajiv Chakravarti als auch der Sängerin Analisa Ripke unterstützt. Griffin hört sich an wie typischer Beatnik aus den 1960er Jahren. In dem Songtext geht es allerdings um tristes Leben in der Vorstadt, wobei den einzigen Kick illegale Autorennen bieten. Diese enden allerdings desöfteren mit dem Tod, was er auch schildert. Genau darin liegt die Stärke des Künstlers: Geschichten erzählen mit zischenden Drums und trötenden Saxophonen als auch piependen Keyboards im Hintergrund. Und das gelingt hier wirklich sehr gut. Die Mischung aus Gedichten und Free Jazz ist einfach fantastisch. Das nenne ich sehr sehr große Experimentierfreude.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: New Moon, Tiptoe Through The Inferno, Stare and Stare, If I Only Had A Brain