Der Titel ist eine Anspielung an zahlreiche Mitarbeiter von Werbeagenturen in der Madison Avenue in New York. Soll heißen "Ad Men" wird zu "Mad Men", unter anderem weil die Werbefachleute völlig verrückt sind, was ihren Job betrifft. Meines Wissens zufolge ist es allerdings strittig ob dies ein historischer Begriff. Jedenfalls, worum geht es?
Im Mittelpunkt der Story steht zu Beginn der Creative Director Don Draper (Jon Hamm). Er ist in der Führungsriege von "Sterling Cooper", einer angesehenen Werbeagentur. Außerdem ist er Veteran des Koreakriegs, verheiratet mit Betty Draper (January Jones ) und Vater von zwei Kindern. Viel wichtiger allerdings: Don Draper ist ein notorischer Fremdgeher, Alkoholiker und Kettenraucher. Nichtsdestotrotz ist er sehr erfolgreich in dem Unternehmen, u.a. wegen seines Schneids und der Fähigkeit absolute Bombenaufträge an Land zu ziehen. Doch wo der Erfolg ist, da kommen auch die Selbstzweifel.
Es passieren hier sehr viele Dinge. Wir finden heraus, was es wirklich mit dem Koreakrieg bzw. der Rolle Dons darin auf sich hat und natürlich auch was auf so Weihnachtsfeiern und anderen Firmenparties so geschieht. Kinder werden gezeugt und abgegeben. Männer gehen ihren Frauen fremd, Frauen gehen ihren Männern fremd. Alle rauchen zentnerweise Zigaretten am Stück und saufen während der Arbeit. Dazu kommen noch die (zu einem Teil an die tatsächliche Geschichte des Marketings angelehnte) Aufträge hinzu und es ist interessant zu sehen, was den Leuten in der Agentur einfällt, damit alles funktioniert. Wesentlich interessanter ist allerdings der persönliche Werdegang der einzelnen Charaktere. Es ist traurig zu sehen, das Kinder unter diesen Bedingungen aufwachsen. Traurig mitzubekommen, dass im Rahmen der Handlung Menschen absolut traumatisiert werden. Gleichzeitig ist die Serie so absurd lustig, weil eben absurd lustige Sachen vorkommen. Zum Beispiel werden jemanden die Zehen mit einem Rasenmäher, in einem Büro abgehackt. Aber das nur so am Rande.
"Mad Men" war eine super wilde Auf- und Abfahrt. Ich werde niemals dieses großartige Intro von RJD2 ("A Beautiful Mine") vergessen. Jetzt grade schreibe ich dieses Review hier und ich habe es wieder im Kopf - obwohl wir die Serie im Januar (?) 2026 zu Ende geschaut haben. Ich habe mitgefühlt, mitgefiebert, mitgelacht und einige Leute sowas von gehasst. Sowas von absolut gehasst. Einige waren grundsympathisch, vor allem allerdings wenn sie eher "unschuldig" waren und es nicht besser wussten - oder ob sie sich menschlich verbessert haben.
Großartige Serie, ehrlich jetzt.



