Ich weiß aus heutiger Sicht nicht ob es das letzte gute Album von FF ist oder ob danach noch vllt. 1-2 Banger kommen. Es ist das erste Album ohne Dino Cazares, bei welchem Christian Olde Wolbers sowohl Bass als auch Gitarre bedient. Ansonsten sind wir beim gleichen Line-Up: Burton C. Bell am Gesang und Raymond Herrera an den Drums. Live wurde die Band von Byron Stroud am Bass unterstützt.
Was ich tatsächlich nicht gut finde, ist das Artwork. Also.... naja es hat einen faden Beigeschmack. Ich weiß dass ab diesem Zeitpunkt Fear Factory nichts anderes eingefallen ist. Jedes Album nach "Archetype" hatte ein Artwork welches zwei Fs gezeigt hat. In verschiedenen Formen. Das wurde irgendwann ziemlich langweilig, glaube ich.
Ansonsten haben wir ein ähnliches Schema wie bei den vorherigen Alben. Groove Metal mit Industrial Kante und cleanen als auch wütenden leicht-gutturalen Vocals. Es geht um das Internet ("Cyberwaste") bzw. die Menschen die da drin sitzen und andere Menschen bedrohen und naja irgendwie auch wieder um den Menschen in einer technisch hochentwickelten Welt. "Archetype" ist tatsächlich ein Diss gegen Dino Cazares. Er wird darin indirekt als "Infektion" bezeichnet und dass die "Seele der Maschinen" nun sich verbessert hat. Nicht nur ist es eine direkte Anspielung auf das erste Album "Soul Of A New Machine" sondern tatsächlich eine echt derbe Beleidigung. Wer bezeichnet schon andere Menschen als Krankheiten/Infektionen. Geez. Ich glaube, in "Corporate Cloning" geht es um geschmacklose Musik, die von der Industrie immer wieder kopiert und verwertet wird. Man schafft es also diesen Gedanken über Industrialisierung/Menschenverwertung in einer Maschinenwelt beizubehalten - es diesmal nicht nur als Storytelling-Methode zu benutzen sondern als Metapher.
Der Unterschied zu den anderen Alben ist folgender: "Archetype" ist wesentlich cleaner, weniger aggressiv und man könnte fast schon sagen "weicher". Das macht es nicht schlechter - allerdings stellt sich dann die Frage: Wie zur Hölle machen die danach weiter? Weil wenn es genauso weiter geht und jedes Album sich so anhört, wird es ganz schön langweilig. Es ist ein Banger, der allerdings nicht ganz an die bisherigen Vorgänger rankommt.
7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Archetype, Slave Labor, Corporate Clothing



