Montag, 4. Mai 2026

Happenings des Monats: April'26

CULTHE FEST 2026 am 05.04.2026 in Café Sputnik/Sputnikhalle/Triptychon in Münster

Das Culthe Fest ruft mich seit 2019 (fast) ununterbrochen (glaube ich jedenfalls) zu sich und ich komme. Aber mittlerweile schon nur noch für einen Tag, weil ich mich für mehr weniger imstande fühle. Jedenfalls sind wir diesmal zu spät losgefahren, sodass als ich mich vor das Café Sputnik gestellt habe um TRISTIS zu sehen, ich bestenfalls einige Nacken und lange Haare gesehen habe. Der Laden war so voll, dass sich die Menge bis nach außen gestapelt hat. Sehr schade drum, allerdings bin ich jetzt in Besitz einer Platte, die bald auf diesem Blog ein Review kriegt (oder bereits zu dem Zeitpunkt ein Review schon gekriegt hat, I don't know). 


ASHENSPIRE ist ein richtig cooler Name. Leider hat er mir absolut gar nichts gesagt. Was mich dann in der Sputnikhalle erwartet hat war eine eigenartige Mischung aus Saxophonklängen, durchaus verwirrt wirkenden (Sprech)Gesang und irgendwie maschinell, fast schon industrial-esk wirkenden Gitarrenriffs. Was zur gottverdammten Hölle ist das bitte?, fragte ich mich in dem Moment, nur um dann spontan mitzuwippen, mich mitzubewegen und das tatsächlich irgendwie genießen. Geiler Scheiß. Und nun komme ich dazu, zu erklären wie alles musiktechnisch aufgeteilt ist. Im Café Sputnik und in der Sputnikhalle spielen die Meddl-Bands. Oben im Triptychon ist die Kunstausstellung (diesmal leider nix mitgenommen) und eher experimentelle Musik. ISKANDR waren dran mit absolutesten chilligen Ambient. Und mit chillig meine ich nicht entspannt sondern eine Anspielung auf "chilly". Also sehr kühl und als würde man in einer vollkommen verlassenen Gegend sitzen ohne zu wissen, wohin. Ich weiß nicht worauf man sich bei dem Bandnamen bezogen hat, aber "Iskandr" sind auch eine Reihe von russischen Raketen, die manchmal auf die Ukraine regnen. Als wir nach dem Auftritt runtergegangen sind um uns MAUD THE MOTH reinzuziehen, stellten wir wieder fest dass das Café bumsvoll ist. Wir entschlossen uns dazu, uns nicht durchzumogeln oder irgendjemanden zu stören. Stattdessen wartete ich beim Pizzabäcker auf mein Stück Pizza und hörte mir die Musik aus der allerhintersten Reihe an. Also, quasi wieder von außerhalb. Was ich gehört habe hörte sich an wie eine Mischung aus Diamanda Galas und Lingua Ignota. Also eine verzerrte Gesangsorgie, die super ungewohnt und daher verdammt cool ist. Daraufhin zog es uns wieder in die Sputnikhalle um die "besten" Plätze zu besetzen bevor THE GREAT OLD ONES die Bühne betraten. Diese waren glaube ich eine der wenigen Bands auf, meines Erachtens jeder meiner bisherigen Culthe-Fests die tatsächlich in das Schema gepasst haben. Eine Band die sich nach den altertümlichen Wesen aus H.P. Lovecrafts Werken benannt hat und ein Ctulhu-Relief auf der Bühne stehen hat. Hören sich an wie eine Mischung aus Mischungen. Meiner Meinung nach passen hier Paradise Lost als Vergleich, einige Riffs klangen aber auch wie Deafheaven oder Carcass. Sehr cooler Auftritt, sehr auf dem Boden geblieben. Very nice. Anstelle uns den Singer/Songwriter JONATHAN HULTÈN oben im Triptychon reinzuziehen zogen wir vor uns direkt ins Café Sputnik zu verziehen um die besten Plätze bei UNDERDARK zu ergattern, die bald darauf auftreten sollten. Und das war auch richtig so, denn schon bald wurde der Ort wieder dermaßen voll, dass ich sehr froh war um meinen Platz neben der Bühne. Was uns dann dargeboten wurde war phantastischer, hypnotischer Blackgaze von einer Band die super gerne mit dem Publikum interagiert hat. Leider hatte keiner von uns irgendwie die Nerven uns die letzte Band WARNING reinzuziehen, die als Ersatz für MELECHESH eingesprungen ist. Wir haben uns buchstäblich paar Minuten angeguckt, um sie mal gesehen zu haben. Danach ging's hause. Es war wie immer (bis jetzt) eine Freude für mich.

DISGUSTING NEWS + HETE + G.L.O.W. + THE WOLF I FEED in Hirsch Q, Dortmund am 18.04.2026

Ich war noch nie in der Hirsch Q. Ehrlich nicht. Tatsächlich ist das eine ziemlich ahnsehnliche linke Kneipe mit relativ ansehnlicher Männertoilette. Ich bewerte hiermit mit 7/10 Klobürsten. 

Leider konnte ich mir The Wolf I Feed (die aus lauter Dortmunder Punk Veteranen bestehen) nur zu 5% angucken. Grund war folgender: Mein Zug hatte Verspätung und obendrauf standen wir erst irgendwo im nirgendwo und dann kurz vorm Dortmunder Bahnhof. So bin ich nicht 5 sondern ganze 30 Minuten zu spät gekommen. Allerdings hat sich das was ich mir angehört habe doch durchaus stabil und alte-männer-aggressiv (nicht im bösen Sinne) angehört. Also doch verdammt gut. 

Nach einer kurzen äh Dampfer-Pause (für mich) waren dann G.L.O.W. dran. So nebenbei: Cool sich nach knapp 10 Jahren mal wieder gesehen zu haben, danke für die super Unterhaltung, Kollege D.
Zurück zum Thema: Sehr stabiler Hardcore Punk der es schafft weder in die pure Unterhaltungsschiene abzurutschen (Schema Bands mit lauter Samples aus RTL/Spiegel-TV-Reportagen zwischen den Songs) und sich gleichzeitig nicht so ernst nimmt (Schema "Ooga booga Szene Zusammenhalt haltet zusammen zusammenhaltne wir machen das hier seit 300 Jahren wir sind so ultra wichtig ihr seid so ultra wichtig). Es ist einfach nur guter Hardcore mit sehr conscious lyrics, die allerdings auch super verständlich und einfach gehalten sind. Als ich nach Hause kam habe ich mir die Lyrics auf dem Demotape angeguckt: In "Departure" heißt es zum Beispiel: "On and on there's noise and shouting. Everyday it's getting louder. These streets unrecognizable. All I'm longing for is silence." Meines Erachtens eine Absage an den Großstadtlärm - wenn ich das richtig verstehe. Achso und: Props für das Wegmachen von eigenen verschütteten Bier auf der Bühne. Ist leider nicht selbstverständlich heutzutage.

Nächster Halt: Hete. Irgendwie waviger, postpunkiger äh Punkrock mit allen vier Mitgliedern (oder fast allen), abwechselnd am Gesang. Teilweise nicht ganz so meins (gesangstechnisch vor allem). Musikalisch aber wirklich erste Sahne. Leicht chaotisch, gewürzt mit einer Ficktonne an Kunstnebel. Die Band wird desöfteren mit Hysterese verglichen - und das zurecht. Meiner Meinung nach sind sie eine Art leicht angetrunkener Cousin von Hysterese, der ab und zu zu Besuch kommt und dir weiszumachen versucht, dass man sich viel zu lange nicht gesehen hat - und dabei leicht angesoffen ist. Sehr unterhaltsam und sehr sympathisch.

Disgusting News waren zu dem Zeitpunkt laute eigener Aussage "zur Hälfte Weak Ties". Ich kann allerdings nicht sagen, welche Mitglieder bei Weak Ties sind weil ich mir Gesicher teilweise nicht so gut merken kann. Anyway: Für mich ein recht kurzer Auftritt weil ich los musste um meinen Zug zu erwischen. Aber das was ich gesehen habe, war sehr guter, sehr kurzer Fastcore (oder wie auch immer) mit sehr guten Ansagen dazwischen (unter anderem "dieses Lied ist von uns", "dieses Lied ist auch von uns"). Ich liebe ja solche eine Groteske. Jedenfalls: Großartiger Abend, ich habe keine Sekunde bereut, hingekommen zu sein. 

Stricher guckt sich endlich "Hellboy: The Crooked Man" (2024) an am 21.04.2026

Da steht "endlich" weil ich bis vor kurzem gar nicht gewusst habe, dass nach "Call of Darkness" noch ein weiterer Hellboy-Film rausgekommen ist. Diesmal handelt es sich allerdings um einen weiteren Reboot, der zudem in der Vergangenheit des Jahres 1959 spielt.

Hellboy (Jack Kesy) transportiert zusammen mit der BPRD-Agentin Bobbie Jo Song (Adeline Rudolph) eine riesige mutierte Spinne durch die Appalachen. Und zwar mit dem Zug. Als das Tier allerdings

ausbricht, entgleist ihr Zugwaggon und die beiden landen in den Bergen. Die Spinne kann nicht eingefangen werden, leider. Unter anderem, weil sie sich auch verkleinern kann und somit unauffindbar ist. Sie begeben sich auf die Suche und lernen dabei die Umgebung kennen. In einem im Wald gelegenen Dorf leben lauter Menschen die von einer alten Magie beeinflusst werden. Der "Crooked Man", eine Figure aus der amerikanischen Folklore terrorisiert seit Jahren die Gegend. Er hat einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen und erntet immer wieder Seelen der Menschen um irgendwann wieder reich zu werden. Bobbie Jo und Hellboy lernen zudem Tom Ferrell (Jefferson White) kennen, der einst ein Hexer war und nun sein Heimatort vom Bösen befreien will. 

Eins steht fest: Die Story wurde Hellboy-Schöpfer Mike Mignola mitgeschrieben und ist alles andere als schlecht. Es ist ein typischer Fall für eine Hellboy-Minisere. Der rote Teufel und ein(e) Partner(in) begeben sich irgendwo hin um eigentlich etwas ganz anderes zu finden und lösen einen anderen Fall. Dabei hagelt es Dämonen und schwarze Magie. Soweit, so normal. Das allgemeine Design der Umgebung ist cool, die CGI-Effekte durchaus in Ordnung. Hellboys Design gefällt mir nur so halb. Irgendwie erinnert mich das an ein Mid Budget Cosplay Versuch. Außerdem ist die deutsche Synchronstimme die gleiche wie bei Ron Perlman und passt nicht zu dem jüngeren Jack Kesy. Dazu kommen aber noch viele störende Faktoren. Dieser Hellboy hat wesentlich weniger Charisma und ist größtenteils hier um zu kämpfen und flotte Sprüche zu klopfen, die irgendwie zur Situation passen. Auch sein Selbsthass nehme ich ihn nicht wirklich ab. Dazu kommt noch die Ficktonne an Jumpscares, die irgendwann ordentlich nervt sodass man langsam kein Bock hat. Man sieht sofort, dass der Film fürs Heimkino produziert wurde. Wobei eigentlich heißt das heutzutage nichts, auch diese können super gut sein. Das ist aber leider nicht wirklich der Fall. Eine einst großartige Figur von der großen Leinwand wird zur Karikatur. Schade.

5/10 Pfandflaschen
Trailer: 





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