Posts mit dem Label Black Sabbath werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Black Sabbath werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 28. Februar 2023

So isses, Musik!#162

Black Sabbath Discography: 13 (2013)

Ich zitiere hier mal, sinngemäß, aus unserem Gruppenchat. Philipp und Raphi haben das Album als es rauskam gehört und dann irgendwie links liegen gelassen obwohl es ganz und gar nicht schlecht ist. Ich hingegen, habe bis auf "God Is Dead?" keinen einzigen Song gehört. Deswegen, ähem, dieses unvoreingenomme Review.


"13" ist das 19. Studioalbum von Black Sabbath, das 14. mit Geezer Butler am Bass und wenn man alle Alben bis "Born Again" mitzählt, "Seventh Star" (mit Glenn Hughes am Gesang, das eigentlich als Tony Iommis Soloalbum gedacht war) als auch alle Alben mit Tony Martin einfach weglässt dann auch tatsächlich das dreizehnte. Ich hatte tatsächlich diese Überlegung gehabt. Schließlich war die Band nach "Born Again" eigentlich aufgelöst. Wenn man die Alben mitzählt auf welchen Iommi, Butler und/oder Ward bzw. irgendeiner der ersten drei Sänger mitmacht dann ist das so. Schließlich war ab "Seventh Star" alles ein Besetzungskarussel. Selbst in der Besetzung um Tony Martin hat sich ständig irgendwas verändert. Vielleicht bezieht sich der Titel auch auf die Glücks/Pechzahl 13. Wer weiß. Und wer kehrt.

Außerdem das erste Album mit Ozzy Osbourne am Gesang seit "Never Say Die!". Ja, tatsächlich. Und es ist gut. Es ist wirklich verdammt gut. Wirkt aber wie etwas aus einer anderen Dimension. Ich freue mich, dass mit meinen Ohren Geezer Butlers Basslines tatsächlich noch besser hören kann. Ich freue mich über das Iommi'sche Gitarrenwerk als auch Brad Wilks (Rage Against The Machine) Schlagzeugarbeit. Ozzy ist absolut in Form. Besser denn je. Die Band arbeitet zusammen, im Gegensatz zu ihren desaströsen achten Album (man erinnere sich). Gleichzeitig schaffen sie es sich unfassbar oft selbst zu zitieren und irgendwie auch entweder wie ein typisches Ozzy Osbourne Album post 1999 zu klingen oder wie eine verdammte gute Black Sabbath Tribute Band bzw. eine Stoner Metal Band. "Loner" ist eine Verneigung von sich selbst, das Riff klingt einfach nach "N.I.B.". "End of Beginning" beginnt (hehe) tatsächlich ähnlich wie der Titeltrack von "Black Sabbath" (dem Album). "Zeitgeist" hat ein ähnliches Intro wie "Children of the Grave", klingt aber wie "Planet Caravan".

Es ist fast schon wie mit den ganzen Filmfranchises die sich selbst zitieren. Einerseits würde manch einer sagen, dass man das nicht mehr braucht. Man sollte das ruhen lassen, aufhören sich selbst zu zitieren. Andere Fans freuen sich über eben diese Selbstzitate, weil sie sie an etwas erinnern was sie schon kennen. Das nennt man Fan-Service und es ist manchmal nicht so gut wenn zu viel davon vorkommt. Auf "13" findet man sowohl das, als auch ziemlich frische Energie. Meiner Meinung nach ein guter Abschluß der Discography und irgendwie auch eine Art Wiederkehr zum allerersten selbstbetitelten Album. 

Anspieltipps: Loner, Live Forever, God Is Dead?, End of the Beginning
8,75/10 Pfandflaschen

Und weil drei Meinungen besser sind als eine, hier kommt

Philipp:

"Kaum zu glauben, dass wir es zum bisher letzten Album von Black Sabbath geschafft haben, dem Paukenschlag am Ende, fast in Originalbesetzung. Lediglich Bill Ward wurde durch Brad Wilk (was fast ein Anagramm von Bill Ward ist) ersetzt, die Songs strotzen nur so vor musikalischen und textlichen Selbstreferenzen und selbst Rick Rubin hat es nicht geschafft, dieses Reunion-Album zu ruinieren. Über den Titel wurde von den anderen beiden bereits spekuliert, daher lasse ich das Mal. Es wirkt ein bisschen als hätte die Band nach den ersten vier Alben aufgehört zu existieren und nach 40 Jahren einfach da weiter gemacht, wo sie aufgehört hat. Es ist großartig, doomig, bluesig, mitunter schön düster und wirklich jedem zu empfehlen, der die ersten 4 Alben geliebt hat (wer nicht?). Ein würdiger Abschluss für eine denkwürdige Diskographie. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

Anspieltipps: Loner, Zeitgeist, End Of The Beginning

9/10 Pfandflaschen"

Raphael:

"Nachdem das 1995 erschienene Album „Forbidden“ in den Kritiken nicht sonderlich positiv behandelt wurde, war schnell klar, dass die Ära Tony Martin zu Ende war. Black Sabbath waren teilweise auf Eis gelegt und existierten dennoch weiterhin. Schon im Jahr 1998 kam das Live Album „Reunion“, auf dem eine sehr bekannte Besetzung zu hören war: Osbourne, Ward, Butler, und natürlich Iommi. So zogen die Jahre ins Land, in denen Ozzy vorrangig durch seine fürchterliche MTV-Show und seine unangenehmen Soloalben im medialen Fokus blieb, während parallel dazu einige Livealben und Compilations veröffentlicht wurden, und Heaven & Hell auf Welttournee gingen. Zu dieser Zeit, nach dem Tod von Ronnie James Dio fiel die Entscheidung, das alte Black Sabbath Line-Up im Studio wieder zu vereinen und gemeinsam den alten Black Sabbath Sound wieder aufleben zu lassen. Das hat auch fast funktioniert. Leider fand Bill Ward und der Rest der Band keinen Konsens, weshalb stattdessen Brad Wilk an der Schießbude saß.
Butler, Wilk, Osbourne, Iommi

Eine Reunion dieser Art ist kompliziert. Revival, Neuerfindung, Nostalgie und Angst vor Enttäuschung sind einige der Begriffe, die in den Kopf schießen können, wenn eine Band an den Stil von vor 35 Jahren anknüpfen will. Ich selbst erinnere mich, wie damals ein Teil von mir auf ein unfassbar gutes Album gehofft hat, während ein anderer Teil meiner Gedanken sich ein wenig gewünscht hat, dass „13“ furchtbar wird.
Über den Titel wurde sicherlich nicht nur in unserer witzigen Runde viel gerätselt. Zieht man die Anzahl der Albumreleases ab, bei denen Glenn Hughes und Tony Martin gesungen haben, ist „13“ das dreizehnte Album; außerdem erschien es im Jahr 2013. Geezer Butler wiederum (dessen vierzehntes Black Sabbath Album dies war) hat mal erwähnt, dass Vertigo Records ein Album mit dreizehn Stücken und dem Titel „13“ haben wollten. Die Band wollte allerdings nur zehn Lieder aufnehmen; letzten Endes waren es dann acht – dennoch ist das Album fast 80 Minuten lang.
Was hier musikalisch geboten wird, ist genau das, was bei der Neuformation versprochen wurde. Black Sabbath knüpfen wirklich an die Erfolge der 1970er Jahre an. Brad Wilk baut ähnliche Fills ein wie Bill Ward, Geezer Butlers Bass und die darauf gezauberten Licks kommen wieder im warmen Sustainklang zur Geltung, Ozzy Osbourne singt die von Butler geschriebenen Texte voller Inbrunst, und hinter allem steht der Gitarrenvirtuose, Songwriter und Hexenmeister Tony Iommi. Wie einst in den frühen 1970ern vermengen sich Heavy und Doom Metal mit Blues – man könnte fast meinen, es handle sich um neue Aufnahmen alter Tracks mit besserer Technik.
„13“ ist von vorne bis hinten überwältigend und es lässt alle Kritikpunkte vergessen. Man mag sogar zwischendurch die wirklich sehr guten Releases mit anderen Sängern verdrängen, wenn diese massive Heavy Doom Blues Walze losrollt. Großartig!
9/10 Pfandflaschen



-----------------------------------------------------------------------

Was läuft sonst so?

Ich habe mir das Album "Bad Sterben" von Frachter angehört. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Gesang (ich höre nicht so viel Emo) konnte ich mich damit doch ganz gut anfreunden. Deutschsprachigen Punk (kein Deutschpunk) gibt es zwar zuhauf, aber in Zeiten von KMPFSPRT, Feine Sahne Fischfilet und wie auch immer der ganze Schmodder heißt, leider nicht all zu viel gutes. Darum begrüße ich das. Hier geht es übrigens zum Bandcamp der Band, wo ihr die Songs euch alle anhören könnt. 

"Pustka" von Truchlo Strzygi.
Truchlo Strzygi (Polnisch für "Leiche der alten Frau") ist eine dieser typischen motörheadesken/blackmetalligen/punkigen Bands. Es ist wild und abgefahren und irgendwie auch absolut kaputt. Gefällt.


S:

Bin bei meiner Musiksammlung schon ziemlich weit gekommen. Ich höre momentan alles durch, bis auf die ganzen kompletten Riesen-Discographies von Bands, die hier reviewt wurden. Außer ich habe unbedingt Lust darauf, wie es bald bei Slipknot der Fall sein wird. 

Den Anfang bei "S" machen die großartigen Suicide Boys, gefolgt von den ebenso großartigen Projekt "The Streets", George Straits "Oceant Front Property" und diesem Album von Nina Simone.

Daraufhin folgt eine Split zwischen den Stormtroopers of Death und der chinesischen Crossover Thrash Band Yellow Machine Gun. Natürlich folgt dem auch die "Speak English Or Die!". Aber die Split ist nicht weniger großartig. Vor allem das Cover auf welchen Slayers "Seasons of the Abyss" zu "Seasoning the Obese" gemacht wird.




Dann natürlich alles von Samhain was ich habe und die "Enslaved"-7" von Sanctum. "Libertad Tu Eres Mi Cuerpo" war ein Album der St. Petersburger Post-Hardcore Band Sandinista! deren Sänger Timur Katscharawa vor über 15 Jahren von Neo-Nazis ermordet wurde. Seine Devise "Bring dein leben in deine eigenen Hände zurück" hat mich ziemlich lange begleitet. Es ist ziemlich simpler, russisch-sprachiger Hardcore Punk mit progressiver Kante. Immer noch sehr angenehm zu hören.




Sanity's Dawn kannte ich bis jetzt von der Split mit Yacöpsae, wieso auch immer habe ich diese nich sondern stattdessen die Split mit Mindflair. Leider finde ich die nicht, also packe ich hier einen Song von der Split mit Yacöpsae rein.




"Dark Medieval Times" von Satyricon immer noch cool, wenn auch komplett anders als ihre späteren Black'N'Roll-Ausflüge. "1992" der russischen Psychobillies Scary Boom klingt nach dem was es ist. Russischen Psychobilly, ohne großartige Innovation, jedoch ganz angenehmen Klang.




Scattergun war eine Band mit Patti Pattex am Gesang, die später Sängerin von Cut My Skin wurde. Spätere habe ich einmal Live sehen dürfen und war damals ziemlich begeistert. Diese Band hier taugt mir leider absolut gar nicht, bis auf das Album "Le Destin". 




Zu "Wenn dir die Sonne zu hell ist, bist du zu Untergrund" des Berliner Rap-Duos "Schaufel & Spaten" kann ich heutzutage immer noch gut mitwippen, muss aber dabei festhalten dass es in seinen schlechtesten Momenten doch ziemlich misogyn ist. Wohl doch kein Album für die Ewigkeit.
Die beiden Alben "Absentium Existence" und "Ill Winds From Outopia" der Crustpunker von Schifosi gehen spurlos an mir vorbei. Ich verstehe nicht, was überhaupt jemand daran jemals gut fand. Es ist langweilig. Im SchleimKeim-Ordner befinden sich sowohl die "Abfallprodukte der Gesellschaft" als auch mehrere EPs wie "Drecksau". Faszinierend wie kaputt und innovativ aus heutiger Sicht das Ganze klingt. Alleine die Zeile mit "Obermeister Meier" in "Bullenterror". Herrlich. 

"The Embodiment of Instrumentation" von Scratch: Es handelt sich um ein Kollaborationsalbum des gleichnamigen Hip-Hop-Produzenten der auf Beatboxing und Scratch-Sounds spezialisiert ist. Darauf sind unter anderem Black Thought und Malik B. zu hören. Den Rest kenne ich nicht. Klingt aber cool.




"Gospels for the Sick" von Scum: Eine Supergroup bestehend unter aus Casey Chaos (Amen), Samoth und Faust (Emperor), Cosmocrator (Mindgrinder) und Happy Tom (Turbonegro). Ziemlich geiles Black'N'Roll/Hardcore Punk Experiment. Gefällt.




Ebenso wie das selbstbetitelte Album von Severed Head of State. Ich hätte nicht gedacht, dass es so klingen wird. Dachte eher an eine wütende Crustcore Band. Hat sich dann als mindestens genauso wütende D-Beat/Motörhedeske/Dischargeeske Band rausgestellt. Gefällt auch.




Freitag, 17. Februar 2023

So isses, Musik!#161

R:

Ich habe weiter beim Buchstaben "R" gehört und habe danach erstmal eine Pause gebraucht. Es war so unfassbar viel in letzter Zeit. Meine Fresse ey. Aber seht selbst.

"Rien A Perdre" ist ein Album vom französischen Hip-Hop-Duo Double Pact, deswegen ist es unter R gelandet. Ich wusste absolut gar nicht was mich erwartet und auch nicht wie dieses Album auf meiner externen Festplatte gelandet ist. Jedenfalls war es schon ganz angenehm zu hören, sehr groovy, ziemlich poppig... bis auf die deutschsprachigen Gäste wie Curse oder Massive Töne. Die kann ich nämlich gar nicht ab.




Im Ordner der finnischen Hardcore Punk Urgesteine Riistetyt waren einfach mal an die 40 Songs. Ich schätze mal, dass es eine komplette Discography ist, nur nicht in Alben aufgesplittet. Habe diese Songs seit Jahren und habe bis dahin nur geschafft einen einzigen so richtig zu mögen. "Vapa Maa", zu Deutsch "freies Land". Absoluter Banger.




"Under Pale Moon" von Ringare habe ich hier schon mal reviewt und es bleibt nach wie vor eines meiner Favoriten in Sachen moderner Black metal. 

Riot Brigade habe ich in meinen jungen Jahren unzählige Male live gesehen. Es war schön zu sehen wie eine Band sich weiterentwickelt von einer Spikey Hair Punk Band zu einer Hardcore Band, die immer Bock auf was neues hatte. "Break Addiction" ist tatsächlich ein verdammt gutes Album, hätte nicht gedacht dass es mir nach all den Jahren noch gefallen wird.




Mindestens genauso gut ist "End on End" von den Emo-Pionieren Rites of Spring.
RKL steht für "Rich Kids On LSD" und für wunderbar positiven, jedoch nicht ansatzweise poppigen Hardcore Punk. Großartiges Albumcover ebenfalls. Dadurch dass meine früheren .mp3-Player wenig Speicherplatz zur Verfügung hatten, habe ich mir das erste Lied "Think Positive" gehört. Der Rest des Albums kann sich aber auch sehen lassen. Ich habe auch nicht gewusst, dass es ein Greatest-Hits-Album ist.



"Another Drunken Night" ist ein Livealbum von Rockabilly Mafia. Ich war mir ziemlich sicher, dass mir das nicht (mehr) gefallen wird, doch es kam anders. Die Texte sind ein wenig seltsam, aber lustig. Man hört ganz klar, dass die Band lange dabei ist und Spaß an der Sache hat. "Don't Sit On My Cigar" ist mein Favorit gewesen.


Ich habe zwei Alben der Rollins Band. "Nice" und "Get Some, Go Again". Beide sind absolut fantastisch wenn man auch 90er/2000er Alternative Sound mit leicht zynischen Texten steht. Es ist schade, dass Henry Rollins nicht mehr als Sänger auftritt.




"Further Than Guns Will Go" von Ropes Of Night habe ich schon mal hier reviewt. Wenn ihr Bock auf verdammt guten Post Punk habt, so klickt verdammt noch mal!

Ich habe all die Jahre Rorschach keine Chance gegeben. Dabei ist deren "Remain Sedate" ein wunderbar düsteres, nihilistisch klingendes Hardcore Punk Album aus der Zeit als es noch nicht immer nur um Breakdowns ging.



"The Heretics" von Rotting Christ ist und bleibt ein faszinierendes, melodisches Meisterwerk des modernen Metal. Ich habe bewusst das Black weggelassen, weil hier nicht mehr wirklich diese stilbildenden Elemente zu hören sind. Am meisten erinnert mich die Band an Behemoth, hinsichtlich der Experimentierfreunde. Kaum zu glauben, dass sie früher Grindcore gemacht haben.




Das erste Mal von "Kein Problem" habe ich gehört als ich mir irgendwann das Album "5,6,7,8 Bullenstaat" von den Ärzten reingezogen habe. Sie haben das Lied gecovert, mitsamt allerlei anderer Deutschpunk-Klassiker. RotzKotz war allerdings das Originalinterpret, auf der Single "Problem/Kein Problem" finden sich die Songs.... "Problem" und "Kein Problem"... Wobei mir letztere wesentlich mehr gefällt. Ich frage mich wie man sich Rotz Kotz nennen und dabei so NDW-mäßige Musik machen kann.




"Death Church" von Rudimentary Peni bleibt nach all den Jahren eins meiner Favoriten was die Weirdness, die Originalität und (beliebiges positives Adjektiv einfügen) des britischen Anarcho Punk betrifft. Liebe dieses Album einfach. Es schreit nach Mental Illness.

"Brother against Brother" und "Life's A Gamble And So Is Death" sind zwei Alben von Ryker's die ich mittlerweile als Guilty Pleasure bezeichnen kann. Eine Band die sich manchmal anhört wie eine Schulbuch-Englisch-Punk-Band. Nichtsdestotrotz ziemlich gut eingespielter Hardcore, der rauheren Sorte. Für die Typen die Sport machen und sich vielleicht wichtig tun. Tragen heute Kangol-Hüte. Wie gesagt, guilty pleasure. Bei Texten wie "There is a thin line between a fist and a helping hand".

Dieses Albumcover :D




"Bobby Digital In Stereo" ist das Soloalbum des Wu-Tang Clan Mitglieds RZA. Darin schlüpft er in eine Art Alter Ego namens Bobby Digital. Es ist  ziemlich abgefahren, voll mit komischen Samples, merkwürdigen Lyrics. Allgemein ziemlich spacy und sci-fi mäßig. Gefällt mir immer noch.



Ich habe den "The Ramones"-Ordner angeklickt und habe festgestellt wie VERDAMMT VIEL das ist. Es waren mehrere Random Alben, alphabetisch geordnet. Dazu kamen noch Live-Alben, EPs, B-Sides Collections und was weiß ich was noch. Ich habe mich also völlig zufällig durch die Discography gehört, auch wenn sie bei mir leider nicht komplett ist. Jedenfalls möchte ich hier ein Album ganz besonders hervorheben. Und zwar das Abschieds Live-Album "We're Outta Here" mit solchen Gästen wie Lemmy oder Eddy Vedder von Pearl Jam. Einfach fantastisch.




Zum Ende kommen noch drei Bands mit "The". Aber eine davon wird nie wieder auf diesem Blog vertreten sein, darum sind es nur noch zwei. Einmal "The Redskins" - eine wunderbare, coole, trotzkistische Northern Soul Kombo aus den 80er Jahren. Ich habe vor Ewigkeiten mal ihr Album "Neither Washington Nor Moscow" reviewt. Finde es immer noch gut. Selber Fall bei "A Beggar's Banquet" von The Rolling Stones.


--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Black Sabbath Discography:
Heaven & Hell - The Devil You Know (2009)

Alles klar, ihr Süßis. Wir befinden uns kurz vorm Ende der Black Sabbath Discography. Da ich auf eine gewisse Art und Weise einen Blick zurück werfen wollte geht es noch nicht mit dem letzten Album "13" weiter.  Stattdessen gibt es eine Art Bonus Leckerbissen. 


"The Devil You Know" ist das einzige Studioalbum der Band Heaven & Hell. Sie bestand für eine kurze Zeit aus Ronny James Dio, Tony Iommi, Geezer Butler und Vinny Appice. Also der Black Sabbath Besetzung von "The Mob Rules". Theoretisch ist das hier kein Black Sabbath Album, praktisch aber irgendwie schon. Schließlich ist das die nicht unbekannte Besetzung, die einfach einen Tapetenwechsel wollte. Außerdem hatten sie keine Lust ständig Black Sabbath Songs aus der Ozzy-Ära zu spielen, wenn ihnen nicht danach war. Eine weise Entscheidung.
Iommi, Dio, Appice, Butler

Meines Erachtens bietet das Album eine Art Mischung aus "The Mob Rules", "Dehumanizer", doomigen Anleihen aus der Anfangszeit von Black Sabbath und eher moderneren Klängen. Alleine schon die Songtitel klingen nach 70er Jahre epischen Doom. "Atom and Evil" beispielsweise ist ein Song der durchaus zur Anfangszeit von BS hätte rauskommen können, da er offensichtlich ein Protestsong ist. "Bible Black" handelt von jemanden der von einer "verruchten" Version der Bibel abhängig und korrupt geworden ist. Tatsächlich haben alle Songs solche Titel die wunderbar dazu
passen. Es ist zwar eine Kunst, Songs zu schreiben aber Songs zu benennen ist mindestens auch eine Kunst. Die ganze Songliste liest sich wie ein Inhaltsverzeichnis aus einem Dark Fantasy Buch oder so. 

Musikalisch ist das wirklich große Klasse. Einerseits bedient man die Nostalgie-Schiene und bietet alteingesessenen Fans etwas wonach sie lechzen. Doomiger, epischer Heavy Metal. Andererseits klingt es irgendwie frisch und neu. Ich weiß nicht woran es liegt, vielleicht ist die Produktion anders. Was weiß ich, bin ich Arzt oder was. 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Eating The Cannibals, Atom and Evil, Double The Pain



Dienstag, 31. Januar 2023

So isses, Musik!#160

R:

"Sweet 10 Thrashers" von Razor's Edge ist genau das, was der Titel verspricht. 10 zuckersüße Crossover Thrash Songs die einen Pop Appeal aufweisen. Wie auch immer das funktioniert, aber es funktioniert.





Recharge haben schon einen lange einen Platz in meinem Herzen. Ich besitze die "Menschen, Hass, Vernichtung", "Hamburg 42" als auch die Splits mit Extinct Government und External Menace. Ich liebe diese Band einfach. Sie sind eine der wenigen deutschsprachigen Punkbands die mich heutzutage immer noch aufspringen und durch die Wohnung rennen lassen. 




"Ballads Of The Flexible Bullet" von Red Tape Parade ist super. Review gibt es hier. RIP Wauz.

"Live" ist ein Live-Album der russischsprachigen Punkband....Red Wave aus Dresden. Anders als Der Steinkopf aus Russland, die sich deutschsprachigen Punkrock verschrieben haben, machen Red Wave russischsprachigen Punk, wohnen aber in Deutschland. Das ist die einzige halbe Parallele die ich erkennen kann. Lol. Sie covern KINO und Grashdanskaya Oborona, können aber mit eigenen Texten durchaus glänzen. Mittlerweile ist die Band ganz ganz ganz gaaaaanz weit vom Punkrock entfernt und macht sowas wie Progressive Post-Rock oder so. Und das auch gar nicht mal schlecht. Leider ohne Gesang, soweit ich festellen konnte.




"Der letzte Marokkaner" ist ein Mixtape des Rappers MC Rene, rausgekommen auf seinem Label "Marracash Records" (lol). Das Ganze ist ein unfassbar witziger Mix aus Ohhhs und Aaaah-Flows. Man könnte eigentlich die ganze irgendwas mit Moneytoooos reimen. Es ist so unfassbar schlecht, dass es wieder witzig ist. Ich habe keine Ahnung wieso ich dieses Album besitze.




"The Shape Of Punk To Come" von Refused war damals schon ein Klassiker und ist es bis heute noch. Review habe ich vor acht Jahren geschrieben, findet ihr hier.

Ich nenne drei Veröffentlichungen der Nürnberger Streetpunk-Band "Rejected Youth": "Angry Kids", "Black Army" und "Rejected Disorder". Mit Ernüchterung musste ich feststellen, dass ich zwar den Hype um die Band damals etwas nachvollziehen konnte aber insgesamt so gar nichts hängengeblieben ist bei mir. Ich kenne den Song "Antifascista", aber mehr irgendwie auch nicht. Meiner Meinung nach, absoluter Street-Punk-Einheitsbrei mit Songs zum Mitgröhlen. Ich finde es leider unfassbar langweilig. Sorry. :( 




Die "#7" der Psychobillies von Restless ist aus heutiger Sicht leider gar nichts für mich. Zu viel Rock'N'Roll und zu wenig Innovation. Schade, eigentlich.


Das Review zu "Behold.Total.Rejection" von Revenge findet ihr hier.

"Spend A Night In The Box" von der Psychobilly-Band Reverend Horton Heat ist sicherlich kein schlechtes Album. Allerdings fühle ich mich an diesen einen Comicstrip von Mitch Clem ("Nothing Nice To Say") erinnert, in welchen die Charaktere RHH hören und merken, dass die Songs einander bisschen zu sehr ähneln. So fühle ich mich auch.




Revolting Cocks habe ich eine Zeit lang absout gesuchtet und zwar genauer gesagt die beiden Alben "Linger Ficken Good" (das ich hier reviewt habe) und das Remix-Album "Cocktail Mixx". Erstgenanntes ist so unfassbar grotesk, bizarr und unfassbar gut, dass es heutzutage als Hintergrundmusik zum Putzen genutzt wird. Das ist eine gute Sache. Das zweite empfinde ich als wesentlich aggressiver aber nicht weniger gut. "Fire engine fast, fire engine slow, fire engine fire engine go go go!". Ein wunderbarer Mix aus Industrial, Punk und lauter obskuren Texten.




Ich habe digital leider nur die beiden Red Hot Chili Peppers Alben "Blood Sugar Sex Magik" und "Californication". Dazu habe ich mich schon geäußert und werde es nun nicht mehr tun. Ich finde sie nach wie vor großartig, auch wenn ich insgesamt aus dem RHCP-Alter raus bin. Eigentlich müsste ich im RHCP-Alter sein, weil ich ein erwachsener Mann Anfang 30 bin, aber ich bins nicht.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

BREDOR Interview:

Bredor waren eine Death/Grind-Band aus Ukraine, die in den 1990ern einem lokalen Sender ein unfassbar dummes Interview gegeben hat. Dieses endete als Meme im russischsprachigen Internet. Ich habe das Interview wieder ausgegraben und in den Kommentaren eine Transkription gefunden. Diese übersetze ich hier. Viel Spaß beim Lesen.

Hier, aber erstmal das Interview auf YouTube:



"Journalistin: Ja, jetzt? Vor euch steht die Band Bredor. Stellt euch vor!

Vlad: Ich bin Vlad.

Journalistin: Worauf spielst du?
Vlad: (versucht sich zu erinnern) Ich spiele die Bass-Gitarre.
Eskobar: Ich bin Eskobar
Journalistin (unverständlich) Man kann auch bisschen mehr.
Valera: (kokett klingend) Mmhhhh, ich bin Valera.
Kolya: Und ich bin Kolya, am Schlagzeug
Eskobar: (erzählt irgendwas über Kokain)
Journalistin: Jungs, wann habt ihr euch gegründet, und warum genau "Bredor"?

(lange Pause)
Eskobar: Wat?
Jouranlistin: Warum heißt die Band denn Bredor.
Eskobar: Zum fick, woher soll ich das wissen? Mhh... joa Bredor halt.. Bredor
Valera: Ja, Bredor, das ist halt dings... ja, wie sagt man... das ist eine eigene Weltanschauung. (wendet sich an Eskobar) Zeig ihm, deinen Stempel. (lacht)
Eskobar: Stempel. Ich hab aufm Schwanz SOOOOO einen Stempel. Ich kann ihn dir später, nachm Interview individuell zeigen (lacht)
Journalistin: Ja gut, sag mir bitte, wie lange ist es her dass du in dir solche gesanglichen Fähigkeiten gefunden hast?
Eskobar: (zeigt auf das Tattoo auf dem Rücken): Das hat er rausgefunden, das hat er rausgefunden. Ich singe in sieben verschiedenen Gesangstilen.. hab nichts anderes zu tun. Ich kann so und so. Überhaupt, was stellen Sie mir überhaupt fragen, warum fra..
Journalistin: Ja, du bist ja der Leadsänger, also stelle ich dir die Fragen.
(Aufnahme wird mit White Noise unterbrochen)

Eskobar: ...chlichen Unterbewusstseins...
Journalistin: Und wer schreibt die Songtexte
Eskobar: Niemand schreibt uns die Texte. Texte sind bei uns ausschließlich psychologisch und entstehen spontan. Das ist.. also... das ist keine, wie gesagt, keine Musik, das ist eine bestimmte Etappe. Eine sogenannte Euphorie. Die mit süchtigmachenden Mitteln unterstützt wird. Am besten nützt man eine fünfprozentige Tinktur von Morphium Hydrochlorid. Weil es den menschlichen Organismus...erweckt... es peitscht seine Psycho... seine Psyche auf. Ja und das ding ist, sehen Sie, dass wenn manchmal wenn du bei so Auftritten bist wo um dich herum lauter so opium getränke junge Gesichter sind, dann sieht man sofort was der Unterschied ist.
Valera: (schreit irgendwas)
Journalistin: Fühlt ihr einen Unterschied zwischen "Bomber" und sagen wir, diesem Konzert hier?

Eskobar: Das eine ist scheiße und das andere ist auch scheiße. Und beide sind solche Scheißen, dass ich.. dass ich ihre Mutter in den Mund gefickt hab. Das könnt ihr später rausschneiden...
Journalistin: Danke.... (will gehen, aber Eskobar hält sie auf)
Eskobar: Ja, noch paar Worte.. Diese dings dings dings also diese, ja ich bin vollkommen erstaunt, diese hier was ist das? Echt jetzt? Bei uns,.. bei der Bandprobe kommen Leute um sich aus Spaß das ganz zu geben. Mhh ja.. mhjjja.... (tut so als würde er Gitarre spielen) tiririririririiiii.. zeroooo heroooo zerooo heroooo...

Black Sabbath Discography: Forbidden (1995)

Ich muss dieses Review leider ziemlich kurz halten, weil ich nicht in Belanglosigkeiten ausschweifen möchte. 

Viele Kritiker haben hierzu gesagt, dass es einfach unfassbar beschissen ist. Tony Iommi ist an sich mit der Produktion von BodyCount-Mitglied Ernie C. nicht zufrieden gewesen und will es seit Jahren remastern. Andere sind von Ice-Ts(!!!) Spoken Word Part im Opener "The Illusion Of Power" angenervt. Ich hingegen bin der Meinung, dass er super dazu passt, zumal der Song stilistisch auch etwas an die ersten Black Sabbath Alben erinnert. "Forbidden" ist tatsächlich gar kfin schlechtes Album.


Wir haben Tony Martins großartige Stimme, bisschen mehr Pathos, balladeske Songs, doomigere Songs und ordentliche Tränensauger wie "Can't Get Close Enough". Meine Favoriten hierauf sind definitiv "The Illusion Of Power", das bluesige, stampfige "Get A Grip", "Shaking Of The Chains". Black Sabbath wandern irgendwo zwischen einer Anfang-90er-Jahre Band die bisschen Out of Place wirkt, weil Grunge und Co. ihren Platz eingenommen haben und einer Gruppe die tatsächlich nicht aufgibt und versucht relevant zu sein. Ohne Scheiß, "Forbidden" ist eigentlich gar nicht mal schlecht. Eigentlich. Denn, so gut wie die Songs auch klingen, sie reichen nicht an das heran was mit Dio oder mit Ozzy war. Geschweige denn an die ersten Alben mit Tony Martin. Es bleibt einfach nicht wirklich was hängen und hinterher denkt man sich "Okay, das war gut, aber ich höre lieber was anderes". 

6/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Get A Grip, The Illusion Of Power, Shaking Off The Chains

und weil drei Meinungen besser sind als eine...

Philipp:

Neil Murray, Tony Iommiy, Tony Martin, Cozy Powell
"Puh. Dieses Album hat gewissermaßen eine etwas infame Position in der Black Sabbath-Diskografie. Tony Iommi ist unzufrieden mit der Produktion, die Beteiligung der Body Count-Mitglieder Ice T (welcher als Rapper und Schauspieler ja durchaus große Bekanntheit erlangt hat und auf dem ersten Track „The Illusion of Power“ zu hören ist) und Ernie C (welcher hier für die Produktion zuständig war und Cozy Powell wohl gesagt haben soll, er solle mehr „Hip Hop Beats“ spielen) wurde ebenso mehrfach kritisiert und es fiel mir etwas schwer, mich an dieses Album heranzutrauen. Übrigens hielt sich bei mir auch hartnäckig der Eindruck, dass dieses Album die damalige Karriere von Black Sabbath nachhaltig beendet hat, was aber wirklich zum Ende der Tony-Martin-Ära führte, war die Rückkehr von Ozzy Osbourne, Reunion-Konzerte und die anschließende Neuformation in der „The Mob Rules/Dehumanizer“-Besetzung als „Heaven And Hell“. Zum Glück fand ich Cross Purposes so furchtbar und bin demzufolge kaum ohne irgendeine positive Erwartungshaltung hier rangegangen.
Ich bin tatsächlich überrascht, denn es ist wirklich besser als ich es mir vorgestellt habe. Die Produktion ist nicht so furchtbar glatt wie auf dem letzten Album, ich finde sie verleiht dem Album sogar einen ziemlich modernen Anstrich und steht den Songs wirklich gut zu Gesicht. Ansonsten ist die Besetzung von Tyr zurück und schlägt sich verdammt gut. Die Riffs sind großartig, Tony Martins Stimme ist auf diesem Album sehr rau und verleiht der düsteren Stimmung zusätzlich an Gewicht. Leider zieht sich aber mein Kritikpunkt von Tyr hier durch, die Songs sind sehr austauschbar, es bleibt nicht allzu viel hängen, so gut ich das auch beim hören finde, fällt es mir danach schwer, wirklich etwas davon zu rekonstruieren, auch in meinen Notizen steht leider oft nur „gutes Riff“, „Ice T nervt gar nicht“, „Powerballade“, „Hard Rock“. Die Songs sind leider nicht so zwingend wie auf Headless Cross und sämtlichen Klassikeralben, wenn auch der Qualitätsunterschied zu den schlechteren Alben riesig groß ist. 

7/10 Pfandflaschen 

The Illusion Of Power, Get A Grip, Guilty As Hell"


Raphael:
"Die Wiedervereinigung des „Tyr“-Lineups führte zum erfolglosesten Black Sabbath in der Bandgeschichte. Wir schreiben das Jahr 1995; Tony Martin, Tony Iommi, Cozy Powell, Neil Murray und Geoff Nicholls haben das letzte Album einer Ära fertig gestellt. Mit „Forbidden“ endet die Black Sabbath Zeit mit Tony Martin, Geoff Nicholls, Neil Murray und Cozy Powell. Außerdem ist es das letzte Release der Band bei I.R.S., und um es dreifaltig zugestalten: „Forbidden“ ist das letzte Black Sabbath Studio Album der 90er.
Knapp eine Dreiviertelstunde lang wurde hier während der Hochphase des Grunge und Alternative Rock ein Mix aus Heavy Metal und Power Metal zum Besten gegeben. Neben vielen Songs, die geradeaus nach vorne schießen ist mit „Can’t get close enough“ eine überraschend starke Ballade dabei. Und auch sonst ist „Forbidden“ insgesamt ein ziemlich starkes Heavy Metal Album, das dem Zeitgeist der 1990er trotzt und mächtig rollende Riffs in alle Richtungen schießt.
Die Kritiken waren verheerend und auch die Bandmitglieder – allen voran die beiden Tonies – mochten das Album nicht besonders, und der Grund dafür liegt auf der Hand: „Forbidden“ wirkt wie ein roher Klotz, der zur Weiterverarbeitung bereit liegt. An allen Ecken fehlt etwas, und doch ist es eine Vorarbeit mit viel Potential. Das Album hätte mehr Zeit beim Songwriting gebraucht, um runder zu wirken. Es hätte mehr Aufmerksamkeit in Mix, Master und Produktion gebraucht, um seinen Klang richtig entfalten zu können. Und wären die Bandmitglieder häufiger gemeinsam im Studio gewesen, hätte man sicherlich ebenfalls weitere Unebenheiten ausbügeln können.
So endet eine großartige Ära mit einem unfassbar mittelmäßigen Album. Tony Martin hätte mit Sicherheit als der beste Sabbath-Frontmann in die Geschichte eingehen können, wenn dieses Album etwas geworden wäre. Stattdessen beendet der Sänger seine Zeit bei Black Sabbath mit einem Album, das zu langweilig ist, um es aus dem Schrank zu kramen, obwohl es keinen einzigen wirklich schlechten Song enthält.
4/10 Pfandflaschen"



Donnerstag, 12. Januar 2023

So isses, Musik!#159

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "So isses, Musik!" in diesem Jahr 2023. Wir beginnen das Jahr, wie die beiden Jahre (?) zuvor mit einer Auflistung an Alben die vor 20 Jahren erschienen sind. Here we go:

P:

Jaja, ich weiß. Eigentlich bin ich hier schon viel weiter. Aber ich habe paar Bands/Gruppen aus dem Register "P" vergessen. Blöd gelaufen. 

Die letzten beiden Ordner waren gefüllt mit Musik von "The Prodigy": Sprich einmal das klassische 90er Jahre Techno Album "The Experience", als auch ein anderer Klassiker namens "The Fat Of The Land". Während auf dem ersteren Prodigy noch "normale" Club Musik gemacht hab, ist auf dem anderen Album ein gitarrenlastiger Sound zu hören, der dank den beiden Sängern/Shoutern Keith Flint (RIP) und Maxim näher an Punk/Crossover kommt. Immer wieder schön zu hören. Hier gehts zum Review von "The Fat Of The Land" und hier ist ein Stück von "Experience":



Puppetmastaz war ein Rap-Kollektiv aus Berlin bestehend aus mehreren Rappern, die ihren Stimmen einen Haufen Handpuppen geliehen haben. Darunter waren der Maulwurf "Mr. Maloke" und "Snuggles" der Hase. Alle sahen, ungelogen, aus als wären sie irgendwann auf Crack hängengeblieben. Und ich meine damit die Puppen. In einem Interview haben sie mal behauptet, dass sie in Schweden getourt sind und Metallica-Fans zu ihrem Konzert gekommen sind, weil sie dachten sie wären eine Metallica-Coverband. "So geht Cross Marketing!" hieß es dann. Ist natürlich gelogen gewesen, aber war lustig. Ich habe die Alben "Creature Funk", "Creature Shock Radio" und "The Takeover".




The Porters - A Tribute To Arthur Guiness

Ein stinknormales Street Punk-Album mit kleinen Anspielungen an die Biersorte und Geschichten aus dem Leben. So normal, so durchaus genießbar, so leider auch schnell vergessen.




Das Review zum Soloalbum "Full Moon Fever" von Tom Petty findet ihr hier.

Und jetzt weiter im Text mit R:

Nach "Radium Cats" kommen wir zu....Rammstein. Ich bin nach wie vor großer Fan der ersten drei Alben. Mittlerweile kommt mir die Band vor wie eine Unterhaltungsshow für ü40-Menschen die besonders "kontrovers" sein wollen. Wobei Rammstein selber keine kontroversen Texte mehr machen sondern schlicht..... dumme Texte. Aber das ist meine Meinung. Das Review zu "Herzeleid" findet ihr hier, das Review zu Mutter hier. "Sehnsucht" werde ich irgendwann noch reviewen, denke ich. 




Der Ordner der Streetpunk-Urgesteine Rancid enthält ganze drei Alben. Einmal das selbstbetitelte Debüt, dass meiner Meinung mit das beste Album was sie rausgebracht haben - neben "...And Out Come The Wolves". Es ist noch so minimalistisch und ganz ohne jegliche Ska-Anleihen. Auf "Life Won't Wait" gehts wesentlich melodischer zur Sache. Ich mochte das Album früher nicht bzw. war einfach nicht ganz angetan. Inzwischen gefällt es mir aber. Ähnlicher Fall bei "Let The Dominos Fall". Ich fand das viel zu poppig und gebügelt. Ich mein, es ist poppig und glatt produziert, hat aber immer noch den typischen Rancid-Sound.




Was gar nicht mehr geht, sind Rantanplan. Ich habe die Band mindestens drei oder vier Mal live gesehen - damals zur Punkerjugend-Zeit. Kann inzwischen gar nichts mit dem Sound anfangen. Mich nerven nicht mal die Ska-Bläser sondern dieser unfassbar komische Stimme von Sänger Torben. Ich find sie leider mittlerweile unfassbar nervig, auch die Art und Weise wie die Texte geschrieben sind. Nein, goodbye Jugend. Das dachte ich mir zumindest bis das Album "Köpfer" angelaufen ist. Das ist nämlich noch ein Bisschen älter als "20359" und nur n bisschen jünger als "Kein Schulterklopfen (gegen den Trend)". Vielleicht liegt es daran, dass hier Marcus Wiebusch (of ...But Alive und Kettcar Fame) mitsingt. Wesentlich wesentlich besser.



Black Sabbath Discography: Cross Purposes (1994)

Ich muss sagen, ich habe mir mit diesem Album schon ziemlich schwer getan. Einerseits ist es das erste Album nach Dios Rückkehr und Abkehr (höhö). Andererseits ist hier wieder Tony Martin zu hören, den ich tatsächlich verdammt gut finde. Um mal Klartext zu sprechen: Es ist schade, dass Ronny James Dio und Vinny Appice wieder gegangen sind. Es wäre zu geil gewesen, wenn sie in der selben Besetzung weiter gemacht hätten. Gleichzeitig macht Tony Martin eigentlich einen guten Job und somit hätte man hier eigentlich nur gewinnen können. Doch dem ist nicht so.

"Cross Purposes" ist musikalisch und textlich gesehen ein ziemlich okayes Album. Das steht schon mal fest. Allerdings spüre ich hier weder irgendeine Innovation noch Motivation. Es ist ein stinknormales Heavy Metal Album mit Texten die von der grausamen Realität inspiriert wurden. Der Sektenführer David Koresh, der für das Waco-Massaker verantwortlich ist war die Inspiration für "Psychophobia". "The Hand That Rocks The Cradle" erzählt die Story von Beverley Allitt, einer Kinderkrankenschwester die vier Kinder ermordet hat. 


Meines Erachtens fängt das Album mit "I Witness" ziemlich kraftvoll an, so wie schon einige Alben mit Dio/Martin zuvor. In der ersten Hälfte des Albums ist "Psychophobia" mit der stärkste Titel. Die allerstärksten Songs sind allerdings die letzten drei: "The Hand That Rocks The Cradle", "Cardinal Sin" (dass wahrscheinlich von sündigen Priestern handelt) und "Evil Eye".

Ich finde, man hört hier auch - wahrscheinlich wegen damaligen musikalischen Trends - auch eine Art Grunge-Anleihen. Das ist nicht so wie damals als KISS versucht haben Grunge zu machen, aber man hört zumindest in der ersten Hälfte ein paar Riffs die Pearl Jam ähnlich klingen.

Insgesamt ein....okayes Album, dass jedoch viel viel besser hätte werden können. Im Vergleich zum Vorgänger stinkt es leider ziemlich ab. Für den kleinen Moment ist es in Ordnung, aber auf lange Sicht geht es absolut gar nicht. Darum:

6/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Cardinal Sin, Psychophobia, Evil Eye

Und weil drei Meinungen besser sind als eine. Hier kommt....

Philipp:

"Tja, leider ist die „The Mob Rules“-Besetzung von Dehumanizer unfassbar schnell wieder implodiert, Dio und Appice sagten leise „Servus“ und Tony Martin kehrte zurück und irgendsoein Bobby von Rainbow (Also irgendwie hat die Zusammensetzung von Black Sabbath aus ehemaligen Rainbow oder Whitesnake-Mitgliedern auch schon Kontinuität) setzte sich ans Schlagzeug.
Aber wie ihr mittlerweile wissen solltet, sind wir dem guten Tony mit der höchsten Stirn im Metal hier durchaus wohlgesonnen. 
Was viel wichtiger aber leider völlig irrelevant für die Qualität des Album ist: Geezer Butler ist wieder da und man hört es den Basslines auch an, generell ist der Bass sehr prominent abgemischt, wohl wissend, dass die Rückkehr bzw. das in-der-Band-bleiben von Butler schon so eine kleine Sensation ist, das allein macht aber leider noch kein gutes Album.
Martin, Rondinelli, Iommi, Butler
Generell habe ich 2 Hauptprobleme, die sich beim mehrfachen Hören des Albums herauskristallisierten: Tony Martin wirkt irgendwie zurückgehalten und eingesperrt, er setzt selten seine komplette Bandbreite und sein vollständiges Stimmvolumen ein, was wirklich schade ist, da dieser Mann wesentlich mehr zu bieten hat, als wir hier zu hören bekommen (man muss sich ja nur mal die restlichen 4 Alben mit ihm anhören, da war genau das Gegenteil der Fall). Auf der zweiten Hälfte des Albums wird er dann doch ab und zu mal rausgelassen, gerettet wird dadurch aber leider nichts.
Ausserdem sind die Riffs und das Songwriting so erschreckend mittelmäßig, dass man zwischendurch anfangen möchte, den Müll rauszubringen oder Staub zu saugen, weil es so unglaublich langweilig ist und ausserdem kaum etwas hängen bleibt. Virtual Death ist hierbei für mich das absolute
Negativbeispiel, hätte ich nur noch 10 Minuten zu leben, würde ich mir wohl 2mal diesen Song anhören, dann käme mir meine restliche Lebenszeit vor wie eine glatte Stunde. Ich habe mich nach spätestens einer Minute gefragt, wann es endlich vorbei ist, man weiss nicht, wo dieser Song hin will und was das soll, das soll irgendwie doomig sein und dieses Genre haben Black Sabbath erfunden, warum also nun sowas? 
Zum Thema Langeweile möchte ich noch kurz einstreuen, dass „I Witness“ (und verdammte Axt, ich befürchte, der Titel ist ein Wortspiel mit „Eyewitness“, um Gottes Willen…) wohl der schlechteste Opener eines Black Sabbath-Albums seit „Trashed“ ist, ich musste mit Erschrecken feststellen, dass ich beim hören des grandiosen zweiten Songs des Albums den ersten bereits völlig vergessen hatte.
Ach und abschließend zum negativen Teil dieses Reviews möchte ich noch „Immaculate Deception“ hervorheben, weil ich es so unfassbar witzig finde, dass der Song nach dem langsamen Anfangspart plötzlich schneller wird und während dieses schnellen Parts einfach NICHTS passiert. Ich habe mich selten beim hören eines Songs so verarscht gefühlt, dieser Spannungsaufbau und dann einfach – zack – wieder langsam. Was zur Hölle? Beim zweiten schnellen Teil kommt dann wenigstens ein Refrain, der aber an Mittelmäßigkeit auch kaum zu überbieten ist.
Nun, wo Schatten ist, ist auch Licht, die 2 mit Abstand besten Songs sind die Powerballaden „Cross Of Thorns“ (dieses nonchalante durcheinanderhauen christlicher Motive macht mich ein bisschen aggressiv aber sei es drum) mit seinem großartigen Refrain und „The Hand That Rocks The Cradle“, hier folgt auf den Balladen-Teil ein bluesiges Riff, das irgendwie zu viele Noten in zu kurze Zeit quetscht aber Iommi ist der Profi, nicht ich. Mehr als 2 Anspieltipps gibt es heute einfach nicht, es ist so mittelmäßig, ich höre mir ausser die bereits erwähnten 2 Songs wahrscheinlich sowieso nie wieder irgendetwas von diesem Album an, not sorry.
Als Fazit bleibt zu sagen, dass es eine hervorragende Idee war, Geezer in die Tony Martin-Besetzung der Band zu holen, aber eine hervorragende Idee macht noch kein gutes Album und das ist sehr sehr schade.

4/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Cross Of Thorns, The Hand That Rocks The Cradle"


Raphael:

"Album Nummer siebzehn und das lustige Personalkarussell geht in die nächste Runde. Geezer Butler und Geoff Nicholls bleiben, Tony Iommi sowieso. Dafür verlassen Ronnie James Dio und Vinny Appice (mal wieder) die Band. Am Gesang ist (mal wieder) Tony Martin, und am Schlagzeug sitzt Bobby Rondinelli, der zuvor bei Rainbow gespielt hat.

Die Kritiken zum 1994 veröffentlichten Album gehen weit auseinander, und so wurde „Cross Purposes“ sowohl als ‚erstes echtes Black Sabbath seit „Born Again“‘ (AllMusic) als auch ‚Zusammenstellung von Liedern, die selbst für Bon Jovi zu schlecht waren‘ (Select Magazine) bezeichnet. In jedem Fall hat „Cross Purposes“ nahezu nichts mit dem Vorgänger „Dehumanizer“ zu tun, und kann stattdessen als vierter Teil der Iommi-Martin Reihe gesehen werden.

Betrachtet man es auf diese Weise, dann hat es den beiden Tonys sehr gutgetan, eine kleine Pause einzulegen. Denn auch wenn, „Cross Purposes“ etwas langatmig – ja sogar hodensackig – losgeht, entfaltet das Album spätestens ab dem dritten Titel ‚Psychophobia‘ seine Stärke. Der Mix aus Düsternis, Melancholie und stampfendem findet seinen Höhepunkt in ‚Virtual Death‘, bevor es in ‚Immaculate Death‘ wieder in Richtung Stadium Rock geht. Hier fällt besonders der atmosphärische Keyboardsound in den Strophen auf, während der kurze metallene Chorus alles niedermäht.

‚Dying for Love‘ ist ein tiefer Griff in den Schmalztopf, ein astreiner Skiptrack, der neben schnulzigen Songs wie ‚Still loving you‘ von den Scorpions auf einen Sampler gehört, den niemand hören sollte. À pro pos Scorpions: das Cover Artwork der Single ‚Send me an Angel’ hat erstaunliche Ähnlichkeit mit dem von „Cross Purposes“ – du kannst ja viele Ideen haben, aber wehe du Klaus Meine.

Mit ‚Back to Eden‘ geht es wieder in Richtung Heavy Dad Rock. Die Kraft der beiden Tonys donnert wie ein gewaltiger Hammer an die Wände des Paradieses. Aber auch außerhalb der Welt von Science Fiction lassen es Tony Sabbath und die anderen ordentlich krachen. Die Ballade ‚The Hand that rocks the Cradle‘ handelt von der Kinderkrankenschwester Beverly Allitt, die vier Kinder getötet haben soll. Hier schaukeln sich orchestrale Strophen und schwerer Heavy Metal mit rasanten Gitarrenlicks gegenseitig hoch, bis das Lied kurz vor seinem Höhepunkt verstummt. Warum ausgerechnet hier ein Fade-Out Effekt eingebaut werden musste, ist schwer nachvollziehbar. Dafür geht es aber mit ‚Sin, Cardinal Sin‘ (oder: ‚Cardinal Sin‘) stark weiter. Und nach dem mächtigen Orchestral Hard Rock Banger hauen Black Sabbath mit ‚Evil Eye‘ nochmal Heavy Metal-mäßig auf den Putz. Und wer die japanische Fassung mit dem elften Track ‚What‘s the Use?‘ hört, hat zu Ende nochmal richtig viel Freude.

Und so bleibt am Ende ein merkwürdiges Gefühl übrig. „Cross Purposes“ hat ziemlich schwach angefangen und erst zur Mitte der A-Seite an Fahrt aufgenommen. Kurz bevor es glänzen konnte, haben Tony Sabbath mit ‚Dying for Love‘ schnell eine Vollbremsung eingelegt. Danach aber geht es auf der Überholspur in Richtung Spaß, wobei bis auf den unnötigen Fade-Out in ‚The Hand that Rocks the Cradle‘ kaum gebremst wird. Würde man also die zwei bis drei schwächeren Tracks weglassen und die Reihenfolge der Songs ändern, könnte „Cross Purposes“ eines der besten Iommi & Martin Sabbath Alben sein. So bleibt es aber ein gutes wenngleich durchwachsenes Gesamtwerk.
6/10 Pfandflaschen"




Freitag, 30. Dezember 2022

So isses, Musik!#158

Q:

Ein letztes Mal in diesem Jahr werde ich mich mit meiner digitalen Musiksammlung beschäftigen. Tatsächlich habe ich es über "P" hinaus geschafft und habe einen kleinen Einblick in "Q" gehalten. Neben der großen Queen-Discography befindet sich dort die... 

"Spielt keine Geige" von Quetschenpaua

Ich bin mittlerweile Welten entfernt von irgendwelchen linken Agit-Prop geschweige denn Autonomen Musik. Aber Quetschenpaua ist so naiv, so süß und so leicht zu genießen. Auf diesem Album befindet sich ein Song den ich nach wie vor unfassbar cute finde. Nämlich "Labello". Es ist eine Liebeserklärung an eine gewisse Person und die Schlüsselzeile lautet "Ein Name für n Hund wäre für dich ne harte Hürde/Ich weiß dass das Tier bei dir Labello heißen würde". Wenn ihr einen älteren Typen mit Akkordeon zuhören wollt, der über Pflastersteine auf die deutsche Bank singt, so gebt euch das Album.




R:

Das Soloalbum "Don't Worry About Me" von Joey Ramone überzeugt vollkommen mit seiner Leichtigkeit. Allerdings haben wir hier weniger Bubblegum Pop Punk sondern...waschechte Gitarren Popmusik. Ich weiß nicht ob man das Powerpop nennen sollte.. Keine Ahnung. Sein Cover zu "It's A Wonderful World" ist in meinen Ohren zumindest legendär.




"Die Rugged Man, Die" von R.A. the Rugged Man habe ich erst als irgendwas Conscious Rap mäßiges eingestuft.... um dann zu checken, dass das Album voll ist mit obskuren Sexwitzen, Battlerap und unfassbar nervigen Beats. Nicht mein Ding. 

R.A.M.B.O. und Crucial Unit sind zwei herausragende Bands im Powerviolence/Thrashcore-Genre. Es ist nicht verwunderlich dass sie eine Split rausgebracht haben. Großartig

Hier gehts zur Playlist

Ich hab wegen diverse Review-Zyklen hier ganze drei Radiohead-Alben in der Sammlung: "Pablo Honey", dass mir einfach nicht gefallen hat. "The Bends" und "OK Computer"




Eine ganz ganz wichtige Band in meiner Jugend, neben dem ganzen Nu Metal Kram war natürlich Rage Against The Machine. Darum sind auch einige Alben von ihnen hier auf dem Blog gelandet. Und zwar das Coveralbum "Renegades", das selbstbetitelte von 1992, allerdings nicht das großartige dritte Album "The Battle Of Los Angeles", ganz zu schweigen vom Zweitwerk "Evil Empire". Schade drum. Werde ich wohl nachholen.




"Munster Madness" von Radium Cats ist leider ganz ganz schäbiger 08/15-Psychobilly ohne jegliche Überraschungen:




Black Sabbath: Dehumanizer (1992)

Wow, was für ein Trip bis jetzt. Es ist das SECHZEHNTE Black Sabbath Album. Jetzt darf die Band also offiziell äh rauchen. Also zumindest damals war das Rauchen ab 16 Jahren erlaubt. Anyways, wir haben das erste Mal seit einiger Zeit einen Lineup-Change. Das letzte Album, "Tyr", mit Tony Martin am Gesang war nur halb so erfolgreich. Und überhaupt hatte Tony Iommi die Idee ein älteres Lineup wieder zum Leben zu erwecken. Tony Martin hingegen behauptet, dass er nicht mal gefeuert wurde, sondern dass das Telefon einfach nicht mehr geklingelt hat. Jedenfalls wurde er gegen... Ronny James Dio ausgetauscht. Auch Geezer Butler kehrte zur Band zurück, ebenso Drummer Vinny Appice. 


Wir haben also dasselbe Line-Up wie bei "The Mob Rules". Schön. Nun aber auch ganz offiziell mit Geoff Nichols an den Keyboards, im Gegensatz zu damals. "Dehumanizer" ist im Gegensatz zu "Tyr" wesentlich härter und offensiver. Auch geht es thematisch um wesentlich weltliche Dinge. Der Albumtitel steht im Einklang mit den Themen. Es geht unter anderem um Abhängigkeit von Computern ("Computer God") oder um radikale Televangelisten ("TV Crime") oder um das innere Leben in der Vergangenheit bzw. die Unfähigkeit sich weiter zu entwickeln ("Time Machine"). 

Bis auf  "Too Late" kaum ein Ausflug in balladeske oder melancholische Gefilde. Stattdessen volle Power melodischer Heavy Metal mit wirklich kräftigen Drums und absolut fantastischen Riffs. Es ist tatsächlich wie bei "Heaven & Hell" bzw. "The Mob Rules". Ein wirklich grandioses, kraftvolles und ganz und gar nicht beliebiges Album. Schade, dass es so schlecht gechartet ist und dass Dio einfach den Vertrag mit der Band auslaufen ließ. Es hätte genauso gut weiter gehen können. Was für ein unterschätztes Werk.

Anspieltipps: Too Late, TV Crime, Computer God, Time Machine, I
8,75/10 Pfandflaschen

Und weil drei Meinungen besser sind als eine...

Philipp:

"Jawollja. Wie schon im Review zu „Tyr“ angedeutet, ist Dio zurück und mit ihm auch Geezer Butler und Vinnie Appice und somit die gesamte „The Mob Rules“-Besetzung und verdammt, dieses Album fängt genau da an, wo die Band mit „The Mob Rules“ aufgehört hat und das ist trotz der hervorragenden Alben mit Tony Martin gar kein Verlust von Kreativität sondern nur ein weiteres wirklich gutes Sabbath-Album.

Generell sollte man diese Besetzung ein wenig im Auge behalten, zumal diese während der längeren Pause von Black Sabbath unter dem Namen „Heaven And Hell“ unterwegs war, vorrangig Lieder der ersten zwei Dio Sabbath-Alben gespielt hat, ein Livealbum und ein Album mit komplett neuen Songs veröffentlichte und mit dem Namenswechsel in erster Linie anstrebte, sich von der Bürde von Black Sabbath zu befreien und keine Ozzy-Songs mit Dio spielen zu müssen.

Dieses Album ist um einiges weniger sperriger und düsterer als die anderen beiden mit Dio und weniger episch-majestätisch sondern ziemlich doomig, das beste aus beiden Welten quasi. Iommi kommt nicht umhin, sich hin und wieder selbst zu kopieren, das Riff zu „Letters From Earth“

Appice, Butler, Dio, Iommi

beispielsweise klingt, als hätte jemand die Riffs von „Heaven And Hell“ und „Snowblind“ miteinander gepaart, lustigerweise.

Generell erkennt man einige Versatzstücke zu älteren Sabbath-Platten, was natürlich auch an Geezers großartigem Bass liegt, es gibt tatsächlich wenige vergleichbare Bassisten und das fällt bei diesem Album wieder deutlich auf. Geezer ist einfach die perfekte Ergänzung zu Iommis Riffs.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch mal das großartige „I“, was zu einem meiner absoluten Lieblingssongs von Black Sabbath gehört. Ich habe Dehumanizer dummerweise die letzten paar Jahre ziemlich ignoriert, aber „I“ lief doch regelmäßig.

Insgesamt ist das wirklich ein großartiges Sabbath-Album, das sich perfekt in die Großtaten mit Dio einreiht.

9/10 Pfandflaschen"


Raphael:

"Sicherlich erinnern sich einige der Lesenden lebhaft an den 30. September 2022. An diesem Tag erschien „So isses, Musik!#152“ und die drei lustigen Herren gaben ihren Senf zum Black Sabbath Album „Mob Rules“ ab. Diese einleitenden Worte münden in der Tatsache, die wohl in ausnahmslos jeder Rezension zum Album „Dehumanizer“ geschrieben steht (beweist mir das Gegenteil und ich esse eine saure Gurke!): im Line-Up von 1981 wurde 1992 ein neues Sabbath Album aufgenommen. Das heißt, Ronny James Dio, Geezer Butler und Vinny Appice waren neben Nicholls plötzlich wieder dabei – Tony Iommi auch, aber das ist ja keine Überraschung.

Musikalisch geht es in den zehn Stücken ungewohnt schwer, heftig und düster zur Sache. Zurecht wird „Dehumanizer“ als das Sabbath Album mit dem härtesten Sound gehandelt. Nichtsdestotrotz kommen progressive und symphonische zur Geltung. Diese scheinen in „Dehumanizer“ sehr gut durch, weil das Album zwar von hartem Metalsound geprägt ist, aber nicht unbedingt durch seine Geschwindigkeit auffällt. Mit der Behäbigkeit eines Spaziergangs durch den Mariannengraben mit stählernen Stiefeln stampfen die ersten beiden Titel ‚Computer God‘ und ‚After All (The Dead)‘ voran. Kurz bevor man denken könnte, Black Sabbath sind wieder beim Doom angekommen, lädt ‚TV Crimes‘ zum Training der Nackenmuskulatur via Heavy Metal Headbanging ein. Auf dem Rest der A-Seite wird das Tempo dann wieder etwas reduziert, und mit ‚Letters from Earth‘ und ‚Master of Insanity‘ folgen zwei Titel, die zu gut sind, um als Filler bezeichnet zu werden, dennoch nicht am strahlenden Licht der ersten zwei Titel vorbeischeinen können.

Auch wenn ‚Time Machine‘ tempotechnisch wieder mehr in Richtung Heavy Metal zielt, liegt über dem Song eine schwere Dunkelheit, die vor okkulten und eschatologischen Motiven strotzt. Nach dem sehr unspektakulären ‚Sins of the Father‘ erinnert ‚Too Late‘ mit seinem langen unverzerrten Intro an ‚Signo of the Southern Cross‘. Der wirklich starke Track geht sanft in das Midtempo-Heavy Metal Gewitter ‚I‘ über, bevor es mit ‚Buried Alive‘ noch einmal doomily heavy zur Sache geht.

Die kurze Rückkehr von Dio und dem „Mob Rules“ Line-Up hätte mit keinem bessere Cover Artwork versehen werden können, denn „Dehumanizer“ ist ein musikalischer Blitzschlag. Das Album kommt aus dem Nichts, zerreißt die Luft und hinterlässt nur Dunkelheit und Spannung.
8,5/10 Pfandflaschen"





Mittwoch, 21. Dezember 2022

So isses, Musik!#157

P: 

Fangen wir doch mal an, mit dem üblichen Buchstabengedöns.

Im Ordner von Poison Idea waren zwei großartige Alben bzw. ein Album und eine EP. Die "Latest Will And Testament" als auch die "Pick Your King". Als nächstes dann die "Versions" von Poison The Well, die dieses Jahr irgendwann reviewt wurde. Daraufhin dann die 2011er Split von Police Bastard und War//Plague. Großartiges Ding. Höre zumindest die erste Hälfte heutzutage immer noch sehr sehr gerne. Mit "Blasphemy Squad" (im Original von Rudimentary Peni, und im Grunde genommen ein großartiger Name für eine Metal Band) und "I Wish" (Im Original von The Mob) zwei großartige Cover dabei.




Die selbst betitelte von Post Regiment ist ein großartiges, wunderbar melodisches Stück polnischer Anarcho Punk Geschichte.




"Tonight The Stars Revolt!" von Powerman 5000 hat es leider nie auf den Blog geschafft. Seltsam, denn ich liebe dieses Album und es ist ebenfalls ein Stück Geschichte. Nämlich von Alternative Rock/Nu Metal. Eher zweiteres obwohl die Band um Sänger Spider One (der das einzige konstante Mitglied ist) später mit verschiedensten Stilen experimentiert hat. Die bekanntesten Songs hierauf sind "Supernova goes pop", "Nobody's Real", "Bombshell".. Zweifelsohne in zig Videospielen und Action/Horror-Filmen zu hören.




Die "SD Killwave" EP als auch die "Young Gods" von Prayers stehen für ein Zusammenstoß zweier Kulturen. Goth und Chicano. "Chologoth" um es mit einem Originalbegriff zu beschreiben. Vor ein paar Jahren habe ich einen kleinen Craze um diese Band erlebt. Mittlerweile habe ich nicht mehr so die Muse sie wirklich zu hören. Allerdings sind die beiden EPs immer noch große Klasse. Zu "Goth Summer" geht es hier entlang und hier ist das Video zu "Young Gods":




Prezidents "Verdammt nah an Unaussprechlichen" ist für mich eines der besten deutschsprachigen Hip-Hop-Veröffentlichungen der letzten Jahre. Ich untertreibe nicht. Die "XTRMNTR" von Primal Scream ist zwar kein Hip-Hop aber ein gutes Stück britischer Musikgeschichte. "Introduction To Mayhem" von Primer 55 hingegen ist ebenfalls Geschichte, wie die Band und ihr verstorbener Sänger. Und gleichzeitig eine Ansammlung an Nu Metal Klischees:




Als nächstes dann "Sailing The Seas Of Cheese" von Primus. Ich sage nichts dazu. Lest das Review. Selber Fall beim Metal Projekt "Probot" von Dave Grohl und mehreren Metal-Sängern. 

Eine Band namens Professor mit der EP "Academizer". Mit folgenden Songtiteln: "Professor", "Immatriculation", "Into The Auditorium" und "Numerus Clausus". Rausgekommen im Jahr 1993. Grindcore. Hört sich an als würde jemand die Treppe runterfallen. Ich muss sehr viel lachen.




Die s/t von Project X habe ich eine sehr lange Weile sehr sehr oft gehört, mittlerweile habe ich aber mein T-Shirt gespendet und muss etwas über die Lyrics lachen. Vor allem die von "Straight Edge Revenge". Die Vergleiche sind so absurd. "I am straight as a line that you sniff up your nose". Das kann auch im anderen Kontext betrachtet werden. Im Ordner von Propagandhi waren ein paar Alben: "How To Clean Everything", "Less Talk More Rock", "Today's Empires Tomorrow's Ashes" und "Supporting Caste". Trotz des antizionistischen Unsinns in "Haile Selasse..." muss ich zugeben, dass die Band eine absolute Ansammlung an Talent ist. Außerdem finde ich die Entwicklung von typischen Melodycore von einer Band auf "Fat Wreck Chords" zu einer Metal begeisterten Gruppe, die sich selbst als "Progressive Thrash" bezeichnet sehr außergewöhnlich und beeindruckend.




Das Review zum 1986er "Album" von Public Image Limited, der zweiten Band von John(ny) "Rotten" Lyon findet ihr hier. Auf dem gleichnamigen Album der kalifornischen Powerviolence Band Punch findet sich der Song "Feminists don't have a cow", der ausdrückt dass Feministinnen keine Milch konsumieren sollen. Ich halte, als Veganer, nicht wirklich was von derartigen Vergleichen, allerdings verstehe ich den Gedankenhergang. Anyways, hier sind Punch:




"For God Your Soul...For Me Your Flesh" von Pungent Stench. Alter. Was für ein unglaublich primites Grindcore/Death Metal Geballer. Heilige Scheiße ist das abgefuckt, primitiv und gar nicht mal so kurz.




"The Dream Is Over" von PUP beinhaltet wohl das traurigste Lied über verstorbene Haustiere auf der ganzen Welt. "Sleep In The Heat". Zum Review geht es hier entlang.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Was läuft sonst?

Excreta - Mesmerized (2022)

Vor kurzem war ich auf einem Black Metal Konzert und habe tatsächlich mal jemanden angesprochen. Und zwar jemanden der mich schon auf zwei verschiedenen Konzerten angesprochen hat ob ich denn ein Tape kaufen würde. Ich kaufe tatsächlich keine Tapes mehr, weil ich das Medium eigentlich für veraltet halt bzw. habe ich kaum ein Abspielgerät dafür. Doch dieses Mal hat es mich irgendwie gejuckt und ich habe direkt nach "etwas crustigen" gefragt. Bekommen habe ich "Mesmerized" von Excreta zu einem fairen Preis. Achja, falls ihr Bock hab auf experimentelle Musik, Noise, Powerviolence, Grindcore, Death Metal etc. etc. - so geht hierhin und checkt das Label Rat Covenant. Auch wenn ich das digitale Medium bevorzuge, so kann man immernoch sich die Tapes bestellen um das Label zu unterstützen und die Musik auf Bandcamp hören. Ich empfehle herzrechtlichtststs.


Dabei handelt es sich um crustigen Death Metal aus der Schweiz, der wirklich sehr crustig/grindig ist. Also, um es kurz zusammen zu fassen: Bornyhake Ormenos spielt alles selbst ein, also sowohl Instrumente als auch Gesang. Es ist das erste Death Metal Ein-Mann-Projekt dass ich wissentlich gehört habe. Bis dato ist mir so eine Praxis nur bei Black Metal bekannt. Was soll ich sagen? Sehr brutal, laut, guttural. Songtitel wie "Existence Fading Into Ashes", "Bleed To Death" oder "Rot In Agony". Ich liebe es manchmal, wenn musikalische Stereotype auf gute Weise erfüllt werden. Denn Excreta hört sich nun mal nach einem einzigen Stereotyp an. Das ist aber alles andere als schlecht. Es ist gottverdammt noch mal großartiger Death Metal, der keine Experimente braucht.

(Chef's Kiss)

8/10 Pfandflaschen
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Black Sabbath Discography:
Tyr (1990)

Ich habe dieses, mittlerweile fünfzehnte, Album von Black Sabbath ganz bestimmt schon fünfzehn Mal gehört und ich werde tatsächlich nicht wirklich müde davon. Während ich das schreibe, höre ich es schon wieder. Beziehungsweise, ich habe es vorhin beim Geschenkeeintüten gehört und habe dabei ausgeklammert, dass Tony Martin hier der Sänger ist. Ich kann beim besten Willen so gut wie gar keinen Unterschied zu Dio feststellen. Zumindest beim ersten hörgenuss nicht. 


Als Tony Martin noch neu in der Band war, und quasi ein Grünschnabel, dachte er sich "Hmmm das sind Black Sabbath, also mache ich irgendwelche Texte übers Okkulte". Tony Iommi wies ihm später zurecht und meinte, das wäre zu direkt. Also hat sich Martin auf die nordische Mythologie konzentriert, was zu diesem Album geführt hat. Bassist Neil Murray behauptete Jahre später, dies sei kein Konzeptalbum gewesen. Damit hat er irgendwie auch recht. Es steht in großen Runen "TYR" auf dem Cover (auch wenn die Y-Rune mit X oder Z übersetzt wird lel), zwei Songs heißen "Valhalla" und "Odin's Court". Ein anderer "The Battle Of Tyr". "Odin's Court" geht übrigens nahtlos in "Valhalla" über. Was für ein majestätischer Übergang. Mhhhhh. Andererseits haben wir einen Song namens "Jerusalem" als auch "Feels Good To Me", welcher absolut nicht dazu passt und offensichtlich aufgenommen wurde um eine Single zu sein. Ich finde "Valhalla" hätte auch eine Single sein können. 

Meines Erachtens ein starkes, tatsächlich abwechslungsreiches, eingängiges und gut produziertes Album. So rein theoretisch könnte es als Soundtrack zu einem Vikinger-Fantasy-Film dienen. Im Grunde genommen ist es ein pardon episches Heavy Metal Album, dass irgendwie lose an einem Konzept hängt. Ich bin weiterhin positiv darüber überrascht, dass ein anderer Sänger als Ozzy oder Dio so gut zu dieser Band passt. Andererseits ist es irgendwie auch eine komplett andere Band als damals... Aber wie diverse zeitgenössische Philosophen sagen "einerseits, andererseits".Cool.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Jerusalem, Valhalla, Anno Mundi

Und weil drei Meinungen besser sind als eine, hier kommt...

Philipp:

Neil Murray, Cozy Powell, Tony Martin, Tony Iommi
"Nun, es gibt zu diesem Album leider gar nicht viel zu sagen, weil es quasi wirklich etwas wirkt wie „Headless Cross 2.0“, das ist aber keineswegs etwas schlechtes. Gerüchteweise sollte Dio für dieses Album zurückkehren, irgendwie wurde es aber doch wieder Tony Martin. Und wenn mir die kleine Gemeinheit verziehen wird, am Klang des Albums hätte das nicht wirklich viel geändert, ist Tony Martin ja tatsächlich der beste Dio den man haben kann, wenn man Dio nicht haben kann.

Die Besetzung um Iommi, Geoff Nicholls und Tony Martin blieb verhältnismäßig unverändert, sogar Cozy Powell ist wieder dabei, diesmal zeigt er sogar etwas mehr, was er auf dem Kasten hat.

An sich sind die Songs ganz gut, es bleibt aber leider nicht besonders viel hängen, ausser dass „The Law Maker“ fast schon motörheadesk vor sich hin meddlt, Jerusalem einen geilen Refrain hat und das epische Valhalla gleich mit 2(!) Intros daher kommt, also quasi mit Intro (Odin‘s Court) und Intro zum Intro (The Battle Of Tyr). Dass das Album aus 9 Songs besteht ist also tatsächlich ein bisschen so etwas wie eine freche kleine Mogelpackung weil eigentlich sind es 7 Songs aber naja.

Jedenfalls ist das große Manko gegenüber Headless Cross die völlige Beliebigkeit der meisten Songs, ich will gar nicht zu hart sein aber nachdem man bei Headless Cross oder auch The Eternal Idol nach jedem Durchgang 3 4 weitere Ohrwürmer hatte, die sich fachgerecht ins Stammhirn gefräst haben, hat man hier vielleicht Jerusalem und das war‘s. Aus diesem Grunde gibt es leider nur


7/10 Pfandflaschen.


Anspieltipps; The Law Maker, Jerusalem, Valhalla"

Raphael:

"Wie schon „Headless Cross“ ist auch „Tyr“ nicht auf Spotify verfügbar. Wem das bei meinem letzten Beitrag aufgefallen ist, und wer deshalb seinen Bildschirm angeschrien hat, sei an dieser Stelle gegrüßt.

„Tyr“ ist also das fünfzehnte Studioalbum aus dem Hause Sabbath, und es ist das erste Album in den sogenannten 90ern, nämlich am 20. August 1990 erschienen. Eindrucksvoll ist, dass sich am Line-Up kaum etwas geändert hat; lediglich Neil Murray hat Laurence Cottle am Bass ersetzt. Somit ist neben Drummer Cozy Powell ein weiteres ehemaliges Whitesnake Mitglied in der neuen Black Sabbath Formation, die des Weiteren aus den alten Bekannten Tony Iommi, Tony Martin und Geoff Nicholls besteht.

Es klingt alles nach einem Erfolgsrezept à la Never Change Your Running System. Nach „The Eternal Idol“ und „Headless Cross“ hat sich das Line-Up gut eingearbeitet, und der Sound ist wirklich flüssig und eingängig. Und doch scheint es, als läge genau hier das Problem. Denn hört man „Tyr“ in einer Session mit „Headless Cross“, so bleibt neben dem Chorus von „Jerusalem“ und dem Instrumental „Battle of Tyr“ wenig hängen.

Und so bleibt auch mein Text zum Album dieses Mal sehr kurz. „Tyr“ hätte auch als C- und D-Seite von „Headless Cross“ erscheinen können, und dann hätte es wahrscheinlich sogar eine bessere Bewertung bekommen. So bleibt es bei einem Album, das nicht auffällt. 

6/10 Pfandflaschen"