Freitag, 13. März 2026

So isses, Musik!#209

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Nun, ich bin am Ende angelangt. Tatsächlich habe ich letztens die letzten vier Platten gehört. Ich muss sagen, dass es mir jetzt schwer fällt, darüber zu sprechen. Nicht weil sie scheiße waren oder ich nichts damit anfangen konnte, nein. Viel eher weil es vier Platten von der gleichen Band waren die Fusion Jazz gemacht hat. Es ist nicht so ganz mein Metier bzw. nicht wirklich ein Genre in welchem ich mich
ich habe danach die Kamera-Linse geputzt, ich schwöre

auskenne. Es war ein tatsächlich großartiges Erlebnis - allerdings habe ich jede Platte nur ein Mal gehört. Im Gegensatz zu einem "Album der Woche", dass ich zig mal in der Woche höre um mir ein Bild davon zu machen. Darum wird es diesmal kein Review geben sondern einen super kurzen Überblick darüber. Ich kann nur eins sagen: Es war wirklich super geil und ich find's schwierig das in Worte zu packen. Aber worum geht es eigentlich?

Es geht mir um vier Platten der Fusion Jazz Legenden Weather Report. Die Band bestand von 1970-1986 und hatte ganze 25 ehemalige Mitglieder. Also, es waren nicht 25 Menschen gleichzeitig in der Band sondern das Line-Up durchlebte 25 Musiker. Während ihrer Karriere experimentierten WR auch mit "Weltmusik" als auch R&B. Nun, ich habe mich also entschlossen das ganze nicht zu reviewen. Weil mein Review dem Ganzen nicht gerecht werden wird. Daher zähle ich hier mal auf um was für Alben es sich überhaupt handelt und ihr kriegt ein Bild und ein paar Links dazu. Deal? Deal. Okay. Das erste Album das ich gehört habe war das vierte von WR namens "Mysterious Traveler" von 1974. Als nächstes dann das von "ethnischer Musik" beeinflusstes "Black Market" von 1976. Darafhin das Live-Album "8:30" von 1979. Und schließlich "Mr. Gone" von 1978. Ich vermute mal, dass der Bösewicht "Mr. Gone" aus "The Maxx" danach benannt wurde. Bin mir aber nicht sicher. Was diese Alben auf jeden Fall eint ist sowohl der Hang zum Experimentieren, absolute Weirdness und Virtuosität als auch vollkommen skurrille Albumcover - zumindest größtenteils. Großartige Sache, diese.

Ab in den .mp3-Himmel:

Und nun geht's weiter. Der nächste Ordner steht an. Er heißt

- Einzelne Songs 2

Hierbei handelt es sich um "Restbestände" von alten .mp3-Playern und lauter Zeug, dass sich in den Jahren angesammelt hat. 

Der erste Unterordner heißt dabei "Aufnahmen".  Ich hatte früher mal einen kleinen .mp3-Player von Philips womit ich auch Sachen aufnehmen konnte. So fand ich hier lauter kleine "ach scheiße"-Schnipsel weil ich wieder mal aus Versehen den Aufnahme-Knopf gedrückt habe. Oder irgendwelche Impressionen aus dem Alltag, 2-3 Sekunden von meiner Oma die sagt dass sie irgendwas eingekauft hat als auch eine halbe russische Comedy-Sendung die ich am Fernseher aufgenommen habe. Für andere Datenmüll, für mich irgendwie teilweise auch. Aber irgendwie kann ich das nicht löschen.

Weiter geht's mit "Batcave, Darkwave, Deathrock". Ich hatte irgendwann mal eine neugierige Phase und habe mir mit Limewire oder Soulseek lauter Musik geholt, die ich bis dato nicht kannte. So kommt es das ich bis heute eine kleine Menge an Songs von Alien Sex Fiend (wie zum Beispiel "I Walk The Line" oder "Dead and Buried") habe. Natürlich sind hier auch so Sachen, die gar nicht unter das Motto fallen. Also, Joy Division und The Cure natürlich. Aber auch "Steeple Walls" von Voodoo Church, "Devil Child" von The Deep Eynde. Ein Live-Cover von Danzigs "Mother" von The Independents. Da wäre noch dieser eine Ordner mit lauter Songs, die unbenannt sind. Ich wusste jahrelang nicht, was das alles überhaupt ist. Zum Glück kann man heute alles "shazamen". So weiß ich jetzt dass es "Ghostdance" von Dupont ist oder "Churist" von Wumpscut. Der allermieseste Unterordner hier ist übrigens "Der Fluch". Dabei handelt es sich um ein Nebenprojekt von Deutscher W, den Sänger der deutschsprachigen Punkband OHL, die sich selbst als "radikal liberal" bezeichnet. OHL war ja schon teilweise des Kringelismus mächtig, so steigert sich "Der Fluch" noch weiter. Es ist quasi das gleiche nur als "Goth"-Band. Der Song über "Rattengift" ist damals schon hohl gewesen und es ist heute immer noch. "In Odio Veritas" ist dabei das allerschlimmste und allerdümmste Lied was ich in diesem Ordner gehört habe. Ehrlich.

Nach A und B kommt also C wie "Country". Ich finde hier ein paar Songs einer Outlaw Country Band namens "So Fucking What" (mit deren Sound ich gar nichts mehr anfangen kann), "Ghostriders in the sky" von Outlaws so wie ein paar Songs von Hank III (den Enkel von Hank Williams) und natürlich Johnny Cash. Fun Fact: Johannes Bargeld hat tatsächlich mal Songs auf Deutsch komponiert, die im Nachkriegsdeutschland veröffentlicht wurden. So wurde aus "Walk the Line" "Wer kennt den Weg". Irgendwie süß, das ganze. Achja und nicht vergessen: In diesem Ordner sind auch die großartigen Hack Mack Jackson mit ihren Song "Senorita Margherita". Ich war damals so begeistert davon und ging auf eins ihrer Konzerte im Immerhin, Würzburg. Es kann gut sein, dass es dieser einer Abend gewesen ist, als ich die Immerhin'sche Toilette vollgekotzt hab und grade mal so den Weg nach Hause gefunden habe. Scheiße war das schlimmt. Ist aber schon mehr als 15 Jahre her, von daher - halb so schlimm.

Nach C kommt kein D, kein E und auch kein F sondern direkt "G" wie "Gothabilly". Ein Nischengenre in einem Nischengenre. Eine Art Fusion aus Goth-Sounds und Psychobilly. Etwas langsamer, düsterer und mit tieferer Stimme. Ich danke hiermit Robert, knapp zwanzig Jahre später, fürs Zeigen per ICQ Messenger. Im Ordner finde ich Cult of the Psychic Fetus, Miguel and the Living Dead und The Ghastly Ones. Fantastisch.

Mein "Hard Rock" Ordner ist leider nicht so breit gefächert, wie der nächste (den ich erst in zwei Wochen reviewen werde). Was finde ich hier vor? Blue Öyster Cult mit "Don't Fear The Reaper", "Vengeance" und "The Black and Silver". "Dead Moon Night" von den großartigen Dead Moon. "Heavy Metal" vom großartigen Don Felder (aus dem Soundtrack zum gleichnamigen Film). "Don't Stop Me Now" von Queen und "Hot Patootie" von Meat Loaf aus "Rocky Horror Picture Show". Alles in allem ziemlicher Standard. Aber ein netter kleiner Ordner.

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Linkin Park Discography: From Zero (2024)

Okay. Wir fangen also noch mal von Null an. Der Albumtitel ist sowohl eine Anspielung auf den ursprünglichen Bandnamen "Xero" als auch auf einen Neuanfang mit Sängerin Emily Armstrong und Drummer Colin Brittain. Zu Beginn: Ich weiß nicht genau, inwiefern Armstrong immer noch mit Scientology involviert ist oder irgendwas mit diesem verurteilten Sexualstraftäter von dieser einen Comedy-Show zu tun hat. Ich versuche mich bei diesem Review auf die Musik zu konzentrieren -


allerdings kann ich versichern, dass hier keine weiteren LP-Reviews mehr kommen werden. Einfach weil ich das Interesse verloren habe. Und das obwohl dieses Album so ganz und gar nicht schlecht ist. Es erscheint hier quasi vollständigkeitshalber.

Armstrong hat nämlich eine hervorragende Stimme. Die Band versucht sich an einer Fusion aus alten Sounds, etwas schwereren Gitarren und Passagen die so in der Art noch nie wirklich präsent waren und durchaus mainstreamtauglichen Klängen. "From Zero" ist quasi eine Verneigung vor eigenen Wurzeln. Ich finde die Screams hören sich durchaus an wie Otep Shamaya, die Riffs sind tatsächlich lupenreiner Nu Metal. Außer die Songs in welchen Mike Shinoda wieder einen auf "Die Welt ist so strange, everything is coming down, ich bin so deep"-Rapper macht der in einem großen Stadion performt. Dabei wirds richtig kringelig ("Overflow"). Ansonsten ist alles so wie früher. Persönliche, emotionale Themen über alles geben und nichts zurück bekommen, nie wieder Opfer sein usw. usf. 

Es ist wirklich nicht schlecht. Ehrlich. Geht durchaus ins Ohr und hat tatsächlich ein klein wenig was von der "Hybrid Theory"-Ära. Dabei bleibt's aber.

7,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: The Emptiness Machine, Casualty, IGYEIH, Heavy Is The Crown



Opeth Discography: Pale Communion (2014)

Wow, wir sind also schon beim elften Album angekommen. Und beim dritten ohne Growling. Und beim zweiten bei welchen Opeth zweifelsohne als Progressive Rock Band bezeichnet werden können. Ohne jeglichen Death Metal Anspruch. Das ist immer noch sehr ungewohnt für mich.

Ich finde es schwierig. Nicht weil es Prog oder weil es Opeth ist. Sondern die Tatsache, dass die Band mit viel Melodie (sowohl im Gesang als auch in den Instrumentals) experimentiert und alles mögliche an Einflüssen (unter anderem die italienische Band Goblin, die für den Soundtrack zu "Dawn of the Dead" verantwortlich war) reinbringt (unter anderem auch Jazz, Hammond-Orgeln, Folk-Klänge usw.) und alles am Ende einfach irgendwie da ist. Ich bin weit davon entfernt zu sagen, es wäre nichts halbes und nichts ganzes. Insgesamt gefällt mir das hier schon. Nur bin ich irgendwie der Meinung, dass es
durchaus besser sein könnte. So ist es in meinen Ohren im Grunde genommen eine Verneigung vor den Progressive Rock Einflüssen und irgendwie war es das auch schon. 

Trotzdem gibt es hier durchaus großartige Anspieltipps. Allerdings kann ich den Gedanken, dass ich das alles schon mal irgendwo gehört habe nicht wirklich abschütteln. Progressive Rock mit flinky flunky Orgel und Keyboard Sounds. Ahja und melodischen Gesang. Und einen reinen Instrumental-Song. Oh und natürlich geht jeder Song fast zehn Minuten. Ich habe mich schon mehrmals gefragt, wann Opeth mal ihren Rahmen sprengen. Das haben sie getan und es war geil. Und jetzt stecken sie in einem weiteren Rahmen fest. Das ist irgendwie schade. Ich betone es noch mal: Schlecht ist das Album nicht, aber es geht noch besser.

7/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Moon Above, Sun Below, Elysian Woes, Goblin



Donnerstag, 12. März 2026

Mittwoch, 11. März 2026

Film der Woche#673: McBain (1991)

Sagt euch Rainier Wulfcastle was? Also, die Simpsons'sche Antwort auf Arnold Schwarzenegger? Bzw. sein Character McBain, der Action-Held? Vergesst das, dieser Film hat nichts damit zu tun. Es ist reiner Zufall, dass Christopher Walkens Rolle so heißt. Tatsächlich war die Zeichentrickfigur früher da. Egal.

Zu Beginn des Filmes haben wir das Jahr 1973. Der Vietnamkrieg ist vorbei. Allerdings gibt es immer noch gefangene US-Soldaten, die von den Vietcongs festgehalten werden. Eine Gruppe Soldaten um einen Mann namens Roberto Santos (Chick Vennera) befreit einen Kameraden namens Bob McBain

(Christopher Walken). Auf die Nachfrage, wie er sich bei ihm bedanken könnte schenkt Santos McBain eine Hälfte eines 100-Dollar Scheins. Wenn die zweite Hälfte bei ihm ankommen wird, wird er wissen dass er bald den Gefallen erwidern kann. 18 Jahre später: Santos ist einer der Anführer einer Revolution in Kolumbien. Das Kokain-Kartell (in Gestalt von Pablo Escobar) hat das Land fest im Griff. Der diktatorische Präsident regiert äh diktatorisch. Es gibt keine Presse- und Meinungsfreiheit. Eher werden Koka-Pflanzen als Getreide angebaut. Santos dringt mit seinen Genossen in den Präsidentenpalast, doch als vor dem Palast Panzer mehrere unschuldige Menschen platt zu fahren drohen, ergibt er sich und wird kurzerhand vom Präsidenten vor Augen aller erschossen. Den nächsten Schritt macht seine Schwester Christina (Maria Conchita Alonso). Sie reist nach New York um einen gewissen McBain zu finden und ihm die zweite Hälfte des Scheins zu präsentieren. McBain entschließt sich, ihr zu helfen die korrupte Kartell-Regierung in Kolumbien zu stürzen. Doch dafür braucht er Hilfe von ehemaligen Vietnam-Kameraden: Frank Bruce (Michael Ironside), Eastland (Steve James), Gill (Thomas G. Waites) und Dalton (Jay Patterson). Gemeinsam beschaffen sie Geld (indem sie Drogendealer und Drogenbosse bestehlen), Waffen und ziehen in äääh eine absolut wahnsinnige Guerilla-Operation gegen El Presidente (Victor Argo).

Christopher Walken spielt im Grunde sich selbst. Es ist absolut merkwürdig, ihn in einer Action-Rolle zu sehen. Ein relativ wortkarger Mann, der selbst beim Rumballern mit den schwersten Kanonen kaum eine Emotion zeigt. Aber dabei keine Schwarzenegger-Miene hat, sondern eine äh Walken-Miene. Die Action-Sequenzen sind vollkommen over the top. Die Statisten, die südamerikanisch aussehen sollen sind größtenteils Filipinos - weil der Film auch auf den Filipinen gedreht wurde. Dabei benutzt man das White-Savior-Motiv (auch wenn Steve James schwarz ist) des coolen US-Amerikaners der einer unterdrückten Bevölkerung hilft, eine Revolution anzuzetteln. Dabei muss ich sagen, dass McBain nicht der treibende Motor ist, er ist viel eher tatsächlich ein Helfer in der ganzen Situation. Wir haben hier auch ein Cameo von Luis Guzman als Drogendealer, der ebenfalls im Vietnam war - und der die Gruppe fragt, wieso sie ihn ausrauben und nicht reichere Leute, die an der Spitze stehen. Also machen McBain und seine Kumpels genau das. Und geben sich aus als äääh israelische Agenten (?). "McBain" ist nicht so bitterernst, unfreiwillig lustig und tatsächlich wesentlich leichter zu ertragen als moderne Action-Filme. Größtenteils wegen einer ruhigeren Kameraführung als heute. Trotzdem ist es ganz grandioser sogenannter "Shlock". Ein großartiger, hohler B-Movie. Ich habe Tränen gelacht. Kudos an Regisseur und Drehbuchautor James Glickenhaus, der sich inzwischen aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat. 

6,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 10. März 2026

Comic Book Review#671: Machine Man#1 (1978)

Ich bin mir nicht mal mehr sicher, wo ich das hier aufgegabelt habe. Insta kann es auch nicht gewesen sein, who knows, egal. 

"Machine Man" handelt von den Abenteuern von....Machine Man. Einen menschlich aussehenden und menschlich denkenden Cyborg der unter uns Menschen weilt und den Namen Aaron Stack trägt. Einst

als Teil einer Reihe von Erfindungen auf die Welt gekommen, versucht er nun unauffällig zu sein. In der jüngeren Vergangenheit war er X-51, eine künstliche Intelligenz, eingebettet in einen menschlich aussehenden Körper. Allerdings sind die anderen "X"-Roboter völlig durchgedreht und haben mehrere Militärangehörige umgebracht. So hat Aarons Erfinder, der wegen seiner friedlichen Natur der Sache sehr sicher war, ihn frei gelassen. Auf den ersten paar Seiten rettet Aaron einen unachtsamen Bergwanderer, der abgestürzt ist, sich an einem Ast festhält und in die Tiefe zu fallen droht. Aaron aka Machine Man kann jedoch seine Arme, ganz Inspector Gadget mäßig, ausfahren und schafft es, ihn zu retten. Die Freunde des Mannes sind sehr erstaunt darüber. Doch er kann sich nicht lange aufhalten und seine Reise geht weiter. So trifft er im Wald einen Mann, dessen Weg von einem riesigen umgestürzten Baum versperrt ist. Er bewegt den scheinbar unbeweglichen Baum vom Weg und anschließend bietet der Fremde ihn eine Mitfahrt in seinem Auto an. Es stellt sich heraus, dass er Psychiater ist und ihm bei der Findung seiner Selbst helfen kann. Währenddessen woanders: Colonel Kragg, der Mann dessen Soldaten von den anderen X-Robotern umgebracht und ihm selbst ein Auge entfernt haben (?) schwört nun Rache. Mithilfe eines Homing Devices in Aarons Schädel will er ihn nun ausfindig machen und seine Soldaten die Drecksarbeit machen lassen. Der Roboter in Menschengestalt muss sterben.

Gezeichnet und geschrieben vom großartigen Jack Kirby. Farben von Petra G. Aus heutiger Sicht mag das Szenario vielleicht wie altbacken erscheinen. Schließlich gab es schon genug Geschichte über Cyborgs in Menschengestalt, die das menschliche in ihrem Inneren für sich entdeckt haben - und genug von Menschen die was dagegen hatten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für die damalige Zeit noch relativ neu war. Ich vermute auch mal, dass die Idee für das exakte Design von Machine Man vom folgenden Gedanken kam "Was wäre wenn ich meine Beine ausstrecken, mene Füße zu einem Skateboard umfunktionieren kann und fliegen kann, was ist wenn ich eine tatsächliche Maschine wäre?". Und so wurde das auch treffend umgesetzt. Anders als einige andere Comics zu der Zeit schafft es dieser Kirby-Klassiker tatsächlich eine kohärente Story zu erzählen, die zwar relativ schnell erzählt aber spannend ist. Ich sehe auch, trotz des pseudowissenschaftlichen Inhaltes, keine Logiklöcher. Also, ich zumindest nicht. Meiner Meinung nach eine durchaus vergessene Perle. 

8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von MerryMarvelite:


Montag, 9. März 2026

Album der Woche#675: MC 900 Ft. Jesus - One Step Ahead of the Spider (1994)

Wie bin ich nun auf dieses Album gekommen? Nun, es gab mal eine Folge von Beavis & Butt-Head in welcher die zuständigen Wirrköpfe sich ein Musikvideo angeguckt haben. Es war "If I Only Had A Brain" von MC 900 Ft. Jesus. Dabei hat Beavis immer wieder den Beat nachgeahmt, sodass Butt-Head fürchterlich genervt war, bis er zum Ende des Sketches selbst mit angestimmt hat. So bin ich auf dieses Album gekommen.


"One Step Ahead of the Spider" ist das dritte und letzte Album von MC 900 Ft. Jesus. Bei dem "Ft." handelt es sich um die Maßeinheit "Foot" und nicht um das Wort "Featuring". Inspiriert wurde Mark Griffin, wie der MC mit dem richtigen Namen heißt, von einem Televangelisten der einst in einer Predigt erzählt hat, er hätte eine Vision von einem "900 Fuß großen Jesus" gehabt. Was zum fick. Während die ersten beiden Alben "Hell with the lid off" (1990) und "Welcome to my Dream" (1991) noch gänzlich dem Hip-Hop zugewandt (erstes Album) und mit Acid Jazz experimentiert haben (zweites Album) ist das dritte nun beinahe komplett vom Hip-Hop abgewandt. 

Stattdessen hört man hier super interessante Mischung aus Spoken Word und Jazz. Der einzige Hip-Hop-Song hierauf, ist der oben erwähnte, zu dem es auch ein Musikvideo gab. Darin geht es um die eigene Unfähigkeit den "eigenen Scheiß" zu regeln. Der Song hat einen super catchy "babowpowpowpow" type beat. Davon ist auf dem Rest des Albums nichts zu hören. Stattdessen haben wir etwas, was ich freundliches Lamentieren nenne - auf "Stare and Stare", einen Cover von Curtis Mayfield, worauf Vernon Reid von Living Colour Gitarre spielt. Worin sich Griffin besonders spezialisiert ist allerdings Spoken Word. So hört sich der Opener des Albums, "New Moon" an wie eine spezifisiche Narration eines 1940er Jahre schwarz/weiß Krimifilms. Dabei wird er von den Jazz-Musikern Earl Harvin, Chris McGuire, Dave Palmer, Drew Phelps, Mike Dillon, Nikhil Pandya, Rajiv Chakravarti als auch der Sängerin Analisa Ripke unterstützt. Griffin hört sich an wie typischer Beatnik aus den 1960er Jahren. In dem Songtext geht es allerdings um tristes Leben in der Vorstadt, wobei den einzigen Kick illegale Autorennen bieten. Diese enden allerdings desöfteren mit dem Tod, was er auch schildert. Genau darin liegt die Stärke des Künstlers: Geschichten erzählen mit zischenden Drums und trötenden Saxophonen als auch piependen Keyboards im Hintergrund. Und das gelingt hier wirklich sehr gut. Die Mischung aus Gedichten und Free Jazz ist einfach fantastisch. Das nenne ich sehr sehr große Experimentierfreude.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: New Moon, Tiptoe Through The Inferno, Stare and Stare, If I Only Had A Brain