"Jaja, eigentlich ist das ja eher Folk Punk oder Liedermacher Punk oder irgendwas anderes. Grips und Schaden sind neben Unordnungsamt eine meiner Lieblingsbands aus diesem akustischen Spektrum. Ihr Album „Motzen Trotzdem“ hat mir wirklich sehr gefallen, und es enthält Lieder über die Sorgen des Alltags im Spätkapitalismus zwischen drohender Armut, und rechtem Terror (im konkreten Fall geht es um Hanau). Als Beispiel habe ich das Lied „Angst“ gewählt, das sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung abspielt."
Philipp: Philipps Beitrag wird nachgereicht.
Gregor:
Okay, eine Geige hätte ich nach dem Akustikgitarrenintro wohl erwarten können, habe ich aber nicht. Wir haben es hier (wieder mal) nicht mit klassischen Deutschpunk zu tun, sondern "Anti-Folk" oder irgendwas in der Art. Es ist ein Song über mentale und körperliche Erschöpfung in einer Zeit voller (sozialer) Unsicherheit. Soweit ich das verstehe ist der Song während der Pandemie entstanden - ist aber trotzdem tatsächlich aktuell. Leider. Zugegeben: Es berührt mich wirklich - auch wenn es rein musik- und gesangstechnisch nicht wirklich mein Ding ist. Emotional klingende Bands mit Geige die irgendwie Richtung Folk gehen, also sowas wie Früchte des Zorns haben mich nie wirklich abgeholt. Trotzdem: Wie gesagt, das berührt mich.
Ich bin ja gegen verkürzte Kritik und für öffentlichen Nahverkehr. Allerdings ist "unser" ÖPNV, speziell in NRW, wirklich unter aller Sau - weswegen es auch nachvollziehbar ist, dass immer mehr Menschen aufs Auto umsteigen. Allerdings kann ich die Art von begeisterten Autofahrern, die andere auf der Straße drangsalieren, ihr Auto als Schwanzersatz mißbrauchen und die sich für was besseres halten überhaupt nicht leiden. Genau gegen diese Leute wettert dieser, neuere Song von Hammerhead (vom letzten Album "Nachdenken über Deutschland"). Nürburgring-Aufkleber auf dem Auto, spezielle Funktionskleidung. "Autofahren ist asozial!" heißt hier - dem muss ich widersprechen. Allerdings können Autofahrer die größten Asis überhaupt sein - und genau das verurteile ich ebenfalls. Großartiger Song.
"Handgranate":
Ich habe dieses Album lange in digitaler Form gehabt und konnte den Text nie nachvollziehen. Als ich mir das Ganze "Stay Where The Pepper Grows" Album auf Vinyl geholt habe, war ich froh darüber - endlich konnte ich die Texte lesen. Allerdings konnte ich sie im Booklet nicht entziffern. Das hat länger gedauert, bis das funktioniert hat. Meines Erachtens ist "Handgranate" ein Song über.... "zu viel bekommen" in einer Masse von Leuten. Agoraphobie, wenn man es so nennen möchte. Oder vielleicht zu viel Stress auf ein Mal. Zu viel Leute, die irgendwas von einen wollen. Man möchte eine Handgranate reinwerfen und sie endlich alles los werden. Klingt zynisch und menschenfeindlich - ist es wahrscheinlich auch. Fantastischer Opener.
Philipp: Philipps Beitrag wird nachgereicht.
Raphi:
"Autofahrerhose"
"Zusammen mit Hammerhead habe ich mal eine Klospülung repariert. Die Band zählt für mich zur absoluten Speerspitze des deutschsprachigen Hardcore Punk, und mit ihrem Comeback-Album „Nachdenken über Deutschland“ haben sie das 2024 nochmal unter Beweis gestellt. Fun Fact zum Album: ich besitze eine Promo-CD zum Album, auf der ein anderes Cover zu sehen ist als auf der fertigen Version. Der Besitzer des Schlosses, welches auf dem Cover zu sehen ist, hatte nämlich kein Interesse daran, sein Eigentum auf dieser großartigen Platte zu sehen. Wie dem auch sei: „Nachdenken über Deutschland“ ist von vorne bis hinten wunderschön, und ich habe mich für den Song „Autofahrerhose“ entschieden. Warum? Wegen dieser Zeile: „Autofahren ist asozial“."
"Handgranate"
"Was für ein großartiges Intro! Das klingt erstmal ziemlich hart nach NYHC auf deutsch. Wobei die Sprache fast egal ist, weil die Texte auf den frühen Hammerhead-Veröffentlichungen ein bisschen untergehen. Mit Hinblick auf den anderen Track von Hammerhead, den wir hier in der Liste haben, wäre auch hier eine Behandlung des ersten (richtigen) Albums "Stay Where The Pepper Grows" und des (bis jetzt) letzten "Nachdenken über Deutschland" interessant."
Wieder habe ich eine Band vor mir, die unzählige Alben veröffentlicht hat für die es einfach keine Zeit gibt, sie ausführlichst zu reviewen.
Das erste Album ist....
"How Could Hell Be Any Worse?" (1982)
Es geht los mit einem gigantischen Banger. Nämlich "We're Only Gonna Die", das ich bis dato eigentlich viel mehr als Coversong von Biohazard kannte. Richtig gelesen.
Aufgenommen in folgender Besetzung: Greg Graffin (voc), Brett Gurewitz (git), Jay Bentley (b), Pete Finestone (dr)
"How Could Hell Be Any Worse?" ist genau das wofür BR zunächst bekannt wurden. Melodischer Punkrock, der allerdings weder nach Buzzcocks oder irgendeinen britischen Vorbild klingt. Gitarrensoli hier und da. Ansonsten Songs die höchstens mal 2 Minuten lang gehen. Trotzdem klingen BR ziemlich hart. Sie besitzen diese Einfachheit des Punkrocks: Stop and Go. Die Songs gehen plötzlich los ohne langes Intro, erzählen das was dem Songschreiber auf dem Herzen liegt und hören genauso plötzlich auf. Greg Graffins Gesang ist hier noch ziemlich rotzig - kein Wunder schließlich war er damals glaube ich noch in der High School. Für eine Schülerband klingen Bad Religion aber überraschend ambitioniert - auch wenn sie "nur" Punkrock spielen.
Im Grunde genommen geht es in den Texten darum wie Scheiße alles ist und dass wir alle in einer absoluten Hölle leben. "Fuck Armageddon - This Is Hell", "We're Only Gonna Die". Oder darum, dass man Mitleid empfindet für eine Fülle an Leuten, die irgendeinen uralten Gott anbeten und bald in endlosen Kriegen leben werden. BR ist Pessimismus pur, ohne jedoch wie Rasierklinge/Heroin zu klingen. Pessimistisch, aber nicht nihilistisch. Man weiß hier noch nicht, was man gegen all das um einen herum machen soll - aber man hat zumindest das Bedürfnis sich mitzuteilen. Bad Religion sind für mich die härtere Version von Descendents. Vielleicht bin ich mit der Meinung nicht alleine.
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Fuck Armageddon - This Is Hell, Pity, We're Only Gonna Die
Das (bis jetzt) letzte Album heißt
"Age Of Unrest" (2019)
Aufgenommen in der Besetzung: Greg Graffin (voc), Brett Gurewitz (git), Brian Baker (git), Mike Dimkich (git), Jay Bentley (b), Jamie Miller (dr).
Man hört sofort einen super krassen Unterschied. Für mich ist das eher der Sound den ich von BR kenne. Ich kenne tatsächlich eher die Werke ab den 2000ern, wie das Album "The Empire Strikes First" oder die Songs "Sorrow" bzw. "Let Them Eat War" von der "Rock Against Bush Vol. 2"-Compilation. So oder so ähnlich klingen Bad Religion auch hier.
Nämlich wie ein Soundtrack zu einer äußerst wirren, widersprüchlichen und grausamen Welt. Allerdings hört sich Greg Graffin hier nicht mehr rotzig sondern durchaus versöhnlich und trotzdem kämpferisch. Manche würden sagen, "seicht". Wie immer, also wie auf jeden anderen Song teilt man hier aus gegen US-Amerikanische (Innen)Politik. Ich weiß nicht genau wie ich das beschreiben soll. Dieser Sound ist irgendwie gleichzeitig kämpferisch, traurig und irgendwie auch hoffnungsvoll. "Don't Lose Your Head" ist mein Favorit darauf. Ich weiß nicht, wie man es schafft poppig zu klingen ohne wirklich poppig zu klingen. Es ist kein Pop Punk weder Marke Descendents noch Blink-182 aber gleichzeitig auch kein Hardcore Punk oder irgendwas in der Art. Es ist im Grunde genommen ein eigener, unverwechselbarer Sound. Und auch wenn ich nie ein großer Fan gewesen bin, bin ich froh das hier angemacht zu haben. I like it, really.
Ulver Discography:Ulverytternes kamp / Mourning (Split with Mysticum) (1994)
Und weiter geht es mit Ulver. Keine Sorge, ich bin fast am Ende angekommen. Nach all den Studio-Alben, Soundtracks, dieser Compilation mit Coversongs, EPs und diesem Remix-Album nun wieder ganz am Anfang. Oder fast.
Hierbei handelt es sich um eine Split zwischen Ulver und Mysticum. Ulvers Song "Ulverytternes kamp" stammt von der vorher aufgenommenen Demo "Vargnatt", während "Mourning" von Mysticums von Demo Sessions zu "Medusa's Tears" stammt. Hier ist nichts mehr mit Synthpop, Ambient oder irgendwelchen experimentellen Sachen. Hier ist Ulver noch richtig stumpfer, absolut grotesker Black Metal, der sich anhört wie jemand der grade....keine Ahnung irgendwas was nicht dahin gehört irgendwo in irgendeine Öffnung steckt. Wie eine Gabel in einen Toster oder einen Toster in eine Toilette. Und dabei die Treppe runterfällt. Es ist schon unterhaltsam. Aber definitiv ein anderes paar Schuhe als ihre späteren Werke.
Mysticum toppen das Ganze noch mal und hören sich an als würde jemand den Kassettenrecorder bei der Aufnahme brutalst verprügeln. Die Demo hat richtig übel geisteskrank schlechte Aufnahmequalität. Ach. Du. Scheiße. Naja, vielleicht aber auch wie so ein Modem alter Schule, den man durch irgendeinen Filter gejagt hat. Gepaar mit verbalen Durchfall - ich kann nämlich natürlich keines der Texte irgendwie verstehen.
Einige würden sagen, das hier ist Kult. Andere würden sagen, es ist absoluteste Scheiße. Und beide hätten irgendwo recht. Schließlich muss jede Band irgendwo anfangen. So richtig mein Ding ist das nicht. Ich entziehe mich hiermit der Bewertung.
Stricher guckt sich "Street Fighter" an am 18.10.2026 in Filmwelt Herne
Da es momentan etwas schwieriger geworden ist neben Privatleben, Berufsleben und Studium irgendwie irgendwelche Outdoor-Freizeitaktivitäten zu gestalten, werden hier deutlich deutlich weniger Konzertberichte auftauchen. Also, nicht dass ich niemals wieder auf ein Konzert gehe - allerdings wird es hier eher seltener vorkommen. Kino ist da wesentlich entspannter und fordert nicht so viel Geld/Zeit.
Vielen Dank an Kollege M fürs Mitkommen.
Liebe Grüße an mein Zukunfts-Ich, dass irgendwann nächstes Jahr das erste "Street Fighter Triple Feature" auf dem Blog veröffentlichen und sich auf dieses Review hier beziehen wird - und das obwohl ich den späteren Beitrag früher als diesen hier geschrieben habe.
"Street Fighter" ist eine Neuverfilmung des Videospiels "Street Fighter II" - ähnlich wie der 1994er Film mit Jean Claude Van Damme. Allerdings ist das hier wesentlich näher am Videospiel - für einiger aber trotzdem nicht street-fighty genug. Wie auch immer. Worum geht es?
Zunächst mal lernen wir die Charaktere Ryu (Andrew Koji) und Ken (Noah Centineo) kennen. Sie waren beide im selben Dojo. Als Ryu 1987 gegen Sagat kämpft, nutzt er die dunkle Hadou-Energie - was die dunkle Entität Akuma ins Leben ruft. Bei Akuma handelt es sich um den dämon gewordenen Bruder des Sensei Gouken, der Ryu und Ken trainiert hat. Irgendwann bringt Akuma Gouken um, was die beiden Freunde, die wie Brüder miteinander aufgewachsen sind auseinander bringt. 1993: Ken ist/war ein Rising Star der Martial Arts Branche. Mittlerweile ist er allerdings mehr dafür bekannt, wilde Parties zu feiern, Autos für die Show zu zertrümmern und sich ordentlich zu besaufen. Ryu hat sich zurück gezogen - die dunkle Hadou-Energie schlummert in ihm und er hat Angst, irgendwann die Kontrolle darüber zu verlieren. Der Diktator des Landes Shadaloo, M. Bison (David Dastmalchian) organisiert die zweite Ausgabe des World Warrior Championship. Die Interpol-Agentin Chun-Li (Callina Liang), die undercover in Bisons Organisation unterwegs ist sucht Ryu auf und versucht ihn zu überzeugen bei dem Tournier mitzumachen. Bison will nämlich wortwörtlich Ryus Energie abzapfen um selbst unbesiegbar zu werden.
Habe ich genug nicht-gespoilert? Ja, ich glaube schon. Der Film muss sich leider mit der 1994er Variante vergleichen lassen. Damals war der Film zwar dumm, hat sich aber irgendwie ernst genommen - und ich glaube, das war seine Schwäche. Das hier...das ist auch ordentlich hohl. Lustig, dumm, unfassbar unterhaltsam - und nimmt sich so gar nicht ernst. Gut, an entscheidenden Stellen schon. Als es um das Verhältnis zwischen Ryu und Ken geht oder Chun-Lis Hass auf M. Bison oder Blanka (Jason Momoa) Origin Story. Doch selbst da scheint der Humor durch. Die Kostüme sind ziemlich nah dran am Videospiel - ohne wie schlechtes Zero-Budget-Cosplay rüberzukommen. Der Soundtrack ist großartig und passt tatsächlich irgendwie zum Jahr 1993, auch wenn einige Songs definitiv später rausgekommen sind. Klar, einige Kämpfe hätten auch länger gehen können - wieso hat man den Kampf zwischen Guile und Vega nicht gezeigt? Ich glaube aber, dass man als Filmcrew bzw. Produzent oder werauchimmer Entscheidungen treffen muss um so einen Film doch irgendwie kompakt wirken zu lassen und nicht zu lang, damit er nicht langweilt. Man möchte ja viel Publikum heranziehen - und gleichzeitig nicht die Fans des Franchises vergraulen. Irgendwie ist das aber ganz schön schwierig, ehrlich. Ich bin niemand der in seiner Kindheit viel SF gezockt hat - mein Metier waren schon immer eher Comics/Serien/Filme. Mich faszinieren aber Videospiel-Verfilmungen, irgendwie. Deswegen freue ich mich trotzdem über dieses großartige, völlig übertriebene und unglaublich hohl-fantastische Werk. Ich feier es.
8,25/10 Pfandflaschen
Trailer:
Stricher guckt sich endlich "Jurassic World: Rebirth" (2025) an am 19.10.2026
Nachdem der Film einige Monate auf meinem To-Watch-Stapel lag, war er endlich mal dran - und zwar im Zuge einer "Ich gucke mir meine DVD-Sammlung an"-Wahnsinnsaktion. Worum geht es?
Die Protagonisten aus den letzten drei Jurassic World-Filmen (gespielt von Bryce Dallas Howard und Chris Pratt) sind hier kein Thema mehr. Auch ist die Thematik wieder mal eine andere - so ein Bisschen. Wie im letzten Film geht es um eine Rettungsaktion bzw. eine "Holaktion", allerdings nicht wegen eines Menschen. Da fällt mir ein: In "Jurassic Park III" hat man auch einen Menschen gerettet - und zwar ein Kind, genauso wie in "Jurassic World: Dominion". Naja, egal.
Aufgrund der Tatsache, dass die neu erschaffenen/neu geborenen Dinosaurier sich auf der ganzen Welt verbreitet haben, hat sich auch die Ökologie des gesamten Planeten verändert. Man findet zum Beispiel einen Brontosaurus irgendwo in einer US-Amerikanischen Großstadt. Allerdings war der Winter nicht gerade förderlich für die Tiere. Viele von ihnen starben. Rund um den Äquator gibt es allerdings eine Inselgruppe, wo das Klima noch völlig in Ordnung ist - dort dürfen Menschen nicht mehr hinreisen, weil da unter anderem auch die ganzen Fleischfresser-Dinos leben. Vor 17 Jahren entkam auf der Insel St. Hubert ein genetisch manipulierter Dinosaurier, ein sogenannter D-Rex (lol): Es ist eine Art Mischung aus ähh T-Rex, Xenomorph und gottverdammt die haben da garantiert menschliche DNA beigemischt. Diese bekloppten. Da gibt es jedenfalls den Vertreter des Pharmaunternehmens ParkerGenix namens Martin Krebs (was für ein geiler Nachname; gespielt von Rupert Friend, was für ein geiler Nachname). Außerdem noch Dr. Henry Loomis (Jonathan Bailey). ParkerGenix will ein Medikament gegen Herzkrankheiten entwickeln, dass das Leben der Menschen verbessern/verlängert wird. Loomis meint, dass hierfür DNA-Proben von größten Land-, Wasser- und Luftsaurier nötig sind. Um diese zu besorgen braucht es eine starke Truppe, die auf die eben erwähnte Inselgruppe reist und die besagte DNA von den drei Dinosauriern stiehlt. Krebs engagiert die Söldnerin Zora Bennett (Scarlett Johansson) und verspricht ihr dafür ordentlich Kohle. Sie hingegen holt ihren alten Kameraden Duncan Kincaid (Mahershala Ali) als auch seine neue Crew dazu. Auf dem Weg zur Insel treffen sie auf die Familie Delgado, deren Boot von einem Mosasaurus zum Kentern gebracht wurde. Es wird lustig.
Selbstverständlich wird hier diskutiert, was moralisch richtig? Ist es richtig sich in Lebensgefahr zu begeben um DNA zu stehlen? Wenn es darum geht, die Gesundheit des Menschen zu verbessern: Wahrscheinlich ja. Geht es dabei aber viel eher um Profite eines Pharmaunternehmens, dass dieses neuentwickelte Medikament zu horrenden Preisen verticken wird und der Rest der Welt nichts davon hat? Wahrscheinlich nein. Man sieht sofort wer auf welcher Seite steht. Der Pharma-Hengst, die einfache Familie die auf Meer kentert und die Söldner die zunächst mal alles nur für Geld machen. Und natürlich auch der Wissenschaftler der zuerst glaubt äh alles nur für die Wissenschaft zu tun. Sicher, kein wirklich neuer Plot. Aber: Verglichen mit dem letzten Film, der plötzlich irgendwie in Richtung "Fast and Furious" ging mit Motorradirrfahrten durch Nahost(?) und äääh halsbrecherischen Superagentmäßigen Aktionen ist das hier schon eine wesentlich interessantere Sache. Es geht zwar auch um Menschen, die scheiße sind und alles für den Profit machen, aber auch um diejenigen die auf der "richtigen" Seite steht - doch es geht endlich wieder vermehrt um Dinosaurier. Sie stehen deutlich mehr im Mittelpunkt als im letzten Film und das begrüße ich. Ich will eigentlich wissen, was als nächstes passiert. Erfahrungsgemäß dreht man im Hollywood nach einem guten Film wieder irgendeine Scheiße zusammen. Aber das werden wir sehen, irgendwann. "Rebirth" war wirklich gut.
Hallo und herzlich willkommen zum diesjährigen Halloween Special. Ich habe dieses Mal beschlossen, das Review etwas auszudünnen. Es kann sein, dass zu den sechs Filmen (nicht zehn) zwei weitere dazu kommen, die in unserer diesjährigen Podcast-Folge vorkommen. Allerdings liegt momentan der Podcast so halb auf Eis, deshalb ist es noch nicht 100%ig sicher. Jedenfalls habe ich mal wieder einige Sequels dabei und ein paar "neue" Sachen. Here we go...
Elvira's Haunted Hills (2001)
Keine Fortsetzung zu "Elvira: Mistress of the Dark" (1988) sondern viel eher eine Art Schauspiel in fernen Ländern in der Vergangenheit. "Elvira's Haunted Hills" setzt nämlich die Handlung von 1988 nicht fort und findet stattdessen im Jahre 1851 statt. Cassandra Peterson spielt mal wieder Elvira bzw. entweder ist es eine Art "Halloween Special" wie bei den Simpsons wobei die Geschichte nicht kanonisch ist bzw. eine "was wäre wenn"-Geschichte oder man sollte sich nicht so viel Gedanken darüber machen. Jedenfalls ist Elvira hier eine Variéte-Künstlerin die nach Paris will und mit ihrer Zofe Zou Zou (Mary Jo Smith) gerade Halt in Rumänien macht. Nachdem sie vom Vermieter ihrer Absteige
hinaus getrieben werden (sie haben keine Miete bezahlt) stehen sie nun ohne Unterschlupf und ohne Geld da. Als sie, ganz 19. Jahrhundert mäßig, versuchen zu Fuß voranzukommen taucht plötzlich ein Mann auf der in einem Pferdewagen unterwegs ist. Dr. Bradley Bradley (Scott Atkinson) bietet einen Unterschlupf im Schloß von Lord Vladimere Hellsubus (Richard O'Brien) an. Kaum sind die beiden dort angekommen geht es drunter und drüber. Vladimere ist von Elviras Anblick mehr als erschrocken. Es stellt sich heraus, dass sie 1:1 wie seine Frau Ellura aussieht, die vor nicht allzu langer Zeit verstorben ist. Natürlich gibt es auch eine Nichte von Vladimire die ebenfalls bei Elviras Anblick erschrickt. Und selbstverständlich auch gewisse Intrigen in einem Haus das einer Familie gehört die eine vollkommen absurde, mordlüsterne und folternde Vergangenheit hat. Also, Leichen im Keller und so.
Es fängt an mit ganz viel Slapstick und urkomischen "ups, meine Brüste"-Situationen. Bis es dann irgendwann sowas wie Struktur aufnimmt. Der Film hat dann tatsächlich eine Art Konsistenz und eine Geschichte die er erzählen will und ist nicht bloß eine Aneinanderreihung von Witzen. Es macht fast schon den Anschein als würde man zuerst all die Leute vergraulen die sowieso nichts damit anfangen können, damit am Ende nur die Fans vor dem Bildschirm sitzen bleiben. Jedenfalls funktioniert das Prinzip. Elvira ist zwar genauso "düster" wie der Rest der Bande, passt aber so gar nicht rein weil sie sich gar nicht mal so ernst nimmt. Dazu kommt noch dieser großartige Hufschmied in welchen sich Elvira verknallt und der mit gespaltener Zunge spricht. Mal spricht er wie ein Typ mit us-amerikanischen Akzent, mal als hätte er einen enormen Sprachfehler. Wie auch immer, es ist höllisch witzig - vielleicht nicht so witzig wie ich es erwartet habe, aber witzig und macht Spaß. Ein guter Einstieg in das diesjährige Halloween-Special.
7/10 Pfandflaschen
Trailer:
The Fly II (1989)
Wir erinnern uns, ich habe vor 100 Jahren (genauer: 2012) das allerste Halloween Special rausgebracht. Darin war unter anderem das Review zum Film "The Fly" (aka "Die Fliege") mit Jeff Goldblum in der Hauptrolle. Irgendwann im Jahre 2018 dann tatsächlich das Original , aber niemals den Sequel zum Original bzw. jemals den Sequel zu der Neuverfilmung. An die konnte ich mich tatsächlich gut erinnern, weil ich beide Film in relativ jungen Alter (geschätzt 10-11 Jahre) im russischen Fernsehen gesehen habe. Was meine Großeltern sich dabei (nicht) gedacht haben - keine Ahnung.
Jedenfalls, worum geht's? Seth Brundle (Jeff Goldblum) hat mit Veronica Quaife (Geena Davis) ein Kind gezeugt. Dieses kommt genau zu Beginn des Films auf die Welt - allerdings stirbt Veronica dabei (die nicht mehr von Davis sondern von Saffron Henderson gespielt wird). Das Kind kriegt den Namen Martin verpasst und ist nun ein Projekt des Wissenschaftsunternehmens Bartok, geleitet von Anton Bartok (Lee Richardson). Da Martin, wie sein Vater, ein Mensch/Fliegen-Hybrid ist funktioniert sein Organismus anders. So altert er innerhalb von fünf Jahren wesentlich schneller und ist zur Haupthandlung ein erwachsener Mann. Der auch noch hochintelligent ist und die Arbeit am Projekt seines Vaters zugewiesen bekommt. Dieses war bekanntlich ein Teleportationsgerät. Bartok arbeitet insgeheim immer noch daran und führt Versuche an Tieren aus. Die Ergebnisse sind schrecklich. So wird unter anderem ein Golden Retriever teleportiert und verwandelt sich in ein mutiertes Monstrum. Martin weiß allerdings nichts von seinem biologischen Vater, entwickelt ein Interesse an Frauen und lernt schon bald seine Arbeitskollegin Beth Logan (Daphne Zuniga) kennen. Martins Körper beginnt sich zu verändern und seine Fliegen-DNA kommt langsam zum Vorschein. Eines seiner Ziele, neben der Arbeit am Teleportationsgerät, ist es eine Heilungsmethode für sich zu finden.
Ich habe keine Ahnung, was alle mit diesem Film haben. Es ist eine logische Fortsetzung des ersten Films. Die Konsequenzen des ersten Films werden hier zu Ende gebracht. Es ist ein Kind entstanden, dass mit dem Genen seines Vaters leben muss und welchem quasi eine ähnliche Verwandlung bevorsteht. Dazu kommt noch ein geldgieriges Unternehmen dass alle moralischen Fragen über Bord wirft und bereit ist einen jungen Menschen sein Leben lang als Experiment/Haustier zu halten. Meiner Meinung nach wird hier der "nicht so werden wollen wie meine Alten"-Wille gezeigt, der auch durchgesetzt werden will - auch wenn man hier seine "alten" nicht wirklich kennt. Martin ist mit 5 Jahren zwar ein erwachsener Mann, der jedoch ziemlich autistisch und irgendwie kindlich wirkt. Er entwickelt aber Gefühle und möchte ein vollständiger, gesunder, denkender Mensch sein - und ist auch bereit alles dafür zu tun. Die Special Effects stammen von Regisseur Chris Walas der bereits beim ersten Film für Make-Up und ansonsten auch für die Effekte bei Filmen wie Scanners, Gremlins oder House II zuständig war . Das was wir zu sehen kriegen erinnert am ehesten an "Alien". Ein riesiges Ungeheuer, dass aus dem Dunklen heraus agiert (aber nichts gegen Hunde hat!) und mit Säure um sich spuckt. Es ist eklig, schleimig und macht klschthsclhthlhsch-Geräusche. Das mag man kritisch sehen, aber wie soll man einen Film über eine Riesenfliege sonst gestalten. Ich fand das sehr interessant. Ehrlich jetzt.
8/10 Pfandflaschen
Trailer:
Freaked (1993)
Bin mir ziemlich sicher, dass irgendein vor Ewigkeiten abgespeichertes Instagram-Posting mich auf den Film aufmerksam gemacht hat. Keine Ahnung, jedenfalls spielt hier Alex Winter (u.a. bekannt aus "Bill and Ted") mit und die Bilder die ich gesehen habe, haben Lust auf mehr gemacht.
"Freaked" erzählt die Story von Ricky Coogin (Alex Winter) einen ehemaligen Kinder- und nun Hollywoodstar, der in einer Talkshow von Skye Daley (Brooke Shields) sitzt und seine Geschichte erzählt. Einst war er der Liebling aller Fernsehfans in einer Sitcom doch nun fürchten sich Kinder wenn auch nur sein Name fällt. In einem Rückblick erzählt Ricky was denn nun genau passiert ist. Ein Miliardenunternehmen namens EES (Everything Except Shoes) wollte Ricky als Gesicht ihres neuen Produktes engagieren. Er soll ihr neuestes Produkt promoten, einen Dünger namens "Zygrot 24". Die Geldsumme ist schön hoch, sodass er einwilligt. Allerdings weiß er noch nicht, dass das Produkt höchst
giftig und umstritten ist. Auf seiner nächsten Reise landen er und sein Kumpel Ernie (Michael Stoyanov) im südamerikanischen Städchen Santa Flan. Dort protestieren Umweltaktivisten gegen die Produktion und Einsatz von "Zygrot 24". Rick verknallt sich in die Aktivistin Julie (Megan Ward) und überzeugt sie, zusammen mit ihm und Ernie den Trip weiterzuführen. Die Reise bringt sie zu einer "Freak"-Show namens "Freek Land". Diese wird vom verrückten Wissenschaftler Elijah C. Skuggs (Randy Quaid) betrieben. Er hält die drei Reisenden irgendwann gefangen und verwandelt sie in Freaks. Während Julie und Ernie zu siamesischen Zwillingen werden, verwandelt sich Ricky in ein zur Hälfte entstelltes Monstrum. Nun muss er als Freak in Skuggs' Freakshow auftreten, zusammen mit Ernie/Julie als auch mit zahlreichen anderen.
Es ist kein Horrorfilm und meiner Meinung nach auch nicht wirklich eine Horrorkomödie. Viel eher eine Komödie mit Slapstick- und absurden Elementen. Das Design der Masken ist fantastisch. Meine Highlights waren die beiden auf zwei Beinen laufenden Augäpfel die in Jamaican English geredet haben ("I and I", you know what I mean?). Oder Keanu Reeves als Ortiz the Dog Boy, dessen Rolle leider nicht in den Credits auftaucht. Es ist eine phänomenale, witzige Satire auf Spätkapitalismus in welchem alles mögliche zu einem Konsumgut umgewandelt werden kann. Vollgespickt mit absurden Momenten, die einen etwas verstören könnten. Auf dem Soundtrack sind übrigens die Butthole Surfers (die ursprünglich viel mehr im Film involviert sein sollten) als auch eine Band namens Blind Idiot God die hierfür ihr einziges Stück mit einem Sänger (hier ist es Henry Rollins) aufgenommen haben. Von der Ästhetik her, u.a. wegen des Intros, könnte man meinen dies wäre eine Art Punkrocker unter Filmen. Und irgendwie stimmt das auch.
8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:
House (1986)
In Deutschland bekannt als "House - Das Horrorhaus". Tatsächlich wurde dieser Film dieses Jahr ganze 40 Jahre alt. Gesehen habe ich ihn irgendwann mit 10-11 Jahren im russischen Fernsehen, allerdings auch nur mit dem halben Auge. Als ich dann in der Fernsehzeitung gesehen habe, dass "House II", "House III" und "House IV" auch noch ausgestrahlt werden, musste ich die natürlich auch alle sehen. Komplettismus war also damals schon präsent. Ihr wisst also jetzt was euch in den nächsten drei Jahren hier blüht, huehuehue.
"House" erzählt die Geschichte von Horror-Roman-Autor Roger Cobb (William Katt). Er ist Vietnam-Veteran und arbeitet grade an einem Buch, dass die Geschehnisse des Krieges aus seiner Sicht darstellt. Vor einem Jahr ging die Ehe mit der Schauspielerin Sandy Sinclair (Kay Lenz) in die Brüche - trotzdem blieben sie befreundet. Der Auslöser war ein sehr trauriger: Der gemeinsame Sohn Jimmy (Erik/Mark Silver) ist im Pool von Rogers Tante Elizabeth (Susan French) verschwunden. Wie vom Erdboden bzw. in dem Fall Chlorwasser verschluckt. Keine Spur vom Jungen. Nun hat sich überraschend Tante Elizabeth das Leben genommen. Roger zieht in das Haus ein und will nun den Ort nutzen um frei und ohne fremde Einflüsse an seinem neuen Buch zu arbeiten. Doch die Stille und die Einsamkeit halten nicht lange. Sein neugieriger aber netter Nachbar Harold (George Wendt) will ihn immer mal wieder Gesellschaft leisten. Außerdem tauchen irgendwelche Geister auf in Form von seiner Ex-Ehefrau die sich in ein adipöses Monstrum verwandelt oder von fliegenden Arbeiter/Bauern-Werkzeugen (Hammer, Sichel). Dazu kommt noch, dass ihn Alpträume über den Vietnamkrieg plagen - insbesondere die Tatsache, dass er einen Kameraden mit dem Spitznamen "Big Ben" unabsichtlich den Vietcong überlassen hat. Roger ist der Meinung, dass irgendeine mystische Macht seinen Sohn im Haus gefangen hält und dass es möglich ist, ihn zurück zu holen.
Es ist ein typischer 1980er Jahre Horrorfilm mit Comedy-Elementen. Produziert von Sean S. Cunningham (u.a. Friday the 13th). Gerne wird der Film als ein Werk im selben Fahrwasser wie "The Evil Dead" betrachtet, nur ohne viel Gore. Tatsächlich ist hier nichts derartiges zu sehen. Keine Zersägungen mit der Kettensäge. Nur Geister die rumspuken, PTSD und ein wenig Abknallen von Ghoulen, die dann in Stücke gehackt werden. Ansonsten nichts schlimmes. Ich habe mich hin und wieder gefragt, wie zur Hölle dieser Film funktioniert. Da ist jemand mit einem schlimmen Trauma aus einem Krieg, der Schuldgefühle gegenüber seinem Kameraden hat, dessen Kind verschwunden ist, die Ehe geschieden wurde. Und dann passieren da lauter lustige/gruselige Sachen, die eigentlich so gar nicht ins Setting passen. Der Film ist so absurd komisch, dass es nur noch lustig ist - obwohl die eben erwähnte Situation eigentlich gar nicht witzig ist. Das nenne ich mal einen verdammt gelungenen Spagat. Ich hab's wirklich sehr genossen.
8/10 Pfandflaschen
Trailer:
Killer Tomatoes Strike Back! (1991)
Erst haben sie angegriffen (hier und hier), dann sind sie zurückgekehrt (hier) und nun schlagen sie zurück. Wir sind also mittlerweile beim dritten Teil der Reihe angekommen.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht der kindische Detektiv Lance Boyle (Rick Rockwell), der einen nutzlosen Fall nach dem anderen bekommt. Zu Beginn des Films wird er zu einem Tatort im Wald dazugeholt. Natürlich wurden eine nackte Frau und ein Typ in Hockeymaske von Killertomaten umgebracht. Kurz darauf wird Boyle Partner von Tomatologin Kennedy Johnson (Crystal Carson) (sie wurde bei einem Demokratenkongress oder so gezeugt). Gemeinsam sollen sie nun daran arbeiten, die mysteriösen Morde zu lösen. Währenddessen ist der Bösewicht Dr. Gangrene (John Astin) undercover als Jeronahew im Fernsehen zu sehen. Er verkörpert eine Art Mischung aus den beiden Talk-Show-Hosts Phil Donahue und Geraldo Riviera. Gangrene moderiert eine Sendung, die skandalöse Gäste zeigt
und heimlich als Gehirnwaschmaschine dient. Mithilfe seines Assistenten Igor (Steve Lundquist) und der Killertomaten (die mittlerweile Gesichter haben) kidnappt er Vertreter von Presse und Medien und führt Raubüberfälle durch. Sein Ziel: Die Weltherrschaft natürlich - und dabei sollen alle Menschen durch Gehirnwäsche-Sendungen gehirngewaschen werden. Er und seine Killertomaten werden dabei die Herrscher der Welt sein. Und Igor kriegt zur Belohnung seinen Supermarkt.
Nun gut. Der Film ist an den richtigen Stellen witzig und auch nicht. Es gibt ein riesiges Sandwich mit riesigen Zwiebeln, Bacon und Salat auf welchen Kennedy drauf geschmissen werden soll, damit die Tomaten sie aufessen. Das Ende des Films ist absolut fantastisch. Irgendwie wird irgendeine Wand gebrochen. Also nicht die vierte. Die Charaktere werden plötzlich zu den Schauspielern und behandeln alles als wäre es ein gewonnenes/verlorenes Footballspiel. Sie können allerdings den Abspann der grade läuft, nicht lesen - weil sie hinter ihm stehen. Also brauchen sie ein Spiegel. Es ist wirklich super witzig. Lance Boyle ist ein wirklich sehr gut geschriebener Character. Ein Manchild sozusagen, der äh mit dem Ernst des Lebens konfrontiert wird. Na gut, wenn der Ernst des Lebens fiese Killertomaten sind. Allerdings muss ich sagen, dass der Film niemals an den zweiten geschweige denn den ersten rankommen kann. Die Effekte waren damals zwar schäbig aber lustig. Hier sind sie irgendwie einfach nur schlecht. Ich kriege auch hin und wieder das Gefühl, das Ganze versucht gezwungen lustig zu sein. Es funktioniert nicht immer.
5,75/10 Pfandflaschen
Hier die Sandwichszene weil ich keinen Trailer finde:
Leprechaun: Origins (2014)
Die ursprüngliche Leprechaun-Reihe mit Warwick Davis in der Titelrolle ist also vorbei. Jetzt ist ein Reboot dran, der allerdings komplett vom Horror Comedy Schema weggeht und stattdessen ein düsteres Horrorszenario bietet. Diesmal spielt der Wrestler Dylan "Hornswoggle" Postl den Leprechaun. Der Film wurde auch von WWE produziert und rausgebracht.
Wir befinden uns in Irland. Zwei Pärchen, bestehend aus den US-Amerikanischen Touristen (bzw. Studenten? I don't get it) Sophie (Stephanie Bennett) und Ben (Andrew Dunbar) als auch Jeni (Mellissa Roxburgh) und David (Brendan Fletcher) machen Urlaub in Irland. Ein Truckfahrer bringt sie nur zu einer bestimmten Stelle und weigert sich weiter zu fahren. Zu Fuß erkunden sie die Landschaft und treffen auf einen Dorfbewohner und seinen Sohn. Der Mann namens Hamish (Garry Chalk) verspricht ihnen ein großartiges Erlebnis und lädt sie alle ein in seiner Hütte zu übernachten. Sie willigen ein doch es wird richtig übel. Es stellt sich heraus, dass sie Opfergaben für den Leprechaun sind. Die Bewohner des Dorfes haben nämlich einst seine Goldgrube aufgemacht und das Wesen befreit. Nun verlangt es
einmal jährlich eine Opfergabe von mindestens zwei Leuten (die auch zu Beginn des Films zu sehen ist) - als Wiedergutmachung für das gestohlene Gold. Anstelle alles zurückzugeben oder selbst vom Kobold aufgefressen zu werden bringen die Anwohner jährlich brav die Menschenopfer. Doch diesmal können sich die Leute befreien und es kommt zu einer Hetzjagd bei welcher man gefühlt niemanden von den Ortsansässigen trauen kann.
Eigentlich ein durchaus normaler Ansatz. Ein uralter Mythos wird neu aufgewärmt und besonders gruselig aufgebauscht. Es sollen Menschenopfer gebracht werden - doch genau diese Menschen wollen sich nicht opfern und wehren sich. Alles schon gehabt. So weit, so normal und irgendwie auch langweilig. Was mich am allermeisten stört ist, dass man sich komplett vom Horror Comedy Konzept verabschiedet hat. Dieser Leprechaun ist ein Menschenfleisch fressendes Monstrum - kein witziger kleinwüchsiger Typ in stereotypen Klamotten der irgendwas von "me gold" labert, in Reimen spricht und eine Obsession mit Schuhen hat. Dabei war das stellenweise so witzig. Schlecht. Aber witzig. Und nun ist es schlecht. Und nicht witzig. Und damit habe ich ein Problem.
Und nun kommen zwei Filme, die Pinky und ich uns für unsere diesjährige Podcast-Folge für den Monat Oktober ausgesucht haben. Also für Halloween. Dabei handelt es sich um zwei Edgar Allan Poe Verfilmungen von Roger Corman.
The Pit and the Pendulum (1961)
Meine Auswahl:
Ich ordne diesen Film hier, zufälligerweise, sowohl chronologisch als auch alphabetisch als erstes ein - tatsächlich habe ich ihn aber als zweites gesehen. Basierend auf einer Kurzgeschichte Edgar Allan Poes gleichen namens - in Deutschland bekannt als "Das Pendel des Todes".
Wir befinden uns im Jahre 1547, in Spanien. Der Engländer Francis Barnard (John Kerr) besucht das Schloß seines Schwiegerbruders Don Nicholas Medina (Vincent Price). Er hat nämlich die Nachricht erhalten, dass seine Schwester Elizabeth (Barbara Steele), die mit Don Medina verheiratet war, vor drei Monaten verstorben ist. Der Grund: Eine äh angeblich seltene Blutkrankheit oder auch "irgendwas in ihrem Blut". Zumindest behaupten das Nicholas und seine jüngere Schwester Catherine (Luana Anders). Doch Francis gibt sich mit der Information nicht zufrieden und kündigt an, das Schloß nicht zu verlassen ehe er genaueres erfährt. Er vertraut Nicholas von Anfang an nicht. Durch den Familienarzt Dr. Leon (Antony Carbone) findet er heraus, dass Elizabeth scheinbar "vor Furcht" gestorben ist. Nicholas offenbart zudem, dass sie vor einiger Zeit wie besessen war von der Folterkammer die im Keller des Schlosses zu finden ist. Eben diese Folterkammer hat Nicholas' Vater Sebastian (ebenfalls Vincent Price) benutzt um seine Ehefrau/Nicholas' Mutter zu foltern, da er sie des Ehebruchs beschuldigt hat. Nicholas selbst hat das Ganze mitbekommen und hat seitdem ein Trauma. Francis drängt immer mehr und will unbedingt erfahren wie seine Schwester tatsächlich gestorben ist - so muss exhumiert werden. Ein schreckliches Geheimnis wird offenbart.
Das ist schon der zweite Corman/Poe-Film - nach "House of Usher"(1960). Keiner hat geahnt, dass er so erfolgreich sein würde. Es gibt hier einige Gemeinsamkeit mit "Premature Burial": Und zwar die Angst lebendig begraben zu werden. Heiko hat mir letztens erzählt (genauer gesagt, bei der Sichtung der Filme), dass E.A. Poe selbst unter dieser Angst litt - kein Wunder dass er sie in seine Kurzgeschichten eingebaut hat. Ich fands witzig, wie sowohl hier als auch im nächsten Film zwei Themen vorkommen: "Lebendig vergraben werden" und "plötzlich verraten werden" als auch "Oha, voll krasser Twist". Während "Premature Burial" mir zuerst besser gefallen hat, aufgrund der spooky Atmosphäre, hat mir "The Pit and the Pendulum" vor allem wegen der plötzlichen äh Grausamkeiten die durchaus over the Top waren gefallen. Vincent Price ist natürlich großartig - alle anderen allerdings auch. Was für eine Alliteration. Jedenfalls lebt dieser Film weniger von stoischen Gesichtern sondern von überaus ausdrucksstarker Mimik Prices als auch dieser Idee dass hinter jeder Handlung irgendwas geheimnisvolles steckt. Gaslighting ist auch so ein Thema.
8/10 Pfandflaschen Trailer:
Premature Burial (1962)
Pinkys Auswahl:
Geschrieben von Charles Beaumont und Ray Russel - basierend auf einer Kurzgeschichte von Poe aus dem Jahre 1844. Auf Deutsch bekannt als "Lebendig begraben". Wir befinden uns im viktorianischen Zeitalter. Ein Aristokrat namens Guy Carrell (Ray Milland) lebt auf einem Anwesen mit seiner Schwester Kate (Heather Angel). Guy leidet unter einer sehr großen Angst. Diese hindert ihn sogar, seine Verlobte Emily Gault (Hazel Court) zu heiraten. Guy glaubt nämlich daran, dass er unter Katalepsie leidet. Er begründet es damit, dass er einst gehört hat wie sein Vater angeblich lebendig begraben wurde. So fürchtet er, dass er bald dieselben Symptome haben wird und dass man ihn ebenfalls lebendig begraben wird. Schließlich überzeugt ihn Emily allerdings und sie heiraten endlich. Bereits auf der Hochzeit fängt er jedoch an, merkwürdige Geräusche zu hören und das Klavierspiel seiner Ehefrau bereitet ihm Schmerzen. Immer wieder hört er ein Pfeifen und einmal sogar eine Katze in der Wand. Der Gedanke, aus Versehen lebendig begraben zu werden, ergreift ihn noch einmal. Er baut sogar die Familiengruft so um, dass er jederzeit aus dem Sarg springen kann und die Gruft mithilfe von eingebauten Ausstiegshilfen verlassen kann - zur Not sogar mit Dynamit. Er ist regelrecht besessen davon. Miles Archer (Richard Ney) sein Kollege und Arzt als auch Emily werden zunehmend immer besorgter und haben Angst um ihn. Die Situation wird nach und nach immer schlimmer und es macht den Anschein als würde jemand Guy absichtlich "verrückt" machen.
Wir haben hier sogar Alan Napier als Emilys Vater Dr. Gideon Gault. Dieser ist am ehesten bekannt als Butler Alfred Pennyworth aus der 1966er Batman-Serie. Ich habe ihn allerdings zuerst nicht erkannt, weil er keine Brille getragen hat. Der Film ist mehrere Sachen gleichzeitig: Irgendwie trashig, aber nicht absolut trashig sondern eher irgendwie ulkig aufgrund der Art udn Weise, wie die Charaktere miteinander reden. Außerdem hat man die Angewohnheit brennende Dinge einfach so irgendwo hinzuschmeißen. Das Setting ist spooky und großartig aufgebaut. Sowohl das viktorianische Haus als auch das Friedhof mit all dem Kunstnebel. Verdammt viel Kunstnebel. Die gruseligen Grabräuber machen ihren Job mit am besten, glaube ich. Wirklich sehr überzeugend. Sie sehen aus wie klischeehafte Landstreicher. Dazu kommt noch, dass die Handlung einen großartigen Twist erfährt oder vielleicht eher etwas leicht vorhersehbares, was man allerdings nicht von hier auf gleich vermuten könnte. Was den Film getragen hat, war nur zum Teil die Handlung. Den Großteil erledigt das großartige Setting und die Kostüme. Das Bühnenbild ist einfach fantastisch. Francis Ford Coppola ist hier übrigens Assistant Director gewesen. Jedenfalls: Ich fand's wirklich fantastisch. Es ist nicht so wie ein moderner Horrorfilm, der vollgespickt ist mit Jumpscares (die gibt es hier allerdings auch) und baut auf Spannung auf und ist dabei auch nicht unnötig schnell geschnitten. Es ist ein durchaus langsamer Spannungsaufbau - dabei geht der Film "nur" 80 Minuten, sodass es irgendwann doch "schnell" gehen muss ohne allerdings komplett stumpft zu werden. Großartiges Werk.
Hallo und herzlich willkommen zu der Ausgabe#700 von "Comic Book Review"! Man erinnere sich: Am 20.07.2011 wurde die erste Ausgabe der Rubrik rausgebracht. Es war ein Simpsons Comic Special. Nun ist die 700te Ausgabe dran und es ist wieder ein Simpsons Comic Special. Was für eine Zeit.
"Simpsons' Treehouse of Horror" ist jetzt also 18. Das passt perfekt zur 700ten Ausgabe. Auf geht's mit der ersten Story: "Eery Beery" wurde gezeichnet von Chris Houghton und geschrieben von Shaun Houghton. Im Prinzip ist es eine Parodie auf Evil Dead und ein gewisses anderes Franchise. Aber ich möchte nicht spoilern. Homer nimmt seine Familie auf eine "Secret Vacation". Sie fahren irgendwohin mit dem Auto - Marge, Lisa und Bart wissen nicht wohin. Das Auto stürzt ab als sie beinahe die verrückte Katzenlady anfahren. Es stellt sich heraus, dass sie tatsächlich an ihren Ziel ankommen - so wie Homer es vorgesehen hat. Sie landen in der Nähe einer geheimnisvollen Hütte. Einer Hütte in welcher der Erfinder des Duff-Biers eben dieses Bier erfunden hat. Als Homer eine Tonbandaufzeichnung abspielt stellt es sich heraus, dass das Rezept, wenn es laut vorgelesen wird, Menschen in Dämonen verwandelt. Es sollte also niemals laut vorgelesen werden. Homer liest es laut vor und Marge, Bart und Maggie verwandeln sich in Dämonen. Lisa ist die einzige die ihn irgendwie helfen kann, doch es dauert nicht lange, bis auch sie Opfer wird. Und von einem lebendigen Baum kurzzeitig festgehalten wird - was eine makabere Anspielung auf eine gewisse Szene in "Evil Dead" ist, die ich hier nicht näher ausführen möchte. Es gibt einen Plottwist - wenn man diesen anderen Film über eine Hütte im Wald kennt, dann weiß man was ich meine. Aber ich möchte hier nichts spoilern. Fest steht: Ganz witzige, simple Unterhaltung, gezeichnet in wieder erkennbaren Simpsons-Stil. Es ist nicht zu gory und nicht zu makaber. Klar, es gibt eine Szene mit einer Kettensäge, die allerdings nur im "Schatten" gezeigt wird, sodass es nicht zu gory wird. Unterhaltsam.
"Margemary's Baby" wurde von Gerry Duggan geschrieben und von Phil Noto gezeichnet. Es ist, wie der Titel schon anmuten lässt, eine Parodie auf "Rosemary's Baby". Im Jahre 1967 beziehen Homer und Marge (er noch mit Haaren, sie mit kurzen Haaren) ein neues Apartment. Der Immobilienverkäufer Gil versucht zu verschweigen, dass vorher dort satanistische Rituale abgehalten wurden. Es ist eine Ziege in der Küche und ein riesiges Pentagramm auf dem Boden im Wohnzimmer. Die beiden ziehen tatsächlich dort ein und kriegen bald Besuch von den Nachbarn. Es ist ein Ehepaar, dargestellt von Mr. Burns und Smithers (in Frauengestalt). Schon bald ziehen die beiden in ihren Bann. Sie sind Satanisten und möchten, dass Marge das Baby des Teufels austrägt. In einem Ritual geschieht auch die "Befruchtung" und hinterher denkt sich Marge, dass es vllt. besser gewesen wäre wenn der Teufel sie gefragt hätte ob sie das überhaupt möchte. Es ist eine beinahe 1 zu 1 Nacherzählung des Films, der schon gruselig und makaber war - vor allem wenn es um die körperliche Unversehrtheit einer Frau geht. Summa Summarum: Ich finde, dass Anspielungen auf Vergewaltigung in einem Comic für Kinder gar nichts verloren haben. Darum ist diese Story nichts für mich. Außerdem ist sie super faul erzählt.
"One Bart and Stormy Knight" von Chris Yambar und Tone Rodriguez. Diese Story erzählt von Bart, der alleine in einer Villa wohnt, seit seine Eltern verschwunden sind. Insgeheim ist er nämlich der Superheld Bartman, der immer wieder von der Springfielder Polizei gerufen wird, wenn irgendwelche Superschurken Amok laufen. Dies ist wieder der Fall. Seine Schwester Lisa arbeitet in einer Psychiatrie (offensichtliche Anspielung auf das Arkham Asylum) und ist womöglich in Gefahr. Die Gefangenen/Patienten sind ausgebrochen. Bart eilt schnell dorthin und trifft dort auf eine Godzilla-eske Variante von Barney Gumble (Anspielung auf Killer Croc), Apu als Mr. Squishee (Anspielung auf Mr. Freeze) und Enda Krabappel als eine Art Catwoman. Doch sein eigentliches Ziel ist der Schurke "The Giggler". Es stellt sich heraus, dass Lisa der Giggler ist und Homer und Marge in unheimliche Monster verwandelt hat. Das hier ist womöglich die beste Geschichte bis jetzt. Eine großartige Anspielung nicht bloß auf Batman, sondern sehr wahrscheinlich auf die Arkham Games. Großartige, detaillierte, morbide Zeichnungen. Und natürlich ein Plottwist, der zugegeben etwas vorhersehbar ist - allerdings trotzdem spaßig.
"The Bride!" wurde von Jim Valentine gezeichnet und geschrieben. Und natürlich geht es um eine Parodie von "Frankensteins Braut". Diesmal finden wir mehrere Springfielder Männer in Moe's Kneipe vor. Darunter Moe, Homer, der Comic Book Guy, Barney und Chief Wiggum. Jede erzählt eine eigene Version davon, wie in ihren Augen der Film abgelaufen ist. So bezieht sich der Comic Book Guy auf den Superhelden Radioactive Man, Mr. Smithers auf seine Gefühle gegenüber Mr. Burns und Homer ist dabei der einzige der die DVD dabei hat, sodass sie sich alles ansehen können. Ich muss sagen, ich finde das irgendwie nicht besonders witzig. Nicht, dass die Idee irgendwie schlecht wäre - allerdings erscheint mir alles irgendwie schnell ausgedacht und ebenso schnell zu Papier gebracht. Es fehlt mir irgendein besonderer Witz. Irgendeine Art Pointe oder so. Finde ich schade.
Insgesamt gebe ich der Ausgabe solide 6/10 Pfandflaschen. Bin aber inzwischen der Meinung, dass die Reihe langsam an Qualität verliert. Ist ja auch schwierig so lange guten Content rauszubringen.