Posts mit dem Label slayer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label slayer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 22. Januar 2026

So isses, Musik!#206

Kaum zu glauben, aber wahr. Dieses Jahr werden gewisse Alben ganze zwanzig Jahre alt. Ich habe, wie schon ein-zwei mal vergessen, das direkt in der ersten "So isses, Musik!"-Ausgabe in diesem Jahr zu erwähnen. Deswegen mache ich das jetzt.

Alben, die dieses Jahr zwanzig Jahre alt werden:


Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Jean Michel Jarre: Equinoxe (1978)

Ich kann mich daran erinnern, wie vor mehr als zwanzig Jahren mein Opa mir von diesem französischen Künstler erzählt hat. Der Zufall wollte es so, dass diese monumentale Platte ihren Weg in Marlyns Plattensammlung fand. Es handelt sich dabei um das vierte Album von JMJ. Es tat mir sehr gut, das anzuhören. Ich lag auf dem Boden und haben meine Physio-Übungen gemacht. Umschreiben würde ich es als "elektronische Musik, die kein Ambient und auch kein Techno ist". Tatsächlich steckt auch ein

Konzept dahinter. Die Songs heißen "Equinoxe" Part 1-8 und umschreiben musikalisch den Tagesablauf eines durchschnittlichen Menschen vom frühen Morgen nach dem Aufwachen bis späten Abend vorm Einschlafen. Für das Cover wurde ein Bild von Michel Granger benutzt. Es zeigt eine Zuschauermenge aus der Sicht eines Künstlers auf der Bühne - die Leute sind mit Ferngläsern ausgestattet. Fast so als würden sie jemanden beim besagten Tagesablauf zusehen. 

Es ist faszinierend, weil es so einfach ist. Und es tut verdammt gut, sich das anzuhören während man entweder entspannt auf dem Boden liegt oder seine Übungen macht. 

Anspieltipps: Alles
9/10 Pfandflaschen



---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

49. This is the ALF

Rausgebracht auf Mortarhate, den Label der Anarcho Punk Übergrößen Conflict. "Ths is the ALF" vereint allerlei Beiträge von damals tätigen Anarcho Punk Bands wie Existance, Icons of Filth, CRASS, Poison Girls, Subhumans, Citizen Fish, Dirt, Lost Cherrees und natürlich Conflict selbst. Letztere sind mit ganzen sechs Songs vertreten. Ich weiß nicht ob es ein Benefiz-Sampler ist für die Animal Liberation Front oder eher ein Agit-Prop-Sampler, dessen Booklet wahrscheinlich voll mit Infos gespickt war. Die Hauptthemen der Songs sind natürlich Tierbefreiung und ethisches Veganismus. Als jemand der seit knapp 20 Jahren kein Fleisch mehr isst, kitzelt mich das immer noch innerlich. Auch wenn gewisse Sachen gar nicht klar gehen. Zum Beispiel vergleiche der Tierunterdrückung mit dem Holocaust, die hier leider auch stattfinden.

50. Tomorrow will be worse

Hierbei handelt es sich um eine 8-Way-Split die auf vier 7inches rausbgebracht wurde. Darauf sind acht Powerviolence-Bands zu hören. Und zwar Flash Gordon, Capitalist Casualties, Nice View, Hellnation, SPAZZ, Fuck on the Beach, Real Reggae und Charles Bronson. Insbesondere letztere fallen mir auf, weil sie die Geräusche einer Live Audience unter gemischt haben, sodass sich alles anhört als wäre es eine Konzertaufnahme vor einem Riesenpublikum. Man hört aber durchaus dass es Fake ist. Großartig.

51. Until every cage is empty

Eine weitere Tierrechtscompilation, die aber eher weniger mit Anarcho Punk zu tun hat - und stattdessen Künstler verschiedenster Genres vereinigt. Ich vermute mal, es war die Piraten-Website Nix-Pop. Hier drauf haben wir Los Fastidios, Die Ärzte, Maroon, Conflict aber auch solche Leute wie Nic Knatterton und Albino. Letzterer ist mir auch negativ aufgefallen, durch seine Israelfeindschaft und  Kollbaration mit einer gewissen dummdeutschen Antiimp-Combo aus Berlin (unterm Pseudonym Public Sellerie). My Favorit hierauf ist "Nailing Descartes To The Wall" von Propagandhi. A mixed bag of feelings, diese.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Linkin Park Discography:
Living Things (2012)

Again: Wenn man "Reanimation" ausklammert, ist es das fünfte Album - wenn man es miteinbezieht das sechste. Egal. Wie schon beim Vorgänger wurde das Werk von Rick Rubin (mit)produziert.

Man hat sich, wie schon so oft gesagt, mittlerweile komplett von Nu Metal entfernt. Stattdessen erschafft man eine Art Crossover zwischen Alternative Rock und jede Menge Synthesizern. Ohne jedoch irgendwie New Wave-ig oder Post Punk-ig zu klingen. Was LP jedoch schaffen und das immer wieder. Ganz wie sie selbst zu klingen, weil sie das machen worauf sie gerade Lust haben - und gleichzeitig so radiofreundlich wie eh und je. Die Singles hierauf, "Burn It Down", "Lost In The Echo", "Castle of Glass" und "Powerless" (das auf dem Soundtrack zu "Abraham Lincoln - Vampire Hunter" drauf ist, lel) sind...nunja, Singles. Sie hören sich an, wie irgendwas was extra komponiert wurde, um in die Charts zu kommen. Durchaus hörbare Musik, die Ohrwürmer erzeugt und wieder erkennbare
Rhythmen aufweist. Auf Songs wie "Lies Greed Misery" hört Chester Bennington allerdings die ultimative Schreigesang-Keule und ist so laut wie seit Meteora nicht mehr. Das ist dann keine Single, natürlich. "Victimized" ist auch so ein großartiger Song. Nie wieder Opfer sein. Never again victimized.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde dass mir hierauf nichts gefällt. Das würde nicht stimmen. Es gibt hier einige echt gute Songs, die nicht trotz sondern gerade wegen dieser Synthesizer und Chesters ruhige Stimme funktionieren. Einige funktionieren gerade wegen Mike Shinodas Rap-Einlagen sehr gut. Er schafft es sogar Notorious B.I.G. zu zitieren bzw. Bezug auf ihn zu nehmen. Allerdings entsteht hier eine Art Formel, die immer wieder wiederholt wird. LP sind zu einer vorhersehbaren, poppigen, radiotauglichen Band geworden, die nur bedingt was neues und interessantes bringt. Schade.

5,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Lies Greed Misery, Burn It Down, Powerless, Victimized


Opeth Discography: Ghost Reveries (2005)

Nun sind wir also schon beim achten Studio-Alben der schwedischen Prog/Death Metal Giganten angekommen. Es haben sich einige Sachen geändert. "Ghost Reveries" ist das letzte Album mit Schlagzeuger Martin Lopez und Gitarrist Peter Lindgren. Außerdem ist es das erste mit Keyboarder Per Wiberg als offizielles Bandmitglied. Dieser wendet die Hammond Orgel an, als auch Mellotron und


Moog Synthesizer sodass gewisse Einflüsse aus dem Psychedelic Rock zu hören sind. Man kehrt hier zum ursprünglichen Sound zurück, während der Vorgänger "Damnation" größtenteils sehr ruhig gehalten war. Wobei, was heißt "größtenteils"? Es war eigentlich ein reines Akkustik-Album, was weitestgehend auf Death Metal Elemente verzichtet hat. Bei "Ghost Reveries" ist hingegen alles wie vorher: Death Metal trifft auf Progressive Rock. Cleaner Gesang trifft auf Growling. Nicht zu schnelle und nicht zu langsame Death Metal Riffs, die auf ruhige Passagen treffen. Dazu kommt noch eine durchschnittliche Songlänge von mindestens 10 Minuten. Und selbstverständlich sollte es auch ein Konzept-Album werden. Und zwar über jemanden, der in größter psychischer Not ist weil er etwas fürchterliches getan hat. Nämlich seine eigene Mutter umgebracht. Aber irgendwie hat Sänger 
Mikael Åkerfeldt sich aufgrund von ihm favorisierten okkulten Themen, entschieden diese einzubringen - sodass, es nicht wirklich ein Konzept-Album ist.

Im Großen und Ganzen ist das schon...ziemlich nice. Muss ich ehrlich zugeben. Allerdings ist es schon das achte Album und langsam kriege ich den Eindruck, dass sich eine gewisse Formel bei Opeth eingeschlichen hat. Und zwar genau das, was ich oben beschrieben habe. Formeln sind Formeln und sie funktionieren meistens gut. Doch irgendwann wird's alt, wie ein Brot dass man schon so oft gegessen hat dass es einen zum Hals raushängt. Zum Beispiel dieses eine vom Discounter mit den Kernen. Ich habe die Befüchtung, dass obwohl ich dieses Album hier mag, mir das nächste wirklich zum Hals raushängen wird. I don't know.

7,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Ghost of Perdition, The Baying of the Hounds


 

Slayer Discography: Repentless (2015)

Letztes Album von Slayer. Erstes mit Gary Holt anstelle von Jeff Hannemann. Rausgekommen am 11.09.2015, wahrscheinlich als Referenz zu "God Hates Us All", dass am 11.09.2001 rausgekommen ist. Vielleicht aber auch weil es offiziell betrachtet das elfte Album ist, wenn man das Cover-Album "Undisputed Attitude" nicht einbezieht.


Ich bin an der Stelle ehrlich zu mir selber und zu euch. Vermutlich wollten Slayer mit einem Bang aufhören. Sie hätten gedacht ihr verstorbener Bandkollege Jeff Hannemann hätte das so gewollt. Noch ein Album, eine oder mehrere Touren, ein Abschiedskonzert usw. usf. Und dann richtig übel reindreschen. So wie es früher war. Und das haben sie auch gemacht. "Repentless" ist ein typisches Slayer-Album mit viel 0-0-0-0-0-0-0-0-0-0, diesen Gitarrensoli die sich wie eine Bohrmaschine anhören, Songtexten über Tod, Ende der Welt...aber auch Alkoholismus. So ist "Chasing Death" ein Song über süchtige, die "dem Tod hinterrennen". Gary Holt hat seiner Angabe nach alle Gitarrensoli an einem Tag aufgenommen, mit einem Sixpack Bier als Begleitung....

Leider hört sich das ganze Album so an. Es gibt hier Songs, die mir durchaus gefallen - weil es dazu großartige Musikvideos gab: "Repentless", "Pride and Prejudice" und "You Against You". Darin sind die Schauspieler Danny Trejo und Jason Trost. Das sind großartige, brutale Musikvideos gewesen - und die Songs passen verdammt gut dazu. "Repentless" ist außerdem ein richtig geiler Opener-Song. Und ich würde auch lügen, wenn ich sagen würde dass es mir keinen Spaß gemacht hätte, das Album zu hören. Allerdings ist es halt...Slayer. Metal nach dem Motto "Malen nach Zahlen". Ich hätte mir ehrlich gesagt mehr Innovation gewünscht - aber ich bin auch nicht Teil der Slayer-Fangemeinde. Ergo, was soll's.

6,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Pride and Prejudice, You Against You, Repentless





Freitag, 9. Januar 2026

So isses, Musik!#205

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung#4:

Genesis: Seconds Out (1977)

Als nächstes kommt eine Band, die mich schon immer irgendwie interessiert hat. Allerdings eher deren poppige Variante. Ich wusste auch früher nicht, dass es mehrere Inkarnationen von Genesis gab, geschweige denn, dass Peter Gabriel dort mal gesungen hat. 

"Seconds Out" ist das zweite Live-Album von Genesis nach "Genesis Live". Es umfasst größtenteils einen Auftritt in Paris und einen irgedwo in Großbritannien. Die Konzerte fanden als Support für das

Album "Wind & Wuthering" (1976) statt. Auf dem Album finden sich Songs von den Alben "A Trick of the Tail", "The Lamb Lies Down On Broadway", "Selling England by the Pound" als auch "Wind & Wuthering" und garantiert noch paar anderen. 

Wer hier sowas wie "I Can't Dance", "Land of Confusion" oder "Jesus He Knows Me" erwartet liegt komplett falsch. Denn bevor Genesis immer Richtung Masse gingen (ohne ihre Inhalte zu verlieren) waren sie eine Progressive Rock Band. "Seconds Out" ist quasi eine Art Abschied von den Progressive Rock Sound. Wobei nicht ganz, auf dem nachfolgenden Studioalbum "...And Then There We Three..." haben sie Prog mit massentauglicheren Elementen verbunden und sich später immer mehr von dem Sound verabschiedet. Es ist quasi ein letzter Schritt in Sachen Prog. Oder so. Wie auch immer. Ich bin müde. Ich muss mir dabei immer wieder vorstellen, wie der Keyboardist Tony Banks wie Mr. Burns in dieser Akte X/Simpsons-Folge die Arme ausstreckt und nach den Tasten greift. Es ist stellenweise ordentlich psychedelisch, gleichzeitig aber schön ruhig. Ich mag Phil Collins' Gesang. Ich muss zugeben, dass mir das Album beim ersten Mal nicht wirklich getaugt hat. Leider hat die Qualität über die Jahre gelitten, sodass die digitale Version des Albums sich wesentlich besser angehört hat. Ich nenne es psychedelisch-progressiver Stadion Rock ohne viel Pomposität. Es ist nicht ganz meine Musikrichtung, aber es hat irgendwas echtes in sich.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Afterglow, Supper's Ready



The Essential Jimi Hendrix (1978)

Ich mein, ich brauche den Interpreten hier nicht angeben. Eine Compilation, die 1978 auf Warner Bros. Records erschienen ist und alles mögliche aus dem Schaffenszeitraum des großartigen Jimi Hendrix umfasst. Natürlich war er dabei nicht allein, sondern wurde unterstützt von seiner Experience, also der "The Jimi Hendrix Experience", wie die Band offiziell hieß. Die Doppel-LP umfasst solche Hits wie "Are You Experienced?", "Purple Haze", "Bold As Love", "Gypsy Eyes", "Have You Ever Been To (Electric Ladyland)" als auch das legendäre Bob-Dylan-Cover "All Along The Watchtower".


Ich glaube, ich brauche nicht wirklich zu erwähnen, wie großartig das ist - auch wenn ich ein "normales" Album präferieren würde. Eine Best-Of kann ja schließlich jeder rausbringen. Großartig, wie der Linkshänder einfach die Gitarre für Rechtshänder umgedreht hat. Das Booklet ist voll mit einigen Bildern und haufenweise Fakten. Ein durchaus normales Best-Of, das alles wichtige erfasst.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Purple Haze, Are You Experienced?, All Along The Watchtower






REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

Weiter geht es mit der Samplerei. Dieses mal werde ich "nur" drei Ordner kurz reviewen, da ich schlicht und einfach kaum Zeit habe um zu hause Musik auf dem Rechner zu hören. Beziehungsweise mir kaum Zeit dafür nehmen kann. Jedenfalls: Wenn diese Mini-Reihe vorbei ist, werde ich mir den Ordner "Einzelne Songs" reinziehen, der wie der Name schon sagt keine Alben enthält. Das wird ganz schön spaßig weil da ganz viel Müll drin ist. Naja, weiter im Text.

45./46. Spastic Fantastic Records: "World Up My Ass"/"Sex mit Bekannten"

Zwei Compilations aus dem Hause Spastic Fantastic Records (aus Dortmund). "World Up My Ass" (Mit Steve Urgel auf dem Cover) war ein Tape was entweder vor 2010 oder Anfang der 2010er Jahre erschienen ist. Darauf waren 42 (!) Songs, also 21 auf jeder Seite. Nicht komplett fokussiert auf trashigen Punkrock sondern auf irgendwie alles mögliche. Hierauf sind die üblichen Verdächtigen: The Itallian Stallion, Sidetracked, The Omnipresent Disease, Dean Dirg, Alarmstufe Gerd aber auch so Bands wie Cobretti oder AYS. Sprich: Hardcore Punk in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. "Sex mit Bekannten" hingegen ist eine ganz andere Art von Sampler: Was wir hier vorfinden sind viele Bands die Songs unter oder knapp über eine Minute haben. Powerviolence, Hardcore Punk, Deutschpunk. Also: T-34, Derbe Lebowski, Schwule Nuttenbullen, Henry Fonda als auch Brutal Verbimmelt. Letztere habe ich schon zwei Mal live gesehen. Beim ersten Mal war dieser nervige, beleidigende Sänger dabei der alles um sich rum beschimpft hat - beim zweiten Mal hat man ihn "unterwegs irgendwie verloren." Habe das Teil auch auf Vinyl, inklusive Kondom oder Schwangerschaftstest - ich weiß es leider nicht mehr genau.

47. Still Hardcore - Nix-Pop Sampler

Ein weiterer Sampler aus dem Hause Nix-Pop. Ich glaube auch, dass es der letzte ist. Hier vereint man alle möglichen Sparten des Hardcore Punk. Also wirklich alle möglichen Richtungen. Ob es jetzt Oldschool, Newschool, Youth Crew, Post-Hardcore, Mathcore oder Beatdown ist. Alles ist hier drauf. Tatsächlich hat mein Rechner die alphabetische Ordnung für diesen Ordner ausgewählt sodass mein Winamp-Player alles in alphabetischer Reihenfolge abspielt. Es fängt also an mit A Case of Grenada und endet mit Your Creation. Wir haben Hüsker Dü, Every Time I Die, H2O, From Ashes Rise, Donnybrook aber auch Bands wie xFAT ASSx (mit dem Titel "Shake Your Ass") oder Siren ("Survival of the Slickest" - großartiger Song, ich finde leider gar nichts zur Band). Nunja, meiner Meinung hat sich hier jemand ordentlich Mühe bei der Zusammenstellung gegeben. Großartiger Überblick über verschiedene Sparten des Genres.

48. Take a Bite Outta Rhyme: A Rock Tribute To Rap

Nach all den Psychobilly, Crust und Hardcore Samplern endlich mal etwas Abwechslung. Hierbei haben wir es mit einem äh Rock Tribute an Rap Artists zu tun. Es ist einfach großartig. Es geht los mit Staind, die zusammen mit Fred Durst und DJ Lethal (beide Limp Bizkit) den Überhit "Bring The Noise" von Public Enemy und Anthrax covern. Es ist glaube ich das erste Mal, dass ich Aaron Lewis rappen höre. Interessant, dass jemand wie er, der heutzutage full blown MAGA ist, eine Rapcrew covert die genau das Gegenteil von ist/war. Sevendust covern "Going Back To Cali" von LL Cool J. Run DMC werden gleich zwei mal gecovert: "Sucker MCs" von Lordz Of Brooklyn und Everlast als auch "It's Tricky" von der Bloodhound Gang. Insane Clown Posse verwursten Sir Mix-A-Lots "Posse on Broadway". Das ungewöhnlichste Cover ist hierbei "Microphone Fiend" (Eric B. and Rakim) von den Fun Lovin' Criminals. Die FLC waren eine eher smoothe und entspannte Band mit genauso entspannten Texten. Völlig abstrakt wird es in "The Tribute" der Nu Metal Band Nonpoint. Darin werden die Songs "Children's Story" (Slick Rick), "Whoo-Hah (Got You All In Check)" (Busta Rhymes) als auch "Method Man" (Wu-Tang Clan) zu einem Nu Metal Banger verschmolzen. Wahnsinn.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kid Rock Discography: Bad Reputation (2022)

Bis jetzt letztes Album von Kid Rock, erschienen zwei Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie. Ich glaube, dass es das bis dahin umstrittenste Album von ihm ist. Das hat gute Gründe, allerdings sind diese bereits zu Beginn zu hören und wohl am ausschlaggebendsten. Damit meine ich die Songs "Don't Tell Me How To Live" und "We The People". Der erste Song ist eine Neuinterpretation des gleichnamigen Songs der kanadischen Band Monster Truck, die hier als Gast gefeatured sind. Es geht grundsätzlich darum, dass man ein zäher Hund ist, der sich von niemanden nichts sagen lässt und die Schnauze voll hat von all den "Snowflakes" die einen ohne Grund angreifen. So weit, so schlecht. In "We The People" allerdings wird es wesentlich schlimmer - wobei alles parallel stattfindet. Kid Rock schafft es gleichzeitig zu sagen dass er "keine Hautfarbe sieht und wir alle rotes Blut haben" (also meiner Meinung nach durchaus der Versuch Rassismus eine Absage zu machen) und dass er die "Black Lives Matter"-Bewegung als obsolet ansieht. Eben weil er keine Hautfarbe sieht. Als jemand der gleichzeitig durchaus Kritik an BLM hatte und trotzdem deren wichtige Grundanliegen versteht sehe ich
das als eine Art Spagataktion um zu zeigen dass man a) kein Rassist ist und b) keiner von diesen äh "Snowflakes und ein zäher Hund" ist. Dazu kommen noch Anschuldigungen gegenüber damaligen Präsidenten Joe Biden als auch Dr. Anthony Fauci. Es geht um Maskentragen, was äh fürchterlicher Faschismus ist, Covid-19-Einschränkungen usw. Man bringt sogar "Let's Go Brandon!" (codewort für "Fuck Joe Biden!") im Refrain unter. Im Grunde also pathetisches, "patriotisches" Gemurmel von jemanden der die Situation nicht versteht und sich von seinen Gefühlen leiten lässt. Das sind übrigens, nach den Ausnahmen auf dem Vorgänger "Sweet Southern Sugar" neue Rap-Rock-Songs von KR. Das erste Mal seit langem (also in dem Fall seit fünf Jahren), dass er wieder rappt. Das ist hier mehrfach der Fall. Und es ist nicht gut. Der Rest des Albums besteht insgesamt aus schmalzigen Southern Rock/Country-Songs darüber dass man äh ein zäher Hund ist, auf der Überholspur lebt und sich nichts sagen lässt... und eigentlich nichts weiter. Interessanterweise schafft KR es, sowohl das zu behaupten, als auch dass er "fucking fifty" ist und sich wahrscheinlich in die Hose geschissen hat - im letzten Song "Fifty". Dazu kommen noch irgendwelche Fantastereien über Südstaaten - "Ala-fuckin-bama" (einer der wenigen guten Songs hierauf) - obwohl KR bekanntlich aus Michigan stammt. Und natürlich auch darüber dass er sein Land liebt und möchte dass alle sich lieb haben - in "My Kind Of Country" - was irgendwie im Gegensatz zu "We The People" steht. Meiner Meinung nach versucht KR hier zweigleisig zu fahren und natürlich seine Country Redneck Fanbase zu erreichen. Die ursprünglichen Alternative Kids, die seine Rap Rock Phase gefeiert haben, sind natürlich schon längst weg. Es ist ein sehr dürftiges Album von jemanden, der mit ganz viel Provokationen irgendwie versucht relevant zu bleiben. Das funktioniert nicht wirklich. Es ist ein füchterliches, möchtegern provokantes, pseudopolitisches, schmalziges Country Rap Rock Album. Ich gebe eine Pfandflasche für den Einsatz von Geigen. Das finde ich tatsächlich gut, aber das war's auch schon. Bin sehr froh darüber, dass diese Discography zu Ende ist.

1/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Ala-fuckin-bama



Linkin Park Discography: A Thousand Suns (2010)

Wenn man "Reanimation" mitzählt ist das hier das fünfte Album, wenn nicht dann ist es das vierte. Sei's drum. Ich werde nicht lange drum herum reden.

Man hat sich bereits auf dem Vorgänger "Minutes to Midnight" langsam von Nu Metal verabschiedet, bzw. hat es schon auf dem Vorvorgänger "Meteora" versucht. Hier ist wirklich nüschts davon zu hören. "A Thousand Suns" (übrigens eine Anspielung auf die von Bhagavad Gita Bezug nehmende bzw.

inspirierte Rede von Oppenheimer, welche hier auch gesamplet wird) ist ein sehr sanftes Album. Man nimmt Bezug auf diverse gesellschaftlichen Themen und packt alles in einen irgendwie progressiv wirkenden, elektronisch angehauchten Rock-"Mantel". Achja und natürlich wurden auch Martin Luther King und Mario Savio gesamplet. Besonders gut gefallen mir die Songs in welchen Mike Shinoda in seinen Rap-Parts "freidreht" oder DJ Joe Hahn seine Turntable-Künste zum Besten gibt. Es ist definitiv nicht das schlechteste von LP. 

Meines Erachtens eine Art "kantigere" Version von all diesen Bands die später im Radio liefen wie 21 Pilots oder Imagine Dragons. "Kantig" weil irgendwie mehr Inhalte und wesentlich mehr Edge zu hören sind. Oder, um es aus der umgekehrten Perspektive zu betrachten, eine radiotauglichere Version von sich selbst - und das obwohl LP spätestens seit "Meteora" definitiv radiotauglich waren. Ich würde nicht sagen, dass mir das gar nicht gefällt. Es ist mir nur auf Dauer zu glatt poliert, trotz der einigen wenigen Kanten. Ich stehe halt nicht auf "alternativ" anmutenden Electronic Rock. Oder so. Das ist einfach nicht mein Ding. Aber ich sehe die Perlen hierauf. Daher:

6/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: When They Come For Me, Wretches And Kings, The Catalyst



Opeth Discography: Damnation (2003)

Falls ihr euch jetzt fragt, "Hä, was hat er jetzt mit "Deliverance" gemacht? Wo ist es hin?", dann sage ich hier. Rein zufällig wurde dieses Album schon mal hier reviewt und daher wird nur darauf verwiesen. 

Jedenfalls wurde "Damnation" gleichzeitig mit "Deliverance" aufgenommen und tatsächlich werden beide Alben als ein Ganzes betrachtet. Jedoch ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Während "Deliverance" zwar schon Progressive Rock Anteile geboten hat, gab es trotzdem noch todesmetallische Growls und verzerrte Gitarren zu hören. Das ist bei "Damnation" gar nicht mehr der Fall. Stattdessen fokussiert man sich auf die eigene "seichte" Seite. Das Album kommt ohne gutturale Vocals, komplizierte Gitarrenriffs, donnernde Drums und jegliche anderen metallischen Schlagwörter. Es ist

quasi Opeth stripped to the basics. Was wir zu hören kriegen sind größtenteils akkustische Gitarren, langsames Drumming und die melodische Stimme Mikael Akerfeldts als auch hier und da ein Mellotron. Textlich betrachtet bewegt man sich allerdings in ähnlichen Gefilden und macht einfach verdammt gutes Storytelling. So schildert "Death Whispered A Lullaby" den Vorgang des Todes bei einem Menschen und eine Art letztes Wiegelied gesungen vom Tod höchstselbst. Im Refrain heißt es mehrfach "Oh, sleep my child".

Im Grunde genommen, ein sehr gefühlvolles, eindringliches und ruhiges Album. Nichtsdestotrotz gibt es einen gewissen Spannungsaufbau. Kein Song hört sich an, wie der vorherige und man schafft es, abwechslungsreich zu bleiben. Trotzdem mochte ich diese andere Art von Abwechslung, nämlich das Auf und Ab von gutturalen und cleanen Vocals, Härte und Akkustik wesentlich mehr. Tatsächlich ist "Damnation" das Opeth-Album, welches ich bis jetzt am wenigsten gehört habe. Es ist schön, sehr gefühlvoll und definitiv ein weiterer Diamant in der Opeth'schen Discography. Nur leider nicht ganz so mein Fall von Diamanten. Darum:

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Death Whispered A Lullaby, Windowpane, Hope Leaves



Slayer Discography: World Painted Blood (2009)

Wenn man "Undisputed Attitude" nicht miteinbezieht ist es das zehnte Album. Wenn man es doch tut, ist es das elfte. 

Ich halte mich mal kurz. 


Es ist okay. Aber mehr auch nicht. "World Painted Blood" bietet genau das, was Slayer-Fans erwarten. Eine weitere Rückkehr zu den Wurzeln - aber nicht zu weit zurück. In etwa vergleichbar mit "South of Heaven". Texte über den Untergang der Welt, Menschen die einander abschlachten, dauerhaften Kriegszustand, die Rolle der USA in der Welt und natürlich Serienkiller. Diesmal ist anstelle von Ed Gein, die Rede von Andrei Tschikatilo in "Psychopathy Red". Jeff Hanneman hat hier wesentlich mehr Songs als auf "Christ Illusion" mitgeschrieben - dieses war nämlich das beinahe alleinige Werk von Kerry King. Es ist übrigens das letzte Album mit Hanneman vor seinem Tod. Danach wurde er durch Gary Holt ersetzt. Ansonsten ist auch alles beim alten. Verdammt, ich wiederhole mich sogar in diesem Review. 

Ich muss sagen, dass das Album mich stellenweise wirklich langweilt, wobei es auch tatsächliche Banger gibt. Allein der Opener. Oder den Song über äh Snuff-Filme namens "Snuff". Ich find's witzig wie Tom Araya "AACTIOOOOOOOOOOOOOOOOOOOON!" ruft. Es ist ganz viel 0-0-0-0-0-0-0, ganz viel wuoooooauuoaoooouooowwuwoooooooh und Schlagwörter wie "DISARAAAAAAY" und "ANARCHYYYYYYYYYYYYY". Es ist glaube ich ganz gut, dass Slayer aufgehört haben.

4,9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: World Painted Blood, Snuff



Donnerstag, 25. Dezember 2025

So isses, Musik!#204

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung#3:

Cream: "Once Upon A Time" (1980)

"Once Upon A Time" von Cream ist keine internationale Veröffentlichung sondern ein nur für den deutsch(sprachig)en Markt gedachtes Best Of. Die Supergroup, die damals aus Ginger Baker, Jack Bruce und Eric Clapton bestand, brachte zwischen 1966 und 1969 vier Alben - das reicht ja auch um daraus eine Best Of Doppel LP zu basteln. Hierauf ist Material von den besagten vier Alben als auch einige Live-Versionen.


Ich hatte nie auch nur irgendetwas mit dieser Band am Hut, war aber sofort durchaus verzaubert. Mir gefällt dieses bluesig-psychedelische Allerlei, dass offensichtlich nach Kiffen und anderen Arten von Drogenkonsum schreit. Aber egal. Es ist fantastisch, einfach großartig und auch wenn die Best Of für den einen oder anderen Fan so erscheinen mag, als wäre sie unnötig - weil es gibt ja nur vier Alben - so ist sie durchaus ein guter Einstiegspunkt für diejenigen die noch nie irgendwas von Cream gehört haben. Allerdings finde ich sie in digital einfach nirgendwo. Schade.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Sunshine of your Love, Doing That Scrapyard Thing



Dire Straits: Communiqué (1979)

Zweites Album der britischen Dire Straits. Letztes Album mit David Knopfler an der Gitarre und somit auch das letzte im Original-Line-Up. Sänger Mark Knopfler dürfte so einigen schon ein Begriff sein. Dire Straits waren für mich hingegen nie ein Begriff. Ich hatte nie auch nur irgendwas mit der Musik am Hut. Dabei mag ich so einiges an Blues als auch Folk und Country. DS spielen nämlich etwas, was man damals "Roots Rock" genannt hat - also eine Art Verneigung vor den Wurzeln des Genres. 

Leider kann ich damit nicht so richtig was anfangen. Mark Knopflers Stimme wirkt für mich desinteressiert, fast schon ein wenig angetrunken. Die Instrumentals gehen durchaus in Ordnung. Es ist, wie gesagt, eine Art Verneigung vor Folk und Blues. Doch das Gesamtprodukt erscheint mir relativ spannungslos und somit leider ziemlich langweilig. Die Kritik an der Platte war ungefähr die folgende: "Communiqué erscheint wie eine Kopie des Vorgängers "Dire Straits". Das ist leider durchaus gängig gewesen, dass man versucht hat an den Erfolg der ersten Platte anzuknüpfen und etwas ähnliches rauszubringen. Mich interessiert das hier leider so gar nicht. Naja, ab zur nächsten Platte.

3/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Lady Writer



Dire Straits: Love Over Gold (1982)

Viertes Album von Dire Straits. Fünf Songs, wovon der erste ("Telegraph Road" der von einer unheimlich langen US Highway 24 handelt) ist ganze 14 Minuten lang. 

Ich fürchte Dire Straits und ich werden in diesem lange keine Freunde werden. Anders als bei

"Communiqué" versucht man nicht sich selbst zu kopieren, sondern irgendwie neue Wege zu gehen. Es ist irgendwie progressiv, keyboard geladen und irgendwie jazzig. Ich mag sogar das Artwork, irgendwie. Aber mich nervt diese udolindenbergeske Stimme von Mark Knopfler und dieses komische Arrangement. Dire Straits klangen wohl damals schon alles andere als jugendlich, sondern einfach altbacken mit einem äh leicht progressiven Touch. Dabei kann ich so vieles aus der Ära verdammt gut leiden. Ne.

2,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Telegraph Road




The Doors: Weird Scenes Inside The Gold Mine (1972)

Ähnlich wie bei Cream - ebenfalls eine Compilation. Allerdings eine die nicht nur für den deutschsprachigen Markt gedacht war. Es ist die zweite Compilation und die erste nach dem Tod von Jim Morrison.

Selbstverständlich fängt sie an mit "Break On Through" und endet mit "The End" auf der ersten Platte. Die zweite fängt an mit "Take It As It Comes" und endet mit "When The Music's Over". Was soll ich sagen? Ich habe vermutet, dass es sich um eine Art Cash Grab vom Plattenlabel handelt - also dieses

Album würde die gleichen Songs wie bei "13" (der ersten Compilation) beinhalten. Tatsächlich sind hier größtenteils Fan Favorites zu hören und Songs die nicht so im Rampenlicht standen. Ich bin großer Fan von Danzig und durchaus jemand der Elvis Presleys Gesang schätzt. Meines Erachten klingt Glenn Danzig nach einer Mischung aus Jim Morrison und Elvis Presley. Wahrscheinlich deswegen gefällt mir Morrisons Stimme. Der Rest geht runter wie Öl. Insbesondere gefallen mir die Keyboard Sounds won Ray Manzarek. Es ist faszinierend, wie einfach das hier ist, trotz des Legendenstatus.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Break On Through, The End, L.A. Woman




REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE: 

41./42. Rock Against Bush Vol. 1 & 2

Es war mal im Dezember 2003. Ich habe mir die VISIONS#129 gekauft mit der Titelstory "Punk sei dank!". Darin ging es um die Politisierung des modernen Punkrocks. Eine der Hauptfiguren in der Story war Fat Mike - der Sänger von NOFX. Es ging unter anderem um seine Plattform Punkvoter, die dazu genutzt werden konnte, um sich als Wähler zu registrieren. Gemeinsam wollte man George W. Bush aus dem Amt wählen. Man war nicht explizit pro John Kerry (den damaligen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten) sondern wollte einfach nur Bush nicht mehr als Präsidenten. Dazu gab es auch zwei Sampler namens "Rock Against Bush". Darauf waren etliche Bands von Fat Wreck Chords, Hellcat Records und anderen kleinen Labels wie Epitaph. Selbstsverständlich NOFX, No Use For A Name, Less Than Jake, Dropkick Murphys, Social Distortion, Bad Religion. Aber auch eher kleinere Bands wie The Soviettes, Sugarcult, The Frisk. Tatsächlich aber auch solche Größen wie No Doubt, Foo Fighters und sogar Donots. Sehr vielfältige Sampler - deren Songs teils nicht unbedingt politische Texte beinhalten. Meine Favoriten hierauf sind "Gas Chamber" (Cover von Angry Samoans) von Foo Fighters und "Normal Days" von Denali. Liebe ich heute immer noch und kann's nur weiter empfehlen.

43. Rockabilly Psychosis and the Garage Disease

Hach, wieder mal ein Psychobilly Sampler. Naja, nicht so ganz. Tatsächlich verbindet dieser die Wurzeln des Psychobilly (die in Rockabilly und Garage Rock liegen) mit damals frischen Psychobilly-Bands. So kriegen wir "Surfin' Bird" von den Trashmen als auch "Psycho" von The Sonics zu hören - auf der anderen Seite "Radioactive Kid" von The Meteors, "Just Love Me" von Guana Batz und "Jack On Fire" von The Gun Club. Letztere sind definitiv keine Psychobilly Band gewesen, haben aber mit ihren psychedelischen Sound das Genre beeinflusst. Coole Scheiße.

44. Russian Punk Cannonade Vol. 6

Sehr merkwürdiger und ehrlich gesagt gar nicht mal so guter Sampler. Darauf zu hören sind einen Haufen Bands aus Russland aus verschiedenen Sparten des Punkrock. Die meisten sind darauf aus US-Hardcore oder Streetpunk zu kopieren. Bands wie Terpinkod, Mutagen oder FPG sind mittlerweile nicht unbekannt. FPG sind soweit ich weiß inzwischen Z-Patrioten. Red Army haben hier einen Song namens "Red Army - Fuck Off", der kein Selbstdiss sein kann und auch keine Absage an die Rote Armee. Denke mal, man hat versucht zu sagen "Wir sind Red Army - Fuck off!" und es ist gar nicht gelungen. Mit dabeie sind Gastbeiträge von Bands aus Deutschland und den Niederlanden: Die Strohsäcke und Antidote. Grauenhafter Sound (größtenteils) und grauenhafte Songs (größtenteils). Am dämlichsten fand ich den Song "Hakamada" von Tanzilit. Darin wird die Politikerin Irina Hakamada als Fotze/Hure/Nutte beleidigt. Meine Fresse, was für ein unnötiger edgy Scheiß. Bah.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kid Rock Discography: Sweet Southern Sugar (2017)

Holy moly. Insgesamt schon elftes Studioalbum von Robert James Ritchie aka Kid Rock. Ich wusste zunächst nicht, was ich davon halten soll. Es kann gut sein, dass ich beim ersten Hören etwas schlechte Laune hatte, beim zweiten Hören gings mir wahrscheinlich besser. Demzufolge war ich beim ersten Mal ordentlich genervt und fand das Album scheiße, beim zweiten konnte ich so einige Perlen erkennen.

Eine Perle, aber nicht im guten Sinne ist das Schlußlicht des Albums, "Grandpa's Jam". Darin heißt es: 


"Team supreme, so fresh so clean
So pro you know, I'm like Mean Joe Greene
Pass the peas, hold the cheese
You could roll with Rock or you could swing on these
These, these, these nuts
Rocking all you bitches with the old school cuts
So please, please, please shut up
I got a lot of love but I'm all out of fucks"

Heiliger Fick. Junge, warum? Egal. Jedenfalls gibt es hier auch tatsächlich einige gut gemeinte und gut ins Ohr gehende Songs. Alleine der Opener "Greatest Show on Earth", in welchem es darum geht dass KR und seine Backing Band Twisted Brown Trucker die beste Show überhaupt bieten. Erinnert mich etwas an Grand Funk Railroad oder an die Classic Rock Momente von Rob Zombie. "Po-Dunk" ist ein Tribut an Hillbilly/Redneck-Landleben. Sprich schwangere Frau mit bereits existierenden Kind am Arm, die in der Küche steht und Essen kocht, während ihr Vater mit einem Gewehr nach dem Übeltäter sucht, der seine Tochter geschwängert hat. Durchaus unterhaltsam. Größtenteils schlägt das Album versöhnlichere Töne an. Es geht um durch die Gegend fahren, die wahre Liebe finden und im Endeffekt besoffen und von Drogen gezeichnet auf dem Badezimmerteppich schlafen ("Tennessee Mountain Top"), einsam sein und jemanden vermissen ("I Wonder"), good old flavoured american rock'n'roll ("American Rock'N'Roll"), "Mein Sohn, ich erzähle dir jetzt was von meinem Leben und dass du ein besseres haben sollst als ich" ("Back to the Otherside"), "Sorgen im Alkohol ertränken" ("Raining
Whiskey", "Oh shit, lass mal das Intro von "Don't Stop Believin'" von Journey kopieren" ("Stand the Pain"), "Ooooh ich liebe dich so sehr oooohooo" ("Sugar Pie Honey Bunch") und natürlich "Fickt euch alle, ich bin Kid Rock, ich bin alt aber ich kann immer noch rappen" ("Grandpa's Jam"). Der Großteil des Albums ist wirklich sehr sehr sehr schmalzig. Falls ihr zufällig in den USA wohnt, ein einsamer Trucker seid, der viel auf den Bundesstraßen unterwegs ist, so ist das tatsächlich Musik für euch. Eine Mischung aus Southern Rock, Country und kleines Bisschen Hip-Hop. Ansonsten ist das nichts für euch. Die etwas mehr stampfenden, rockigeren Nummern sind tatsächlich gute Ohrwürmer und schaffen es, dass ich mit dem Kopf nicke und etwas mit dem Fuß stampfen will. Der Rest ist eher nicht so. Insgesamt weiß ich gar nicht was ich von diesem Album halten soll. Ich glaube, dass das letzte Bisschen Normalität ist, die KR noch ausgestrahlt hat, bevor er komplett zum Trump-Fan und Anti-Covid-Maßnahmen-Spinner mutiert ist. Aber darüber wird es erst im nächsten Jahr gehen, wenn ich sein bis jetzt letztes Album reviewen werde. Ich verabschiede mich von KR an dieser Stelle mit saftigen, braunen

3,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: I wonder, Tennessee Mountain Top, Po-Dunk, Greatest Show On Earth



Linkin Park Discography: Minutes To Midnight (2007)

Offiziell betrachtet "erst" das dritte Album, wenn man aber "Re-Animation" als eigenständiges Album versteht, dann ist es "schon" das vierte. "Minutes To Midnight" wurde von Co-Sänger/MC Mike Shinoda und Produzenten-Legende Rick Rubin produziert. Es ist ein Hit and Miss, meines Erachtens und stellenweise durchaus anstrengend, andererseits aber hat es wirklich gute Momente. Übrigens auch das erste Album von LP auf welchem das "Parental Advisory - Explicit Content"-Label prangt.


"Minutes To Mignight" bietet eine vollkommene Abkehr von Nu Metal. Was wir stattdessen zu hören bekommen sind größtenteils sehr melodische und auch melancholische bzw. emo-eske Titel wie "Leave Out All The Rest" oder "Valentine's Day". Aber auch durchaus punkrockige Songs wie "Given Up" oder "Bleed It Out", in welchem Shinoda wieder wirklich gute Rap-Parts darbietet. "What I've Done" habe ich schon ungefähr tausend Mal gehört. Es ist auf dem Soundtrack zu diesem einen Transformers-Film und außerdem in den Videos von diesem YouTuber, Liam Carpenter. Holy fuck, ich kann das nicht mehr hören. Hingegen mag ich "No More Sorrow" sehr, weil es diesen Nicht-Nu-Metal Sound hervorbringt, zu dem LP durchaus fähig sind. Sie klingen dabei quasi wie eine schlichte moderne Metal-Band ohne Turntable-Scratches oder Sprechgesang. Großartiger simpler Breakdown. Ansonsten störe ich mich an diesen ganzen melancholischen und ja, durchaus weinerlich klingenden Songs. Es ist nicht so, dass ich grundsätzlich was dagegen habe. Mich nervt es nur, dass das Album so aufgebaut wirkt als würde ein schnellerer, heavy Song einen melancholischen jagen bzw. umgekehrt. Ich kann hier, im Gegensatz zu "Hybrid Theory" oder "Meteora" nicht behaupten, dass ich drei-vier Songs hintereinander am Stück hören kann. Leider. LP sind damit nun komplett im Mainstream Rock angekommen und das bedeutet für meine Ohren nicht unbedingt was gutes.

6/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Given Up, No More Sorrow, Bleed It Out




Opeth Discography: Blackwater Park (2001)

Fünftes Album von Opeth, oftmals beschrieben als ihr "Meisterwerk" oder "sehr wichtiges Album". Besonderen Einfluss darauf hatte Gitarrist und Sänger von der Progressive Metal Band Porcupine Tree, Steven Wilson. Dieser hatte sich mit Sänger Mikel Akerfeldt angefreundet und gemeinsam mit der Band hat er das Ding auch produziert. 

Ich muss sagen, dass es mir bei Opeth irgendwo unheimlich schwer fällt, die Musik großartig zu umschreiben. Will nicht sagen, dass sie immer das Gleiche machen, jedoch gibt es da ein bestimmtes Muster. Dieses funktioniert jedoch sehr gut. Melodischer Death Metal mit gutturalen als auch cleanen Gesang, gewürzt mit jede Menge progressiven Einschüben. Sprich komplizierteren Riffs oder

Drumming als auch Akkustikgitarre-Einfällen. Thematisch geht es, um die Sünden der Menschheit, den Ekel vor der Menschheit als auch den Untergang dieser. Der Titel hat aber gar nichts damit zu tun. Man hat das Album nach einer deutschen Prog Rock Band benannt. Überhaupt war es das erste Album von Opeth, dass als erstes einen Titel hatte bevor überhaupt Songs fertig waren.

Es ist ein wirklich schönes Album. "Brutale" Sounds wechseln sich ab mit "schönen" Melodien. Faszinierend, vor allem weil es so positiv klingt und doch von so schlechten Dingen handelt. Zumindest teilweise. Meine Favoriten sind der Headbanger "The Lepper Afinity", das melancholisch-schöne "Harvest" als auch der Titeltrack. Ich habe dazu nicht mehr wirklich viel zu sagen, wahrscheinlich weil die Musik für sich selbst spricht. 

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Lepper Afinity, Harvest, Blackwater Park



Slayer Discography: Christ Illusion (2006)

Je nach Zählweise (ob man "Undisputed Attitude" als Album und nicht als Compilation zählt) das neunte oder zehnte Album von Slayer. Nachfolger vom großartigen "God Hates Us All", erschienen im Jahr 2006. Erinnere mich noch gut daran, dass alle darauf hyped waren, weil man irgendwie erwartet hat, Slayer würden ihr neuestes Werk am 06.06.06. veröffentlichen. Tatsächlich ist an dem Tag aber "nur" die Single "Cult" rausgekommen. 


Und genau diese Single hatte es textlich in sich. Darin wird Religion mit Begriffen wie "Hate", "Fear", "Rape" und "Obscene". Ich fand es amüsant als Tom Araya, der ein gläubiger Katholik ist, erzählt wie es ist solche Lyrics zu singen. Sinngemäß zitiert hieß es: "Wenn man mir sagt, 'Im Text heißt es "Jesus is gore"', dann singe ich das halt". Faszinierend. In "Cult", "Skeleton Christ" als auch "Jihad" geht es um Religion als ideologischen Motor von Sekten und Fundamentalisten. So ist "Jihad" aus der Perspektive der Terroristen vom 11. September geschrieben. "Skeleton Christ" hingegen zeichnet das Bild der US-Amerikanischen Kirche als die "größte Sekte überhaupt, die darauf aus ist Menschen mental zu versklaven". "Eyes of the Insane" handelt von fürchterlichen PTSD-Erlebnissen von Soldaten die vom Krieg nach Hause gekommen sind. Insgesamt also, wieder einmal, eine Auswahl an realistischen Themen, die wenig mit Teufelsanbetung oder ähnlichen zu tun hat. "Jihad" beinhaltet übrigens auch die letzten Worte von Mohammed Atta, einen der Terroristen die das erste Flugzeug ins WTC gesteuert haben. Musikalisch auch eine Rückkehr zu den Wurzeln - d.h. Zeiten von "Reign In Blood" und "South of Heaven". Wir haben es hier wieder mit einer 100%igen Thrash-Metal-Band zu tun. Es ist ein wirklich verdammt gutes, kurzes Album. All killer, no filler. Ohne Scheiß. Also, beinahe. Hehe. 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Jihad, Cult, Skeleton Christ


Donnerstag, 11. Dezember 2025

So isses, Musik!#203

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung#2:

Art Blakey & The Jazz Messengers: The Freedom Rider (1964)

Wow. Dass das hier so alt ist, hätte ich nie gedacht. Schließlich ist auf der Platte kein Releasejahr zu sehen. Tatsächlich aber wurde das Album 1960 aufgenommen und 1964 veröffentlicht. Drummer Art Blakey bietet dem Hörer gemeinsam mit Lee Morgan (Trompete), Wayne Shorter (Saxophon), Bobby Timmons (Klavier) und Jimmie Merryt (Kontrabass) ein historisches Werk. Der Titel ist nämlich nicht

einfach so gewählt. Damit bezeiht man sich auf die "Freedom Riders", schwarze Aktivisten die gegen die Rassentrennung in den Südstaaten gekämpft haben, nachdem sie eigentlich für illegal erklärt wurde. Sie setzten sich absichtlich in Reisebusse um die "Entscheidung zu testen" - was dazu geführt hat, dass sie von rassistischen Mobs angegriffen wurden. 

Der Titeltrack an sich ist ein sehr langes Drumsolo von Art Blakey. Dabei sind die anderen Songs doch relativ leicht verdaulicher und doch psychedelisch wirkender Jazz. Ich kann mich dazu sowohl gut bewegen, als auch entspannen. Was für eine Goldgrube.

Anspieltipps: Tell It Like It Is, The Freedom Rider
8/10 Pfandflaschen



Jeff Beck: Wired (1976)

Drittes Solo Album von Jeff Beck, ehemaligen Gitarristen von Yardbirds und Leader der Jeff Beck Group. Wenn ich mir den ersten Song "Led Boots" reinziehe, merke ich dass es für mich nichts neues ist. Schließlich habe ich mir ja die gesamte Primus Discography schon mal reingezogen. Dieser ist nämlich so basslastig, wie eigentlich alles worin Les Claypool involviert war. "Wired" kommt mit insgesamt acht Songs, allesamt Eigenkompositionen außer "Goodbye Pork Pie Hat", dass ein Cover des Jazz-Komponisten Charles Mingus ist. Und genau da sind wir auch bei den restlichen Songs. Es ist Jazz Fusion Rock. Oder so. Jedenfalls bleibt es die ganze Zeit über ziemlich funky und kommt komplett

ohne Gesang aus. Auf jedem Song ist ein etwas anderes Lineup zu hören. So spielt mal Narada Michael Walden Drums, mal ist es Richard Bailey, mal Jeff Beck selber, mal Ed Green. Jan Hammer spielt Keyboard oder manchmal auch Schlagzeug. Man hat ein allgemeines Jazz/Fusion/Funk Schema, schafft es allerdings trotzdem die Songs nicht wie eine Jam-Session klingen zu lassen sondern wie ein von einem losen Kollektiv geschaffenes Werk. Kein Song klingt wie der andere. Was für mich schon eine Meisterleistung ist, da mir Gesang generell ziemlich wichtig ist und ausschlaggebend dafür, wie ein Song klingt - sodass ich diesen von anderen unterscheiden kann. Ich finde es wirklich interessant, wie man das ohne Gesang schafft und bloß mit Instrumenten, etwas kreieren kann dass nicht wie eine bloße Kulisse klingt. Geil.

Anspieltipps: Good Bye Pork Pie Hat, Head For Backstage Pass, Led Boots,
8/10 Pfandflaschen



REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

34. Psycho Attack Over Europe

Ein ganz simples Prinzip. Man versammele allerlei Psychobilly Bands aus ganz Europa. Wobei es eigentlich Quatsch ist, weil die Szene zu dem Zeitpunkt noch am wachsen war und hier definitiv nicht alle möglichen europäischen Länder vertreten sind. De facto sind hier ein und die gleichen Bands immer wieder zu hören: P.O.X. und Batmobile nämlich. Daneben aber noch sowas wie Sunny Domestozs (die ich wärmsten herzens empfehlen kann) oder Frenzy. Im Grunde ein stinknormaler Psychobilly-Sampler aus den frühern 1990ern.

35. Psychobilly Sampler

Ich habe keine ahnung, wieso das Ding so heißt es wie es heißt und wie zur Hölle ich darauf komme. Natürlich vollbepackt mit den üblichen Verdächtigen des Genres wie Nekromantix, Mad Sin, Klingonz und selbstverständlich The Meteors aber auch Os Catalepticos oder The Caravans. Ich frage mich allerdings, in welchem Zusammenhang dieser Sampler erstellt wurde und wieso er so einen generischen Namen trägt. Lel.

36./37. Psychomania Vol. II (2007) & Vol. III (1995)

Seufz. Wieder mal Psychobilly-Sampler. Wobei nein, das sind ganz andere Sachen. "Psychomania Vol. II" ist entweder eine CD-Begleitung zum gleichnamigen Festival bzw. zu einem Zine (?). Darauf sind wieder mal allerlei Vertreter des Genres (hihi) vertreten, aber auch Brian Setzer und neuere Bands wie Chibuku, Paddle Cell, Up To Vegas, Thee Exit Wounds usw. Quasi ein Rundumschlag um die aktuelle Szene und um die Klassiker. Dieser ist 2007 erschien, wohingegen "Psychomania Vol. III" ein Sampler aus dem Jahre 1995 ist und nichts mit dem ersten zu tun. Hier gehts wieder back to the Roots: King Kurt, The Meteors, Demented Are Go, Guana Batz usw. usf. Wirklich ein großartiges Vergnügen beim Kochen.

38. Punk Christmas

Wer auch immer das hier veranstaltet hat, der hatte entweder ganz viel Humor oder ganz wenig. I don't know. Deutschsprachiger Punk-Sampler, der sich rund um Weihnachten dreht. Mit dabei selbverständlich Die Toten Hosen mit "Knecht Ruprechts letzte Fahrt", "Dicke Eier Weihnachtsfeier" von Eisenpimmel und "Der Nikolaus ist Stasi, Knecht Ruprecht die SS" von HASS. Nicht zu vergessen das großartige "Fröhliche Weihnacht überall" von den großartigen Müllstation. Ganz vergessen kann man "Mit leichten Hinken sodomiert der Weihnachtsmann" von Hans am Felsen oder "Kein Fest der Liebe" von N.O.E. Grausam.

39. Punk Goes Crunk

Folgendes Szenario: Keine "Punk" Bands sondern eher Emo/Mallcore/Screamo/Whatever-Bands, die Hip-Hop Songs covern - unter anderem auch aus dem Genre Crunk. Forever The Sickest Kids covern "Men In Black" von Will Smith und ich kriege physische Schmerzen. Ich habe ganz schnell, ganz viel von hier vergessen und das ist gut so.

40. Punk Rock BRD Vol. I

Ganze drei CDs in einer größeren Box, die die Geschichte deutschsprachigen Punkrocks begutachten. Hier gehts tatsächlich durch alle Jahrzehnte (bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung natürlich) und durch alle interessanten Subgenres. Also, fast. Auf der ersten CD haben wir Toxoplasma, Sluts, OHL als auch Bärchen und die Milchbubis. Die zweite beinhaltet Blut + Eisen, VKJ, Jingo De Lunch, Boskops, ZSD. Und zu guter letzt auf der dritten: Terrorgruppe, ...But Alive, Knochenfabrik, Hammerhead, Recharge, Wizo und Rawside. Es ist auch ein Song von Schleim Keim hier drauf ("Bundesrepublik"), die ja nach der Wende auch eine BRD-Band wurden, zwangsläufig. Meines Erachtens ist das hier DER Punk-Sampler der einen etwas mehr als groben Überblick über die (West)Deutsche Punk-Landschaft bietet. Aber es geht natürlich auch besser.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kid Rock Discography:
First Kiss (2015)

ZEHNTES Album von Kid Rock, rausgekommen vor über ZEHN Jahren. Holy shit.

Und holy shit, ich muss glaube ich noch mal "Holy shit" sagen. Ähm. Wo soll ich anfangen? Das vorherige Album war insgesamt betrachtet sehr innovativ. Die Mischung aus Country, Blues, Heartland Rock und Gospel beeindruckte mich und ich betrachtete sie nicht wirklich als Mainstream - auch wenn das Werk an sich durchaus versöhnlich klang. "First Kiss" geht noch eine Spur weiter Richtung "Please the white people"-Mainstream. Es ist ein "Sweet Spot" für Kid Rock. Er fand seine Spur, in welcher er sich mehr als nur wohl fühlt. Und warum das Erfolgsrezept ändern? Diesmal geht es noch mehr

Richtung Country - allerdings viel eher der Art von Garth Brooks als Hank Williams. Der erste Song, "First Kiss" klingt zu Beginn wie "Summer of '69" von Brian Adams. In den restlichen Songs, wie zum Beispiel "Good Times, Cheap Wine" geht es darum dass KR kein Coldplay hört, kein Coachella besucht und "I ain't never gonna this and never gonna that". Überhaupt zeigt er immer wieder, so wie früher, dass er nicht so ist wie die anderen und möchte einfach nur seinen Spaß haben. Dabei zeigt er auch seine romantische Seite. Im bereits erwähnten Titelsong geht es um seine erste Liebe - so ähnlich wie in "All Summer Long" (oder vielleicht doch nicht, wer weiß?). "Drinking Beer With Dad" handelt davon, wie er, als er jung war, kaum abwarten konnte bis er 21 war um ein Bier mit seinem Vater zu trinken - demselben Vater zu welchen er eine eher anstrengende Beziehung hatte. Beides schließt sich tatsächlich nicht aus, klingt aber komisch. 

Ich finde diese Mischung aus Drum Machine Beats, seichten Pop Country Gesang und Songs a lá "Oooh ich werde dein Johnny Cash sein, ich höre kein Coldplay, trage keine Skinny Jeans, oh yeah ich liebe Country, ICH FAND JESUS". Einfach grausam. "Jesus and Bocephus" ist eine Ode an Jesus und Hank Williams II. Es ist das schlimmste was ich seit langem gehört habe :D Wobei es hier 1-2 Songs gibt, die tatsächlich Ohrwürmer erzeugen. Eben dieses "Johnny Cash" zum Beispiel. Ansonsten ist das ne absolut vorhersehbare und langweilige Schnarchnummer. Grausam.

3/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Johnny Cash, Good Times Cheap Wine, Ain't Enough Whiskey



Linkin Park Discography: Meteora (2003)

Ich erinnere mich ziemlich genau, wie hyped ich auf dieses Album gewesen bin und wie froh ich darüber war, dass ich es damals endlich äh geschenkt bekommen habe. "Somewhere I Belong" lief immer wieder auf MTV und mein 12-jähriges Ich war wie aus dem Häuschen als es endlich, endlich was neues gab. Heutzutage bin ich zwar nicht so hyped wie damals, aber auch nicht enttäuscht. Ich muss allerdings feststellen, dass dieses Album etwas anders als "Hybrid Theory" ist. Sprich: Melodischer, hip-hop lastiger und wesentlich kürzer. Es sind nämlich nur 36 Minuten Spielzeit, also einmal zu Fuß zur Arbeit und einmal zurück nach Hause.

LP waren eine durchaus komische Nu Metal Band. Nicht mal halb so "obnoxious" oder obszön. Stattdessen sehr emotional und ihre Songtexte beinhalteten niemals Schimpfwörter. "Meteora" ist benannt nach den gleichnamigen Klöstern in Thessalien, Griechenland. Das Album behandelt Themen wie Depression, Mißtrauen, Wut und Abhängigkeit bzw. Loslösen von Abhängigkeit. Linkin Park fokussieren sich dabei nicht auf bestimmte Situationen sondern auf empfundene Emotionen hinter den Situationen. Es geht häufig dabei ums ignoriert werden, nicht ernst genommen werden, tief fallen und wieder aufstehen, auf dem Höhepunkt sein und wieder fallen. Kurzum: All das, worüber sich scheinbar das Zielpublikum unterhalten und beschäftigen würde. Die Grundbotschaft ist: Hör mir zu, gib mir raum oder lass mich in Ruhe, ich brauche einen Ort wo ich hingehöre. Aus heutiger Sicht vielleicht irgendwie banal und desöfteren durchgekaut. Aus damaliger Sicht vielleicht auch nicht unbedingt neu, weil es ähnliche Bands gab, aber durchaus kraftvoll. Musikalisch bewegen sich LP ein Stückchen weg von Nu Metal und experimentieren mehr mit elektronischen Elementen. Bestes Beispiel dafür ist "Breaking The Habit", was trotz der Thematik (Abhängigkeit, Selbstwertgefühl) durchaus in Clubs hätte laufen können. Außerdem gibt es hier keine verzerrten Gitarrenriffs und keine Rapeinlagen von Mike Shinoda. Auf "Nobody's Listening" hingegen kriegt man eine volle Ladung davon zu hören. Ein reiner Rapsong mit einem emotionalen Refrain von Chester Bennington. Im Grunde genommen ein Vorgeschmack auf Shinodas späteres Projekt "Fort Minor". 


Meines Erachtens weiterhin ein echt gutes Album. Ich mag die Art und Weise wie LP schwerwiegende Thematiken in schmackhafte Drei-Minuten-Songs verpacken. Doch genau das ist irgendwie auch die Schwäche des Albums. Beziehungsweise könnte die Schwäche der Band werden. Den depressiven, schweren allgemeinen Zustand einer Person in eine Art rockigen Popsong umzuwandeln ist vielleicht kein Dauerzustand. Mit 36 Minuten für die einen vielleicht zu kurz, für die anderen genau richtig. Ich mag das immer noch, ja. Allerdings prophezeie ich nichts gutes, wenn sie genau so weiter machen würden. Nach "Meteora" wars für mich nämlich damals vorbei und LP verschwanden von meinem Radar. Ich habe also keine Ahnung, was mich danach erwartet.

7,95/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Session, Numb, Somewhere I Belong, Faint, Breaking The Habit



Opeth Discography:  Still Life (1999)

Viertes Album und damit ein weiteres Konzept-Album von Opeth. Diesmal geht es um einen christlichen Typen, der angefangen hat, seinen Glauben zu hinterfragen. Infolgedessen wurde er aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen. Er kehrte allerdings 15 Jahre später zurück um seine Geliebte Melinda zu finden. Diese gesteht ihm zwar ihre Liebe, sagt aber dass sie einen Eid geschworen hat. Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass Melinda entweder Nonne ist oder anderweitig zum Glauben gefunden hat. Im Laufe der Geschichte wird sie umgebracht und der Titelheld richtet ein Massaker im Dorf an. Am Ende muss er für seine Taten büßen und wird gehängt.


Nun, ich muss sagen dass es relativ schwierig ist, diese Discography überhaupt fortzuführen. Nicht, dass ich kein Spaß an der Musik hätte. Ich genieße sie tatsächlich. Allerdings bewegen sich Opeth in qualitativ sehr guten musikalischen Bahnen, allerdings irgendwie doch in gleichen Mustern. Klassische Death Metal Elemente, geshredderte Riffs und Growling treffen auf progressive und verwinkelte Gitarrenspielereien, Akustikparts und cleanen Gesang. Es ist großartig. Ich mag wie lang die Songs sind, wie sich die eigentlich widersprechenden Parts (also "progressive" und "death") wunderbar ergänzen. Jedoch fällt es mir schwer, da irgendwas konstruktives beizutragen außer "ja voll geil gefällt mir wie die das machen und so". Es ist nicht so wie bei so einigen (Classic) Rock Bands, so nach dem Motto "Kennste ein Album, kennste alle". Allerdings merkt man, dass Opeth ihre Nische (vorerst) gefunden haben und dieses Konzept immer wieder umsetzen. Und das funktioniert.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Face of Melinda, Godhead's Lament, Benighted



Slayer Discography: God Hates Us All (2001)

Wenn man "Undisputed Attitude" nicht mitzählt, ist das hier das achte, wenn man es doch tut, dann das neunte Album von Slayer. Erschienen am 11. September 2001, war es für mich ziemlich lange DAS Album von Slayer, bevor ich "Reign In Blood" entdeckt habe. Ich finde es ist ziemlich gut gealtert.

"God Hates Us All" ist im Grunde genommen kein anti-christliches Statement. Sondern eine durchaus logische Behauptung. Menschen, die lauter Kriege führen, aus niederen Motiven Morden und sich

selbst als auch ihre Umwelt lebensunfähig machen können von einem Wesen, dass sie angeblich erschaffen hat, doch nur verachtet und gehasst werden. "Disciple", das Quasi-Titellied des Album ist zu Beginn des Albums wohl das misanthropischste und direkteteste was diese Band je veröffentlicht hat. Es gibt übrigens auch ein Cover von Aerogramme dazu, was hinterm Original nicht zu verstecken braucht. Achja und wegen "Cover". Das originale Album-Cover ist ziemlich häßlich, weswegen ich das "zensierte" bevorzuge. Die meisten Songtexte schrieb Kerry King, was man sehr gut raushören kann. Sie sind mehr "over the top" und wesentlich aggressiver, stellenweise gespickt mit Schimpfworten was für Slayer zu dem Zeitpunkt noch durchaus unüblich war. Zumindest habe ich das so in Erinnerung. Musikalisch hat man sich vom Nu Metal wieder ein Stückchen entfernt und sich wieder dem ursprünglichen Thrash Metal Sound der angenähert. Der Groove ist aber immer noch gut zu spüren, sodass man das Gefühl nicht los wird, das hier wäre ein "modernes Metal Album". Verdammt gut produziert, sauber eingespielt, ein glänzender brillianter Wutklumpen. 

Anspieltipps: Bloodline, Disciple, War Zone, Here Comes The Pain
8,5/10 Pfandflaschen


Freitag, 28. November 2025

So isses, Musik!#202

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "So isses, Musik!". Diesmal habe ich, weil ich noch nicht genug habe, eine weitere Subrubrik hinzugefügt. Und zwar folgendes:

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung#1:

Mein Drang, alles mögliche zu besprechen/reviewen wird ja nach und nach gestillt. So habe ich auf Instagram (zum zweiten Mal) meine Tapes besprochen und habe nun auch angefangen wöchentlich mehrere 7inches zu hören und zu reviewen - auch wenn ich das auch schon auf dem Blog getan habe. Und eigentlich ist meine gesamte CD-Sammlung, LP-Sammlung, 7inch-Sammlung schon auf Instagram abfotografiert worden. Aber irgendwie hatte ich da Bock drauf. Und eigentlich lüge ich. Denn ich habe die 7inches schon längst durch und bespreche sie nun nach und nach auf Instagram. Mindestens einmal die Woche, meistens am Montag findet ihr einen entsprechenden Post mit 4-5 7inches. Alphabetisch sortiert selbstverständlich. Mit unserem Zusammenzug fand Marlyns Plattensammlung aber auch den Weg zu meinen Platten. Sie stehen nebeneinander und auch wenn sie nicht wirklich ihren Musikgeschmack entsprechen und sozusagen geschenkt wurden, habe ich Bock mir das zu geben. Wir fangen an mit...

AC/DC: If You Want Blood You've Got It (1978)

Es ist das erste Live-Album von AC/DC, welches in den 1990ern und 2000ern neu aufgelegt wurde. Soweit ich das verstehe, ist das hier die Original-Version, die von Warner Music Deutschland für den deutschen Markt gepresst wurde. Also, nicht das Original Original aber immerhin scheinbar eins von 1978. Vielleicht irre ich mich aber auch. Wie auch immer. Ich kannte das Albumcover schon gefühlt hundert Jahre weil es mir früher desöfteren im hiesigen Media Markt in Würzburg begegnet ist. Darauf spießt der mittlerweile verstorbene Sänger Bon Scott den Gitarristen Angus Young mit einer Gitarre auf. Auf dem Backkover ist er "tot" auf dem Boden liegend zu sehen. Faszinierend.


Aufgenommen größtenteils im Apollo Theater in Glasgow (Schottland) bietet das Live-Album genau das wofür AC/DC so bekannt sind. Bluesige, schnelle Nummern mit heiseren, keifenden Gesang von Bon Scott. Wir kriegen Songs von den Alben "High Voltage", "Dirty Deeds Done Dirt Cheap", "T.N.T." "Let There Be Rock" und "Powerage" zu hören. Also solche Klassiker wie "Hell Ain't A Bad Place To Be", "Whole Lotta Rosie" oder "High Voltage", "Rocker" oder "The Jack" (soweit ich weiß, geht es hier um Tripper). Nun, es klingt wie Musik von Leuten, die aus einer ehemaligen Strafkolonie stammen. Rau, bluesig, darauf aus das Publikum aufzuwirbeln. Gar nicht mal schlecht. Ich bin tatsächlich Gegner davon, zu behaupten AC/DC hätten immer nur das Gleiche gemacht. Aber wahrscheinlich haben sie irgendwann oft das gleiche gemacht. Nun ja. Es ist ziemlich geil.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Whole Lotta Rosie, Hell Ain't A Bad Place To Be



Alan Parsons Project: Tales of Mystery and Imagination (1976)

Fun Fact: Mir wurde die CD-Version dieses Albums irgendwann mal geschenkt und jetzt steht sie hier als LP weil Marlyn ähnliche Ehre zuteil wurde. Es ist das Debütalbum des Alan Parsons Projects. Angeführt von Alan Parsons, vervollständigt untere anderen mit Arthur Brown (!) und gewissen anderen Leuten deren Namen mir leider gar nichts sagen.


Es ist ein Konzeptalbum. Eins von vielen die Parsons in seiner Karriere veröffentlicht hat. Hierbei bezieht er sich auf die Werke von Edgar Allan Poe. Man vermischt hier Zitate aus Poes Erzählungen mit Rock und Sinfonmusik. Auf "The Raven" singt der Schauspieler Leonard Whiting während Parsons seine Sitmme durch den Vocoder jagt. Ein unfassbar entspanntes und grooviges Werk, dass stellenweise wie der Soundtrack zu einem spät-70er Mystery Horrorfilm klingt. Jedoch ohne Jumpscares und ähnliches. Einerseits sehr mysteriös und theatralisch - andererseits jedoch ziemlich poppig und catchy. So wie Black Sabbath Songs früher. Ich finde es wirklich ziemlich großartig.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Raven, The System of Doctor Tarr and Professor Fether, The Tell-Tale Heart



REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

28. Nix-Pop Horrorsampler

Nix-Pop hat damals ohne Ende geliefert. Ich weiß nicht, ob der Sampler damals zu Halloween erschienen ist oder nicht. Jedenfalls befinden sich hier Songs von Psychobilly-, Horrorpunk und äh Horror Rock Bands. Also sowas wie "Christfuck" von The Deep Eynde, "We Bite" von Misfits, "The Ghost of Vincent Price" von Wednesday 13 aber auch Psychobilly-Klassiker wie "Bat Attack" von Batmobile, "King Vlad" von The Meteors und "Jack The Ripper" von Thee Flanders. "Horror" ist das Hauptthema. Weil nun ja, nicht jede Psychobilly Band unbedingt Songs mit Horrorbezug hat. Tatsächlich. Ganz nette Mischung, aber nichts weiter.

29. Nix-Pop Psychosampler

Auf dem Psychosampler finden wir im Gegensatz zum Horrorsampler nur Psychobilly. Und nicht nur Songs mit Horrorbezug. Am besten gefällt mir das durchaus punkige "I Wanna Rule The World" von Bad Reputation. Dann noch "Flying Hotdogs" von Godless Wicked Creeps und äh "Live Fast Die Young" von Elvis Hitler. Wobei letztere nur so grob Richtung Psychobilly einzuordnen sind. Anyways: Der Sampler schafft es einen guten Überblick über die veschiedenen Facetten des Genres zu verschaffen. Es ist nichts gravierendes, aber definitiv sehr einsteigerfreundlich.

30. No Nation Mixtape 2008

Diese ganzen Sampler bieten einen Überblick über verschiedene musikalische Phasen meinerseits. So finden sich hier Crust Punk, Horror Punk, Psychobilly Sampler aber auch etwas aus der Zeit als ich regelmäßig(er) auf Antifa-Demos gegangen bin. Die Rede ist natürlich von Agit Prop Musik bzw. in dem Fall um sogenannten "Zeckenrap". Es könnte hierbei nicht schlimmer werden. Das No Nation Mixtape fängt direkt mit dem schlimmsten aller deutschsprachigen linken Rapper überhaupt an: Nämlich Holger Burner mit seinem Song "Aufwachen". Darin samplet er Tyler Durden von Fight Club und reimt Coca Cola auf Motorola, zählt scheinbar wahllos irgendwelche Marken auf und erzählt uns dass wir uns "gegen die da oben" wehren sollen. Es ist so unfassbar grauenhaft. Klingt super erzwungen, peinlich möchte gern rebellisch und einfach grausam. Weitere "Highlights" sind "Krieg" und "Block G8" von Kurzer Prozess, einem linken Rap-Duo aus Nürnberg. Frage mich was aus ihnen geworden ist. Ein Freund nannte sie damals "Verkürzter Prozess" weil ihre Lyrics so vereinfacht "kapitalismuskritisch" waren. Allerdings ist hier auch Refpolk von den Schlagzeilen der schonungslos über Polizeirepression berichtet, ohne alles irgendwie theatralisch bzw. erlebnisorientiert darzustellen. Dafür hat er meinen vollsten Respekt.

31. Nu Metal Playlists: 1,2,3

Ich habe vor ein paar Jahren eine echt coole Nu Metal Playlist auf YouTube entdeckt. Als Titelbild fungierte diese Sergeant Pepper Hommage mit lauter Nu Metal Persönlichkeiten. Jedenfalls hat irgendjemand diese Playlist und zwei weitere als Dateien hochgeladen. Ich habe sie und habe festgestellt, dass es sich um jeweils zweistündige Tracks handelt. Einiges habe ich erkannt, einiges nicht. Mit den üblichen Verdächtigen: Korn, Limp Bizkit, Linkin Park, Slipknot usw. Aber auch solche Bands die desöfteren untergehen wenn es darum geht Nu Metal Artists aufzuzählen: Coal Champer, Mushroomhead, Ill Nino. Naja, das dürfte eine dieser Playlists sein. 


Und plötzlich taucht aus dem nichts ein Deutschpunk-Sampler auf. Mit dabei: Razors, Slime, SS Ultrabrutal, Abwärts, The Buttocks, Napalm, Coroners, Big Balls & The Great White Idiot, Channel Rats, Punkenstein, Copslayers und Razzia. Merkwürdige Zusammenstellung von Bands die wohl damals schon etwas etabliert waren und einigen die mir zumindest gar nichts sagen. Mit "Wahlrecht" haben wir ein Song von Screamer (pre-Slime), der "Alle gegen Alle" von Slime ziemlich ähnelt. Insgesamt: Nunja, ganz nett das Ganze. Der Sampler soll übrigens die Hamburger Punk-Bewegung von 1977-1983 beleuchten.

33. Philthy Philth Phor Philthy Pigs

Das hier ist was ganze persönliches. Philipp hat vor Jaaaahren mal eine großartige Playlist auf YouTube erstellt, die er mir dann geschickt hat. Die Emotionalität einiger Songs wie bspw. "Going Inside" von John Frusciante, "DVP" von PUP oder "Diamonds and Rust" von Judas Priest hat mir in sehr schweren Zeiten sowas wie Mut gegeben. Das auf und ab dieser Playlist gefällt mir insbesondere. Misfits, Judas Priest, Red Hot Chili Peppers, Hüsker Dü, R.E.M....und mittendrin dieser Song von den Produzenten "Der Pole und der Tscheche" zusammen mit dem Rapper Sonne Ra namens "Gute Zeiten". Es ist fantastisch. Höre das immer noch sehr gerne und mittlerweile hat sich eine Routine im Kopf festgesetzt, sodass wenn ich irgendeinen Song daraus im anderen Zusammenhang höre, dann erwarte ich einen ganz bestimmten der danach kommt. Wie auch immer, ich habe mir alles fein säuberlich von YouTube zusammengesaugt (sorry dafür leute) und die Playlist gibt es hier. Allerdings ist nicht mehr vollständig wegen gelöschten Videos. 




Kid Rock Discography: Rebel Soul (2012)

Holy fucking shit. Ich gebe mir das tatsächlich schon seit neun fucking Alben. Ich muss komplett übergeschnappt sein. Naja, wie auch immer.

"Rebel Soul" von 2012 ist, wie schon gesagt, das neunte Album von Kid Rock. Und das erste seit "Rock'N'Roll Jesus" mit seiner Backing Band Twisted Brown Trucker. Sie haben nämlich auf dem Vorgänger "Born Free" beinahe komplett gefehlt. Das Album wird generell als eine Mischung aus Motown Sound, Soul, Blues, Gospel und Southern Rock beschrieben. Tatsächlich spricht dafür die Vielfalt an Instrumenten und Stimmen. So fallen gerade die souligen Songs sehr auf, wegen dem Background-Gesang von Jessica Wagner und Hershel C. Boone.


Das ganze Album wirkt noch mal eine Spur lockerer und etwas weniger schmalspurig als "Born Free". Es wirkt insgesamt mehr "locker aus dem Ärmel geschüttelt". Eine stellenweise wirklich gelungene Mischung aus langsamen Schlagzeug-Spiel, absolut gar nicht überzogenen Gitarrenspiel und...Soul. Kid Rock ist tatsächlich nicht nur ein Country-, sondern auch ein Soul-Sänger. Es ist faszinierend. Und das ohne besonders viele Schimpfworte zu droppen oder irgendwelche Texte über sein Sexualleben in die Welt hinaus zu brüllen. Dabei ist es allerdings nicht langweilig und nicht so "white people stereotypical". Sicher gibt es hier auch absurd klischeehafte Ausfälle, die einfach stinklangweilig sind: "God Save Rock'N'Roll", "Happy New Year", "Celebrate", "The Mirror". Mit "Gucci Galore" gibt es sogar eine Art Rap Song, Public Enemy Sample Inklusive. Ich muss sagen, es macht Spaß zuzuhören, wenn er sagt "My name is Bobby, Bobby Shazam, my name is Bobby, Bobby Shazam". Es ist herrlich.

Fazit: Gar nicht mal schlechtes und abwechslungsreiches Album. Nächstes Mal noch mehr Soul bitte. Danke.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Chickens In The Pen, 3 CATT Boogie, Rebel Soul, Gucci Galore



Linkin Park Discography: Reanimation (2002)

Auch dieses Album habe ich im Laufe eines Review-Marathons (ja, es ist immer noch das gleiche hier) besprochen. Es handelt sich um das erste Remix-Album von Linkin Park. Und da sie bis dahin nur ein Album draußen hatten, logischerweise um ein Remix-Album vom Erstling "Hybrid Theory". Da die Songs aber so derartig verändert wurden, könnte man behaupten, es handle sich hierbei um ein komplett neues Album.

Hierauf sind Remixes zu allen Hybrid-Theory-Songs enthalten als auch zu den dazugehörigen Bonustracks "My December" und "High Voltage". Alle Songs wurden umbenannt, sodass sie jeweils eine Art post-apokalyptisches, roboter-zeitalter, wir leben alle im Internet Titel bekommen haben. Aus "One Step Closer" wurde "1Stp Klsr", aus "Crawling" wurde "Krwlng", aus "Points of Authority" wurde "Pts.OF.Athrty" usw. usf. Zusätzlich enthalten manche Remixes Gastbeiträge von Rappern wie

Pharoahe Monch, Aceyalone, Black Thought oder Chali 2na. Dazu kommen noch Bandfreunde wie Stephen Carpenter (Deftones), Jonathan Davis (KoRn), Aaron Lewis (Staind) und Jay Gordon (Orgy).

Es ist fasziniert, wie die ursprünglichen Songs verändert wurden, sodass etwas vollkommen neues entstanden ist. Die Gastrapper übernehmen stellenweise auch die Songtexte und wandeln sie geringfügig um, sodass gleichzeitig etwas bekanntes und neues zu hören ist. Aaron Lewis singt den Refrain zu "Krwlng" während Jonathan Davis auf "1Stp Klsr" einen vollkommen neuen Vers dazu beiträgt. Stellenweise hat das Album schon "elektronische" Züge, aber größtenteils dominiert hier Hip-Hop. Es ist quasi der Vorbote von LPs Zusammenarbeit mit Jay-Z auf dem Live-Album "Collision Course" nur nicht mal ansatzweise so kommerziell. "Reanimation" ist sehr innovativ und zeigt nicht bloß geringfügige Veränderungen sondern zelebriert die Kunst des Remixes. Es ist ein vollkommen neugeborenes "Hybrid Theory". Faszinierendes Album.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: 1Stp Klsr, Krwlng, Pts.OF.Athrty, X-Ecutionier Style, H! Vltg3



Opeth Discography: My Arms, Your Hearse (1998)

Drittes Album von Opeth. Diesmal das erste Konzeptalbum. Es gibt zwei Versionen. Auf der Variante die ich besitze befinden sich zwei Bonustitel. Und zwar "Remember Tomorrow" als auch das Celtic Frost-Cover "Circly of the Tyrant", das wirklich mehr als gelungen ist. Allerdings sind diese beiden Songs wirklich außerhalb des Konzepts zu betrachten. Speaking of which: Eigentlich hat man den Titel vom Song "Drip Drip" der Psychedelic Rock Band Comus entliehen. In der eigentlichen Geschichte geht es um den Geist eines verstorbenen Mannes der nun für immer und ewig auf der Erde wandeln muss. Diesen Umstand versucht er zu verarbeiten und die ewige Einsamkeit macht ihm zu schaffen.


Im Gegensatz zum vorherigen Album kann ich das mit besten Gewissen "Progressive Death Metal" nennen. Die Riffs passen, die Growls passen und die progressiven, akkustischen und Piano-Passagen passen. Die Songs sind mit bis zu 9 Minuten Länge wirklich sehr lang - man merkt das aber nicht wirklich weil alles wie ein riesiges Konstrukt ineinander über geht. Man kann stellenweise nicht sagen, wann welcher Song anfängt. Das Konzept geht also auf. "My Arms, Your Hearse" funktioniert wie eine längere Geschichte, in welcher man sich vollkommen verlieren kann, ohne drauf zu achten bei welchem Kapitel man grade ist. Es wirkt alles andere als mehrere abgehackte cookie cutter Stücke, sondern wie ein großes Ganzes. Mir gefallen die stellenweise sehr überraschenden Wechsel von gutturalen zu melodischen Gesang. Meisterhaft, wirklich meisterhaft, harmonisch und alles andere als langweilig.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: April Ethereal, Madrigal, When, Demon of the Fall



Slayer Discography: Diabolus In Musica (1998)

Allrighty then. Achtes Album von Slayer und wahrscheinlich insgesamt betrachtet das experimentellste und...unbeliebteste. Nich jedoch bei mir.

"Diabolus In Musica" ist das erste Album wofür auf den Albumcover nicht das klassische Slayer-Logo zu sehen ist. Außerdem ist es entstanden inmitten der Nu Metal Revolution. Ich würde nicht sagen, dass es exakt Nu Metal ist, schöpft allerdings definitiv Inspiration daraus. Doch vorallem aus Groove- und Alternative Metal Sounds. Was wir hier zu hören kriegen sind runtergestimmte Gitarren, größtenteils eher kurze Songs als auch Tom Arayas Stimme die sich anhört als würde sie durch einen alten Telefonhörer sprechen. Sie ist aggressiv wie eh und je, allerdings fehlt das typische Araya'sche
Kreischen. 

Im Grunde genommen ist es eine modernisierte Version von Slayer. Typische makabere und direkte Texte plus down tuned guitars, mid-tempo Songs und bösartige Vocals. Allerdings ist es kein "Gekloppe" bzw. sehr selten. Der einzige Song, der irgendwie nach alten Slayer klingt ist meiner Meinung nach "Perversions of Pain" - der irgenwie nach einem Rip-Off von "Seasons in the Abyss" klingt, zumindest stellenweise. Meines Erachtens hat dieses Album den Hate nicht verdient. Ein modernes Metal-Werk einer älteren Band. Es verfügt über diesen Groove, zu dem man sich auch bewegen kann, ohne zu Headbangen. Fast wie eine Gruppe an Veteranen die es den Jungspunden mal "so richtig zeigt". Wirklich echt gutes Album, was mir fast schon näher geht - weil ich mit Nu Metal/Alternative Rock aufgewachsen bin.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Love To Hate, Bitter Peace, Stain Of Mind