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Donnerstag, 5. Februar 2026

So isses, Musik!#207

REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

52. Violent World - A Tribute to the Misfits

Wie der Titel schon verrät: Ein Tribute an eine der Bands die ich in meiner Jugend unfassbar viel gehört habe. Okay, das verrät der Titel nicht aber es geht um die Misfits. Mit dabei sind unter anderem Snapcase, Earth Crisis, NOFX, Pennywise, Therapy?, Prong und Goldfinger. Am meisten haben mir die Varianten von "Last Caress" (NOFX) und "Earth A.D." (Earth Crisis, was für ein Namenszufall lol) gefallen. Oh und die Bouncing Soul'sche Variante von "Mommy, Can I Go Out And Kill Tonight?" (die soweit ich mich recht entsinne ebenfalls live aufgenommen wurde, wie das Original). Was mir insbesondere gefällt ist, dass die Bands nicht bloß versuchen die Songs 1:1 zu covern sondern durchaus den Songs ihre eigene Note verleihen. Bis auf paar Ausnahmen

53. We don't want your fucking war

Ich finde, dass diese Reise durch die Sampler sich durchaus gelohnt hat, weil ich dadurch einen groben Überblick durch verschiedene musikalische Phasen meinerseits kriege. So haben wir einige Crust Punk Sampler, einiges an Horrorpunk und Psychobilly und natürlich auch Tributesampler und politische Musik. So kommen wir hier wieder an bei einem typischen Anarcho Sampler, der nach einer Zeile aus einem CRASS-Song benannt ist. Und naja, es ist relativ durchschnittlich und somit etwas langweilig. Allerdings sind die Bands doch durchaus unterschiedlich - allerdings alle schon zig mal gehört. Dezerter aus Polen bspw. oder UK Subs bringe ich eher weniger mit CRASS-mäßigen Klängen in Verbindung. Broken Bones (eine Band die von einem ehemaligen Discharge-Gitarristen gegründet wurde) mit ihrem Crossover-Thrash auch eher weniger. Jedenfalls ist das okay, aber nicht besonders aufregend.

54. We're A Happy Family

Ein Tribute-Sampler an die Ramones für die ich mich vor mehr als 20 Jahren besonders interessiert habe. Zumindest eine Weile. Damals habe ich mich sicherlich über den ersten Hörgenuss im hiesigen Media Markt gefreut. Heute irgendwie nicht so. Der Sampler ist nicht voll mit Punkbands sondern eher mit Genregrößen, die allesamt die Ramones als Inspirationsquelle nutzten. So haben wir "Havana Affair" von den Red Hot Chili Peppers, "Blitzkrieg Bop" von Rob Zombie oder "Beat on the brat" von U2. Einiges hier geht durchaus klar. Einiges gar nicht. So ist "53rd & 3rd" von Metallica einfach grausam. Ebenso wie der Song von U2. Garbage mit ihrer Variante von "I Just Wanna Have Something To Do" geht hingegen völlig in Ordnung. Naja, es ist wie es ist.

55. Welcome to Circus Punkabilly Vol. 2

Keine Ahnung, woher ich diesen Sampler habe. Vielleicht hat es mir ein bestimmter jemand per ICQ geschickt. Jedenfalls handelt es sich um mehrere eher punkigere Psychobilly-Songs von Bands wie Cenobites, Thee Exit Wounds, Sewer Rats oder Tight Fitting Pants. Weniger Rock'N'Rollig und weniger auf Texte über Zombies und so fokussiert. Stattdessen durchaus punkig und genießbar und irgendwie auch abwechslungsreich. Weil keine Band wie die andere klingt. Trotzdem zeichnet sich hier ein gewisses Muster. Es soll punkiger und weniger psychobilliesk klingen. Ist in Ordnung. Durchaus.

56. Welcome to your Nightmare

Und wieder mal ein Psychobilly-Sampler, der irgendwie einfach da ist. Mit lauter Bands, die mir nichts sagen. Bis auf Klingonz. Swampy's, Brainblastes, Scum Rats..Naja, wer's mag. Es ist ziemlich langweilig und ziemlich beliebig. Mit 12 Songs auch ziemlich kurz. 

57. Zensur!

Der letzte Sampler in diesem Ordner. Zumindest wenn es nach dem deutschsprachigen Alphabet geht. Eine Compilation von verschiedensten Künstlern. Es geht irgendwie um Zensur. Natürlich darf das obligatorische "Lied über Zensur" von den Ärzten nicht fehlen aber äh irgendwie auch eine Drum&Bass-Version von Slimes "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" oder "Fick mein Gehirn" von Fischmob. Am allerschlimmsten finde ich J.B.O. mit ihrem Cover von Green Days "Basket Case". "Fick das System" von Die Sterne ist großartig, ebenso wie äh das von Fischmob. Irgendwie. Ansonsten ist das ziemlich anstrengend. Herbert Grönemeyer, Ärzte, Dritte Wahl und Slime auf einem Sampler. Wer hat sich das ausgedacht? Nun, es handelt sich um ein Charity-Sampler für den Comic-Verlag "Alpha Comics", das von einem konservativen Politiker beschuldigt wurde für Kinder ungeeignete Comics rauszubringen. So die Info bei Discogs. Jedenfalls, trotz der guten Sache irgendwie nicht so geil.
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Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Jethro Tull: Living In The Past (1972)

Das war mal wieder eine Premiere für mich. Ich hatte nur dieses Logo von dem Typen mit Flöte der auf einem Bein tanzt und ganz viel böses darüber. Irgendwie habe ich das so in meinem Hinterkopf gespeichert, dass keiner diesen Flötensound leiden kann. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu.


"Living In The Past" ist eine Compilation von Jethro Tull aus dem Jahre 1972. Sie beinhaltet alle bis dahin erschienen Singles, einige Songs aus bis dahin erschienenen Alben und zwei Live-Stücke. Wenn die Platte nicht gerade eingestaubt ist und die Nadel den ganzen Staub einsammelt, dann springt das ganze Werk nicht, eiert nicht und klingt einfach nur kristallklar. Heiliger Fick, ist das geil. Warum ich habe ich mir noch nie Jethro Tull angehört? Siehe oben. 

Es ist irgendwie schwer zu umschreiben. Irgendwie progressiv, so wie viele Bands zu dem Zeitpunkt - gleichzeitig aber seltsamerweise bluesig und irgendwie tanzbar. Vielleicht auf einem Bein, wer weiß. 

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Wond'ring again, Singing all day, Witch's promise




John Mayall: Once Upon A Time (1970)

Wer zum fick war John Mayall und warum habe ich bisher noch nie irgendwas von ihm gehört? Geschweige denn von seiner Zusammenarbeit mit den Bluesbreakers. 

Das hier ist (mal wieder) eine Compilation, die bei Polydor rausgekommen ist. Ein Teil einer zehnteiligen Reihe, die verschiedensten Künstlern eigene Compilations gewidmet hat. Zum Beispiel GInger Baker's Airforce, Jack Bruce, James Brown oder eben John Mayall. Die Cream-Compilation stammt ebenfalls aus dieser Reihe.

Ich wusste nicht was mich erwarten würde. Ich dachte vielleicht, es könnte Progressive Rock sein. Dem Plattencover zufolge sieht es ganz schön psychedelisch aus. Was dann tatsächlich auf mich zukam war astreinger Blues(rock). Mit einer höllisch angenehmen Stimme aus Großbritannien, die jedoch durchaus us-amerikanisch klang. Super angenehme Sache, das.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: The Laws Must Change, Thinking of My Woman, Night Flyer


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Linkin Park Discography: The Hunting Party (2014)

Jawoll. Wir sind wieder da angekommen, wo wir vorher waren. Also nicht bei dem Sound von "Living Things" sondern bei Linkin Park der alten Schule. Oder zumindest einen größeren Schritt näher daran.

Obwohl LP bei ihren beiden vorherigen Alben selbst Teil von moderner Rockmusik waren, zeigten sie sich zunehmend enttäuscht. Dies war wohl auch der Grund warum man für dieses Album zurück zum alten Sound wollte. Natürlich ist "The Hunting Party" nicht "Hybrid Theory" oder "Meteora", aber zumindest bietet das Album in gewissen Punkten ähnliche aggressive Energie. Von "elektronischen" geschweige denn Dance-Elementen ist nichts mehr zu hören. 


Stattdessen setzt man auf altbekannte Muster: Man fühlt sich in die Ecke gestellt, bedrängt, ausgelacht und gleichzeitig mit der Faust in der Tasche dabei dem Ganzen alles entgegen zu setzen. Dabei hört man sich stellenweise an wie Sum 41. Einige Riffs sind tatsächlich sehr HC/Punk-lastig, was ich niemals erwartet hätte. Chester Bennington geht gesangsmäßig an seine Grenzen. Eine willkommene Abwechslung zu den letzten zwei Alben. Ebenfalls abwechslungsreich ist die Tatsache, dass es hier das erste Mal offiziell Features gibt. Rakim rappt auf "Guilty all the same", Tom Morello (RATM) und Daron Malakian (SOAD) steuern Soli auf "Drawbar" und "Rebellion" bei und Page Hamilton (Helmet) singt den Refrain auf "All For Nothing". Dabei sind "Guilty all the same" und "War" wohl die punkigsten Songs die LP je gemacht haben. Das habe ich niemals erwartet. Vielleicht hat Chester Benningtons Ausflug zu Stone Temple Pilots diese Entwicklung hier mit beeinflusst.

Wie auch immer: Großartiges, abwechlungsreiches, ganz und gar nicht langweiliges Album einer Band die erkannt hat, dass sie langsam in die Bedeutungslosigkeit abdriftet und bereit ist, sich selbst zu retten.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: War, Guilty all the same, All For Nothing



Opeth Discography: Watershed (2008)

Neuntes Album von Opeth. Aufgenommen in einer anderen Konstellation als bisher. Fredrik Åkesson und Martin Axenrot an Gitarre und Drums anstelle von Peter Lindgren und Martin Lopez. "Coil" eröffnet das Werk - es ist ein ruhiges, softes Duett mit Sängerin Nathalie Lorichs. Mikael Åkerfeldt zeigt sich mal wieder von seiner sanften Seite. Man könnte meinen dass es dann so weiter geht und Opeth den Death Metal und Growling komplett hinter sich gelassen haben. Doch dann setzt "Heir Apparent" ein und wir kriegen das, wofür wir hergekommen sind. Growling gemischt mit technischen, vertrackten Riffs aber auch absoluten Shreddern, gemischt mit ruhigeren progressiven Passagen und natürlich auch Cleangesang. Diesmal gibt es kein Albumkonzept im Sinne von irgendeiner erzählten Geschichte.

Stattdessen geht es um persönliche äh Konzepte. Zumindest in "Coil" geht es um eine Trennung und so scheint es auch in den restlichen Songs um persönliche Verluste zu gehen. Dabei bleibt es nicht nur bei einer Trennung, sondern um das Auseinandergehen zwischen zwei Menschen. Ich meine damit, dass jemand sich zwischenmenschlich von jemanden entfernt, indem er sich komplett verändert. Dabei spielen auch Drogen eine Rolle. Auch der (Frei)Tod ist ein Element, dass hier aufgearbeitet wird. Ich habe beim letzten Album gesagt, dass ich nicht weiß was ich dazu sagen soll. Es ist verdammt gut gewesen und ich war mir nicht sicher ob das nächste Opeth-Album auch "gut" sein wird bzw. ob es "besser" sein kann. Weil selbst wenn man die ganze Zeit verdammt gute Musik macht, heißt es nicht dass es besonders innovativ ist. Tatsächlich finde ich nicht, dass Opeth sich hier irgendwie neu erfinden. Es ist trotzdem eine höllisch gute Mischung aus cleanen und gutturalen Vocals, Blastbeats, seichten Melodien. Progressiver Death Metal eben, wie er im Buche steht. Ich habe gehört, dass das hier allerdings das letzte Album ist, dass in dieser Schublade steckt. Soll heißen, dass beim nächsten alle Death Metal Elemente wegfallen. Mal gucken.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Lotus Eater, Coil, Heir Apparent


Donnerstag, 25. Dezember 2025

So isses, Musik!#204

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung#3:

Cream: "Once Upon A Time" (1980)

"Once Upon A Time" von Cream ist keine internationale Veröffentlichung sondern ein nur für den deutsch(sprachig)en Markt gedachtes Best Of. Die Supergroup, die damals aus Ginger Baker, Jack Bruce und Eric Clapton bestand, brachte zwischen 1966 und 1969 vier Alben - das reicht ja auch um daraus eine Best Of Doppel LP zu basteln. Hierauf ist Material von den besagten vier Alben als auch einige Live-Versionen.


Ich hatte nie auch nur irgendetwas mit dieser Band am Hut, war aber sofort durchaus verzaubert. Mir gefällt dieses bluesig-psychedelische Allerlei, dass offensichtlich nach Kiffen und anderen Arten von Drogenkonsum schreit. Aber egal. Es ist fantastisch, einfach großartig und auch wenn die Best Of für den einen oder anderen Fan so erscheinen mag, als wäre sie unnötig - weil es gibt ja nur vier Alben - so ist sie durchaus ein guter Einstiegspunkt für diejenigen die noch nie irgendwas von Cream gehört haben. Allerdings finde ich sie in digital einfach nirgendwo. Schade.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Sunshine of your Love, Doing That Scrapyard Thing



Dire Straits: Communiqué (1979)

Zweites Album der britischen Dire Straits. Letztes Album mit David Knopfler an der Gitarre und somit auch das letzte im Original-Line-Up. Sänger Mark Knopfler dürfte so einigen schon ein Begriff sein. Dire Straits waren für mich hingegen nie ein Begriff. Ich hatte nie auch nur irgendwas mit der Musik am Hut. Dabei mag ich so einiges an Blues als auch Folk und Country. DS spielen nämlich etwas, was man damals "Roots Rock" genannt hat - also eine Art Verneigung vor den Wurzeln des Genres. 

Leider kann ich damit nicht so richtig was anfangen. Mark Knopflers Stimme wirkt für mich desinteressiert, fast schon ein wenig angetrunken. Die Instrumentals gehen durchaus in Ordnung. Es ist, wie gesagt, eine Art Verneigung vor Folk und Blues. Doch das Gesamtprodukt erscheint mir relativ spannungslos und somit leider ziemlich langweilig. Die Kritik an der Platte war ungefähr die folgende: "Communiqué erscheint wie eine Kopie des Vorgängers "Dire Straits". Das ist leider durchaus gängig gewesen, dass man versucht hat an den Erfolg der ersten Platte anzuknüpfen und etwas ähnliches rauszubringen. Mich interessiert das hier leider so gar nicht. Naja, ab zur nächsten Platte.

3/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Lady Writer



Dire Straits: Love Over Gold (1982)

Viertes Album von Dire Straits. Fünf Songs, wovon der erste ("Telegraph Road" der von einer unheimlich langen US Highway 24 handelt) ist ganze 14 Minuten lang. 

Ich fürchte Dire Straits und ich werden in diesem lange keine Freunde werden. Anders als bei

"Communiqué" versucht man nicht sich selbst zu kopieren, sondern irgendwie neue Wege zu gehen. Es ist irgendwie progressiv, keyboard geladen und irgendwie jazzig. Ich mag sogar das Artwork, irgendwie. Aber mich nervt diese udolindenbergeske Stimme von Mark Knopfler und dieses komische Arrangement. Dire Straits klangen wohl damals schon alles andere als jugendlich, sondern einfach altbacken mit einem äh leicht progressiven Touch. Dabei kann ich so vieles aus der Ära verdammt gut leiden. Ne.

2,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Telegraph Road




The Doors: Weird Scenes Inside The Gold Mine (1972)

Ähnlich wie bei Cream - ebenfalls eine Compilation. Allerdings eine die nicht nur für den deutschsprachigen Markt gedacht war. Es ist die zweite Compilation und die erste nach dem Tod von Jim Morrison.

Selbstverständlich fängt sie an mit "Break On Through" und endet mit "The End" auf der ersten Platte. Die zweite fängt an mit "Take It As It Comes" und endet mit "When The Music's Over". Was soll ich sagen? Ich habe vermutet, dass es sich um eine Art Cash Grab vom Plattenlabel handelt - also dieses

Album würde die gleichen Songs wie bei "13" (der ersten Compilation) beinhalten. Tatsächlich sind hier größtenteils Fan Favorites zu hören und Songs die nicht so im Rampenlicht standen. Ich bin großer Fan von Danzig und durchaus jemand der Elvis Presleys Gesang schätzt. Meines Erachten klingt Glenn Danzig nach einer Mischung aus Jim Morrison und Elvis Presley. Wahrscheinlich deswegen gefällt mir Morrisons Stimme. Der Rest geht runter wie Öl. Insbesondere gefallen mir die Keyboard Sounds won Ray Manzarek. Es ist faszinierend, wie einfach das hier ist, trotz des Legendenstatus.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Break On Through, The End, L.A. Woman




REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE: 

41./42. Rock Against Bush Vol. 1 & 2

Es war mal im Dezember 2003. Ich habe mir die VISIONS#129 gekauft mit der Titelstory "Punk sei dank!". Darin ging es um die Politisierung des modernen Punkrocks. Eine der Hauptfiguren in der Story war Fat Mike - der Sänger von NOFX. Es ging unter anderem um seine Plattform Punkvoter, die dazu genutzt werden konnte, um sich als Wähler zu registrieren. Gemeinsam wollte man George W. Bush aus dem Amt wählen. Man war nicht explizit pro John Kerry (den damaligen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten) sondern wollte einfach nur Bush nicht mehr als Präsidenten. Dazu gab es auch zwei Sampler namens "Rock Against Bush". Darauf waren etliche Bands von Fat Wreck Chords, Hellcat Records und anderen kleinen Labels wie Epitaph. Selbstsverständlich NOFX, No Use For A Name, Less Than Jake, Dropkick Murphys, Social Distortion, Bad Religion. Aber auch eher kleinere Bands wie The Soviettes, Sugarcult, The Frisk. Tatsächlich aber auch solche Größen wie No Doubt, Foo Fighters und sogar Donots. Sehr vielfältige Sampler - deren Songs teils nicht unbedingt politische Texte beinhalten. Meine Favoriten hierauf sind "Gas Chamber" (Cover von Angry Samoans) von Foo Fighters und "Normal Days" von Denali. Liebe ich heute immer noch und kann's nur weiter empfehlen.

43. Rockabilly Psychosis and the Garage Disease

Hach, wieder mal ein Psychobilly Sampler. Naja, nicht so ganz. Tatsächlich verbindet dieser die Wurzeln des Psychobilly (die in Rockabilly und Garage Rock liegen) mit damals frischen Psychobilly-Bands. So kriegen wir "Surfin' Bird" von den Trashmen als auch "Psycho" von The Sonics zu hören - auf der anderen Seite "Radioactive Kid" von The Meteors, "Just Love Me" von Guana Batz und "Jack On Fire" von The Gun Club. Letztere sind definitiv keine Psychobilly Band gewesen, haben aber mit ihren psychedelischen Sound das Genre beeinflusst. Coole Scheiße.

44. Russian Punk Cannonade Vol. 6

Sehr merkwürdiger und ehrlich gesagt gar nicht mal so guter Sampler. Darauf zu hören sind einen Haufen Bands aus Russland aus verschiedenen Sparten des Punkrock. Die meisten sind darauf aus US-Hardcore oder Streetpunk zu kopieren. Bands wie Terpinkod, Mutagen oder FPG sind mittlerweile nicht unbekannt. FPG sind soweit ich weiß inzwischen Z-Patrioten. Red Army haben hier einen Song namens "Red Army - Fuck Off", der kein Selbstdiss sein kann und auch keine Absage an die Rote Armee. Denke mal, man hat versucht zu sagen "Wir sind Red Army - Fuck off!" und es ist gar nicht gelungen. Mit dabeie sind Gastbeiträge von Bands aus Deutschland und den Niederlanden: Die Strohsäcke und Antidote. Grauenhafter Sound (größtenteils) und grauenhafte Songs (größtenteils). Am dämlichsten fand ich den Song "Hakamada" von Tanzilit. Darin wird die Politikerin Irina Hakamada als Fotze/Hure/Nutte beleidigt. Meine Fresse, was für ein unnötiger edgy Scheiß. Bah.
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Kid Rock Discography: Sweet Southern Sugar (2017)

Holy moly. Insgesamt schon elftes Studioalbum von Robert James Ritchie aka Kid Rock. Ich wusste zunächst nicht, was ich davon halten soll. Es kann gut sein, dass ich beim ersten Hören etwas schlechte Laune hatte, beim zweiten Hören gings mir wahrscheinlich besser. Demzufolge war ich beim ersten Mal ordentlich genervt und fand das Album scheiße, beim zweiten konnte ich so einige Perlen erkennen.

Eine Perle, aber nicht im guten Sinne ist das Schlußlicht des Albums, "Grandpa's Jam". Darin heißt es: 


"Team supreme, so fresh so clean
So pro you know, I'm like Mean Joe Greene
Pass the peas, hold the cheese
You could roll with Rock or you could swing on these
These, these, these nuts
Rocking all you bitches with the old school cuts
So please, please, please shut up
I got a lot of love but I'm all out of fucks"

Heiliger Fick. Junge, warum? Egal. Jedenfalls gibt es hier auch tatsächlich einige gut gemeinte und gut ins Ohr gehende Songs. Alleine der Opener "Greatest Show on Earth", in welchem es darum geht dass KR und seine Backing Band Twisted Brown Trucker die beste Show überhaupt bieten. Erinnert mich etwas an Grand Funk Railroad oder an die Classic Rock Momente von Rob Zombie. "Po-Dunk" ist ein Tribut an Hillbilly/Redneck-Landleben. Sprich schwangere Frau mit bereits existierenden Kind am Arm, die in der Küche steht und Essen kocht, während ihr Vater mit einem Gewehr nach dem Übeltäter sucht, der seine Tochter geschwängert hat. Durchaus unterhaltsam. Größtenteils schlägt das Album versöhnlichere Töne an. Es geht um durch die Gegend fahren, die wahre Liebe finden und im Endeffekt besoffen und von Drogen gezeichnet auf dem Badezimmerteppich schlafen ("Tennessee Mountain Top"), einsam sein und jemanden vermissen ("I Wonder"), good old flavoured american rock'n'roll ("American Rock'N'Roll"), "Mein Sohn, ich erzähle dir jetzt was von meinem Leben und dass du ein besseres haben sollst als ich" ("Back to the Otherside"), "Sorgen im Alkohol ertränken" ("Raining
Whiskey", "Oh shit, lass mal das Intro von "Don't Stop Believin'" von Journey kopieren" ("Stand the Pain"), "Ooooh ich liebe dich so sehr oooohooo" ("Sugar Pie Honey Bunch") und natürlich "Fickt euch alle, ich bin Kid Rock, ich bin alt aber ich kann immer noch rappen" ("Grandpa's Jam"). Der Großteil des Albums ist wirklich sehr sehr sehr schmalzig. Falls ihr zufällig in den USA wohnt, ein einsamer Trucker seid, der viel auf den Bundesstraßen unterwegs ist, so ist das tatsächlich Musik für euch. Eine Mischung aus Southern Rock, Country und kleines Bisschen Hip-Hop. Ansonsten ist das nichts für euch. Die etwas mehr stampfenden, rockigeren Nummern sind tatsächlich gute Ohrwürmer und schaffen es, dass ich mit dem Kopf nicke und etwas mit dem Fuß stampfen will. Der Rest ist eher nicht so. Insgesamt weiß ich gar nicht was ich von diesem Album halten soll. Ich glaube, dass das letzte Bisschen Normalität ist, die KR noch ausgestrahlt hat, bevor er komplett zum Trump-Fan und Anti-Covid-Maßnahmen-Spinner mutiert ist. Aber darüber wird es erst im nächsten Jahr gehen, wenn ich sein bis jetzt letztes Album reviewen werde. Ich verabschiede mich von KR an dieser Stelle mit saftigen, braunen

3,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: I wonder, Tennessee Mountain Top, Po-Dunk, Greatest Show On Earth



Linkin Park Discography: Minutes To Midnight (2007)

Offiziell betrachtet "erst" das dritte Album, wenn man aber "Re-Animation" als eigenständiges Album versteht, dann ist es "schon" das vierte. "Minutes To Midnight" wurde von Co-Sänger/MC Mike Shinoda und Produzenten-Legende Rick Rubin produziert. Es ist ein Hit and Miss, meines Erachtens und stellenweise durchaus anstrengend, andererseits aber hat es wirklich gute Momente. Übrigens auch das erste Album von LP auf welchem das "Parental Advisory - Explicit Content"-Label prangt.


"Minutes To Mignight" bietet eine vollkommene Abkehr von Nu Metal. Was wir stattdessen zu hören bekommen sind größtenteils sehr melodische und auch melancholische bzw. emo-eske Titel wie "Leave Out All The Rest" oder "Valentine's Day". Aber auch durchaus punkrockige Songs wie "Given Up" oder "Bleed It Out", in welchem Shinoda wieder wirklich gute Rap-Parts darbietet. "What I've Done" habe ich schon ungefähr tausend Mal gehört. Es ist auf dem Soundtrack zu diesem einen Transformers-Film und außerdem in den Videos von diesem YouTuber, Liam Carpenter. Holy fuck, ich kann das nicht mehr hören. Hingegen mag ich "No More Sorrow" sehr, weil es diesen Nicht-Nu-Metal Sound hervorbringt, zu dem LP durchaus fähig sind. Sie klingen dabei quasi wie eine schlichte moderne Metal-Band ohne Turntable-Scratches oder Sprechgesang. Großartiger simpler Breakdown. Ansonsten störe ich mich an diesen ganzen melancholischen und ja, durchaus weinerlich klingenden Songs. Es ist nicht so, dass ich grundsätzlich was dagegen habe. Mich nervt es nur, dass das Album so aufgebaut wirkt als würde ein schnellerer, heavy Song einen melancholischen jagen bzw. umgekehrt. Ich kann hier, im Gegensatz zu "Hybrid Theory" oder "Meteora" nicht behaupten, dass ich drei-vier Songs hintereinander am Stück hören kann. Leider. LP sind damit nun komplett im Mainstream Rock angekommen und das bedeutet für meine Ohren nicht unbedingt was gutes.

6/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Given Up, No More Sorrow, Bleed It Out




Opeth Discography: Blackwater Park (2001)

Fünftes Album von Opeth, oftmals beschrieben als ihr "Meisterwerk" oder "sehr wichtiges Album". Besonderen Einfluss darauf hatte Gitarrist und Sänger von der Progressive Metal Band Porcupine Tree, Steven Wilson. Dieser hatte sich mit Sänger Mikel Akerfeldt angefreundet und gemeinsam mit der Band hat er das Ding auch produziert. 

Ich muss sagen, dass es mir bei Opeth irgendwo unheimlich schwer fällt, die Musik großartig zu umschreiben. Will nicht sagen, dass sie immer das Gleiche machen, jedoch gibt es da ein bestimmtes Muster. Dieses funktioniert jedoch sehr gut. Melodischer Death Metal mit gutturalen als auch cleanen Gesang, gewürzt mit jede Menge progressiven Einschüben. Sprich komplizierteren Riffs oder

Drumming als auch Akkustikgitarre-Einfällen. Thematisch geht es, um die Sünden der Menschheit, den Ekel vor der Menschheit als auch den Untergang dieser. Der Titel hat aber gar nichts damit zu tun. Man hat das Album nach einer deutschen Prog Rock Band benannt. Überhaupt war es das erste Album von Opeth, dass als erstes einen Titel hatte bevor überhaupt Songs fertig waren.

Es ist ein wirklich schönes Album. "Brutale" Sounds wechseln sich ab mit "schönen" Melodien. Faszinierend, vor allem weil es so positiv klingt und doch von so schlechten Dingen handelt. Zumindest teilweise. Meine Favoriten sind der Headbanger "The Lepper Afinity", das melancholisch-schöne "Harvest" als auch der Titeltrack. Ich habe dazu nicht mehr wirklich viel zu sagen, wahrscheinlich weil die Musik für sich selbst spricht. 

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Lepper Afinity, Harvest, Blackwater Park



Slayer Discography: Christ Illusion (2006)

Je nach Zählweise (ob man "Undisputed Attitude" als Album und nicht als Compilation zählt) das neunte oder zehnte Album von Slayer. Nachfolger vom großartigen "God Hates Us All", erschienen im Jahr 2006. Erinnere mich noch gut daran, dass alle darauf hyped waren, weil man irgendwie erwartet hat, Slayer würden ihr neuestes Werk am 06.06.06. veröffentlichen. Tatsächlich ist an dem Tag aber "nur" die Single "Cult" rausgekommen. 


Und genau diese Single hatte es textlich in sich. Darin wird Religion mit Begriffen wie "Hate", "Fear", "Rape" und "Obscene". Ich fand es amüsant als Tom Araya, der ein gläubiger Katholik ist, erzählt wie es ist solche Lyrics zu singen. Sinngemäß zitiert hieß es: "Wenn man mir sagt, 'Im Text heißt es "Jesus is gore"', dann singe ich das halt". Faszinierend. In "Cult", "Skeleton Christ" als auch "Jihad" geht es um Religion als ideologischen Motor von Sekten und Fundamentalisten. So ist "Jihad" aus der Perspektive der Terroristen vom 11. September geschrieben. "Skeleton Christ" hingegen zeichnet das Bild der US-Amerikanischen Kirche als die "größte Sekte überhaupt, die darauf aus ist Menschen mental zu versklaven". "Eyes of the Insane" handelt von fürchterlichen PTSD-Erlebnissen von Soldaten die vom Krieg nach Hause gekommen sind. Insgesamt also, wieder einmal, eine Auswahl an realistischen Themen, die wenig mit Teufelsanbetung oder ähnlichen zu tun hat. "Jihad" beinhaltet übrigens auch die letzten Worte von Mohammed Atta, einen der Terroristen die das erste Flugzeug ins WTC gesteuert haben. Musikalisch auch eine Rückkehr zu den Wurzeln - d.h. Zeiten von "Reign In Blood" und "South of Heaven". Wir haben es hier wieder mit einer 100%igen Thrash-Metal-Band zu tun. Es ist ein wirklich verdammt gutes, kurzes Album. All killer, no filler. Ohne Scheiß. Also, beinahe. Hehe. 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Jihad, Cult, Skeleton Christ