Einziges Album von The Mob. Verfügbar entweder in der ursprünglichen Version (mit 12 Songs) oder aber mit einer Tonne an Zusatzmaterial, sodass man auf 20 Songs insgesamt kommt. Ein Glück, dass die meisten Anarcho Punk Bands (und generell Punk Bands damals) der ersten Stunde sich voneinander abgehoben haben und jede Band ihren eigenen Sound hatte. Man kann heutzutage mittlerweile sagen "klingt wie", damals war das eher weniger der Fall. Man kann der Band allerdings ein gewisses Faible für damals gängigen Post Punk Sound attestieren. So klingen The Mob nicht aggressiv, parolenhaft oder irgendwie klischeehaft. Nein, stattdessen kriegen wir einen eher ruhigen, subtileren Sound. Alles ist sehr lo-fi, stellenweise ziemlich noisy und trotz des Fehlen jeglicher musikalischen Aggression gesangtechnisch doch ziemlich aggressiv. Auf eine gute Art natürlich. Die Texte sind größtenteils irgendwie kryptisch gehalten. Wenn man sich allerdings alles durchliest und auf sich einwirken lässt, wird alles klar. So ist "Slayed" eine Auseinandersetzung mit der Rolle des Menschen in einer Welt nach der Atombombe. Das wäre meine Interpretation. Einst war der Mensch ein "Slayer" (ein Täter) und jetzt ist er "slayed", also das Opfer seiner eigenen Handlungen und muss jetzt damit leben. "I Wish", also der erste Song der Band den ich je gehört habe, ist dabei eines meiner Highlights. Der Text ist simpel, impliziert aber eine fürchterliche Situation. Die Welt ist schlecht wie sie ist und alle um mich herum müssen diesen Scheißdreck (Mord- und Totschlag um es kurz zu sagen) mitmachen. Wie schon oben gesagt: Es existieren mehrere Versionen des Albums. Unter anderem auch eine mit den vorher erschienen 7 Inch Singles. Dabei klingt der Song "Youth" beinahe 1:1 wie Joy Division.
Es ist ein wirklich schönes, ruhiges, jedoch trotzdem dynamisches, abwechslungsreiches Album. Mir gefällt diese seltsame Art, todtraurig aber gleichzeitig aufbauend/empowernd zu klingen.
8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Slayed, I Wish, Witch Hunt
