Montag, 5. Oktober 2026

Album der Woche#701: The Cramps - Look Mom, No Head! (1991)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Album der Woche" während des Halloween-Monats "SHOCKTOBER"! Ich führe die Tradition fort und reviewe jährlich ein The Cramps-Album. Nun sind wir bei "Look Mom, No Head!" angekommen, dem insgesamt fünften Studioalbum der Band. Aufgenommen in der Besetzung: Lux Interior (Gesang), Poison Ivy Rorschach (Gitarre), Slim Chance (Bass) und Jim Sclavunos (Schlagzeug). Letzterer ist seit 1994 konstantes Mitglied bei Nick Cave & The Bad Seeds und war auch bei Grinderman zu hören. Zufälligerweise erinnert mich dieses Cramps'sche Album an Grinderman. Nicht weil das Cave'sche Projekt durchaus an Cramps erinnert und vice versa, sondern weil die Themen/Texteauswahl durchaus ähnlich ist. Also, nicht zu 100%.


Wie man mittlerweile wissen sollte haben sich The Cramps mittlerweile komplett von Horror/B-Movie-Thematik entfernt und machen inzwischen irgendwas völlig obskures, sexgeladenes mit völlig merkwürdigen Lyrics. Musikalisch bleiben wir bei dieser Mischung aus Garage Rock, Punkrock und...nunja Rock'N'Roll. Die Texte sind, wie gesagt, unfassbar obskur und merkwürdig. So geht es in "I Wanna Get In Your Pants" darum...jemanden sexuell attraktiv zu finden. Und ich komme nicht drauf, worauf dieses Lied eine Hommage sein soll. Die Melodie erinnert mich an irgendwas a lá "Sugar" oder irgendeinen anderen spät-50er-Jahre Song. Der dominante Opener "Dames, Booze, Chains and Boots" ist im Prinzip der perfekte Aufmacher, der direkt offenbart worum es hier gehen wird. "Miniskirt Blues" featuret Iggy Pop. Seine Stimme als auch die von Lux Interior ergänzen sich dabei wirklich großartig. Iggy passt tatsächlich zur Band und wäre sicherlich auch weitestgehend eine absolute Ergänzung gewesen. Einer der besten Songs hierauf ist das Cover von "The Strangeness in me" (im Original von The Runabouts). Es ist ein großartiger Tribut an ein merkwürdiges, depressives Gefühl der Leere. Zumindest interpretiere ich das.

Irgendwie seltsam. The Cramps machen keine Songs mehr über B-Movies, hören sich aber mehr an wie der Soundtrack zu einem Gritty B-Horror-Movie in welchen irgendwelche Halunken in ihrem abgefuckten Auto quer durch die USA reisen, Menschen ausrauben, bis sie auf Vampire treffen oder so. Ich weiß nicht (mehr) ob es eine filmische Umsetzung von "American Vampire" gab, aber wenn es die noch nicht gibt, wäre das ein guter Soundtrack.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dames, Booze Chains and Boots, I Wanna Get In Your Pants, Miniskirt Blues, The Strangeness In Me


Donnerstag, 1. Oktober 2026

Film der Woche#698: Stargate (1994)

Kaum zu glauben, aber wahr: Ich habe noch nie "Stargate" gesehen, geschweige denn irgendeine der Serien-Fortsetzungen. Ich wusste, dass irgendwann Richard Dean Anderson (aka McGyver) mitgespielt hat, aber sonst nichts. "Stargate: Atlantis" lief irgendwann auf RTL2(?) oder so und ich habe nichts davon verstanden. Aber egal. Hier ist er nun, der erste Film - und vllt. werden noch weitere Reviews irgendwann folgen. Wahrscheinlich werde ich mir irgendwann in naher Zukunft die restlichen Filme plus jeweils eine Folge von jeder Serie reinziehen. Aber das ist erstmal Zukunftsmusik.

Wir befinden uns in der Gegenwart des Jahres 1994 (oder so). Dr. Daniel Jackson (James Spader) ist Ägyptologe und hat für die damalige Wissenschaftswelt äußerst wirre Thesen über die Pyramiden. Seiner Meinung nach sind sie deutlich älter als bisher angenommen und evtl. von jemand anders erbaut als von den Ägyptern. Seine Thesen werden verlacht, er gilt als Witzfigur. Irgendwann wird ihm auch sein Lehrauftrag entzogen - allerdings hat ihm bereits das Militär im Visier. So kriegt er einen Auftrag

von etwas anderer Art. In einer geheimen militärischen Anlage befindet sich ein 1928 in Ägypten gefundenes Artefakt. Jackson schafft es eine Reihe von Hieroglyphen zu übersetzen, was bis jetzt niemand geschafft hat. Offenbar handelt es sich beim Artefakt um ein "Stargate", ein Portal das von Außerirdischen erbaut wurde und das in der Lage ist jemanden zu einer anderen Galaxie zu transportieren. Und all das ohne Zeitverlust. Lange Rede, kurzer Sinn: Jackson wird Teil einer militärischen Mission. Durch weitere Recherche schafft man es, das Portal zu aktivieren. Der Ägyptologe reist mit einem Haufen Militärs, angeführt von General Jack O'Neill (Kurt Russell) durch das Portal zu einem anderen Planeten. Dieser ist von einer Wüste bedeckt (man erinnere sich an ein gewisses anderes Franchise). Schon bald stellen sie fest, dass die Einheimischen Menschen sind, wie auf der Erde. Allerdings sprechen sie eine unbekannte Sprache die entfernt an Koptisch erinnert. Jackson findet raus, dass sie alle Sklaven des ägyptischen Gottes Ra sind. Dieser brachte den alten Ägyptern einst seine Technologie bei und verschleppte Sklaven zu seinem Planeten. Allerdings gab es irgendwann einen Aufstand, wobei das Tor für immer begraben wurde. Um es noch mal kurz zu halten: Jackson und die Soldaten werden kurzerhand zu Schlüsselfiguren in der Befreiung des Planeten aus der Sklaverei.

Böse Zungen würden behaupten, hier gehe es darum, dass die Amerikaner berechtigerweise Kriege anfangen um "angeblich" die einheimische Bevölkerung zu befreien. Allerdings ist das nicht wahr. Viel eher geht es um eine neu entstandene Freundschaft bzw. ein Bündnis zwischen Völkern und einen gemeinsamen Aufstand gegen einen grausamen Despoten, der nichts anderes im Sinn hat als sein ewiges Leben fortzuführen und noch mehr Unterdrückung zu säen. Aus heutiger Sicht ist "Stargate" vielleicht doch nicht so intellektuell wie gedacht - allerdings gleichzeitig auch nicht so action überladen, dass es einem übel wird. Die Idee ist vielleicht äußerst wirr auf dem ersten Blick: Aliens die Pyramiden mitaufgebaut haben. Ein Sternentor in eine andere Galaxie. Ein außerirdischer Despot, der Menschen versklavt. Später in den Serien wird die Idee von Göttern, die Menschen versklaven noch weiter ausgeschlachtet. Meiner Meinung nach ist der Film eine Art Umsetzung einer wilden Theorie - allerdings in etwas "gesitteter" und "wissenschaftlicher". Jedenfalls, eine willkommene Abwechslung zu all den schnell geschnittenen, wirren Actionfilmen die heutzutage in die Kinos kommen.

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Mittwoch, 30. September 2026

Happenings des Monats: September'26

 


Comic Book Review#696: Convergence (2016)

Wieder mal eine Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür. Kaum zu glauben, dass dieses DC-Event schon vor über zehn Jahren erschienen ist. In diesem Trade Paperback sind die Ausgaben 0-8 enthalten, die allesamt 2015 in Heftform rausgebracht wurden.

Dabei handelt es sich um die Fortsetzung von "Earth 2: World's End" (die ich tatsächlich mein Eigen nennen darf) und "The New 52: Future's End" (ebenfalls). Ausgabe#0 war eine Art Prelude, während die

Ausgaben 1-8 die Kerngeschichte enthielten. Dazu gab es aber noch an die 40 Tie-In Ausgaben, die allesamt Miniserien waren, die jeweils zwei Ausgaben beinhalteten. Aber worum geht es?

Im Grunde genommen ist es recht simpel und ähnlich wie in der dritten Auflage von Marvels "Secret Wars". Jemand bringt alle vor dem damals neuen Neustart des DC-Universums (das war 2011) existierende Welten auf einen Planeten zusammen. Und zwar niemand geringeres als eine mir bis dato unbekannte Version von Brainiac, den lebenden Computer und Gegner von Superman. Die Helden der Erde-2 (die von Paradämonen vom Planeten Apokolips angegriffen wurde) finden sich plötzlich auf einem unbekannten Planeten wieder. Dabei meine ich Batman (Thomas Wayne, Bruce Waynes Vater), Green Lantern Alan Scott, Yolanda die Avatarin des Rot, Flash Jay Garrick und Superman Val-Zod. Sie werden nach kurzer Zeit von einem unbekannten Wesen namens Telos begrüßt. Der humanoide handelt im Auftrag von Brainiac. Dieser hat mehrere Planeten/Welten aus dem Multiversum in Form von Städten auf dem Planeten gebracht. Es ist eine Art Experiment. Die Welten sollen gegeneinander kämpfen und der Gewinner darf am Leben bleiben. Der Planet heißt....Telos. Es stellt sich heraus, dass Telos die humanoide Verkörperung des Planeten ist. Von nun an sehen wir, wie unterschiedliche Welten aus dem DC-Multiversum, Vergangenheit, Parallelrealität und Zukunft aufeinander treffen. So machen wir unter anderem einen Ausflug in die Fantasy-Welt von Skartaris, schauen kurz bei "Injustice" rein und sehen zu wie Batman-Vater (Thomas Wayne) auf Batman-Sohn (Bruce Wayne) treffen. Auch die Welt von "Flashpoint" hat einen kurzen Auftritt.

Im Grunde genommen ist das hier ein Nostalgie-Produkt, dass alle bisherigen DC-Welten vereint und alte Fan-Herzen höher schlagen lässt. Als kleines Bonus gibt es eine Enzyklopädie über alle bisherigen Welten. Man könnte auch behaupten "Convergence" wäre eine Art "Neustart nach dem Neustart", dass alle Helden die nach DCs Neustart im Jahre 2011 als nicht-existent galten, wieder zurück bringt. Man möchte sich einfach von gewissen Dingen nicht trennen und gleichzeitig möchte man alte Fans befriedigen. Die Story ist an sich schon echt cool, nur wird es gegen Ende irgendwie verwaschen und leicht aus den Fingern gesaugt. Plötzlich ist alles wieder so wie es war und alle sind happy. Fast so wie DC-Fans, die sich darüber freuen, dass alle wieder da sind. Ich muss sagen, dass es irgendwie ein nachvollziehbares und kurzes Vergnügen ist. Man fragt sich "Was ist mit all den Welten passiert? Sie müssen doch irgendwo weiter existieren?" als auch "wir werden doch einen Haufen Leute verprellen wenn wir sie für immer tot/nicht existent lassen". Genau so ist es. "Convergence" ist eine durchaus spannende Lektüre, aber im Grunde genommen ein Nostalgie-Produkt, dass alte Fans als Zielgruppe hat.

Made by: Jeff King, Scott Lobdell, Dan Jurgens
6/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von ComicIsland: