Wir befinden uns in Chicago in den 1980er Jahren. Clifford Skridlow (Dan Aykroyd) ist Literaturprofessor auf dem Monroe College. Sein Vater ist Präsident des besagten College und tatsächlich wohnt Clifford noch bei seinen Eltern. Seine Spezialität ist das Thema "Ritterlichkeit in der Literatur". Gleichzeitig gibt es organisierte Kriminelle in der Stadt, die sich unter anderem auf Prostitution spezialisieren. Einer der bekanntesten Zuhälter ist Smooth Walker (Howard Hessemann). Bei einer Limousinenfahrt - das Auto wird von seinen Fahrer Diavolo (T.K. Washington) gefahren - wird er plötzlich von mehreren Autos bedrängt. Es stellt sich heraus, dass er enorme Schulden hat bei "Mom" (Kate Murtagh). Die Frau ist die Oberbossin des organisierten Verbrechens und alle kleineren Zuhälter haben Angst vor ihr. Bei einer Unterredung bzw. Angstmache erfindet Smooth eine Geschichte. In einem Versuch, sich von seinen Schulden zu befreien, erfindet er eine fiktive Persönlichkeit. Ein Chiropraktiker namens Doctor Detroit (der auch noch aus Detroit kommt) versucht nun Moms Gebiet zu übernehmen. Er ist wirklich skrupellos, gewalttätig und keiner sollte ihm in die Quere kommen. Als nächstes schaffen Diavolo und Smooth es, bei einem Abendessen, sich mit Clifford anzufreunden und abzufüllen. Der Plan ist: Smooth verpisst sich für einige Wochen aus der Stadt während Clifford das Geschäft übernimmt. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Literaturprofessor sieht sich, nach Smooths Weggang, gezwungen die Rolle eines exzentrischen Chiropraktikers der zum Zuhälter wurde und der das Pseudonym Doctor Detroit trägt, zu spielen. Doch anstatt bloß den Zuhälter zu mimen, fängt er an aktiv gegen Moms Verbrecherorganisation zu werden. Diavolo und die vier Prostituierten Karen (Fran Drescher), Monica (Donna Dixon), Jasmine (Lydia Lei) und Thelma (Lynn Whitfield) arbeiten mit ihm zusammen.
Aus heutiger Sicht betrachte ich einige Aspekte im Film kritisch. So weiß ich, dass Prostituion kein Glamour Leben sondern schlicht Ausbeutung bedeutet. Da das hier allerdings eine fiktive Geschichte ist, die alles überzeichnet und ganz einfach nach Fake schreit, sehe ich das etwas locker. Es ist ganz klar, dass es im echten Leben nicht so ist. Außerdem: Es gibt ein Happy End und ein Ende des Prostitutions"geschäfts" - nur um mal ganz dreist zu spoilern. Im Prinzip ist "Doctor Detroit" eine unglaublich grelle und übertriebene Sitcom. Eine komische Situation jagt die nächste - die komischste bleibt dabei Cliffords Traum in welchem sein Vater seine Mutter verkauft. Da dieser ihm sehr unangenehm ist, kann man nur drauf kommen dass das ganze Prostitutionsding ihm absolut zuwider ist. Er möchte den Frauen helfen, da raus zu kommen. Dass es in der Realität gar nicht so einfach ist, das sollte man inzwischen wissen. Anyway: Greller Film, absurde Handlung, bunte Kostüme und ein großartiger Dan Aykroyd der gekonnt zwischen zwei Charakteren hin und her wechselt. Nämlich dem des schüchternen, trotteligen Clifford und dem des exzentrischen, beinahe superheldenhaften Doctor Detroit. Letzterer erinnert mich tatsächlich an Nihil Baxter, den Charakter von Helge Schneider aus "00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter". Großartiger, lustiger, wenn auch stellenweise sehr grenzdebiler und simpler Film aus den 1980ern. Mit Auftritt von James Brown und Titelsong von Devo.
7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:

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