Dienstag, 3. November 2026

Comic Book Review#701: Kingdom Come (1996)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten Comic Book Review nach der 700. Es handelt sich mal wieder um eine Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür.

Bei "Kingdom Come" haben wir es mit einer vierteiligen Miniserie zu tun die im Jahre 1996 erschienen ist und später als Trade Paperback rausgebracht wurde. Erdacht und gezeichnet von Alex Ross, mithilfe von Mark Waid. Wir befinden uns auf einer Welt außerhalb des herkömmlichen DC-Universums. Die Story gehört zur sogenannten "Elseworlds"-Reihe, die Geschichten präsentiert die nicht kanonisch sind.

Superman, Batman, Wonder Woman, Green Lantern und gewisse andere uns bekannte Helden der DC-Welt haben sich zurück gezogen. Die Welt hat jetzt neue Superhelden, die nihilistisch agieren, sich einen Scheiß um mögliche Querschläger oder zivile Opfer scheren und schlicht und einfach "zu cool" für diese Welt sind. Magog, einer dieser Superhelden hat den Joker umgebracht und dafür nicht mal verurteilt. Superman sah seine Mission von dann an als bedeutungslos und zog sich zurück. Batmans Geheimidentität wurde gelüftet: Bruce Wayne kontrolliert nun mithilfe von ferngesteuerten Robotern Gotham City. Wonder Woman wurde auf der Insel Themyscira ihr Status aberkannt. Ein Priester namens Norman McCay kriegt Besuch von Spectre, der Verkörperung des Zorns Gottes. Er soll nun Zeuge werden von ganz schrecklichen Ereignissen und fungiert als Erzähler/Zeuge der Geschichte. Magog hingegen ist verantwortlich für den Tod des Superhelden Captain Atom - was zum einem verheerenden GAU führt und der Staat Kansas wird beinahe komplett ausgelöscht. Superman beschließt auf Bitte von Wonder Woman zurückzukehren und eine Art neue Justice League zusammen zu stellen. Ein Krieg zwischen Superwesen steht bevor - denn irgendjemand muss diese gefährliche neue Art von Superhelden stoppen. Die Menschen haben Angst vor ihnen und verachten sie. Doch wenn Superwesen auf Superwesen treffen droht das allerschlimmste: Der Untergang der Welt - Armageddon.

Zunächst mal möchte ich hervorheben wie großartig realistisch Alex Ross' Zeichnungen sind. Es sind wirklich fantastische Konzepte die ich hier umgesetzt werden. Die realistisch gezeichneten Gesichter sind natürlich super, doch es sind vor allem die Farben die mich begeistern. Jenseits von grellbunten typischen Comic-Farben oder irgendwelchen typischen 90er Jahre Extreme(!!)-Designs. Meiner Meinung nach sind es im Grunde Gemälde und keinen Comic-Panels. Ich verneige mich vor diesem Talent. Außerdem ist die Story vllt. nicht nur für Comic-Leser sondern auch für Zeitgeistforschende interessant. So ist "Kingdom Come" nicht bloß eine Story über den Untergang des Superheldentums bzw. einen Konflikt darin sondern tatsächlich ein Kommentar zum Geschehen in der Comicindustrie der 90er Jahre. Damals wurden "alte" ehrenhafte Superhelden wie Superman und co. out - nihilistische, brutale Anti-Helden wie die Kreationen von Rob Liefeld waren plötzlich in. Der Verlag Image Comics, der aus ehemaligen DC- und Marvel-Zeichnern bestand war auf einmal in aller Munde. Genau dieser Verlag hat solche Titel wie Wild CATs, Youngblood, Spawn oder Savage Dragon die für ein riesiges Ausmaß an Gewalt in den Stories bekannt waren bekannt gemacht. Nicht dass ich alle diese Comics irgendwie schlecht finden würde - bin großer Fan von Spawn und teils auch von Savage Dragon - aber so einige Ideen können sich irgendwann wie von selbst auslutschen. Wenn alles irgendwie EXTREME ist, fragt man sich irgendwann was das Wort überhaupt bedeutet, welcher verdammten Sinn das hat und ob irgendwann auch die Charaktere nicht irgendwie einseitig sind. Gleichzeitig ist "Kingdom Come" eine Anspielung auf das biblische Armageddon, das jüngste Gericht und auch ein Kommentar nicht nur zur Comicindustrie sondern zu einer immer weiter abstumpfenden Gesellschaft die nur noch nach Gewalt lechzt und schließlich unter dieser Gewalt leidet. 

9/10 Pfandflaschen
Made by: Alex Ross, Mark Waid

Montag, 2. November 2026

Album der Woche#705: The Mob - Let The Tribe Increase (1983)

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Themenmonat bei "..,klar"! Nach dem Shocktober widmen wir uns nun dem Anarcho-November. Das heißt, dass bei "Album der Woche" nun ein paar waschechte Klassiker des englischen Anarcho Punks reviewt werden. Wir fangen an mit dem einzigen Album von The Mob: "Let The Tribe Increase". Mein damaliges, eher kurzweiliges Interesse an The Mob wurde geweckt durch die Band Police Bastard. Sie haben nämlich "I Wish" gecovert. Als ich rausfand wie sich das Original anhört, war ich noch mehr hin und weg. Irgendwann (ich glaube entweder Frost Punx oder irgendein Festival in der Au in Frankfurt) habe ich The Mob dann auch tatsächlich gesehen. 


Einziges Album von The Mob. Verfügbar entweder in der ursprünglichen Version (mit 12 Songs) oder aber mit einer Tonne an Zusatzmaterial, sodass man auf 20 Songs insgesamt kommt. Ein Glück, dass die meisten Anarcho Punk Bands (und generell Punk Bands damals) der ersten Stunde sich voneinander abgehoben haben und jede Band ihren eigenen Sound hatte. Man kann heutzutage mittlerweile sagen "klingt wie", damals war das eher weniger der Fall. Man kann der Band allerdings ein gewisses Faible für damals gängigen Post Punk Sound attestieren. So klingen The Mob nicht aggressiv, parolenhaft oder irgendwie klischeehaft. Nein, stattdessen kriegen wir einen eher ruhigen, subtileren Sound. Alles ist sehr lo-fi, stellenweise ziemlich noisy und trotz des Fehlen jeglicher musikalischen Aggression gesangtechnisch doch ziemlich aggressiv. Auf eine gute Art natürlich. Die Texte sind größtenteils irgendwie kryptisch gehalten. Wenn man sich allerdings alles durchliest und auf sich einwirken lässt, wird alles klar. So ist "Slayed" eine Auseinandersetzung mit der Rolle des Menschen in einer Welt nach der Atombombe. Das wäre meine Interpretation. Einst war der Mensch ein "Slayer" (ein Täter) und jetzt ist er "slayed", also das Opfer seiner eigenen Handlungen und muss jetzt damit leben. "I Wish", also der erste Song der Band den ich je gehört habe, ist dabei eines meiner Highlights. Der Text ist simpel, impliziert aber eine fürchterliche Situation. Die Welt ist schlecht wie sie ist und alle um mich herum müssen diesen Scheißdreck (Mord- und Totschlag um es kurz zu sagen) mitmachen. Wie schon oben gesagt: Es existieren mehrere Versionen des Albums. Unter anderem auch eine mit den vorher erschienen 7 Inch Singles. Dabei klingt der Song "Youth" beinahe 1:1 wie Joy Division. 

Es ist ein wirklich schönes, ruhiges, jedoch trotzdem dynamisches, abwechslungsreiches Album. Mir gefällt diese seltsame Art, todtraurig aber gleichzeitig aufbauend/empowernd zu klingen.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Slayed, I Wish, Witch Hunt


Samstag, 31. Oktober 2026

So isses, Musik!#222

DEUTSCHPUNK-FEGEFEUER:

G:
Grips und Schaden – "Angst"
Raphi:

"Jaja, eigentlich ist das ja eher Folk Punk oder Liedermacher Punk oder irgendwas anderes. Grips und Schaden sind neben Unordnungsamt eine meiner Lieblingsbands aus diesem akustischen Spektrum. Ihr Album „Motzen Trotzdem“ hat mir wirklich sehr gefallen, und es enthält Lieder über die Sorgen des Alltags im Spätkapitalismus zwischen drohender Armut, und rechtem Terror (im konkreten Fall geht es um Hanau). Als Beispiel habe ich das Lied „Angst“ gewählt, das sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung abspielt."

Philipp: Philipps Beitrag wird nachgereicht. 

Gregor:

Okay, eine Geige hätte ich nach dem Akustikgitarrenintro wohl erwarten können, habe ich aber nicht. Wir haben es hier (wieder mal) nicht mit klassischen Deutschpunk zu tun, sondern "Anti-Folk" oder irgendwas in der Art. Es ist ein Song über mentale und körperliche Erschöpfung in einer Zeit voller (sozialer) Unsicherheit. Soweit ich das verstehe ist der Song während der Pandemie entstanden - ist aber trotzdem tatsächlich aktuell. Leider. Zugegeben: Es berührt mich wirklich - auch wenn es rein musik- und gesangstechnisch nicht wirklich mein Ding ist. Emotional klingende Bands mit Geige die irgendwie Richtung Folk gehen, also sowas wie Früchte des Zorns haben mich nie wirklich abgeholt. Trotzdem: Wie gesagt, das berührt mich. 

H:

Hammerhead – "Autofahrerhose" & "Handgranate"

Gregor:

"Autofahrerhose":

Ich bin ja gegen verkürzte Kritik und für öffentlichen Nahverkehr. Allerdings ist "unser" ÖPNV, speziell in NRW, wirklich unter aller Sau - weswegen es auch nachvollziehbar ist, dass immer mehr Menschen aufs Auto umsteigen. Allerdings kann ich die Art von begeisterten Autofahrern, die andere auf der Straße drangsalieren, ihr Auto als Schwanzersatz mißbrauchen und die sich für was besseres halten überhaupt nicht leiden. Genau gegen diese Leute wettert dieser, neuere Song von Hammerhead (vom letzten Album "Nachdenken über Deutschland"). Nürburgring-Aufkleber auf dem Auto, spezielle Funktionskleidung. "Autofahren ist asozial!" heißt hier - dem muss ich widersprechen. Allerdings können Autofahrer die größten Asis überhaupt sein - und genau das verurteile ich ebenfalls. Großartiger Song.

"Handgranate":

Ich habe dieses Album lange in digitaler Form gehabt und konnte den Text nie nachvollziehen. Als ich mir das Ganze "Stay Where The Pepper Grows" Album auf Vinyl geholt habe, war ich froh darüber - endlich konnte ich die Texte lesen. Allerdings konnte ich sie im Booklet nicht entziffern. Das hat länger gedauert, bis das funktioniert hat. Meines Erachtens ist "Handgranate" ein Song über.... "zu viel bekommen" in einer Masse von Leuten. Agoraphobie, wenn man es so nennen möchte. Oder vielleicht zu viel Stress auf ein Mal. Zu viel Leute, die irgendwas von einen wollen. Man möchte eine Handgranate reinwerfen und sie endlich alles los werden. Klingt zynisch und menschenfeindlich - ist es wahrscheinlich auch. Fantastischer Opener.

Philipp: Philipps Beitrag wird nachgereicht. 

Raphi:

"Autofahrerhose"

"Zusammen mit Hammerhead habe ich mal eine Klospülung repariert. Die Band zählt für mich zur absoluten Speerspitze des deutschsprachigen Hardcore Punk, und mit ihrem Comeback-Album „Nachdenken über Deutschland“ haben sie das 2024 nochmal unter Beweis gestellt. Fun Fact zum Album: ich besitze eine Promo-CD zum Album, auf der ein anderes Cover zu sehen ist als auf der fertigen Version. Der Besitzer des Schlosses, welches auf dem Cover zu sehen ist, hatte nämlich kein Interesse daran, sein Eigentum auf dieser großartigen Platte zu sehen. Wie dem auch sei: „Nachdenken über Deutschland“ ist von vorne bis hinten wunderschön, und ich habe mich für den Song „Autofahrerhose“ entschieden. Warum? Wegen dieser Zeile: „Autofahren ist asozial“."

"Handgranate"

"Was für ein großartiges Intro! Das klingt erstmal ziemlich hart nach NYHC auf deutsch. Wobei die Sprache fast egal ist, weil die Texte auf den frühen Hammerhead-Veröffentlichungen ein bisschen untergehen. Mit Hinblick auf den anderen Track von Hammerhead, den wir hier in der Liste haben, wäre auch hier eine Behandlung des ersten (richtigen) Albums "Stay Where The Pepper Grows" und des (bis jetzt) letzten "Nachdenken über Deutschland" interessant."

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FROM FIRST TO LAST: Bad Religion

Wieder habe ich eine Band vor mir, die unzählige Alben veröffentlicht hat für die es einfach keine Zeit gibt, sie ausführlichst zu reviewen. 

Das erste Album ist....

"How Could Hell Be Any Worse?" (1982)

Es geht los mit einem gigantischen Banger. Nämlich "We're Only Gonna Die", das ich bis dato eigentlich viel mehr als Coversong von Biohazard kannte. Richtig gelesen. 

Aufgenommen in folgender Besetzung: Greg Graffin (voc), Brett Gurewitz (git), Jay Bentley (b), Pete Finestone (dr)

"How Could Hell Be Any Worse?" ist genau das wofür BR zunächst bekannt wurden. Melodischer Punkrock, der allerdings weder nach Buzzcocks oder irgendeinen britischen Vorbild klingt. Gitarrensoli hier und da. Ansonsten Songs die höchstens mal 2 Minuten lang gehen. Trotzdem klingen BR ziemlich hart. Sie besitzen diese Einfachheit des Punkrocks: Stop and Go. Die Songs gehen plötzlich los ohne langes Intro, erzählen das was dem Songschreiber auf dem Herzen liegt und hören genauso plötzlich
auf. Greg Graffins Gesang ist hier noch ziemlich rotzig - kein Wunder schließlich war er damals glaube ich noch in der High School. Für eine Schülerband klingen Bad Religion aber überraschend ambitioniert - auch wenn sie "nur" Punkrock spielen. 

Im Grunde genommen geht es in den Texten darum wie Scheiße alles ist und dass wir alle in einer absoluten Hölle leben. "Fuck Armageddon - This Is Hell", "We're Only Gonna Die". Oder darum, dass man Mitleid empfindet für eine Fülle an Leuten, die irgendeinen uralten Gott anbeten und bald in endlosen Kriegen leben werden. BR ist Pessimismus pur, ohne jedoch wie Rasierklinge/Heroin zu klingen. Pessimistisch, aber nicht nihilistisch. Man weiß hier noch nicht, was man gegen all das um einen herum machen soll - aber man hat zumindest das Bedürfnis sich mitzuteilen. Bad Religion sind für mich die härtere Version von Descendents. Vielleicht bin ich mit der Meinung nicht alleine.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Fuck Armageddon - This Is Hell, Pity, We're Only Gonna Die



Das (bis jetzt) letzte Album heißt 

"Age Of Unrest" (2019) 

Aufgenommen in der Besetzung: Greg Graffin (voc), Brett Gurewitz (git), Brian Baker (git), Mike Dimkich (git), Jay Bentley (b), Jamie Miller (dr).

Man hört sofort einen super krassen Unterschied. Für mich ist das eher der Sound den ich von BR kenne. Ich kenne tatsächlich eher die Werke ab den 2000ern, wie das Album "The Empire Strikes First" oder die Songs "Sorrow" bzw. "Let Them Eat War" von der "Rock Against Bush Vol. 2"-Compilation. So oder so ähnlich klingen Bad Religion auch hier.


Nämlich wie ein Soundtrack zu einer äußerst wirren, widersprüchlichen und grausamen Welt. Allerdings hört sich Greg Graffin hier nicht mehr rotzig sondern durchaus versöhnlich und trotzdem kämpferisch. Manche würden sagen, "seicht". Wie immer, also wie auf jeden anderen Song teilt man hier aus gegen US-Amerikanische (Innen)Politik. Ich weiß nicht genau wie ich das beschreiben soll. Dieser Sound ist irgendwie gleichzeitig kämpferisch, traurig und irgendwie auch hoffnungsvoll. "Don't Lose Your Head" ist mein Favorit darauf. Ich weiß nicht, wie man es schafft poppig zu klingen ohne wirklich poppig zu klingen. Es ist kein Pop Punk weder Marke Descendents noch Blink-182 aber gleichzeitig auch kein Hardcore Punk oder irgendwas in der Art. Es ist im Grunde genommen ein eigener, unverwechselbarer Sound. Und auch wenn ich nie ein großer Fan gewesen bin, bin ich froh das hier angemacht zu haben. I like it, really.


Do The Paranoid Style, Lose Your Head, My Sanity
8,5/10 Pfandflaschen




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Ulver Discography: Ulverytternes kamp / Mourning (Split with Mysticum) (1994)

Und weiter geht es mit Ulver. Keine Sorge, ich bin fast am Ende angekommen. Nach all den Studio-Alben, Soundtracks, dieser Compilation mit Coversongs, EPs und diesem Remix-Album nun wieder ganz am Anfang. Oder fast.


Hierbei handelt es sich um eine Split zwischen Ulver und Mysticum. Ulvers Song "Ulverytternes kamp" stammt von der vorher aufgenommenen Demo "Vargnatt", während "Mourning" von Mysticums von Demo Sessions zu "Medusa's Tears" stammt. Hier ist nichts mehr mit Synthpop, Ambient oder irgendwelchen experimentellen Sachen. Hier ist Ulver noch richtig stumpfer, absolut grotesker Black Metal, der sich anhört wie jemand der grade....keine Ahnung irgendwas was nicht dahin gehört irgendwo in irgendeine Öffnung steckt. Wie eine Gabel in einen Toster oder einen Toster in eine Toilette. Und dabei die Treppe runterfällt. Es ist schon unterhaltsam. Aber definitiv ein anderes paar Schuhe als ihre späteren Werke.

Mysticum toppen das Ganze noch mal und hören sich an als würde jemand den Kassettenrecorder bei der Aufnahme brutalst verprügeln. Die Demo hat richtig übel geisteskrank schlechte Aufnahmequalität. Ach. Du. Scheiße. Naja, vielleicht aber auch wie so ein Modem alter Schule, den man durch irgendeinen Filter gejagt hat. Gepaar mit verbalen Durchfall - ich kann nämlich natürlich keines der Texte irgendwie verstehen. 

Einige würden sagen, das hier ist Kult. Andere würden sagen, es ist absoluteste Scheiße. Und beide hätten irgendwo recht. Schließlich muss jede Band irgendwo anfangen. So richtig mein Ding ist das nicht. Ich entziehe mich hiermit der Bewertung.

Keine Bewertung, habe ich gesagt.
Anspieltipps: Lol es sind doch nur zwei Songs







Donnerstag, 29. Oktober 2026

Happenings des Monats: Oktober'26

Stricher guckt sich "Street Fighter" an am 18.10.2026 in Filmwelt Herne

Da es momentan etwas schwieriger geworden ist neben Privatleben, Berufsleben und Studium irgendwie irgendwelche Outdoor-Freizeitaktivitäten zu gestalten, werden hier deutlich deutlich weniger Konzertberichte auftauchen. Also, nicht dass ich niemals wieder auf ein Konzert gehe - allerdings wird es hier eher seltener vorkommen. Kino ist da wesentlich entspannter und fordert nicht so viel Geld/Zeit.

Vielen Dank an Kollege M fürs Mitkommen.

Liebe Grüße an mein Zukunfts-Ich, dass irgendwann nächstes Jahr das erste "Street Fighter Triple Feature" auf dem Blog veröffentlichen und sich auf dieses Review hier beziehen wird - und das obwohl ich den späteren Beitrag früher als diesen hier geschrieben habe. 

"Street Fighter" ist eine Neuverfilmung des Videospiels "Street Fighter II" - ähnlich wie der 1994er Film mit Jean Claude Van Damme. Allerdings ist das hier wesentlich näher am Videospiel - für einiger aber trotzdem nicht street-fighty genug. Wie auch immer. Worum geht es?

Zunächst mal lernen wir die Charaktere Ryu (Andrew Koji) und Ken (Noah Centineo) kennen. Sie waren beide im selben Dojo. Als Ryu 1987 gegen Sagat kämpft, nutzt er die dunkle Hadou-Energie - was die dunkle Entität Akuma ins Leben ruft. Bei Akuma handelt es sich um den dämon gewordenen Bruder des Sensei Gouken, der Ryu und Ken trainiert hat. Irgendwann bringt Akuma Gouken um, was die beiden Freunde, die wie Brüder miteinander aufgewachsen sind auseinander bringt. 1993: Ken ist/war ein Rising Star der Martial Arts Branche. Mittlerweile ist er allerdings mehr dafür bekannt, wilde Parties zu feiern, Autos für die Show zu zertrümmern und sich ordentlich zu besaufen. Ryu hat sich zurück gezogen - die dunkle Hadou-Energie schlummert in ihm und er hat Angst, irgendwann die Kontrolle darüber zu verlieren. Der Diktator des Landes Shadaloo, M. Bison (David Dastmalchian) organisiert die zweite Ausgabe des World Warrior Championship. Die Interpol-Agentin Chun-Li (Callina Liang), die undercover in Bisons Organisation unterwegs ist sucht Ryu auf und versucht ihn zu überzeugen bei dem Tournier mitzumachen. Bison will nämlich wortwörtlich Ryus Energie abzapfen um selbst unbesiegbar zu werden. 


Habe ich genug nicht-gespoilert? Ja, ich glaube schon. Der Film muss sich leider mit der 1994er Variante vergleichen lassen. Damals war der Film zwar dumm, hat sich aber irgendwie ernst genommen - und ich glaube, das war seine Schwäche. Das hier...das ist auch ordentlich hohl. Lustig, dumm, unfassbar unterhaltsam - und nimmt sich so gar nicht ernst. Gut, an entscheidenden Stellen schon. Als es um das Verhältnis zwischen Ryu und Ken geht oder Chun-Lis Hass auf M. Bison oder Blanka (Jason Momoa) Origin Story. Doch selbst da scheint der Humor durch. Die Kostüme sind ziemlich nah dran am Videospiel - ohne wie schlechtes Zero-Budget-Cosplay rüberzukommen. Der Soundtrack ist großartig und passt tatsächlich irgendwie zum Jahr 1993, auch wenn einige Songs definitiv später rausgekommen sind. Klar, einige Kämpfe hätten auch länger gehen können - wieso hat man den Kampf zwischen Guile und Vega nicht gezeigt? Ich glaube aber, dass man als Filmcrew bzw. Produzent oder werauchimmer Entscheidungen treffen muss um so einen Film doch irgendwie kompakt wirken zu lassen und nicht zu lang, damit er nicht langweilt. Man möchte ja viel Publikum heranziehen - und gleichzeitig nicht die Fans des Franchises vergraulen. Irgendwie ist das aber ganz schön schwierig, ehrlich. Ich bin niemand der in seiner Kindheit viel SF gezockt hat - mein Metier waren schon immer eher Comics/Serien/Filme. Mich faszinieren aber Videospiel-Verfilmungen, irgendwie. Deswegen freue ich mich trotzdem über dieses großartige, völlig übertriebene und unglaublich hohl-fantastische Werk. Ich feier es.

8,25/10 Pfandflaschen
Trailer: 



Stricher guckt sich endlich "Jurassic World: Rebirth" (2025) an am 19.10.2026

Nachdem der Film einige Monate auf meinem To-Watch-Stapel lag, war er endlich mal dran - und zwar im Zuge einer "Ich gucke mir meine DVD-Sammlung an"-Wahnsinnsaktion. Worum geht es?

Die Protagonisten aus den letzten drei Jurassic World-Filmen (gespielt von Bryce Dallas Howard und Chris Pratt) sind hier kein Thema mehr. Auch ist die Thematik wieder mal eine andere - so ein Bisschen. Wie im letzten Film geht es um eine Rettungsaktion bzw. eine "Holaktion", allerdings nicht wegen eines Menschen. Da fällt mir ein: In "Jurassic Park III" hat man auch einen Menschen gerettet - und zwar ein Kind, genauso wie in "Jurassic World: Dominion". Naja, egal.

Aufgrund der Tatsache, dass die neu erschaffenen/neu geborenen Dinosaurier sich auf der ganzen Welt verbreitet haben, hat sich auch die Ökologie des gesamten Planeten verändert. Man findet zum Beispiel einen Brontosaurus irgendwo in einer US-Amerikanischen Großstadt. Allerdings war der Winter nicht gerade förderlich für die Tiere. Viele von ihnen starben. Rund um den Äquator gibt es allerdings eine Inselgruppe, wo das Klima noch völlig in Ordnung ist - dort dürfen Menschen nicht mehr hinreisen, weil da unter anderem auch die ganzen Fleischfresser-Dinos leben. Vor 17 Jahren entkam auf der Insel St. Hubert ein genetisch manipulierter Dinosaurier, ein sogenannter D-Rex (lol): Es ist eine Art Mischung aus ähh T-Rex, Xenomorph und gottverdammt die haben da garantiert menschliche DNA beigemischt. Diese bekloppten. Da gibt es jedenfalls den Vertreter des Pharmaunternehmens ParkerGenix namens Martin Krebs (was für ein geiler Nachname; gespielt von Rupert Friend, was für ein geiler Nachname). Außerdem noch Dr. Henry Loomis (Jonathan Bailey). ParkerGenix will ein Medikament gegen Herzkrankheiten entwickeln, dass das Leben der Menschen verbessern/verlängert wird. Loomis meint, dass hierfür DNA-Proben von größten Land-, Wasser- und Luftsaurier nötig sind. Um diese zu besorgen braucht es eine starke Truppe, die auf die eben erwähnte Inselgruppe reist und die besagte DNA von den drei Dinosauriern stiehlt. Krebs engagiert die Söldnerin Zora Bennett (Scarlett Johansson) und verspricht ihr dafür ordentlich Kohle. Sie hingegen holt ihren alten Kameraden Duncan Kincaid (Mahershala Ali) als auch seine neue Crew dazu. Auf dem Weg zur Insel treffen sie auf die Familie Delgado, deren Boot von einem Mosasaurus zum Kentern gebracht wurde. Es wird lustig.

Selbstverständlich wird hier diskutiert, was moralisch richtig? Ist es richtig sich in Lebensgefahr zu begeben um DNA zu stehlen? Wenn es darum geht, die Gesundheit des Menschen zu verbessern: Wahrscheinlich ja. Geht es dabei aber viel eher um Profite eines Pharmaunternehmens, dass dieses neuentwickelte Medikament zu horrenden Preisen verticken wird und der Rest der Welt nichts davon hat? Wahrscheinlich nein. Man sieht sofort wer auf welcher Seite steht. Der Pharma-Hengst, die einfache Familie die auf Meer kentert und die Söldner die zunächst mal alles nur für Geld machen. Und natürlich auch der Wissenschaftler der zuerst glaubt äh alles nur für die Wissenschaft zu tun. Sicher, kein wirklich neuer Plot. Aber: Verglichen mit dem letzten Film, der plötzlich irgendwie in Richtung "Fast and Furious" ging mit Motorradirrfahrten durch Nahost(?) und äääh halsbrecherischen Superagentmäßigen Aktionen ist das hier schon eine wesentlich interessantere Sache. Es geht zwar auch um Menschen, die scheiße sind und alles für den Profit machen, aber auch um diejenigen die auf der "richtigen" Seite steht - doch es geht endlich wieder vermehrt um Dinosaurier. Sie stehen deutlich mehr im Mittelpunkt als im letzten Film und das begrüße ich. Ich will eigentlich wissen, was als nächstes passiert. Erfahrungsgemäß dreht man im Hollywood nach einem guten Film wieder irgendeine Scheiße zusammen. Aber das werden wir sehen, irgendwann. "Rebirth" war wirklich gut.

8/10 Pfandflaschen
Trailer: