Stricher guckt sich "Scream 7" an im Union Kino Bochum am 01.03.2026
Ah shit, here we go again. Der mittlerweile siebte Teil der Horror-Reihe über Sydney Prescott und den Ghostface Killer bzw. die Unmenge an Ghostface Killern ist da und ich konnte nicht anders als ins Kino zu gehen.
ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER
Was ist sein bekacktes Scheißmotiv?
Die letzten...drei(?) Scream-Filme konnten sehr gut auf Meta-Ebene Horrorfilme, deren Regeln und generell das Hollywood-Vorgehen insgesamt parodieren. So ist hier alles irgendwie witzig aber gleichzeitig brutal und stellenweise ziemlich gory. Während in den ersten Filmen noch nicht so viel Eingeweide zu sehen war, haben wir hier gleich zwei solche Szene und einen Mord mit einem Zapfhahn. Viel witziger ist allerdings die Tatsache, dass der Film nicht nur sich selbst parodiert sondern gleichzeitig auch das Verhalten von Horrorfilm-Fans. Bestes Beispiel ist der True Crime Fan gleich zu Beginn des Films und seine Freundin die sein Hobby so ganz und gar nicht feiert und legitime Kritik daran anbringt. Meiner Meinung nach stehen Hardcore Horrorfilm Fans im Mittelpunkt der Parodie. Ganz besonders die, die so verrückt sind dass sie die Filme am liebsten nachspielen würden. Und es wird sich über KI lustig gemacht. Das ist ganz wichtig. Meiner Meinung nach war das ein kleines Bisschen Overkill, aber was soll's. Das war nur ein relativ winziger Aspekt des Films. Man schafft es allerdings alles spannend zu halten. Wer allerdings aufpasst, der hat seinen ersten Verdächtigen schon im Visier. Ansonsten gibt es lauter falsche Fährten bzw. falsche Vermutungen. Das ist wirklich höllisch amüsant - trotz einer gewissen Vorhersagbarkeit.
7,75/10 Pfandflaschen
Trailer:
GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR + KRISTOF HAHN am 20.03.2025 in Die Kantine, Köln
Ich habe mich seit Monaten auf diesen Abend gefreut. Leider war ich nicht ganz so gut beisammen, sodass ich nicht alles so genießen konnte, wie ich wollte. Aber egal.
Den Anfang machte ein Auftritt von Kristof Hahn. Der gebürtige Saarbrückener war unter anderem schon bei Swans tätig und bei vielen anderen Projekten. Was wir dann zu Gesicht bekommen haben, war er wie im Sitzen eine Lap Steel Guitar bedient und auch immer mal wieder singt. Gesangtechnisch hat es mir leider nicht so ganz gefallen. Irgendwas störte mich daran. Musikalisch war es allerdings erste Sahne. Eine Art Mischung aus Garage Rock'N'Roll und Drone Sounds. So als hätten Sunn O)))
oder Earth sich mit Dick Dale und seinen Deltones verabredet. Wirklich einzigartig und außerordentlich gut.
Als die Post Rock Urgesteine Godspeed You! Black Emperor angefangen haben, war ich
tatsächlich Pommes essen. Einfach weil ich an dem Tag zu wenig gegessen habe und mein Körperhaushalt irgendwie aufrecht erhalten werden musste. Nach dem Wiedereintreten in die Halle stand ich ganz hinten und irgendwie war es wesentlich angenehmer als vorher, als Marlyn und ich auf dem Weg zur Toilette standen und immer wieder von Toilettengängern und Rückkehrern genervt wurden. Was sich mir da geboten hat war eine großartige, immerwährende Wall of Sound aus
dröhnenden Gitarren, beruhigenden Schlagzeugspiel und Streichern - untermalt mit verschiedenartigen Aufnahmen die von mehreren analogen Projektoren auf die Wand hinter der Band projeziert wurden. Unter anderem wurden Bilder von Landschaften und verschiedenen Protesten gezeigt. Einmal wurden die Filmrollen sogar absichtlich kaputt gemacht bzw. sie schmolzen dahin. Ich habe mich gefragt, ob man bei den Auftritten spontan entscheiden welche Aufnahmen gezeigt werden oder ob es koordiniert ist und man von einer Bilderreihe mehrere Filmrollen hat, die dann immer wieder verbrannt werden. Ich vermute mal, dass es spontan gemacht wird. Jedenfalls war es eine wirklich großartige Erfahrung, auch wenn ich nicht so ganz im Post Rock Thema drin bin. Ich hab's genossen.
Stricher guckt sich "Good Luck, Have Fun, Don't Die" an am 26.03.2026 im UCI Bochum
Ich habe vor kurzem immer wieder mal irgendwo den Trailer (als Werbung) gesehen und auch ein Poster auf der Straße (im Vorbeifahren), sodass der Film irgendwie interessant auf mich wirkte. So kam
es zustande, dass Marlyn und ich an einem Donnerstag Abend zum UCI Bochum gefahren sind und uns das Ganze reingezogen haben. Achja, es kann sein dass ich eventuell spoilern werde, daher:
ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER
Here we go:
Wir befinden uns irgendwann im hier und jetzt. Irgendein Diner namens "Norms" irgendwo in Los Angeles. Die Leute sind dabei ihr Abendessen zu genießen, sich zum ersten Mal zu treffen oder es ist ihr Stammlokal. Plötzlich tritt ein wirr aussehender, merkwürdig gekleideter (Cyberpunk aus der Mülltonne Style) Mann (Sam Rockwell) den Laden. Es sieht so aus als hätte er eine Bombe umgeschnallt. Er behauptet, er würde aus der Zukunft kommen und dort sieht es richtig finster aus. Dazu kommt noch, dass er schon 117 mal in die Vergangenheit gereist ist und jedes Mal ging irgendwas schief. Tatsächlich ist der Startpunkt jedes Mal der Diner gewesen. Er braucht "nur" die "richtige" Gruppe von Leuten, die mit ihm gemeinsam eine KI stoppen können, bevor sie in der Zukunft komplett die Welt übernimmt. Niemand nimmt ihn ernst, doch als er androht den Laden in die Luft zu jagen, irgendwie schon. Noch ernster wird es, als es sich herausstellt, dass er alle Anwesenden mit Namen und Hintergrundgeschichte kennt. Das heißt, er sagt die Wahrheit. Die Gruppe stellt sich ziemlich schnell zusammen. Sie besteht von nun an aus Marie (Georgia Goodman), Scott (Asim Chaudhry), Mark (Michael Peña), Janet (Zazie Beetz), Susan (Juno Temple), Ingrid (Haley Lu Richardson) und Bob (Daniel Barnett). Marie, Scott und Bob kriegen irgendwie keine Hintergrundgeschichte, während der Rest schon. Mark und Janet sind Lehrer auf einer High School und kriegen es eines Tages mit zombifizierten Schülern zu tun, die pausenlos auf ihr Handy starren und zunehmend bedrohlicher werden. Susans Sohn ist bei einem Amoklauf gestorben - man hat ihr allerdings angeboten, ihn zu klonen. Der dadurch entstandene Klon bzw. sein unnatürliches Verhalten hat sie jedoch komplett verstört. Ingrid ist allergisch auf WLAN und elektrische Geräte. Die als "Prinzessin" auf Kindergeburtstagen arbeitende Frau war bis vor kurzem mit einem Mann zusammen, der sich allerdings so in die virtuelle Realität verknallt hat, dass er dafür seine Beziehung zu ihr beendet hat. Man merkt, dass quasi jeder der hier anwesenden irgendeine (schlechte) Beziehung zu KI hat. Das eint die Charaktere und gemeinsam begeben sie sich auf eine Mission. Sie müssen, ohne jeglichen Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln zu einem Haus in der Gegend gelangen. Dort befindet sich ein 9-jähriger Junge, der in der Vergangenheit die KI konstruiert hat. Die Aufgabe der Gruppe wird sein, nicht den Jungen Terminator-mäßig zu töten sondern sicher stellen, dass die KI "Bremsen" bekommt in Form einer Software auf einem USB-Stick.
Ich ging ohne Erwartungen rein und wurde definitiv nicht enttäuscht. "Good Luck, Have Fun, Don't Die" ist eine fantastische Satire auf unser aller Abhängigkeit von sozialen Medien und jeglicher Technik, die dazu da ist abhängig zu machen. Dazu natürlich auch eine Satire auf die KI-"Kultur", die uns umgibt. Brainrot. Und natürlich auch den Drang alles zu perfektionieren. KI-Boyfriends/Girlfriends und noch vieles mehr. Selbstverständlich ist der Film auch voll mit Anspielungen auf gewisse Klassiker des Sci-Fi. So sehen wir Pistolen aus "Mars Attacks!", eine offensichtliche Anspielung auf "Terminator" und irgendwie auch "Toy Story" und definitiv noch einiges was ich schon vergessen habe, weil es schon ein paar Tage her ist. Wenn man möchte, kann man auch einen Bezug zum Christentum herstellen. Also, ein bärtiger Typ der Menschen aufrütteln möchte. Naheliegend. Der Film ist zwar witzig, hat aber gleichzeitig einen sehr ernsten Unterton. So geht es unter anderem darum, auf diesen bekackten Perfektionsdrang zu verzichten. Wer sich darin wiederfindet, der sollte vllt. sein Handy/Social Media Konsum überdenken. Ironischerweise musste der Film ziemlich schnell rausgebracht werden, weil er sonst irrelevant werden könnte.
9/10 Pfandflaschen
Trailer:
Stricher geht demonstrieren gegen Putinanhänger am 28.03.2026 in Köln
Ich halte das mal kurz fest, einfach aus Dokumentationsgründen. Genossen A, C und M sind am Samstag mit mir nach Köln gefahren um gemeinsam mit Freies Russland NRW, Klare Kante Köln und City of Hope Cologne gegen einen Pro-Putin-Autokorso zu demonstrieren. Im Grunde war es so, wie es schon mal war: Wir standen am Heumarkt, wurden von einer Gruppe Cops getrennt, die zwischen uns und dem ziemlich schnell vorbeiziehenden Autokorso standen. Es waren angeblich an die 30-40 Autos, die relativ schnell vorbeigefahren sind und somit nicht wirklich den Eindruck einer geschlossenen Demonstration ihres Putinismus machten. Somit war unsere Gegenveranstaltung auch relativ schnell zu Ende. Trotz der Kürze (da liegt die Würze) fand ich es trotzdem wichtig, vorbei zu schauen und zu zeigen dass es immer noch Leute gibt, die Abfeierei von Dikaturen nicht hinnehmen. Punkt.



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