Dienstag, 13. Oktober 2026

Comic Book Review#698: The Simpsons Treehouse of Horror#16 (2010)

Allrighty then. Die jährliche "Treehouse of Horror"-Ausgabe wird also mit der Ausgabe#16 ganze 16 Jahre alt und darf Bier trinken aber noch keine Zigaretten rauchen.

Diesmal haben wir es zuerst mit dem großartigen Evan Dorkin zu tun. Bekannt unter anderem für "Hectic Planet" oder "Milk and Cheese". Die erste Story wurde von ihm geschrieben und gezeichnet - und zwar in durchaus üblichen Simpsons-Stil. Bis auf die Gore-Elemente, die sind definitiv Dorkin-Style. Die Story heißt "I Screwed Up Big-Time and Unleashed the Glavin on an Unsuspecting World! ...I Totally Saved the Earth's Butt and Made the Glavin Cry Like a Little Wuss!". Darin nahm die Springfielder Schule teil an einer Exkursion in Professor Frinks Labor. Dieser präsentierte seine neueste Erfindung. Eine Art intergalaktisches Telefon, das in der Lage war andere Zivilisationen zu erreichen. Leider hat es ein Monster von einem anderen Planeten erreicht - das Glavin heißt. Glavin ist gleichzeitig eines der vielen Geräusche die Professor Frink von sich gibt. Neben Flavin oder Ga-Hoy. Ich finde das so anstrengend zu lesen, ehrlich gesagt. Jedenfalls kommt dieser Kaiju-Riese in Springfield an und fängt an alles zu zerstören und zu töten was sich ihm in den Weg stellt. Es überlebt so gut wie keiner und nichts kann ihn aufhalten. Nicht mal die geheimen übergroßen Family-Guy-Klone. Es ist saukomisch und furchterregend. Trotzdem muss ich sagen, dass der Gore-Faktor bei den Treehouse of Horror Comics definitiv gestiegen ist und es etwas unangenehm ist zu sehen, wie Cartoon-Figuren wie Lisa, Marge oder Homer totgetrampelt werden. Der Zynismus hier ist schon recht hoch - auch wenn der Ausgang der Geschichte durchaus cartoony ist. Dorkin bedient sich zudem an dem Stil des großartigen Jack Kirby. So sehen wir die typischen Kirby-Punkte, die bei der Teleportation von Glavin um ihn herum auftauchen.

"The Coff-Diddly-Offin" von Kelvin Mao (Story) und Kelly Jones (Zeichnungen) erzählt von den Versuch Ned Flanders seinen Sohn Todd wieder zu beleben. Leider hat Homer Simpson sein Defibrillator geklaut um sich damit einen Monte-Cristo-Sandwich zu machen. Todd stirbt und Flanders beschließt Homer eine Lektion zu erteilen. Er erschafft ein Gerät, das in der Lage ist Menschen lebendig zu konservieren/zu töten. Homer wird von ihm überzeugt, dass es sich um eine Art Food Machine handelt die übergeile Donuts macht. So besorgt Homer Donuts, überfährt auf dem Rückweg aus Versehen Ned und fällt aus Versehen in die Maschine hinein, die ihn mit Donuts vollstopft und sich selbstständig zum Friedhof macht. Homer wird vollgestopft mit Fett und lebendig begraben. Naja, keine wirklich neue Idee. Die Zeichnungen gefallen mir nicht wirklich. Sie haben was eklig-abstraktes an sich, aber nicht auf die gute Art. 

"Tell-Tale Bart" von Peter Kuper: Bart Simpson macht diesen ekligen Trick mit dem Augenlid. Nur dass Nelson ihm ein Wedgie verpasst und das Augenlid so bleibt. Nelson droht Bart nun mit Konsequenzen. Wenn er Rektor Skinner erzählt, wer ihm das Auge verunstaltet hat und den Atomic Wedgie verpasst hat, bringt er ihn um. So wird Homer in die Schule bestellt - der zuvor eine diebische Elster durch das Springfield AKW gejagt hat, weil sie ihm ein Donut geklaut hat. Nachdem er seinen Sohn sieht bildet er sich ein, sein riesiges geschwollenes Auge wäre ein Donut. Kurze Zeit später fliegt die Elster (oder viel

eher eine Krähe) ins Haus herein, bringt den (radioaktiven) Donut mit und lässt ihn in Homers Bier fallen. Dieser wird nach dem Konsum verrückt und jagt den Vogel durch das Haus. Als er dann Bart gewürgt hat, weil ihn sein Auge gestört hat, hilft er den Jungen aus Versehen. Das Auge ist wieder normal. Doch Homer ist so von der Radioaktivität beeinflusst, dass er den Jungen tötet und seinen Leichnam unterm Boden begräbt. Er bildet sich aber daraufhin ein, als Chief Wiggum kurz zu besuch ist (um die Toilette zu nutzen), das Lachen des Jungen zu hören. Er kriegt außerdem noch Besuch von Usher (den R&B-Sänger). Und überhaupt ist das hier eine Anspielung auf diese Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe - und nicht die einzige in der Story. Sehr sehr sehr merkwürdig und super hastig erzählt. Irgendwie witzig und skurril. Leider endet alles in einem mehr als offenem Ende, dass den Leser nicht wirklich befriedigt. Also mich zumindest nicht. Der Stil ist durchaus cool und nah am Original-Stil der Simpsons. Storytechnisch habe ich allerdings leicht den Eindruck, man würde versuchen, so viele Shockelemente reinzubekommen um möglichst verstörend zu wirken, sodass man am Ende vergisst ein richtig gutes Ende zu schreiben. Aber spaßig wars immerhin.

"Homer goes to Hell!"! Erdacht von Lemmy Kilmister (ja, genau den), geschrieben von Tom Peyer und gezeichnet von Tone Rodriguez. Homer passt auf Bart und Milhouse während Halloween auf. Soll heißen: Er betrinkt sich bei Moe's während die beiden draußen gekleidet als Fall Out Boy und Frankensteins Monster auf ihn warten. Moe beschwert sich, dass seine Stammkunden zu Feiertagen zu wenig trinken (wegen Familie und so) und in diesem Zusammenhang beschließt Homer ziemlich betrunken doch nach Hause zu gehen. Auf dem Weg dorthin trifft er auf Maggie, die Fangzähne und Flügel hat. Zuhause angekommen stellt er fest, dass Marge tot ist und in einem Sarg liegt. Plötzlich geht die Tür auf und Bart in Begleitung von Lemmy sind da. Lemmy erklärt Homer, dass der Mythos Rockmusiker seien alle Satanisten tatsächlich stimmt. Er schickt ihn in die Hölle, wo unter anderem Adolf Hitler, Kaiser Wilhelm und Saddam Hussein gefoltert werden. Homer hat riesige Angst, nie wieder nach Hause kommen zu können. So bringt ihn Lemmy dazu, einen Vertrag zu unterschreiben (im Grunde einen Standartplattenvertrag). Er kriegt seine Seele und Homer kriegt sein normales Leben wieder. Eine relativ kurze Story, die genauso kurz den kommerziellen Geist des Halloween "kritisiert" und sich über das Satanistenklischee in der Rockmusik lustig macht. Der Gastauftritt von Lemmy (als auch Mikkey Dee und Phil Campbell, also den Rest von Motörhead) ist weder zu aufgeblasen noch zu kurz geraten, also genau richtig. Insgesamt also eine kurze, durchaus spannende Geschichte die aber genauso zynisch und makaber endet, wie alle anderen auch. Also, so wie die früheren "Treehouse of Horror"-Episoden der Serie. 

Vielleicht nicht die allerbeste aller "Treehouse of Horror"-Ausgaben aber durchaus eine, die sich sehen lässt. Meiner Meinung nach.

7/10 Pfandflaschen

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