Donnerstag, 20. August 2026

My Favorite TV-Show: Batman: Caped Crusader

Wow, ich hätte nicht gedacht, wenn man mich vor ca. 10 Jahren gefragt hätte, dass ich noch mal irgendeine Batman-Serie reviewen würde. Aber tatsächlich ist es geschehen. Rausgebracht im Jahre 2024, direkt für eine gewisse Online-Plattform. Mittlerweile ist auch die zweite Staffel draußen und ich werde sie mir bald reinziehen. Betrachtet daher dieses Review als eins zur ersten Staffel.

"Batman: Caped Crusader" wird desöfteren als eine Art "Fortsetzung im Geiste" der klassischen 1992er Batman-Zeichentrickserie betrachtet. Diese war damals Teil des DC Animated Universe und wurde von Bruce Timm (mit)entwickelt. Damals war Paul Dini Autor - leider ist er es hier nicht, dafür hat Bruce Timm seine Finger im Spiel.


Die Serie spielt, anders als "Batman: The Animated Series" definitiv in den 1940er Jahren. Was damals irgendwie vage angedeutet wurde (Gotham City sah aus wie in den 1940er Jahren, die Handlung spielte aber definitiv in der Gegenwart) ist hier definitiv Gesetz. Allerdings fehlen all die Einschränkungen die man sich damals festgesetzt hat. So ist "Caped Crusader" definitiv nichts für Kinder. Es kommt nämlich genau das vor, was man damals vermeiden wollte: Gewalt und böse Schimpfwörter. Wir treffen auf einen noch recht jungen Bruce Wayne (Hamish Linklater), der seinen Butler Alfred Pennyworth (Jason Watkins) immer noch mit Nachnamen anspricht und eine eher distanzierte Beziehung zu ihm hat. Er ist natürlich insgeheim Batman und bekämpft nachts das Verbrechen mithilfe von gewissen Gadgets. Allerdings hat er noch nicht die Erfahrung, die er später haben wird und auch nicht ganz die Skills. So wirkt es auf mich so, dass er wesentlich direkter agiert und unentspannter ist als sonst. Zu seinen Gegnern gehören klassische Batman-Bösewichte wie Clayface, Catwoman, Gentleman Ghost, Two-Face und Penguin. 

Man bedient sich gleichzeitig am "Monster of the week"-Prinzip und hält eine zusammenhängende Geschichte aufrecht. Im Fokus steht dabei insbesondere die Korruption der Gothamer Polizisten, die gemeinsame Sache mit der Mafia machen als auch eben die Mafia die versucht Politiker zu beeinflussen oder es schon längst tut. Die "kostümierten Spinner" sind dabei allerdings nicht nur Beiwerk - auch ihre Geschichten sind interessant, geraten aber etwas zu kurz. So lernen wir den Staatsanwalt Harvey Dent kennen und erfahren was für ein Mensch er ist - was auch seine späteren Verhaltensweisen als Two-Face erklärt. Worüber wir kaum was erfahren ist Batmans Hintergrundstory. Ich meine, diese ist allgemein bekannt, darum war es wohl nicht nötig alles in detail zu erzählen. Aber, so meine ich, wäre es vielleicht interessant gewesen zu erfahren was man sich für diesen Batman ausgedacht hat. So ist die Story zwar immer irgendwie gleich, jedoch gibt es Variationen. Darum war ich gespannt was man sich hierfür ausgedacht hat. Vielleicht kommt es aber in der zweiten Staffel vor. Mir gefällt außerdem das Design. Batman hat "pointy ears" und wirkt super finster und skrupellos. So als würde er beinahe Menschen vom Dach runterschmeißen um an Informationen zu gelangen. Das Design der Umgebung ist dem Design in "Batman: TAS" relativ ähnlich. 1940er Jahre Film Noir in bunt.

Ich war wirklich sehr zufrieden und habe mich dabei erwischt, wie ich den Genuss der Folgen hinausgezögert habe, damit ich länger was davon habe. So wollte ich die einzelnen Folgen immer auf einem großen Bildschirm sehen, bis ich irgendwann eingeknickt habe und die letzten Episoden beim Kochen geguckt habe. Fakt ist: Es lohnt sich, auch als jemand der mit Batman bis jetzt wenig am Hut hatte. Diese Serie hat nichts mit irgendeinem bunten Batman für Kinder zu tun, noch ist sie zu gewalttätig oder übertrieben edgy. Es ist genau richtig. 



Mittwoch, 19. August 2026

Film der Woche#692: Justice League Double Feature#8

Justice League: Crisis on Infinite Earths – Part Two (2024)

Um nachzulesen, was im ersten Teil geschehen ist, klickt hier. Der zweite Teil beschäftigt sich wesentlich mehr mit den Hintergrundgeschichten einzelner Charaktere, vergisst aber nicht die eigentliche Handlung ebenfalls voranzutreiben. So erfahren wir, dass der von Harbinger (die sich am Ende des ersten Teils als Supergirl herausgestellt) rekrutierte Bösewicht Psycho Pirate in der Vergangenheit versucht hat, mehrere Erden zu "übernehmen". Seine Fähigkeit, Menschen psychisch zu manipulieren wird von der Gruppe der Superhelden, die hier versuchen das Multiversum zu retten, benutzt um die Bevölkerung nicht in Panik geraten zu lassen. Wir erfahren auch, wie es dazu kam, dass Supergirl Harbinger wurde. Einst, als ihre Rettungskapsel das brennende Krypton verlassen hat, entdeckte sie der Monitor und nahm sie, zunächst widerwillig, auf. Supergirl aka Kara Zor-El verlor ihr Gedächtnis und hat erst später durch die gespeicherten Informationen in der Rettungskapsel

rausgefunden, dass ihr Heimatplanet zerstört wurde. Der Monitor, der ein beobachtendes Wesen ist, hat dies geschehen lassen. Außerdem kriegen wir mit, wie die Justice League in drei Teams auf drei verschiedenen Erden versucht gegen die Anti-Materie-Wellen anzukämpfen. Es hat sich nämlich rausgestellt, dass es mehrere Wellen sind und die erste nicht die letzte war. Auf verschiedenen Erden installieren sie eine Art antennenartige Türme, die die Wellen neutralisieren sollen. Es kommt zu einer Teambildung mit Batman (Erde-1), Dick Grayson aka Robin und Huntress (beide Erde-2), Batman aus der Zukunft und Batwing die gemeinsam gegen Joker, Solomon Grundy und Killer Croc kämpfen - diese versuchen wiederum eins der Türme zu zerstören. Wonder Woman ist in einem anderen Team auf der Insel Themyscira (wiederum auf einer anderen Erde) und lernt dort eine Alternativversion ihrer Adoptivmutter kennen. Der Psycho Pirate wurde von einem Wesen namens Anti-Monitor korrumpiert, der ihn die ultimative Macht verspricht - wenn er den Monitor verrät.

Ein weiterer Film aus der Reihe, der sich sowohl ziemlich genau an die Comicvorlage hält, allerdings auch einige neuen Sachen miteinbringt. Künstlerische Freiheiten, quasi. Harbinger war nämlich niemals Supergirl und einige Superhelden und Superheldinnen die hier vorkommen, haben in der Comicvorlage noch gar nicht existiert. Es wäre aber eine Schande, sie nicht einzubringen. Ich meine so jemanden wie Batman Beyond, Huntress oder John Constantine. Natürlich kommen hier auch noch einige vor, die keine Sprechauftritte haben. Soll heißen, dass sie irgendwie im Hintergrund zu sehen sind, aber kein Wort sagen. Da muss ich sagen, dass man vllt. etwas mehr in den Film hätte investieren oder diese Filler-Charaktere einfach weg lassen können. Andererseits wirkt die Kulisse sonst wahrscheinlich ziemlich leer. Ansonsten kann ich nicht meckern. Großartige Story, die im dreiteiligen Filmformat sich ordentlich Zeit lässt und nicht zu hastig erzählt wirkt. Dieser Teil fokussiert sich, wie schon gesagt, auf zwei Hintergrundstories ohne allerdings die Haupthandlung zu vergessen. So schafft man es, dass eine große Story nicht bloß in 1,5 Stunden gequetscht wird. Mal gucken, wie es weiter geht.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:



Justice League: Crisis on Infinite Earths – Part Three (2024)

Nun sind wir also am Ende angekommen und es kann nicht mehr Meta werden als es schon ist.

Im dritten Teil der Reihe kriegen wir die Folgen des (versehentlichen) Mordes am Monitor mit. Richtig gelesen. Supergirl hat ihn umgebracht - wurde aber währenddessen vom Psycho Pirate manipuliert (ähnlich wie andere Superhelden die plötzlich gegeneinander gekämpft haben). Während er starb transportierte sich seine gesamte Energie in den Satelliten (der immer noch als Stützpunkt für die verschiedenen Teams dient). So konnte die zusammengewürfelte Justice League mehrere Welten (und ihre Sonnen) in eine Art Zwischendimension transportieren. Diese wird "The Bleed" genannt. Hier existieren nun mehrere überlebende Welten weiter und die Menschen werden mit allem nötigen versorgt. Oder zumindest versucht man es. Der Anti-Monitor hat es bis jetzt nicht geschafft in diese Dimension vorzudringen. Es gibt aber auch einen Nachteil. Dadurch dass alles gleichzeitig in einer

Dimension existiert, überlappen sich die Welten. Und so kommt es dazu dass US-Soldaten aus dem 2. Weltkrieg und Dinosaurier auf einer Erde landen während anderswo Batman und seine Sidekicks gegen Nazis kämpfen die allerlei Sachen aus dem Arkham Asylum stibitzt haben. Als Batman unter Scarecrows Angsttoxin leiden muss, erinnert er sich plötzlich an ein Ereignis aus dem Film "Justice League: Warworld". Er realisiert, dass der alte Mann welchen er auf einer der drei Welten traf niemand war als eine ältere Version von Flash, die ihm sagte dass er "zurück an den Anfang" muss. So stellt Batman fest, dass die Lösung für das "Problem" mit dem Multiversum ist, alles zu "resetten". 

Ich glaube, ich habe alles gut genug umschrieben, ohne irgendwie zu spoilern. Nun gut, jedenfalls ist die Saga zu Ende als auch eine Reihe an DC-Filmen (das "Tomorrowverse"). Ich habe keine Ahnung, inwiefern es noch weitere Justice-League-Animationsfilme geben wird - aber ich denke schon. The ride never ends und so. Im Grunde genommen ist das hier nicht nur eine Umsetzung einer großartigen Comicreihe, die dafür da war alles für neue Leser zugänglicher zu machen. Nein, es ist gleichzeitig der Versuch das gleiche umzusetzen, nämlich ein Reset. Und natürlich auch ein Move um ewige Nostalgiker zu befriedigen, damit die mit dem Finger auf dem Fernseher zeigen können und "OH!" rufen können. Wir begegnen hier mehreren Universen, die dem gemeinen DC-Fan definitiv nicht fremd sind. Das DCAU (das mit dem kantigen Gesichtern) bspw., das "Super Friends"-Universum oder die Welt von "Teen Titans Go!". Natürlich in den ursprünglichen Zeichenstilen. Das Ende hat für mich was von "Joa wir sehen uns alle irgendwann wieder". Wie bei diesem Cartoon-Film gegen Drogen aus den 1990ern als Disney und Warner Bros. und hastenichtgesehenwersonstnoch aufeinander getroffen sind um Kindern beizubringen dass Drogen scheiße sind. Aber gut, es ist wie es ist. Ein großartiges Stück Nostalgie ohne zu viel Nostalgie zu sein. In erster Linie einfach eine echt gute Comicverfilmung.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:



Dienstag, 18. August 2026

Comic Book Review#690: Catwoman/Tweety & Sylvester#1 (2018)

Wieder mal eine Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür.

Es handelt sich hierbei um einen von mehreren Comics aus einer Reihe von Crossover-Comics von DC. Darin treffen DC-Charaktere auf Figuren aus Looney Tunes Cartoons. In diesen One-Shot Geschichten trafen beispielsweise Batman auf den Jäger Elmer Fudd, Wonder Woman auf den Tasmanian Devil, Lobo auf den Road Runner oder wie ihr den Titel entnehmen könnt Catwoman auf das ungleiche Duo Tweety und Sylvester.


Zunächst mal befinden wir uns irgendwo in einer anderen Dimension oder so. Mehrere Hexen sind bei einem Treffen versammelt und streiten sich irgendwann welches Tier für immer sterben soll: Vogel oder Katze? Denn beides sind eigentlich durchaus gängige Begleiter von Hexen. So kommt es dass die beiden Hexen-Fraktionen aus der Looney Tunes Dimension zwei Cartoon-Character nach Gotham schicken: den kleinen Kanarienvogel Tweety und den reinrassigen Streunerkater Sylvester, der stets darauf aus ist den Vogel zu fressen. Sylvester trifft auf Catwoman und Tweety auf die Superheldin Black Canary. Die Hexen haben alles so manipuliert, dass wenn einer von den beiden Cartoon-Charakteren stirbt, alle Vertreter der jeweiligen Spezies auf der Welt sterben werden. Also nicht nur Vögel oder Katzen sondern auch menschliche Vertreter wie eben Catwoman oder Black Canary. Die beiden Frauen kämpfen gegeneinander und rufen aber auch nach Hilfe. So kämpfen auf Catwomans Seite solche Helden/Villains wie King Tiger, Cheetah, Catman oder Starfire (die von Katzen abstammt), auf Black Canarys Seite hingegen Hawman, Hawkgirl, Raven oder Robin. Es kommt zu einem heftigen Kampf - jeder gegen jeden. Bis man irgendwann erkennt, dass man manipuliert wurde. Die zweite Story ist im Looney Tunes Stil gehalten. Darin möchte Sylvester in das Apartment der Besitzerin von Tweety (einer netten alten Frau) einbrechen um den Vogel zu fressen, Catwoman aber auch, um Juwelen zu stehlen. Die beiden tun sich zusammen und kriegen am Ende von Black Canary und Tweety auf die Schnauze.

So weit, so gut. Kurzweiliges, lustiges Vergnügen. Alle von einer Spezies (oder so) tun sich zusammen gegen andere von einer anderen Spezies (oder so), nur um am Ende zu erkennen dass sie eigentlich nicht gegeneinander zu kämpfen brauchen. Sehr witzige Zusammenstellung. Ich feier das extrem, wie Tweety und Sylvesters Sprachfehler wieder prominent sind. So lispelt der Kater und der Kanarienfogel spricht das "W" wie ein "L", das "S" wie ein "T" oder "D" aus. Auch haut Tweety sowohl Sylvester als auch Catwoman mit einem übergroßen, cartoonesken Hammer auf dem Kopf. Wie schon oben gesagt: Sehr kurzweiliges Vergnügen, was im Grunde nur auf Unterhaltung abzielt. Super witzig und nur dafür da den Leser ca. 30 Seiten lang irgendwie zum Lachen zu bringen. Absolut verrückte Idee, die auch gar nicht auf die düstere Art durchgezogen wird. Geschrieben von Gail simone, gezeichnet von Inaki Miranda. Die Cartoon-Story wurde von Shea Fontana geschrieben und von Walter Carzon gezeichnet.

7/10 Pfandflaschen
Hier der Comic als Video von DC Universe:


Montag, 17. August 2026

Album der Woche#694: King Crimson - In the Court of the Crimson King (1969)

Ich wollte dieses Album schon so lange reviewen. Und weil dieses Jahr, zumindest in dieser Rubrik, das Jahr der verpassten und aufgeholten Chancen zu sein scheint, ist es jetzt soweit. Lange habe ich auch dieses Cover immer und immer wieder in irgendwelchen Bestenlisten gesehen und war durchaus daran interessiert, zu erfahren was denn eigentlich dahinter steckt. Und es ist ziemlich viel.


"In the Court of the Crimson King" ist das erste Album von King Crimson, die im Jahre 1969 aus Robert Fripp, Ian McDonald, Greg Lake, Michael Giles und Peter Sinfield bestanden. Es ist eines der Alben, die Progressive Rock überhaupt erst ins Rollen gebracht haben. Quasi sowas wie eines der Prototypen, wobei ich fast schon behaupten würde, dass es einzigartig ist. Es ist natürlich "progressiv", sprich es legt sich nicht fest auf typische Rock'N'Roll-Rhythmen, zieht die Songs unglaublich in die Länge (bis zu 12 Minuten) und manövriert irgendwo zwischen super entspannten, ruhigen Klängen ("I Talk To The Wind") und jazzigen, abgedrehten Wahnsinn geflutet mit einer Ficktonne an Bläsern, verrückten Schlagzeugspiel und verzerrten Gesang ("21st Century Schizoid Man"). Dennoch hat Progressive Rock, im weiteren Verlauf der Geschichte des Genres durchaus typische Bestandteile der Musik, die sich nun mal etabliert haben. 

Ich bin der Meinung, dass King Crimson anders als zum Beispiel spätere Pink Floyd nicht unbedingt in den "typischen" progressiven Klang fallen. Hier steht das Genre noch am Anfang und man kann, denke ich, natürlich noch nicht "festlegen" wie es klingen sollte. Zum Glück. Das Album ist meines Erachtens eine Art Spagat zwischen großartigen Ausraster und einer nicht weniger großartigen Meditationssenssion. So ist "21st Century Schizoid Man" so ziemlich das Gegenteil zum Titeltrack. Opener und Closer stehen in meinen Ohren für das gestresste Aufwachen und beruhigte Einschlafen. Es ist faszinierend. Nicht weniger faszinierend ist die Tatsache wie viel Instrumente hierfür verwendet wurden. Alleine Ian McDonald bedient hier ein Saxophon, Flöte, zwei Klarinetten, Vibraphon, Mellotron, Orgel, Klavier und Cembalo. Und natürlich singt er auch nebenbei. Den Hauptgesang übernimmt Robert Fripp (der inzwischen irgendwelche Instagram-Reels macht wobei er unter anderem Limp Bizkit covert). Heilige Scheiße, ist das überwältigend. Ich glaube an dem Punkt ist auch das Review zu Ende.

10/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: 21st Century Schizoid Man, Moonchild, In the Court of the Crimson King


Freitag, 14. August 2026

So isses, Musik!#217

FROM FIRST TO LAST: From First To Last

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Unterrubrik bei "So isses, Musik!". Diesmal geht es nicht um irgendwelche Listen oder ganze Discographies oder so. Stattdessen habe ich beschlossen von Bands die mich irgendwie interessieren bzw. die es eigentlich evtl. Wert wären, dass man einen Blick auf ihre Discography riskiert, das erste und das letzte Album zu reviewen. Und damit meine ich das letzte Album, das bisher veröffentlicht wurde. Für einige Discographies fehlt einfach die Zeit und manchmal auch die Lust. Und weil die Rubrik so heißt wie sie heißt, habe ich beschlossen als erstes der Post-Hardcore Band From First To Last eine Chance zu geben.

Das erste Album heißt....

"Dear Diary, My Teen Angst Has A Bodycount" (2004)

Nun, es ist wie es ist. Ein absolutes scene-iges Album, dass sowas von in irgendeinem us-amerikanischen Einkaufszentrum hätte aufgenommen sein können. Die Band bestand zu dem Zeitpunkt aus Derek Bloom (dr), Jon Weisberg (b,voc), Travis Richter (git,voc), Matt Good (git, voc) und Sonny Moore (voc, git). Nach seiner Zeit bei der Band war es für Moore zu Ende. Seine Stimme hat die Anstrengung nicht vertragen. Kurze Zeit später wurde er Dubstep DJ, bekannt als Skrillex. Aber das nur so am Rande.


FFTL sind vielleicht nicht mit My Chemical Romance zu vergleichen, aber wenn dann eher mit The Used. Das sage ich, weil es die einzigen zwei Bands aus diesem Spektrum waren, die ich in meinem Leben gehört habe. Es ist genau das was ich erwartet habe. Ein Albumtitel das ein Filmzitat von Wynona Rider ist. Songtitel wie "I Liked You better Before You Were Naked On The Internet" oder "The One Armed Boxer vs. The Flying Guillotine". Verschachtelte Lyrics, die sich anhören als würde man 10 Sätze gleichzeitig anstelle von nur einem sagen. Sonny Moore klingt besonders schwermütig, manchmal aber besonders verheult und traurig. Zum Beispiel auf "Emily". Meine Fresse, wenn ein Song Emo ist, dann ist es dieser. Er sollte eigentlich im Musik-Wörterbuch stehen, wenn man nachschlagen möchte was "Mall Screamo" oder "2000s Emo" sein soll.

Es ist insgesamt eher durchwachsen, midtempo und für meinen Geschmack doch ein wenig zu weinerlich. Ich mag es eher, wenn man seinen Schmerz rausschreit und wütend ist als traurig. Also, schlecht ist es nicht, aber nun mal nicht ganz mein Fall. Das isses.

Anspieltipps: Kiss Me! I'm Contagious, Note To Self, Ride The Wings of Pestilence
6/10 Pfandflaschen



...und das letzte Album

"Dead Trees" (2015)

Das letzte bisher veröffentlichte Album heißt also "Dead Trees" und wurde in der Besetzung Matt Good (git, voc), Travis Richter (git), Taylor Larson (git), Matt Manning (b), Ernie Slenkovich (dr) und Spencer Sotelo (voc) aufgenommen. Wie ihr lesen könnt, ist bis auf Matt Good und Travis Richter niemand mehr vom Line-Up des ersten Albums da. Nachdem Sonny Moore ausgestiegen ist, hat Matt Good den Gesang übernommen. Travis Richter stieg zwischendurch ebenfalls aus, ist hier aber wieder da. Am Gesang haben wir Spencer Sotelo, den Leadsänger der Prog/Djent Metal Band Periphery. Dieser variert seinen Gesang definitiv anders als Moore, allerdings ebenfalls zwischen cleanen und nicht
cleanen Vocals. Die Instrumentals gehen definitiv in eine andere Richtung - es hört sich "metallischer" an, progressiver, mehr wie eine mathematische Formel. Weitaus weniger scene-ig auch wenn das Albumcover das irgendwie so rüberbringt. Stellenweise höre ich auch definitiv etwas Nu Metal raus - und zwar marke Linkin Park bzw. Spineshank. Andererseits wird es auch ziemlich emo-mäßig, vor allem was den poppigen Gesang betrifft. Wirklich großartiges Werk. Gefällt mir wesentlich besser als das erste Album.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Black And White, I Solemnly Swear That I Am Up To No Good, 



DEUTSCHPUNK-FEGEFEUER:

DxBxSx – Der Mittelstand

Raphi:

"Drive By Shooting aus Berlin machen Musik, die verdammt nach Berlin klingt. Das Ganze klingt ein bisschen nach einer Mischung aus Stoner Rock, Deutschpunk, einer Suppe aus Bier und dem Boden eines Aschenbechers, und jeder Menge keine Lust auf Arschlöcher. Und zu den vielen Leuten, denen DxBxSx mal den gestreckten Mittelfinger zeigen wollen, gehören auch Neoliberale."

Philipp:

"Ich kann mit dieser Band aus Prinzip nichts anfangen, das könnte unter anderem daran liegen, dass Berlin für mich die überbewertetste Stadt Europas ist, Berliner für mich Pfannkuchen heißen und ich die Berliner Schnauze für eine Infektionskrankheit halte.
Zudem kann ich dieser Stadt einfach nicht verzeihen, dass einer meiner liebsten Musikerkollegen seine Thüringer Provinz für sie im Stich ließ und lieber dort sein neues Glück (murxpunx.bandcamp.com) suchte. Und es gibt kaum eine Band, die mehr nach Berlin klingt, aussieht und riecht als DXBXSX. Wer's mag. Ich gehe dann mal heimlich unter der Bettdecke "Ihr!Alle!Immer!" hören."

Ich:

Ich weiß nicht an welche Deutschpunk-Legende mich der Sänger erinnert. Aber irgendwie kommt mir die Stimme bekannt vor. Wirklich sehr kurzweilige Lyrics. "Unterstützt den Mittelstand, Mittelstand, Mittelstand (...) gebt die Kinder aus der Hand!". Ziemlich cooles Gitarrensolo. Und später noch ein Riff dass an "Too Drunk To Fuck" von Dead Kennedys erinnert. Eine ironische "Auseinandersetzung" mit dem äh Mittelstand, also irgendwie ein Mittelfinger an äh den Mittelstand. Es ist irgendwie....belanglos. Also, klar nach allen Regeln des Deutschpunks tatsächlich gut durchgespielt. Der Song bleibt im Ohr stecken und ist simpel aufgebaut. Ich finde das allerdings schon beim zweiten Durchhören äußerst nervig. Ich kann mir nicht vorstellen, ein ganzes Album davon anzuhören.

Dödelhaie – Stolz

Raphi:

"Die Dödelhaie haben einen ziemlich dummen Namen und waren eng mit Daily Terror befreundet. Auch musikalisch finde ich die Band aus Duisburg eher unangenehm und unreflektiert. Ein paar Hits hatten sie dennoch, und dazu gehört eben die stark verkürze Kritik am Nationalstolz namens „Stolz“."

Philipp:

Dass uns Raphael solch einen Sondermüll zum reviewen vorsetzt, zeugt von einer sympathisch sadistischen Ader. Die beschissene Band mit dem beschissenen Namen scheint es wohl tatsächlich immer noch zu geben, sie ziehen immer noch 16Jährigen das Geld aus der Tasche und lassen ab und zu durch Nazi-Hacker ganze Kontaktdatenlisten veröffentlichen. Das war zumindest das letzte was ich mitbekommen habe, bevor ich zu alt war, mich jemals wieder mit dieser Bums-Kapelle zu beschäftigen. Schlechte Musik für schlechte Menschen, schlechte Texte, die von 16jährigen Jungpunks wohl okay wären aber nicht von angeblichen Szene-Helden. Deutsche Exploited (so abfällig wie möglich gemeint.).

Ich:

Ich habe diese Band tatsächlich nie kontinuierlich gehört. Meiner Erinnerung zufolge hatte ich irgendwelche einzelnen Tracks, die es kostenlos zum Download gab. Zum Beispiel das Lied "Radikal". Ich verstehe den Bandnamen nicht. Was habt ihr mit Pimmeln und Haien? Warum macht ihr solch beschissene Musik? Okay, das Riff am Anfang ist irgendwie cool. Dieser Gesang und die Art und Weise wie der Sänger bestimmte Worte ausspricht ist unfassbar nervig ("in der Schweiiiiiiz!"). Der Text sowieso. Soll eine Auseinanderstzung mit Nationalstolz sein, klingt aber eher wie "ugga ugga wir singen das was andere schon gesungen haben". Meine Fresse, warum? Waruuuuuuuuuum? Mir fällt dazu dieses Meme ein mit dem alten Mann der sich vor seiner Haustür auf den Boden legt, weil irgendjemand ihn dahin gepinkelt hat und er dabei "waruuuuum was hab ich dir getaaaaan?" schreit.

DritteWahl – Sonne und Meer

Raphi:

"Den Song habe ich mir damals mit einem 28.8K Modem heruntergeladen und ich bereue bis heute keine der vielen Minuten, die ich dafür gebraucht habe. Bis heute riecht das Lied für mich nach frischer Seeluft und all dem Ekel, den ich auf meinem einzigen Besuch beim Force Attack Festival erlebt habe. Seitdem habe ich Dritte Wahl bestimmt vier mal live gesehen, aber kenne eigentlich bis auf „Hash“ und „Sonne und Meer“ fast keinen Song. Ich liebe aber das lange Outro und den Gesangseinsatz zu Beginn der zweiten Strohpe."

Philipp:

"Dritte Wahl waren tatsächlich eine der wichtigsten Bands meiner Jugend. Die erste Punkband, die ich wirklich für hart hielt, die erste Band, die mir musikalisch die Tür in andere Genres geöffnet hat und dazu noch echt annehmbare Texte hatte. Es gibt kaum eine andere Band, die ich zwischen 2007 und 2016 so oft live gesehen habe, von der ich jedes Lied von "Fasching In Bonn" bis "Gib Acht" frenetisch mitgrölen konnte und dafür bin ich bis heute dankbar. Mit allen Alben nach diesem Album und einer etwas unliebsamen Begegnung mit den Bandmitgliedern selbst haben sie mich leider völlig verloren. Das ändert nichts daran, dass sie ein paar wirklich großartige Songs geschrieben haben und immer herrlich unangepasst zwischen sämtlichen Stühlen zwischen Punk, Metal und irgendwie etwas peinlichem Rockertum saßen. "Sonne Und Meer" ist dabei bereits zu DDR-Zeiten entstanden und lässt einigen Interpretationsspielraum zu, ja könnte tatsächlich sogar von einer misslungenen Fluchtgeschichte handeln. Toller Song von einer einstmals tollen Band, die mittlerweile leider ziemlich belanglos geworden ist."

Ich:

Dritte Wahl sind jahrelang an mir vorbeigegangen. Ich weiß nicht ob es an dem Namen lag oder oder oder. Jedenfalls waren sie in meinem Kopf nie präsent. Vielleicht lag es auch daran, dass sie auf mich relativ unspektakulär wirkten. Wenn ich mir den Text so anhöre, kann ich Philipp nur zustimmen. Meiner Meinung nach geht es hier auch um eine Fluchtgeschichte. Vielleicht geht es dabei um jemanden aus dem Bekanntenkreis der Band. Ich mag die Zusammenstellung des durchaus einfachen aber intensiven Textes, etwas Gitarrensoli und einfachen Arrangement. Ebenfalls gefällt mir das Intro mit dem ausklingenden Schlagzeug, dem Meer und den Möwen. Es ist catchy und irgendwo wohl typisch Deutschpunk. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie theoretisch mein 17-jähriges ich auf der Mainwiese sitzt und Sangria trinkt und irgendwoher läuft dieses Lied aus einem Tapedeck.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Ulver Discography: Silence Teaches You How To Sing EP (2001)

Das nenne ichmal ein gelungenes Experiment. Erschienen zwischen "Perdition City" und dem Sountrack zu "Lyckantropen". Direkt danach werde ich mich übrigens mit einer ähnlich betitelten EP beschäftigen, die "Silencing The Singing" heißt. Aber das nur so nebenbei. 

Die EP besteht aus einem einzigen Song, der genauso heißt. Teile davon wurden für den Score des Horrorfilms "Sinister" verwendet, als auch dessen Sequel. Ich fand beide unsäglich schlimm. Aber das


auch nur so nebenbei. Das Werk ist wieder mal ein Beweis dafür, dass Ulver quasi alles können. Es ist nämlich nicht "Post Metal" oder "Synthpop" und nicht bloß "Ambient" sondern ein wirklich experimentelles Werk dass irgendwo in der Dark Ambient Sphäre anzusiedeln ist. Im Grunde genommen hört sich "Silence Teaches You How To Sing" an wie ein defekter Radiosender bei welchem man ganz lange nach einem Signal suchen muss. Man kriegt also typische Radiogeräusche zu hören. Statisches Rauschen, Surren, Wirren. Und dann irgendwann mal tatsächlich ein Musiksignal. Fast so als würde man durch eine post-apokalyptische Landschaft in seinem uralten Auto fahren und versuchen irgendwie ein Lebenssignal von überlebenden Menschen zu finden. Irgendwann kommt dann auch tatsächlich typischer Gesang von Kristofer Rygg. Ehrlich gesagt ist es ganz schön schwierig für Ulver, mich irgendwie zu enttäuschen. Auch hier schaffen sie es so überhaupt gar nicht. Es ist wunderschön, kryptisch und faszinierend.

8,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: lol es gibt nur einen Song



Mittwoch, 12. August 2026

Film der Woche#691: Justice League Double Feature#7

Justice League x RWBY: Super Heroes & Huntsmen, Part Two (2023)

Ach....Okay, also im letzten "Justice League Double Feature" gab es eine Kritik zum ersten Teil zu lesen. Diese könnt ihr hier nachlesen. Und äh naja, im Grunde genommen habe ich zum zweiten Teil nicht besonders viel zu sagen, ehrlich gesagt. Es ist im Prinzip eine sehr ähnliche Handlung, nur dass alles auf der Erde stattfindet. Sprich: Die RWBY-Jägerinnen gelangen auf die Erde und kämpfen gemeinsam mit der Justice League (die nun wieder erwachsen ist) gegen die Grimm-Monster. Es stellt sich heraus, dass hier hinter, wie im ersten Teil, eines der Gegner der JL steckt, eine äh KI namens Kilgore

- ihr Partner dabei ist Doctor Arthur Watts, der tatsächlich aus der Welt der RWBY stammt und irgendwie sein äh Bewusstsein digital in die andere Welt übertragen hat. Also, RWBY und Justice League kämpfen gemeinsam mit den Batman/The Flash-Schurken Killer Croc, Mirror Master und Weather Wizard gegen die Grimm Monster usw. usf.

Ich habe dazu nichts mehr zu sagen. Es ist scheiße, sieht aus wie eine Fortnite-Live-Übertragung, der Plot ist austauschbar. Es ist in meinen Augen absoluter Müll. Selbst wenn der Film an jüngere Zuschauer gerichtet ist, warum nicht trotzdem etwas anspruchsvolleres kreieren? Meine Fresse ey. Ich wollte eigentlich ein Bild von einem eingeschlafenen alten Mann in seinem Sofa hier drunter posten - sinnbildlich für mich während der Sichtung des Films, aber so gemein bin ich nun doch nicht. Anyway:

0/10 Pfandflaschen
Trailer:




Justice League: Crisis on Infinite Earths, Part One (2024)

Es gab ja vor einiger Zeit ein Comic Book Review zum gleichnamigen Comic. Und wie es der (nicht)Zufall will, kommt jetzt das Review zum darauf basierenden Animationsfilm.

Barry Allan (Matt Bomer) aka Flash durchlebt immer wieder Zeitsprünge in verschiedene Phasen seines Lebens, als würde er alles noch mal durchleben. Eines dieser großen Momente ist der Kampf von ihm, Batman, Superman, Wonder Woman und Martian Manhunter gegen den Androiden Amazo. Das ist schon der zweite Kampf, nach dem ersten wurde Superman verwundet und man suchte Hilfe bei Bruce Wayne aka Batman. Der erste Kampf war auch die quasi Inspiration für die Gründung eines Teams, der Justice League. Amazo hingegen wurde von einem Wissenschaftler namens Professor Ivo erschaffen - und von Lex Luthor missbraucht. Dieser beeinflusste den Androiden so, dass er anfing Superhelden ihre Kräfte zu rauben. Während der scheinbar unkontrollierbaren Zeitsprünge wird Barry aber auch zwei mal auf die Erde-3 geschickt, wo das skrupellose Crime Syndicate herrscht. Dieses besteht aus "bösen" Versionen der Justice League: Ultraman, Superwoman, Johnny Quick, Owlman und Power Ring.

Nachdem das CS Flash foltert finden sie durch sein Geständnis heraus, dass Multiversen existieren und beschließen andere Welten ebenfalls zu unterwerfen. Jedoch besteht eine multiverselle Gefahr. Eine Welle von Anti-Materie droht verschiedene Welten zu zerstören. Erde-3 ist als nächstes dran. Während eines anderen Zeitsprungs zu Barrys Hochzeit taucht ein Wesen namens Harbinger (Meg Donnelly) auf und fordert Flash und seine anwesenden Superhelden/Trauzeugen mitzukommen. Sie sammelt nämlich die besten Kämpfer/Schlaumeier/Taktiker von den verschiedensten Erden - im Auftrag eines die Welten beobachtenden Wesens namens Monitor (Jonathan Adams). Gemeinsam sollen nun die verschiedensten Superhelden einen Weg finden die Anti-Materie Wellen zu stoppen und somit auch die Zerstörung des Multiversums. Dabei sind nun zwei verschiedene Supermen, Huntress (die Tochter von Bruce Wayne von Erde-2), Robin (ebenfalls von Erde-2, zu dem Zeitpunkt hat der Erde-1 Batman noch keinen Robin), Green Arrow, Hawkman, Vixen, Mister Terrific - nur um ein paar zu nennen.

In erster Linie ist das eine interessante Story. Ich stehe drauf, wenn jemand wortwörtlich durch sein Leben springt und immer wieder alte Erinnerungen auffrischt. Was mir auch gefällt ist, wenn ein riesiges Team aus Helden von verschiedenen Welten gebildet wird. Tatsache ist aber, dass sowas mittlerweile eher eingesetzt wird um Nostalgie-Punkte bei alten Fans zu kassieren. Denn, es gab bis auf das Arrowverse-Serienevent keine vernünftige Verfilmung von "Crisis On Infinite Earths". Ich vermute mal, dass in diesem DC-Animated/wieauchimmersichdasjetztnennt-Universum dieser Film zu einem Reboot führen wird. So wie die Comic Reihe damals zu einem Reboot geführt hat. Einfach weil alles für neue Fans unübersichtlich wurde. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass es vor einigen Jahren auch einen Reboot gegeben hat, aus dem gleichen Grund. Überhaupt gibt es eine Reihe von Standalone-Filmen, zusammenhängenden Filmen und wenn man keine Ahnung von hat, muss man sich ganz schön einlesen. Anyway: Der Zeichenstil erinnert mich ein klein wenig an die DCAU-Serien aus den 90ern nur dass die Gesichter nicht ganz so kantig sind. Mir gefällt dieser Ausflug in unterschiedliche DC-Welten. Allerdings wirkt der erste Film wie eine Art Teaser. Nicht weil wenig passiert sondern weil noch viel mehr passieren wird. Es ist im Grunde nur ein Vorgeschmack für ganz schön viel Zeug. Ich hoffe es wird nicht komplett verhunzt indem man einfach nur einen Haufen Superhelden in eine Suppe schmeißt in der Hoffnung, es würde schon irgendwie funktionieren. 

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:




Dienstag, 11. August 2026

Comic Book Review#689: Batman: Legends of the Dark Night Annual#5 (1995)

Wieder mal eine Leihgabe von Kollegen M., wieder mal vielen Dank dafür.

Diesmal handelt es sich um eine Annual Ausgabe (also eine jährliche Ausgabe) von "Batman: Legends of the Dark Knight". Eine Annual Ausgabe erscheint einmal im Jahr (nein echt) und behandelt eigentlich immer eine in sich abgeschlossene Geschichte und ist auch etwas dicker als die monatlichen Ausgaben. Bei "Batman: Legends of the Dark Knight" handelt es sich um eine Reihe, die in den 1990ern rausgekommen ist und bereits bekannte Stories über Batman noch mal im neuen Gewand präsentiert hat.


In der Ausgabe#5 befinden wir uns scheinbar immer noch (der Überschrift "Year One" nach zu urteilen) im ersten Jahr der Karriere Bruce Waynes als Batman. Es existieren hier zwei Handlungsstränge, die irgendwann aufeinander treffen. Zum einen ist es die Story des Forscher Kirk Langstrom, der gehörlos ist und sich mit genetischen Experimenten beschäftigt. Er fragt sich ob man ein Serum, welches auf der DNA von Fledermäusen basiert, Menschen injizieren kann - damit unter anderem Gehörlosigkeit geheilt werden kann. Allerdings wird seine Forschung irgendwann nicht mehr finanziert weil sie als pseudowissenschaftliches und unprofitables Mambo Jambo verstanden wird. So testet er das Medikament an sich selbst und es funktioniert. Sein Gehör ist wieder da und er ist so selbstsicher, wie nie zuvor. Doch es verwandelt ihn nach und nach in eine übergroße Fledermaus. Sein Bewusstsein als Mensch verschwindet immer mehr, sodass nur noch das Tier da ist, was nachts durch Gotham streift. Seine Partnerin Francine will ihn suchen, doch sein Laborpartner Darryl will ihr währenddessen an die Wäsche und versucht sie davon zu überzeugen, sie solle ihn vergessen. Zum anderen geht es hier auch um Batman, der eine Gruppe von Einbrechern jagt und dabei immer wieder versagt. In seiner Batcave arbeitet er gemeinsam mit seinem Butler Alfred Pennyworth an Verbesserungen am Batkostüm. Einer der Verbrecher wird irgendwann fest genommen und erzählt irgendwas über ein Monstrum, dass wie eine riesige Fledermaus aussieht. Er ist fest davon überzeugt, dass das Batman ist. Auch die Zeitungen greifen die Behauptung auf und es entsteht eine "steile These", Batman wäre ein tatsächliches Fledermaus-Mann-Hybrid. Fest steht: die Wege von Langstrom und Wayne müssen sich einfach kreuzen. Dem Mann im Körper einer riesigen Fledermaus muss geholfen werden.

Zeichnungtechnisch ist das hier sowieso grandios. Ich finde, dass Quique Alcatenas Darstellung des Dunklen Ritters irgendwie auf der von "Batman: The Animated Series" basiert. Generell fühle ich mich hier an die erste Folge der Serie erinnert - schließlich basiert sie auf der gleichen Story auf welcher dieser Comic hier basiert. Mir gefällt außerdem wie man das Thema "das Tier im Menschen" aufgreift und vielleicht deswegen die Gesichtszüge der meisten Menschen hier so animalisch und aggressiv wirken. Dazu kommt noch der Umgang mit dem Verlust von Sinnen bzw. der Überreizung durch die Übersteigerung der Sinne. So ist Langstrom zuerst taub und völlig unsicher. Als jedoch das Serum ihm sein Gehör wieder gibt, wird er zum selbstsicheren coolen Typen. Bis dann seine radarmäßigen Supersinne komplett überreizt sind und er irgendwann das Steuer an das Tier abgibt, dass diese Sinne wesentlich besser kontrollieren kann. Fantastisches Aufeinandertreffen von Batman und Man-Bat. Wirklich großartige Story von Chuck Dixon. Ich stehe auf diese inneren Monologe. Es ist fantastisch.

9/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von der Southgate Media Group:




Montag, 10. August 2026

Album der Woche#693: Earth - The Bees Made Honey in the Lion's Skull (2008)

Kann mich grob daran erinnern, viel über diese Band gelesen zu haben - als auch das Gitarrist Dylan Carlson in den Schlagzeilen war, weil er das Gewehr besorgt mit welchem Kurt Cobain sich erschossen hat. Aber darum geht's hier nicht. Auch nicht, dass Earth sich letztens (Ende Januar 2026) in Italien geweigert haben neben einer Palästina-Fahne zu spielen, ich das begrüßt habe und dumme Kommentare

abbekommen habe. Darum geht's nicht. Diesmal geht es um das fünfte Album von Earth namens "The Bees Made Honey in the Lion's Skull". Ich habe seltsamerweise den Titel falsch in Erinneung gehabt und habe irrtümlicherweise geglaubt, es würde sich um einen Bären- und nicht um einen Löwenschädel handeln.

Der Titel ist ein Bezug auf eine Zeile im "Buch der Richter" im Alten Testament. Darin hat Samson einen Löwen geschlachtet und hat hinterher gesehen wie Bienen in dessen Schädel angefangen haben Honig auszubreiten. Die Songtitel beziehen sich teilweise auf das Buch "Blood Meridian" von Cormac McCarthy. 

Da ich zwar viel über Earth gelesen habe, aber bis jetzt nicht wirklich das Vergnügen hatte, mir die Band anzuhören war ich doch ziemlich überrascht. Ich erwartete eine Art Hybrid aus Doom Metal, Sludge und Grunge. Was ich stattdessen bekommen habe waren Songs mit Überlänge, die zwar ein wenig das Doom Metal Feeling rübergebracht haben, allerdings ohne schwere langatmige Riffs. Und auch ohne Gesang. Ich habe mich beim Anhören gefühlt, als würde ich den Soundtrack zu "They Live" anhören. Als würden sich die Menschen um mich herum als Nicht-Menschen entpuppen und als wäre alles irgendwie da aber auch nicht. Wenn ich ehrlich bin, lässt sich das schwer einsortieren. Ich nenne es "Undoomed Metal". Es sind dieselben Merkmale da, es ist progressiv, monoton und irgendwie auch langatmig. Allerdings fehlen jegliche Kontexte zum Weltuntergang, Cannabis oder irgendeiner Art von Depression geschweige denn irgendwelche Referenzen zu Sabbath, Pentagram usw. Im Grunde genommen ist es leicht schwere (aber nicht zu schwere) langatmige Rockmusik - die eine Hammond Orgel inkludiert und ein elektrisches Piano. Interessante Sache, das. Wirklich sehr interessant. Und unglaublich entspannend.

Anspieltipps: Miami Morning Coming Down II (Shine), Hung From The Moon
8,5/10 Pfandflaschen


Mittwoch, 5. August 2026

Film der Woche#690: Justice League Double Feature#6

Hallo und herzlich willkommen zum nächsten Teil der "Justice League Double Feature"-Reviewreihe. Hier ist Teil 5. Tatsächlich sind in der Zwischenzeit einige neue Filme rausgekommen und naja, ich kann wohl nicht anders. Here we go again.

14. Justice League x RWBY: Super Heroes & Huntsmen, Part One (2023)

Der nächste JL-Film ist tatsächlich eine Comicverfilmung (wer hätte das gedacht?). Allerdings von einem Crossover mit RWBY, einer Animeserie. Es ist ein Zweiteiler, den es auch als Gesamtausgabe zu sehen gibt. Ich hätte allerdings die Gesamtausgabe nicht ausgehalten, deswegen habe ich mir erstmal den ersten Teil reingezogen. Holy moly.

Die RWBY, das sind Ruby Rose (Lindsay Jones), Weiss Schnee (Kara Eberle), Blake Belladona (Arryn Zech) und Yang Xiao Long (Barbara Dunkelman). Es handelt sich dabei um vier Jugendliche, die auf der fiktiven Welt von Remnant leben und dort trainieren um "Jäger" bzw. "Jägerinnen" zu werden um ihre Welt vor sogenannten "Grimm" (so großen Monstern) zu beschützen. Auf dieser Welt gibt es lauter Furries  Menschen mit Tiereigenschaften, eine große Schule die eben diese Jäger und Jägerinnen ausbildet und noch viel viel mehr. Jedenfalls landet durch puren Zufall Superman (Chandler Riggs) dort - allerdings in Gestalt eines Teenagers. Mitten im Kampf, einfach so. Nach und nach stellt man fest,

dass auch andere Helden der JL ebenfalls dort gelandet sind. Bruce Wayne aka Batman (Nat Wolff) verfügt nun über Flügel, Green Lantern Jessica Cruz (Jeannie Tirado) hat ihren Ring verloren, Mari McCabe aka Vixen (Ozioma Akagha) hat nun einen tierischen Schwanz und äh Diana/Wonder Woman (Natalie Alyn Lind), Cyborg Victor Stone (Tru Valentino) und Flash aka Barry Allen (David Errigo Jr.) sind auch da. Gemeinsam gähn schmieden sie ein Team-Up mit RWBY um äh dann festzustellen, dass diese Welt scheinbar nur eine Illusion ist. Es ist eine digitale Simulation vom Remnant und irgendjemand hat beide Teams zusammengebracht, mit welchem Zweck auch immer.

Aufgrund des Posters habe ich irgendwas anderes erwartet. Dachte mir, dass die RWBY-Charaktere im Anime-Style gezeichnet sind, der Rest aber nicht. Doch weit gefehlt. Es ist ein CGI-Anime, die Bewegungen sind höllisch unnatürlich, die Charaktere einfach potthässlich. Alles fühlt sich an wie ein Videogame mit typischen Gitarrensoundtrack für die Boss-Fights zwischendrin. Und ich meine nicht ein Videospiel für die PS5 oder so, nein nein. Eher für ein Handyspiel, die Werbung wofür man bei seiner Sprachlern-App einfach nicht wegwischen kann. Das wollte ich auch die ganze Zeit tun, als ich den Film gesehen habe. Alles einfach wegwischen. Ich fand das höllisch anspruchslos und darum anstrengend. DC-Superhelden, die zufällig auf einer anderen Welt landen, plötzlich Teenager sind und sich mit einem anderen ungewöhnlichen Team zusammen tun müssen. Dabei ist alles alles andere als ungewöhnlich und einfach nur höllisch generic. Generic plot, generic voice acting, generic animation. Ich verstehe nicht, was man daran irgendwie besonders finden soll. Bruce Wayne als jugendlicher Batman ist dabei mit das allerschlimmste glaube ich. Naja, was soll's. Nächste Woche ist der zweite Film dran. Mal gucken, was dabei für mich rauskommt. Wahrscheinlich nichts gutes.

1/10 Pfandflaschen
Trailer:



15. Justice League: Warworld (2023)

Wieder einmal greift man auf das Szenario "DC-Helden landen in einer merkwürdigen Parallelwelt" zurück. Diesmal ist es jedoch nicht ganz so einfach. 

Wonder Woman Diana Prince (Stana Katic), Batman Bruce Wayne (Jensen Ackles) und Superman Clark Kent (Darren Criss) finden sich auf drei verschiedenen Welten wieder. Den Anfang macht Wonder Woman die urplötzlich in einer Art Wilder Westen Simulation ist und dort gegen Jonah Hex kämpft. Der Revolverheld ist dort tatsächlich ein Bösewicht (im Gegensatz zu sonst) und unterdrückt die hiesige Bevölkerung die sich geweigert hat irgendwelches Schutzgeld zu bezahlen. WW stellt sich selbstverständlich auf die Seite der Menschen, die sich in einem zerstörten Gebäude verschanzt haben. Die nächste Episode handelt von Batman der in der Fantasy-Welt von Skartaris als Söldner tätig war, um den Herrscher Warlord auszuschalten. Dieser nimmt Batman jedoch gefangen, damit er ihn als Sklave dient. Batsy überzeugt ihn allerdings, dass er noch von Nutzen sein kann und so reisen sie gemeinsam zu der Festung des Zauberers Deimos (der in dem Szenario Batman beauftragt hat) um ihn das Handwerk zu legen. Batman soll dafür jede Menge Goldmünzen bekommen. In der letzten Episode finden wir uns in einer 1950er Sci-Fi-Noir-Welt wieder. Clark Kent ist ein Agent der zusammen mit
seinem Kollegen Faraday einen geheimnisvollen Fall einer UFO-Landung untersucht. Es stellt sich heraus, dass weiße Marsianer auf der Erde gelandet sind und der letzte grüne Marsianer (J'Onn J'Onnz) von ihnen gefangen genommen wurde - dieser ist auch für die Erschaffung der fiktiven Welten verantwortlich. Er wurde von einem Bösewicht namens Mongul dazu gezwungen - folglich wanderten Batman, Superman und Wonder Woman in den fiktiven Wild West/Fantasy/Sci-Fi-Noir Welten umher und kämpften, ohne zu wissen dass das alles Fiktion ist. Alles findet auf einem künstlich erzeugten Planeten namens Warworld statt.

Warworld funktioniert als Episodenfilm doch ganz gut. Allerdings hat man hinterher das Gefühl dass die besagten Episoden doch ein wenig kurz sind und man durchaus mehr draus hätte machen können. Insbesondere Batmans Ausflug nach Skartaris ist richtig cool und ich hätte Bock gehabt zu sehen wie es weiter geht. Es ist alles eine skurrille Mischung aus Italo-Western, Conan like Fantasy und schwarz/weiß Sci-Fi Filmen. Nur um am Ende zu zeigen, dass alles gar nicht echt ist. Tatsächlich wären drei einzelne Filme doch ganz geil gewesen. Mal wieder zeigt sich allerdings, dass wenn die Drehbuchautoren fähig sind, dann funktioniert das. Man kann einen beliebigen Helden in ein beliebiges Szenario packen. Bis es irgendwann zu blöd wird. Jedenfalls ist der Zeichungsstil sehr geil. Ich mag die Rückkehr der kantigen Gesichter. Und im Vergleich zu vorherigen Film ist das hier wirklich große Klasse. Trotzdem hätte man noch mehr draus machen können. Aber ich wiederhole mich.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 4. August 2026

Comic Book Review#688: Judge Dredd: The Judge Child (2013)

Wieder mal eine freundliche Leihgabe von Kollegen M. Danke dafür. 

Rausgekommen im Jahre 2013 beinhaltet das Band die komplette "The Judge Child" Saga, die ursprünglich 1980 in den Ausgaben 156-181 des britischen Comic Magazins "2000AD" erschienen ist. Worum geht es? Nun, es ist eine definitiv andere Art von Judge Dredd Story. Diesmal geht es um ein Kind. Judge Feyy erzählt auf seinem Totenbett von einem Jungen namens Owen Krysler. Er hat ein Muttermal auf der Stirn, dass eine ähnliche Form hat wie das Symbol der Judges in Mega City One - ein

Adler. Feyy sagt, dass in der Zukunft irgendeine Art von Katastrophe über die Stadt hereinbrechen wird. Und nur dieser Junge wird es verhindern können. Also macht sich Judge Dredd auf den Weg, ihn zu finden. Er wird in einer Sekten-Siedlung festgehalten, von einem Typen namens Faro, der sich eingebildet hat der letzte Nachfahre der alten Ägypter zu sein. Er baute eine Sekte auf, in der sich Müll als Währung, Baumaterial und äh Ideologie durchgesetzt hat. Faro ist der Meinung, Krysler würde ihn in der Nachwelt als Begleiter dienen. Leider schafft Judge Dredd nicht, den Jungen aus den Fängen der Sekte zu befreien. Es kommt zu einem Sklavenaufstand und der Junge verschwindet. So wird ein Suchtrupp aufgestellt, der zu fremden Planeten reist, weil die Spur eben dorthin führt. Auf seiner Reise durch die Galaxis erlebt JD wieder mal äußerst skurrille Sachen. Unter anderem einen Planeten auf welchem Krieg gespielt und im Fernsehen ausgestrahlt wird.

Das ist mal eine Story. Eine, die sich durch 26 Kapitel durchzieht. Es geht um eine Sekte, Sklaverei, merkwürdige Gesellschaften auf fremden Planeten, Roboter die eine eigene Gesellschaft aufgebaut haben. Und natürlich dieses merkwürdige Kind, dass irgendwie in die Zukunft sehen kann. Und vielleicht gar nicht mal so gut ist, wie man es sich am Anfang vorgestellt hat. Irgendwie kann der Junge nicht nur in die Zukunft sehen, sondern die Ereignisse zu seinem Vorteil steuern. Leider ist das Ende irgendwie nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe - andererseits irgendwie doch. Es muss einfach ein gewisses Schema beibehalten werden und dieser Junge passt da irgendwie nicht ganz rein. Am witzigsten fand ich die Episode mit dem fliegenden Händler, der Dredd und andere Judges auf Actionfigurengröße verkleinert und in seinen Koffer gesteckt hat. Man könnte meinen, hier gäbe es so einige Fillerepisoden, aber egal. Es funktioniert. Es ist amüsant, spannend, witzig und stellenweise brutal als auch satirisch. Really good stuff. Gezeichnet wieder mal von Brian Bolland, Mick McMahon und Ron Smith. Geschrieben von John Wagner und Alan Grant.

8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von 2000AD:


Montag, 3. August 2026

Album der Woche#692: The Cure - Three Imaginary Boys (1979)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Album der Woche". Diesmal haben wir es tatsächlich mit dem ersten Album von The Cure zu tun, welches 1979 veröffentlicht wurde. 2029 wird dieses Album ganze 50 Jahre alt und Sänger Robert Smith wird 70. Zu diesem Zeitpunkt plant er, aufzuhören.

Wir haben es hier, auf diesem Blog, schon mit einigen Cure-Alben zu tun gehabt. Aber niemals mit dem ersten. Irgendwie war es nie in meinem Fokus. Wahrscheinlich weil kaum jemand sich daran erinnern kann oder irgendein Song davon mir bekannt war. Tatsächlich ist Robert Smith (was Bassist Michael Dempsey und Drummer Lol Tolhurst betrifft, weiß ich nicht) insgesamt sehr unzufrieden damit
gewesen. Die Plattenfirma hat nämlich entschieden, welche Songs hier drauf erscheinen werden und wie das Albumcover auszusehen hat. Es ist wirklich sehr komisch. Statt irgendwelchen psychedelischen Bildern oder gothisch anmutenden Designs haben wir es mit einer Lampe, einem Staubsauger und einem Kühlschrank zu tun. Dazu noch der Titel "Three Imaginary Boys", der sich wahrscheinlich auf die Band als Trio bezieht. Keine Ahnung.

Auch musikalisch ist das hier ganz schön anders und irgendwie auch seltsam, aber doch unverkennbar The Cure und somit auch gut. Allerdings ist man hier noch etwas weiter entfernt von Begriffen wie "Gothic Rock" oder "Neo Psychedelia". "Three Imaginary Boys" ist definitiv ein äh post-punkiges Power Pop Album, was durchaus aufgeweckt und irgendwie fröhlich klingt. Andererseits jedoch hört man dass Robert Smith zwischendurch seinen Atem holen muss und meiner Meinung nach auch dass die Songs am laufenden Band bzw. während der Aufnahmen der Songs geschrieben wurden. Sie wirken auf mich eher wie fast fertig gebrachte Skizzen. "Fire In Cairo" ist so ein Beispiel. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen einen Song mit dem buchstabierten Titel im Refrain zu füllen. Und zwar "F-I-R-E-I-N-C-A-I-R-O". Es gibt außerdem ein Cover. Jimi Hendrix Experiences "Foxy Lady", das in einer Jam Session entstanden ist. Tatsächlich gar nicht mal so schlecht, nur Michael Dempseys Stimme ist sehr ungewohnt. Wäre es nach der Band gegangen, wäre dieser Song hier gar nicht drauf gewesen. Wiederum andererseits ist "Meathook" ein Song der mit ein paar Verwurstungen wie das spätere Werk "Lovecats" klingen könnte. "Three Imaginary Boys" klingt wie eine etwas ausgereiftere Demo Kassette die deutlich besser produziert ist und trotzdem sehr nach Lo-Fi klingt. Kein Bombast, keine Keyboards, nur eine Mundharmonika als Begleiterscheinung. Irgendwie seltsam und doch faszinierend. 

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Meathook, Grinding Halt, Fire In Cairo


Freitag, 31. Juli 2026

Happenings des Monats: Juli'26

The Other auf dem Bochum Total am 04.07.2026

Mich hat es schon seit Jahren nicht mehr aufs Bochum Total verschlagen. Das letzte Mal war vor einigen Jahren, als tatsächlich eine Horror Punk aufgetreten ist: Bloodsucking Zombies From Outer Space. Diesmal war es wieder so weit - wieder eine Horror Punk Band. The Other habe ich bis dahin zwei mal live gesehen - eines davon war ebenfalls auf einem kostenlosen Festival. Ich glaube, das war das NORD Open Air in Essen, vor einigen Jahren.

Das Szenario lief folgendermaßen ab: Ich gehe hin, ich gucke an, ich gehe wieder. Einfach mit niemanden reden und so. Einfach The Other. Selbstverständlich bin ich nicht nur wegen der Musik hin sondern irgendwo auch wegen nostalgischer Gefühle hin. The Other waren Teil der deutschsprachigen Horror Punk Online Community, deren Teil ich vor rund zwanzig Jahren war. Das waren meine ersten richtigen Schritte im deutschsprachigen Internet. Das Horrorpunk Forum war damals meine zweite Heimat. Ich empfehle dazu dieses eine Video von KrachmuckerTV, ehrlich jetzt.

Und zum Auftritt selbst: Es war wirklich absolut großartig. The Other spielten eine Bandbreite von Songs die von "ganz früher" reichen bis zu ihren neuesten Charterfolg mit dem Album "Alienated". Ich fands cool, dass sie ihre alten Songs gespielt haben, sodass die "neuen" Leute im Publikum auch einen Überblick bekommen und sich "anstecken" können. Denn die alten Songs sind tatsächlich anstecken. Sie sind relativ simpel gestrickt und mitsingbar. Man weiß nach kurzer Zeit sofort, was man mitzusingen hat. Zum Beispiel "Beware of Ghouls". Man weiß es nach dem ersten Durchang des Refrains sofort. Dadurch, dass neue Songs zu hören sind merkt man auch einen Unterschied und sieht wie sich die Band weiterentwickelt hat. Von einer Misfits-Coverband zu einer eigenständigen, die nicht bloß stumpf die Horrorpunk Klischees nachspielt (die woah oh ohs zum Beispiel) sondern sich auch durchaus an anderen Elementen aus anderen düsteren Genres.

Wie die letzten beiden Male super sympathisch, gar nicht abgehoben oder so. Sehr gerne bald wieder.
Achja, hier ein Video von dem Auftritt.

Stricher guckt sich "Supergirl" an am 05.07.2026 im UCI Duisburg

Vielen Dank an Genosse A. fürs Mitkommen. Es war angenommen jemanden eine komplett neue Welt zu zeigen. 

"Supergirl" ist keine Fortsetzung von "Superman" (2025) in dem Sinne, allerdings schon der zweite Film des "DC Universe" und gleichzeitig auch das zweite filmische Kapitel in der Saga "Gods And Monsters". Ursprünglich sollte der Film Teil des vorher abgeschlossenen "DC Extended Universe" sein. In der Hauptrolle war eigentlich Sasha Calle vorgesehen. Doch es kam alles anders, alles wurde rebooooooted und so weiter und sofort. Gleichzeiti ist es auch die Verfilmung der Comic-Reihe: "Supergirl: Woman of Tomorrow" von Tom King und Bilqis Evely. Regie führte Craig Gillespie, das Drehbuch schrieb Ana Nogueira. 


Zunächst befinden wir uns in der Gegenwart. Erst später wird die Origin Story von Supergirl erzählt, die ich im Laufe des Reviews anreißen werde. Supergirl aka Kara Zor-El (Milly Alcock) feiert ihren 23ten Geburtstag. Da die Kryptonierin, wie ihr Cousin Superman aka Kal-El (David Corenswet) auf der Erde dank der gelben Sonne übermenschliche Fähigkeiten hat (wie zum Beispiel keine Reaktion auf Alkohol) feiert sie auf anderen Planeten - mit einer roten Sonne. So ist sie mit ihrem Hund Krypto unterwegs und gibt sich ordentlich die Kante. Eines Abends trifft sie auf Ruthye Marye Knoll (Eve Ridley). Sie ist die einzige Überlebende eins Massakers. Ihr Vater, ihre Mutter und ihr Bruder wurden umgebracht. Die Eltern waren begabte und nicht unbekannte Waffenschmiede. Die Täter sind die Briganden, eine Gruppe von Menschenhändlern und Piraten, die bekannt dafür sind ihre Gegner zu vergiften und zu verschleppen. Supergirl fällt ihr ins Auge, nachdem ein anderer Versuch jemanden für ihren Rachefeldzug zu rekrutieren fehl schlägt. Die Kryptonierin lehnt zuerst ab, doch als die Briganden die Siedlung aufsuchen in welcher sie sich aufhält und bei ihrer Abreise ihr Raumschiff mitnehmen als auch Krypto vergiften, wird die Sache persönlich. Supergirl und Ruthye werden nun unfreiwillig zu Partnerinnen die ein Ziel haben: Briganden auffinden, Rache üben und das Gegengift an sich reißen, das Krypto retten kann.

Manche würden sagen, der Film versucht nur James Gunns Machart in "Superman" zu kopieren. Andere würden sagen, er wäre "woke". Andere können mit Superheldenkram nichts anfangen und bleiben dem Kino fern. Ich frage mich an der Stelle, was den Film den bitte schön "woke" macht. Werden hier irgendwelche menschenfeindlichen Religionen zu etwas progressiven Verklärt? Werden Gender-Normen auf eine "linke" Art und Weise reproduziert und als progressiv verkauft? Nein. Stattdessen haben wir eine Schauspielerin, die vielleicht nicht ganz normschön aussieht und die ein Supergirl darstellt dass nicht einfach nur eine Kopie von Superman ist. Wenn das den Film so böhse und woke macht, dann leck mich am Arsch. Zudem wird auch noch gezeigt, wieso Supergirl so ist wie sie ist. Im Gegensatz zu Superman ist sie nicht als Baby auf die Erde gekommen sondern wurde nach der Zerstörung Kryptons geboren - auf der vom Planeten herausgelösten sich unter einer Energiekuppel befindenen Stadt Argo. Alle Bewohner sind nach und nach gestorben, weil Kryptonit, das Gestein dasss bei der Zerstörung des Planeten zur Tage kam, sie vergiftet hat. Sie hat also ein sehr schweres Trauma und ist definitiv kein Boyscout wie Superman der einfach nur ein Mensch sein will wie jeder andere. Es fällt ihr zunächst schwer auf der Erde zu leben und plötzlich all diese Fähigkeiten wie Supergehör zu haben. Sie kann es sich nicht vorstellen, unseren Planeten als ihre Heimat zu bezeichnen. Der Film zeigt genau das, was viele Menschen in ihrer Situation machen: Realitätsflucht. Das macht sie auf eine andere Art zutiefst menschlich. Meines Erachtens ein durchaus schnell erzählter Film, der es zur Aufgabe hat, mehrere Charaktere vorzustellen. So auch Lobo (Jason Momoa) der hier nur kurz vorkommt. Ja, tut mir Leid dass der Film nicht euren Comic-Vorstellungen entspricht. Aber...naja, lest vielleicht mehr Comics die außerhalb der Continuity stattfinden oder nicht im Fokus einer Hauptstoryline sind. Meine Fresse. Es ist ein guter Film. So.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:


Mittwoch, 29. Juli 2026

Film der Woche#689: STEPHEN KING SPECIAL, Teil 10

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Film der Woche". Ursprünglich wollte ich ja monatlich ein Stephen-King-Special rausbringen. Leider habe ich, was die Sache betrifft, mich auf andere Themen konzentriert. Schade eigentlich, denn es wäre ein großartiger monatlicher Beitrag gewesen. Jedenfalls, hier ist Teil 9, jetzt kommt Teil 10. Nächstes Jahr wird es dann denke ich mal weiter gehen.

27. The Green Mile (1999)

Ich hätte schwören können, dass ich den Film irgendwann mal im Rahmen von "101 Sci-Fi Filme die Sie sehen müssen bevor Sie sterben" reviewt habe. Allerdings habe ich mich geirrt und so war es gestern (30.12.2025) tatsächlich so weit und ich habe ihn wieder geguckt. Es war großartig.

Zuerst befinden wir uns in einer Wohnanlage für Senioren in Louisiana im Jahre 1998. Der Rentner Paul Edgecomb (Dabbs Greer) erzählt seiner guten Freundin Elaine (Eve Brent) wieso er bei der Aufführung von "Ich tanz mich in dein Herz hinein" bzw. dem Gesang von Fred Astaire darin in Tränen ausbrach. Wir erfahren wieso genau und ab da beginnt ein Rückblick. 1935 ist Paul (Tom Hanks) 44 Jahre alt und


Leiter des Todestraktes des Gefängnisses Cold Mountain. Der Boden hat die "Farbe alter Limonen", also grün. Man nennt den Weg zum elektrischen Stuhl "die grüne Meile". Im Todestrakt sitzen unterschiedlichste Insassen, weswegen genau erfährt man nicht. Darunter "Toot-Toot" (Harry Dean Stanton), Del (Michael Jeter) und Arlen (Graham Greene). Eines Tages kommt ein neuer Häftling an. John Coffey (Michael Clarke Duncan) ist ein muskulöser, zwei Meter großer schwarzer Mann der mit zwei toten, blutüberströmten Mädchen in den Armen aufgefunden wurde, die zuvor als vermisst gemeldet wurden. Die rassistische, bürgerliche Lynchjustiz hat ihn natürlich des Mordes bezichtigt und zum Tode verurteilt. Doch irgendwas ist an ihm anders. Er hat Angst davor, im dunkeln zu schlafen und wirkt leicht geistig zurück geblieben. Paul leidet zu dem Zeitpunkt unter einer sehr schweren Harnleiterentzündung. John kann diese heilen, indem er mithilfe seiner übernatürlichen Kräfte die ganze "schlechte Energie" aussaugt und in Form von einem Schwarm von Insekten aushustet. Es ist ein Wunder Gottes, dass im Todestrakt einsitzt. So jemand kann niemals ein Mörder sein. 

Ich habe vor über zehn Jahren den Fortsetzungsroman, der hierfür als Vorlage gilt, gelesen und war schon ziemlich betroffen. Das Ganze noch mal (weil ich den Film garantiert schon mal gesehen habe) in realistisch und Farbe zusehen war durchaus...eine Erfahrung. Das ist eine gute Nachricht, weil es zeigt dass man Gefühle hat und das was im Film geschieht, einen mitnimmt. John Coffey ist die Mensch gewordene Darstellung von "die Last der Welt auf den Schultern tragen". Er ist fast jemand wie die (mythische Figur) Jesus Christus, die nur Gutes für gute Menschen um ihn herum möchte und unter all dem Leid in der Welt leidet - weil dieses Leid für immer in seinem Kopf wohnt. "Wie Scherben in meinem Kopf" (sinngemäß zitiert). "The Green Mile" verursacht Tränenfontänen nicht nur weil er traurig ist, sondern weil er dieses Maß an Ungerechtigkeit zeigt. Das gute Menschen unschuldig auf den elektrischen Stuhl kommen. Wärter, die sich mit den Gefangenen quasi anfreunden und sie hinterher trotzdem zum Stuhl führen müssen, weil es ihre Pflicht ist. Es ist einer der berührendesten SK-Verfilmungen überhaupt, neben "Stand By Me" und "The Shawshank Redemption". Nach "Forrest Gump" schon der zweite Film mit Tom Hanks und Gary Sinise (der hier nur kurz zu sehen ist). Es ist wahrhaftig ein großartiger Film und das sage ich viel zu selten.

10/10 Pfandflaschen

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28. Hearts in Atlantis (2001)

Wie es immer wieder der Zufall wollte, war es in den Specials immer wieder so: Ein filmisches Meisterwerk und eine absolute Schrottverfilmung. Dieses Mal ist es nicht so und es sind beides keine Horrorfilme.

"Hearts in Atlantis" basiert auf der Novelle "Low Men in Yellow Coats", die im Roman "Hearts in Atlantis" erschienen ist. Es ist ein Wiedersehen mit David Morse (der in "The Green Mile" den Wärter Brutus gespielt hat). Diesmal spielt er in der Rahmenhandlung den bereits erwachsenen Bobby Garfield, der in seine Heimatstadt zurück gekehrt ist um auf die Beerdigung seines Freundes und Kriegsveteranen Sully (Will Rothhaar) zu gehen. Dabei erfährt er auch, dass ihre gemeinsame Freundin Carol Gerber (Mika Boorem) gestorben ist. Als er seine alte Gegend besucht fängt er an sich an ihre gemeinsame Jugend zu erinnern. Dabei war eine Bekanntschaft besonders einprägsam und wichtig. Irgendwann ist in das Haus von Bobby (Anton Yelchin, RIP) und seiner Mutter Liz (Hope Davis) ein Untermieter


eingezogen: Ted Brautigan (Anthony Hopkins), ein älterer Herr der durchaus lieb ist, allerdings etwas exzentrisch rüberkommt. Er verfügt über äußerst detailliertes Wissen über Baseball und hat eine große Menschenkenntnis. Bobby und er freunden sich an, es entsteht eine Art Großvater-Enkel-Beziehung, die der Junge auch dringend nötig hat. Sein Vater ist nämlich gestorben und seine Mutter interessiert sich größtenteils für ihre Karrieren. Es stellt sich heraus, dass Ted telekinetisch und telepathisch begabt ist. Und dass gewisse Menschen in gewissen Autos und in gewissen Klamotten ihn verfolgen und entführen wollen. Bobby hat Angst, dass sein großväterlicher Freund bald verschwindet.

Tränenfontänen. Na gut, vielleicht nicht ganz Fontänen aber durchaus Tränen. Denn es war schwer zu verdauen. Böse Zungen würden behaupten, das wäre eine Art "Mood Piece", dass nur dazu da ist einen zum Weinen zu bringen. Meiner Meinung nach ist der Film mehr als das. Es ist eine Metapher: Entweder für Demenz oder für Tod oder für beides. Der von Hopkins gespielte Ted Brautigan ist merkwürdig, leicht exzentrisch aber doch ein lieber alter Mann. Die Männer, die ihn abholen wollen sind etweder die Demenz oder der Tod, der ihn bald holen kommt und ihm aus seinem Leben als auch aus dem Leben Bobbys entreißt. Vielleicht ist es weit hergeholt, vielleicht liege ich aber richtig. I don't know. Ich habe vor knapp sechs Jahren jemanden an die Folgen von Demenz (bzw. weiteres) verloren und kann deswegen relatieren. Bzw. ich fühle mich sehr daran erinnert. Verdammt guter und durchaus auch trauriger Film.

9/10 Pfandflaschen

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Dienstag, 28. Juli 2026

Comic Book Review#687: Judge Dredd: The Day The Law Died (2012)

Ursprünglich rausgebracht in den Ausgaben 86-108 vom britischen Sci-Fi-Comic-Magazin "2000AD" in den Jahren 1978-1979. Ich halte vor mir die freundliche Leihgabe von Kollegen M. Vielen vielen dank für die Leihgabe, es war ein aufregende Lektüre.

Geschrieben von Judge Dredd Urgestein John Wagner. Gezeichnet von Mick McMahon, Brian Bolland (u.a. "Killing Joke"), Dave Gibbons (u.a. "Watchmen") und Ron Smith. Es handelt sich um eine kontinuierliche Geschichte die in mehreren Einzelkapiteln forgesetzt wird. In der Story geht es zunächst um einen Komplott gegen Judge Dredd, einen der Polizisten (und Richter und Henker in einem) in

Mega City One, einer der letzten Großstädte auf der Erde - und teil der USA. Angeblich soll Judge Dredd mehrere Mitglieder einer Zeitungsredaktion umgebracht haben, aus Rache dafür weil sie ihn in einer Reportage falsch dargestellt haben. Tatsächlich wird Dredd von einem obersten Tribunal für schuldig gesprochen, doch es stellt sich heraus dass alles eine Täuschung ist - inklusive Doppelgänger. Irgendwer will Judge Dredd ausschalten, weil er "unbequem" ist. Kurze Zeit später wird der oberste Judge, Clarence Goodman von einer unbekannten Bande umgebracht. Als Ersatz springt Judge Cal ein, der ganz schnell ein strenges Regime in der Stadt installiert. Cal gleicht einem Cäsar, einen narzisstischen Diktator der am liebsten möchte dass alle 24/7 ihn huldigen und lieben. Menschen wie Judge Dredd, als auch andere gesetzestreue Polizisten sind komischerweise nicht von seiner (scheinbaren) Gehirnwäsche beeinflusst. Sie sind die einzige Hoffnung für die freien Bürger.

Ein Paradebeispiel dafür wie eine Diktatur funktioniert: Wie Stück für Stück das Gesetz ausgehebelt wird und zugunsten eines Narzissten durch absolute Willkür ersetzt wird. Es wird immer absurder, je weiter man liest. Einer seiner Untergebenen darf nun in Helm und Unterhose bekleidet sein Dienst verrichten. Ein andernmal wird ein Goldfisch zum Judge ernannt. Auch wenn das "Gesetz" in Mega-City One im Jahre 2100 eh schon...fragwürdig war, so zeigt man hiermit dass es immer noch schlimmer geht. Meiner Meinung nach eine absolut fantastische Darstellung des Aufstiegs einer willkürlichen Diktatur in welcher wegen jeglicher "Vergehen" drakonische Strafen verhängt werden. Ähnlich wie bei Caligula oder so. Wirklich fantastisches Werk. Mir gefällt es vor allem wie alle paar Kapitel (oder in jedem Kapitel) die Zeichner wechseln sodass es wirklich sehr spannend bleibt. 

9/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von 2000AD:


Montag, 27. Juli 2026

Album der Woche#691: Fear Factory - Obsolete (1998)

Drittes Album von Fear Factory, wenn man die Demo "Concrete" die früher mal im Schrank von Produzent Ross Robinson archiviert wurde und erst später veröffentlicht wurde, nicht mitzählt. Da ich hier der alleinige Herrscher des Blogs bin (was natürlich nicht wahr ist), habe ich beschlossen nach und nach die Fear Factory-Discography zu verwursten. Aber nicht bei "So isses, Musik!", weil da die Alben manchmal zu kurz kommen und ich irgendwann die Bands satt habe, weil ich mich an deren Musik totgehört habe. So werden bei "Album der Woche" dann und wann Fear Factory-Reviews rauskommen, bis ich auch da die Schnauze voll habe, sodass alles auf "So isses, Musik!" ausgelagert wird. Am besten dann wenn die Alben richtig mies werden. Weil irgendwann werden sie das. Naja, egal.


Drittes Album also. Davor sind "Soul Of A New Machine" und "Demanufacture" rausgekommen. Danach war "Digimortal" an der Reihe. Die Reviews sind alle da. Ihr müsst nur auf die Hyperlinks klicken. So. "Obsolete" ist tatsächlich ein Konzept-Album, während die Alben davor nur grob das Konzept "Mensch vs. Maschine" umrandet haben. Ich habe mir überlegt ob der Titel nicht auf die Überflüssigkeit des Menschen in einer von Maschinen regierten Welt anspielt. Natürlich geht es darum. Die Handlung der Story spielt sich ab im Jahre 2076 als die Maschinen beinahe komplett die Welt erobert haben. Der Mensch hat die Maschinen gebaut um sein Leben zu erleichtern, nun ist der Mensch selbst überflüssig geworden. Es ist eine explosive Mischung aus "1984", "Brave New World" und "2001". In der Erzählung existiert eine Weltregierung namens "Securitron", die alle Menschen überwacht und die "Police 2000" sind ihre Einsatzkräfte. Die Story heißt "Conception 5" und wurde von Sänger Burton C. Bell in nur zwei Wochen geschrieben. Sie ist tatsächlich in drei Kapitel unterteilt, die jeweils "Scene" heißen. So existiert das Album in drei Abschnitten mit jeweils passenden Songs. Der Hauptprotagonist ist der Anführer der Revolution der Menschen, der sich "Edgecrusher" nennt. Da werden Erinnerungen wach an einen gewissen Film von James Cameron. Mir fällt nur der Name nicht ein. "Edgecrusher" ist wohl auch einer der bekannteren Songs von diesem Album. Darin spielt Christian Olde Wolbers einen Kontrabass und es sind Turntable-Scratches zu hören. Ich kannte den Song von einer gewissen "Hörsturz"-Compilation, die ich mir vor Ewigkeiten in einer Bücherei ausgeliehen habe. Zum Glück besitzt Marlyn die besagte Compilation und irgendwann wird es auch zu ihrer CD-Sammlung Reviews geben, aber das nur so am Rande.

"Obsolete" ist ein Nu Metal/Industrial Metal/Groove Metal Konzeptalbumgigant voll mit Maschinensounds, hammergeilen Riffs, Growling und melodischen Gesang. Es erzählt eine Story und gibt sich ordentlich Mühe nicht 08/15 zu klingen. Auch wenn FF gewissermassen einen Sound etabliert haben (gewisse Kritiker nannten das "Ministry meets Slayer", ich bin da allerdings anderer Meinung) und diesen fortführen, wirken sie auf diesem als auch auf dem Nachfolgealbum ganz und gar nicht ausgelaugt oder irgendwie beliebig. Es muss noch einiges in der Bandkonstellation geschehen, sodass alles beschissen und austauschbar klingt. Das hier ist noch sehr originell und innovativ. Ich liebe es, wie der tieftraurige Abschlußtrack "Timelessness" das Album beendet - nur damit dieses in dem Bonustrack "Cars" (Cover von Gary Numan mit selbigen als Gaststänger) fortgesetzt wird. Ich könnte noch was zu den anderen Bonustracks sagen, aber ich lasse es. 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Edgecrusher, Cars, Timelessness, Descent, Shock


Sonntag, 26. Juli 2026

So isses, Musik!#216

DEUTSCHPUNK-FEGEFEUER:

Wir verlassen heute "C" und gehen weiter zu "D". Es bleibt spannend...


Raphi:
"Die Creeks waren eigentlich eher eine deutschsprachige Pop Punk Band, aber ich höre sie bis heute noch sehr gerne, und finde, dass sie hier reingehören. Mal nachdenklich, mal humorvoll, und immer melodisch und mit intelligenten Texten haben sie sich eine Sonderstellung im Genre geschaffen. Bis auf das selbstbetitele Album aus dem Jahr 2006 ist mir keine weitere Veröffentlichung bekannt. Hier sind viele starke Songs vertreten wie „Crash Test Dummies“, „Knast d’Amoure“, „Er sucht sie“, oder eben das verträumte Lied „Utopia“."

Philipp:

"Es erfüllt mich natürlich mit Freude, dass Wessi Raphael hier eine ostdeutsche Punkband ins Spiel bringt, die ich noch nicht kannte und die noch dazu ziemlich geil ist. Großartiger 77er Stil ähnlich den The Shocks aus Berlin und noch dazu personelle Verbandelungen mit der Shocks Nachfolgeband Zack Zack und den ebenfalls aus Dresden stammenden No Waves. Utopia ist hierbei ein wirklich toller und melancholischer Song. Wird bei mir wohl öfter mal den Weg in den Gehörgang finden." 


Ich:
Beim ersten Hören erinnert mich das auf eine sehr seltsame Art an eine bis dato nicht existierende Mischung aus The Shocks (wegen der rock'n'rolligen Gitarren) und ...But Alive. Weil der Sänger sich zu Beginn wie Marcus Wiebusch anhört. Ich musste bei der Crash Test Dummy Optik (wortwörtlich) auf dem Albumcover an Liquidos "Ordinary Life" denken. Zum Glück hören sie sich anders an. Die besagte Marcus Wiebusch Stimme verändert sich allerdings nach einer kurzen Zeit. Ich nenne es "clean singing Deutschpunk". Klingt nach "sehr gut gelaunt mit kryptisch klingenden Texten wo sich alles auf "-sion" reimt". Eigentlich nichts was ich mir sonst so anhören würde, but I like it.


Ich:
Zugegeben, ich kannte dieses Lied zuerst als Version von den Ärzten - veröffentlicht auf ihren einzigen Deutschpunk-Album "5,6,7,8, Bullenstaat!". Das Original ist allerdings so viel besser. Aus heutiger Sicht ist dieses Lied vielleicht provokativ, wenn man ein engstirniger konservativer Boomer ist. Damals muss es lyrisch definitiv auf die Fresse gehauen - auch wenn der Song an sich unfassbar locker und witzig ist. Ich find's großartig wie hier, ganz ungeniert Homosexualität gefeiert wird und alles in super einfache Lyrics gepackt wird. "Ich habe Samen im Darm, mir ist so warm im Darm mit seinem Samen im Darm". Die etwas hohe Stimme erinnert mich tatsächlich an den Sänger von den Sad Neutrino Bitches - auch wenn seine noch höher klingt. Ich habe mich, ehrlich gesagt, noch nie mit The Cretins beschäftigt. Ich kannte immer nur dieses eine Lied und mehr nicht. Lag vielleicht daran, dass mein .mp3-Player nicht immer so viel Platz hatte oder weil ich nicht mehr als diesen einen Song gebraucht habe. Es ist fantastisch, geht super ins Ohr und verlässt dieses auch lange nicht. Sehr lange.

Philipp:
"Einer der großen deutschen (Post-) Punk-Klassiker der Cretins aus Hannover - unter anderem mit dem auch von Blut+Eisen (Warum haben wir die eigentlich auf der Liste vergessen?) bekannten Überdrummer Tier Wolff - wirkt heute etwas aus der Zeit gefallen. Mit einem Song über Homosexualität lockt man glücklicherweise niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Als der Song 1980 rauskam, war dass tatsächlich provokativ und revolutionär, schließlich stand Homosexualität bis 1994 noch im Strafgesetzbuch. Alles in allem ist es wirklich ein toller Song, diese großartige Stimme und diese Leichtigkeit mit der hier über das Thema gesungen wird, suchen ihresgleichen. Ganz großartig." 

Raphi:

"Während seiner kurzen Schaffensphase hat das Kieler Trio drei Alben und zwei EPs veröffentlicht. Außerdem habe ich die falsche Band recherchiert; es geht nämlich gar nicht um The Creetins sondern um die Hannoveraner Legende Cretins. Der Klassiker "Samen im Darm" entstammt der frühen Phase, als die Cretins noch auf deutsch sangen und rau klangen. Der Sound erinnert mich teilweise an The Ruts oder an A+P. Beeindruckend finde ich, dass das Stück trotz sich wiederholender Motive nicht langweilig wird. Achja, und auch diesen Klassiker habe ich zuerst in der Version der Ärzte (5,6,7,8 Bullenstaat) gehört."


Raphi:

"DDP haben mit ihren melodischen und schnellen Tracks immer eine Sonderstellung im Deutschpunk für mich gehabt. Ein bisschen dilettantisch, aber dennoch treffsicher hat sich die Band vor allem mit ihren Texten in meinem Gedächtnis eingebrannt. Als perfektes Beispiel hierfür dient die düstere Hymne „Wenn der Sturm beginnt“ vom Album „Es geschah am hellixten Tag“."


Philipps:
"Der dicke Polizist (später DDP) waren in meiner Wahrnehmung immer eine der wenigen wirklich interessanten Bands der Nix Gut Records-Ära. Hier ein etwas melancholischerer Song ihres ersten Albums, sicherlich nicht unbedingt einer ihrer besten und gerade bei Zeilen wie "Ich bin ein Punkaaaaar, menschlich besser als ihr" bekomme ich schon starke Cringe-Anfälle. Stellvertretend für die wirklich guten darauf folgenden Alben der Band werde ich an dieser Stelle kein einziges weiteres schlechtes Wort verlieren. Übrigens ist die Band gerade frisch wiedervereinigt und es lohnt sich durchaus, ihnen mal einen Besuch abzustatten."

Ich:
Es war einer von diesen Nix-Gut Samplern namens "Es lebe der Punk", die noch irgendwo in meinem Keller liegen. Dadrauf waren Der Dicke Polizist mit "Und die Hoffnung stirbt zuletzt" und noch irgendeinem Song. Sie stachen tatsächlich sehr heraus mit einem durchaus tiefsinnigem Text während die anderen Bands über Bullenschweine und Nazischweine schwadroniert haben. Sehr im Kontrast nicht nur zu den anderen sondern auch zu ihrem lustigen Namen, der eher nach Fun-Punk klingt. Kein Wunder dass sie sich irgendwann für eine kurze Zeit in ddp umbenannt haben. Jedenfalls ist das hier wieder mal ein ziemlich ernster Song über eigene Wünsche und Sehnsüchte nach Freiheit - wieder mal als Kontrast zu diesem "witzigen" Albumcover. Ich finde ihren Ansatz nach wie vor sehr gut, allerdings zündet es bei mir leider überhaupt nicht. Mich stört der Gesang leider viel zu sehr. 



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Ulver Discography: Metamorphosis EP (1999)

Allrighty. Wir springen (mal wieder) zurück in die Zeit. Als Ulver grade dabei waren sich von einer Black Metal zu einer experimentellen wasauchimmer-Band zu verwandeln. Dafür spricht auch der Titel dieser (ersten) EP. Ursprünglich habe ich mir gedacht, dass ich hier nur ganze Alben von Bands reviewen werde. Aber wenn es schon "Discography" heißt, dann alles - vor allem wenn es um Ulver geht. Wenn ich mit den EPs fertig bin, vllt. nehme ich mir dann auch die Singles und all den Klein-Kleinkram vor. Jedenfalls:

"Metamorphosis" ist, wie die Generation Z sagen würde (oh gott, Kringel) tatsächlich on fire, ngl. Huehuehue. Es ist ein fantastisches Werk, dass sogar für Ulver Maßstäbe ganz anders anfängt. Es ist

definitiv was ganz anderes als Black Metal und auf jeden Fall auch etwas anderes als ihre ambientigen oder späteren synthpoppigen Werke. Der erste Song hierauf, "Of Wolves & Vibrancy" ist genau das, was ich Techno nennen würde. Richtig utz utz utz. Könnte auf dem Soundtrack zum ersten Teil von Matrix sein. In irgendeiner Club-Szene wo nicht grade "Dragula" läuft. "Gnosis" wird dann wieder typisch Electro-Ulver: trip(hop)pig, ambient-ig und irgendwann voll mit mysteriösen, tragisch anmutenden Gesang. "Limbo Central" hat sogar klitzekleine Drum&Bass-Verschnitte, gewürzt mit verzerrten Gitarren. Der Abschlußtrack "Of Wolves & Withdrawal" ist dann aber das krasse Gegenteil. Man hört kaum was, bis auf etwas Hintergrundnoise. Wie in einem unterirdischen Labyrinth, wo sich irgendwelche Gefahren lauern.

Es ist wahrlich experimentell und eine wahre "Metamorphosis". Ein Wandel von Ulvers ursprünglichen Sound zu etwas vollkommen neuen. Diese EP ist quasi das fehlende Glied zwischen "Themes From William Blake's The Marriage of Heaven and Hell" und "Perdition City". Es ist spannend, anders und leicht verstörend zugleich. Fantastisch.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: "Of Wolves & Vibrancy", "Gnosis", "Limbo Central"