Donnerstag, 7. Mai 2026

Film der Woche#676: Texas Chainsaw Double Feature!

Allrighty then. Wir haben ja schon mehrfach mit Leatherface und seiner kannibalischen Familie zu tun gehabt. Zuerst im Original von Tobe Hooper, dann der völlig batshit insane gegangenen Fortsetzung (ebenfalls von Tobe Hooper). Dann natürlich der dritte Teil der irgendwie heraussticht und irgendwie eine Fortsetzung ist. Und natürlich hatten wir diesen äh Sequel oder wahlweise betrachtet ersten Reboot mit einem völlig meschugge gegangenen Matthew McConaughey und Reneé Zellweger. Nun sind wir bei den beiden Filmen angekommen die von Michael Bay produziert wurden. Es handelt sich um einen neuen Remake und einen Prequel dazu. Ich empfehle tatsächlich, den Prequel als zweites zu sehen weil man sich sonst spoilert. Aber naja, eigentlich sind gewisse Dinge im ersten Teil sowieso schon klar ersichtlich. Von daher, macht was ihr wollt.

The Texas Chainsaw Massacre (2003)

Dieser Film spielt nicht in der Gegenwart sondern genauso wie das Original im Jahre 1974. Eine Gruppe Jugendlicher, die quer durch die USA reisen (oder zumindest macht es den Anschein) um ein Konzert von Lynyrd Skynyrd zu sein ist grade aus Mexiko gekommen. Tatsächlich führen sie ein ganzes Kilogramm Gras mit sich, dass sie später verkaufen wollen. Das weiß allerdings nur ein Teil der Gruppe. Die Gruppe besteht aus Erin (Jessica Biel), ihren Freund Kemper (Eric Balfour), ihren Bruder

Morgan (Jonathan Tucker) als auch den frisch verliebten Pepper (Erica Leerhsen) und Andy (Mike Vogel). Zusammen sind sie in Kempers Hippie-Wagen unterwegs in Texas als sie ganz plötzlich halten müssen weil eine Frau dicht am Straßenrand entlangläuft. Sie nehmen sie per Anhalter mit. Die Frau (Lauren Christine German) sieht sehr mitgenommen aus. Ihr wurde offensichtlich schwerste Gewalt angetan. Als sie merkt, dass das Auto in eine ihr (leider) bekannte Umgebung fährt gerät sie in Panik und schreit. Kurzerhand zieht sie von irgendwo aus ihrem Kleid einen Revolver und schießt sich in den Kopf. Nun ist die Gruppe drauf angewiesen ihren Leichnahm bei den zuständigen Stellen zu melden. So geraten sie durch einen Tankstellenshop an den örtlichen Sheriff Hoyt (R. Lee Ermey auch bekannt als Gunnery Sgt. Hartman aka "Ihr werdet mich nicht mögen weil ich hart bin" aus Full Metal Jacket). Es stellt sich heraus, dass der Sheriff teil der eben bekannten und gefürchteten Kannibalenfamilie ist - einer deren Söhne ist der ebenfalls nicht unbekannte Leatherface der Masken aus Menschengesichtern näht und sie trägt. Und natürlich eine Kettensäge schwingt. Der harmlose Ausflug wird zu einem Kampf ums Überleben. 

Ja. Was soll ich sagen. Nach heutigen Standards: Ein bisschen arg eklig, viel Gore und wenig Grusel. Aber viel Ekel. Ehrlich jetzt. Man spart sich das "trashige" direkt und kommt zu einer sehr stumpfen und überhaupt nicht witzigen Gewaltorgie. Es wird nur so geschlachtet, alles ist irgendwie im dunkelgrau gehalten. Und am Ende überlebt natürlich eine einzige Person. Das "Final Girl". Ihr könnt euch ja denken, wer das ist. Sheriff Hoyt ist dabei der widerlichste Character überhaupt. Und zwar so sehr, dass man ihn wirklich hasst und sich darüber freut wenn er eins auf die Nüsse kriegt. Es ist ein "moderner" Aufguss eines Klassikers. "Modern" heißt hier allerdings Folterpornohorrorfilme wie "Saw" bzw. dessen Fortsetzungen. Ich stehe nicht auf diese Art von Horrorfilmen. Ich mag es zwar wenn der Bösewicht auf die Nüsse kriegt - aber der Weg dahin ist ein äußerst schwieriger. Unangenehm, ekelhaft, stumpf und macht ehrlich gesagt auch nicht wirklich Spaß. Viel geiler fände ich übrigens wenn die Musik von der Soundtrack-CD hier auch wirklich vorkommen würde: Static-X, Mushroomhead, Motograter usw. usf. Eben typischer Nu Metal Soundtrack von Horrorfilmen der 2000er Jahre. Das hätte den Film vllt. minimal besser gemacht. Naja, was soll's.

3/10 Pfandflaschen
Trailer: 



The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)

Nun sind wir also bei der Vorgeschichte zum vorherigen Film angekommen. Ich liebe ja Vorgeschichten und ich finde diese hier durchaus nicht uninteressant. Die Ausführung macht es allerdings etwas schwerer den Film irgendwie gut zu finden.

Zunächst befinden wir uns im Jahre 1939 in Texas. Eine schwangere, sichtlich überarbeitete Mitarbeiterin eines Schlachthofs bringt ein Kind zur Welt, während ihrer Schicht. Der vom Anblick des Kindes angewiderte Schichtleiter schmeißt das Kind in die Mülltonne. Kurze Zeit später wird es von Luda Mae Hewitt aus der Tonne geholt und als Sohn aufgenommen. Dreißig Jahre später, im Jahre 1969 (also vier Jahre vor dem vorherigen Film), lebt das Kind unter dem Namen Thomas (Andrew

Bryniarsky) bei der Familie Sawyer. Sein Gesicht ist mißgebildet und er arbeitet als Schlachter im selben Schlachthof dessen Schichtleiter ihn einst als Baby in die Mülltonne geschmissen hat (!). Doch die Zeiten sind vorbei. Der Schlachthof wird geschlossen, die Kleinstadt stirbt langsam aus. Als Thomas sich weigert zu gehen, wird der Schichtleiter sauer - sodass Thomas ihn umbringt. Als Thomas' Onkel Charlie (R. Lee Ermey) vom Sheriff Hoyt abgeholt wird um die Situation zu beschwichtigen, eskaliert diese hingegen noch weiter. Charlie bringt Sheriff Hoyt um und nimmt seine Identität an. Da bis auf die Familie niemand mehr in der Stadt/Dorf wohnt und sie der Hunger treibt, stellt der "neue" Sheriff Hoyt die Ernährung seiner Familie um - auf Menschenfleisch. Achja, "Hoyt" wohnt zusammen mit seinem adoptierten Neffen Thomas und seinen Adoptiveltern: Luda und Monty. Zufälligerweise (wie im ersten Film auch) sind zwei Pärchen grade in Texas unterwegs. Die beiden Brüder Dean (Taylor Handley) und Eric (Matt Bomer) zusammen mit ihren Freundinnen Chrissie (Jordana Brewster) und Bailey (Diora Baird). Eric macht grade Fronturlaub und bald geht es zurück nach Vietnam. Er will seinen Bruder mitnehmen, doch dieser will den Wehrdienst verweigern.

Nun. Ich finde Vorgeschichten grundsätzlich interessant. So ist es auch hier. ich fand's interessant zu erfahren, dass Sheriff Hoyt sich eine andere Identität angeeignet hat. Ich dachte früher mal, dass er ein "einfacher" degenerierter war. Ich mein, das ist er auch, aber er war nie ein Sheriff. Jedenfalls ist die Backstory von Leatherface (aka Thomas Hewitt) gar nicht mal uninteressant. Ein "hässlicher" Außenseiter mit entstellten Gesicht, den niemand verstanden hat wächst unter Psychopathen auf und liefert ihnen Menschenfleisch. So weit, so okay. Alles andere ist wirklich brutalster brutalinsky-gore und splatter und gore und splatter und jede Menge Sadismus. R. Lee Ermey lässt hier wirklich den Drill Instructor raushängen - nur auf eine besonders widerliche Art und Weise. Im ersten Film gab es einen witzigen Moment: Leatherfaces Arm wurde abgehackt und er sah dann zu wie eben jener Arm sich auf dem Boden zusammen mit der angemachten Kettensäge dreht. Hier gibt es auch einen witzigen Moment: Montys Beine werden abgehackt, aus chirurgischen Gründen, weil ihn ins Knie geschossen wurde. Aber wieso beide Beine? Sheriff Hoyts Begründung: "Symmetrie?". Ansonsten ist der Film grade mal so genießbar - vllt. nur wegen der nicht-crazy Charaktere. Meine Fresse, ist das hohl.

4/10 Pfandflaschen
Trailer:


Mittwoch, 6. Mai 2026

Comic Book Review#674: Godzilla vs. Fantastic Four#1 (2025)

Achtung! Die nächsten Monate werden all diese "Godzilla vs. Marvel"-One Shots auf diesem Blog vorkommen. Einer nach dem anderen. Zuerst hatten wir ja diese Justice League vs. Godzilla vs. Kong Crossover von DC/Legendary Pictures/TOHO. Nun sehen wir uns an, wie die Fusion von Marvel/Toho funktioniert. Interessanterweise hatte Marvel schon mal Godzilla Comics rausgebracht. Ein Review dazu findet ihr hier. 


Bei den One Shots handelt es sich quasi um Momentaufnahmen aus der Zeit von 1954 bis heute (?). Im ersten trifft der King of the Monsters auf die Fantastic Four im New York. Man nimmt sogar Bezug auf den ersten Film, in welchem Godzilla scheinbar besiegt wurde. Doch hier ist er wieder von den Toten zurück und greift New York an. Reed Richards, Susan Storm, Johnny Storm und Ben Grimm bündeln ihre Kräfte und verwandeln ihre Operationsbasis in eine Art elektrische Falle. So kommt es, dass der Gigant einen ebenso gigantischen elektrischen Schock erleidet und (scheinbar) bewusstlos wird. Doch das Problem ist noch lange nicht gelöst. Der schnell herbeigeeilte, ehemalige Herold des Weltenfressers Galactus klärt uns auf, was uns bevorsteht: Galactus hat einen neuen Herold, den er mit der kosmischen Kraft ausgestattet hat - ählich wie einst den Silver Surfer. Nämlich King Ghidorah, den dreiköpfigen Drachen und einen der fiesesten Gegner Godzillas. Er ist nämlich der einzige Herold, der es schaffen würde, die Erde komplett zu zerstören, sodass Galactus einen vollkommen geschwächten Planeten konsumieren kann. Die einzige Lösung für das neue Problem ist: Godzilla ebenfalls mit kosmischen Kräften auszustatten. Silver Surfer opfert also seine Kräfte und schon bald kämpfen Godzilla zusammen mit den Fantastic Four gegen King Ghidorah. 

Ich habe ja letztens diese oben erwähnten Justice League vs. Godzilla vs. Kong Crossover gelesen. Sie waren spaßig, gleichzeitig aber ziemlich hohl. Hier ist das Gegenteil der Fall. Da die F4 zu 3/4 aus Wissenschaftlern bestehen, geht es hier auch irgendwie wissenschaftlich zur Sache: Ein ganzes Gebäude in eine "electrical booby trap" verwandeln, mit den lichtbrecherischen Unsichtbarkeitskräften von Susan Storm ein riesiges Abbild von Ben Grimm zu kreieren sodass Ghidorah abgelenkt ist. Fantastisch, wirklich. Ansonsten ist das hier feinstes Monstergekloppe, was sich jedoch auf zwei Monster und vier Helden beschränkt und nicht auf drölf Monster und drölf Helden ausweitet. Meine Fresse ist das ein riesen Spaß. Man bringt quasi diese relative primitiven Kaiju-Kämpfe aufs Papier und verbindet sie mit den 1960er Charme der Fantastic Four. Ganz genau, wir haben es hier mit dem Godzilla der Showa-Ära zu tun. Insgesamt also das Beste vom Besten. Geschrieben von Ryan North und gezeichnet vom großartigen John Romita Jr. - dessen Werke ich das erste Mal vor rund 20 Jahren kennen gelernt habe, als er J. Michael Straczynskis "The Amazing Spider-Man" Run gelesen habe. 

8/10 Pfandflaschen


Dienstag, 5. Mai 2026

Album der Woche#678: Meat Puppets - Meat Puppets II (1984)

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf dieses Album kam. Wahrscheinlich hatte ich immer wieder einen Ohrwurm von Nirvanas Version von "Plateau" (diese eine Live-Aufnahme vom MTV Unplugged Album zusammen mit Chris und Kirk Kirkwood), sodass ich unbedingt wissen wollte, wie sich das Original anhört. Zuallererst habe ich mir allerdings das erste Album der Band (das einfach "Meat Puppets" heißt) und war ziemlich überrascht. Was mich dort erwartet hat, war völlig zügelloser noisiger Punk mit Lyrics die kein Mensch verstanden hat weil der Gesang sich wie inkohärentes, leicht betrunkenes Geschrei angehört hat. Es war spaßig.


Offensichtliche Led Zeppelin Anspielung: Das zweite Album heißt "Meat Puppets II" (also so wie das zweite Album von Led Zeppelin "Led Zeppelin II" heißt). Nun, es ist vollkommen anders als das erste. Bis auf 1-2 Ähnlichkeiten. So sind "New Gods" und "Split Myself In Two" absolute Cowpunk-Songs. Mit Cowpunk ist übrigens dieses Genre gemeint, dass schlicht und einfach Country und Punk miteinander vermischt. Ansonsten haben wir hier eine beinahe komplette Abkehr vom Punkrock. Stattdessen konzentrieren sich die Fleischpuppen auf Psychedelia, Bluegrass und musikalischen Surrealismus. "Plateau" beispielsweise handelt von einem Punkt im Leben, einer Art Ende einer Episode wobei man auf einem sprichwörtlichen Plateau steht - wie bei einem Highschool-Abschluß. Allerdings ändert sich danach gar nichts und der Punkt den man erreicht hat war gar nicht die Belohnung für all die Mühe. Der Weg dorthin war die Belohnung. "Climbing" behandelt eine Trennungssituation bei welcher der Verlassene anstelle sich mit eigener Einsamkeit auseinanderzusetzen, sich lieber weiterhin mit seiner Verflossenen beschäftigt. Insgesamt muss ich sagen, dass Sänger/Gitarrist Curt Kirkwood sich desöfteren in einem eher negativen, verächtlichen Licht betrachtet. Er macht sich auf eine durchaus traurige Art und Weise über sich selbst lustig. Man könnte es als surrealen Selbstmitleid bezeichnen.

Ein sogar für mein Geschmack recht ungewöhnliches Album. Ich mag all diese verschiedenen Aspekte die zusammen etwas eigenartiges ergeben. Etwas Punk, selbstmitleidiger Gesang, psychedelische Sounds, Country und definitiv irgendwelche halluzinogenen Drogen. Faszinierendes Album. So roh und lo-fi, wie es nur gehen kann.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Whistling Song, Plateau, Lake of Fire, New Gods, Split Myself In Two




Montag, 4. Mai 2026

Happenings des Monats: April'26

CULTHE FEST 2026 am 05.04.2026 in Café Sputnik/Sputnikhalle/Triptychon in Münster

Das Culthe Fest ruft mich seit 2019 (fast) ununterbrochen (glaube ich jedenfalls) zu sich und ich komme. Aber mittlerweile schon nur noch für einen Tag, weil ich mich für mehr weniger imstande fühle. Jedenfalls sind wir diesmal zu spät losgefahren, sodass als ich mich vor das Café Sputnik gestellt habe um TRISTIS zu sehen, ich bestenfalls einige Nacken und lange Haare gesehen habe. Der Laden war so voll, dass sich die Menge bis nach außen gestapelt hat. Sehr schade drum, allerdings bin ich jetzt in Besitz einer Platte, die bald auf diesem Blog ein Review kriegt (oder bereits zu dem Zeitpunkt ein Review schon gekriegt hat, I don't know). 


ASHENSPIRE ist ein richtig cooler Name. Leider hat er mir absolut gar nichts gesagt. Was mich dann in der Sputnikhalle erwartet hat war eine eigenartige Mischung aus Saxophonklängen, durchaus verwirrt wirkenden (Sprech)Gesang und irgendwie maschinell, fast schon industrial-esk wirkenden Gitarrenriffs. Was zur gottverdammten Hölle ist das bitte?, fragte ich mich in dem Moment, nur um dann spontan mitzuwippen, mich mitzubewegen und das tatsächlich irgendwie genießen. Geiler Scheiß. Und nun komme ich dazu, zu erklären wie alles musiktechnisch aufgeteilt ist. Im Café Sputnik und in der Sputnikhalle spielen die Meddl-Bands. Oben im Triptychon ist die Kunstausstellung (diesmal leider nix mitgenommen) und eher experimentelle Musik. ISKANDR waren dran mit absolutesten chilligen Ambient. Und mit chillig meine ich nicht entspannt sondern eine Anspielung auf "chilly". Also sehr kühl und als würde man in einer vollkommen verlassenen Gegend sitzen ohne zu wissen, wohin. Ich weiß nicht worauf man sich bei dem Bandnamen bezogen hat, aber "Iskandr" sind auch eine Reihe von russischen Raketen, die manchmal auf die Ukraine regnen. Als wir nach dem Auftritt runtergegangen sind um uns MAUD THE MOTH reinzuziehen, stellten wir wieder fest dass das Café bumsvoll ist. Wir entschlossen uns dazu, uns nicht durchzumogeln oder irgendjemanden zu stören. Stattdessen wartete ich beim Pizzabäcker auf mein Stück Pizza und hörte mir die Musik aus der allerhintersten Reihe an. Also, quasi wieder von außerhalb. Was ich gehört habe hörte sich an wie eine Mischung aus Diamanda Galas und Lingua Ignota. Also eine verzerrte Gesangsorgie, die super ungewohnt und daher verdammt cool ist. Daraufhin zog es uns wieder in die Sputnikhalle um die "besten" Plätze zu besetzen bevor THE GREAT OLD ONES die Bühne betraten. Diese waren glaube ich eine der wenigen Bands auf, meines Erachtens jeder meiner bisherigen Culthe-Fests die tatsächlich in das Schema gepasst haben. Eine Band die sich nach den altertümlichen Wesen aus H.P. Lovecrafts Werken benannt hat und ein Ctulhu-Relief auf der Bühne stehen hat. Hören sich an wie eine Mischung aus Mischungen. Meiner Meinung nach passen hier Paradise Lost als Vergleich, einige Riffs klangen aber auch wie Deafheaven oder Carcass. Sehr cooler Auftritt, sehr auf dem Boden geblieben. Very nice. Anstelle uns den Singer/Songwriter JONATHAN HULTÈN oben im Triptychon reinzuziehen zogen wir vor uns direkt ins Café Sputnik zu verziehen um die besten Plätze bei UNDERDARK zu ergattern, die bald darauf auftreten sollten. Und das war auch richtig so, denn schon bald wurde der Ort wieder dermaßen voll, dass ich sehr froh war um meinen Platz neben der Bühne. Was uns dann dargeboten wurde war phantastischer, hypnotischer Blackgaze von einer Band die super gerne mit dem Publikum interagiert hat. Leider hatte keiner von uns irgendwie die Nerven uns die letzte Band WARNING reinzuziehen, die als Ersatz für MELECHESH eingesprungen ist. Wir haben uns buchstäblich paar Minuten angeguckt, um sie mal gesehen zu haben. Danach ging's hause. Es war wie immer (bis jetzt) eine Freude für mich.

DISGUSTING NEWS + HETE + G.L.O.W. + THE WOLF I FEED in Hirsch Q, Dortmund am 18.04.2026

Ich war noch nie in der Hirsch Q. Ehrlich nicht. Tatsächlich ist das eine ziemlich ahnsehnliche linke Kneipe mit relativ ansehnlicher Männertoilette. Ich bewerte hiermit mit 7/10 Klobürsten. 

Leider konnte ich mir The Wolf I Feed (die aus lauter Dortmunder Punk Veteranen bestehen) nur zu 5% angucken. Grund war folgender: Mein Zug hatte Verspätung und obendrauf standen wir erst irgendwo im nirgendwo und dann kurz vorm Dortmunder Bahnhof. So bin ich nicht 5 sondern ganze 30 Minuten zu spät gekommen. Allerdings hat sich das was ich mir angehört habe doch durchaus stabil und alte-männer-aggressiv (nicht im bösen Sinne) angehört. Also doch verdammt gut. 

Nach einer kurzen äh Dampfer-Pause (für mich) waren dann G.L.O.W. dran. So nebenbei: Cool sich nach knapp 10 Jahren mal wieder gesehen zu haben, danke für die super Unterhaltung, Kollege D.
Zurück zum Thema: Sehr stabiler Hardcore Punk der es schafft weder in die pure Unterhaltungsschiene abzurutschen (Schema Bands mit lauter Samples aus RTL/Spiegel-TV-Reportagen zwischen den Songs) und sich gleichzeitig nicht so ernst nimmt (Schema "Ooga booga Szene Zusammenhalt haltet zusammen zusammenhaltne wir machen das hier seit 300 Jahren wir sind so ultra wichtig ihr seid so ultra wichtig). Es ist einfach nur guter Hardcore mit sehr conscious lyrics, die allerdings auch super verständlich und einfach gehalten sind. Als ich nach Hause kam habe ich mir die Lyrics auf dem Demotape angeguckt: In "Departure" heißt es zum Beispiel: "On and on there's noise and shouting. Everyday it's getting louder. These streets unrecognizable. All I'm longing for is silence." Meines Erachtens eine Absage an den Großstadtlärm - wenn ich das richtig verstehe. Achso und: Props für das Wegmachen von eigenen verschütteten Bier auf der Bühne. Ist leider nicht selbstverständlich heutzutage.

Nächster Halt: Hete. Irgendwie waviger, postpunkiger äh Punkrock mit allen vier Mitgliedern (oder fast allen), abwechselnd am Gesang. Teilweise nicht ganz so meins (gesangstechnisch vor allem). Musikalisch aber wirklich erste Sahne. Leicht chaotisch, gewürzt mit einer Ficktonne an Kunstnebel. Die Band wird desöfteren mit Hysterese verglichen - und das zurecht. Meiner Meinung nach sind sie eine Art leicht angetrunkener Cousin von Hysterese, der ab und zu zu Besuch kommt und dir weiszumachen versucht, dass man sich viel zu lange nicht gesehen hat - und dabei leicht angesoffen ist. Sehr unterhaltsam und sehr sympathisch.

Disgusting News waren zu dem Zeitpunkt laute eigener Aussage "zur Hälfte Weak Ties". Ich kann allerdings nicht sagen, welche Mitglieder bei Weak Ties sind weil ich mir Gesicher teilweise nicht so gut merken kann. Anyway: Für mich ein recht kurzer Auftritt weil ich los musste um meinen Zug zu erwischen. Aber das was ich gesehen habe, war sehr guter, sehr kurzer Fastcore (oder wie auch immer) mit sehr guten Ansagen dazwischen (unter anderem "dieses Lied ist von uns", "dieses Lied ist auch von uns"). Ich liebe ja solche eine Groteske. Jedenfalls: Großartiger Abend, ich habe keine Sekunde bereut, hingekommen zu sein. 

Stricher guckt sich endlich "Hellboy: The Crooked Man" (2024) an am 21.04.2026

Da steht "endlich" weil ich bis vor kurzem gar nicht gewusst habe, dass nach "Call of Darkness" noch ein weiterer Hellboy-Film rausgekommen ist. Diesmal handelt es sich allerdings um einen weiteren Reboot, der zudem in der Vergangenheit des Jahres 1959 spielt.

Hellboy (Jack Kesy) transportiert zusammen mit der BPRD-Agentin Bobbie Jo Song (Adeline Rudolph) eine riesige mutierte Spinne durch die Appalachen. Und zwar mit dem Zug. Als das Tier allerdings

ausbricht, entgleist ihr Zugwaggon und die beiden landen in den Bergen. Die Spinne kann nicht eingefangen werden, leider. Unter anderem, weil sie sich auch verkleinern kann und somit unauffindbar ist. Sie begeben sich auf die Suche und lernen dabei die Umgebung kennen. In einem im Wald gelegenen Dorf leben lauter Menschen die von einer alten Magie beeinflusst werden. Der "Crooked Man", eine Figure aus der amerikanischen Folklore terrorisiert seit Jahren die Gegend. Er hat einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen und erntet immer wieder Seelen der Menschen um irgendwann wieder reich zu werden. Bobbie Jo und Hellboy lernen zudem Tom Ferrell (Jefferson White) kennen, der einst ein Hexer war und nun sein Heimatort vom Bösen befreien will. 

Eins steht fest: Die Story wurde Hellboy-Schöpfer Mike Mignola mitgeschrieben und ist alles andere als schlecht. Es ist ein typischer Fall für eine Hellboy-Minisere. Der rote Teufel und ein(e) Partner(in) begeben sich irgendwo hin um eigentlich etwas ganz anderes zu finden und lösen einen anderen Fall. Dabei hagelt es Dämonen und schwarze Magie. Soweit, so normal. Das allgemeine Design der Umgebung ist cool, die CGI-Effekte durchaus in Ordnung. Hellboys Design gefällt mir nur so halb. Irgendwie erinnert mich das an ein Mid Budget Cosplay Versuch. Außerdem ist die deutsche Synchronstimme die gleiche wie bei Ron Perlman und passt nicht zu dem jüngeren Jack Kesy. Dazu kommen aber noch viele störende Faktoren. Dieser Hellboy hat wesentlich weniger Charisma und ist größtenteils hier um zu kämpfen und flotte Sprüche zu klopfen, die irgendwie zur Situation passen. Auch sein Selbsthass nehme ich ihn nicht wirklich ab. Dazu kommt noch die Ficktonne an Jumpscares, die irgendwann ordentlich nervt sodass man langsam kein Bock hat. Man sieht sofort, dass der Film fürs Heimkino produziert wurde. Wobei eigentlich heißt das heutzutage nichts, auch diese können super gut sein. Das ist aber leider nicht wirklich der Fall. Eine einst großartige Figur von der großen Leinwand wird zur Karikatur. Schade.

5/10 Pfandflaschen
Trailer: 





Dienstag, 31. März 2026

BLOGPAUSE VOM 01.04.-30.04.2026

Wie schon die Jahre zuvor, außer im Jahr 2025, mache ich im April eine Blogpause. hiermit kündige ich offiziell an:

BLOGPAUSE
VOM 01.04.-30.04.2026

Sonntag, 29. März 2026

Happenings des Monats: März'26

Stricher guckt sich "Scream 7" an im Union Kino Bochum am 01.03.2026

Ah shit, here we go again. Der mittlerweile siebte Teil der Horror-Reihe über Sydney Prescott und den Ghostface Killer bzw. die Unmenge an Ghostface Killern ist da und ich konnte nicht anders als ins Kino zu gehen.


ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER





Als allererstes kriegen wir mit wie der Fan der "Stab"-Reihe und absoluter True Crime Junkie Scott (Jimmy Tatro) zusammen mit seiner Partnerin Madison (Michelle Randolph) das Macher-Haus in Woodsboro besucht. Die Villa in welcher damals im ersten Teil Sydney Prescott (Neve Campbell) gegen ihren ihren Freund Billy Loomis (Skeet Ulrich) und seinen Kumpel Stu Macher (Matthew Lillard) gekämpft und gewonnen hat ist inzwischen eine Touristenattraktion. Nachdem beide dort angekommen sind, werden sie nach kürzester Zeit von jemanden im Ghostface-Kostüm umgebracht. Das Haus wird niedergebrannt. Sydney Prescott heißt inzwischen Sydney Evans und lebt in der Stadt Pine Grove, Indiana. Zusammen mit dem Police Chief Mark Evans (Joel McHale) hat sie drei Kinder. Die älteste Tochter Tatum (Isabel May) ist in ihrer leicht rebellischen Phase. Sydney mag Tatums Freund Ben (Sam Rechner), da er ihr irgendwie merkwürdig vorkommt. Selbst hat sie sich ein ruhiges Leben aufgebaut und betreibt einen Coffee Shop. Eines Tages kriegt sie einen Anruf von Ghostface oder zumindest jemanden der den gleichen Stimmverzehrer benutzt. Nachdem der Anruf in den Videomodus wechselt stellt es sich heraus, dass es....Stu Macher ist. Der vor dreißig Jahren mit einem Fernseher erschlagene Mörder ist scheinbar am Leben und befindet in direkter Nähe von Tatums Schule - dort wird für eine Theateraufführung geprobt. Wie zur Hölle kann es sein, dass er am Leben ist? Warum ist er wieder da?
Was ist sein bekacktes Scheißmotiv?

Die letzten...drei(?) Scream-Filme konnten sehr gut auf Meta-Ebene Horrorfilme, deren Regeln und generell das Hollywood-Vorgehen insgesamt parodieren. So ist hier alles irgendwie witzig aber gleichzeitig brutal und stellenweise ziemlich gory. Während in den ersten Filmen noch nicht so viel Eingeweide zu sehen war, haben wir hier gleich zwei solche Szene und einen Mord mit einem Zapfhahn. Viel witziger ist allerdings die Tatsache, dass der Film nicht nur sich selbst parodiert sondern gleichzeitig auch das Verhalten von Horrorfilm-Fans. Bestes Beispiel ist der True Crime Fan gleich zu Beginn des Films und seine Freundin die sein Hobby so ganz und gar nicht feiert und legitime Kritik daran anbringt. Meiner Meinung nach stehen Hardcore Horrorfilm Fans im Mittelpunkt der Parodie. Ganz besonders die, die so verrückt sind dass sie die Filme am liebsten nachspielen würden. Und es wird sich über KI lustig gemacht. Das ist ganz wichtig. Meiner Meinung nach war das ein kleines Bisschen Overkill, aber was soll's. Das war nur ein relativ winziger Aspekt des Films. Man schafft es allerdings alles spannend zu halten. Wer allerdings aufpasst, der hat seinen ersten Verdächtigen schon im Visier. Ansonsten gibt es lauter falsche Fährten bzw. falsche Vermutungen. Das ist wirklich höllisch amüsant - trotz einer gewissen Vorhersagbarkeit.

7,75/10 Pfandflaschen

Trailer:



GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR + KRISTOF HAHN am 20.03.2025 in Die Kantine, Köln

Ich habe mich seit Monaten auf diesen Abend gefreut. Leider war ich nicht ganz so gut beisammen, sodass ich nicht alles so genießen konnte, wie ich wollte. Aber egal. 


Den Anfang machte ein Auftritt von Kristof Hahn. Der gebürtige Saarbrückener war unter anderem schon bei Swans tätig und bei vielen anderen Projekten. Was wir dann zu Gesicht bekommen haben, war er wie im Sitzen eine Lap Steel Guitar bedient und auch immer mal wieder singt. Gesangtechnisch hat es mir leider nicht so ganz gefallen. Irgendwas störte mich daran. Musikalisch war es allerdings erste Sahne. Eine Art Mischung aus Garage Rock'N'Roll und Drone Sounds. So als hätten Sunn O)))
oder Earth sich mit Dick Dale und seinen Deltones verabredet. Wirklich einzigartig und außerordentlich gut.

Als die Post Rock Urgesteine Godspeed You! Black Emperor angefangen haben, war ich

tatsächlich Pommes essen. Einfach weil ich an dem Tag zu wenig gegessen habe und mein Körperhaushalt irgendwie aufrecht erhalten werden musste. Nach dem Wiedereintreten in die Halle stand ich ganz hinten und irgendwie war es wesentlich angenehmer als vorher, als Marlyn und ich auf dem Weg zur Toilette standen und immer wieder von Toilettengängern und Rückkehrern genervt wurden. Was sich mir da geboten hat war eine großartige, immerwährende Wall of Sound aus


dröhnenden Gitarren, beruhigenden Schlagzeugspiel und Streichern - untermalt mit verschiedenartigen Aufnahmen die von mehreren analogen Projektoren auf die Wand hinter der Band projeziert wurden. Unter anderem wurden Bilder von Landschaften und verschiedenen Protesten gezeigt. Einmal wurden die Filmrollen sogar absichtlich kaputt gemacht bzw. sie schmolzen dahin. Ich habe mich gefragt, ob man bei den Auftritten spontan entscheiden welche Aufnahmen gezeigt werden oder ob es koordiniert ist und man von einer Bilderreihe mehrere Filmrollen hat, die dann immer wieder verbrannt werden. Ich vermute mal, dass es spontan gemacht wird. Jedenfalls war es eine wirklich großartige Erfahrung, auch wenn ich nicht so ganz im Post Rock Thema drin bin. Ich hab's genossen.



Stricher guckt sich "Good Luck, Have Fun, Don't Die" an am 26.03.2026 im UCI Bochum

Ich habe vor kurzem immer wieder mal irgendwo den Trailer (als Werbung) gesehen und auch ein Poster auf der Straße (im Vorbeifahren), sodass der Film irgendwie interessant auf mich wirkte. So kam


es zustande, dass Marlyn und ich an einem Donnerstag Abend zum UCI Bochum gefahren sind und uns das Ganze reingezogen haben. Achja, es kann sein dass ich eventuell spoilern werde, daher:


ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER


Here we go:


Wir befinden uns irgendwann im hier und jetzt. Irgendein Diner namens "Norms" irgendwo in Los Angeles. Die Leute sind dabei ihr Abendessen zu genießen, sich zum ersten Mal zu treffen oder es ist ihr Stammlokal. Plötzlich tritt ein wirr aussehender, merkwürdig gekleideter (Cyberpunk aus der Mülltonne Style) Mann (Sam Rockwell) den Laden. Es sieht so aus als hätte er eine Bombe umgeschnallt. Er behauptet, er würde aus der Zukunft kommen und dort sieht es richtig finster aus. Dazu kommt noch, dass er schon 117 mal in die Vergangenheit gereist ist und jedes Mal ging irgendwas schief. Tatsächlich ist der Startpunkt jedes Mal der Diner gewesen. Er braucht "nur" die "richtige" Gruppe von Leuten, die mit ihm gemeinsam eine KI stoppen können, bevor sie in der Zukunft komplett die Welt übernimmt. Niemand nimmt ihn ernst, doch als er androht den Laden in die Luft zu jagen, irgendwie schon. Noch ernster wird es, als es sich herausstellt, dass er alle Anwesenden mit Namen und Hintergrundgeschichte kennt. Das heißt, er sagt die Wahrheit. Die Gruppe stellt sich ziemlich schnell zusammen. Sie besteht von nun an aus Marie (Georgia Goodman), Scott (Asim Chaudhry), Mark (Michael Peña), Janet (Zazie Beetz), Susan (Juno Temple), Ingrid (Haley Lu Richardson) und Bob (Daniel Barnett). Marie, Scott und Bob kriegen irgendwie keine Hintergrundgeschichte, während der Rest schon. Mark und Janet sind Lehrer auf einer High School und kriegen es eines Tages mit zombifizierten Schülern zu tun, die pausenlos auf ihr Handy starren und zunehmend bedrohlicher werden. Susans Sohn ist bei einem Amoklauf gestorben - man hat ihr allerdings angeboten, ihn zu klonen. Der dadurch entstandene Klon bzw. sein unnatürliches Verhalten hat sie jedoch komplett verstört. Ingrid ist allergisch auf WLAN und elektrische Geräte. Die als "Prinzessin" auf Kindergeburtstagen arbeitende Frau war bis vor kurzem mit einem Mann zusammen, der sich allerdings so in die virtuelle Realität verknallt hat, dass er dafür seine Beziehung zu ihr beendet hat. Man merkt, dass quasi jeder der hier anwesenden irgendeine (schlechte) Beziehung zu KI hat. Das eint die Charaktere und gemeinsam begeben sie sich auf eine Mission. Sie müssen, ohne jeglichen Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln zu einem Haus in der Gegend gelangen. Dort befindet sich ein 9-jähriger Junge, der in der Vergangenheit die KI konstruiert hat. Die Aufgabe der Gruppe wird sein, nicht den Jungen Terminator-mäßig zu töten sondern sicher stellen, dass die KI "Bremsen" bekommt in Form einer Software auf einem USB-Stick. 

Ich ging ohne Erwartungen rein und wurde definitiv nicht enttäuscht. "Good Luck, Have Fun, Don't Die" ist eine fantastische Satire auf unser aller Abhängigkeit von sozialen Medien und jeglicher Technik, die dazu da ist abhängig zu machen. Dazu natürlich auch eine Satire auf die KI-"Kultur", die uns umgibt. Brainrot. Und natürlich auch den Drang alles zu perfektionieren. KI-Boyfriends/Girlfriends und noch vieles mehr. Selbstverständlich ist der Film auch voll mit Anspielungen auf gewisse Klassiker des Sci-Fi. So sehen wir Pistolen aus "Mars Attacks!", eine offensichtliche Anspielung auf "Terminator" und irgendwie auch "Toy Story" und definitiv noch einiges was ich schon vergessen habe, weil es schon ein paar Tage her ist. Wenn man möchte, kann man auch einen Bezug zum Christentum herstellen. Also, ein bärtiger Typ der Menschen aufrütteln möchte. Naheliegend. Der Film ist zwar witzig, hat aber gleichzeitig einen sehr ernsten Unterton. So geht es unter anderem darum, auf diesen bekackten Perfektionsdrang zu verzichten. Wer sich darin wiederfindet, der sollte vllt. sein Handy/Social Media Konsum überdenken. Ironischerweise musste der Film ziemlich schnell rausgebracht werden, weil er sonst irrelevant werden könnte. 

9/10 Pfandflaschen

Trailer:



Stricher geht demonstrieren gegen Putinanhänger am 28.03.2026 in Köln

Ich halte das mal kurz fest, einfach aus Dokumentationsgründen. Genossen A, C und M sind am Samstag mit mir nach Köln gefahren um gemeinsam mit Freies Russland NRW, Klare Kante Köln und City of Hope Cologne gegen einen Pro-Putin-Autokorso zu demonstrieren. Im Grunde war es so, wie es schon mal war: Wir standen am Heumarkt, wurden von einer Gruppe Cops getrennt, die zwischen uns und dem ziemlich schnell vorbeiziehenden Autokorso standen. Es waren angeblich an die 30-40 Autos, die relativ schnell vorbeigefahren sind und somit nicht wirklich den Eindruck einer geschlossenen Demonstration ihres Putinismus machten. Somit war unsere Gegenveranstaltung auch relativ schnell zu Ende. Trotz der Kürze (da liegt die Würze) fand ich es trotzdem wichtig, vorbei zu schauen und zu zeigen dass es immer noch Leute gibt, die Abfeierei von Dikaturen nicht hinnehmen. Punkt.

Freitag, 27. März 2026

So isses, Musik!#210

Was geht sonst? 

Während der Podcast von Pinky und mir pausiert, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, eine Karriere äh einen Comeback als Schlagersänger zu starten. Im Rahmen eines Multimedia-Projekts hat er es ganz wunderbar gemacht sich als Michael Hammer, der geläuterte Alkoholiker äh Schlagerveteran der einen Schlager/Rock-Comeback versucht, zu inszenieren. Das ist im Prinzip der gesäte Samen der noch gedeihen kann. Das offizielle Musikvideo bette ich direkt drunter ein. Das ursprünglich live ausgestrahlte Video der "Schlagersendung" findet ihr hier, da ich es nicht einbetten kann. Die besagte Stelle findet ihr ab der Minute 21. 



Erstes Album von Shō namens "Radio Silence", rausgebracht auf Language Instinct. Falls ihr auf den Sound von schwebelosen Gefühl steht, das entsteht wenn ihr am Sterben seid und jetzt grade, jeden Moment im Himmel ankommen könnt, aber der Arzt euch reanimiert so klickt doch bitte hier auf diesen Link.
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Ab in den .mp3-Himmel:

Als letztes war ich im "Hard Rock"-Ordner und so bewegen wir uns weiter bei "H" in Richtung "Hip Hop". Tatsächlich war der Hip-Hop-Ordner wirklich unfassbar groß. Ich glaube, es waren an die 11 Stunden an Material die sich da angesammelt haben. Naja eigentlich heißt der Ordner "Hip-Hop & Soul" weil sich da 1-2 Soul Songs verwirrt haben. Wie auch immer. Es ist ganz viel großartiges Zeug und ganz viel Müll. Wir haben hier lauter Klassiker wie Dr. Dre, Snoop (Doggy) Dogg, N.W.A., Cypress Hill, Coolio usw. usf. Aber auch so Nischensachen, die man entweder nicht kennt oder zu recht oder zu unrecht vergessen hat. Ich habe ernsthaft ein ganzes Album (entgegen der Annahme, dass es hier sich um einzelne Songs handelt) von MC Fiva hier und einige Songs von Frauenarzt. Dicht nacheinander, glaub ich. "Goodfellas Mafia", ein vegan straight edge Rap Projekt, angeführt von den Rappern Daniel Gun und Partisan. Es geht größtenteils darum irgendwo hinzugehen und jemanden zu verprügeln. Ich habe selten etwas so unfassbar unfreiwillig lustiges gehört. Die einzelnen Songs, die nicht in den Unterordnern sind sind aber wesentlich interessanter. Zum Beispiel: "Die Antideutsche Welle" von 5Drei9, "If U Wanna Be A Dresdner" von zwei so Atzen aus Dresden oder....so ein furchtbar grenzdebiler Polit-Hip-Hop Track namens "Nazi tot" von Kaisaschnitt und irgendwelchen Freunden von ihm. Grauenhaft. Viel witziger ist dabei "Ficken Geld Drogen Nutten" von MuschiFlo, Scher und Ikko Fritsch aus dem Jahre....von wann ist das eigentlich? Naja Hip-Hop-Parodien können gut werden - oder auch nicht. Die 221LH-Crew, ein Zusammenschluß von irgendwelchen Metallern(?) von Stop-Hip-Hop.de (meine Fressen) rappt darüber, wie dämlich sie sind und scheiße und überhaupt. Der ganze Ordner endet mit "Wir waren mal Stars" von Torch und Toni L.

Im "Hörbücher"-Ordner findet sich "nur" "Kommunismus für Kinder" von Bini Adamczak. 

"Indie.Alternative" bietet nicht sehr viel, allerdings trotzdem einiges was ich schon längst hätte wieder hören soll. Rollins Band, Fantomas (von ihnen "nur" ein Live Slayer Medley) und ein paar Songs von To My Surprise. Dies war einst ein Projekt des Slipknot-Perkussionisten Shawn Crahan. Keine Ahnung in welcher Richtung man das irgendwie unterbringen kann. Aber "Alternative" passt irgendwie dazu. 

"Industrial" ist voll mit den Zeug, dass ich damals für Industrial gehalten habe. Also, Rob Zombie, White Zombie, Nine Inch Nails. Wobei das natürlich in Teilen stimmt, in Teilen aber irgendwie nicht. Ich würde aus heutiger Sicht White Zombie vllt. nur ansatzweise als Industrial bezeichnet. Großes Highlight hier ist der Trip Hop Song "Evolution Revolution Love" von Tricky, der hier nichts verloren hat. 

Warum zur Hölle ist hier ein Ordner namens "Interviews", der voll ist mit irgendeiner Scheiße? Warum habe ich ein großes Interview mit äh einer gewissen Nazi-Hooligan-Band? Zu Dokumentationszwecken? Wahrscheinlich. "Samsons Schnuffeltuch" von den Angefahrenen Schulkindern ist hier auch drin. Why? Das haben sich Discharge auch gefragt und ich kann die Frage nicht beantworten.

J-Rock: Dir En Grey, Gazette, Girugamesh und D'Espairs Ray. Irgendwann war ich wohl leicht davon fasziniert oder ich kannte jemanden der mir das ganze Zeug per ICQ geschickt hat. Ich vermute mal letzteres.


Im Mai geht's weiter. Versprochen.

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Opeth Discography: Sorceress (2016)

Ich bin an der Stelle ganz ehrlich. Mir fällt es schwer über dieses Album zu schreiben. Nicht weil es irgendwie langweilig wäre oder so. Ganz und gar nicht. Opeth verstehen nun mal wo ihre Stärken sind, machen ihre Arbeit gut und sind dabei einfach...Opeth. Das heißt sie machen im Grunde immer mal wieder etwas ähnliches. Was ja kein Verbrechen ist, aber ehrlich gesagt fällt mir nicht wirklich viel dazu ein. Es wird übrigens die letzte vollumfängliche Discography auf diesem Blog sein - zumindest eine derartig große. Ich werde mich in der Zukunft auf kleinere Kaliber fokussieren.


"Sorceress" ist schon das zwölfte Album der Band. Diesmal kein Konzeptalbum sondern eins, dass sich unter anderem mit den "gefährlichen Aspekten der Liebe" beschäftigt. Wir bewegen uns irgendwo zwischen Progressive Rock und Metal. Im ersten richtigen Song, den Titelsong übrigens, startet man mit einer sehr nach 70er Jahre klingenden progressiven Melodie - die dann plötzlich in stampfende Metal-Parts mündet. Insgesamt kombiniert man verträumten Gesang mit verträumten Gitarrenriffs. Die musikalischen Vorbilder sind auf jeden Fall Jethro Tull oder King Crimson. Ich höre im Titeltrack definitiv eine ähnliche Dynamik wie bei Dio heraus. Im Grunde sind Opeth nun eine 70s Progressive Rock Tribute Band - mit eigenen Songs. 

Alles in allem durchaus genießbares, sauber produziertes Album. Ich werde nach dieser Discography aber meinen Abstand von Opeth brauchen, denn langsam reichts. Es ist definitiv nicht schlecht, aber ich kann mir nicht noch zig von diesen Prog Rock Alben reinziehen.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Seventh Sojourn, Sorceress


Donnerstag, 26. März 2026

Mittwoch, 25. März 2026

Film der Woche#675: Vergebung (2009)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche". Diesmal komplettieren wir die Verfilmungen der ersten "Millennium"-Trilogie. Angefangen hat das ganze mit "Verblendung", wurde fortgeführt mit "Verdammnis" und nun sind wir bei "Vergebung" angelangt. Der dritte Teil spielt direkt nach dem zweiten. Die ursprüngliche Version, die ich mir nun reingezogen habe, ist 2,5 Stunden lang und wurde so nicht im Kino ausgestrahlt.

Nachdem Lisbeth Salander (immer noch Noomi Rapace) das Aufeinandertreffen mit ihrem gewalttätigen Vater Alexander Zalatchenko (Georgi Staykov) und ihrem Halbbruder Ronald

Niedermann (Mikael Spreitz) überlebt hat, landet sie im Krankenhaus. Sie hat mehrere Schußverletzungen während Ronald auf der Flucht ist und Alexander nur ein paar Zimmer weiter liegt. Es stellt sich heraus, dass Zalatchenko, der ein ehemaliger russischer GRU-Agent ist der irgendwann in Schweden untergetaucht ist, Teil von einer geheimen Gruppe innerhalb des schwedischen Sicherheitsapparats ist. Die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei, sowohl noch tätige als auch ehemalige, wollen nun jegliche Spur zu ihm verwischen - jetzt wo Lisbeth angeklagt wird (wegen versuchten Mordes an ihrem Vater) steht die Sache zu sehr in der Öffentlichkeit. Zalatchenko möchte weiterhin geschützt werden. Er fordert dass seine Komplizen Lisbeth ermorden - ansonsten würde er alles verraten. Daraufhin wird er selbst von einem ehemaligen Chef der "Sektion" umgebracht - der daraufhin versucht ins Zimmer von Lisbeth zu gelangen, es allerdings nicht schafft und Selbstmord begeht. Mikael Blomkvist (Mikael Nyqvist), der Enthüllungsjournalist von "Millennium" will Lisbeth helfen und ihre Verteidiung vor Gericht aufbauen. So wendet er sich an seine Schwester, die Anwältin Annika (Annika Hallin), die Lisbeth vor Gericht verteidigen soll. Endlich soll das illegale interne Machtapparat, dass von Männern angeführt wird die unbequeme Zeugen los werden wollen, in der Öffentlichkeit vorgeführt und bloßgestellt werden. Doch es wird schwierig. Mithilfe eines Psychiaters namens Teleborian (Anders Ahlborn), der einst das psychische Gutachten über Lisbeth geschrieben und sie entmündigt hat, versucht die "Sektion" vor Gericht Lisbeth als schizophren darzustellen. Als jemanden, der alles nur erfunden hat. Auch Blomkvist stellt sich vor herausforderungen. Er und seine Mitarbeiter werden bedroht, seine Wohnung verwanzt und ihm Sachen untergejubelt, damit er seine Arbeit sein lässt.

Zwangsprostitution, Kinderhandel. Verschwörungen, die tief hinein in den Staatsapparat gehen. Das alles mag nach einem Verschwörungsthriller klingen - doch solche Sachen sind durchaus real. Wo Männer Macht riechen, da werden sie alles versuchen dran zu bleiben. Und diejenigen, die sich ihnen in den Weg stellen, gelten schnell als unmündig oder "verrückt". Das sind alles Sachen, die durchaus schon mal in echt passiert sind. "Vergebung" schafft es, sie ungeschönt darzustellen ohne alles ganz hollywood-mäßig pathosgeladen aufzubauschen. Es gibt hier keine Liebesgeschichte zwischen "Retter" und "Opfer". Es gibt hier jemanden der unfassbar viel Scheiße überlebt hat, ihre Peiniger bestraft sehen will und Menschen die ihr helfen wollen - aber daran gehindert werden. So wie es in echt durchaus passiert. Kein Wunder, dass der erste Teil der Reihe übersetzt eigentlich "Männer, die Frauen hassen" hieß. Ich empfehle die Filmtrilogie jeden, der/die Ungerechtigkeit bekämpft sehen will und das auch im echten Leben tun möchte.

9/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 24. März 2026

Comic Book Review#673: Justice League vs. Godzilla vs. Kong 2#1-7 (2025-2026)

Und nun sind wir bei dem Sequel zur vorherigen Miniserie angekommen, der vier Jahre nach den Ereignissen spielt. Das wird übrigens im gefühlt jeden vierten oder fünften Panel noch mal bestätigt, was unfassbar nervig ist. Es heißt jedes mal "Four years after G-Day" oder so. Anyway:


Die Handlung spielt vier Jahre nach der letzten (hab ich das schon erwähnt?). Die Task Force X (aka Suicide Squad) unter der Leitung von Amanda Waller und Colonel Shaw hat nun ganz neue Aufgaben bekommen. Die Gruppierung von Bösewichten, die in ihren Hinterköpfen Bomben implantiert haben und nun unter Zwang Drecksarbeit erledigen muss hat eine neue Aufgabe bekommen. Lex Luthor, als Teil der Task Force X, hatte es zur Aufgabe mit der DNA der Titanen (also Godzilla, Kong usw. usf.) zu experimentieren und Tests durchzuführen. Ziel ist, mithilfe der DNA eigene Kaijus zu erschaffen, die die Erde vor der Bedrohung von außen beschützen. Also, injiziert man King Shark das Serum und er wird zunehmend größer. Das alles geschieht allerdings auf einer anderen Erde - nämlich der wo die Kaijus allesamt herkommen, um alles geheim zu halten. Die Justice League, also Superman, Wonder Woman, Flash, Batman usw. kriegen allerdings Wind davon und reisen zum Teil ebenfalls dorthin. Was sie dann mitkriegen ist ein Kampf zwischen einen riesigen Killer Croc und Kong. Was wir als Leser mitkriegen ist der interne Machtkampf in der Task Force X. Amanda Waller wird von Colonel Shaw umgebracht und dieser reist gemeinsam mit Lex Luthor in die Hohlerde um dort die Energiequelle aller Kaijus zu stehlen. Achja: ein riesiger, auf Kaijugröße gewachsener, steroidensuppenmäßiger Superman, zusammen mit Green Lantern Hal Jordan in einem riesigen projezierten Anzug und Godzilla die gemeinsam gegen die drei Köpfe von King Ghidorah kämpfen.

Was soll ich sagen? Es ist nicht viel anders als in der vorherigen Miniserie. Nur, dass es noch eine Stufe mehr bonkers ist. Multidimensionale Reisen. Eine Harley Quinn die sich selbst als Psychiaterin besucht ist wohl das interessanteste an der Reihe. Superman auf Steroiden der zuerst gegen Godzilla und dann gegen King Ghidorah kämpft. Großartig. Die Art und Weise wie King Shark und Killer Croc in Kaiju Form gezeichnet sind ist einfach super hässlich. Es ist mal wieder die typische Art von Crossover-Comic. Es wird gegeneinander, aus Unwissen, gekämpft und dann gemeinsam miteinander gegen einen gemeinsamen Feind. Es ist ehrlich gesagt, ziemlich 08/15, wenn ich ehrlich bin. Aber gut, wenigstens sieht es größtenteils irgendwie gut aus. Naja, außer die Gesichter der Superhelden.

4/10 Pfandflaschen
Made by: Brian Buccellato, Christian Duce


Montag, 23. März 2026

Album der Woche#677: Crusty/Grindy Double Feature!

Ein Grund für dieses Double Feature ist folgender. Vor einer halben Ewigkeit, also vor mehr als zehn Jahren, habe ich in der VISIONS ein Double Review gelesen. Es handelte sich um zwei Alben von zwei unterschiedlichen Bands. Eine Band stammte aus Schweden, die andere aus England (und anderen Ländern). Es waren beides quasi Supergroups. Beide Alben haben absolut miserable Kritiken bekommen - sofern ich mich erinnere zumindest. Das finde ich, nach all den Jahren absolut ungerecht. Deswegen kommen die beiden Alben hier nun vor. 

Totalt Jävla Mörker - Människans ringa värde (2004)

Totalt Jävla Mörker bedeutet ungefähr sowas wie "Total Fucking Darkness", während der Albumtitel für "The Insignificance of Man" steht. TJM stammten aus Skelleftea, einer Gegend die eher für ihren Alkoholismus und Nichtslosigkeit bekannt ist als Punkmusik. Zumindest lassen es einen die lokalen Jugendlichen spüren, wenn man ein Außenseiter ist. Die Musiker die auf diesem Album zu hören sind, waren/sind schon mal in solchen Bands tätig gewesen wie The (International Hope Conspiracy (Inge Johansson, der inzwischen Bassist bei Against Me! ist und damit beschäftigt Israel zu hassen), Bassist

Victor Brandt (u.a. Satyricon), Drummer Christian Augustin spielte unter anderem bei Cult of Luna. Wer alles genau hier drauf zu hören ist, kann ich nicht genau nach recherchieren weil die meisten Informationen auf Schwedisch sind. Auf jeden Fall singt hier Fredrik Linkvist (der scheinbar inzwischen Kunstausstellungen in Ingolstadt macht?) als auch ein Typ namens Jocke D-Takt, der unter anderem schon mal bei Warvictims, Dödsdömd und wasweißich noch wo aktiv gewesen ist.

Was wir hier zu hören kriegen ist klassicher, schwedischer Crust. Also Käng Punk, wenn wir schon bei Fachbegriffen sind. Die Songtexte sind auf Schwedisch. Wir haben zwei Vocalists, so wie es sich gehört. Zwei unterschiedliche Stimmen. Eine eher gutturale, eine keifende - beide wechseln sich ab. Ich verstehe die Texte nicht. Aber bei einem Songtitel wie "Rasist i Uniform" könnte man sich denken worum es geht. "Under Sions Kalla Stjärna" ist ein Cover des schwedischen sozialistischen Singer/Songwriter Björn Afzelius. Darin prangert er (wie kann es denn sonst sein) Israel an, es würde das gleiche machen mit Palästinensern wie ihrwisstschonwer. Meine Fresse ist das ein ekelhaftes Rabbithole. Peinlich. Wie auch immer, es hat gut angefangen, aber das gibt mir ein deutlich ekelhafteren Nachgeschmack. Der Rest ist musikalisch durchaus geil. Standard Swedish Käng Punk. Viel viel viel Geballer. Und Saxophon. Saxophon im Titeltrack, der plötzlich aus dem Nichts auftaucht. Fast schon wie bei Siege damals. Trotzdem gibts hier einige Punkte Abzug fürs Klischeebedienen als auch einen zusätzlichen Punkt fürs Klischeebedienen.

5,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Titeltrack, Rasist i Uniform



Venomous Concept - Retroactive Abortion (2004)

An zweiter Stelle haben wir ein Album einer weiteren Supergroup. Wobei hier Mitglieder von mindestens genauso wenn nicht sogar noch mehr bekannten Kapellen auftreten. Shane Embury (mittlerweile ex-Napalm Death) am Bass, Kevin Sharp (Brutal Truth) am Gesang, Buzz Osborne (Melvins) an der Gitarre und Danny Herrera (Napalm Death) an den Drums. Gegründet von Sharp und Embury nachdem sie (noch mal) festgestellt haben wie viel Liebe sie für 1980s Hardcore Punk haben und dass sie noch nie gemeinsam in einer Band waren. Tatsächlich war Sharp zu dem Zeitpunkt Fahrer des Napalm Deat'schen Tourbus. Der Bandname ist eine Anspielung auf die Kreativität japanischer

Punkbands, die desöfteren wirr wirkende englische Namen trugen - und gleichzeitig eine alternative Umsetzung des Namens "Poison Idea". Letztere müsste ich euch glaube ich nicht vorstellen.

"Retroactive Abortion" hört sich (mit Ausnahme von Buzz Osborne natürlich) so an als würden Grindcore Musiker (wieder) Hardcore Punk machen. Sharp singt durchaus wie ein typischer Hardcore Punk Sänger. Größtenteils keift er, manchmal schreit er. Es gibt hier kaum Gitarrensoli, einmal hört man sogar Buzz Osborne seinen Gesang beisteuern. Die Songs sind kaum länger als zwei Minuten, während das ganze Album mit 16 Songs nicht mal eine halbe Stunde lang ist. Mit Titel wie "Oink!", "Monkey See, Monkey Beat" oder "Braincrash" könnte man meinen das wäre unglaublich hohl. Nun, sie haben sehr wahrscheinlich keinen Grammy dafür gewonnen. Der Sound ist unfassbar primitiv und klingt schlicht und einfach wie eine Grindcore-Band die wieder Punk macht - nicht andersherum. Meines Erachtens durchaus genießbar - hätte aber vielleicht auch etwas kürzer sein können. 16 Songs in 27 Minuten ist vielleicht ein wenig too much. Aber sonst: Geht klar.

Anspieltipps: Braincrash, Monkey See Monkey Beat, Rhetoric
7/10 Pfandflaschen


Donnerstag, 19. März 2026

My Favorite TV-Show: Ash vs Evil Dead

Allrighty, folks. Der Zufall wollte es, dass mein "Ich schaue mir meine DVD-Sammlung"-Zyklus mit meinen "Ich schaue die ganze Zeit Serien"-Zyklus kollidiert ist. So habe ich tatsächlich (mal wieder) die "Evil Dead"-Filmreihe parallel zu "Ash vs Evil Dead" geguckt. Ich wollte der Serie schon länger eine Chance geben, vor ein paar Monaten ist es tatsächlich passiert und ich hab's nicht bereut. Finde es auch tatsächlich schade, dass es bis jetzt keine Fortsetzung gibt. Bruce Campbell meinte mal, das wäre so weil die Einschaltquoten so niedrig waren, weil gefühlt jeder alles illegal gestreamt hat. I don't know. Jedenalls heißt es, dass irgendwann bald eine Zeichentrickfortsetzung kommen soll. Bis jetzt habe ich aber nichts neues darüber gelesen. Anyway, worum geht's?


Ash Williams (Bruce Campbell), der Typ der einst seine Freundin, seine Freunde und seine Schwester in einer Hütte im Wald töten musste weil sie von Dämonen besessen waren, der Typ der ins tiefste Mittelalter gereist ist und dort eine Armee geleitet hat um gegen Untoten zu kämpfen und zurück gekehrt ist, ist ganz schön alt geworden. Man glaubt ihn die Erzählungen über seine Heldentaten nicht - in seiner Heimatstadt ist er als "Ashy Slashy" bekannt und man halt ihn für einen Mörder, der siehe Anfang des Absatzes. Es bleibt ihm nicht viel übrig als in einem Trailer zu wohnen, sich die Haare zu tönen und Fake-Zähne zu tragen. Oh und er arbeitet im Einzelhandel. Genauer gesagt bei der Kette "Value Stop". Dort lernt er den jungen Mitarbeiter Pablo Bolivar (Ray Santiago) kennen und freundet sich mit an. Leider rezitiert Ash im Vollsuff aus dem "Buch der Toten" ("Necronomicon") um eine Frau zu beeindrucken und schon geht der ganze Scheiß wieder von vorne los. Deadites aka Dämonen, die Menschen besessen und Tote die wieder auferstehen. Unter anderem ist Kelly Maxwell (Dana DeLorenzo), eine weitere Mitarbeiterin betroffen. Ihre totgeglaubte Mutter kehrt wieder zurück. Ash und Pablo eilen zu ihrem Haus um zu helfen, weil Ash vermutet dass Kellys Mutter ein Deadite ist. So kommt es, dass die drei zufällig ein Team bilden und irgendwie gemeinsam unterwegs sind um die Menschheit vor den Deadites zu befreien. Komischerweise werden sie von einer mysteriösen Frau (Lucy Lawless) verfolgt, die bzgl. Ash ihre eigenen Ziele verfolgt. 

"Ash vs Evil Dead" ist mehrere Sachen. Trashig, lustig und definitiv politisch inkorrekt. Allerdings mit einem Augenzwinkern. So wird Ash von der Serie durchaus gefeiert allerdings stellt man auch korrekterweise dar, dass dieser Mann sich seit 30 Jahren null weiterentwickelt hat. Er hört immer noch dieselbe Musik, trägt dieselben Klamotten und hat den gleichen Zugang zu Frauen, klopft die gleichen Sprüche wie vor 30 Jahren. Er ist ein Relikt, dass Schwierigkeiten hat sich in der modernen Welt zu adaptieren, kriegt es aber trotzdem irgendwie hin - und rettet am Ende allen den Arsch. Die Serie lässt sich einerseits etwas Zeit beim Erzählen - die Folgen sind mit knapp 24 Minuten trotzdem recht kurz. Das ist optimaler win-win. So wird keine Folge unnötig in die Länge gezogen und beim Suchten der DVD-Box habe ich nicht das Gefühl gehabt, dass ich ständig mit einem Cliffhanger in Stich gelassen werde. Das wurde tatsächlich nur ein mal getan - am Ende der Serie. Weshalb ich mich doch etwas geärgert habe, dass sie nicht fortgesetzt wurde. Andererseits ist AVSED durchaus ein Nostalgie-Produkt. Und zwar sowohl für 80er-Nostalgiker als auch für die wahren Fans der Serie. Ich hab's genossen und wenn ihr auch Comedy Horror steht, werdet ihr es auch tun. Was ich nicht verstehe ist, wie zum Fick diese Serie bitteschön irgendwie kanonisch sein und sich in das allgemeine Evil-Dead-Franchise einfügen soll. Es hieß nämlich vor einiger Zeit, dass ALLE Evil Dead Filme (also auch das Remake und Evil Dead Rise) in einer Welt spielen. Das halte ich für eine Falschbehauptung. Aber who cares.



Mittwoch, 18. März 2026

Film der Woche#674: The Keep (1983)

Wieder mal ein Film aus den Untiefen meiner gespeicherten Posts auf Instagram, der in meinem Feed meine Aufmerksamkeit erregt hat.

Der 1983 erschienene "The Keep" (auf Deutsch bekannt als "Die unheimliche Macht") erzählt die folgende Geschichte: Wir befinden uns im Jahre 1941. Gebirgsjäger der Wehrmacht, unter Leitung von Kapitän Klaus Woermann (Jürgen Prochnow) kommen in einem rumänischen Dorf an. Ihr Ziel ist es, in

Folge der Operation Barbarossa, den Dinu Pass im Karpatengebirge zu besetzen. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine unbewohnte riesige Zitadelle, von allem nur "die Festung" (The Keep) genannt. Niemand weiß, wieso und weshalb sie vor 500 Jahren erbaut wurde. Bei der Begehung stellen die Wehrmachtssoldaten fest, dass sie scheinbar gebaut wurde um etwas gefangen zu halten, anstelle um Feinde von außen abzuwehren. Zwei Soldaten, von Gier getrieben, entwenden ein Kreuz aus der Zitadelle. Generell befinden sich mehrere Kreuze darin und es heißt, man solle sie niemals entfernen. Sie denken tatsächlich, sie wären aus Silber. Und als sie ihn aus der Wand rausziehen, befreien sie aus Versehen eine uralte dämonische Entität. Schon bald kommt es zu mehreren Todesfällen. Dieses etwas, was befreit wurde, scheint das Leben seiner Opfer wortwörtlich zu konsumieren. Die alarmierte SS, die schon bald auftaucht um die Lage zu inspizieren, vermutet das sowjetische Partisanen am Werk sind. Also lässt Obersturmbannführer Erich Kaempffer (Gabriel Byrne) mehrere Einheimische töten. Als eine geheimnisvolle Inschrift entdeckt wird, holt man auf Anraten eines ortsansäßigen Priesters den jüdischen Professor Dr. Theodore Cuza (Sir Ian McKellen). Dieser ist Experte für altertümliche Sprachen und wird extra aus einem Todeslager hergebracht, zusammen mit seiner Tochter Eva (Alberta Watson). Doch niemand ahnt, wie groß die Macht des Bösen in der Festung ist und was zur Hölle überhaupt entfesselt wurde. Geschweige denn in was für eine Gefahr man sich befindet.

"The Keep" schnitt nicht gerade gut ab an den Kinokassen, unter Fans ist er allerdings Kult. Liegt wahrscheinlich an den großartigen Special Effects von Wally Weevers. Denn die sind wirklich erste Klasse. Die Art und Weise wie das unheimliche Böse dargestellt wird, erinnert mich an "Hellraiser". Zuerst ist da "nichts", dann Knochen, Fleisch, ein Nervensystem und am Ende eine ganze "Person". Die Musik ist außerdem absolut fantastisch. Sie stammt von den Krautrock-Pionieren Tangerine Dream. Die ambientigen Klänge passen hervorragend dazu. Was wirklich stört ist die geringe Lautstärke bei Dialogen, sodass ich ständig lauter machen musste. Auch die Handlung ist...okay. Da holen die Nazis also extra einen jüdischen Professor aus einem KZ um Schriftzeichen zu untersuchen. Der Mann leidet an einer unheilbaren Krankheit, die ihn 20 Jahre älter aussehen lässt. Außerdem ist er 24/7 ordentlich genervt von der Situation, was verständlich ist. Noch merkwürdiger wird es als ein Gegenspieler des Bösen aus Griechenland auftaucht und dann auch noch Eva verführt. Die Idee ist schon irgendwie nicht schlecht, die technische Ausführung ist großartig, die Handlung irgendwie stellenweise doch arg aus den Fingern gesaugt. Ich mein, dass das hier fiktiv ist, verstehe ich. Aber bei Okkultismus und Nazis schellen bei mir die Alarmglocken. Das kann eigentlich nicht gut werden - aber irgendwie kriegt man das hin, es nicht komplett scheiße werden zu lassen. Liegt höchstwahrscheinlich an der visuellen Umsetzung.

6/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 17. März 2026

Comic Book Review#672: Justice League vs. Godzilla vs. Kong#1-7 (2024)

Rausgebracht in sieben Ausgaben zwischen Januar und Juli 2024, wenn ich mich recht entsinne. Absoluter No Brainer. Wobei so ganz hohl ist die Reihe nicht, aber meine meine meine Fresse ist das...simpel.


Zuallererst sehen wir wie Clark Kent aka Superman seiner Freundin/Arbeitskollegin Lois Lane einen Antrag machen will. Doch sie werden von niemand geringerem als Godzilla unterbrochen. Der King of the Monsters taucht in Metropolis auf. Wie kommt er dahin? Das erfahren wir in einem Rückblick: Die Legion of Doom, bestehend aus verschiedenen Superbösewichten und angeführt von Lex Luthor schmiedet schon länger Pläne um die Justice League ein für alle mal zu zerstören. Während Superman,
Flash, Green Lantern und Wonder Woman damit abgelenkt einen riesigen kryptonit-geladenen Affen namens Titano ins Gefängnis zu bringen, bricht die Legion of Doom in Supermans "Festung der

Einsamkeit" ein. Toyman, der Bösewicht der einen Knacks mit Spielzeugen und dem Drang alles zu besitzen hat, "wühlt" sich durch Supermans Sachen und findet einen Dreamstone. Ein weiteres Artefakt, eine sogenannte Motherbox katapultiert die Superschurken, kurz nach Ankunft von Supergirl, Hawkgirl, Wonder Woman, Green Lantern und Flash und dem entsprechenden Kampf in eine andere Dimension. Lex Luthor, Black Manta, Toyman, Barda, Gorilla Grodd und ähhabichjemandvergessenisegal landen auf einer anderen Erde - und zwar in einem Dschungel. Dort treffen sie auf (King) Kong und dringend in die Basis der Organisation Monarch ein. So finden sie mehr über die als Titanen bekannten Monster heraus. Toyman nutzt später den Dreamstone um Godzilla und die anderen auf die äh DC-Erde (keine Ahnung welches Universum das ist) zu transportieren. Natürlich mit dem Ziel, sie als Werkzeuge zu benutzen, damit die Justice League ein Ende hat. 

Soweit so gut. Ääääh. Ja. Kein neues Konzept, ganz klar. Wir hatten schon desöfteren in der Comic-Geschichte den Fall: "Superschurke manipuliert Held gegen einen anderen Held und äh am Ende tun sie sich zusammen oder so". Das geschieht hier auch. Wir haben ganz ganz außergewöhnliche Allianzen. Supergirl und Kong, der einen Green Lantern Ring trägt. Alle zusammen gegen Lex Luthor der einen Mechagodzilla steuert. Und natürlich werden die Monster von irgendwas angezogen und folgen einer Spur. Aller Anfang ist schwer. Alles ist irgendwie langsam, zumindest so halbwegs. Doch dann nimmt alles ganz schnell Fahrt auf und irgendwann ist es nur noch Kaiju-Action. Hau drauf. Batman steuert mit Flash und Cyborg einen Bat-Mecha. Die Green Lanterns bilden eine Art Megazord aus ihren Lichtstrahlen. Alle helfen mit: Justice League, die Green Lanterns, die Teen Titans, das Team um Batman herum. Und überall wird gekloppt. Was zum fick. Was für ein absurder No Brainer. Es hat Spaß gemacht. Aber gleichzeitig habe ich mir gedacht? Warum muss unbedingt dieses Crossover existieren? Vielleicht weil DC es einfach kann. Weil Warner Brothers die Rechte an DC hat als auch an dem Legendary Pictures Monsterverse - aus welchem die US-Amerikanische Inkarnation von Godzilla stammt. Wie schon oben erwähnt: Das ist hohl. Aber es macht Spaß. Aber es ist hohl. Mal gucken was Marvel sich in der Hinsicht ausgedacht hat - das sehen wir bald in ein paar Wochen an der gleichen Stelle.

5/10 Pfandflaschen
Made by: 
Brian Buccelatto, Christian Duce, Luis Guerrero
Hier ein Video von Comicstorian:


Montag, 16. März 2026

Album der Woche#676: Pitch Shifter - Submit EP (1992)

"Submit" ist eine EP der britischen Industrial Metal Band Pitch Shifter, die sich später im Laufe ihrer Karriere in Pitchshifter umbenannt hat. Es ist eine Art "Übergangswerk", erschienen zwischen ihren Alben "Industrial" (1991) und "Desensitized" (1993).


Das ist genau die Scheiße, auf die ich Bock hab. Ein Album von ungefähr einer halben Stunde dauer, wenn man die beinahe halbe Stunde Stille nach dem Abschlußtrack "Tendrill" abzieht. Oder eine EP halt. Sei's drum. Man hört Pitch Shifter an, dass sie Godflesh schon ziemlich geil fanden - de facto waren sie und die eben genannte Band Pioniere des Genres Industrial Metal. Bei diesem Werk handelt es sich um eine Art Übersicht über zwei Phasen der Band. Während auf dem ersten Song "Gritter" Sänger J.S. Clayden noch gutturalen Gesang einsetzt, fast schon wie bei einer Death Metal Band, wird dieser beim zweiten Song "Deconstruction" etwas klarer und verständlicher. "New Flesh P.S.I." ist eigentlich nur ein einziges Zitat aus dem Film "Videodrome" von David Cronenberg - "Long live the new flesh".

Pitch Shifter klingen gleichzeitig mechanisch, industriell (höhö) und gleichzeitig organisch. Fast so, als hätte sich ein Haufen Kabel und Schläuche durch einen Menschen gebohrt und ihn gezwungen hat am Leben zu bleiben. Und nun macht er Musik. Oder er arbeitet in einer Fabrik. Das menschliche hieran sind übrigens die Texte. So handelt "Bastardiser" von einem, sagen wir mal, entmutigenden und deprimierenden Gefühl der Ohnmacht. Zumindest macht es auf mich den Eindruck. Sehr eingängiges, Kopfnicken verursachendes, wenn auch leider sehr kurzes Werk. Fühle mich fast als wäre ich so ein Fabrikarbeiter gewesen und hätte jetzt Mittagspause - kann mich aber grade mal so erholen. Und ja, die Vergleiche zu einer gewissen Band mit M sind auch nicht unangebracht. Es ist trotzdem was selbstständiges.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Bastardiser, Gritter, Dry Riser Inlet



Freitag, 13. März 2026

So isses, Musik!#209

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Nun, ich bin am Ende angelangt. Tatsächlich habe ich letztens die letzten vier Platten gehört. Ich muss sagen, dass es mir jetzt schwer fällt, darüber zu sprechen. Nicht weil sie scheiße waren oder ich nichts damit anfangen konnte, nein. Viel eher weil es vier Platten von der gleichen Band waren die Fusion Jazz gemacht hat. Es ist nicht so ganz mein Metier bzw. nicht wirklich ein Genre in welchem ich mich
ich habe danach die Kamera-Linse geputzt, ich schwöre

auskenne. Es war ein tatsächlich großartiges Erlebnis - allerdings habe ich jede Platte nur ein Mal gehört. Im Gegensatz zu einem "Album der Woche", dass ich zig mal in der Woche höre um mir ein Bild davon zu machen. Darum wird es diesmal kein Review geben sondern einen super kurzen Überblick darüber. Ich kann nur eins sagen: Es war wirklich super geil und ich find's schwierig das in Worte zu packen. Aber worum geht es eigentlich?

Es geht mir um vier Platten der Fusion Jazz Legenden Weather Report. Die Band bestand von 1970-1986 und hatte ganze 25 ehemalige Mitglieder. Also, es waren nicht 25 Menschen gleichzeitig in der Band sondern das Line-Up durchlebte 25 Musiker. Während ihrer Karriere experimentierten WR auch mit "Weltmusik" als auch R&B. Nun, ich habe mich also entschlossen das ganze nicht zu reviewen. Weil mein Review dem Ganzen nicht gerecht werden wird. Daher zähle ich hier mal auf um was für Alben es sich überhaupt handelt und ihr kriegt ein Bild und ein paar Links dazu. Deal? Deal. Okay. Das erste Album das ich gehört habe war das vierte von WR namens "Mysterious Traveler" von 1974. Als nächstes dann das von "ethnischer Musik" beeinflusstes "Black Market" von 1976. Darafhin das Live-Album "8:30" von 1979. Und schließlich "Mr. Gone" von 1978. Ich vermute mal, dass der Bösewicht "Mr. Gone" aus "The Maxx" danach benannt wurde. Bin mir aber nicht sicher. Was diese Alben auf jeden Fall eint ist sowohl der Hang zum Experimentieren, absolute Weirdness und Virtuosität als auch vollkommen skurrille Albumcover - zumindest größtenteils. Großartige Sache, diese.

Ab in den .mp3-Himmel:

Und nun geht's weiter. Der nächste Ordner steht an. Er heißt

- Einzelne Songs 2

Hierbei handelt es sich um "Restbestände" von alten .mp3-Playern und lauter Zeug, dass sich in den Jahren angesammelt hat. 

Der erste Unterordner heißt dabei "Aufnahmen".  Ich hatte früher mal einen kleinen .mp3-Player von Philips womit ich auch Sachen aufnehmen konnte. So fand ich hier lauter kleine "ach scheiße"-Schnipsel weil ich wieder mal aus Versehen den Aufnahme-Knopf gedrückt habe. Oder irgendwelche Impressionen aus dem Alltag, 2-3 Sekunden von meiner Oma die sagt dass sie irgendwas eingekauft hat als auch eine halbe russische Comedy-Sendung die ich am Fernseher aufgenommen habe. Für andere Datenmüll, für mich irgendwie teilweise auch. Aber irgendwie kann ich das nicht löschen.

Weiter geht's mit "Batcave, Darkwave, Deathrock". Ich hatte irgendwann mal eine neugierige Phase und habe mir mit Limewire oder Soulseek lauter Musik geholt, die ich bis dato nicht kannte. So kommt es das ich bis heute eine kleine Menge an Songs von Alien Sex Fiend (wie zum Beispiel "I Walk The Line" oder "Dead and Buried") habe. Natürlich sind hier auch so Sachen, die gar nicht unter das Motto fallen. Also, Joy Division und The Cure natürlich. Aber auch "Steeple Walls" von Voodoo Church, "Devil Child" von The Deep Eynde. Ein Live-Cover von Danzigs "Mother" von The Independents. Da wäre noch dieser eine Ordner mit lauter Songs, die unbenannt sind. Ich wusste jahrelang nicht, was das alles überhaupt ist. Zum Glück kann man heute alles "shazamen". So weiß ich jetzt dass es "Ghostdance" von Dupont ist oder "Churist" von Wumpscut. Der allermieseste Unterordner hier ist übrigens "Der Fluch". Dabei handelt es sich um ein Nebenprojekt von Deutscher W, den Sänger der deutschsprachigen Punkband OHL, die sich selbst als "radikal liberal" bezeichnet. OHL war ja schon teilweise des Kringelismus mächtig, so steigert sich "Der Fluch" noch weiter. Es ist quasi das gleiche nur als "Goth"-Band. Der Song über "Rattengift" ist damals schon hohl gewesen und es ist heute immer noch. "In Odio Veritas" ist dabei das allerschlimmste und allerdümmste Lied was ich in diesem Ordner gehört habe. Ehrlich.

Nach A und B kommt also C wie "Country". Ich finde hier ein paar Songs einer Outlaw Country Band namens "So Fucking What" (mit deren Sound ich gar nichts mehr anfangen kann), "Ghostriders in the sky" von Outlaws so wie ein paar Songs von Hank III (den Enkel von Hank Williams) und natürlich Johnny Cash. Fun Fact: Johannes Bargeld hat tatsächlich mal Songs auf Deutsch komponiert, die im Nachkriegsdeutschland veröffentlicht wurden. So wurde aus "Walk the Line" "Wer kennt den Weg". Irgendwie süß, das ganze. Achja und nicht vergessen: In diesem Ordner sind auch die großartigen Hack Mack Jackson mit ihren Song "Senorita Margherita". Ich war damals so begeistert davon und ging auf eins ihrer Konzerte im Immerhin, Würzburg. Es kann gut sein, dass es dieser einer Abend gewesen ist, als ich die Immerhin'sche Toilette vollgekotzt hab und grade mal so den Weg nach Hause gefunden habe. Scheiße war das schlimmt. Ist aber schon mehr als 15 Jahre her, von daher - halb so schlimm.

Nach C kommt kein D, kein E und auch kein F sondern direkt "G" wie "Gothabilly". Ein Nischengenre in einem Nischengenre. Eine Art Fusion aus Goth-Sounds und Psychobilly. Etwas langsamer, düsterer und mit tieferer Stimme. Ich danke hiermit Robert, knapp zwanzig Jahre später, fürs Zeigen per ICQ Messenger. Im Ordner finde ich Cult of the Psychic Fetus, Miguel and the Living Dead und The Ghastly Ones. Fantastisch.

Mein "Hard Rock" Ordner ist leider nicht so breit gefächert, wie der nächste (den ich erst in zwei Wochen reviewen werde). Was finde ich hier vor? Blue Öyster Cult mit "Don't Fear The Reaper", "Vengeance" und "The Black and Silver". "Dead Moon Night" von den großartigen Dead Moon. "Heavy Metal" vom großartigen Don Felder (aus dem Soundtrack zum gleichnamigen Film). "Don't Stop Me Now" von Queen und "Hot Patootie" von Meat Loaf aus "Rocky Horror Picture Show". Alles in allem ziemlicher Standard. Aber ein netter kleiner Ordner.

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Linkin Park Discography: From Zero (2024)

Okay. Wir fangen also noch mal von Null an. Der Albumtitel ist sowohl eine Anspielung auf den ursprünglichen Bandnamen "Xero" als auch auf einen Neuanfang mit Sängerin Emily Armstrong und Drummer Colin Brittain. Zu Beginn: Ich weiß nicht genau, inwiefern Armstrong immer noch mit Scientology involviert ist oder irgendwas mit diesem verurteilten Sexualstraftäter von dieser einen Comedy-Show zu tun hat. Ich versuche mich bei diesem Review auf die Musik zu konzentrieren -


allerdings kann ich versichern, dass hier keine weiteren LP-Reviews mehr kommen werden. Einfach weil ich das Interesse verloren habe. Und das obwohl dieses Album so ganz und gar nicht schlecht ist. Es erscheint hier quasi vollständigkeitshalber.

Armstrong hat nämlich eine hervorragende Stimme. Die Band versucht sich an einer Fusion aus alten Sounds, etwas schwereren Gitarren und Passagen die so in der Art noch nie wirklich präsent waren und durchaus mainstreamtauglichen Klängen. "From Zero" ist quasi eine Verneigung vor eigenen Wurzeln. Ich finde die Screams hören sich durchaus an wie Otep Shamaya, die Riffs sind tatsächlich lupenreiner Nu Metal. Außer die Songs in welchen Mike Shinoda wieder einen auf "Die Welt ist so strange, everything is coming down, ich bin so deep"-Rapper macht der in einem großen Stadion performt. Dabei wirds richtig kringelig ("Overflow"). Ansonsten ist alles so wie früher. Persönliche, emotionale Themen über alles geben und nichts zurück bekommen, nie wieder Opfer sein usw. usf. 

Es ist wirklich nicht schlecht. Ehrlich. Geht durchaus ins Ohr und hat tatsächlich ein klein wenig was von der "Hybrid Theory"-Ära. Dabei bleibt's aber.

7,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: The Emptiness Machine, Casualty, IGYEIH, Heavy Is The Crown



Opeth Discography: Pale Communion (2014)

Wow, wir sind also schon beim elften Album angekommen. Und beim dritten ohne Growling. Und beim zweiten bei welchen Opeth zweifelsohne als Progressive Rock Band bezeichnet werden können. Ohne jeglichen Death Metal Anspruch. Das ist immer noch sehr ungewohnt für mich.

Ich finde es schwierig. Nicht weil es Prog oder weil es Opeth ist. Sondern die Tatsache, dass die Band mit viel Melodie (sowohl im Gesang als auch in den Instrumentals) experimentiert und alles mögliche an Einflüssen (unter anderem die italienische Band Goblin, die für den Soundtrack zu "Dawn of the Dead" verantwortlich war) reinbringt (unter anderem auch Jazz, Hammond-Orgeln, Folk-Klänge usw.) und alles am Ende einfach irgendwie da ist. Ich bin weit davon entfernt zu sagen, es wäre nichts halbes und nichts ganzes. Insgesamt gefällt mir das hier schon. Nur bin ich irgendwie der Meinung, dass es
durchaus besser sein könnte. So ist es in meinen Ohren im Grunde genommen eine Verneigung vor den Progressive Rock Einflüssen und irgendwie war es das auch schon. 

Trotzdem gibt es hier durchaus großartige Anspieltipps. Allerdings kann ich den Gedanken, dass ich das alles schon mal irgendwo gehört habe nicht wirklich abschütteln. Progressive Rock mit flinky flunky Orgel und Keyboard Sounds. Ahja und melodischen Gesang. Und einen reinen Instrumental-Song. Oh und natürlich geht jeder Song fast zehn Minuten. Ich habe mich schon mehrmals gefragt, wann Opeth mal ihren Rahmen sprengen. Das haben sie getan und es war geil. Und jetzt stecken sie in einem weiteren Rahmen fest. Das ist irgendwie schade. Ich betone es noch mal: Schlecht ist das Album nicht, aber es geht noch besser.

7/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Moon Above, Sun Below, Elysian Woes, Goblin