hat sich der Moskauer DJ Groove über nervige Leute aufgeregt die ihn auf Parties aufgefordert haben absolut nervige Scheißmusik abzuspielen. Durch diese Annotations habe ich herausgefunden, dass die britische Trip-Hop-Band Sneaker Pimps ihn auf dem Cover zu ihrem 2002er Album "Bloodsport" abgebildet hat. Ich hatte dieses Album auch einmal in der Hand und es stimmte tatsächlich. Im Booklet wird er auch erwähnt. Jedoch kam es irgendwie nie dazu, dass ich mir das Album angehört habe. Außerdem gab es mal eine Collabo zwischen Sneaker Pimps und einen äh bekannten US-Künstler auf dem Soundtrack zu "Spawn", sodass ich mir etwas vollkommen anderes als der Inhalt dieses Albums hier vorgestellt habe.
"Bloodsport" ist das ingesamt dritte Album von Sneaker Pimps, welches zwar Anklang bei den Fans fand, allerdings bei den Kritikern eher durchgefallen ist. Wenn man sich das Cover und den Titel anguckt, könnte man denken dass es ein irgendwie aggressives Album ist. Dazu kommt noch, dass ich durch einen Printfehler bei einer anderen Bootleg-Kassette die Sneaker Pimps mit dem DJ-Duo "The Dust Brothers" verwechselt habe. Stattdessen haben wir es mit einer Band zu tun, die (Akkustik)-Gitarren, Sampling, Drums verwendet. Am Gesang sind Chris Corner und Gastsängerinnen Sue Denim und Zoe Durrant. Davor war Kelli Ali die Sängerin, hat allerdings die Band verlassen - vielleicht war es auch einer der Gründe für die schlechten Kritiken bzw. die Umstrukturierung der Band. Chris Corner wollte außerdem die eigenen Songtexte singen. Im Kern ist das hier schon Trip-Hop: leicht psychedelische Beats, die allerdings mit langsamen Gitarrenriffs und leicht leidenden Gesang von Corner übersät sind. Ich würde schon sagen, dass es wie eine rockige Version von Trip-Hop klingt bzw. würde man die Gitarren und den Gesang weglassen würde es durchaus als das durchgehen. Es ist auch ganz und gar nicht aggro, wie der Titel vermutet - dieser erinnert nämlich an diese Kampfsport-Filmreihe mit Jean Claude Van Damme. Hier heißt es "Love is just a bloodsport" (im Titeltrack).
Ich muss sagen, dass es irgendwie eine merkwürdige Mischung ist. Mit Trip-Hop verbinde ich größtenteils entweder männlichen Sprechgesang oder eine beruhigende und einfühlsame weibliche Stimme. Nicht einen Typen der durchaus singen kann und irgendwie traurig klingt. Mir gefällt es wie Corners Stimme mal mit den Beats kollidiert und mal außerhalb der Beateinsätze erklingt. Erinnert mich irgendwie an diverse Britpop-Bands die damals in waren bzw. an eine gewisse Band, die vor kurzem sich potthässlich auf der Bühne benommen hat. Aber darum geht's jetzt nicht. Ist ein wirklich großartiges, träumerisches Album. Mag ich, liebe ich fast.
8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Kiro TV, Loretta Young Silks, M'Aidez, Black Sheep



