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Sonntag, 27. September 2026

So isses, Musik!#220

DEUTSCHPUNK FEGEFEUER:

Fahnenflucht – "Alte Lieder" & "Ohne Ausweg"

Raphi:

"Alte Lieder"

 "Als das Album „K.O. System“ in den Himmel gehyped wurde, konnte ich das wirklich überhaupt nicht nachvollziehen. Bis heute mag ich die Musik der ersten fünf Alben nicht, und kann leider nicht mal richtig erklären, weshalb. Doch dann wurde ich überrascht, als die Ruhrpunks 2021 mit „Weiter Weiter“ eine Platte veröffentlicht haben, die mir echt gefallen hat. Passenderweise haben zu ebenjener Zeit im Mantel von COVID19 auch Dritte Wahl ein neues Album veröffentlicht, das mich überhaupt nicht abgeholt hat. Aber gut, hier ist „Alter Lieder“ vom bisher besten Fahnenflucht-Album: eine kraftvolle „Nie wieder“-Ansage."

"Ohne Ausweg": "Das letzte Lied vom ersten richtigen Album der Rheinberger Band ist ein Paradebeispiel für die zweite Deutschpunkwelle. Ein bisschen gegen Deutschland, Parolenrefrain, kurze Breaks und Tempowechsel zwischen flottem Schunkeln und heftigem Geholze. Das Ganze geht insgesamt gut ins Ohr und sorgt für Unterhaltung. Außerdem merkt man auch hier schon, dass sich Fahnenflucht beim Songwriting mehr Mühe gegeben haben als viele andere Bands aus der gleichen Sparte. Als Hintergrundbeschallung bei Parties oder langen Autofahrten geht das allemal. Wirklich abgeholt hat mich das aber nicht."

Philipp:

"Alte Lieder" & "Ohne Ausweg"

"Glücklicherweise haben Raphael und ich hier zwei Lieder ausgewählt, die das Spektrum dieser Band sehr gut abdecken. Vom ungestümen und mitunter auch etwas stumpfen Früh-2000er-Straßenschlacht-Soundtrack und Kriegserklärung an Deutschtümelei und Nationalismus bis hin zur reflektierten Warnung vorm Erstarken der neuen Rechten. Musikalisch hat die Band in den 20 Jahren, die zwischen beiden Songs liegen, wirklich einen wahnsinnigen Sprung hingelegt. Mehr Metal, mehr Hardcore, mehr Post-irgendwas und immer große Melodien. Dabei Texte, die sich politisch radikal stets mit der notwendigen Haltung am Puls der Zeit bewegen und dieser mitunter einige Jahre voraus sind. Was bereits auf dem Album "Wer Wind sät" über Fluchtbewegungen und die Strömungen der neuen Rechten gesagt wird, jagt mir jedesmal einen kalten Schauer über den Rücken. Nach wie vor wirklich wichtige Band."

Gregor:

"Alte Lieder"

Das hier ist ein schöner Vergleich zu dem Song weiter unten. "Alte Lieder" ist nämlich später als "Ohne Ausweg" erschienen. Also vor fünf Jahren und nicht vor fünfzehn Jahren. Die Stimme klingt wesentlich "gefasster" und "kontrollierter" aber immer noch wütend und weniger rotzig. In dem Song geht es nicht um "unsere Lieder immer wieder" oder irgendwas onkelz-mäßigen. Sondern "das hatten wir schon einmal, erinner' dich an Weimar und das darf einfach nie wieder passieren" also um den Rechtsruck und die Gefahr die davon ausgeht usw. usf. Das Schlagzeug hört sich nicht an wie eine schöne Mülltonne, sondern wesentlich mechanischer. Insgesamt doch schon qualitativ gar nicht so minderwertig.

"Ohne Ausweg"

Hach. Das klingt wie damals als ich in meinem Kinder/Teenager-Zimmer saß und auf so nem alten CD-Player irgendeine Nix-Gut-CD abgespielt habe. Auch von der Qualität her lol. Eine räudig klingende Stimme singt irgendwas von wegen "Deutschland" und "ich spucke dir ins Gesicht" als auch "einen Ausweg gibt es näääächt". Der Bass dröhnt schön, das Schlagzeug hört sich an wie eine wunderschöne Mülltonne. Es ist vor allem eins: Sehr sehr sehr rotzig. Trotz all dieser Erinnerungen muss ich sagen: Nein, das ist nichts was ich mir heutzutage anhören würde, auch wenn Fahnenflucht zu den Koryphäen des neuen Deutschpunk gehört. Und es tut auch nicht weh, dass ich sie vor einem Jahr auf dem KAZ Open Air verpasst habe. 

Fehlfarben - "Gottseidank nicht in England"

Philipp:

"Dieses Lied habe ich frecherweise eingeschoben, nachdem unsere Liste bereits fertig war, so sehr liebe ich diesen Text und diesen ganzen vetdammten Song. Fehlfarben selbst ist aus der Düsseldorfer Szene der ersten Welle in Deutschland entstanden, Sänger Peter Hein muss wohl einer der ersten Punks überhaupt in Deutschland gewesen sein. Die Band ist vielen ja tatsächlich im Kontext der neuen deutschen Welle ein Begriff, so wirklich haben sie aber auch nie in diese Schublade gepasst.
Was mich an "Gottseidank nicht in England" fasziniert, ist nicht nur die großartige Musik sondern vor allem auch dieser durchaus kryptische Text. Zusammen mit dem Titel habe ich ihn immer als Aufforderung an die deutschen Punks gesehen, die englischen Vorbilder hinter sich zu lassen und einen eigenen subkulturellen Weg zu finden. Ironischerweise ist genau das mit der NDW passiert obwohl Peter Hein das definitiv nicht gemeint hat. Generell kann man diesen Text auch sehr gut als "Erwachsen werden in einer feindlichen Umgebung" zusammen fassen, eine Absage an Spießigkeit und Karrierismus. Es ist so oder so großartig und mein durchaus sehr lauwarmer Take dazu, dass "Monarchie und Alltag" eins der besten deutschen Punk-Alben der Frühphase ist."

Raphi:

"Die "Punkverräter" Fehlfarben hatten im Jahr 1980 schon einige Erfahrungen mit bewusstseinserweiternden Substanzen hinter sich, und hatten ihren ersten Plattenvertrag bei EMI in der Tasche. Das erste Album "Monarchie und Alltag" ist eine Sammlung von Hits und zeitlosen Klassikern. Fehlfarben bilden hier eine dynamische und kalte Schnittstelle zwischen Punk, Post Punk und NDW; etwas sanfter als die zeitgenössische Musik von Abwärts, und etwas krachiger als Rotzkotz. "Gottseidank nicht in England" ist gleichzeitig eines der aggressivsten und der traurigsten Lieder des großartigen Albums. Ich sehe im Text viel Raum für Interpretationen. Es geht um Anpassung in einer rauen Realität; um Konstrukte aus Lügen, die irgendwann kollabieren; um Bedeutungslosigkeit; um eine Welt, die in ihrer Oberflächlichkeit so brutal und unbarmherzig ist; und sicherlich um vieles mehr. Großartiger Titel von einem großartigen Album einer großartigen Band."

Gregor: "Und wenn die Wirklichkeit dich überholt, hast du keine Freunde, nicht mal Alkohol, du stehst in der Fremde, deine Welt stürzt ein, das ist das Ende, du bist allein"

Ich kann mich gut erinnern wie vor rund 15 Jahren mir dieses Lied vorgespielt wurde und die Person so unfassbar beeindruckt davon war - als auch sentimental. Es ist ein durchaus schönes Lied, dass von jemanden handelt der immer ganz vorne sein möchte. Dafür wechselt man die Freunde, die Klamotten, die Ansichten wie andere Socken oder andere Kleidungsstücke die man so täglich wechselt. Doch genau dann wenn die Wirklichkeit eintrifft, merkt man dass man eigentlich nichts hat. Das ist mir in meinem Leben durchaus öfter mal begegnet - nicht zwingend immer bei mir selber. Also, dass die Freunde bei welchem man sich profilieren wollte und bei welchen man gut da stehen wollte eigentlich keine echten Freunde waren - sondern vielleicht eher Saufkumpanen mit welchen man gar nichts gemeinsam hatte. Wofür die ganze Mühe für jemanden der dich nicht anerkennt? 

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FROM FIRST TO LAST: Megadeth

Ich habe ja schon mal die beiden Discographies von Slayer und Metallica reviewt. Irgendwann auch mal ein Album von Anthrax. Und niemals irgendwas von Megadeth, zumindest kein Album. Irgendwie findet sich einfach keine Zeit dafür. Daher, denke ich dass ich in dieser und der nächsten Ausgabe mir eben diese Bands in dieser Unterrubrik vornehme. Fangen wir also an mit Megadeth. Das erste Album heißt....

"Killing is my business...and business is good!" (1985)

Aufgenommen in der Formation: Dave Mustaine (voc, git), Chris Poland (git), David Ellefson (b, voc) und Gar Samuelson (dr).

Was für ein großartiges Piano-Intro. Und dann ein "Oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooh!". Herrlich. Der erste richtige Song heißt "Last Rites - Loved To Death" und besteht aus für diese Zeit typischen Megadeth/Thrash Metal Sound. Dave Mustain schreit, mit relativ hoher Stimme. Es gibt irgendwelche dämonischen Einspieler. Irgendwie klingt das nach Axl Rose - und ich bin relativ sicher, dieser hat hier ordentlich abgekupfert bzw. sich inspiriert gefühlt. Im Titelsong geht es...wie könnte es anders sein... um einen Auftragskiller, der Menschen für Geld tötet. Ich mag es absolut wie Mustaine "It brings me great pleasure to say my next job is you!" singt. 

Zunächst mal gefällt mir das Ganze irgendwie schon, obwohl es auf den ersten Blick irgendwie leicht


generisch erscheint. Es sind halt die typischen Zutaten für ein Thrash Metal Album. Uffta-Uffta-Schlagzeug, Gitarrensoli, dämonische Einspieler, eine ziemlich hohe Stimme und selbstverständlich Texte aus der Ich-Perspektive als auch Storytelling. So geht es zum Beispiel in "The Skull Beneath The Skin" tatsächlich um das Maskottchen der Band: Vic Rattlehead, der auch auf dem Cover abgebildet ist. Tatsächlich gibt es wohl aber auch einen Titelsong der auch so heißt: "Rattlehead". Irgendwie ist dieser äquivalent zu Metallicas "Whiplash". Megadeth covern hier auch "These Boots (Are Made For Walking") von Lee Hazlewood, dass am ehesten als Song von Nancy Sinatra bekannt ist. Was zur Hölle? Aber es funktioniert erstaunlich gut. Dabei hört sich Mustaine an wie Lemmy. Mein Lieblingssong hier rauf ist "Looking Down The Cross". Darin geht es um den Tod Jesus Christus' auf dem Kreuz. Worüber sollte es denn sonst gehen? Und tatsächlich schafft man durchaus detailreich alles zu erzählen ohne in blasphemische Klischees einzutauchen. "Mechanix" wurde übrigens geschrieben als Mustaine noch bei Metallica war - ein Teil des Songs hat der Rest der Band zu "The Four Horsemen" verwurstet. Witzig.

Fazit: Hätte nicht gedacht, das mir das so gut gefallen würde. Ich bin mal gespannt, wie sich das letzte Album anhören wird.

7,75/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: These Boots, Looking Down The Cross, Mechanix



Und das letzte Album, tatsächlich das allerletzte weil Megadeth sich aufgelöst haben trägt den Titel...

Megadeth (2026)

Aufgenommen in der Formation: Dave Mustaine (voc, git), Teemu Mäntysaari (git), James LoMenzo (b), Dirk Verbeuren (dr).


Siebzehn Alben später hat sich einiges verändert. Von der ursprünglichen Besetzung ist nur noch Dave Mustaine übrig. Um Bassisten Dave Ellefson gab es vor einigen Jahren ein Skandal weil er...zwar rechtlich betrachtet kein Pädo ist aber mit einer 19-jährigen "seggsschreibne" gemacht hat. Dave Mustaine hat ihn also gefeuert. Nun also das letzte Album:

Selbstverständlich hat sich musikalisch auch alles verändert. Megadeth sind nicht mehr die Band die schneller und härter als Metallica sein sollte. Stattdessen haben wir eine typische Wendung zu teilweise langsameren Riffs, die zugleich melodischer und zugänglicher sind. Außerdem wendet Mustaine diese Art zu Singen an, die er sich über die Jahre angeeignet hat: Manchmal redet er mehr als er singt, und wenn dann nicht mehr in dieser hohen Tonlage. Die Texte sind durchaus persönlicher Natur - und leider auch relativ generisch. So heißt es in "I Don't Care", dass er grundsätzlich keinen Fick darüber gibt, was die Leute von ihm halten. "Let There Be Shred" ist im Grunde ein Song über die Metal Musik selbst. "Another Bad Day", mit diesem fürchterlichen stereotypen Refrain, handelt von...einen weiteren schlechten Tag. "Made To Kill" is im Grunde die Fortsetzung von "Killing is my business" und man spricht hier irgendwie von militärischen Einsätzen für den Frieden, die im Sterben von Zivilisten münden.

Teemu Mäntysaari ist ein großartiger Gitarrist, der verdammt viele Soli einstreut. Ich wusste gar nicht, dass er ursprünglich von der Band Wintersun kommt. Symphonic Death Metal war aber nie so richtig mein Ding. Dass es sowas überhaupt gibt. Jedenfalls sehe ich hier so einige Baustellen oder viel eher problematische Ansätze. Hier und da gibt es diese coolen Soli, supergeile prügelnde Drums und auch Mustaines Gesang gefällt mir...hier und da. Die Songtexte sind allerdings viel zu generisch und durchaus vorhersehbar. Es ist eine äh mixed can of beer, wie man vielleicht ausdrücken könnte. Kein zu schlechtes Album, aber auf jeden Fall eins dass gegen Ende eher schlechter wird als besser. Schwächster Song ist meiner Meinung nach "I Am War". Immerhin taugt das "Ride The Lightning"-Cover etwas.

5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Ride The Lightning, Made To Kill, Tipping Point




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Ulver Discography: Sic Transit Gloria Mundi EP (2017)

Erschienen zwischen "The Assassination of Julius Caesar" und "Flowers of Evil". Zweitgenanntes ist mein absolutes Lieblingsalbum von Ulver. Es sind hier ganze drei Songs zu hören: "Echo Chamber (Room of Tears)", "Bring Out Your Dead" und "The Power of Love". Die ersten beiden sind Songs die es auf das vorherige Album nicht geschafft haben. Poppig, tanzbar, sehr wavy und ziemlich ziemlich 80s, ohne jedoch zu viel an Synthies und übertriebenen Haarlack-Frisuren mit sich zu bringen. Es kingt
gleichzeitig so schön old school und so modern. Man samplet sogar irgendwelche Zitate der NASA(?) aus einer Weltraum-Mission (?). "The Power of Love" kommt allerdings tatsächlich aus eben dieser Zeit, die ich grade erwähnt habe. Es ist nämlich ein Cover von Frankie Goes To Hollywood. Allerdings ist es kein tanzbarer Banger wie "Relax" gewesen, sondern etwas nachdenkliches, schunkelndes und schönes. Also genau passend für Ulver. 

Diese EP ist eine von vielen Beweisen, dass diese Band alles kann, nichts muss aber trotzdem macht. Sie könnten, glaube ich, auf dem nächsten Album auch wieder Black Metal machen. Ich glaube, das würde ihnen gelingen.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Alles


Was läuft sonst? 

Es war Mord - Frühling der Verrät. Review von Raphi.

"Es gibt Bands, die einfach auf einem komplett anderen Zeitstrahl leben, und dazu gehören definitiv Es War Mord aus Berlin. Wir haben es hier seit 2016 mit Hardcore Punk und Deutschpunk mit düsterer Färbung im Stile der 1980er zu tun. Und mit "Frühling der Verräter" hat die Band aus Berlin zehn Jahre nach ihrer selbstbetitelten Demo inzwischen ihr drittes Album veröffentlicht. Vom Indie-Label Sounds of Subterrania haben sich Es War Mord verabschiedet. Stattdessen erscheint "Frühling der Verräter" bei Sabotage Records. Produziert wurde das Album von Tomatenplatten-Labelchef und Beatsteaksdrummer Thomas Götz, gemischt von Karen Dhiós und gemastert von Wolfgang Gottlieb. Ein Dutzend neue Tracks bescheren uns Es War Mord, und eröffnen eine halbe Stunde lang ein Portal in
eine finstere Welt. Hier, im "Frühling der Verräter" ist alles irgendwie schon verloren. Die hier beschriebene Realität könnte eine mögliche Zukunft unserer Welt sein; oder auch ein paralleler Zeitrahl, der spätestens im 20. Jahrhundert noch schlimmer abgebogen ist als unsere Welt. Der Sound erinnert oft an Chaos Z oder Fliehende Stürme, und manchmal an die (leider) weniger bekannten L'appel du vide, was keineswegs etwas Schlimmes ist. Vor allem brechen Es War Mord geschickt aus den typischen musikalischen Themen des Depro Punk oder Düsterpunk aus: das Ganze klingt rotziger, wütender, widerborstiger. Außerdem jagt hier ein Highlight das nächste. Da ist beispielsweise die Referenz auf Ton Steine Scherben "Keine Chance", die Hymne "1000 Jahre" oder auch das Hardcorepunk-Gewitter "Tod in Frankreich". Von vorne bis hinten ein großartiges Donnerwetter, auch wenn ich mich anfangs etwas an den Gesang gewöhnen musste.

9/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Keine Chance, 1000 Jahre"



Mittwoch, 23. Juni 2021

So isses, Musik!#124

Moin moin, hallo usw. Bevor ich mit den "Top 50 Rock Albums of the 90s" von loudersound.com beginne, stelle ich mir die Frage: Was gibts denn neues?

Somme - s/t (2020)

Kurz gesagt: Black Metal aus Finnland. Wenn ich die Worte schon höre, mache ich meistens einen großen Bogen drumherum. Und auch hier, hab ich mir erst gedacht "woah nee", weil ich gemerkt habe, dass die Band Songs über den I. Weltkrieg geschrieben hat. Ich kann leider keine Texte einsehen, allerdings habe ich mittlerweile gecheckt dass der I. WK eine Art neues Nischenthema ist. Satan und Hitler sind out, jetzt kann man über die Schrecken des ersten Weltkrieges sprechen.


Zuerst dachte ich mir: Nicht wirklich meins - doch nach dem zweiten Song "Bazentin Dawn" merkte ich: Es ist schön monoton und primitiv. So wie BM, der von nur zwei Mitgliedern gespielt wird, auch sein sollte. Das Album wirkt auch so, als würde man es durch eine uralte Anlage abspielen. Allerdings reicht es mir nicht, um mehrfach hintereinander abgespielt zu werden. Trotzdem: Ziemlich schön.

6,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Shock Troops, Bazentin Dawn




Tomb Mold - Cerulean Salvation (2018)

Und nun zu etwas komplett anderem: Death Metal aus Ontario, der absolut keine Gefangenen macht. Heilige Scheiße ist das geil. Und lang. Und stellenweise schön langatmig. Fuck yeah. Außerdem: Richtig geiles spaciges Intro/Outro. Ich würde gerne noch viel mehr sagen, auch um den Text etwas länger zu machen, damit ich das Bild auch größer machen kann, damit ihr auch das schöne unleserliche Artwork sehen könnt.

Ja, genau so.

8/10 Pfandflaschen

Gosudar - Morbid Despotic Ritual (2021)

"Gosudar'" bedeutet sowas wie "Regent" oder "Prinz" in Russischen. Und es liegt nahe, dass die Band aus Russland kommt. Genauer gesagt aus Moskau.


Kennt ihr das, wenn ein so richtig fieser, gnadenloser Riff kommt - und am Ende des Songs nochmal auftaucht? Das zweite Mal aber noch fieser, weil wesentlich langsamer. Ich muss sagen: Ich habe absolut keine Lust hierüber zu fachsimpeln. Gosudar machen richtig guten Old School Death Metal. Ja, sogar mit diesen übersteuerten Gitarren-Effekten. Es macht "WRRYYYYYYY" und Chugga-Chugga. 

Es ist unfassbar, wie leicht man mich manchmal beeindrucken kann. Herrlich.

8/10 Pfandflaschen

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So kinners. Ihr wisst wie das läuft. Hier Raphis Video-Input. Und hier die ursprüngliche Liste. Here we go again.

14. Rush - Test For Echo (1996)

Boah. Ich kenne Rush so absolut gar nicht. Ich weiß, dass Brian Molko von Placebo sie absolut nicht leiden kann, sie auf dem Soundtrack zu South Parks "Chef Aid"-Folge waren bzw. sich selbst synchronisiert haben und dass Philipp J. Fry, der Hauptcharacter von Futurama ein riesiger Rush-Fan ist und sie gerne "Space Invaders"-Zocken gehört hat. 

Progressive Metal Marke Dream Theater ist schon mal gar nicht mein Fall. Aber Progressive Hard Rock, der mit damals populären Alternative-Klängen flirtet (und kopuliert höhö) klingt schon wesentlich besser. Die Stimme von Sänger Geddy Lee ist so dermaßen angenehm. Klar und deutlich, aber nicht penetrant hoch und furchtbar besserwisserisch. Einfach eine verdammt gut, klassische Hard Rock Stimme. Die musikalische Untermalung klingt auch nicht nach Besserwisser-Gitarren-Nerd-Gefrickel sondern nach ehrlichen Classic Dad Rock. 

Das sind ältere Dudes die damals einfach Spaß an der Musik hatten und auch irgendwelche soziopolitischen Sachen ansprechen wollten. Aber darüber will ich gar nicht fachsimpeln. Insgesamt lässt sichs sagen: Das sechzehnte Album von Rush, "Test For Echo" ist ein Garant für angezogene Mundwinkel und tatsächlich eine willkommene Abwechslung in meinem sonst eher gewaltvollen, kracherfüllten Repertoir. Es ist einfach unfassbar dass mir das gefällt. Aber es gefällt mir. Unglaublich.

Anspieltipps: Resist, Carve Away The Stone, Test For Echo
8/10 Pfandflaschen



13. Green Day - Dookie (1994)

Zu "Dookie" habe ich schon alles gesagt, was ich sagen wollte. Da Philipp aber auch noch was sagen will, tut er das hier:


"Ich muss 12, 13 Jahre alt gewesen sein als ich „Dookie“ von Green Day das erste mal gehört habe. „American Idiot“ war gerade rausgekommen und wurde als absolute Offenbarung in Form einer politischen Rockoper gefeiert, was – nüchtern betrachtet – etwas zu viel des Guten ist aber naja, das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls gefiel mir „American Idiot“ und ich legte mir kurz danach „Dookie“ zu. Die Hits kannte man bereits von MTV oder von diversen Radiosendern (Basket Case und When I Come Around laufen bis heute bei so einigen auf Heavy Rotation) und diese unbändige Teenage Angst war einfach genau das, was ich zu dem Zeitpunkt brauchte, das Album kam also genau richtig in meiner persönlichen Entwicklung. Irgendwie war das Punk, irgendwie fand ich das angenehm rebellisch aber es war nicht zu hart oder unmelodisch um meine sanfte Gerade-so-Teenager-Seele abzuschrecken. 

Als ich 16, 17 wurde verlor ich die Band – die sich weiter in Bombast (eine weitere Rockoper und ein Dreifachalbum, warum?) und Popmusik verrannte - und das Album irgendwie aus den Augen. Als ich mit 26 dann mal bei meinem Vater zu Besuch war, fiel mir zufällig die CD wieder in die Hände und ich gab ihr eine erneute Chance – Irgendwas musste sie ja haben, wenn sie mir damals so gut gefallen hat – und als hätte jemand einen Schalter umgelegt, fühlte ich mich wieder genau so wie 13 14 Jahre vorher, es haute mich einfach echt vom Hocker. Die Songs sind großartig, es werden am laufenden Band großartige Melodien aus dem Ärmel geschüttelt, die Rhythmusgruppe ist tight und sehr verspielt und Billie Joe war zu der Zeit einfach ein Wahnsinniger auf Amphetaminen. Obwohl ich mittlerweile wesentlich schnellere und energischere Musik gewohnt bin, hat „Dookie“ immer noch eine wahnsinnige Energie. Rob Cavallo macht – mal wieder – einen unheimlich guten Job, die Produktion tut dem ganzen wirklich gut. 

Interessante Info am Rande: Im ehemaligen Umfeld der Band führte dieses Album – was als erstes der Band auf einem Majorlabel erschien – zu Hausverboten und schwerer Kritik, Anfang der 90er war das wirklich noch ein großes Ding, heutzutage erscheint einem das fast schon albern, findet Punk ja mittlerweile – woran dieses Album nicht unbeteiligt ist – durchaus im Mainstream statt und hat viel von seinem rebellischen und DIY-Charakter verloren. 
Ich kann also weiterhin guten Gewissens bei meiner „niemals weniger als 10 Pfandflaschen“-Politik bleiben.

12/10 Pfandflaschen

Anspieltipps:
Having A Blast, Pulling Teeth, Basket Case, When I Come Around"





11. Megadeth - Rust In Peace (1990)

Schon klar. Dave Mustaine ist ein riesiger Nutjob was Verschwörungstheorien betrifft, Dave Ellefson hat irgendwelche Dickpics an Minderjährige versendet. Alles eine riesige eklige Sache, doch hier sind wir noch im Jahr 1990 und es ist noch etwas anders.


"Rust In Piece" war eigentlich ein Bumper-Sticker den Dave Mustaine aus seinem Auto heraus gesehen und ihn für gut befunden hat. Er stellte sich vor, was wäre wenn alle Atomraketen der Welt auf irgendeinem Schrottplatz verroten würden. Auf dem Albumcover sind die damaligen führenden Persönlichkeiten der Welt zu sehen, unter anderem George Bush Sr. und Michail Gorbatschew, die um Megadeths Maskottchen Vic Rattlehead sitzen, der sich über einen Alien beugt. Sie befinden sich im Hangar 18, einen Ort wo die Regierung der USA angeblich Experimente an Außerirdischen durchführt. Darum geht es auch im gleichnamigen Song. In "Holy Wars... the punishment due." geht es tatsächlich irgendwie um die Comic-Figur des Punishers als auch religiöse Kriege.

Es sind insgesamt ganz einfach die typischen Megadeth-Themen: Krieg, Religion und....naja, Aliens. Ich kann nicht sagen, dass mir das Album besonders missfällt. Es ist wirklich sehr ausgewogen, verdammt gut produziert und es macht schlicht Spaß, es zu hören. Ich mag sogar Mustaines Stimme. Allerdings ist es für mich kein Meilenstein des Thrash Metal. Dafür mag ich die anderen drei Bands definitiv viel viel mehr. Nichtsdestotrotz: Alles andere als schlecht.

Anspieltipps: Tornado Of Sours, Holy Wars, Hangar 18, Dawn Patrol
7/10 Pfandflaschen




Mittwoch, 3. Juni 2020

Album der Woche#442: Megadeth - Peace Sells...but who‘s buying? (1986)

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Themenmonat bei „Album der Woche“. Diesmal geht es um das Videospiel „Grand Theft Auto: Vice City“. Wie bei den letzten zwei Malen (San Andreas und Vice City Stories) picke ich mir bei jedem meistgehörtem Radiosender einen Song aus und reviewe das dazugehörige Album. Beim ersten Mal geht es um den Rock/Metal-Radiosender „V-Rock“ und den Song „Peace Sells“ von Megadeth.

Erschienen 1986 auf dem zweiten Album der Band „Peace Sells...But Who‘s Buying?“. Eigentlich war ich nie so der Megadeth Fan. Viel eher haben es mir die anderen drei Bands der „Big Four“ of Thrash Metal angetan. Und mit Ausnahme von Metallica sind fast alle bei V-Rock zu hören. Das Lied gefiel mir allerdings sehr und ich beschloss Megadeth eine Chance zu geben.

Das Album klingt tatsächlich gleichzeitig nach 80s Thrash und 70s Hard Rock. Meiner Meinung nach verarbeitet man hier definitiv Einflüsse aus den 70ern und setzt einen Fokus auf den Refrain. Es ist alles insgesamt sehr catchy. Im Titelsong geht es übrigens semi-ironisch um den Kalten Krieg wie auch auf dem Albumcover. In „Wake Up Dead“ allerdings um einen Mann der seine Frau betrügt und fürchtet dass sie ihn töten wenn sie davon erfährt. Ich würde jetzt nicht behaupten dass es typische Thrash Metal Themen gibt aber doch es gibt sie. Korruption, Krieg und irgendwelche abstrusen persönlichen Erlebnisse.

Sehr catchy, melodisch und gleichzeitig höhö ja doch ziemlich hart. Nichts falsch gemacht.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Devil‘s Island, Wake Up Dead, Peace Sells, The Conjuring

Dienstag, 11. Februar 2020

So isses, Musik!#95

So ihr süßen Mäuse! Das hier ist die vorletzte Ausgabe mit der ominösen "100 Greatest Metal Songs by RJ7"-Liste. Die nächste wird dann die letzten 10 Songs beinhalten. Da ich ein großer Fan von Listen bin, werde ich demnächst zwei abarbeiten. Ich mein, es ist natürlich schön selbst welche zu kreieren aber ich bin da leider nicht so kreativ. Darum nehme ich mir einfach existierende Listen, die eventuell auch interessantes Material hervorbringen, dass ich vorher nicht kannte. Eventuell mach ich auch zu beiden Listen jeweils eine Playlist auf YouTube. Genug gelabert, es geht um die "40 best Nu Metal Songs" von loudersound.com und die "50 best alternative Albums of the 90s" von MetroWeekly.

100 Greatest Metal Songs by RJ7, Teil 20

19. "Run To The Hills" von Iron Maiden aus "The Number Of The Beast" (1982)



Nun, ich werde nicht lange drumherum reden. "The Number Of The Beast" war schon ein unfassbar gutes Album - welches ich hier reviewt habe -

9,75/10 Pfandflaschen

18. "Heaven and Hell" von Black Sabbath aus "Heaven and Hell" (1980)



Sabbath ohne Ozzy ist für mich absolutes Neuland. Zwar habe ich schon mal in einem würzburger Media Markt allerlei Sabbath-CDs mit verschiedenen Sängern gehört aber nichts davon ist hängen geblieben. Daher klingt "Heaven and Hell" für mich als hätten Rainbow/Ronny James Dio ein Collabo mit den Musikern von Black Sabbath aufgenommen... Was es eigentlich auch ist. RJD hat ne unglaublich durchdringliche Stimme und der Rest klingt eine ganze Spur weniger doomig sondern viel viel vieeeel balladesk. Für mich sehr ungewohnt, aber verdammt gut.

9/10 Pfandflaschen

17. "Crazy Train" von Ozzy Osbourne aus "Blizzard of Ozz" (1980)



Brauche dazu nichts zu sagen. Liebe den Song als auch das Album.

10/10 Pfandflaschen

16. "The Trooper" von Iron Maiden aus "Piece Of Mind" (1983)



ES IST KRIEG!

8,5/10 Pfandflaschen

15. "Holy Wars...The Punishment Due" von Megadeth aus "Rust In Piece" (1990)



Steinigt mich, aber ich mag den Song größtenteils gar nicht. Bis auf den letzten Part. :/

4/10 Pfanflaschen

14. "One" von Metallica aus "...And Justice For All" (1988)



Brauch ich ebenfalls nichts dazu zu sagen...Checkt mein Review zum Album :D

9/10 Pfandflaschen

13. "Beyond The Realms Of Death" von Judas Priest aus "Stained Class" (1978)



Irgendwie gibt mir das nicht besonders viel. Aber ich gebe einfach mindestens 7 Pfandflaschen weil es Judas Priest ist. Aber das wars auch schon

7/10 Pfandflaschen

12. "Stargazer" von Rainbow aus "Rising" (1976)



Fuck was für ein großartiges Schlagzeugspiel. Und es ist Dio am Gesang. Mal wieder. :3

8,75/10 Pfandflaschen

11. "Raining Blood" von Slayer aus "Reign In Blood" (1986)



Brauche ich auch nichts dazu zu sagen. Checkt mein Review zum Album. Auf Englisch.

9,75/10 Pfandflaschen


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Kaum zu glauben, aber wahr: Es ist tatsächlich jeweils das achte Album!


Paradise Lost Discography: Believe In Nothing (2001)

Man könnte meinen, nach sieben Alben wäre schon alles gesagt. Nun, es ist nicht ganz so. Zwar erfinden Paradise Lost das Rad nicht neu allerdings überraschen sie einen trotzdem ein wenig. Ich habe gedacht, dass nach dem synthpop-lastigen "Host" noch mehr in die "elektronische" Richtung
gegangen wird. Doch stattdessen behielt man zwar die Keyboards und die eingängigen Rhythmen, kehrte aber insgesamt zu "Dark Rock" zurück. Sprich: wieder mehr Gitarren ohne jedoch irgendeine Art von Metal zu machen.

Mir gefallen die Opener "I Am Nothing" und "Mouth" total. Andere Songs die mich definitiv begeistert haben sind "Control" und "Never Again". "Believe in Nothing" ist ein verdammt gutes und sehr eingängiges Album. Allerdings kein bahnbrechendes. Das macht allerdings nichts. Für mich ein Beweis dass PL selbst gutes mittelmaß verdammt gut können.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: No Reason, Control, I Am Nothing, Never Again, Mouth


Queen Discography: The Game (1980)

"The Game" ist eine Premiere. Es ist das erste Album der Band welches in München aufgenommen wurde. Das erste auf welchem ein Synthesizer zu hören ist. Und das erste, auf welchem Bass und Schlagzeug deutlich mehr im Vordergrund zu hören sind. Oh und natürlich ist es ein Album auf welchem wieder mal eine Menge Ohrwürmer zu hören sind.

Zum einen ist da der Queen-typische Hard Rock, wie er auf den ersten Alben zu hören ist. Unverkennbar durch Brian Mays Solos ("Dragon Attack"). Zum zweiten da Balladen wie "Save Me" oder "Play The Game". Und zum dritten, gottverdammt dritten ist da "Another One Bites The Dust" und "Crazy Little Thing Called Love". Das erstgenannte ein absolut funkiger Disco-Track, das zweite eine Art Hommage an Elvis. Witzigerweise ist "The Game" eines dieser Alben die in der Presse zerrissen wurden und heutzutage als Klassiker gelten. Man bemängelte den Mangel (lol) an großen Orchester-Momenten, an epischer Musik. Stattdessen bekam man grundsoliden Rock'N'Roll mit verdammt guten Ohrwürmern. Es ist krass was für einen Einfluss diese Songs hatten. Alleine zu "Another One Bites The Dust" gibt es unzählige Remixe und Coverversionen, unter anderem von Wyclef Jean und Captain Jack.

Fakt ist: Wieder mal ein unglaublich gutes und diverses Album. Ich frage mich schon wann ich endlich anfange zu meckern :D

Anspieltipps: Another One Bites The Dust, Crazy Little Thing Called Love, Save Me
8,75/10 Pfandflaschen

Freitag, 10. Januar 2020

So isses, Musik!#93

100 Greatest Metal Songs by RJ7, Teil 18


30. "Holy Diver" aus "Holy Diver" (1983) von Dio



Mhhhhhhhhhhh. Yeaaaaaaaaaah.

10/10 Pfandflaschen

29. "Witching Hour" aus "Welcome To Hell" (1981) von Venom



Also der Anfang ist schon mega cool und witzig. "Ladies and gentlemen, from the very depths of hell..." und dann wirds plötzlich sehr düster und leicht beklemmend bis dann das übliche Venom-Geballer anfängt. Alles andere ist Motörhead-Metal-Punk.

8/10 Pfandflaschen

28. "Cemetery Gates" aus "Cowboys From Hell" (1990) von Pantera



Scheiße, ist das wunderschön. :3

9/10 Pfandflaschen

27. "Peace Sells" aus "Peace Sells... But Who's Buying" (1986) von Megadeth

Ungefähr schon tausend Mal gehört. Unter anderem auf dem GTA Vice City Radiosender "V-Rock". Aber nie so richtig zu Ende, glaube ich. Es ist auf jeden Fall eines der besseren Megadeth-Songs und das sage ich weil ich kein großer Fan der Band bin.



9/10 Pfandflaschen

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Paradise Lost Discography: Host (1999)

Holy sheeeeeit, was ist das denn? Eine völlige Abkehr von jeglichen Metal. Diesmal wirklich. Stattdessen stehen Synthesizer im Vordergrund. Paradise Lost hören sich nun an wie eine Synthpop-Band mit einigen wenigen verzerrten Gitarrenriffs, die allerdings nicht all zu sehr in den Vordergrund geraten. Viel mehr wirken sie wie ein unterstützendes Geräusch damit diese ganzen Synthiesounds nicht zu glatt wirken. Sehr glatt hingegen ist Nick Holmes Gesang. Cleaner als je zuvor.

Hätte Gregor Macintosh damals keinen Synthesizer gekauft wäre das hier wahrscheinlich auch anders ausgegangen. Dann gäbe es wahrscheinlich auch keine Streicher zu hören. Überhaupt wirkt das ganze wie ein sehr gewagtes Experiment. Und tatsächlich heißt es dass PL zwischen "Host" und dem Nachfolger "Believe In Nothing" sich gar nicht mal so sicher waren was sie wirklich tun. Mich hat das Album zuers leicht vorm Kopf gestoßen, doch nach mehrmaligen Hören merkte ich wie schön es tatsächlich ist. Besonders als Hintergrunduntermalung zum Lesen. Für alle Freunde von Melancholie und Synthiesounds sehr empfehlenswert.

Anspieltipps: Permament Solution, It's Too Late, Ordinary Days
8,75/10 Pfandflaschen


Queen Discography: Jazz (1978)

Siebtes Album von Queen, welches ich als relativ experimentell betrachte. 13 Songs insgesamt, also etwas mehr als sonst, sodass die meisten ziemlich kurz gehalten werden. Dazu kommen noch verschiedene musikalische Stile die hier bedient werden als auch teilweise relativ obskure Lyrics. "Mustapha" ist ja schon ziemlich cool aber insgesamt betrachtet einfach sinnlos und witzig. Aber interessant dass dieses Lied als Opener ausgewählt wurde. "Fat Bottomed Girls" handelt von Frauen mit dicken Hintern, die dann später in "Bicycle Race" auch Fahrrad fahren. "If you can't beat them" erinnert mich leicht an einen späteren Song der Band "Hammer To Fall" und zu Beginn sogar an "Picture This" von Blondie.

Insgesamt betrachtet ein verdammt gutes und stimmiges Album von Queen mit einem leider verdammt hässlichen Albumcover. Außerdem finde ich dass das Outro in "More Of That Jazz" einfach nicht hätte sein müssen. Darin sind nämlich kurze Elemente aus mehreren Songs vom Album noch mal zu hören. Ich find das anstrengend. Anyways, lange Rede kurzer Sinn:

7,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: If you can't beat them, Bicycle Race, Fat Bottomed Girls, Don't Stop Me Now, Let Me Entertain You

Freitag, 13. September 2019

So isses, Musik!#85

A LOOK IN THE PAST: 28./29.08.2009 und 03./04.09.2010

Sweet baby jaysas. Eine neue Rubrik. Rauskommen wird sie relativ unregelmäßig, da ich tatsächlich nur meine Poster abgrase. Ich will eigentlich mich nur auf ein paar Konzerte/Festivals rückbesinnen. Schließlich hängen in meinem Zimmer lauter Poster und ich erinnere mich manchmal mehr, manchmal weniger. Darum wollte ich als quasi Rückwurf/Throwback einiges Revue passieren. Jedes Mal passend zum laufenden Monat.

Am 28.08.2009 fuhr ich das erste Mal für mehr als einen Tag von Zuhause weg. Mit Freunden. Wobei, nee. Das ist gelogen. Aber würde ich vom "ersten Mal" sprechen, würde glaube ich meine Mama mich umbringen. Denn das war etwas früher im selben Jahr. Anyways: Das erste Mal "richtig" auf ein Festival fahren. Mit Schlafsack(?) und in einem ausgeliehenem Zelt schlafen. Damals noch mit Flattop auf dem Kopf und Klamotten die auf eine merkwürdige Mischung aus Crust Punk und Psychobilly hingewiesen haben. Die Zugfahr war witzig. Irgendwann war es so heiß, dass ich mir die Haare gewaschen hab. Es war einfach unerträglich heiß und ich fands richtg widerlich diesen ganzen Haarlack auszuschwitzen und in die Augen zu kriegen. Bäh. Woran ich mich noch erinnern kann sind irgendwelche Faschos die mit "Nationaler Sozialist"-Shirts in irgendeinem Abteil saßen. Ein Freund, genauer gesagt Dmn aus Bln (habt ihr die Spitznamen alle vermisst? Ich nicht :D) hat angefangen sie dumm anzumachen und ihnen weiszumachen wie scheiße sie sind. Darüber hat sich dann eine sächsische Mutti beschwert und meinte, dass "wir" nicht "besser" wären. Genauer gesagt: "IHR SEID DOCH NED VIEL BESSOR IHR BRINGT MEIN KIND ZU WEINEN HALTET DIE SCHNAUZE IHR BRINGT MEIN KIND ZUM WEINEN!" Und dann hat das Kind angefangen zu weinen. Als wir dann irgendwann ankamen, guckte ich mir tatsächlich ein paar Bands an.. Soweit ich mich recht entsinne. Aber so richtig erinnern tue ich mich auch nicht. Am nächsten Tag saßen wir einfach die meiste Zeit auf dem Zeltplatz, haben gesoffen, uns auf Video aufgenommen und unglaublichen Scheiß erzählt. Leider ist nichts mehr davon zu finden, weil es auf MySpace hochgeladen war und der Medienriese (höhö) alle seine Daten verloren hat. Oder vielleicht doch nicht "leider". Keine Ahnung. An ein paar Bands kann ich mich erinnern. Bad Luck Rides On Wheels waren richtig geil. Morne auch. Golem fand ich damals scheiße, würde sie heute aber wahrscheinlich großartig finden. Downfall of Gaia fand ich eigentlich auch ziemlich cool. Das war noch bevor sie so bekannt waren.
Ich habe dort auch einige Leute kennengelernt die eine gewisse Zeit in meinem Leben begleitet haben. Das war tatsächlich ein tolles Erlebnis. Aber ich will nie wieder auf diesem Zeltplatz kacken!

Das Jahr darauf war auch ziemlich cool. Wenn nicht sogar noch witziger. Visions Of War, Fleas and Lice, Beton, Alpinist (vor ihrer Auflösung) natürlich.... Aber das war nichts... Nichts im Vergleich zu Addas (Name geändert) der zu viel Kaffee (und nicht nur Kaffee) getrunken hat und am zweiten Tag alle auf dem Zeltplatz mit seinen Obskuritäten unterhalten hat. Ein klitzekleiner Ausschnitt wäre diese ganz kurze Unterhaltung:

"Was hältst du von den ganzen Japanern?"
"JA SIE HABEN NE ATOMBOMBE VERDIENT. Und er war dagegen rumheult... ist n Spast.. oder n dummer Hippie!"

"Was hältst du von Wahnfried?"
"FESTNEHMEN UND AB NACH SIBIRIEN!"

"Was hältst du von Mahatma Gandhi?"
"MAHATMA GANDHI WEISST DU WAS ICH ZU DEM ZU SAGEN HABE? TIBET BLEIBT ROT IHR SPASTIS!"

Dazu noch 1000 Witze über Steinkelopfen in Sibirien, die Kirche, Oi!, Slayer und anderes Zeug. Ich erinnere mich sehr sehr gerne daran. Auch daran, dass er bei Fleas and Lice sich das Mikrophon ergriffen hat und laut gefragt "Warum zur Hölle schreit ihr so rum, ihr bescheuerten Vollidioten?!"

Deluxe.

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100 Greatest Metal Songs by MJ7, Teil 14

46. "Symphony of Destruction" von Megadeth aus "Countdown To Extinction" (1992)



Dave Mustaine singt zwar "You try to take his pulse", aber nach dem Lesen eines bekackten YouTube-Kommentars höre ich ganz sicher "You try to take his balls". Kann das nicht mehr weghören. Sehr angenehmer Song. War damals soweit ich mich richtig entsinne sogar im Radio und so. Klingt auch danach. Er its verdammt noch mal sehr radiotauglich auch wenn er keine radiotauglichen Themen (Mariottenregierungen usw.) beinhaltet. Very nice.

9/10 Pfandflaschen

45. "Seasons in the Abyss" von Slayer aus "Seasons In The Abyss" (1990)



Ich liebe liebe liebe diesen Song. War einer der ersten Slayer-Songs die ich je gehört habe. Irgendwann bei "Hell's Kitchen" auf VIVA. Großartiger morbider Text

10/10 Pfandlfaschen

44. "Breaking The Law" von Judas Preist aus "British Steel" (1980)



Muss ich dazu noch was sagen? Nein.

10/10 Pfandflaschen

43. "Black Metal" von Venom aus "Black Metal" (1982)



Dazu wohl auch nicht.

10/10 Pfandflaschen
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Paradise Lost Discography: Gothic (1991)

Hurra, eine neue Discography! Für das erste Album von Paradise Lost, "Lost Paradise" klickt einfach hierhin. Drei Mal dürft ihr raten für welches Genre dieses Album hier stilprägend ist.

Hierfür haben PL ziemlich viel herumexperimentiert. Einerseits haben sie Death Metal beibehalten, allerdings sind die meisten Riffs wesentlich langsam. Eher wie bei Candlemass, also Doom Metal. So kommt es zu einem recht obskuren Genrenamen: Death Doom. Dazu kommen noch Einflüsse von 80s Post-Punk und Dark Wave. Ich habe tatsächlich einen Basslauf erkannt der Bauhaus nicht unähnlich war.

Um das Ganze noch mal zu toppen kommen ein paar Elemente wie Gitarren die nach Orgel klingen, das The Raptured Symphony Orchestra als auch der Gesang von Sarah Marrion. So kommt es zu einem sehr experimentellen Stück Musik, dass von düsteren Elementen im Leben handelt: traurig sein, Tod, Depression. Ich mein, es ist auch nachvollziehbar, dass man solche Musik fabriziert wenn man auf einer Insel wohnt wo es tierisch oft regnet. Einige nicht unbekannte Gothic-Metal-Bands fühlten sich davon inspiriert, beispielsweise The Gathering. Aber das ist nicht so ganz mein Metier. Fazit: Sehr ungewohnt, habe ein paar Anläufe dafür gebraucht. Gefällt aber tatsächlich verdammt gut.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dead Emotion, Eternal, Falling Forever


Queen Discography: Queen (1973)

Hurra, eine neue Discography!

Ich habe mir vorgenommen die ganze Queen-Discography zu reviewen, weil auf diesem Blog einfach viel zu viel Queen zu lesen ist. Ernsthaft jetzt. Das Debüt von 1973 zeigt eindeutig, dass die Band zwar noch irgendwie in Kinderschuhen steckt aber definitiv weiß, was sie erreichen möchten. Es ist noch nicht das wofür sie später bekannt werden - kein Stadion-Rock in dem Sinne aber hat beinahe schon das Potenzial dazu. Zum Erscheinungsdatum des Albums gab es Queen schon seit 1970. Die Songs sind also nicht neu und wurden bereits zig Mal live gespielt, sodass das Publikum die Band schon kannte. Darum katapultierte sich "Queen" auch ziemlich schnell an die Spitze der Charts.

Hier ist noch "Doin' Alright" zu hören, welches von der Vorgängerband "Smile" stammt. Ich mag den Wechsel zwischen Ballade und "Boah geil alter ich mach jetzt voll die Gitarrensolos drauf yeah". Mir gefällt "Great King Rat" wegen diesem komischen Mittelalter-Flair. Der Opener "Keep Yourself Alive" ist der wohl beste Opener für ein Debütalbum einer Rockband aus den 70ern. So energiegeladen und positiv. Das Falsetto in "My Fairy King". Herrlich. Ist btw das einzige "neue" Lied hier, was mit einem Klavier eingespielt wurde und beinahe andeutet was ein paar Jahre später auf "Bohemian Rhapsody" rauskommen wird. Am allermerkwürdigsten ist der Song "Jesus", der ganz einfach die Geburt Christi beschreibt. Kannte ich vorher nicht, will ich glaub ich nicht noch mal kennen.

Es ist ein mehr als solides Debütalbum. Man hört die Liebe zum Detail. Es ist alles andere als stümperhaft. Sehr gut.

Anspieltipps: Great King Rat, Keep Yourself Alive, Doin' Allright, Liar
9/10 Pfandflaschen


Type O Negative Discography: Dead Again (2007)

Kaum zu glauben, aber wahr. Wir verabschieden uns an der Stelle von  Type O Negative und zwar für immer. Da Sänger Peter Steele gestorben ist, kam danach leider nichts mehr.

Ich mach’s kurz, da mir das Album zwar gefällt, hier aber relativ wenig Neues zu hören ist. „Dead Again“ ist ein typisches Type O Album. Schleppende, langsame Songs. Keyboard. Texte über den Tod. Manchmal erinnert mich alles an 60s Psychedelia weil die Solos so schwurbelig sind und einige Songs sich mal wieder richtig in die Länge ziehen. Wie ein LSD-Traum sozusagen. „These Three Things“ wäre da so ein gutes Beispiel. Im Gegensatz zum ersten Song „Dead Again“ der einfach direkt durch die Decke geht. Man verliert den eigenen Sinn für Humor nicht. Bandname und Albumtitel sind in pseudo-kyrillisch geschrieben, auf dem Cover ist Rasputin.

So Long, Pete...

8,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dead Again, These Three Things, She burned me down


Ulver Discography: Perdition City - Music To An Interior Film (2001)

Auf dem Vorgänger (das war das Album auf welchem Ulver William Blakes Werke vertont haben) verabschiedeten sich die Norweger beinahe komplett von Metal bzw. Gitarrenmusik. Hier wird der Bruch komplett vollzogen. Eigentlich war das schon auf der EP "Metamorphosis" (der Titel spricht schon Bände) der Fall, aber ich habe ja beschloßen keine EPs zu reviewen. Das heißt aber nicht dass "Perdition City" nicht weniger finster ist.

Auch wenn es der Titel anmutet - das hier ist kein Soundtrack. Könnte allerdings einer sein, nur wüsste ich nicht für welches Filmgenre. "Perdition City" ist eine Mischung aus Ambient und Trip-Hop. Sprich Loops, Breaks, ein Filmsample (die Streicher aus Psycho), Saxofophon, Flüstern.... Es ist ein sehr merkwürdiges aber künstlerisch wertvolles Ding. Es hört sich teils ziemlich fröhlich an, teils wie eine Sequenz aus einem Art-Haus-Horrorfilm. Besonders begeistert hat mich "Dead City Centres", dass einfach lupenreiner Jazz ist, wenn auch seltsam verzerrt. Böse Zungen würden behaupten hier wäre ohne Ende Füllmaterial verarbeitet worden - ich sehe das nicht so. Es passt alles sehr gut zueinander. Sowohl Songs wie "Catalept" die im Prinzip nur ein nicht enden wollender Sample sind (die auch als Hip-Hop-Beats benutzt werden könnten) als auch "Nowhere/Catastrophe" die gesanglich einfach wunderschön sind. Holy shit, ich liebe es!

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dead City Centres, Catalept, Nowhere/Catastrophe

Dienstag, 9. Juli 2019

So isses, Musik!#81

100 Greatest Metal Songs by MJ7, Teil 12

54. "Hangar 18" von Megadeth aus "Rust in Peace" (1990)



Wow. EIgentlich mag ich Megadeth gar nicht wirklich. Aber der Anfang packt mich schon richtig. Und dann kommt noch dazu dass Dave Mustaine in einer anderen Stimmlage singt und nicht diesen merkwürdigen pseudo-Sprechgesang macht. Und dann auch noch über Aliens. Das ist großartig.
7,5/10 Pfandflaschen

53. "Walk" von Pantera aus "Vulgar Display of Power" (1992)



ALTER. Was für ein Groove. Leck mich fett.
9/10 Pfandflaschen

52. "Queen of the Reich" von Queensryche aus "Queensryche EP" (1983)



Fünf Kämpfer sind die einzige Chance der Menschheit gegen die Queen of the Reich die nach dem vierten Weltkrieg durch eine Kristallkugel in einem Computer die Macht an sich gerissen hat. Okay. What the fuck. Nicht ganz mein Ding. Aber props für die Idee.

6/10 Pfandflaschen

51. "Mr. Crowley" von Ozzy Osbourne aus "Blizzard of OZZ" (1980)



Ich brauche dazu nichts mehr zu sagen, außer: Lest mein Review zu "Blizzard of OZZ" ;)
9/10 Pfandflaschen

Mayhem Discography: Esoteric Warfare (2013)

Fünftes Album. Diesmal bestehen Mayhem aus Attila Csihar, Hellhammer, Necrobutcher, Teloch und Ghul.

Ich kann nicht viel Worte darüber verlieren und ehrlich gesagt auch nichts weiter tun als loben. Mayhem konzentrieren sich auf kein bestimmtes Genre. Weder Black Metal, noch Industrial noch Doom Metal noch sonstwas. Sie kreieren stattdessen ein überdimensionales Etwas dass sich verschiedenen Elementen bedient. Black-Metal-Blastbeats und Doom-Metal-Friedhofsklänge. Dazu noch Attila Csihars verschiedene Gesangsarten. Was dabei herauskommt ist sowas wie eine
unberechenbare mathematische Formel. Zwar hat jeder Song ein bestimmtes Muster, jedoch weiß man nie was man beim nächsten zu erwarten hat. Nicht so wirklich.

Ich finde diese Art, Musik zu machen sehr spannend. Meiner Meinung nach haben Mayhem verdient mehr als nur eine Art Skandalband gesehen zu werden, die zwei tote Bandmitglieder vorzuweisen hat.

Damit ists erstmal vorbei mit der Mayhem-Discography

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Throne Of Time, Psywar, Trinity


[Nine Inch Nails] Discogaphy: Ghosts I-IV (2008)

Oha, das Album ist von 2008? Ich muss echt verdammt viel nachholen.

Aber eigentlich ist es nicht wirklich ein Album sondern viel eher eine Sammlung und zwar eine die sämtliche Fans mehr als nur überrascht hat. "Ghosts I-IV" besteht, wie der Titel besagt aus vier Teilen
und insgesamt 36 Songs, die allesamt komplett ohne Gesang auskommen.

Wenig Gitarrenspuren, größtenteils pure Elektronik die mich an bessere Momenten aus der Geschichte des Dark Ambient erinnern. Teilweise aber auch tatsächlich an Brian Enos "Music For Airports" nur in viel düsterer. Music for abandoned airports sozusagen. Insgesamt sehr entspannend und unaufgeregt. Fände es aber deutlich cooler wenn einige von den Songs mit Lyrics versehen worden wären. Das wäre wirklich mächtig.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Joa, alles.


Slipknot Discography: Vol. 3 (The Subliminal Verses) (2004)

Um zum Review von "Iowa" zu gelangen, klicket hier.

Meine Fresse, was habe ich mich in der siebten oder achten Klasse auf dieses Album gefreut. Ich habe sogar auf meinem Holzlineal all die neuen Masken draufgemalt. Herrgot, ich habe fast alle neuen Masken aus Pappe nachgebaut.

"Vol.3" ist das erste Album von Slipknot, dass nicht von Ross Robinson sondern zum ersten Mal von Rick Rubin produziert wurde. Damals wie heute: Phänomenal. Noch weiter weg von typischen Nu-Metal-Sounds. Stattdessen: Hin zu Death-Metal-Elementen, zu Balladen, zu mehr Sampling. Und weg von Schimpfworten. Sowas wie "Surfacing" sucht man hier vergebenens. Dafür sind die Songs noch eindringlicher und persönlicher. Reichlich metaphorisch. Damals wars sehr überraschend, dass eine Band die unter anderem aus Leuten besteht die mit Baseballschlägern auf Bierfässer haut einen Song über einen Stalker namens "Vermillion" rausbringt. Und einen zweiten Teil davon - in akkustisch. Rick Rubin meinte übrigens "Auch totale Stille kann extrem sein".

Meiner Meinung nach der ultimative Meilenstein der Bandgeschichte. Das ist deren "London Calling" wenn wir schon bei Metaphern sind. Nur Liebe für dieses Album.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Circle, Duality, The Blister Exists, The Pulse Of Maggots, Vermillion, Three Nil


Type O Negative Discography: Slow Deep And Hard (1991)

Hurray, eine neue Discography!

Für Type O Negative Verhältnisse ein eigenartiges Album. Vor allem wenn man sonst Material a là „Bloody Kisses“ oder „October Rust“ gewohnt ist. Es fühlt und hört sich an als hätte Peter Steele nicht ganz von seiner Vorgängerband Carnivore loslassen können. Sowohl musikalisch als auch textlich. Diese waren nämlich um einiges provokativer als Type O. Der spätere Humor der Band war nämlich um einiges subtiler und nicht so stumpf. Aber eigentlich ist es schon recht klar dass die Texte hier ernst gemeint sind. „Der Untermensch“ schimpft zum Beispiel auf Arbeitslose die Geld vom „Unsuccessfully Coping with the Natural Beauty of Infidelity“ handelt von Steeles Freundin die ihn fremdgegangen ist und ist eine wahre Schimpftirade. Musikalisch ist das Album wesentlich schneller als der Titel voraussagt. Erinnert teils an Thrash Metal oder Hardcore Punk. Sehr ungewohnt und teils auch ziemlich ziellos. Bin nicht gerade Fan davon, kann aber trotzdem empfehlen sich einiges hiervon reinzuziehen. Allein um andere Aspekte von Type O kennenzulernen.
Staat beziehen. Der erste Song

5,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Unsuccessfully Coping with the Natural Beauty of Infidelity, "Gravitational Constant: G = 6.67 × 10−8 cm−3 gm−1 sec−2

Donnerstag, 6. Februar 2014

Album der Woche, Folge 133: Nativity In Black, Vol.1(1994)

"DROPPING SOME RESPECT FOR THE ALMIGHTY BLACK SABBATH! 94, MUTHA FUCKA!!!!!"

So beginnt ein mehr als gutes Tribute-Album an eine der besten Bands der Welt bzw. an die ersten 8 Alben mit Ozzy Osbourne am Gesang. Hier wurden die angesagtesten "alternativen" Bands der 90er und 80er versammelt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein melting pot von verschiedensten musikalischen Schubladen.

Auch wenn ich immer noch ins Fäustchen lachen muss wegen Evan Seinfelds gebrüllten Intro muss ich zugeben, dass Biohazards Variante von "After Forever" ein richtig geiler Opener ist. Eine Crossover-Band covert Black Sabbath. Kommt zum Glück ohne möchtegern-sprechgesang-versuche aus sondern hält sich halbwegs ans Original. "Supernaut" wird von 1000 Homo DJs zusammen mit Al Jourgensen (Ministry/Revolting Cocks) gecovert. Das nenn ich mal ne ungewohnte Herangehensweise. Auch erfreulich sind die Samples aus dem Fernsehen, die über jugendgefährdende Medien berichten. Ozzy Osbourne glänzt zusammen mit Therapy? und einen "Iron Man"-Cover. Überrascht war ich bei "Lord Of This World" von Corrosion of Conformity, weil ich die Band vor langer Zeit abgeschrieben hab. Sepultura hauen richtig rein mit "Symptom of the Universe". Mit Bullring Brummies sind sogar Rob Halford(Judas Priest), Wino(St. Vitus), Geezer Butler und Bill Ward(beide Black Sabbath) mit dabei und covern "The Wizard". Stilecht. Ich glaub das ist das beste Stück des Albums. Bruce Dickinson(of Iron Maiden fame) überzeugt mich zusammen mit Godspeed und "Sabbath Bloody Sabbath" ebenso. Auch wenn man seine Stimme fast schon in dieselbe Reihe mit Ozzy stellen kann.
ziemlich gut ans Original. White Zombie verpassen "Children Of The Grave" eine ebenso originelle Note. Ich finds echt geil, dass man anstatt Ozzys hoher Stimme Rob Zombies tiefen Bass hört. Megadeths Dave Mustaine hat zwar ne echt gewöhnungsbedürftige Stimme, jedoch wird "Paranoid" dadurch nicht schlechter. Richtig richtig geil wird es bei "Supernaut". Es wird nämlich von der Industrial/Electro/wasauchimmer-Rock-Band 1000 Homo DJs - zusammen mit Al Jourgensen(
Ugly Kid Joes Variante von "N.I.B." ist auch nett. Ebenso Faith No More's Live-Version von "War Pigs". Type O Negative enttäuschen mich allerdings mit ihrer Verballhornung von "Black Sabbath". Cathedral retten das ganze aber noch mit "Solitude", welches ich übrigens bis vorhin gar nicht gekannt hab. Ein sehr sehr schönes Lied, begleitet von einer Flöte.

Insgesamt eine mehr als herausragende Zusammenstellung. Ich liebe Tribute-Sampler, vor allem wenn sie Bands aus allen möglichen Stilen beinhalten. Und wenn (fast) jede Band nicht versucht sich wie das Original anzuhören. Für jeden Fan von *hüstel* extremer(oh so 90ies!) Musik und für die die es noch werden wollen!

9/10 Pfandflaschen
hier ist die playlist(ohne cathedral) und hier ist cathedral.