Donnerstag, 21. Mai 2026

My Favorite TV-Show: Superman and Lois

Ich habe mir geschworen, dieses riesige (oder doch nicht so riesige) Arrowverse hinter mir zu lassen. Tatsächlich habe ich mir beinahe jede Serie gegeben. Bis auf den Großteil der Webseries und der neueste Serie "Naomi", die erst vor paar Jahren erschienen ist und nicht fortgesetzt wurde. Das hier ist sozusagen der Abschied vom Arrowverse - für mich.

"Superman and Lois" spielt auf den ersten Blick auf der gleichen Erde wie die ganzen anderen Arrowverse-Serien (The Flash, Arrow, Supergirl etc.) - also, nachdem  alle möglichen Parallelwelten zu einer einzigen Erde zusammengeschmolzen sind, im Event "Crisis on Infinite Earths". Spätestens in der dritten Staffel wird es allerdings klar, dass dem nicht so ist. Allerspätestens. Es müsste eigentlich zu Beginn einleuchten, dass es eine andere Welt ist. Das Fernsehbild ist im anderen Format, andere Farben sind hervorgehoben und es gibt weniger, weit weniger Superheldenpathos zu sehen als in den anderen

Serien. 

Zu Beginn der Serie stellen wir folgendes fest: Clark Kent aka Superman (Tyler Hoechlin) und Lois Lane (Elizabeth Tulloch) sind immer noch verheiratet und haben inzwischen zwei Söhne im Teenageralter. Jonathan (gespielt zuerst von Jordan Elsass und dann von Michael Bishop) und Jordan (Alex Garfin) sind sehr unterschiedliche Typen. Während Jonathan der typische beliebte Schüler zu sein scheint, der auf Football steht ist Jordan der zurückgezogene Junge mit sozialen Ängsten. Beide wissen nicht, dass ihr Vater Superman ist. Gemeinsam zieht die Familie nach Smallville, der irdischen Heimat ihres Vaters. Dort trifft man auf alte bekannte, wie die einstige Liebschaft Clarks Lana Lang (Emmanuelle Chriqui) und ihren Ehemann Kyle Cushing (Erik Valdez) als auch deren Tochter Sarah (Inde Navarette) in die sich Jordan verknallt. Es geht viel um die Bindung zwischen Vater und Söhnen. Vor allem nachdem sie rausfinden, dass er Superman ist was zuerst ihr Vertrauen in ihn auf die Probe stellt. Weiterhin geht es um verschiedene Intrigen die von einem scheinbar typischen schmierigen Multimiliardär/Mogul Morgan Edge ausgehen. Auch Generationenkonflikte spielen eine Rolle als auch die Angst Supermans zu versagen. Familie ist ebenfalls eine der großen Themen, und zwar egal ob mit Blutsverwandtschaft oder nicht. Doch es kommen auch typische Superheldensachen vor: irgendjemand von einer anderen Welt hat es nämlich auf Superman abgesehen und versucht ihn zu schwächen.

Ja, vielleicht. Ja...vielleicht habe ich eine kleine Träne verdrückt als es zu Ende ging. Man wusste, dass es zu Ende geht - unter anderem weil man nicht in den filmischen Neustart des DC Universums reingrätschen wollte. So hat man eine Superhelden/Dramaserie so weiter entwickelt, dass sie sehr menschlich rüberkam. Wir kriegen einen anderen Blick auf den letzten Kryptonier. Er ist nicht nur Superheld oder Journalist sondern auch Ehemann und Vater. Mit der letzten Rolle hat er wirklich zu kämpfen. Es juckt ihn in den Fingern ein Helikopter-Elternteil zu sein und seine beiden Söhne rund um die Uhr zu beschützen. Doch er muss auch einsehen, dass sie ihren eigenen Willen haben. Mir hat es gefallen wie sowohl Jordan als auch Jonathan sich entwickeln. Und Clark ebenfalls. Doch auch Lois ist hier nicht bloß ein Anhängsel. Nicht umsonst heißt die Serie "Superman and Lois", weil sie sich vordergründig um sie beide dreht. Sie ist diejenige die klar machen muss, dass sie sterblich ist während Clark dass nicht sieht oder nicht sehen will. Wir kriegen auch mehr von ihrer "Investigative Journalistin"-Rolle zu sehen und merken, dass sie allerlei Arschlöcher die andere Menschen ausnutzen hinter Gittern sehen will und alles tut, damit das passiert. Wirklich grandiose, super menschliche Serie die ich wirklich sehr sehr genossen habe. Teilweise auf Englisch, teilweise auf Russisch und zuletzt auch in Ukrainischer Synchro. Kann ich nur empfehlen.



Mittwoch, 20. Mai 2026

Film der Woche#678: Enter The Void (2009)

Das ist der erste Film von Gaspar Noé auf diesem Blog und generell der erste Film des Regisseur den ich in meinem Leben je gesehen habe. Angeguckt in einem Durchlauf von 2 Stunden und 40 Minuten. Habe währenddessen gespült, gekocht, Wäsche in die Waschmaschine geschmissen und einfach rumgelegen. Und zum Glück keinen epileptischen Anfall gehabt.

"Enter The Void" spielt in der japanischen Hauptstadt Tokyo. Die beiden Geschwister Oscar (Nathaniel

Brown) und Linda (Paz de la Huerta) wohnen in einem Apartment. Während sie nebenher als Stripperin arbeitet, vercheckt er Drogen (das hat man damals so gesagt, das versteht ihr nicht). Oscar ist fasziniert von Psychedelika und erlebt zu Beginn des Film einen haluzinogenen Trip. Sein Kumpel Victor (Olly Alexander) bittet ihn telefonisch zu einem Deal in der Bar "The Void" zu kommen. Ein anderer Freund namens Alex (Cyril Roy) begleitet ihn. Doch nachdem Oscar die Kneipe betreten hat kommt es zu einem verheerenden Zwischenfall. Der Deal war eine Falle. Die Polizei stürmt in einer Razzia die Kneipe und will Oscar offenbar verhaften. Nachdem dieser sich in einer WC-Kabine verbarrikadiert, scheindroht er eine Pistole zu haben - was dazu führt dass die Cops ihn durch die Tür erschießen. Oscar stirbt an der Schusswunde. Seine Seele wandert im Anschluß sowohl durch die Stadt als auch in Gedanken durch sein ganzes Leben. So erfahren wir dass Linda und er eine sehr innige Beziehung als Kinder hatten. Ihre Eltern starben bei einem Autounfall. Im Anschluß landeten sie in einem Kinderheim und wurden von zwei unterschiedlichen Familien adoptiert und somit getrennt. Allerdings war da dieser eine Schwur den sie beschloßen haben: Immer für einander da sein, niemals getrennt. So versucht Oscars Seele wieder in Lindas Leben zurück zu finden. Bis auf die Erinnerungen Oscars, die aus der "Third Person View" gezeigt werden, kriegen wir alles in der "First Person View" zu sehen. So "blinkt" die Kamera wenn Oscar blinkt usw. usf.

Ich habe schon viel "schlimmes" über Noés Werke gehört. "Enter the Void" ist dabei die elfte Produktion, die nach den skandalträchtigen Filmen "Menschenfeind" und "Irreversible" erschienen ist. Dabei muss ich sagen, dass es hier zwar sehr detaillierte Szenen zu sehen gibt, die allerdings größtenteils wenig mit direkter drastischer/graphischer Gewalt zu tun haben. Das meiste was wir zu sehen kriegen ist die Darstellung von menschlichen Leid und Tragödien. Diese ist allerdings nötig um zu erzählen, wie tief die Beziehung zwischen Oscar und Linda war. Klar, in einem "normalen" Film würde eine kurze Rückblende über den Autounfall reichen. Hier wäre sowas deplatziert. Es braucht die Darstellung des Unfalls um das Leid zu verstehen als auch um zu verstehen wie sehr die beiden Geschwister einander gebraucht haben. Schließlich waren sie komplett alleine auf der Welt. Was mich, wie so oft, stört sind die scheinbar nutzlosen Sexszenen. Aber das ist eine reine Geschmackssache. Ich finde, sie tragen nicht wirklich was zur Handlung bei. Aber: Sei's drum. "Enter the Void" ist sehr intensiv, verursacht eventuell Schwindelgefühle und es ist eine Tatsache dass man kaum die Augen davon abwenden kann. Mit Drogen hat der Film herzlich wenig am Hut. Man vermutet während der Sichtung was das alles bedeuten kann. Ist es wirklich Oscars Seele die herum wandert? Ist das ein heftiger LSD-Trip? Stirbt er tatsächlich oder trippt er nur? Sind das die letzten Minuten seines Lebens in seinem Gehirn? Überzeugt euch doch mal selber. 

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 19. Mai 2026

Comic Book Review#676: Godzilla vs. Spider-Man (2025)

Und weiter geht es mit der vollkommen wilden Fahrt von "Godzilla vs. Marvel". Diesmal trifft es New York City in den 1980er Jahren. Es ist eine Alternativ-Story, die absolut nicht kanonisch ist, aber wäre Godzilla Teil der Marvel Comics gewesen, dann hätte sie durchaus so passieren können. 

Die Story findet statt nachdem Peter Parker/Spider-Man an den "Secret Wars" teilgenommen hat und auf dem fernen künstlichen Planeten Battleworld das schwarze Kostüm aufgegabelt hat. Genau das Alien-Symbionten-Kostüm, dass später Eddie Brock befallen hat und ihn zu Venom gemacht hat. So ist

Peter in dem schwarzen Onesie unterwegs und kämpft auf den ersten Seiten gegen den Supervillain Shocker. Als plötzlich Godzilla auftaucht beschließen die Beiden das erstmal sein zu lassen. Spidey hinterlässt Shocker der Polizei und konzentriert sich dabei Godzilla abzulenken. Seine Freundin Mary Jane ist durch ein einstürzendes Gebäude gefährdet - zum Glück schafft er es, sein Vorhaben durchzuziehen sodass MJ am Ende von Black Cat (die heftigst in Peter verschossen ist) in Sicherheit gebracht wird. Ein gefährlicher Liebes-Dreieck dies das. Godzillas Schreie sind für das Alien-Kostüm jedoch äußerst schmerzhaft, sodass es sich in Panik von Peter löst. Und daraufhin Godzilla befällt. So ist Peter kurz damit beschäftigt Shockers Sonic Bracelets für den Kampf gegen den König der Monster zu benutzen, um ihn von den Symbionten zu lösen. Was auch funktioniert, sodass am Ende Godzilla gegen eine Venom-Version von sich selbst kämpft - und mithilfe von Spider-Man gewinnt. 

Nun gut. Es gibt sogar eine ofizielle Erklärung wieso Godzilla diesmal in die USA kommt. Er ist tatsächlich von der Anwesenheit des Symbionten angezogen. Sprich: Spider-Man ist schuld daran. Irgendwie. Ja. Ansonsten besteht die Story größtenteils aus dem Kampf zwischen Godzilla und Spider-Man, Venomgodzilla und Spider-Man und Godzilla und Venomgodzilla. Man hat sich an die "Zeitlinie" der Godzilla-Filme gehalten und Big G ein passendes Aussehen verpasst. Es ist nun der Heisei-Godzilla und nicht mehr der Showa-Godzilla. So ist es auch gut und passt perfekt zu einem Comic der in den 1980ern spielt. Außerdem haben wir eine äh Alternativ-Story zu dem Fall "Wie der gierige Journalist Eddie Brock Venom wurde". Aber das ist eine andere Geschichte. Insgesamt: Witziges Ding. Liest sich sehr flüssig. Führt aber im Grunde "nur" den Gedanken "Was wäre wenn Godzilla auf Spider-Man treffen würde" aus. Nur dabei trägt Spidey den schwarzen Anzug. Also, im Grunde genommen eine durchaus durchdachte Sache. Nur etwas kurzweilig. Aber spaßig.

Made by: Joe Kelly, Nick Bradshaw
7/10 Pfandflaschen
Hier ein Video von NotifrikiTV:


Montag, 18. Mai 2026

Album der Woche#680: Penseés Nocturnes – Grand Guignol Orchestra (2019)

Oh ich wollte das hier schon so so so unfassbar lange reviewen, aber irgendwie fand sich nie der richtige Zeitpunkt. Aber hier sind wir nun:

Penseés Nocturnes bestehen im Grunde genommen aus dem Multiinstrumentalisten Leon Harcor der auch noch den Gesang beisteuert und verschiedenen Mitstreitern. Auf den ersten zwei Alben hat man

noch DSBM (das steht für Depressive Suicidal Black Metal) gemacht. Irgendwann hat man mehr gewagt und sich an Jazz und französischen Cabaret orientiert. Auf "Grand Guignol Orchestra" geht man noch einen weiteren Schritt richtung Wahnsinn und verbindet verzweifelte, wahnsinnig klingende Schreie mit Akkordeon, Blast Beats, Polka-Rhythmen, Saxophon, Orgeln und allerlei anderen Zeug das einen definitiv nicht in den Sinn kommt, wenn man an Black Metal denkt. Was für ein Satz. Zugegeben: Ich hatte meine Bedenken. Zuerst dachte ich mir, das wäre ein Nebenprojekt einer gewissen anderen Black Metal Band aus Frankreich, die auch mit PN abgekürzt wird. Nur will ich diese aus politischen Gründen nicht unterstützen. Zum Glück lag ich daneben.

In einem kurzen Satz zusammen gefasst: Ich verstehe kein Französisch, von daher wirkt das Album auf mich noch wahnsinniger. Metal gemischt mit...Zirkusklängen. Auf Französisch. Ich meine, da ist ein Clown auf dem Cover. Was hätte ich erwarten können? Ein Konzeptalbum über Stephen Kings "ES"? I don't know. Jedenfalls ist "Grand Guignol Orchestra" wesentlich mehr als ein "Merci Beaucoup" und "Ouuuauaaaauuuuuuuuuuh", auch wenn beide Sätze hier drin vorkommen. Ein Ausflug in eine völlig verrückte, ungewöhnliche Welt. Ich mag vor allem das Intro und den darauf folgenden Song "Deux bals dans la tete". Und ja, wenn man will kann man das Album mehrmals hintereinander hören. 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Deux bals dans la tete, Triste sade, Poil de Lune


Sonntag, 17. Mai 2026

So isses, Musik!#211

DEUTSCHPUNK FEGEFEUER:

Ich habe hier letztens lauter Mammutprojekte gestartet (und beendet). So habe ich Marlyns Plattensammlung reviewt, meine eigene LP-Sammlung angefangen auf Instagram zu reviewen, hier die riesige .mp3-Sammlung (quasi) komplett reviewt (nur Alben). Danach gings weiter mit der "Samplerhölle", wobei ich eine Ficktonne an Samplern auf meiner Festplatte gehört und reviewt habe und danach gings in den ".mp3-Himmel". Da bin ich (zumindest auf dem Blog) immer noch, allerdings habe ich das Ganze tatsächlich bereits durchgehört. Es geht jetzt los mit einem neuen Mammutprojekt. Philipp, Raphi und ich werden an die 70 von uns ausgewählten Deutschpunk-Songs reviewen. Alles ist alphabetisch sortiert und wir fangen mit den ersten drei an. Und natürlich lasse ich meinen beiden Genossen zuerst das Wort. :


Raphi: "Wenn es um Wave Punk aus Deutschland geht, kommt man an Abwärts nicht vorbei. Kaum ein anderes Album beschreibt die ungewisse Situation zwischen digitalem Aufbruch, drohendem Krieg, und der ganzen Kälte und dem notwendigen Zynismus dazwischen so gut wie „Amok Koma“. Und als zentrales Element dieser Dystopie steht der Song „Computerstaat“ als Monolith und zeitloser Klassiker."

Philipp: "Würde ich behaupten, dass Abwärts nicht immer irgendwie zielstrebig an mir vorbei liefen, würde ich das vermutlich tun, um irgendwie cooler sein zu wollen als ich eigentlich bin. Tatsächlich bin ich großer Fan von düsterem Wave-Punk und alles, was Frank Z. so gemacht hat, dürfte bei mir eigentlich größten Anklang finden, nur irgendwie hat es nie richtig gezündet.
Computerstaat kennt man natürlich von diversen Samplern und dem Slime-Cover, der Text ist selbstverständlich wie viele deutsche Punk-Songs, die sich auf konkrete Ereignisse beziehen - in diesem Fall kalter Krieg, nukleares Wettrüsten (kalter Krieg) und zunehmende Technisierung - irgendwie angenehm aus der Zeit gefallen. Musikalisch ein absolut monotoner Stampfer vor dem Herren, passend zu dem allgegenwärtigen Bedrohungsszenario und dem Thema der Maschinisierung. Großartig!"

Ich: Kann mich ziemlich gut daran erinnern, als ich das erste Mal Abwärts gehört habe. Das war auf einem Sampler namens "NAZIS RAUS!", das auf Weird System veröffentlich wurde. Abwärts waren mit "Hallo ich heiß Adolf" vertreten und hörten sich an wie eine politische Punkband die versucht Richtung Industrial und Metal zu schielen. Umso verwunderter war ich dann als ich irgendwann "Computerstaat" gehört habe (wahrscheinlich auf einer anderen Compilation). Das klang ganz anders: viel "punkiger", simpler und irgendwie auch tanzbar. "Computerstaat" ist im Grunde genommen eine in relativ simple Reime zusammengefasste Auseinandersetzung mit dem (Nachrichten)Alltag zur Zeit des Kalten Krieges. "Kalt" reimt sich auf "Badeanstalt", "Stalingrad" auf "Katastrophenstaat". Es gibt ein sehr schönes, längeres summendes und brummendes fuzziges Intro, das ich an dem Song am allerliebsten mag. In meinen Ohren ist das deutschprachiger Punk in seinem Grundgerüst und zufälligerweise ein sehr guter Anfang unserer Review-Reihe. RIP Frank Z.


Raphi:

"Mit ihrem halbakustischen Deutschpunk hat es das Trio längst in die Welt der Popkultur geschafft und das kann man ihnen wirklich gönnen. Apocalypse Vega ist eine wirklich gute Songwriterin und ich mag ihren Humor. Das Lied „Eisenhüttenstadt“ ist für alle Menschen, die von ihren Bekannten hören, was diese nicht alles schon erlebt und gesehen haben, während sie selbst das Gefühl haben, nie wirklich voranzukommen. Ein bisschen Neid, ein bisschen Genügsamkeit, und jede Menge Zynismus, und vielleicht auch ein wenig post-sozialistische Tristesse."

Philipp: "Mit 14 Jahren war die Terrorgruppe nach den Hosen und den Red Hot Chili Peppers meine erste große Liebe. Heutzutage kann ich mit der Mischung aus Ficki-Humor und melodischem Deutschpunk eher weniger anfangen (später mehr dazu). Was aber durchaus übrig geblieben ist, ist meine Liebe und Verehrung für den untypischen Gitarren-Hero Johnny Bottrop/Jacho/Heia Bubu, weniger Rockstar geht tatsächlich gar nicht, irgendwie hat der Kerl mit Hostages Of Ayatollah eine der ersten deutschen Hardcore-Bands nach amerikanischem Vorbild gegründet und hatte generell in einigen denkwürdigen (Berlin Diskret) und weniger denkwürdigen (The Bottrops) Bands gespielt.
Genug davon, tatsächlich sind Acht Eimer Hühnerherzen einen seiner neueren Projekte, hier in einem Anfall aus Understatement am Nylon-Bass, aber prinzipiell so viel mehr als nur ein Projekt von Johnny Bottrop.
Es gibt generell kaum eine eigenständigere Band in Deutschland. Angenehme schräge Texte und Nylon-Gitarre der arschcoolen Frontfrau Apocalypse Vega, melodische, vordergründige Basslines meines Childhood Crushes Sen. Bottrop und ein im direkten Vergleich nahezu gewöhnliches Schlagzeug von Bene Diktator. Absolute Empfehlung für das Gesamtwerk. Hier exemplarisch Eisenhüttenstadt, über langweilige Urlaubsangeber, einem etwas unangenehmen Schlag Mensch. Durchaus angebracht. Ganz toll!"

Ich: Hin und wieder ploppte dieser skurrille Bandname in meinem Feed auf und irgendwann habe ich auch gecheckt, dass die Band neben Apokalypse Vega und Bene Diktator auch aus Johnny Bottropp (ex-Terrorgruppe, ex-The Bottrops) bestand. Leider habe ich irgendwann alle Terrorgruppe-Hörer-Aktivitäten irgendwie sein gelassen und es hat mich nicht besonders interessiert. Zum Glück gibt's jetzt diese Liste um den Horizont zu erweitern. Der Song ist ziemlich poppig und simpel gestaltet. Es geht im Grunde genommen um absolute Wichtigtuer die u.a. mit ihren World Tripping angeben. Doch am Ende heißt "gibt viel wichtiges als dich", auch wenn Frau/Mann selbst nie in New York, Neu-Delhi usw. gewesen ist sondern in Eisenhüttenstadt oder Neuruppin. Man sollte sich selbst nicht klein machen bloß weil man in seinem Leben nicht so viel "geschafft" hat wie dieses wichtigtuerische Arschloch. Finde ich wirklich extrem gut.

Raphi: "Springen wir mal in die Gegenwart, denn auch in unserer Zeit wird noch schöner deutschsprachiger Punk Rock produziert. Akne Kid Joe (oder AKJ) aus Nürnberg haben dem Genre einen interessanten neuen Anstrich verpasst und vor allem die ersten drei Alben haben mir sehr gefallen. Ich kenne wenige andere Bands, die die Absurditäten der post-modernen Welt so gekonnt in humorvolle Texte verpacken wie AKJ. Und als ideales Beispiel dient der Titel „Die Hochzeit von meinem Cousin“ vom Album „Die Jungs von AKJ“."

Philipp: "Eine der derzeit sympathischsten deutschen Punkbands stammt (wie die ähnlich sympathischen Amen 81) aus der Stadt meines liebsten Kartoffelgerichts, Nürnberg. In Franken - dem Osten des Westens.
Leider bin ich ein bisschen voreingenommen - man kennt sich, man mag sich - muss aber zugeben, dass die Band an die Unbeschwertheit und den Dilettantismus des ersten Albums "Karate Kid Joe" und den großen Hit "What AfD thinks we do" des zweiten Albums nie wieder herangekommen ist.
"Die Hochzeit von meinem Cousin" ist jedenfalls ein zumindest vom Titel her recht selbsterklärender Song, den jede/r nachvollziehen kann, der/die noch Verwandtschaft in irgendwelche Drecksnestern hat. Das bleibt mir zum Glück erspart. Danke Merkel.
Bessere Songs der Band sind "Ein Morgen ohne Deutschland" und "Markus Erlöser" aber wer zur Hölle fragt schon mich."

Ich: Habe AKJ irgendwann vor ein paar Jahren auf dem "Spastic Fantastic"-Labelfest in Dortmund gesehen und fand sie irgendwie gut. Allerdings hat sich mein Musikgeschmack im Laufe der Jahre eher zum Schwermetallischen hin entwickelt und so verschwand die Band irgendwie von meinem Radar. Dabei haben sie schon mehr(?) als drei Alben draußen(?). Naja, jedenfalls ist dieser Songtext eine verdammt gute Wiedergabe all dieser Awkwardness die man verspürt wenn man auf einem Happening seiner Familie (womöglich auch noch im Dorf) ist und man sich wahrscheinlich denkt: "Meine Fresse, was mache ich eigentlich hier, es gibt hier nichts zu besprechen außer verfickten Smalltalk, ich will WEG." Ich habe hier in Deutschland zum Glück keine "erweiterte" Familie und habe dieses Gefühl nicht, allerdings habe ich so oft die Schnauze voll von nichtssagenden Smalltalk gehabt. So verdammt oft. Das trifft's auf den Punkt.
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Rein in den .mp3-Himmel:

Und weiter geht es mit "Metal". Tatsächlich habe ich zu dem Zeitpunkt als all diese .mp3s auf meinen damaligen MP3-Playern gelandet sind noch nicht so viel Metal gehört, wie heute. Was wir hier vorhinden sind lauter kleine Ordner mit wenig Tracks drin von Bands wie Pig Destroyer, Judas Priest, Callejon, Danzig, Dethklok oder Neurosis. Viel interessanter jedoch sind solche Bands an die sich kein Schwein erinnert oder sich niemand erinnern sollte. Zum Beispiel Transilvanian Beat Club oder J.B.O. Von den letztgenannten habe ich hier tatsächlich ein Lied stehen/liegen und ich frage mich bis heute, warum es überhaupt hier gelandet. Ich frage mich auch, ob ich diesen Scheiß tatsächlich jemals witzig fand. Besonders hervorheben möchte ich auch "Uptown Girl" von War from a Harlot's Mouth. "House of Secrets" von Otep. Und äh, "Mein Eichensarg" von Eisregen :D

Der nächste Ordner trägt einen ziemlich allgemein gehalten Namen, nämlich "Pop.Indie.Alternative". Wahrscheinlich wollte ich hier alle Sachen reinpacken, die irgendwie allgemein nicht so richtig in eine Schublade zu packen waren. So ist hier zum Beispiel dieser Song von Teddybears STHLM namens "Punkrocker" (ist ein Cover von Iggy Pop) als auch die Hip-Hop-Version davon namens "Hiphopper" mit dem Rapper Thomas Rusiak. Ich finde hier mehrere Version von Devos "Mongoloid". Damals war ich fasziniert davon, wie viele Versionen es davon gibt, sodass ich unbedingt eine Mix-CD fürs Auto machen wollte. Meine Lieblingsversion war damals tatsächlich die von Jennifer Rostock. Was haben wir hier noch? "Papa Loves Mambo" von Perry Como. "After Dark" von Tito & Tarantula. Presidents of the USA mit "Peaches". Der großartige Song über Atomkrieg in einer Schwulenbar: "Gay Bar" von Electric Six. "Di Grind" von den nicht weniger großartigen Kaizers Orchestra. Und natürlich "Griechischer Wein" von Udo Jürgens. Alles kompakt in einem Ordner.

Was "Psychobilly" betrifft, so ist dieser Ordner nicht viel anders als die ganzen Psychobilly-Sampler, die ich hier vor einiger Zeit verwurstet habe. Im Grunde genommen sind hier mehrererere Unterodner voll mit Klassikern des Genres wie King Kurt, Demented Are Go, Frantic Flintstones und Nekromantix. Tatsächlich bin ich durch den Hörgenuss dieses Ordners wieder darauf gekommen wie großartig King Kurt waren. Ich habe bis heute - und es sind jetzt mindestens fünf Wochen vergangen, seitdem ich das gehört habe - einen Ohrwurm von "America" oder wahlweise auch "Zulu Beat" bzw. "Destination Zululand". "Wreck a Party" ist auch fantastisch. Das möchte ich hier mal hervorheben wie unkonventionell diese Band, vor allem auch für Psychobilly-Verhältnisse.
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Opeth Discography: In Cauda Venenum (2019)

Vorletztes Album von Opeth, bis jetzt. Meiner Meinung nach und auch der Meinung vieler anderer bis jetzt das beste aus ihrer Progressive Rock Ära. Finde das ist durchaus der Fall weil diese "Ära" zwar durchaus interessant angefangen hat, die Band aber relativ schnell sich in einer Art Stagnation verloren
hat. Ich war ja immer wieder der Meinung, dass das "nächste" Album vielleicht auch gut sein werde aber wie lange das gut gehen wird, das wusste ich nicht. Das lag daran, dass der allgemeine Klang schon super gut und virtuos usw. war, aber dennoch irgendwie gleich bleibend. Sprich ich hätte mir immer wieder vorstellen können, wie das nächste Album sich anhören wird. 

Bei "In Cauda Venenum" ist es jedoch sehr viel anders. Das Album existiert nämlich in zwei verschiedenen Versionen. Das heißt, bei jeder Version gibt es die gleichen Songs - allerdings in zwei unterschiedlichen Sprachen. Schwedisch und Englisch. Ich habe die schwedische Version zuerst gehört und war wie weggeblasen. Manchmal braucht es nur ein kleines Detail um alles zu verändern. So ist der Wechsel in eine andere Sprache meiner Meinung nach genau das gewesen was diese Band gebraucht hat. Dadurch dass ich kaum ein Wort verstehe (eigentlich gar keins) wirken die Songs nahezu mystisch auf mich bzw. wie Lautmalerei. Ja, ich weiß. Schwedisch ist eine richtige Sprache, allerdings keine die ich alltäglich spreche. 

Darüber hinaus: Es fängt an mit einem sehr abgefahrenen, 70s Prog Rock Keyboard Intro. Das Album variert zwischen (sorry für den Ausdruck) melancholischen Songs, sehr abgefahrenen beinahe psychedelischen Ausflügen (mit Keyboards!), wunderschönen Gitarrensoli und einigen Riffs die beinahe wie Djent rüberkommen. Dazu kommen noch irgendwelche Samples aus schwedischen Medien, die mir leider nichts sagen. Soweit ich rausfinden konnte, handelte es sich dabei unter anderem um eine Art Puppensendung für Kinder. Dazu kommen noch kirchliche Gesänge und noch viel mehr was ich grade bestimmt vergessen habe. Verdammt, dieses Album ist so groß, so riesig und so raumeinnehmend. Es ist faszinierend.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Ingen sanning är allas, Charlatan, Svekets prins




Mittwoch, 13. Mai 2026

Film der Woche#677: Na srebrnym globie (1988)

In Deutschland bekannt als "Der Silberne Planet", international bekannt als "On the Silver Globe" - was auch dem Originaltitel entspricht.

Wir befinden uns in weiter entfernter Zukunft auf einem fremden Planeten, der jedoch scheinbar von Menschen bewohnt wird. Zwei Astronauten von der Erde kriegen von den Einheimischen (die wie post-apokalyptische amerikanische Ureinwohner gekleidet sind und nicht wirklich reden können) eine Diskette mit Aufnahmen überreicht. Darauf sind Aufzeichnungen von einem irdischen Astronauten namens Jerzy (Jerzy Trela). Vor ca. 50-60 Jahren ist sein Raumschiff, welches ihn als auch die Kollegen Marta (Elżbieta Karkoszka) und Piotr (Jerzy Gralek) transportierte, auf diesem unbekannten Planeten abgestürzt. Ein weiterer Astronaut verstirbt. Jerzy nimmt alles Geschehene mit einer Kamera auf und

erstellt so eine Art Tagebuch. Die drei Erdlinge werden zu Gründern einer neuen (einer auf Inzest basierten lol) Gesellschaft. Die Atmosphäre sorgt dafür dass die neugeborenen Kinder wesentlich schneller wachsen. Einzig Jerzy altert langsamer als die anderen und wird dafür bewundert. Alle fragen sich, wieso er nicht stirbt. Die Gesellschaft die hier entstanden ist, ist eine die auf heidnischen/okkulten Glauben basiert. Rituale und Tänze bestimmen den Alltag - außerdem werden die Menschen immer dümmer weil ihre eigene Geschichte nicht überliefert wurde. Jerzy schickt das von ihm erstellte Video-Tagebuch zur Erde. Jahre später taucht ein weiterer irdischer Astronaut auf dem Planeten auf - Marek (Andrzej Seweryn) und wird prompt von den Einheimischen für einen Messias gehalten. Die Gesellschaft, in welcher er nun angekommen ist, ist eine die auf blutigen Ritualen und Gewalt basiert. Es besteht eine Art heidnischer Religion mitsamt Tempel unter der Erde.

Es ist schwierig nachzuvollziehen, was genau wann passiert. So fand ich es relativ anstrengend zu verstehen ob die Handlung zu einem Zeitpunkt auf der Erde spielt oder doch auf dem fremden Planeten. Das liegt auch daran, dass im Film Rückblicke zu sehen sind. So ist es für mich schwierig zu verstehen ob Jerzy die Videoaufnahmen auf die Erde geschickt hat - während diese von einem Stamm stummer indigener Menschen aufgefunden werden. Das klingt fast so als ob die Gesellschaft der zukünftigen Erde sich rückentwickelt hat - und die Astronauten die zu dem fremden Planeten gereist sind eben dieses Wissen mitgenommen und darauf die neue Gesellschaft aufgebaut haben. "Na srebrnym globie" ist eine düstere Parabel über das Wesen des Menschen: Dieser kehrt immer wieder zu Gewalt zurück, huldigt irgendwelche Messiase an und erschlägt sie mit Steinen, kreuzigt sie wenn sie doch nicht "die wahren Messiase" sind. Auch der Drang, das Fremde, das Andere, das anders aussehende zu bekämpfen, zu unterdrücken und zu zerstören ist hier zu sehen. Der Autor der Vorlage war Jerzy Żuławski, der Großonkel des Regisseurs Andrzej Żuławski. Ursprünglich ging es um eine Reise zum Mond - hier geht es um einen anderen Planeten. Und eigentlich hat er mit der Produktion des Films im Jahre 1977 angefangen. Allerdings hat der Vize-Kulturminister Janusz Wilhelmi diese angehalten. Grund: Angeblich zu hohe Kosten und geringe Effizienz. Aber eigentlich ging es um den regimekritischen Aspekt des Films. So wurden nicht nur die Dreharbeiten angehalten - auch sämtliche Requisite wurden zerstört. Einige wurden von mehreren Schauspielern in ihren Wohnung und privaten Lagern gehalten. Erst nach der Beendigung des Kriegszustandes in der Volksrepublik Polen konnte Żuławski mit dem Film fortfahren. Allerdings war dieser erst zu 80% fertig und so hat Żuławski anstelle der fehlenden Szenen, Aufnahmen von Warszawa und Kraków der 1980er Jahre eingefügt. Darüber hat er die Inhalte der Szenen gesprochen. "Na srebrnym Globie" wurde unter anderem am baltischen Meer, in der mongolischen Wüste Gobi, im Kaukasus, in Police, in Niederschlesien, Kaukasus als auch in Kraków und in der Salzmine Wieliczka gefilmt. Ich selbst war in Wieliczka als auch im jüdischen Viertel Kazimierz. Meiner Meinung nach ist der Friedhof hinter der Remuh-Synagoge einmal zu sehen - es kann natürlich sein, dass ich mich irre.

Ein wirklich monumentales, philosophisches Werk. Voll mit Fragen über das Leben, Liebe, Hass und dem Sinn des Lebens an sich. Diese werden meistens in Wutanfällen vor sich her geschrien. Das Make-Up und die Gestaltung der Kostüme als auch der Umgebung ist fantastisch. Tatsächlich hat man hier ganz großes Recycling betrieben und einige Kostüme aus Stoffresten und Müll zusammen gebastelt. Wenn man den Film allerdings auf Polnisch mit englischen Untertiteln anguckt, steht man allerdings vor einer Herausforderung. Diese sind nämlich voll mit relativ unumgänglichen Begriffen, die man erstmal verstehen muss. Mir gefällt auch die Dynamik. Alles ist so exorbitant irre, manisch und fanatisch. Und zwar sowohl die "Ureinwohner" als auch die Erdlinge. Der Film erfordert allerdings viel Konzentration. Wahrlich fantastisch.

10/10 Pfandflaschen
Trailer:



Dienstag, 12. Mai 2026

Comic Book Review#675: Godzilla vs. Hulk (2025)

Nach den Fantastic Four kommt nun der Hulk.

Diesmal spielt die Story irgendwann Ende der 1970er Jahre. Wir haben es allerdings immer noch mit dem Showa-Ära-Godzilla zu tun, also quasi derselben Riesenechse wie im "Godzilla vs. The Fantastic Four"-Comic. Zumindest sieht sie genauso aus. Die Handlung spielt sich ab in San Antonio (Texas), genauer gesagt auf der "Thunderbolt Ranch", also einer militärischen Forschungseinrichtung unter Leitung von General Thaddeus "Thunderbolt" Ross. Gerüchten zufolge soll tief unter der Erde der Hulk

und andere Monster gefangen sein. Allerdings gilt der Hulk als tot. Statt dem Hulk treffen wir allerdings auf Dr. Bruce Banner als auch Dr. Demonicus (dessen Gesicht entstellt und er eine Maske tragen muss). Demonicus arbeitet an einem Sarkophag, dessen Aufgabe die Gefangennahme von Godzilla sein soll. Um den Kaiju zu fangen manipuliert man Kumonga, die Riesenspinne, mit einem hochentwickelten technischen Gerät, damit dieser die Riesenmotte Mothra angreift. Godzilla, der sozusagen ein Freund Mothras ist, wird von ihren Schmerzen angezogen und eilt zur Hilfe. Daraufhin greifen Banner und Demonicus mit zwei restaurierten Mechagodzillas an. Doch als als das nicht hilft, zeigt Demonicus sein wahres Gesicht. Der "Sarkophag" ist in Wirklichkeit ein künstliches Ei. Darin wächst ein neues Monster, dass aus vielen verschiedenen DNAs zusammengeklumpt wurde: Hedorah. Der riesige, unförmige Haufen von Monster soll nun Godzilla besiegen und am Ende äh das Gleichgewicht auf der Welt wieder herstellen. Banner ist nicht gerade begeistert darüber, dass Demonicus gelogen hat. Dadurch und weil die Schmerzen beim Aufprall des Mechagodzilla so schwer sind, verwandelt er sich in den Hulk. Der grüne Hüne möchte nun Godzilla helfen. Normal.

Was soll eigentlich das "vs." im Titel? Liegts vielleicht daran, dass zuerst Dr. Banner gegen Godzilla gekämpft hat und Banner ja eigentlich Hulk ist? I don't know. Jedenfalls besteht die Story nicht nur aus Monsterkloppe sondern von durchaus realistisch dargestellten Allmachtphantasien eines entstellten Wissenschaftlers und naja auch eines US-Generals der glaubt auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Alles vernichten oder irgendwie unter die eigene Kontrolle stellen. Koste es was wolle. Das passiert, wenn man Geschäfte mit Wahnsinnigen macht. Sonst ist die Geschichte ziemlich...cool. Hulk hilft Godzilla, Hulk hilft der riesigen Spinne. Godzilla kämpft gegen Hedorah. Und ja die Gammastrahlen haben auch einiges zu bieten hier. Ich mag auch den modernen Touch der Zeichnungen. Dafür, dass das hier in den 1970ern spielt, sieht es trotzdem ganz schön modern aus. Weil es einfach die moderne Art und Weise zu zeichnen ist. Offensichtlich. So könnte es genauso in der heutigen Zeit spielen. Militäruniformen bzw. Uniformen von Minion-Wissenschaftlern in riesigen Bunkeranlagen sehen heutzutage eigentlich genauso aus. Wie auch immer. Ich fand die Story interessant und amüsant. 

Made by Gerry Duggan, Giuseppe Camuncoli
8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von DopeSpill Comics:


Montag, 11. Mai 2026

Album der Woche#679: Gorguts - The Erosion of Sanity (1993)

"The light of life, through his syringe glows
Soon, in the veins the soul will flow
Injections in a body once deceased
Re-animates
The flesh-made puzzle soon will start to breathe
Regenerate"
(aus "With Their Flesh, He'll Create")

Zweites Album der kanadischen Death Metal Größen Gorguts, welches zufälligerweise zu dem Zeitpunkt rausgekommen ist, als das Genre als "abgeschrieben" galt. So wurden sie nach dem Release vom Label Roadrunner Records fallen gelassen. Trotzdem gilt dieses Album mittlerweile als Klassiker. Und ich verstehe auch warum.

"The Erosion of Sanity" bietet all das was Death Metal alter Schule zu Beginn der 1990er zu bieten

hatte. Obskure Texte voll mit ganz und gar nicht stumpfer Ausdrucksweise, die sich einfach nur brutal anhören. Beispielsweise geht es in "Orphans of Sickness" um Handel mit Organen von Kindern. Growliger Gesang vom mittlerweile einzigen Originalmitglied Luc Lemay. Ein absolutes Geschwader an Riffs, Gitarrensoli und sehr wenig Blastbeats. Man wechselt sehr oft den Takt, vor allem in einem Song. Es werden "untypische" Instrumente wie Klavier (naja eigentlich nur Klavier) eingesetzt. Dazu noch das detailierte Albumcover von Dan Seangrave (u.a. Suffocations "Effigy of the Forgotten") und alles ist beinahe perfekt.

Gorguts schaffen es, gleichzeitig brutal und ziemlich nasty zu klingen ohne jedoch in absolut grenzdebile stumpfe Häfen der Death Metal'schen Irrelevanz zu segeln. Das ist wohl dieser technischer Death Metal den so bärtige Metal-Nerds so abfeiern. Das ist ein sehr fleischiger Schinken. Ich meine, eine sehr fleischige Scheibe. Ich meine, sehr fleischiger Death Metal.

Anspieltipps: Condemned To Obscurity, The Erosion of Sanity, Dormant Misery
8,5/10 Pfandflaschen


Donnerstag, 7. Mai 2026

Film der Woche#676: Texas Chainsaw Double Feature!

Allrighty then. Wir haben ja schon mehrfach mit Leatherface und seiner kannibalischen Familie zu tun gehabt. Zuerst im Original von Tobe Hooper, dann der völlig batshit insane gegangenen Fortsetzung (ebenfalls von Tobe Hooper). Dann natürlich der dritte Teil der irgendwie heraussticht und irgendwie eine Fortsetzung ist. Und natürlich hatten wir diesen äh Sequel oder wahlweise betrachtet ersten Reboot mit einem völlig meschugge gegangenen Matthew McConaughey und Reneé Zellweger. Nun sind wir bei den beiden Filmen angekommen die von Michael Bay produziert wurden. Es handelt sich um einen neuen Remake und einen Prequel dazu. Ich empfehle tatsächlich, den Prequel als zweites zu sehen weil man sich sonst spoilert. Aber naja, eigentlich sind gewisse Dinge im ersten Teil sowieso schon klar ersichtlich. Von daher, macht was ihr wollt.

The Texas Chainsaw Massacre (2003)

Dieser Film spielt nicht in der Gegenwart sondern genauso wie das Original im Jahre 1974. Eine Gruppe Jugendlicher, die quer durch die USA reisen (oder zumindest macht es den Anschein) um ein Konzert von Lynyrd Skynyrd zu sein ist grade aus Mexiko gekommen. Tatsächlich führen sie ein ganzes Kilogramm Gras mit sich, dass sie später verkaufen wollen. Das weiß allerdings nur ein Teil der Gruppe. Die Gruppe besteht aus Erin (Jessica Biel), ihren Freund Kemper (Eric Balfour), ihren Bruder

Morgan (Jonathan Tucker) als auch den frisch verliebten Pepper (Erica Leerhsen) und Andy (Mike Vogel). Zusammen sind sie in Kempers Hippie-Wagen unterwegs in Texas als sie ganz plötzlich halten müssen weil eine Frau dicht am Straßenrand entlangläuft. Sie nehmen sie per Anhalter mit. Die Frau (Lauren Christine German) sieht sehr mitgenommen aus. Ihr wurde offensichtlich schwerste Gewalt angetan. Als sie merkt, dass das Auto in eine ihr (leider) bekannte Umgebung fährt gerät sie in Panik und schreit. Kurzerhand zieht sie von irgendwo aus ihrem Kleid einen Revolver und schießt sich in den Kopf. Nun ist die Gruppe drauf angewiesen ihren Leichnahm bei den zuständigen Stellen zu melden. So geraten sie durch einen Tankstellenshop an den örtlichen Sheriff Hoyt (R. Lee Ermey auch bekannt als Gunnery Sgt. Hartman aka "Ihr werdet mich nicht mögen weil ich hart bin" aus Full Metal Jacket). Es stellt sich heraus, dass der Sheriff teil der eben bekannten und gefürchteten Kannibalenfamilie ist - einer deren Söhne ist der ebenfalls nicht unbekannte Leatherface der Masken aus Menschengesichtern näht und sie trägt. Und natürlich eine Kettensäge schwingt. Der harmlose Ausflug wird zu einem Kampf ums Überleben. 

Ja. Was soll ich sagen. Nach heutigen Standards: Ein bisschen arg eklig, viel Gore und wenig Grusel. Aber viel Ekel. Ehrlich jetzt. Man spart sich das "trashige" direkt und kommt zu einer sehr stumpfen und überhaupt nicht witzigen Gewaltorgie. Es wird nur so geschlachtet, alles ist irgendwie im dunkelgrau gehalten. Und am Ende überlebt natürlich eine einzige Person. Das "Final Girl". Ihr könnt euch ja denken, wer das ist. Sheriff Hoyt ist dabei der widerlichste Character überhaupt. Und zwar so sehr, dass man ihn wirklich hasst und sich darüber freut wenn er eins auf die Nüsse kriegt. Es ist ein "moderner" Aufguss eines Klassikers. "Modern" heißt hier allerdings Folterpornohorrorfilme wie "Saw" bzw. dessen Fortsetzungen. Ich stehe nicht auf diese Art von Horrorfilmen. Ich mag es zwar wenn der Bösewicht auf die Nüsse kriegt - aber der Weg dahin ist ein äußerst schwieriger. Unangenehm, ekelhaft, stumpf und macht ehrlich gesagt auch nicht wirklich Spaß. Viel geiler fände ich übrigens wenn die Musik von der Soundtrack-CD hier auch wirklich vorkommen würde: Static-X, Mushroomhead, Motograter usw. usf. Eben typischer Nu Metal Soundtrack von Horrorfilmen der 2000er Jahre. Das hätte den Film vllt. minimal besser gemacht. Naja, was soll's.

3/10 Pfandflaschen
Trailer: 



The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)

Nun sind wir also bei der Vorgeschichte zum vorherigen Film angekommen. Ich liebe ja Vorgeschichten und ich finde diese hier durchaus nicht uninteressant. Die Ausführung macht es allerdings etwas schwerer den Film irgendwie gut zu finden.

Zunächst befinden wir uns im Jahre 1939 in Texas. Eine schwangere, sichtlich überarbeitete Mitarbeiterin eines Schlachthofs bringt ein Kind zur Welt, während ihrer Schicht. Der vom Anblick des Kindes angewiderte Schichtleiter schmeißt das Kind in die Mülltonne. Kurze Zeit später wird es von Luda Mae Hewitt aus der Tonne geholt und als Sohn aufgenommen. Dreißig Jahre später, im Jahre 1969 (also vier Jahre vor dem vorherigen Film), lebt das Kind unter dem Namen Thomas (Andrew

Bryniarsky) bei der Familie Sawyer. Sein Gesicht ist mißgebildet und er arbeitet als Schlachter im selben Schlachthof dessen Schichtleiter ihn einst als Baby in die Mülltonne geschmissen hat (!). Doch die Zeiten sind vorbei. Der Schlachthof wird geschlossen, die Kleinstadt stirbt langsam aus. Als Thomas sich weigert zu gehen, wird der Schichtleiter sauer - sodass Thomas ihn umbringt. Als Thomas' Onkel Charlie (R. Lee Ermey) vom Sheriff Hoyt abgeholt wird um die Situation zu beschwichtigen, eskaliert diese hingegen noch weiter. Charlie bringt Sheriff Hoyt um und nimmt seine Identität an. Da bis auf die Familie niemand mehr in der Stadt/Dorf wohnt und sie der Hunger treibt, stellt der "neue" Sheriff Hoyt die Ernährung seiner Familie um - auf Menschenfleisch. Achja, "Hoyt" wohnt zusammen mit seinem adoptierten Neffen Thomas und seinen Adoptiveltern: Luda und Monty. Zufälligerweise (wie im ersten Film auch) sind zwei Pärchen grade in Texas unterwegs. Die beiden Brüder Dean (Taylor Handley) und Eric (Matt Bomer) zusammen mit ihren Freundinnen Chrissie (Jordana Brewster) und Bailey (Diora Baird). Eric macht grade Fronturlaub und bald geht es zurück nach Vietnam. Er will seinen Bruder mitnehmen, doch dieser will den Wehrdienst verweigern.

Nun. Ich finde Vorgeschichten grundsätzlich interessant. So ist es auch hier. ich fand's interessant zu erfahren, dass Sheriff Hoyt sich eine andere Identität angeeignet hat. Ich dachte früher mal, dass er ein "einfacher" degenerierter war. Ich mein, das ist er auch, aber er war nie ein Sheriff. Jedenfalls ist die Backstory von Leatherface (aka Thomas Hewitt) gar nicht mal uninteressant. Ein "hässlicher" Außenseiter mit entstellten Gesicht, den niemand verstanden hat wächst unter Psychopathen auf und liefert ihnen Menschenfleisch. So weit, so okay. Alles andere ist wirklich brutalster brutalinsky-gore und splatter und gore und splatter und jede Menge Sadismus. R. Lee Ermey lässt hier wirklich den Drill Instructor raushängen - nur auf eine besonders widerliche Art und Weise. Im ersten Film gab es einen witzigen Moment: Leatherfaces Arm wurde abgehackt und er sah dann zu wie eben jener Arm sich auf dem Boden zusammen mit der angemachten Kettensäge dreht. Hier gibt es auch einen witzigen Moment: Montys Beine werden abgehackt, aus chirurgischen Gründen, weil ihn ins Knie geschossen wurde. Aber wieso beide Beine? Sheriff Hoyts Begründung: "Symmetrie?". Ansonsten ist der Film grade mal so genießbar - vllt. nur wegen der nicht-crazy Charaktere. Meine Fresse, ist das hohl.

4/10 Pfandflaschen
Trailer:


Mittwoch, 6. Mai 2026

Comic Book Review#674: Godzilla vs. Fantastic Four#1 (2025)

Achtung! Die nächsten Monate werden all diese "Godzilla vs. Marvel"-One Shots auf diesem Blog vorkommen. Einer nach dem anderen. Zuerst hatten wir ja diese Justice League vs. Godzilla vs. Kong Crossover von DC/Legendary Pictures/TOHO. Nun sehen wir uns an, wie die Fusion von Marvel/Toho funktioniert. Interessanterweise hatte Marvel schon mal Godzilla Comics rausgebracht. Ein Review dazu findet ihr hier. 


Bei den One Shots handelt es sich quasi um Momentaufnahmen aus der Zeit von 1954 bis heute (?). Im ersten trifft der King of the Monsters auf die Fantastic Four im New York. Man nimmt sogar Bezug auf den ersten Film, in welchem Godzilla scheinbar besiegt wurde. Doch hier ist er wieder von den Toten zurück und greift New York an. Reed Richards, Susan Storm, Johnny Storm und Ben Grimm bündeln ihre Kräfte und verwandeln ihre Operationsbasis in eine Art elektrische Falle. So kommt es, dass der Gigant einen ebenso gigantischen elektrischen Schock erleidet und (scheinbar) bewusstlos wird. Doch das Problem ist noch lange nicht gelöst. Der schnell herbeigeeilte, ehemalige Herold des Weltenfressers Galactus klärt uns auf, was uns bevorsteht: Galactus hat einen neuen Herold, den er mit der kosmischen Kraft ausgestattet hat - ählich wie einst den Silver Surfer. Nämlich King Ghidorah, den dreiköpfigen Drachen und einen der fiesesten Gegner Godzillas. Er ist nämlich der einzige Herold, der es schaffen würde, die Erde komplett zu zerstören, sodass Galactus einen vollkommen geschwächten Planeten konsumieren kann. Die einzige Lösung für das neue Problem ist: Godzilla ebenfalls mit kosmischen Kräften auszustatten. Silver Surfer opfert also seine Kräfte und schon bald kämpfen Godzilla zusammen mit den Fantastic Four gegen King Ghidorah. 

Ich habe ja letztens diese oben erwähnten Justice League vs. Godzilla vs. Kong Crossover gelesen. Sie waren spaßig, gleichzeitig aber ziemlich hohl. Hier ist das Gegenteil der Fall. Da die F4 zu 3/4 aus Wissenschaftlern bestehen, geht es hier auch irgendwie wissenschaftlich zur Sache: Ein ganzes Gebäude in eine "electrical booby trap" verwandeln, mit den lichtbrecherischen Unsichtbarkeitskräften von Susan Storm ein riesiges Abbild von Ben Grimm zu kreieren sodass Ghidorah abgelenkt ist. Fantastisch, wirklich. Ansonsten ist das hier feinstes Monstergekloppe, was sich jedoch auf zwei Monster und vier Helden beschränkt und nicht auf drölf Monster und drölf Helden ausweitet. Meine Fresse ist das ein riesen Spaß. Man bringt quasi diese relative primitiven Kaiju-Kämpfe aufs Papier und verbindet sie mit den 1960er Charme der Fantastic Four. Ganz genau, wir haben es hier mit dem Godzilla der Showa-Ära zu tun. Insgesamt also das Beste vom Besten. Geschrieben von Ryan North und gezeichnet vom großartigen John Romita Jr. - dessen Werke ich das erste Mal vor rund 20 Jahren kennen gelernt habe, als er J. Michael Straczynskis "The Amazing Spider-Man" Run gelesen habe. 

8/10 Pfandflaschen


Dienstag, 5. Mai 2026

Album der Woche#678: Meat Puppets - Meat Puppets II (1984)

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf dieses Album kam. Wahrscheinlich hatte ich immer wieder einen Ohrwurm von Nirvanas Version von "Plateau" (diese eine Live-Aufnahme vom MTV Unplugged Album zusammen mit Chris und Kirk Kirkwood), sodass ich unbedingt wissen wollte, wie sich das Original anhört. Zuallererst habe ich mir allerdings das erste Album der Band (das einfach "Meat Puppets" heißt) und war ziemlich überrascht. Was mich dort erwartet hat, war völlig zügelloser noisiger Punk mit Lyrics die kein Mensch verstanden hat weil der Gesang sich wie inkohärentes, leicht betrunkenes Geschrei angehört hat. Es war spaßig.


Offensichtliche Led Zeppelin Anspielung: Das zweite Album heißt "Meat Puppets II" (also so wie das zweite Album von Led Zeppelin "Led Zeppelin II" heißt). Nun, es ist vollkommen anders als das erste. Bis auf 1-2 Ähnlichkeiten. So sind "New Gods" und "Split Myself In Two" absolute Cowpunk-Songs. Mit Cowpunk ist übrigens dieses Genre gemeint, dass schlicht und einfach Country und Punk miteinander vermischt. Ansonsten haben wir hier eine beinahe komplette Abkehr vom Punkrock. Stattdessen konzentrieren sich die Fleischpuppen auf Psychedelia, Bluegrass und musikalischen Surrealismus. "Plateau" beispielsweise handelt von einem Punkt im Leben, einer Art Ende einer Episode wobei man auf einem sprichwörtlichen Plateau steht - wie bei einem Highschool-Abschluß. Allerdings ändert sich danach gar nichts und der Punkt den man erreicht hat war gar nicht die Belohnung für all die Mühe. Der Weg dorthin war die Belohnung. "Climbing" behandelt eine Trennungssituation bei welcher der Verlassene anstelle sich mit eigener Einsamkeit auseinanderzusetzen, sich lieber weiterhin mit seiner Verflossenen beschäftigt. Insgesamt muss ich sagen, dass Sänger/Gitarrist Curt Kirkwood sich desöfteren in einem eher negativen, verächtlichen Licht betrachtet. Er macht sich auf eine durchaus traurige Art und Weise über sich selbst lustig. Man könnte es als surrealen Selbstmitleid bezeichnen.

Ein sogar für mein Geschmack recht ungewöhnliches Album. Ich mag all diese verschiedenen Aspekte die zusammen etwas eigenartiges ergeben. Etwas Punk, selbstmitleidiger Gesang, psychedelische Sounds, Country und definitiv irgendwelche halluzinogenen Drogen. Faszinierendes Album. So roh und lo-fi, wie es nur gehen kann.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Whistling Song, Plateau, Lake of Fire, New Gods, Split Myself In Two




Montag, 4. Mai 2026

Happenings des Monats: April'26

CULTHE FEST 2026 am 05.04.2026 in Café Sputnik/Sputnikhalle/Triptychon in Münster

Das Culthe Fest ruft mich seit 2019 (fast) ununterbrochen (glaube ich jedenfalls) zu sich und ich komme. Aber mittlerweile schon nur noch für einen Tag, weil ich mich für mehr weniger imstande fühle. Jedenfalls sind wir diesmal zu spät losgefahren, sodass als ich mich vor das Café Sputnik gestellt habe um TRISTIS zu sehen, ich bestenfalls einige Nacken und lange Haare gesehen habe. Der Laden war so voll, dass sich die Menge bis nach außen gestapelt hat. Sehr schade drum, allerdings bin ich jetzt in Besitz einer Platte, die bald auf diesem Blog ein Review kriegt (oder bereits zu dem Zeitpunkt ein Review schon gekriegt hat, I don't know). 


ASHENSPIRE ist ein richtig cooler Name. Leider hat er mir absolut gar nichts gesagt. Was mich dann in der Sputnikhalle erwartet hat war eine eigenartige Mischung aus Saxophonklängen, durchaus verwirrt wirkenden (Sprech)Gesang und irgendwie maschinell, fast schon industrial-esk wirkenden Gitarrenriffs. Was zur gottverdammten Hölle ist das bitte?, fragte ich mich in dem Moment, nur um dann spontan mitzuwippen, mich mitzubewegen und das tatsächlich irgendwie genießen. Geiler Scheiß. Und nun komme ich dazu, zu erklären wie alles musiktechnisch aufgeteilt ist. Im Café Sputnik und in der Sputnikhalle spielen die Meddl-Bands. Oben im Triptychon ist die Kunstausstellung (diesmal leider nix mitgenommen) und eher experimentelle Musik. ISKANDR waren dran mit absolutesten chilligen Ambient. Und mit chillig meine ich nicht entspannt sondern eine Anspielung auf "chilly". Also sehr kühl und als würde man in einer vollkommen verlassenen Gegend sitzen ohne zu wissen, wohin. Ich weiß nicht worauf man sich bei dem Bandnamen bezogen hat, aber "Iskandr" sind auch eine Reihe von russischen Raketen, die manchmal auf die Ukraine regnen. Als wir nach dem Auftritt runtergegangen sind um uns MAUD THE MOTH reinzuziehen, stellten wir wieder fest dass das Café bumsvoll ist. Wir entschlossen uns dazu, uns nicht durchzumogeln oder irgendjemanden zu stören. Stattdessen wartete ich beim Pizzabäcker auf mein Stück Pizza und hörte mir die Musik aus der allerhintersten Reihe an. Also, quasi wieder von außerhalb. Was ich gehört habe hörte sich an wie eine Mischung aus Diamanda Galas und Lingua Ignota. Also eine verzerrte Gesangsorgie, die super ungewohnt und daher verdammt cool ist. Daraufhin zog es uns wieder in die Sputnikhalle um die "besten" Plätze zu besetzen bevor THE GREAT OLD ONES die Bühne betraten. Diese waren glaube ich eine der wenigen Bands auf, meines Erachtens jeder meiner bisherigen Culthe-Fests die tatsächlich in das Schema gepasst haben. Eine Band die sich nach den altertümlichen Wesen aus H.P. Lovecrafts Werken benannt hat und ein Ctulhu-Relief auf der Bühne stehen hat. Hören sich an wie eine Mischung aus Mischungen. Meiner Meinung nach passen hier Paradise Lost als Vergleich, einige Riffs klangen aber auch wie Deafheaven oder Carcass. Sehr cooler Auftritt, sehr auf dem Boden geblieben. Very nice. Anstelle uns den Singer/Songwriter JONATHAN HULTÈN oben im Triptychon reinzuziehen zogen wir vor uns direkt ins Café Sputnik zu verziehen um die besten Plätze bei UNDERDARK zu ergattern, die bald darauf auftreten sollten. Und das war auch richtig so, denn schon bald wurde der Ort wieder dermaßen voll, dass ich sehr froh war um meinen Platz neben der Bühne. Was uns dann dargeboten wurde war phantastischer, hypnotischer Blackgaze von einer Band die super gerne mit dem Publikum interagiert hat. Leider hatte keiner von uns irgendwie die Nerven uns die letzte Band WARNING reinzuziehen, die als Ersatz für MELECHESH eingesprungen ist. Wir haben uns buchstäblich paar Minuten angeguckt, um sie mal gesehen zu haben. Danach ging's hause. Es war wie immer (bis jetzt) eine Freude für mich.

DISGUSTING NEWS + HETE + G.L.O.W. + THE WOLF I FEED in Hirsch Q, Dortmund am 18.04.2026

Ich war noch nie in der Hirsch Q. Ehrlich nicht. Tatsächlich ist das eine ziemlich ahnsehnliche linke Kneipe mit relativ ansehnlicher Männertoilette. Ich bewerte hiermit mit 7/10 Klobürsten. 

Leider konnte ich mir The Wolf I Feed (die aus lauter Dortmunder Punk Veteranen bestehen) nur zu 5% angucken. Grund war folgender: Mein Zug hatte Verspätung und obendrauf standen wir erst irgendwo im nirgendwo und dann kurz vorm Dortmunder Bahnhof. So bin ich nicht 5 sondern ganze 30 Minuten zu spät gekommen. Allerdings hat sich das was ich mir angehört habe doch durchaus stabil und alte-männer-aggressiv (nicht im bösen Sinne) angehört. Also doch verdammt gut. 

Nach einer kurzen äh Dampfer-Pause (für mich) waren dann G.L.O.W. dran. So nebenbei: Cool sich nach knapp 10 Jahren mal wieder gesehen zu haben, danke für die super Unterhaltung, Kollege D.
Zurück zum Thema: Sehr stabiler Hardcore Punk der es schafft weder in die pure Unterhaltungsschiene abzurutschen (Schema Bands mit lauter Samples aus RTL/Spiegel-TV-Reportagen zwischen den Songs) und sich gleichzeitig nicht so ernst nimmt (Schema "Ooga booga Szene Zusammenhalt haltet zusammen zusammenhaltne wir machen das hier seit 300 Jahren wir sind so ultra wichtig ihr seid so ultra wichtig). Es ist einfach nur guter Hardcore mit sehr conscious lyrics, die allerdings auch super verständlich und einfach gehalten sind. Als ich nach Hause kam habe ich mir die Lyrics auf dem Demotape angeguckt: In "Departure" heißt es zum Beispiel: "On and on there's noise and shouting. Everyday it's getting louder. These streets unrecognizable. All I'm longing for is silence." Meines Erachtens eine Absage an den Großstadtlärm - wenn ich das richtig verstehe. Achso und: Props für das Wegmachen von eigenen verschütteten Bier auf der Bühne. Ist leider nicht selbstverständlich heutzutage.

Nächster Halt: Hete. Irgendwie waviger, postpunkiger äh Punkrock mit allen vier Mitgliedern (oder fast allen), abwechselnd am Gesang. Teilweise nicht ganz so meins (gesangstechnisch vor allem). Musikalisch aber wirklich erste Sahne. Leicht chaotisch, gewürzt mit einer Ficktonne an Kunstnebel. Die Band wird desöfteren mit Hysterese verglichen - und das zurecht. Meiner Meinung nach sind sie eine Art leicht angetrunkener Cousin von Hysterese, der ab und zu zu Besuch kommt und dir weiszumachen versucht, dass man sich viel zu lange nicht gesehen hat - und dabei leicht angesoffen ist. Sehr unterhaltsam und sehr sympathisch.

Disgusting News waren zu dem Zeitpunkt laute eigener Aussage "zur Hälfte Weak Ties". Ich kann allerdings nicht sagen, welche Mitglieder bei Weak Ties sind weil ich mir Gesicher teilweise nicht so gut merken kann. Anyway: Für mich ein recht kurzer Auftritt weil ich los musste um meinen Zug zu erwischen. Aber das was ich gesehen habe, war sehr guter, sehr kurzer Fastcore (oder wie auch immer) mit sehr guten Ansagen dazwischen (unter anderem "dieses Lied ist von uns", "dieses Lied ist auch von uns"). Ich liebe ja solche eine Groteske. Jedenfalls: Großartiger Abend, ich habe keine Sekunde bereut, hingekommen zu sein. 

Stricher guckt sich endlich "Hellboy: The Crooked Man" (2024) an am 21.04.2026

Da steht "endlich" weil ich bis vor kurzem gar nicht gewusst habe, dass nach "Call of Darkness" noch ein weiterer Hellboy-Film rausgekommen ist. Diesmal handelt es sich allerdings um einen weiteren Reboot, der zudem in der Vergangenheit des Jahres 1959 spielt.

Hellboy (Jack Kesy) transportiert zusammen mit der BPRD-Agentin Bobbie Jo Song (Adeline Rudolph) eine riesige mutierte Spinne durch die Appalachen. Und zwar mit dem Zug. Als das Tier allerdings

ausbricht, entgleist ihr Zugwaggon und die beiden landen in den Bergen. Die Spinne kann nicht eingefangen werden, leider. Unter anderem, weil sie sich auch verkleinern kann und somit unauffindbar ist. Sie begeben sich auf die Suche und lernen dabei die Umgebung kennen. In einem im Wald gelegenen Dorf leben lauter Menschen die von einer alten Magie beeinflusst werden. Der "Crooked Man", eine Figure aus der amerikanischen Folklore terrorisiert seit Jahren die Gegend. Er hat einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen und erntet immer wieder Seelen der Menschen um irgendwann wieder reich zu werden. Bobbie Jo und Hellboy lernen zudem Tom Ferrell (Jefferson White) kennen, der einst ein Hexer war und nun sein Heimatort vom Bösen befreien will. 

Eins steht fest: Die Story wurde Hellboy-Schöpfer Mike Mignola mitgeschrieben und ist alles andere als schlecht. Es ist ein typischer Fall für eine Hellboy-Minisere. Der rote Teufel und ein(e) Partner(in) begeben sich irgendwo hin um eigentlich etwas ganz anderes zu finden und lösen einen anderen Fall. Dabei hagelt es Dämonen und schwarze Magie. Soweit, so normal. Das allgemeine Design der Umgebung ist cool, die CGI-Effekte durchaus in Ordnung. Hellboys Design gefällt mir nur so halb. Irgendwie erinnert mich das an ein Mid Budget Cosplay Versuch. Außerdem ist die deutsche Synchronstimme die gleiche wie bei Ron Perlman und passt nicht zu dem jüngeren Jack Kesy. Dazu kommen aber noch viele störende Faktoren. Dieser Hellboy hat wesentlich weniger Charisma und ist größtenteils hier um zu kämpfen und flotte Sprüche zu klopfen, die irgendwie zur Situation passen. Auch sein Selbsthass nehme ich ihn nicht wirklich ab. Dazu kommt noch die Ficktonne an Jumpscares, die irgendwann ordentlich nervt sodass man langsam kein Bock hat. Man sieht sofort, dass der Film fürs Heimkino produziert wurde. Wobei eigentlich heißt das heutzutage nichts, auch diese können super gut sein. Das ist aber leider nicht wirklich der Fall. Eine einst großartige Figur von der großen Leinwand wird zur Karikatur. Schade.

5/10 Pfandflaschen
Trailer: