Am Anfang könnte man PIL irgendwie dem Post-Punk zu ordnen, es waren auch Dub-Einflüsse erkennbar. Man merkte dass die Künstlerseele Lydons sich von der Punkszene eingeengt gefühlt hat. Es war so viel Potenzial vorhanden, so viel mehr als "nur" Punk. Allerdings verzichtete der Johnny auch auf das Konzept einer immerwährenden Band, sodass PIL immer im Wandel stand. Die einzige Konstante waren er und sein Kumpel Jah Wobble. "Album" hört sich im Übrigens noch ein ganzes Stück anders an als beispielsweise "Public Image". Hier sind mehrere Musiker zu hören, die höchstwahrscheinlich niemals mit den Sex Pistols zusammengearbeitet hätten. Leute wie der Gitarrist Steve Vai oder Ginger Baker (Cream) als auch Ryuichi Sakamoto. Allerdings hat man bei der Promotion des Album verzichte all die berühmten Namen zu nennen, damit man sich bei der Begutachtung auf die Musik konzentrieren kann.
Was wir hier zu hören bekommen ist eine relativ eigenartige Mischung aus Hard Rock Klängen, New Wave und einer gewissen Spur Avantgarde. Dabei klingt Lydon so wild wie sonst immer, diese hohe Stimme ist einfach unverwechselbar. Er kann aber auch so viel anders - "Rise" ist meiner Meinung nach eines der besten Sachen die er jemals gemacht hat. Ich weiß nicht, wem zu Ehren dieser Song gemacht wurde, angeblich Nelson Mandela, aber dieses folkige, diese ungewohnt sanfte Stimme die dann plötzlich doch wieder an Pistols-Zeiten erinnert. Einfach großartig. "Anger is an energy!" - gut gebrüllt!
Was definitiv noch so geil ist - das Artwork des Albums. Es ist gestaltet wie no-name produkte in Discount-Märkten. Anstelle von "Zucker" oder "Milche" steht hier halt "Album". Doch dabei blieb man nicht: Auf der Kassettenversion stand "Cassette" und auf der CD-Version selbstverständlich "Compact Disc" drauf. Hihi.
8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: FFF, Rise, Bags, Ease,
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen