Dienstag, 4. August 2026

Comic Book Review#688: Judge Dredd: The Judge Child (2013)

Wieder mal eine freundliche Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür. 

Rausgekommen im Jahre 2013 beinhaltet das Band die komplette "The Judge Child" Saga, die ursprünglich 1980 in den Ausgaben 156-181 des britischen Comic Magazins "2000AD" erschienen ist. Worum geht es? Nun, es ist eine definitiv andere Art von Judge Dredd Story. Diesmal geht es um ein Kind. Judge Feyy erzählt auf seinem Totenbett von einem Jungen namens Owen Krysler. Er hat ein Muttermal auf der Stirn, dass eine ähnliche Form hat wie das Symbol der Judges in Mega City One - ein

Adler. Feyy sagt, dass in der Zukunft irgendeine Art von Katastrophe über die Stadt hereinbrechen wird. Und nur dieser Junge wird es verhindern können. Also macht sich Judge Dredd auf den Weg, ihn zu finden. Er wird in einer Sekten-Siedlung festgehalten, von einem Typen namens Faro, der sich eingebildet hat der letzte Nachfahre der alten Ägypter zu sein. Er baute eine Sekte auf, in der sich Müll als Währung, Baumaterial und äh Ideologie durchgesetzt hat. Faro ist der Meinung, Krysler würde ihn in der Nachwelt als Begleiter dienen. Leider schafft Judge Dredd nicht, den Jungen aus den Fängen der Sekte zu befreien. Es kommt zu einem Sklavenaufstand und der Junge verschwindet. So wird ein Suchtrupp aufgestellt, der zu fremden Planeten reist, weil die Spur eben dorthin führt. Auf seiner Reise durch die Galaxis erlebt JD wieder mal äußerst skurrille Sachen. Unter anderem einen Planeten auf welchem Krieg gespielt und im Fernsehen ausgestrahlt wird.

Das ist mal eine Story. Eine, die sich durch 26 Kapitel durchzieht. Es geht um eine Sekte, Sklaverei, merkwürdige Gesellschaften auf fremden Planeten, Roboter die eine eigene Gesellschaft aufgebaut haben. Und natürlich dieses merkwürdige Kind, dass irgendwie in die Zukunft sehen kann. Und vielleicht gar nicht mal so gut ist, wie man es sich am Anfang vorgestellt hat. Irgendwie kann der Junge nicht nur in die Zukunft sehen, sondern die Ereignisse zu seinem Vorteil steuern. Leider ist das Ende irgendwie nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe - andererseits irgendwie doch. Es muss einfach ein gewisses Schema beibehalten werden und dieser Junge passt da irgendwie nicht ganz rein. Am witzigsten fand ich die Episode mit dem fliegenden Händler, der Dredd und andere Judges auf Actionfigurengröße verkleinert und in seinen Koffer gesteckt hat. Man könnte meinen, hier gäbe es so einige Fillerepisoden, aber egal. Es funktioniert. Es ist amüsant, spannend, witzig und stellenweise brutal als auch satirisch. Really good stuff. Gezeichnet wieder mal von Brian Bolland, Mick McMahon und Ron Smith. Geschrieben von John Wagner und Alan Grant.

8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von 2000AD:


Montag, 3. August 2026

Album der Woche#692: The Cure - Three Imaginary Boys (1979)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Album der Woche". Diesmal haben wir es tatsächlich mit dem ersten Album von The Cure zu tun, welches 1979 veröffentlicht wurde. 2029 wird dieses Album ganze 50 Jahre alt und Sänger Robert Smith wird 70. Zu diesem Zeitpunkt plant er, aufzuhören.

Wir haben es hier, auf diesem Blog, schon mit einigen Cure-Alben zu tun gehabt. Aber niemals mit dem ersten. Irgendwie war es nie in meinem Fokus. Wahrscheinlich weil kaum jemand sich daran erinnern kann oder irgendein Song davon mir bekannt war. Tatsächlich ist Robert Smith (was Bassist Michael Dempsey und Drummer Lol Tolhurst betrifft, weiß ich nicht) insgesamt sehr unzufrieden damit
gewesen. Die Plattenfirma hat nämlich entschieden, welche Songs hier drauf erscheinen werden und wie das Albumcover auszusehen hat. Es ist wirklich sehr komisch. Statt irgendwelchen psychedelischen Bildern oder gothisch anmutenden Designs haben wir es mit einer Lampe, einem Staubsauger und einem Kühlschrank zu tun. Dazu noch der Titel "Three Imaginary Boys", der sich wahrscheinlich auf die Band als Trio bezieht. Keine Ahnung.

Auch musikalisch ist das hier ganz schön anders und irgendwie auch seltsam, aber doch unverkennbar The Cure und somit auch gut. Allerdings ist man hier noch etwas weiter entfernt von Begriffen wie "Gothic Rock" oder "Neo Psychedelia". "Three Imaginary Boys" ist definitiv ein äh post-punkiges Power Pop Album, was durchaus aufgeweckt und irgendwie fröhlich klingt. Andererseits jedoch hört man dass Robert Smith zwischendurch seinen Atem holen muss und meiner Meinung nach auch dass die Songs am laufenden Band bzw. während der Aufnahmen der Songs geschrieben wurden. Sie wirken auf mich eher wie fast fertig gebrachte Skizzen. "Fire In Cairo" ist so ein Beispiel. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen einen Song mit dem buchstabierten Titel im Refrain zu füllen. Und zwar "F-I-R-E-I-N-C-A-I-R-O". Es gibt außerdem ein Cover. Jimi Hendrix Experiences "Foxy Lady", das in einer Jam Session entstanden ist. Tatsächlich gar nicht mal so schlecht, nur Michael Dempseys Stimme ist sehr ungewohnt. Wäre es nach der Band gegangen, wäre dieser Song hier gar nicht drauf gewesen. Wiederum andererseits ist "Meathook" ein Song der mit ein paar Verwurstungen wie das spätere Werk "Lovecats" klingen könnte. "Three Imaginary Boys" klingt wie eine etwas ausgereiftere Demo Kassette die deutlich besser produziert ist und trotzdem sehr nach Lo-Fi klingt. Kein Bombast, keine Keyboards, nur eine Mundharmonika als Begleiterscheinung. Irgendwie seltsam und doch faszinierend. 

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Meathook, Grinding Halt, Fire In Cairo


Freitag, 31. Juli 2026

Happenings des Monats: Juli'26

The Other auf dem Bochum Total am 04.07.2026

Mich hat es schon seit Jahren nicht mehr aufs Bochum Total verschlagen. Das letzte Mal war vor einigen Jahren, als tatsächlich eine Horror Punk aufgetreten ist: Bloodsucking Zombies From Outer Space. Diesmal war es wieder so weit - wieder eine Horror Punk Band. The Other habe ich bis dahin zwei mal live gesehen - eines davon war ebenfalls auf einem kostenlosen Festival. Ich glaube, das war das NORD Open Air in Essen, vor einigen Jahren.

Das Szenario lief folgendermaßen ab: Ich gehe hin, ich gucke an, ich gehe wieder. Einfach mit niemanden reden und so. Einfach The Other. Selbstverständlich bin ich nicht nur wegen der Musik hin sondern irgendwo auch wegen nostalgischer Gefühle hin. The Other waren Teil der deutschsprachigen Horror Punk Online Community, deren Teil ich vor rund zwanzig Jahren war. Das waren meine ersten richtigen Schritte im deutschsprachigen Internet. Das Horrorpunk Forum war damals meine zweite Heimat. Ich empfehle dazu dieses eine Video von KrachmuckerTV, ehrlich jetzt.

Und zum Auftritt selbst: Es war wirklich absolut großartig. The Other spielten eine Bandbreite von Songs die von "ganz früher" reichen bis zu ihren neuesten Charterfolg mit dem Album "Alienated". Ich fands cool, dass sie ihre alten Songs gespielt haben, sodass die "neuen" Leute im Publikum auch einen Überblick bekommen und sich "anstecken" können. Denn die alten Songs sind tatsächlich anstecken. Sie sind relativ simpel gestrickt und mitsingbar. Man weiß nach kurzer Zeit sofort, was man mitzusingen hat. Zum Beispiel "Beware of Ghouls". Man weiß es nach dem ersten Durchang des Refrains sofort. Dadurch, dass neue Songs zu hören sind merkt man auch einen Unterschied und sieht wie sich die Band weiterentwickelt hat. Von einer Misfits-Coverband zu einer eigenständigen, die nicht bloß stumpf die Horrorpunk Klischees nachspielt (die woah oh ohs zum Beispiel) sondern sich auch durchaus an anderen Elementen aus anderen düsteren Genres.

Wie die letzten beiden Male super sympathisch, gar nicht abgehoben oder so. Sehr gerne bald wieder.
Achja, hier ein Video von dem Auftritt.

Stricher guckt sich "Supergirl" an am 05.07.2026 im UCI Duisburg

Vielen Dank an Genosse A. fürs Mitkommen. Es war angenommen jemanden eine komplett neue Welt zu zeigen. 

"Supergirl" ist keine Fortsetzung von "Superman" (2025) in dem Sinne, allerdings schon der zweite Film des "DC Universe" und gleichzeitig auch das zweite filmische Kapitel in der Saga "Gods And Monsters". Ursprünglich sollte der Film Teil des vorher abgeschlossenen "DC Extended Universe" sein. In der Hauptrolle war eigentlich Sasha Calle vorgesehen. Doch es kam alles anders, alles wurde rebooooooted und so weiter und sofort. Gleichzeiti ist es auch die Verfilmung der Comic-Reihe: "Supergirl: Woman of Tomorrow" von Tom King und Bilqis Evely. Regie führte Craig Gillespie, das Drehbuch schrieb Ana Nogueira. 


Zunächst befinden wir uns in der Gegenwart. Erst später wird die Origin Story von Supergirl erzählt, die ich im Laufe des Reviews anreißen werde. Supergirl aka Kara Zor-El (Milly Alcock) feiert ihren 23ten Geburtstag. Da die Kryptonierin, wie ihr Cousin Superman aka Kal-El (David Corenswet) auf der Erde dank der gelben Sonne übermenschliche Fähigkeiten hat (wie zum Beispiel keine Reaktion auf Alkohol) feiert sie auf anderen Planeten - mit einer roten Sonne. So ist sie mit ihrem Hund Krypto unterwegs und gibt sich ordentlich die Kante. Eines Abends trifft sie auf Ruthye Marye Knoll (Eve Ridley). Sie ist die einzige Überlebende eins Massakers. Ihr Vater, ihre Mutter und ihr Bruder wurden umgebracht. Die Eltern waren begabte und nicht unbekannte Waffenschmiede. Die Täter sind die Briganden, eine Gruppe von Menschenhändlern und Piraten, die bekannt dafür sind ihre Gegner zu vergiften und zu verschleppen. Supergirl fällt ihr ins Auge, nachdem ein anderer Versuch jemanden für ihren Rachefeldzug zu rekrutieren fehl schlägt. Die Kryptonierin lehnt zuerst ab, doch als die Briganden die Siedlung aufsuchen in welcher sie sich aufhält und bei ihrer Abreise ihr Raumschiff mitnehmen als auch Krypto vergiften, wird die Sache persönlich. Supergirl und Ruthye werden nun unfreiwillig zu Partnerinnen die ein Ziel haben: Briganden auffinden, Rache üben und das Gegengift an sich reißen, das Krypto retten kann.

Manche würden sagen, der Film versucht nur James Gunns Machart in "Superman" zu kopieren. Andere würden sagen, er wäre "woke". Andere können mit Superheldenkram nichts anfangen und bleiben dem Kino fern. Ich frage mich an der Stelle, was den Film den bitte schön "woke" macht. Werden hier irgendwelche menschenfeindlichen Religionen zu etwas progressiven Verklärt? Werden Gender-Normen auf eine "linke" Art und Weise reproduziert und als progressiv verkauft? Nein. Stattdessen haben wir eine Schauspielerin, die vielleicht nicht ganz normschön aussieht und die ein Supergirl darstellt dass nicht einfach nur eine Kopie von Superman ist. Wenn das den Film so böhse und woke macht, dann leck mich am Arsch. Zudem wird auch noch gezeigt, wieso Supergirl so ist wie sie ist. Im Gegensatz zu Superman ist sie nicht als Baby auf die Erde gekommen sondern wurde nach der Zerstörung Kryptons geboren - auf der vom Planeten herausgelösten sich unter einer Energiekuppel befindenen Stadt Argo. Alle Bewohner sind nach und nach gestorben, weil Kryptonit, das Gestein dasss bei der Zerstörung des Planeten zur Tage kam, sie vergiftet hat. Sie hat also ein sehr schweres Trauma und ist definitiv kein Boyscout wie Superman der einfach nur ein Mensch sein will wie jeder andere. Es fällt ihr zunächst schwer auf der Erde zu leben und plötzlich all diese Fähigkeiten wie Supergehör zu haben. Sie kann es sich nicht vorstellen, unseren Planeten als ihre Heimat zu bezeichnen. Der Film zeigt genau das, was viele Menschen in ihrer Situation machen: Realitätsflucht. Das macht sie auf eine andere Art zutiefst menschlich. Meines Erachtens ein durchaus schnell erzählter Film, der es zur Aufgabe hat, mehrere Charaktere vorzustellen. So auch Lobo (Jason Momoa) der hier nur kurz vorkommt. Ja, tut mir Leid dass der Film nicht euren Comic-Vorstellungen entspricht. Aber...naja, lest vielleicht mehr Comics die außerhalb der Continuity stattfinden oder nicht im Fokus einer Hauptstoryline sind. Meine Fresse. Es ist ein guter Film. So.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:


Mittwoch, 29. Juli 2026

Film der Woche#689: STEPHEN KING SPECIAL, Teil 10

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Film der Woche". Ursprünglich wollte ich ja monatlich ein Stephen-King-Special rausbringen. Leider habe ich, was die Sache betrifft, mich auf andere Themen konzentriert. Schade eigentlich, denn es wäre ein großartiger monatlicher Beitrag gewesen. Jedenfalls, hier ist Teil 9, jetzt kommt Teil 10. Nächstes Jahr wird es dann denke ich mal weiter gehen.

27. The Green Mile (1999)

Ich hätte schwören können, dass ich den Film irgendwann mal im Rahmen von "101 Sci-Fi Filme die Sie sehen müssen bevor Sie sterben" reviewt habe. Allerdings habe ich mich geirrt und so war es gestern (30.12.2025) tatsächlich so weit und ich habe ihn wieder geguckt. Es war großartig.

Zuerst befinden wir uns in einer Wohnanlage für Senioren in Louisiana im Jahre 1998. Der Rentner Paul Edgecomb (Dabbs Greer) erzählt seiner guten Freundin Elaine (Eve Brent) wieso er bei der Aufführung von "Ich tanz mich in dein Herz hinein" bzw. dem Gesang von Fred Astaire darin in Tränen ausbrach. Wir erfahren wieso genau und ab da beginnt ein Rückblick. 1935 ist Paul (Tom Hanks) 44 Jahre alt und


Leiter des Todestraktes des Gefängnisses Cold Mountain. Der Boden hat die "Farbe alter Limonen", also grün. Man nennt den Weg zum elektrischen Stuhl "die grüne Meile". Im Todestrakt sitzen unterschiedlichste Insassen, weswegen genau erfährt man nicht. Darunter "Toot-Toot" (Harry Dean Stanton), Del (Michael Jeter) und Arlen (Graham Greene). Eines Tages kommt ein neuer Häftling an. John Coffey (Michael Clarke Duncan) ist ein muskulöser, zwei Meter großer schwarzer Mann der mit zwei toten, blutüberströmten Mädchen in den Armen aufgefunden wurde, die zuvor als vermisst gemeldet wurden. Die rassistische, bürgerliche Lynchjustiz hat ihn natürlich des Mordes bezichtigt und zum Tode verurteilt. Doch irgendwas ist an ihm anders. Er hat Angst davor, im dunkeln zu schlafen und wirkt leicht geistig zurück geblieben. Paul leidet zu dem Zeitpunkt unter einer sehr schweren Harnleiterentzündung. John kann diese heilen, indem er mithilfe seiner übernatürlichen Kräfte die ganze "schlechte Energie" aussaugt und in Form von einem Schwarm von Insekten aushustet. Es ist ein Wunder Gottes, dass im Todestrakt einsitzt. So jemand kann niemals ein Mörder sein. 

Ich habe vor über zehn Jahren den Fortsetzungsroman, der hierfür als Vorlage gilt, gelesen und war schon ziemlich betroffen. Das Ganze noch mal (weil ich den Film garantiert schon mal gesehen habe) in realistisch und Farbe zusehen war durchaus...eine Erfahrung. Das ist eine gute Nachricht, weil es zeigt dass man Gefühle hat und das was im Film geschieht, einen mitnimmt. John Coffey ist die Mensch gewordene Darstellung von "die Last der Welt auf den Schultern tragen". Er ist fast jemand wie die (mythische Figur) Jesus Christus, die nur Gutes für gute Menschen um ihn herum möchte und unter all dem Leid in der Welt leidet - weil dieses Leid für immer in seinem Kopf wohnt. "Wie Scherben in meinem Kopf" (sinngemäß zitiert). "The Green Mile" verursacht Tränenfontänen nicht nur weil er traurig ist, sondern weil er dieses Maß an Ungerechtigkeit zeigt. Das gute Menschen unschuldig auf den elektrischen Stuhl kommen. Wärter, die sich mit den Gefangenen quasi anfreunden und sie hinterher trotzdem zum Stuhl führen müssen, weil es ihre Pflicht ist. Es ist einer der berührendesten SK-Verfilmungen überhaupt, neben "Stand By Me" und "The Shawshank Redemption". Nach "Forrest Gump" schon der zweite Film mit Tom Hanks und Gary Sinise (der hier nur kurz zu sehen ist). Es ist wahrhaftig ein großartiger Film und das sage ich viel zu selten.

10/10 Pfandflaschen

Trailer:



28. Hearts in Atlantis (2001)

Wie es immer wieder der Zufall wollte, war es in den Specials immer wieder so: Ein filmisches Meisterwerk und eine absolute Schrottverfilmung. Dieses Mal ist es nicht so und es sind beides keine Horrorfilme.

"Hearts in Atlantis" basiert auf der Novelle "Low Men in Yellow Coats", die im Roman "Hearts in Atlantis" erschienen ist. Es ist ein Wiedersehen mit David Morse (der in "The Green Mile" den Wärter Brutus gespielt hat). Diesmal spielt er in der Rahmenhandlung den bereits erwachsenen Bobby Garfield, der in seine Heimatstadt zurück gekehrt ist um auf die Beerdigung seines Freundes und Kriegsveteranen Sully (Will Rothhaar) zu gehen. Dabei erfährt er auch, dass ihre gemeinsame Freundin Carol Gerber (Mika Boorem) gestorben ist. Als er seine alte Gegend besucht fängt er an sich an ihre gemeinsame Jugend zu erinnern. Dabei war eine Bekanntschaft besonders einprägsam und wichtig. Irgendwann ist in das Haus von Bobby (Anton Yelchin, RIP) und seiner Mutter Liz (Hope Davis) ein Untermieter


eingezogen: Ted Brautigan (Anthony Hopkins), ein älterer Herr der durchaus lieb ist, allerdings etwas exzentrisch rüberkommt. Er verfügt über äußerst detailliertes Wissen über Baseball und hat eine große Menschenkenntnis. Bobby und er freunden sich an, es entsteht eine Art Großvater-Enkel-Beziehung, die der Junge auch dringend nötig hat. Sein Vater ist nämlich gestorben und seine Mutter interessiert sich größtenteils für ihre Karrieren. Es stellt sich heraus, dass Ted telekinetisch und telepathisch begabt ist. Und dass gewisse Menschen in gewissen Autos und in gewissen Klamotten ihn verfolgen und entführen wollen. Bobby hat Angst, dass sein großväterlicher Freund bald verschwindet.

Tränenfontänen. Na gut, vielleicht nicht ganz Fontänen aber durchaus Tränen. Denn es war schwer zu verdauen. Böse Zungen würden behaupten, das wäre eine Art "Mood Piece", dass nur dazu da ist einen zum Weinen zu bringen. Meiner Meinung nach ist der Film mehr als das. Es ist eine Metapher: Entweder für Demenz oder für Tod oder für beides. Der von Hopkins gespielte Ted Brautigan ist merkwürdig, leicht exzentrisch aber doch ein lieber alter Mann. Die Männer, die ihn abholen wollen sind etweder die Demenz oder der Tod, der ihn bald holen kommt und ihm aus seinem Leben als auch aus dem Leben Bobbys entreißt. Vielleicht ist es weit hergeholt, vielleicht liege ich aber richtig. I don't know. Ich habe vor knapp sechs Jahren jemanden an die Folgen von Demenz (bzw. weiteres) verloren und kann deswegen relatieren. Bzw. ich fühle mich sehr daran erinnert. Verdammt guter und durchaus auch trauriger Film.

9/10 Pfandflaschen

Trailer: