Mittwoch, 25. März 2026

Film der Woche#675: Vergebung (2009)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche". Diesmal komplettieren wir die Verfilmungen der ersten "Millennium"-Trilogie. Angefangen hat das ganze mit "Verblendung", wurde fortgeführt mit "Verdammnis" und nun sind wir bei "Vergebung" angelangt. Der dritte Teil spielt direkt nach dem zweiten. Die ursprüngliche Version, die ich mir nun reingezogen habe, ist 2,5 Stunden lang und wurde so nicht im Kino ausgestrahlt.

Nachdem Lisbeth Salander (immer noch Noomi Rapace) das Aufeinandertreffen mit ihrem gewalttätigen Vater Alexander Zalatchenko (Georgi Staykov) und ihrem Halbbruder Ronald

Niedermann (Mikael Spreitz) überlebt hat, landet sie im Krankenhaus. Sie hat mehrere Schußverletzungen während Ronald auf der Flucht ist und Alexander nur ein paar Zimmer weiter liegt. Es stellt sich heraus, dass Zalatchenko, der ein ehemaliger russischer GRU-Agent ist der irgendwann in Schweden untergetaucht ist, Teil von einer geheimen Gruppe innerhalb des schwedischen Sicherheitsapparats ist. Die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei, sowohl noch tätige als auch ehemalige, wollen nun jegliche Spur zu ihm verwischen - jetzt wo Lisbeth angeklagt wird (wegen versuchten Mordes an ihrem Vater) steht die Sache zu sehr in der Öffentlichkeit. Zalatchenko möchte weiterhin geschützt werden. Er fordert dass seine Komplizen Lisbeth ermorden - ansonsten würde er alles verraten. Daraufhin wird er selbst von einem ehemaligen Chef der "Sektion" umgebracht - der daraufhin versucht ins Zimmer von Lisbeth zu gelangen, es allerdings nicht schafft und Selbstmord begeht. Mikael Blomkvist (Mikael Nyqvist), der Enthüllungsjournalist von "Millennium" will Lisbeth helfen und ihre Verteidiung vor Gericht aufbauen. So wendet er sich an seine Schwester, die Anwältin Annika (Annika Hallin), die Lisbeth vor Gericht verteidigen soll. Endlich soll das illegale interne Machtapparat, dass von Männern angeführt wird die unbequeme Zeugen los werden wollen, in der Öffentlichkeit vorgeführt und bloßgestellt werden. Doch es wird schwierig. Mithilfe eines Psychiaters namens Teleborian (Anders Ahlborn), der einst das psychische Gutachten über Lisbeth geschrieben und sie entmündigt hat, versucht die "Sektion" vor Gericht Lisbeth als schizophren darzustellen. Als jemanden, der alles nur erfunden hat. Auch Blomkvist stellt sich vor herausforderungen. Er und seine Mitarbeiter werden bedroht, seine Wohnung verwanzt und ihm Sachen untergejubelt, damit er seine Arbeit sein lässt.

Zwangsprostitution, Kinderhandel. Verschwörungen, die tief hinein in den Staatsapparat gehen. Das alles mag nach einem Verschwörungsthriller klingen - doch solche Sachen sind durchaus real. Wo Männer Macht riechen, da werden sie alles versuchen dran zu bleiben. Und diejenigen, die sich ihnen in den Weg stellen, gelten schnell als unmündig oder "verrückt". Das sind alles Sachen, die durchaus schon mal in echt passiert sind. "Vergebung" schafft es, sie ungeschönt darzustellen ohne alles ganz hollywood-mäßig pathosgeladen aufzubauschen. Es gibt hier keine Liebesgeschichte zwischen "Retter" und "Opfer". Es gibt hier jemanden der unfassbar viel Scheiße überlebt hat, ihre Peiniger bestraft sehen will und Menschen die ihr helfen wollen - aber daran gehindert werden. So wie es in echt durchaus passiert. Kein Wunder, dass der erste Teil der Reihe übersetzt eigentlich "Männer, die Frauen hassen" hieß. Ich empfehle die Filmtrilogie jeden, der/die Ungerechtigkeit bekämpft sehen will und das auch im echten Leben tun möchte.

9/10 Pfandflaschen
Trailer:


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