Donnerstag, 19. Februar 2026

So isses, Musik!#208



Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Chris Rea: Water Sign (1983)

Interessant. Irgendwer hat mir damals Chris Rea madig gemacht. Ich glaube, das war der deutsche Comedian Thomas Herrmanns, der den Künstler als "diesen kleinen miesen Hobbit" bezeichnet hat. Oder so. Jedenfalls war das ganz schön ungerecht.

"Water Sign" ist das fünfte Album von Chris Rea. Ursprünglich wollte die Plattenfirma die Songs nicht finanzieren und so sah sich Rea gezwungen beinahe alle Instrumente selbst zu spielen. Bis auf die Drum Machine. Herausgekommen ist ein Werk irgendwo zwischen Mitte-80er-Soft-Rock, keyboardgetankten Wave und äh erdiger/kerniger Divorced Dad Music. 


Doch es funktioniert erstaunlich gut. Sehr simpler, unkomplizierter Sound. Mit durchaus unkomplizierten Lyrics. Dazu kommen aber auch noch Einsätze von Saxophon und Mundharmonika. "Deep Water" ist meines Erachtens der beste Songs hierauf. Dicht gefolgt von "Candles". 

Wahrlich schön und unkompliziert. Nicht aufgeblasen. Einfach n Typ, der mit etwas Unterstützung versucht gute Musik zu machen. Mehr nicht.

Anspieltipps: Deep Water, Candles, Let It Loose
7/10 Pfandflaschen





Santana: Abraxas (1970)

Carlos Santana und seine Mitmusiker kenne ich unter anderem durch meinen Vater (der mir einmal irgendwas von "Supernatural" gezeigt hat, ich glaube das war "Smooth" mit Rob Thomas) als auch durch meinen (Stief)Großvater mütterlicherseits der sich eins über eine Santana-Compilation (von Tchibo) sehr gefreut hat. 


"Abraxas" ist das zweite Album von CS, erschienen im Jahre 1970. Als Cover ist ein Gemälde namens "Annonciation" von Mati Klarwein zu sehen. Der Titel bezieht sich auf den Roman "Demian" von Herman Hesse. Ich habe tatsächlich vor dieses Jahr "Supernatural" als Review rauszubringen, ich weiß leider nicht wann. Allerdings hat mich dieses Album so sehr auf "Abraxas" scharf gemacht, sodass ich mich besonders gefreut habe als ich es in Marlyns Plattensammlung entdeckt habe. Heiliger Fick. Es hat alels. Blues, Jazz, Salsa - in anderen Worten genau das wofür Santana berühmt wurde. Latin Rock. "Black Magic Woman", eines der bekannteren Songs auf dem Album hat meiner Meinung nach durchaus Anleihen an die späteren bombastischeren Werke von The Who. 

Ein musikalisches Meistererzeugnis dass schafft verschiedene Stile zu verbinden, ohne das alles erzwungen klingen sondern wie aus einem Guss. Ich habe nun nichts mehr zu sagen und verlinke hier weiter unten "Oye Como Va".

Anspieltipps: Oye Como Va, Black Magic Woman, Samba Pa Ti
9/10 Pfandflaschen



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REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

Alles klar, ich beende das Ganze jetzt. Wobei, so ganz richtig ist das nicht. Es kommen jetzt zwei Sampler, die am Ende des Alphabets stehen weil kyrillisches Alphabet. 

58. КИНОпробы

Dabei handelt es sich um einen zweiteiligen Sampler. Ein Tribute an das Schaffen von Viktor Tzoi bzw. der Band KINO, die jedem Liebhaber von traurig klingender, russischsprachiger Musik bekannt sein dürften. Der Sampler kam Anfang der 2000er Jahre raus und beinhaltet Beiträge von damals populären russischsprachigen Alternative Rock Künstlern. Da wären Vopli Vidoplyasova (Ukraine), Zdob Si Zdub (Moldawien), Mumij Troll, Tanzy Minus, Zemfira oder Naiv. Die Songs variieren zwischen Punkrock, Alternative Rock und Indie. Das traurige ist, dass einige der Künstler - allerdings zumindest der Großteil der hier aufgezählten zum Glück nicht - mittlerweile absolute Z-Idioten geworden sind.

59. Гражданская оборона. Трибьют

Ein weiteres Tribute-Album. Diesmal an Grazhdanskaya Oborona, das berühmte und durchaus umstrittene Projekt von Egor Letov. Wieder ein Album von Anfang der 2000er. Wieder mal namhafte Alternative Rock Künstler: Leningrad, Lyapis Trubetskoy, Tschish i Ko als auch einige Namen die mir relativ wenig sagen. Durchaus vielfältiger Sampler, der wie "KinoProby" die Bandbreite der russischsprachigen Alternative Szene abdeckt. Und wieder mal sind einige Künstler dabei die inzwischen Z-Idioten geworden sind.


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Ab in den .mp3-Himmel:

Ich habe hier einige Sachen geschafft, die ich für unmöglich gehalten habe. Meine Plattensammlung (7inches und LPs) ist reviewt, genauso wie meine Tapesammlung. Ich habe auf dem Blog meine digitale Sammlung reviewt und nun komme ich zu einer Art Resteverwertungsprozess. Neben den Alben auf meiner externen Festplatte befinden sich zwei Ordner. Sie heißen "Einzelne Songs" und "Einzelne Songs 2". Darin finden wir überreste von alten MP3-Playern usw. usf. Im ersten Ordner sind tatsächlich "Überreste", also Sachen die irgendwann runter geschmissen wurden weil zu wenig Speicherplatz.

- Einzelne Songs:

Meine Fresse ist das wild. Ich finde hier zwei Unterordner: "Dolphin" und "Saalschutz". Im ersten natürlich ein paar Songs des russischen Rap/Trip-Hop-Künstlers "Delfin", im zweiten einige wenige Songs der Electro Punk Band "Saalschutz". Unter anderem "Während du feierst stirbt dein Volk". Dazu kommen aber noch so Sachen wie "Hybrid Stigmata" von Dimmu Borgir (wie kommt es hierhin???), "No Emotions" von Combichrist und das Cover von KoRns "Make Me Bad" von Rapper Danny Brown. Wenn wir schon bei KoRn-Covern sind. "Need To" wird hier von Staind gecovert. Keine Ahnung wie ich dran gekommen bin. Nicht weniger interessant ist aber "What Have I Done" - ein Synthpop Song von einem jungen Jonathan Davis. Was "Warum" von GZUZ hier zu suchen hat kann ich auch beantworten. Ich fand's damals halt ziemlich geil und hab's mir von YouTube gezogen. Ebenso wie "Ich und mein Pony" von The Toten Crackhuren im Kofferraum.

Das wars mit dem ersten Ordner. In zwei Wochen fang ich an, den zweiten hier auseinderzupflücken.
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Linkin Park Discography: One More Light (2017)

Letztes Album von Linkin Park mit Chester Bennington am Gesang vor seinem Suizid im Jahre 2017. "One More Light" bewegt sich ein großes Stück weg von "The Hunting Party". War das Album davor noch ein Schritt zurück zu den Nu Metal Wurzeln der Band und eine Art Verneigung vor "Hybrid Theory" ist von eben dieser Verneigung oder geschweige denn Gitarren eigentlich gar nichts mehr hier zu hören.


Es ist ein durchweg emotionales Album, welches sehr viele persönliche Dinge anspricht, die im Chesters Privatleben passiert sind. Mit den Texten wollte er auch ein Publikum erreichen, dass ähnliches durchgemacht hat um zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Eines der Songs hierauf, die für viel Aufruhr gesorgt haben war "Heavy". Ein sehr poppiger, emotionaler Song der viel im Radio gespielt wurde. Ich verstehe den Text heutzutage viel mehr als damals. Ich verstehe Chester generell viel mehr als damals. 

Dazu kommen noch selbstverständlich Rap Parts von Mike Shinoda, Gastparts von den Rappern Stormzy (yeah) und Pusha T (meh) als auch Sängerin Kiiara (auf "Heavy"). Wie schon gesagt: Ich verstehe das alles, warum die Texte so sind wie sie sind. Im Grunde nicht viel anders als auf anderen LP-Veröffentlichungen. Das hat alles seine Daseinsberechtigung. Mir gefällt allerdings dieser Schritt Richtung Electro Pop/Wasauchimmerdasseinsoll absolut nicht. Es fehlt die Schärfe des ursprünglichen LP-Sound, die den Texten die nötige Schwere und eine gewisse Echtheit verliehen hat. So klingt alles auf einmal plötzlich sehr weinerlich und in meinen Ohren einfach unnötig poppig. Ich find's wirklich sehr schlimm. Wie gesagt: Das liegt nicht an den Texten sondern am Sound. Das ist nicht mein cup of tea.

Keine Bewertung

Anspieltipps: Good Goodbye



Opeth Discography: Heritage (2011)

Erstes Album von Opeth nach "Watershed" (2008). Damals zeichnete sich schon seit ein paar Alben eine langsame Abkehr von Death Metal. Hier hat man den Schritt zu Ende durchgeführt. Opeth sind nun, zumindest auf diesem Album, keine Progressive Death Metal Band mehr. Stattdessen fokussiert man sich komplett auf dem "Progressive" Teil in der Genre-Bezeichnung. Das heißt: Keine shreddernden Riffs, keine gutturalen Vocals mehr, kein immer mal wieder vorkommendes Blast Beat Inferno. Opeth


sind nun eine Progressive Rock Band, die aufgrund der Komplexität bei den Instrumentals auch etwas ins leicht Jazzige abdriftet. 

Im Grunde genommen bleibt man beim alten - nur wechselt man das Genre. Und ich meint das ernst mit "jazzig". Es gibt hier einige Momente, die auch auf alten Jazz Rock Alben der 1970er auftauchen könnten. Wie schon auf vorherigen Alben wechselt man zwischen ruhigen und aufwühlenden, energischen Passagen. Nur sind die letztgenannten keine komplexen Death Metal Riffs sondern, wie jetzt zum dritten Mal erwähnt, jazziges, progressives Gefrickel. Es ist merkwürdig, wie plötzlich das kommt - dabei empfinde ich das nur so, weil ich die Alben nacheinander höre. In Wirklichkeit liegen ja drei Jahre dazwischen. Eine Band die einst düsteren DM gemacht hat, macht jetzt groovy progressive Jazz Rock. Abgefahren. Das Artwork ist gleichzeitig eine Verneigung vor den eigenen Wurzeln als auch eine Art Hinwendung zu der Zukunft. Der Baum stellt eine Verwurzelung in der Hölle (Death Metal) und eine Zukunft mit sonnigen Aussichten. Selbst ehemalige Bandmitglieder sind hier als Totenschädel verewigt. Steven Wilson von Porcupine Tree hat das Ganze produziert und betrachtet es als Teil einer Trilogie - die anderen Teile sind sein Soloalbum "Grace for Drowning" und dem selbstbetiteln Album von Storm Corrosion (dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen und Mikael Akerfeldt). Ein bestimmtes Konzept kann ich bei dem Album nicht erkennen - allerdings geht es, wie der Titel schon anmutet um das Erforschen eigener musikalischer Wurzeln. Überraschend gutes, eingängiges Werk.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Famine, Haxprocess, The Devil's Orchard



Mittwoch, 18. Februar 2026

Film der Woche#670: The Decline of Western Civilization Part III (1998)

Nun sind wir am Ende der "Decline"-Trilogie von Penelope Spheeris angekommen. Tatsächlich erinnerte ich mich an den ersten und den letzten Film am meisten. Liegt vielleicht daran, dass ich den zweiten gar nicht gekannt habe. Wie auch immer. Scheinbar ist das Motiv "jemand brät sich ein Spiegelei" in jeden der drei Filme zu sehen. So war es zuerst Darby Crash von The Germs, dann Ozzy Osbourne und nun ist es nun ein gewisser Eyeball Skinner von der Band "The Resistance".

Aufgenommen zwischen Juli 1996 und August 1997 erzält der dritte Part nicht vorrangig vom Leben irgendwelcher OG-Hardcore Punk Bands und auch nicht von irgendwelchen Rockstars die dabei sind

sich selbst zu zerstören. Stattdessen fokussiert sich der Film auf die damals gegenwärtige Hardcore Punk Szene. Vier Bands wurden bei ihren Auftritten gefilmt: Naked Aggression, Final Conflict, Litmus Green und The Resistance. Dabei werden die erst- und letztgenannten ausführlichst interviewt. So handelt es sich bei NA um politisch motivierte Leute, die eine musikalische Ausbildung genossen haben, zumindest teilweise, und sehr motiviert sind ihre ablehnende Haltung gegenüber Polizeigewalt und Rasissmus unter die Leute zu bringen. Währenddessen besteht The Resistance, soweit ich das verstanden habe, aus Squat Punx - zumindest zum Teil die in ihren Songs von ihrem Alltag berichten als auch von sexuellen Vorlieben. Achja und Eyeball brät sich ein Ei. Es wird auch Keith Morris (ex-Black Flag, zu dem Zeitpunkt Circle Jerks) interviewt und für einen Moment sogar Flea (ex-Fear, die im ersten Film aufgetreten sind als auch RHCP). Rick Wilder (ein sichtlich von Drogen gezeichneter OG von der Band "The Mau-Mau's") spricht im Interview über die frühere Punkszene. Doch viel interessanter sind die zahlreichen Interviews mit als auch Einblicke in die Leben verschiedener Gutterpunx (so nennt man diejenigen, die auf der Straße leben): Squid, Hamburger, Why-Me?, Troll oder Spoon. Die Jugendlichen kommen aus gewalttätigen und vernachlässigenden Elternhäusern und wurde teilweise in sehr jungen Alter auf die Straße gesetzt oder kamen sehr früh mit harten Drogen oder Alkohol in Berührung.

Diesmal fokussiert sich der Film weniger auf die Musik als auf den "Followern", den "Fans". Es geht aber weniger darum, was die Musik ihnen bedeutet sondern wie ihr Leben aussieht und wie sie zu diesem Leben gekommen sind. Manch einer scheint schlechter auszusehen als der andere, manch einer besser als der andere. Es kann sein, dass 1-2 von ihnen aus einem eigentlich wohlhabenden Hause kommen - aber andere Umstände sie dazu gezwungen haben, von dort abzuhauen. Der Film ist nicht dazu da, wie ein Voyeur diese ganze Tristesse anzuglotzen. Tatsächlich ist er, meiner Meinung nach, dafür da, um zu realisieren wie wertvoll menschliches Leben ist und dass es nicht auf den Müll geworfen gehört. Außerdem realisiert man dabei noch mehr, wie froh man ist dass man unter geregelten Umständen leben kann, einen Schlafplatz hat, was zu Essen hat. Manche von hier abgebildeten Punx haben sich freiwillig für dieses Leben entschieden, weil ihr Zuhause voll mit Gewalt und Missbrauch war. Ihre Freunde von der Straße wurden ihre Ersatzfamilie. Dabei sind sie so ehrlich und sagen in die Kamera, dass sie die nächsten fünf Jahren wahrscheinlich nicht erleben werden. "Decline" 3 ist der wahrscheinlich verstörendste und herzzerreißendste Teil der Reihe. Ja, es mag sein, dass einiges gefilmt wurde um etwas mehr Aufmerksamkeit zu erregen - aber ich finde dass die Aufmerksamkeit ruhig auf diese Leute gelenkt werden sollte.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 17. Februar 2026

Comic Book Review#668: Batman#423 (1988)

Ich vermute mal, dass ich auf diesen Comic gekommen weil Instagram mir gerne Werke von Comic-Autor/Zeichner Todd McFarlane vorschlägt. Tatsächlich hat dieser das Cover hier gezeichnet. Sein Name ist auf dem Cover auch vermerkt, jedoch im Heft nicht. Was ich schade finde.

Geschrieben von Jim Starlin, gezeichnet von Dave Cockrum. Die Geschichte in der Ausgabe#423 von September des Jahres 1988 zeigt drei klitzekleine Batman-Stories aus der Sicht von drei Gothamer Polizeibeamten die alle in der gleichen Nacht auf den Dunklen Ritter getroffen sind. Jeder von ihnen erzählt seine Story. Den Anfang macht ein Polizist namens Bart. Dessen Aufgabe war um 2:45 nachts den Selbstmord eines jungen Mannes namens Kenny zu verhindern. Kenny selbst ist heroinsüchtig und sieht keinen Sinn mehr im Leben. Als Batman auftaucht und es auch nicht schafft, dass er nicht springt kommt es zu Folgenden: Batman springt hinterher und wird von einer eigenen Enterhaken-Vorrichtung
aufgefangen. Er fängt den Jungen und redet so lange auf ihn ein, bis dieser seinen Fehler einsieht. Der andere Polizeibeamte namens Greg erzählt hingegen eine etwas andere Story. Darin ist Batman nicht schockierend sondern gewalttätig. So verhindert dieser nach einem Überfall durch eine Bande Punks auf ein Kiosk schlimmeres. Er verprügelt alle Bandenmitglieder und bedroht einen. Dabei sagt er, dass er in der Lage ist die allerschlimmsten Schmerzen auf der Welt zu verursachen. Die Sache endet damit, dass der Punk durch ein Fenster fliegt. Der dritte Cop im Bunde setzt sich am Ende der Ausgabe mit an den Tisch in einem Diner, in welchem die beiden anderen dinieren und erzählt wiederum was anderes. Er war heute nacht auf Patrouille als er zwei Kinder gesehen hat, die bei seinem Anblick weggerannt sind. Er wollte ihnen nichts tun, sondern wahrscheinlich sie zu ihren Eltern bringen. Es war immerhin sehr spät. Leider konnte er sich nicht einholen - bis Batman aufgetaucht ist. Das ältere von den beiden Geschwistern erzählte wie ihre Mutter gestorben ist, ihr Vater mit ihnen nach Gotham kam wegen eines Jobs und schlußendlich abgestochen wurde. Als man sie versucht hat in zwei unterschiedliche Kinderheime zu stecken, flüchteten sie und leben seitdem auf der Straße. In einer Box unter einer Brücke. Batman hört sich die Geschichte an und ist sichtlich gerührt. Die beiden anderen Cops können Jackson jedoch kaum glauben. Am Ende der Story sieht man wie die beiden Kids in einem Gästezimmer im Wayne Manor übernachten während Bruce Wayne seinen Butler Alfred damit beauftragt die nächsten Verwandten der beiden ausfindig zu machen.

Wenn man das Cover sieht, denkt man dass es sich wahrscheinlich um eine Entführungsgeschichte handelt. Batman hält hier eine Frau in seinen Armen, die sich nun sicher zu fühlen scheint. Fast so als hätte er sie aus den Fängen von Kidnappern gerettet. Doch damit hat die Story absolut nichts am Hut, wie ihr gerade gelesen habt. Stattdessen macht man den gleichen Move, wie später in der 1992er Batman-Zeichentrickserie oder noch später in "Batman: Gotham Knight". Man lässt drei Personen ihre drei Sichtweisen auf Batman schildern. Eine durchaus gelungene Maßnahme, um die verschiedenen Facetten des Dunklen Ritters zu zeigen. So verstehe ich zwar, dass er den H-Abhängigen beinahe anschreit, er solle sein Leben in Griff kriegen - dabei werden aber die Ursachen komplett unterschlagen. Er ist gewalttätigen Bandenmitgliedern, die drohen eine Frau zu töten, gegenüber selbst gewalttätig. Und zu guter letzt zeigt er sein großes Herz, wenn es um obdachlose Kinder geht. Eine meiner Meinung nach recht treffende Darstellung. Mit einem Bein steht die Story irgendwo kurz vor den brutalen 1990ern, mit dem anderen allerdings in den fröhlichen 1960ern. Schön bunt und durchaus realistisch gezeichnet ohne jedoch einen cartoonesken Touch zu verlieren - fast wie in "The New Adventures of Batman". Interessanter Ausflug.

8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von Comics with José:


Montag, 16. Februar 2026

Album der Woche#672: Sledgehammer Facelift - He Is Rizen EP (2024)

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf dieses Album gekommen bin. Entweder wurde es mir, wegen des absolut großartigen Covers zugeschickt oder ich weiß nicht. Nur um es mal, runterzubrechen: Ein Jesus in JNCO-Jeans (das sind doch welche, oder?), der von mehreren Leuten umringt ist. Darüber der grade mal so lesbare Bandschriftzug und dadrunter der Titel "He Is Rizen". Ganz genau, mit einem Z. Auch die Aufgaben der Bandmitglieder werden mit Zs versehen. So haben wir Drumz, Vocalz, Stringz. Nur bei "Bass" hat man kein Z hinzugefügt. Achja, mit drei Tracks ist es nicht wirklich ein Album sondern eher eine EP. Aber das ist meine Interpretation. Was zur Hölle ist das hier überhaupt?


Fünf Bandmitglieder, darunter zwei Vocalists (480Troy und Rolo) präsentieren eine kurzweilige jedoch äußerst brutale Death Metal EP. Und zwar aus der Sparte "Brutal Death Metal". Direkt aus Phoenix, Arizona präsentieren die beiden oben genannten Sänger plus Dillon an der Gitarre, Seth and den Drumz und Taylor am Bass ganze drei Songs: "Pain Is Free", "He Is Rizen" und "Savage State Of Mind". Dabei funktioniert alles nach der Formel "Wir machen Death Metal aber haben kein Problem mit Deathcore und überhaupt ich mach jetzt ÜÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜÜÜÜH". Überhaupt ist das hier mein Lieblingszitat. In "Pain Is Free" heißt es tatsächlich "ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH OOOOOOOOOOOH!". Es ist fantastisch. Brachiale Drums, Breakdowns, ein Bassist den man kaum hören kann und zwei Sänger die sich anhören wie drei weil einer die Stimmlage wechseln kann. Zumindest höre ich das irgendwie heraus. Es geht höchstwahrscheinlich um verschiedene Aspekte von zwischenmenschlichen Abgründen. Und natürlich samplet man irgendeinen Horrorfilm, den ich jetzt nicht kenne. 

Holy fuck, ist das hohl. So hohl. So hohl. Und zwar so hohl, dass es wiederum sehr viel Spaß macht, anzuhören. Heiliger Fick, ist das großartig.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Lol, es sind doch nur drei Songs die ich oben schon erwähnt habe.

Bandcamp