Mittwoch, 23. September 2026

Film der Woche#697: AQUA TEEN DOUBLE FEATURE!

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche". Einige von euch können sich vielleicht erinnern, dass ich die "Mutterserie" schon mal reviewt habe, und zwar hier.

Nun sind die zwei Filme dran. Damit habe ich gefühlt 100 Gehirnzellen verloren, die ich mir seit der Sichtung der Serie wieder erarbeitet habe. Naja, egal. Here we go.

Aqua Teen Hunger Force Colon Movie For Theaters (2007)

Da Staffel 4 und 5 2005 und 2008 rausgekommen sind, könnte man diesen Film zwischen den beiden Staffeln gucken. Aber eigentlich ist es vollkommen egal. Jedenfalls fängt alles an mit einem grandiosen Intro, bei welchem sich die Sludge Metal Band Mastodon beteiligt. Danach führt die Story den Zuschauer in ein gewohnt beklopptes Szenario. So sehen wir wie Master Shake, Frylock und Meatwad irgendwann im alten Ägypten sind und aus dem Arsch der Sphinx rauskommen. Danach müssen sie gegen einen überdimensionalen Pudel kämpfen. Dabei stirbt Frylock, Shake kann den Pudel allerdings besiegen. So reisen sie zum zeitreisenden Abraham Lincoln, der Frylock heilt und danach zurück in ihre

Zeit bringt. Es stellt sich heraus, dass das hier eine Märchengeschichte von Shake ist, die angeblich eine wahre Origin Story sein soll. Es ist aber natürlich gelogen. Weiterhin geht es um einen Fitnesstraining-Gerät, das Insanoflex heißt. Shake hat es vom Nachbarn Carl geklaut. Das Teil ist allerdings gar nicht richtig zusammengebaut. Es fehlt auch ein Teil. Wir erfahren durch den weiteren Verlauf der Handlung, dass dieses Gerät, ganz wie Skynet, zum Untergang der Menschheit führen wird. Als dann tatsächlich das letzte fehlende Teil gefunden und eingesetzt wird, verwandelt es sich in einen riesigen einäugigen Roboter, der durch die Stadt stampft. Carl, der sich zuvor darauf gesetzt hat ist drin gefangen und seine Muskeln werden zwangsweise trainiert. Master Shake, Frylock und Meatwad bilden ein Team mit diesem äh metallenen Roboter-Hahn aus der Zukunft um den riesigen Roboter aufzuhalten.

Es ist absolut genauso wie in der Serie. Allerdings hat man nicht bloß Material für eine zehnminütige Folge auf eine Stunde und 25 Minuten gestreckt, nein. Tatsächlich hat man sich Mühe gegeben noch mehr und noch mehr und noch mehr absolutesten Bullshit zu erzählen, der irgendwie versucht nicht zusammenhangslos zu sein. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, die völlig aus der Handlung gegriffen zu sein scheinen. Man kriegt natürlich auch den Eindruck, dass das Ganze von einem zehnjährigen niedergeschrieben und umgesetzt wurde. Einen zehnjährigen der täglich ordentlich an der Bong zieht. Ein Hahn-Roboter aus der Zukunft, Aliens, ein monströses Fitnessgerät und eine fliegende Wassermelone in welcher ein äh sprechendes Stück Wassermelone namens Walter Melon haust. Sein Komplize ist dabei Neal Peart von Rush, der fantastische Drumsolos spielt. Man fragt sich die ganze Zeit: Was ist das? Warum ist das? Wie ist das? Hört das irgendwann auf? Und wenn es dann zu Ende ist, dann ist man irgendwie traurig. Es ist auf jeden Fall irre witzig und lässt einen mit einem riesigen Fragezeichen im Gesicht zurück.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer: 



Aqua Teen Forever: Plantasm (2022)

Ich war nicht lange traurig, denn am nächsten Tag habe ich mir die Fortsetzung "Aqua Teen Forever: Plantasm" reingezogen. Dieser Film ist 2022 erschienen, also noch vor der 12. und somit letzten Staffel der Serie.

Wieder mal fängt es an mit einer Märchenstunde von Master Shake, die diesmal ein Alien/The Thing-mäßiges Weltraumszenario ist. Doch tatsächlich stellt es sich heraus, dass die drei antropomorphen Freunde getrennte Wege gegangen sind. Ihr Haus ist zerstört. Master Shake ist obdachlos und verbringt seine Zeit in einer Suppenküche. Meatwad ist es ebenfalls und geht gerne ehrenamtlich mit Hunden aus einem Tierheim spazieren. Er schläft auch dort. Einzig Frylock ist irgendwie erfolgreich. Er hat seinen Namen zu Phoenix geändert und arbeitet jetzt bei einem riesigen Multiversand namens Amazin'. Die Firma wurde von einem narzisstischen kleinen Typen mit Napoleonkomplex namens Neil (Peter
Serafinowicz) gegründet. Neil ist verzweifelt und möchte unbedingt größer werden, wofür er eine Art Fitnesstrainings/Streckungs-gerät bestellt hat, dass prompt von Drohnen geliefert wurde. Frylock kriegt überraschenderweise ein Befehl von "ganz oben" und so kommt es, dass die beiden sich endlich kennen lernen und einander sympathisch werden. Zuerst soll Frylock seine Maschine reparieren, doch die fliegende, sprechende Pommes hat eine ganz andere Idee. So werden Gene von einer Giraffe und den ehemaligen Basketballspieler Shawn Kemp gespliced um eine höhere Version von Neil zu klonen. Diese übernimmt auch prompt das ganze Unternehmen und sperrt seinen kürzeren Vorgänger in eine Box. Nach und nach stellt sich heraus, wie Amazin so groß werden konnte. Neil hat nämlich zwei außerirdische Spezies "rekrutiert" für ihn zu arbeiten: Die Japongaloiden, die aus Schleim bestehen und deren Nasen ständig laufen als auch die Fraptakulaner, die im Grunde lebende Bäume sind. Beide hassen sich, werden aber ausgetrickst um miteinander in Harmonie zu arbeiten. Doch es gibt bei Amazin' jemanden, der alles noch viel schlimmer machen möchte: Ein Wissenschaftler namens Elmer (Paul Walter Hauser) hat einen ultimativen Plan entwickelt um die billigen Mitarbeiter zu ersetzen.

Irgendwo ähnelt der Film seinem Vorgänger. Zumindest so ein Bisschen. Irgendeine Riesenmacht hat was ganz schlimmes vor. Es geht im Prinzip um den Untergang der Menschheit. Und alles wird von antropomorphen Fast Food Gegenständen zusammen mit einem äh Nachbarn von ihnen verteidigt. Grandiose Satire auf das Wirken von Amazon (natürlich) und irgendwie auch auf den Einsatz von KI (auch wenn es zu dem Zeitpunkt noch nicht in aller Munde war). Tatsächlich halte ich die Filmdauer für sehr optimal. Eine Stunde und fünfzehn Minuten, wobei der Film immer wieder von den beiden Mooninites unterbrochen wird, die gewisse Szenen einfach so rausgeschnitten haben. Damit alles wesentlich leichter zu verdauen ist, oder so. Meiner Meinung nach funktioniert der Film sogar noch besser als der erste, weil die Handlung kohärenter ist und es weniger Ausfälle gibt, die den Film wie eine Sketch-Sendung wirken ließen. So ist der Film wesentlich zusammenhängender als jegliche Folge der ursprünglichen Serie. Ich bin der Meinung, dass sowohl South Park als auch Rick and Morty Fans hier ihren Gefallen finden würden. Auch ohne jeglichen Einsatz von irgendeiner Bong oder anderen Kiffgras.

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 22. September 2026

Comic Book Review#695: Blackest Night (2010)

Wieder mal eine freundliche Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür.

Es handelt sich um das Trade Paperback welches die Ausgaben#0-8 des damals aktuellen Riesenevents von DC namens "Blackest Night" beinhaltet. Der Titel ist eine Anspielung auf die Losung "In brightest day, in blackest night, no evil shall escape my sight..." des Green Lantern Corps. 


"Blackest Night" ist die Fortsetzung der "Sinestro Corpse War"-Storyline die in den "Green Lantern" und "Green Lantern Corps"-Comics rausgebracht wurde. Im Mittelpunkt des Geschehens steht unter anderem der Bösewicht/Green Lantern Gegner Black Hand. Dieser gräbt die Leiche von Bruce Wayne/Batman aus (dieser ist zu dem Zeitpunkt tot) und trennt seinen Schädel vom restlichen Körper. Eine Art Batterie für das neu entstandene Black Lantern Corps, dass das Hauptquartier der Guardians (die "Chefs" des Green Lantern Corps angegriffen hat) fängt an zu laden. Green Lantern (Hal Jordan) und Flash (Barry Allen, der neuerdings wieder ins Leben zurückgekehrt ist) untersuchen die Grabstätte Bruce Waynes und werden plötzlich vom wieder auferstandenen Martian Manhunter (J'Onn J'Onnz) angegriffen. Nach und nach - vor allem nach einer Trauerfeier für die verschiedenen Toten - werden tote Superhelden und Superbösewichte aufgeweckt. Doch nur die, auch diejenigen die schon mal tot waren und nun wieder am Leben sind. Black Hand agiert dabei als eine Art Agent der Personifizierung des Todes - einer Entität namens Nekron. Ziel ist nun das gesamte Universum in eine Art Verkörperung des Todes zu verwandeln. Green Lantern, Flash, Mera, Wonder Woman und die anderen haben natürlich was dagegen.

Nun, mittlerweile muss ich sagen dass die Story nicht mehr aktuell ist - aber damals war sie aktuell. Und ehrlich gesagt kann ich nicht sooo viel damit anfangen. Mir gefällt das Design von Ivan Reis und die Farben von Alex Sinclair. Auch die Idee ist irgendwie cool: bereits verstorbene Helden und Bösewichte werden von jemanden extraordinäres wieder auferweckt und "böse" gemacht, sodass sie ihre einstigen Kameraden angreifen und.... nun ja, bösartig sind. Ich habe letztens die komplette "Ash vs. Evil Dead"-Serie gesehen und habe mich an diesem Konzept ziemlich satt gesehen. Deswegen überrascht mich das hier nicht wirklich und reißt mich auch nicht vom Hocker. Im Prinzip ist es das gute alte "gut gegen böse"-Ding und gleichzeitig eine Art quasi-Neustart für einige Helden, die eigentlich tot sind und so irgendwie zum Leben wiedererweckt werden. Es ist in Ordnung, I guess.

6/10 Pfandflaschen
Hier ein Review von New Mint Condition:



Montag, 21. September 2026

Album der Woche#699: Axegrinder - Rise of the Serpent Men (1988)

Immer wieder stelle ich mir bei einem Review die Frage "Warum war diese Band niemals hier?" und ich kann sie nie wirklich beantworten. Aber wenn ich darüber nachdenke, dann irgendwie schon. Wahrscheinlich bin ich damals, als der Blog noch ziemlich neu war, der Band irgendwann irgendwie entwachsen. Wahrscheinlich hörte ich sie niemals wirklich aktiv. Höchstwahrscheinlich war es auch so, dass ich irgendwann in andere Genres gestürzt bin. Und eigentlich beantwortet es die Frage. Jedenfalls, Axegrinder ist ein großartiger Name und "Rise of the Serpent Men" ist ein großartiges Album, was schon längst hätte hier auf dieser Plattform reviewt werden sollen. 


Worum geht's eigentlich? "Rise of the Serpent Men" von 1988 war bis zum Jahr 2018 das einzige Album von Axegrinder. Diese sind hervorgegangen aus der Crust Punk Band "Tyrants of Hate", die sich nach nur drei Auftritten aufgelöst hat. Beim letzten kam es zu einem Aufruhr (ausgelöst durch Diebstahl?) und so beschloß man der "Anarcho Punk" Szene den Rücken zu kehren. Es kam zu einem Stilwandel, wobei man verschiedene Einflüsse miteinander vermischt hat. Im Grunde bestanden Axegrinder aus dem selben Line-Up wie "Tyrants of Hate" nur mit einem zweiten Sänger. Der Sound war im Prinzip eine Mischung aus Einflüssen von solchen Bands wie Antisect und Amebix (also Crust und Anarcho Punk Urgesteinen) als auch Proto-Crust wie Hellbastard und Metal wie Celtic Frost oder Hellhammer. Musikalisch betrachtet ist es also langsamer metallischer Crust Punk mit Keyboard-Einlagen die ganz und gar nicht klischeehaft klingen. Was die Texte betrifft, bewegt man sich immer noch im Anarcho-Spektrum. So geht es in dem absolut fantastischen, großartigen Banger von einem Song namens "Life Chain" um das Wiedererhalten des eigenen Lebens. Die Rücknahme der Kontrolle über das eigene Leben. Freiheit vor jeglichen gesellschaftlichen Ketten, die einen festbinden und kontrollieren. "War Machine" behandelt den Gedanken in einem sinnlosen Kriegszeitalter zu leben, in welchen Menschen einander dezimieren bis irgendeiner "gewonnen" hat. In "Evilution" führt man den Gedanken weiter. Der Mensch entwickelt sich weiter als auch weitere Methoden andere Menschen zu töten. Menschheit im Full Speed Modus auf dem Weg zum Abgrund oder gegen die Wand. Im Prinzip die typischen Crust Punk/Anarcho Punk Thematiken, die man schon längst kennt. Dargeboten in einem großartigen, langsamen, doomigen (aber nicht zu doomigen) Stil. Gitarrensoli inklusive. Schleppend, aber nicht zu langsam. Maschinell aber nicht Industrial. Eher symbolisierend für zermürbende äh gesellschaftliche Systeme die Menschen vernichten. Oder so. You know what I mean.

Fakt ist, ich kannte jahrelang nur den einen Song. "Life Chain". Es ist ein großartiger Einstieg in dieses Album für mich gewesen - auch wenn es nicht der erste Song ist. Weiterer Fakt: Fantastisches Album. Ehrlich jetzt. Soundtrack zu einem fiktiven post-apokalyptischen Film in meinem Kopf. Tristesse könnte nicht besser klingen. 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Life Chain, Evilution, War Machine


Freitag, 18. September 2026

My Favorite TV-Show: Rocko's Modern Life

Halli hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "My Favorite TV-Show". Diesmal geht es um eine Sendung, die ich schon seit knapp 30 Jahren auf dem Schirm habe. Damals habe ich sie als kleiner Stöpsel geguckt - ohne ein Wort Deutsch zu verstehen und habe mitbekommen wie Filbert die Schildkröte "...eine Sekunde!" gesagt hat. Diese Stelle hat sich für immer in mein Gehirn eingebrannt. Desweiteren wurde eine Stelle von einer Musical-Folge der vierten Staffeln von der Band "Napoleon Dynamite (aka NxD) gesamplet. Ich habe endlich diese Folge gesehen und habe mich in dem Moment wie Bolle gefreut. Ehrlich.

Worum geht es?

Wir befinden uns in einer Welt die von antropomorphen Tieren bewohnt wird. Die "Gesetze" über das Essen von Tieren gelten hier irgendwie nicht und irgendwie schon. So leben "menschliche" Kühe hier, allerdings wird trotzdem irgendwo Rindfleisch gegessen, was kein Sinn macht. Der Hauptprotagonist ist Rocko, ein freundliches Wallaby dass aus Australien in die USA gekommen ist und nun in der Stadt O-

Town wohnt. Er arbeitet in einem Comicladen (meistens) und hat einen Hund namens Spunky (der nicht reden kann, während andere Hunde manchmal reden können). Sein bester Freund ist ein Stier namens Heffer Wolfe, der einst von einer Familie von Wölfen adoptiert wurde. Ein weiterer Freund Rockos ist die oben erwähnte, vollkommen neurotische Schildkröte Filbert. Ab und zu ist Rocko in eine Frau verknallt. Seine beiden Nachbarn sind das Frosch-Ehepaar Bighead: Bev und Ed Bighead. 

Im Mittelpunkt der Handlung steht das "Moderne Leben". Rocko landet quasi "aus dem nichts" im realen Leben und lebt nicht mehr im "Hotel Mama". Er muss sich um seine Finanzen, sein Essen, sein Haushalt, sein kaputtes Auto kümmern. Oder darum, seinen Hund aus dem Zwinger zu befreien, weil er dort aus Versehen gelandet ist. Dabei wird Rocko selbst für einen Hund gehalten. Im Verlauf der Serie lernt er beispielsweise auch Heffers Eltern und erfährt, dass sie Wölfe sind. Was eine komische Situation verursacht weil er ein völlig unpassendes Kuh-thematisches Gastgeschenk mitgebracht hat. Zwei der Folgen, die mir besonders in Erinnerung hängen geblieben sind: In einer wird Rocko eine Niere entfernt (die in einem Narkose-Traum sich selbst "Pinky" nennt) und er kriegt ernsthafte Verlustängste. In einer anderen, bereits oben erwähnten, Musical-Folge geht es um Umweltverschmutzung wofür der hiesige Konzern "Conglom-O" (das Firmenmotto ist "We own you") verantwortlich ist. Die Bewohner der Stadt singen mehrere Songs über die Umwelt und was man dafür tun kann.

Kritiker würden behaupten, die Serie wäre mit "Ren & Stimpy" zu vergleichen. Allerdings ist sie ähnlich absurd. Das Bindeglied ist auf jeden Fall das Maß an gewissen Ekligkeiten, Geschrei, Körperflüssigkeiten und das Ignorieren von physikalischen Gesetzen. Tatsächlich ist "Rocko's Modern Life" wesentlich sozial- und konsumkritischer. So befindet sich Rocko einmal in einem Supermarkt und findet ob des riesigen Angebotes nicht die gewünschte Ware oder sucht einen Parkplatz für sein Auto bei einer Mall. Das Parkdeck reicht dabei bis oben in die Stratosphäre. Meiner Meinung nach sind es durchaus unterschiedliche Sachen. Das eine war erwachsenen-Humor getarnt als Kinderserie. Das hier ist Sozialkritik getarnt als Kinderserie. Ich fühlte mich gut unterhalten und stellenweise gut aufgehoben. Insbesondere was einige (schlimme) Kindheitserinnerungen betrifft.

Intro (von den B-52s)



Donnerstag, 17. September 2026