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Samstag, 27. Juni 2026

Happenings des Monats: Juni'26

SPASTIC FANTASTIC LABELFEST 2026 am 06.06.2026 im FZW, Dortmund

Okay. Wieder mal habe ich mich hierin verirrt - es ist seit Jahren schon irgendwie so was wie eine Tradition geworden. Allerdings sind Tradition auch manchmal zum Brechen da. Denn es war gar nicht so gut, wie ich es erhofft habe. Aber eins nach dem anderen.

Den Anfang machten (für uns) The Wolf I Feed, die ich vor kurzem ganze 2-3 Minuten in der Hirsch Q

angucken durfte. Diesmal habe ich mir bestimmt den ganzen halben Auftritt angeguckt und war wirklich überaus zufrieden. Metallischer, leicht crustiger Hardcore Punk der besseren Sorte. Passt super in die Schublade "einfach durchgezogen, ohne unnötige Ansagen ausser 'hey, danke dass wir hier sein dürfen'". Kurz und bündig ohne unnötige Gitarrensoli. Also quasi metallisch ohne das was für viele am Metal nervig ist. Das war auf der Bühne unten. Als wir (Heiko und ich) dann nach oben gehen sehe ich direkt diese "trashige" Bühnendeko mit dem Bandnamen "Kostenvorschlag" oder "Kostenvoranschlag". Ich kann mich leider nicht ganz erinnern. Jedenfalls denke ich mir "Okay, das wird jetzt richtig albern wahrscheinlich. Mal gucken." Und tatsächlich ist es albern mit Songtexten wie "Die besten Geschichten schreibt ein Supermarkt in dem alles umsonst ist". Diesen Text fand ich tatsächlich sehr gut. Aber insgesamt leider nicht meins weil doch zu albern. Irgendwie verpassen wir die nächste Band auf der unteren Bühne und geben uns stattdessen eine weitere auf der oberen Bühne: Blamage spielen patriarchatsablehnenden Hardcore Punk mit Songtexten die Männern vorwerfen auch "Teil des Problems" zu sein. Das ist auch sehr gut so und finde es auch weiterhin gut, dass es solche Bands gibt. Aus dem Außenbereich klingt alles auch tatsächlich annehmbar und halt "punkig", wie es sein sollte. Trotzdem nichts was ich irgendwie großartig zuhause hören würde. Danach ging es wieder auf die untere Bühne zu Jigsore Puzzle. Diesmal fühlte ich mich wieder heimisch, weil sie mich an sehr viele Powerviolence oder Grindcore-Bands erinnern. Vier Typen, zwei Sänger, ein Gitarrist und ein Drummer. Kein Bass. Der eine Sänger schafft es irgendwie entweder betrunken zu sein oder leicht neben der Spur zu wirken. Das ist schon okay, denn die Ansagen sind witzig, die Musik ist kurz, sehr kurz sogar und insgesamt macht es einfach nur Spaß. Riesigen Spaß. Wieder auf der oberen Bühne: Apéro mit leicht surfigen aber trotzdem schnellen Punkrock mit irgendwelchen Synthesizer-Sounds (?). Keine Ahnung, denn ich stehe wieder im Außenbereich weil ich es höchst anstrengend finde, zwischen all den Leuten zu stehen oder mich wieder durchzuquetschen. Es entsteht ein höchst fragwürdiges Video vom Auftritt, weil ich alles aus dem Außenbereich aus einer miesen Perspektive filme. Irgendwie coole Sache, das. Irgendwie aber auch schon öfter gehört. Danach geht es wieder nach unten zu Däächt: Der Sänger sieht aus wie eine punkige Version von Thurston Moore (Sonic Youth). Zumindest frisurentechnisch. Der Sound ist cool, oldschoolig und passiv-aggressiv. Meiner Meinung nach eine der besseren Bands an diesem Abend, die ich mir zuhause auch tatsächlich anhöre. Die letzte Band für mich, weil ich vor den Kaput Krauts nach Hause gehe (habe KK tatsächlich nie wirklich viel gehört und für mich ist es kein Verlust an dem Abend) sind The Tangled Lines. Eigentlich ist es so, dass ich von ihnen nur zwei Songs kenne. Der eine heißt "With Make-Up And Push-Up Bra" (oder so) und war auf irgendeinem Spastic Fantastic Sampler im Jahre 2012 oder früher vertreten. Der andere heißt "Fear is the path to the dark side" und ist ein Zitat von Meister Yoda aus Star Wars. Ich habe TTL vor über zehn Jahren auf dem Fluff Festival gesehen und war damals absolut begeistert. Diesmal ist es auch so. Der Auftritt katapultiert mich in simplere Zeiten als ich wesentlich mehr gefallen an Punk Musik hatte und mich immens gefreut habe wenn ein Song performt wurde, den ich kannte. Es sind nach wie vor relevante Ansagen über Sexismus in der Gesamtgesellschaft und in der Punkszene, die hier sehr wichtig sind.

Nun, summa summarum oder so. Ich habe mich teilweise sehr fehl am Platz gefühlt. Nicht wegen der Tatsache, dass ich kaum jemanden gekannt habe. Sondern viel eher weil mir der Großteil der Musik nicht zugesagt hat bzw. ich das meiste irgendwie als "naja okay" betrachtet habe. Dazu kommt noch der übermäßige Alkoholkonsum der Besucher und die Tatsache, dass die Leute - je länger der Abend - immer besoffener werden und ich darauf echt kein Nerv habe. Ich fühle mich dem ganzen einfach entwachsen.

Stricher guckt sich "Master of the Universe" an am 07.06.2026 in Filmwelt Herne

Ein "Happenings des Monats" mit Konzerten schön und gut, aber eins mit einer Filmpremiere ist noch besser. An dieser Stelle ein dickes SPOILER ALERT, falls ihr den Film noch nicht gesehen habt.








Okay, das ist genug Abstand. Genau so.





Okay. "Masters of the Universe" ist keine Fortsetzung von irgendeiner Serie oder irgendeines Filmes sondern ein, wie hätte man es ahnen können, Reboot der ganzen Reihe für ein neues und ein altes Publikum. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass ich euch den ganzen ursprünglichen Plot nicht erklären muss. So gebt euch einfach dieses uralte Review von mir, dann versteht ihr schon eine ganze Menge. Diesmal ist es allerdings ein wenig anders. So kriegen wir mit wie auf dem Planeten Eternia der junge Prinz Adam (Artie Wilkinson-Hunt), der Sohn von König Randor (James Purefoy) lebt und für einen späteren Dienst an der Waffe ausgebildet wird. Allerdings ist er noch ein Kind und dazu noch etwas unbedarft. Eines Tages wird die Stadt Eternus von den Truppen des bösen Skeletor (Jared Leto lol) angegriffen - unter anderem ist ein gewisser Trapjaw dabei der den königlichen Waffenmeister Duncan (Idirs Elba) verletzt. Die Königliche Familie ist besiegt und wird gefangen genommen. Allerdings kann die Zauberin (Morena Baccarin) Adam auf die Erde schicken, mitsamt Schwert der Macht. Leider verliert er ihn bei seiner holprigen Ankunft in einem Fluss. So arbeitet Adam (Nicholas Galitzine) 15 Jahre später in einer Personalabteilung eines Großraumbüros. Er sucht verzweifelt nach dem Schwert und keiner kann ihm glauben, dass er von einem anderen Planeten stammt. Die Obsession nach dem Schwert führt sogar zu einem kritischen Gespräch mit der HR-Verantwortlichen. Eines Tages kriegt er eine Nachricht: Jemand hat sein Schwert in einem Comic-Laden gefunden, also kommt er und holt es sich. Prompt wird er von einem Söldner Skeletors, Beast aufgefunden - als auch von seiner Kindheitsspielkameradin Teela (Camila Mendes), die ihm zur Hilfe eilt. Gemeinsam reisen sie zurück nach Eternia, wo er feststellen muss, dass sich alles verändert hat. Skeletor hat Eternus okkupiert und will nun mithilfe seiner Söldner als auch der Hexe Evilyn (Alison Brie) das Schwert der Macht an sich reißen und so nun äh noch mächtiger werden. König Randor und Königin Marlena (Charlotte Riley) sind seine Gefangenen und der Rest wurde in den Untergrund gezwungen. Nun ist es an der Zeit, Eternus wieder zurück zu erobern. 

Ich finde ehrlich gesagt kaum negative Sachen über den Film. Mag sein, dass der Anfang etwas zu kitschig ist, aber irgendwie muss es einen Anfang geben und eine Art "World Building". Und man muss die Charaktere vorstellen. So ist es meiner Meinung nach eine sehr gute Idee gewesen, Adam im jungen Alter auf die Erde zu schicken. Zwar verstehe ich nicht, wieso die eternischen Krieger das Schwert so lange nicht finden konnten - schließlich sendet es ein Signal aus - aber sei's drum. Die CGI und praktischen Effekte sind großartig und wirken nicht zu sehr überzogen. Der Film ist unfassbar albern und nimmt sich kaum ernst. Allerdings gibt es hier einige Elemente die ich wirklich super durchdacht fand. So kommt man zum Gedanken zurück, dass die ganzen Namen der Action Figuren (Ram Man, Fisto (lol), Mekaneck) so albern klingen dass sie sich wahrscheinlich ein sechsjähriger ausgedacht hat. In Wahrheit war es zwar anders, doch es klingt nun mal so. Und genau darauf geht man zurück. Das sind nicht ihre echten Namen. Sie wurden allesamt von Adam ausgedacht, weil er ihre echten Namen nicht kannte. Und überhaupt: Adam ist ein Kind dass seine Eltern verloren hat und in Einsamkeit
aufgewachsen ist. Auch mit dem Gefühl überhaupt nicht dazuzugehören. Es kann also durchaus sein, dass seine Eltern einfach bei einem tragischen Unfall gestorben sind und er sich diese ganze Story mit Eternia nur ausgedacht hat um über sein Trauma hinwegzukommen. Diesen Gedanken hatte ich zwischendurch mal gehabt. Und es wäre ein sehr gewagter Move, das exakt so durchzuziehen. Doch natürlich ist alles anders. Allerdings gibt "MOTU" einen das Gefühl wieder im Kinderzimmer zu sein und eigene Geschichten zu erfinden. Weil die Realität so knüppelhart ist und man im Alter von 6 oder weniger überhaupt nicht damit zu recht kommt. Ich fühle mich abgeholt und verstanden. Danke an Kollegen M fürs Begleiten.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:



SOLSTAFIR am 19.06.2026 in Die Trompete, Bochum

Es ist schon mehr als ein Jahr her, dass ich "Svartir Sandar" von Solstafir reviewt habe (glaube ich zumindest). Und so wuchs bei mir auch ein wenig der Wunsch, die Band mal live zu sehen. Allerdings kannte ich bis jetzt nur das eine Album und war gar nicht bewandert was die anderen Werke betrifft. Jedenfalls ploppte vor kurzem in meinem Feed die Nachricht auf, dass sie in Bochum auftreten. Ohne Vorband. Und die Tickets gingen gut weg. Also ab in den Ticketshop und hin. 

Was mich dann erwartete waren eine Stunde und knapp 23 Minuten Show von vier bärtigen Isländern mit Gitarren und Schlagzeugen (und Cowboyhut). Die Trompete war ordentlich voll bei ca. 34 grad

Celsius draußen. Drinnen war es zwar belüftet aber trotzdem konnte man der Hitze nicht entfliehen. Kurzum: Es war so voll, dass wenn ich ein Video vom Auftritt machen wollte, ich einige Handy-Aufnahmen mitgefilmt habe, von anderen Leuten die ebenfalls filmen wollten.

Was mich musikalisch erwartet hat, war eine Mischung aus dem Material vom ersten Album der Band: Sprich isländischer Black Metal mit durchaus punkigen Shouting. Melodischer, post-punkig angehauchter Metal mit traurig klingenden Gesang. "Fjara" durfte natürlich auch nicht fehlen. Und das von Leuten, die zwischen den Songs unfassbar fröhlich sind und das Publikum anheizen mit so Scherzen wie "Thank you, goodbye?" (als ob sie gleich gehen würden). Ist das die Dualität des Seins? I don't know. Gegend Ende, also beim letzten Song, merkte ich dass plötzlich Leute um mich herum anfangen zu filmen und zu fotografieren. Es stellte sich heraus, dass Sänger Aðalbjörn Tryggvason mal eben ins Publikum gegangen ist und angefangen hat, Leute in den Arm zu nehmen und Scherze zu machen, nur um dann später zurück zur Bühne zu gehen um den Song zu Ende zu singen. Es ging so lange, aber war trotzdem schnell vorbei. Was für ein schöner Auftritt, ehrlich jetzt.

LIMP BIZKIT + ECCA VANDAL + DEATH BY ROMY am 23.06.2026 im Sparkassenpark, Mönchengladbach

Ich schwöre, ich werde von diesem Abend noch jahrelang erzählen. Ernsthaft jetzt. Doch erstmal eins nach dem anderen:

Vor einigen Wochen bestellte ich mir die dazugehörige Karte und nahm mir extra frei auf der Arbeit. Der 23.06.2026 war ein Dienstag, also ging es nicht anders. Endlich wurde ein Kindheitstraum von mir erfüllt. Ich höre Limp Bizkit, mit Unterbrechungen seit ich 9 Jahre alt bin. Trotz der Tatsache dass ich irgendwann der Band für eine Weil den Rücken gekehrt habe, weil mich andere Musik mehr interessiert hat und ich Nu Metal etwas entwachsen bin. Irgendwann kehrten sie wieder und irgendwie hatten sie mich. Mit ihrem letzten Album "Still Sucks" von 2021 hatten sie mich noch mal ordentlich gecatcht. Auch wenn diese Unterbrechungen, von LBs Seite als auch von meiner Seite waren - ich bin und bleibe Fan. 

Die Reise nach Mönchengladbach war nicht gerade schwer. Trotz Zugverspätung kam ich relativ pünktlich an und bin sogar mit einem Shuttlebus zum Sparkassenpark gefahren worden. Die Einlasskontrolle und alles drumherum lief ohne Probleme. Bis ich dann gemerkt habe: Scheiße, das ist ein "Park", also nix Halle. Das mir das vorher nicht aufgefallen ist. Es war also ein Open Air Konzert. Bei den bekackten Temperaturen. Ich habe mein Kapuzenzipper um die Hüfte gewickelt, damit er für den Regenfall schnell greifbar ist. Wegen der Sonne habe ich mir erst keine Gedanken gemacht. Als ich dann "drin" war, stand ich zwischen lauter unterschiedlichsten Leuten - die mich irgendwie vor der Sonne abgeschirmt haben. Wie ich festgestellt habe, kamen die Besucher aus unterschiedlichsten Städten und aus unterschiedlichsten Schichten. Generation X, Generation Z, Millennials. Ich glaube sogar eine Mutter mit ihrer Tochter (oder ältere und jüngere Schwester, keine Ahnung) gesehen zu haben, die beide LB-Fans waren. 

Der erste Act war "Death By Romy", eine laut eigener Aussage "kleine independent Band aus Los Angeles". Fred Durst hat sie auf TikTok entdeckt und später als Support Act auf die Tour eingeladen. Was ich zu sehen bekam waren zuerst ein Schlagzeuger und dann eine Sängerin in Lack/Krankenschwester Outfit und dazu zwei weitere Sängerinnen die eine Art Uniform trugen (Pullis mit "DBR" drauf) und Röcke. Gitarre kam vom "Band", Schlagzeuger war ja zu sehen. Beim zweiten Song haben die beiden anderen Frauen Gitarre/Bass in die Hände gekommen und so war das Band-Feeling dann auch da. Natürlich kam trotzdem etwas Musik vom "Band", aber sei's drum. Es war cool und irgendwie spaßig. Erinnerte mich an eine moderne Version von Kittie - wenn Kittie eine Band auf TikTok wären. Man nennt es inzwischen, glaube ich, "Alt Pop" oder so. Jedenfalls: Poppig, mit teils düsteren Lyrics wie "I fuck everything I kill, I kill everything I fuck" - oder so. Insgesamt: Coole Sache, ebenfalls cool dass LB junge Acts mit auf Tour nehmen - aber trotzdem nichts was ich mir privat anhören würde.

Als nächstes dann Ecca Vandal: Die australische Singer/Songwriterin wird begleitet von Drummer Dan Maio und Gitarristen Richie Buxton (der später bei Limp Bizkit Bass spielt und den verstorbenen Sam Rivers vertritt). Ihre Musik ist eine musikalisch durchaus gelungene Mischung aus Indie, Hip-Hop, Punkrock. Sie ist wirklich großartig, weiß mit dem Publikum umzugehen, ist enthusiastisch. Die Musik ist allerdings keine Mischung aus den genannten Stilen - jeder Song ist anders. Und genau das haut mich aus dem Konzept. Das ist zu viel für mich und ich kann mich nicht wirklich fokussieren. Ansonsten finde ich das schon sehr cool. Nur nicht ganz so meins.

Nach zwei falschen Countdowns, die das ganze Publikum mitgezählt hat und zwei auf die Leinwand projezierten KI-Memes kam dann endlich Schlagzeuger John Otto auf die Bühne und ihm folgte der Rest der Band. Natürlich nicht ohne einen Intro-Song, den ich allerdings bis jetzt nicht nachrecherchieren kann. Irgendeine soulige Nummer über einen "Bitch Ass Motherfucker". Die KI-Memes wurden übrigens im Laufe des Abends immer wieder eingestreut. So war zwischendurch ein vor Explosionen weg rennender Tom Cruise zu sehen mit der Überschrift "Tom Cruise likes Limp Bizkit?". Ob das unbedingt sein muss, das weiß ich nicht. Aber egal. Limp Bizkit bestehen an diesem Abend aus Fred Durst (voc), Wes Borland (git), Richie Buxton (b), John Otto (dr) und DJ Lethal. Es geht los mit dem allerneuesten Song "Making Love To Morgan Wallen" (aus dem Soundtrack zu "Battlefield 6"), der scheinbar hier sein Live-Debut feiert. Was danach folgt sind im Grunde genommen NUR Klassiker. "9
Teen 90 Nine", "Just Like This", "Faith", "Break Stuff", "My Generation", "Livin' It Up", "Hot Dog", "My Way", "Gold Cobra", "Nookie", "Full Nelson", "Rollin'", "Re-Arranged".... , "Take A Look Around" Bei "Behind Blue Eyes" sagt Fred er würde dafür in den Knast kommen und am Ende wird noch mal "Break Stuff" zusammen mit Death By Romy gespielt. Meistens hält sich der Sänger am aus seiner Sicht rechten Rand der Bühne, sodass ich ihn kaum zu Gesicht bekommen. Als er dann tatsächlich "zu uns" (nach links) (bei "Livin' It Up") kommt, geht mir wahrlich das Herz auf. Bis auf dem Opener wurde kein Song von einem neueren Album (oder einer neuen Single) gespielt. Vielleicht ist es auch in Ordnung so. Die meisten Leute um mich herum konnten ALLES mitsingen. Es war ein fantastisches Aufeinandertreffen von Jung und Alt. Ich feiere es absolut, dass bei "Full Nelson" zwei weibliche Fans zum Mitsingen auf die Bühne geholt werden. Dass so viele Leute in roten Caps gekommen sind. Dass der Großteil weiß sich zu benehmen. Bis auf (natürlich) den einen Idioten der ungefragt eine Frau anfasst - und zum Glück von ihr schnell gemaßregelt wird. Insgesamt ein sehr schönes Erlebnis wovon ich noch lange lange lange erzählen werden.

Die Heimreise gestaltet sich schwierig. Als ich nach einem kurzen Trip mit dem Shuttlebus zum Bahnhof komme, stelle ich fest dass mein Zug sich erst verpätet und danach ausfällt. Der nachfolgende Zug verspätet sich ebenfalls und wird wahrscheinlich ebenfalls ausfallen. Weiterhin merke ich, durch kurze Rechercher dass ALLE Züge in ganz Deutschland ausgefallen sind aufgrund eines internen, digitalen Fehlers bei der Deutschen Bahn. Die Heimfahrt per Uber kostet mich einen dreistelligen Betrag. Das ist sehr heftig.

Freitag, 10. Dezember 2021

Album der Woche#517: Limp Bizkit - Still Sucks (2021)

Aufmerksame Leser müssten es eigentlich wissen. Es müsste so kommen. Diese Band muss hier rein. Ich habe dieses Album schon so oft gehört, dass es mir teilweise echt zum Hals raushängt. Und ihr wisst ja, wenn ich ein gutes Review schreiben will, dann wird ein Album rauf und runter gehört. Anyways, let's a go.


"Still Sucks" ist das insgesamte sechste volle Album von Limp Bizkit und Nachfolger von "Gold Cobra" von 2011. Wenn man aber die "The Unquestionable Truth, Part 1"-EP mitzählt, ist es insgesamt die siebte Veröffentlichung mit ausschließlich neuen Material. Eigentlich war seit 2014 ein neues Album namens "Stampede of the Disco Elephants" angekündigt, welches jedoch niemals herauskam. Stattdessen gab es einige Singles: das mackerige "Ready to Go" (mit Lil' Wayne als Gast-Rapper, absolutes Guilty Pleasure das Lied), das Ministry-Cover "Thieves", das super poppige "Lightz" und eine Mischung aus Hair Metal, Rap und ambientigen Sounds namens "Endless Slaughter", die nicht allen gefallen hat. Zwischendurch waren LB sogar auf dem hauseigenen Label von Lil Wayne und Birdman, "Cash Money Records" doch inzwischen geht man getrennte Wege. "Stampede..." ist zu so einer Art "Chinese Democracy" (Album von Guns'N Roses dass 12 Jahre auf sich warten ließ) des Nu Metal mutiert. Niemand hat ernsthaft damit gerechnet, dass es jemals rauskommen wird. Und nun ist es da. Nur heißt es anders. Rein digitaler Release, kaum bzw. wenig Promo. Ging hoch bei Spotify, iTunes Charts usw. usf. Und dazu noch dieses Image bzw. diese PR-Kampagne die Sänger Fred Durst gefahren ist. Anstelle roter Mütze und baggy Klamotten verkleidet er sich nun als grauhaariger "Dad" mit Hantel-Schnauzbart. Die erste Single hieß auch "Dad Vibes" und es ging darin natürlich rein selbstironisch um den eigenen coolen Status als "cooler Vater". Wenn ich mich recht entsinne ist mindestens 2/5 der Band inzwischen Vater von jemand. Das ganze war so verrückt, dieser (Promo-)Auftritt beim Lollapalooza Festival und die Single. Das man sich gefragt hat, was zur Hölle da auf einen zukommen wird.

Und das frage ich mich heute manchmal auch noch, knapp mehr als ein Monat nach dem Release an Halloween. "Still Sucks" ist wirklich sehr kurz, mit ca. 32 Minuten Spielzeit. Es sind 12 Songs, die so ziemlich die gesamte Bandbreite des musikalischen Outputs von LB abdecken. Der Opener "Out Of Style" ist ein typischer Limp-Bizkit-Track, nur mit einer sehr positiven Message. Darin sagt Durst, dass sein Style für immer "fresh" ist, weil er ihn bzw. sich niemals ändert und somit "fresh" bleibt. Es ist aber eher eine Art "Intro" als richtiger Song. Wenn auch ein sehr fettes. "Dirty Rotten Bizkit" geht in eine ähnliche Schiene und ist ein schamloser Selbst-Promo-Track wo es nur darum geht, wie geil diese Band eigentlich ist und dass die Hörer den "dreckigen" Bizkit-Sound brauchen. "Dad Vibes" kennt man ja schon, darum weiter zum nächsten Song: "Turn It Up, Bitch" klingt einfach nach Cypress Hill. Nur mit typischen Durst Flow anstelle von B-Real. "Don't Change" ist ein Cover von INXS, dass hier zu einer Ballade verwurstet wurde. Und ich muss sagen, ich mag's. Balladen waren nie wirklich die Stärke dieser Band, darum ist es eine gute Idee gewesen einen fremden Text dafür zu nehmen. "You Bring Out The Worst In Me" ist eine recht obskure Mischung aus neuartigen Metalcore und ruhigeren LB-Klängen. In "Love The Hate" spricht Fred Durst mit sich selbst. Es ist ein gestelltes Dialog zwischen zwei Freunden, die Limp Bizkit hassen und sich gegenseitig darin bestärken, bis sich herausstellt dass einer von beiden früher tatsächlich die Band gehört hat - sodass der zweite wütend wird. "Barnacle" könnte ein Nirvana-Cover sein. Kein Grunge-Song, sondern ein Nirvana-Song. Vom Stil her sehr ähnlich, nur halt ziemlich glatt poliert. "Empty Hole" ist ein weiterer ruhiger Song, der sehr depressiv klingt. Ich finde, es könnte gut sein, aber es wirkt irgendwie erzwungen. Das darauffolgende "Pill Popper" gehört meiner Meinung nach ebenfalls zu den schwächeren Songs hier. Es ist ein sehr verkürztes Statement zur US-Amerikanischen Pharma-Industrie. Fängt gut an, endet aber in aggressiven "Gimme my medicine"-Refrain. Die Riffs sind natürlich große Klasse, aber daraus hätte man einfach mehr machen können. "Snacky Poo" ist eine reine Rap-Absage an Follower/Likes/Social Media. Es ist interessant wie diese Band genau diese Medien genutzt hat um dieses Album zu promoten, gleichzeitig sich aber herzlich wenig über negativen Output schert. Das Outro zu dem Song ist ein fiktives Interview mit Wes Borland (geführt von ihm selbst), worin er alle Fragen uninteressiert mit "Yeah" beantwortet. Das abschließende "Goodbye" ist ein überraschender, herrlich poppiger Track der genauso eine B-Seite zu "Behind Blue Eyes" hätte sein können. 

Ich muss sagen, dass ich sehr überrascht bin. Nach zehn Jahren warten auf ein neues Album, was soll da schon gutes kommen? Wirkt auf mich als hätten viele irgendwas anderes erwartet. Eine Art zweites "Gold Cobra" oder ein mainstream fähiges Album wie "Results May Vary". Stattdessen haben wir etwas dass alle Genres bedient die LB schon bespielt hat. Es gibt Riffs über Riffs, ein paar Balladen, ein 80s Cover Song (so wie "1999" von Prince oder "Faith" von George Michael), Seitenhiebe auf Kritiker und viel "We Don't Give A Fuck". Und reine Rapsongs. Sowas gab es zwar schon mehreren anderen Alben, aber immer mit einem Feature (Method Man, X-Zibit, Redman, DMX, Snoop Dogg). Diesmal gibt es keine Features. Ein super beschissenes Artwork, so wie immer. Es ist genau das, was man insgeheim von Limp Bizkit haben wollte. Eine Rückbesinnung auf alte Zeiten. Mittelfinger hoch. Scheiß auf alles. In Zeiten von Covid-19 ist dieses Album ein klitzekleiner Lichtblick gewesen. Für diese 32 Minuten scheint die Welt eine bessere zu sein. Ja, das meine ich ernst. Zumindest bis man das Album an die 20 mal gehört hat, da werde selbst ich satt. 

Fazit: Es ist cool, richtig geil und ich bin sehr froh darüber das Album gekauft zu haben. Fühlt sich aber viel mehr wie ein Teaser an und ich hoffe dass nächstes Jahr noch mehr kommt. 

8,75/10 Pfandlfaschen
Anspieltipps: Out Of Style, Dirty Rotten Bizkit, Dad Vibes, Turn It Up Bitch, Barnacle, Goodbye


Sonntag, 29. August 2021

So isses, Musik!#128

Was läuft so?

Seitdem Limp Bizkit diesen Monat auf dem Lollapalooza Festival aufgetreten sind und am Ende ihren neuen Song "Dad Vibes" präsentiert haben läuft bei mir (wieder) ganz schön viel Nu Metal. Und da ich einen neuen MP3-Player habe, der viel mehr Speicherplatz hat, habe ich auch wieder die ersten drei Alben von LB drauf. Dazu kommt noch "Hybrid Theory" von Linkin Park, "Infest" von Papa Roach und...... "Introduction To Mayhem" von Primer55.


Letzteren sind in Europa, so meine ich, gänzlich unbekannt. Es handelt sich dabei, textlich als auch musikalisch um einen Klon von Linkin Park, Limp Bizkit und KoRn. Allerdings ist das Album wesentlich Hip-Hop-lastiger. Es funktioniert nach dem altbewährten Schemata. Jeder Song hat ein großes Intro, dann kommt ein Rap-Part, im Refrain dreht der Sänger komplett durch. Dazu kommt noch eine ruhigere Bridge und ein famoses, ebenso großes Outro. Zum Beispiel, hier in "Loose":


Sänger J-Sin ist übrigens vor ein paar Jahren an Hepatits C gestorben. Sehr schade um ihn und die Band, aus der etwas hätte werden können, hätten sie nicht immer wieder dasselbe gemacht. "Introduction To Mayhem" ist nämlich ein absoluter Banger. Ein klischeebeladenes, großartiges Album.

Um auf Limp Bizkit zurückzukommen. Ich feier den neuen Song absolut. Ich bin auch nicht blöd und habe schon verstanden, dass Fred Dursts neuer Look (sieht aus wie ein Undercover Cop) eigentlich nur ein Promo Move für die neue Single ist. Ich bin gespannt, ob dieses Jahr, nach zehn Jahren warten, endlich der Nachfolger zu "Gold Cobra" kommt. Der neue Song ist zwar nicht so "rockig", wie ich ihn gerne hätte, aber er "slappt" trotzdem. Anyways, hier ist der ganze Auftritt auf dem Lollapalooza und hier ist "Dad Vibes":





Igor K - Der Crackdance (2017)

Diesen Song hier habe ich vor Ewigkeiten auf YouTube gefunden, leider gibt es ihn dort nicht mehr. Wahrscheinlich war das dazugehörende Video wohl zu krass. Es geht um Frankfurt am Main und es geht um Crack. Hier ist der Rapper Igor K mit dem "Crack Dance". 

HIER ist der Soundcloud-Link weil ich leider nichts einfügen kann -.-


MC Heroin - Mein Train (2010)

Kam auf diesen Song, weil ich letztens das erste Mal seit 5 Jahren (legal) malen war. Der Song ist gar nicht mal so gut. Aber ja. 


Taqbir - s/t (2021)

Auf dem Cover ist eine Frau in Verschleierung zu sehen, im Hintergrund eine Abrissbirne die Mekka trifft. Die 7inch erschien bereits in Februar, tauchte aber immer wieder auf meinem YouTube-Feed auf (meine das Video von Vinod Karki) und ich war die ganze Zeit vom Artwork angetan, schaffte es aber nie so wirklich reinzuhören. Vielleicht habe ich es aber schon getan und irgendwie wieder vergessen. Jedenfalls: Taqbir bestehen aus einer Sängerin aus Tangier, Marokko und vier Typen aus anderen Städten. Sie selbst befindet sich gar nicht in Morokko zur Zeit und ihre konservative Familie wäre alles andere als begeistert darüber, dass sie Sängerin in einer Band ist die ein furchtbar böses islamfeindliches Album veröffentlicht. Oder eine EP. "Taqbir" ist im Grunde genommen der "Allahu Akbar"-Ruf bzw. der Name dafür, der Song "Al-Zuki Akbar" bedeutet dann sowas wie "Gott ist im Arsch groß" oder so. Wenn man sich noch die Aussage "Mecca for me, is the representation of capitalism" reinzieht, dann merkt man dass die Band sehr islamkritisch eingestellt. Ich verstehe kein Wort von den Texten, bin aber sehr froh darüber dass es solche Bands da draußen gibt, die in solchen Ländern solche Meinungen vertreten. Und ich weiß, dass es äußerst schwer sein kann, das als "Punk" zu tun.

9/10 Pfandflaschen
Bandcamp

Full Of Hell werden im Oktober ein neues Album veröffentlichen.

Ich habe den Nachfolger von "Trumpeting Ecstasy", "Weeping Choir" leider wenig Gehör schenken können. Zu viel Arbeit in den letzten drei Jahren. Aber ich werde das nachholen. Spätestens wenn "Garden Of Burning Apparitions" draußen ist. Und hier ist das Video zum neuen Song: "Industrial Messiah Complex": 


Ähnlicher Fall bei Carcass

Im September wird "Torn Arteries" rauskommen. Finds schön, dass sie irgendwo eine Art Hommage an ihr Erstlingswerk (ich meine natürlich das Cover-Artwork) machen. Hier jedenfalls das Video zu "Kelly's Meat Emporium":


Das ist aber nicht das einzige neue. Hier ist das allerneueste!!!






2. Metallica - s/t (1991)

1. Nirvana - Nevermind (1991)

So isses. Wir sind am Ende. Ich danke an dieser Stelle, nochmal, allen Beteiligten: Marlyn, Philipp und Raphael für die Reviews bzw. die Video-Reviews. (Hier noch mal das letzte) Ich denke, dass es dieses Jahr keine solche oder ähnliche Liste mehr geben wird. Dafür fange ich in September mit Discographies von verschiedensten Künstlern/Bands an. Teilweise um Lücken zu schließen, teilweise weil ich einfach Bock drauf hab. Lange geredet, auf geht's:

Es ist nicht das erste Album von Nirvana. Dieses war "Bleach" mit Dale Crover von den Melvins am Schlagzeug. Im Jahre 1989. Das sage ich nur mal so, falls irgendjemand tatsächlich denkt, das hier wäre ihr Erstling, weil sie damit sich in die Charts katapultiert haben. 


Ich hatte, wie viele Jugendliche, irgendwann auch eine Nirvana Phase. Ich glaube das war ungefähr mit 13 oder 14. MTV zeigte zum Todestag Kurt Cobains den ganzen Tag Nirvana-Videos und Kurt Cobain Dokus. Damals (oder vielleicht 1-2 Jahre davor) kam auch die Best-Of, schlicht "Nirvana" betitelt mit dem neuen, unveröffentlichten Song "You Know You're Right". Ich war vom Video begeistert, welches Cobains Destruktivität bei Live-Auftritten gezeigt hat. War absolut im Nirvana-Hype. Und dennoch habe ich kein einziges Album besessen. Das kam erst später.

Es existiert ein Verständnis meinerseits für die Leute, die von Nirvana genervt waren. Die Band wurde bis zum geht nicht mehr gehypt. So sehr, dass der Leadsänger sich aufgrund des enormen öffentlichen Drucks, seiner Heroinsucht und noch dutzend anderen Gründen umgebracht hat. Sie waren augenscheinlich auch verantwortlich für einen Haufen Bands die Metal umgebracht haben. Ich verstehe, dass man sich auf den Schlips getreten fühlt. Allerdings liegt das in der Natur des Ganzen. Neue Bands/Musikrichtungen schlucken alte, die Musik evolutioniert usw. usf. Dabei war es gar nicht der Tod des Metals. Dieser evolutionierte ebenfalls mit. Hätten wir Nirvana, Faith No More oder andere Bands aus der Zeit nicht gehabt, hätten wir kein Nu Metal, kein Crossover gehabt. Ich wäre nicht der Punker/Metalhead gewesen der ich bin/war. Je nachdem wie man das betrachtet. 

Mal ganz nüchtern betrachtet: Ich hätte dieses Album nicht auf die Spitze gewählt. Ich tue mir sowieso schwer mit sowas. Allerdings lässt es sich nicht leugnen, wie einflussreich es war. Wie viel Herzen es hat höher schlagen lassen. Es stinkt und trieft nach dem Jahr 1991. Ein einziges Lied hat eine Stadt namens Seattle überhaupt in den öffentlichen Fokus gerückt. Musikalisch gesehen. Natürlich waren Nirvana nicht die einzigen Grunge-Pioniere. Da wären noch Alice In Chains, Soundgarden und naja natürlich auch Pearl Jam. Doch sie waren es, die rein zufällig, den richtigen Tritt in den Arsch getätigt haben.

"Nevermind" ist ehrlich gesagt, sehr sauber produziert. Trotzdem hört man viele Hardcore Punk Einflüsse, Metal Einflüsse... Melvins, Hüsker Dü (vor allem in Territorial Pissings meiner Meinung nach) und tatsächlich auch ganz wenig Celtic Frost. Wobei letztere viel mehr auf "Bleach" zu spüren sind. Ich bin nicht der Meinung, dass es besser ist als das vorherige Nirvana-Album in dieser Liste, nämlich "In Utero", oder schlechter. Es ist einfach wesentlich anders. Das hier ist voll mit "Hits", das andere voll mit Songs die anders reinhauen. Und weil das Thema in letzter Zeit in den Medien ist: Ich sehe das etwas zwiespältig, dass das ehemalige "Kindermodel" jetzt die Band (bzw. die übriggebliebenen Mitglieder Dave Grohl und Krist Novoselic) wegen Kinderpornographie verklagt. Und das nachdem er das Foto in seinem Leben mindestens vier Mal nachgestellt hat und sich den Albumtitel auf die Brust hat tattoowieren lassen. Trotzdem hätte das Cover so nicht sein müssen und bei Re-Releases hätte man es retuschieren oder zensieren können. Definitiv.

Ich sag: 9,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Ich würde fast schon sagen, alles. Aber bleiben wir mal sachlich: Breed, Come As You Are, Smells Like Teen Spirit, In Bloom, Come As You Are, Lithium, Polly, Territorial Pissings

Und weil Marlyn auch was dazu zu sagen hat, sagt sie nun auch was dazu:

"Auf Platz 1 der Liste steht also "Nevermind", was meines Erachtens nicht sonderlich überraschend ist. Hier also mein Senf zu dem Album mit dem neuerdings so umstrittenen Artwork:

Auch "Nevermind" habe ich als Teenie mit meinem mickrigen Taschengeld im örtlichen Kaufhaus erstanden. Und trotz meiner ebenso mickrigen Englischkenntnisse riss es mich schon damals aus den Converse All Stars. Die im Vergleich zu den anderen Alben Nirvanas zugänglicheren Songs holten mich einfach ab und waren ein idealer Einstieg in „alternative“ Musik. Heute höre ich "Nevermind" mit jeder Menge Nostalgie. Obwohl es sich insgesamt als runde Produktion anfühlt, ist es doch ein Widerspruch in sich. Wollten Nirvana der damaligen florierenden Seattler Grungeszene den Rücken kehren, wurden sie dadurch zu deren Sinnbild schlechthin. Die Produktion ist gleichzeitig punklastig, dennoch glatt. Cobain wurde durch Nevermind zu einem Popidol, das er nie sein wollte.
Gleich der erste Song des Albums ist DIE Hymne der 90er – Smells Like Teen Spirit. Kaum einer kennt das Riff nicht. Die erste Hälfte des Albums beinhaltet alle vier Singleauskopplungen, nämlich Smells Like Teen Spirit, In Bloom, Come As You Are und Lithium. Sozusagen ein Banger nach dem anderen. Fast, wenn man Breed übersieht, das etwas aggressiver und punkiger daherkommt. Polly ist zwar rein musikalisch recht ruhig gestaltet, lyrisch aber wohl der aufwühlendste Song auf dem Album. Explizit wird die Folter und Vergewaltigung einer Minderjährigen aus Tacoma beschrieben. Als Highlights der zweiten Hälfte sehe ich Drain You, in dem der für Nirvana so typische Gitarreneffekt schön zur Geltung kommt, On a Plain (trotz der Suchtthematik poppig mit einem sehr catchy Chorus) und das vorläufige Schlusslicht Something in the Way (melancholisch und wunderschön unterlegt mit Cello und einer leicht verstimmten Akustikgitarre). Nevermind hat aber noch einen Hidden Track, der nicht unerwähnt bleiben soll. Es handelt sich hierbei um einen Mitschnitt einer Jamsession, wobei die Instrumente regelrecht malträtiert werden. Cobains Gitarre hat die Jam übrigens nicht überlebt. Zusammengefasst würde ich sagen, dass Nevermind den Titel als das prägendste Album der 90er absolut verdient hat. Ich finde, dass es den Zeitgeist der Generation X unheimlich gut eingefangen hat. Zudem besteht immer noch ein großer Einfluss auf heutige Produktionen. Zwar gefällt mir sein Nachfolger In Utero besser, aber auch Nevermind gebe ich die volle Punktzahl: 10/10 Pfandflaschen.  
Anspieltipps: Smells Like Teen Spirit, In Bloom, Lithium, Polly, Something in the Way"



Donnerstag, 16. Juli 2020

So isses, Musik!#104

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe "So isses, Musik!". Da ich für bis wahrscheinlich September keine Konzertposter habe bzw. Veranstaltungen aus der Vergangenheit über die ich sinnieren kann, bleibt "A LOOK IN THE PAST" erstmal aus. Dafür habe ich ein sehr neues Album von einer ziemlich neuen Band, dass ich euch gerne mal vorstellen würde.

It's NEWCOMER TIME!:

Wazmo - Insight (2020)

Okay, ich war zuerst skeptisch als mir Wazmo für ein Review vorgeschlagen wurden. Danach hörte ich allerdings rein und war echt ziemlich ziemlich positiv überrascht.

Wazmo kommen aus Nova Scotia (Kanada) und machen erst seit letztem Jahr gemeinsam Musik. Sie beschränken sich dabei nicht auf ein bestimmtes Genre, da alle vier Mitglieder verschiedenste Einflüsse in die Band einbringen. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass sie irgendwo auf der
Djent/Metalcore-Schiene sind. Andererseits gibt es da Songs wie "Knot" (der nach 90er Jahre Grunge schreit) oder "Cursed" (der für mich eine gelungene Reminiszenz an die schwereren Bands der Nu Metal Ära ist). Wazmo sind einerseits typisch für das Genre: Zuckerbrot/Peitsche-Effekt mit mal cleanen mal harschen Vocals. Viel Melodie und gleichzeitig auch einiges an Blastbeats und Chugga-Chugga. Zumindest so n Bisschen. Ich kenne so einige Amateur-Bands aus der Vergangenheit die sich gleichzeitig an verschiedenen Genres ausprobiert haben - und es war einfach nicht immer gut. Wazmo schaffen es allerdings, ihre Fühle in verschiedene Richtungen auszubreiten und dabei kein einziges Mal beschissen zu klingen. Textlich betrachtet geht es um die uns bekannten Themen wie Depression als auch die Welt im Umschwung. Ich kann nicht ganz sicher sagen an welche Bands mich das alles erinnert aber ich würde fast schon sagen etwas Meshuggah, etwas Fear Factory und definitiv irgendwelche Metalcore-Bands, die ich kaum oder gar nicht kenne. Auf jeden Fall stabile Arbeit und interessantes Cover-Artwork!

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Borrowed Eyes, Sever, Iris, Break The Cycle
Ihr könnt das Album auf Bandcamp anhören
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Top 40 Nu Metal Songs of all time by loudersound.com, Teil 8

5. "Alive" von P.O.D. aus "Satellite" (2001)



9/10 Pfandflaschen
P.O.D. waren schon immer christlich, hatten sogar einen Song gegen Abtreibung (der allerdings lange vor ihrem Erfolg veröffentlicht wurde sodass keiner davon weiß). Die Message in den Texten ist ergo schon immer "lebensbejahend" gewesen. Wie auch hier. Das ist auch nicht schlimm und tatsächlich ziemlich abwechslungsreich, wenn man die ganzen Nu Metal Bands anguckt die eine "wir gegen die"-Einstellung gefahren sind. Man muss nur ganz kurz diesen schäbigen christlichen Aspekt im Hinterkopf ausmachen. Geiler Song!


4. "Last Resort" von Papa Roach aus "Infest" (2000)



10/10 Pfandflaschen
Ganz ehrlich? "Last Resort" ist für mich einer der besten (Nu Metal)-Songs überhaupt. Ohne Scheiß jetzt. Viele machen sich darüber lustig, es ist so emo und so "white boy problems" etc. etc. Das Ding ist: es ist ein absolut tieftrauriger Song über Suizidversuche, der damals vielen Jugendlichen aus dem Herzen gesprochen hat. Ich war zum Glück nie suizidgefährdet aber ich bin einfach IM Wasser gebaut und solche Songs berühren mich tatsächlich sehr. Lange Rede, kurzer Sinn: Das hier ist die Nummer der Suizidhotline: 0800 1110111

3. "Chop Suey!" von System Of A Down aus "Toxicity" (2001)



9/10 Pfandflaschen
Heutzutage etwas abgenutzt, aber nur etwas. Als ich dieses Video zum ersten Mal gesehen habe wusste ich absolut nicht was ich von dieser Band halten soll. Mittlerweile bin (immer noch) Fan und bin tatsächlich traurig darüber dass SOAD immer NUR mit diesem Song in Verbindung gebracht werden. Eine Pfandflasche Abzug weil unfassbar viel und vielleicht auch zu oft gehört.

2. "Blind" von KoRn aus "KoRn" (1994)



10/10 Pfandflaschen
Einer der besten Opener für ein Album. Einer der besten Opener für eine ganze Ära

1. "Break Stuff" von Limp Bizkit aus "Significant Other" (1999)



10/10 Pfandflaschen
Das ist übrigens mein Corona-20-Sekunden-Händewaschen-Song. Ich singe tatsächlich den ersten Part bis zum Refrain. Ein absolut großartiger Banger über einen dieser Tage an denen du jemanden in die Fresse hauen willst. Außerdem: WTF, guckt euch dieses Video mal an! Was für Leute da mitspielen. Ich meine ja, Paulie Shore, Eminem, Snoop Dogg, Dr. Dre das ist mir alles klar. Aber Roger Daltrey von The Who (bei 1:21)? Kein Wunder, dass Limp Bizkit paar Jahre später "Behind Blue Eyes" gecovert haben.

So. Das wars nun mit dieser Liste. Haltet die Augen und Ohren offen um zu sehen was als nächstes kommt.

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Queen Discography: A Kind Of Magic (1986)

Dieses sagenhafte, mittlerweile zwölfte Album von Queen bietet wie der Vorgänger eine Ficktonne an großartigen Songs, die sich nur so ins Gedächtnis einbrennen. Dabei verzichten Queen auf keinen Fall auf Experimente, vergessen aber ihre Hard-Rock-Wurzeln nicht. Es beginnt mit dem großartigen Martin-Luther-King-Gedächtnis-Song "One Vision", dass schon mal von Laibach als "Geburt einer Nation" gecovert wurde. Falls ihr schon mal wissen wolltet, wie ein Song über MLK zu einem martialisch klingenden Marsch werden kann, so gebt euch das mal. Ich finds auch richtig geil, wie
der Song zum Ende fast schon EBM-mäßig klingt, wie Nitzer Ebb oder so. Daraufhin wird es richtig groovy und melancholisch mit dem Titelsong. Queen schaffen es, gleichzeitig ihren eigenen Sound beizubehalten und für die damalige Zeit zeitgemäß zu klingen. Wie eine poppig klingende, Hard Rock Band mit New Wave Einschlag. Und ziemlich funky obendrein. Diese gottverdammten Gitarrenfrickeleien von Brian May. Oh mein Gott! Herrlich! Es kann gut sein, dass es eines meiner Lieblingsalben von ihnen ist, weil daraus ein gewisser Anteil an Musikvideos auf der "Greatest Flix"-Compilation rausgekommen ist, die ich mir als ich klein war pausenlos reingezogen habe. Mein Opa hatte eine exzellente VHS-Sammlung. Apropos EBM: "Don't Lose Your Head" ist ebenso beinahe ein EBM-Song. Dann wäre da noch so Balladen wie "Who Wants To Live Forever" oder "Friends Will Be Friends". Dazu kommt noch dass einige Songs in abgeänderten Fassungen für den Film "Highlander" verwendet wurden, wie "Princes of the Universe".

So, genug gelobt. Ich bin nach wie vor sehr zufrieden.
9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Princes Of The Universe, Friends Will Be Friends, One Vision, Don't Lose Your Head, Who Wants To Live Forever, A Kind Of Magic


Sum 41 Discography: 13 Voices (2016)

Okay, zunächst mal die guten Sachen. Der Drummer Steve Jocz ist ausgestiegen, dafür kehrte der Gitarrist Dave Baksh zur Band zurück. Er gesellte sich zu seinem Nachfolger Thom Tacker. Jocz wurde durch Frank Zummo ersetzt. So wurden Sum 41 das erste Mal seit ihrer Gründung zu einem Quintett. Sänger Deryck Whibley befand sich vor den Aufnahmen auf Alkoholentzug und musste diverse motorischen Fähigkeiten neu erlernen bzw. wieder auffrischen.

Whibley hat durch das Schreiben der Texte für "13 Voices" seine Alkoholsucht bzw. die Therapie verarbeitet. Er hat sich für die Lyrics von Filmen von Tarantino und Tim Burton inspirieren lassen. Einige ließ er dabei ohne Ton laufen und begleitete das Geschehen auf dem Bildschirm mit Gitarre. Das Ergebnist ist tatsächlich ein fiktiver Soundtrack für einen fiktiven Film. Viele der Songs könnten aus modernen Action-Filmen aber auch aus Post-Noir-Streifen stammen. Andere sind wiederum typische SUM 41 Songs ("Goddamn I'm Dead Again"), sprich Pop-Punk mit Metal-Elementen.

Insgesamt eigentlich gar nicht mal schlecht. Mein Problem ist allerdings, dass Sum 41 damit in die ähnliche Sphäre wie Green Day eintreffen. Nämlich relativ vorhersehbarer, "epischer" Stadion Rock. Und das langweilt mich nach ner Zeit etwas. Technisch betrachtet ist das Album allerdings, definitiv, so sage ich, gar nicht schlecht.

6,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Breaking The Chain, Goddamn I'm Dead Again

Samstag, 13. Juni 2020

So isses, Musik!#101

Hallo und herzlich willkommen zur 101sten Ausgabe von "So isses, Musik!". Diese hat nichts mit Dalmatinern zu tun. Höhö. Und jetzt genug schlechter Witze.

A LOOK IN THE PAST:

HYSTERESE + THE HIGH SOCIETY + BOB ROONEY am 08.06.2013 im B-Hof, Würzburg

Dieses Plakat hängt hier seit Ewigkeiten und doch kann ich mich gar nicht so wirklich an das Konzert
erinnern. Woran ich mich definitiv erinnern kann, ist dass The High Society (die aus dem Nürnberger Punk-Inzest-Spektrum kamen)(und definitiv unfassbar geil waren) nicht spielen konnten weil ein Bandmitglied oder zumindest jemand der der Band nahe stand leider verstorben ist. Bob Rooney fand ich damals unfassbar geil und habe sie insgesamt an die drei oder vier Mal gesehen. Hysterese halte ich bis heute für eine der besten melodischen Punk Bands der modernen Zeit. Ich mag die semi-okkulte Symbolik gepaart mit dem lockeren Sound. Ich meine mich zu erinnern dass ich an dem Abend mir zwei Patches der Band gekauft habe - es kann natürlich auch sein dass es ein anderer Abend war - eins davon ist nun auf meiner Bomberjacke, das andere liegt immer noch rum. Und das nach sieben Jahren lol. Wie gesagt, ich kann mich kaum an den Abend erinnern, hinsichtlich der Zusammenstellung muss das ein guter Abend gewesen sein.

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Top 40 Nu Metal Songs of All Time by loudersound.com, Teil 5

20. "Giving In" von Adema aus "Adema" (2001)


Irgendwie catchy, aber irgendwie zu sehr Linkin Park mäßig und irgendwie vorhersehbar. Not my can of Mixery. Sorry.

5/10 Pfandflaschen
19. "Crawling In The Dark" von Hoobastank aus "Hoobastank" (2001)


Das gefällt mir sehr gut. Habe fast vergessen was für ein hidden gem das hier ist. War glaube ich auch auf dem Soundtrack zum ersten Spider-Man-Film(?). Gar nicht mal so nu-metal-mäßig. Eher Post-Hardcore. Catchy. Sehr catchy.

8/10 Pfandflaschen

18. "Butterfly" von Crazy Town aus "The Gift Of Game" (2000)


Ein Song der auf einem Sample aus einem RHCP-Song basiert und dadurch als auch durch den merkwürdigen Text zum Erfolg wurde. Ich kann ihn einfach nicht mehr hören. Es gibt so viele bessere Songs auf "The Gift Of Game", auch wenn das ganze Album kein non plus ultra ist. Nein.

5/10 Pfandflaschen

17. "Rollin'" von Limp Bizkit aus "Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavoured Water" (2000)


Dazu muss ich nichts sagen. Zeitloser, wenn auch etwas cringiger Klassiker.
9/10 Pfandflaschen

16. "Freak On A Leash von Korn aus "Follow The Leader" (1998)


Ich glaube, dazu muss ich auch nichts sagen.
10/10 Pfandflaschen
Blink-182 Discography: Dude Ranch (1997)

Zweites Album von Blink-182 und gleichzeitig das Major-Debüt der Band, nämlich beim Label RCA. Im Vergleich zum Erstling "Cheshire Cat", welches ich sehr anstrengend und nervig fand ist das hier doch ziemlich solide. Mark Hoppus, Tom DeLonge und Scott Raynor haben sich sowohl musikalisch als auch textlich wesentlich verbessert. Inhaltlich geht es natürlich um Herzschmerz, Mädchen, Erwachsenwerden, Zurechktkommen mit seelischen Schmerz und so weiter. Und natürlich darf auch der obligatorische Pipi-Kaka-Witz nicht fehlen. So verabreicht Mark Hoppus in Outro seinem (imaginären) Hund seine Pisse zum Trinken. Okay.

Hoppus und DeLonge wechseln sich beim Gesang ab, so wie es man von ihnen gewohnt ist. Nasale gegen "normale" Stimme. Poppiger, teils sehr alberner, jedoch stellenweise ziemlich ernster Skate Punk der als Inspiration für viele Bands des Genres diente. Meiner Meinung ist es auch verdammt gut rauszuhören, dass Blink-182 sich hierauf zwar in dem Goofy-Pop-Punk-Spektrum bewegen aber schon bald etwas größeres aus ihnen wird. Es ist mal wieder eins von diesen Alben auf dem Weg zum Erfolg - und zwar in diesem Falle "Enema of The State". Noch nicht so gut, wie das nächste aber definitiv besser als das davor.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dick Lips, Dammit, Lemmings, Pathetic



Paradise Lost Discography: In Requiem (2007)

Langsam neigt sich die Discography von Paradise Lost dem Ende zu. Es wird definitiv nicht schlechter, jedoch auch nicht kontinuierlich besser. Viel eher weiß die Band welche Knöpfchen sie drücken muss um bei ihrer Hörerschaft anzukommen und natürlich auch um ihre eigene Musik gut zu
finden.

In Requiem geht wieder mal mehr in Richtung Metal, Sänger Nick Holmes hört sich wieder mal stellenweise an wie James Hetfield. Gleichzeitig gibt es immer noch Keyboards, Chöre und seichtere melancholische Songs. Das gepaart mit richtigen Bangern wie "Requiem" ergibt eine äußert zufriedenstellende Mischung. Es ist jedoch schwer zu vergleichen mit Alben wie "Gothic" oder "Icon".

Allerdings ist es technisch, lyrisch und musikalisch betrachtet trotzdem ein verdammt gutes Album. Ein Paradise-Lost-Album eben.

7,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Never For The Damned, Requiem

Donnerstag, 6. September 2018

So isses, Musik!#61

Hallo und häßlich willkommen zu einer neuen Ausgabe "So isses, Musik!". Als erstes werde ich über die paar Konzerte schreiben, die ich im August besucht habe.

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Majority Rule, Multicult, Kishote am 04.08.2018 im AZ Mülheim

Das ist irgendwie gar nicht mal so leicht über ein Ereignis zu sprechen, was vor einen Monat stattgefunden hat. Jedenfalls bin ich hingegangen weil Majority Rule gespielt haben - die ich vorbildlich auf dem FLUFF verpasst habe. Den Anfang machten Kishote aus Bielefeld: Feinster Multicult erinnerten mich an Steve Albinis Big Black, zumindest zum Teil. Irgendwie hat die Band es geschafft Noise zu machen, der allerdings nicht chaotisch wirkte sondern als hätten sie jede Note berechnet. Sehr merkwürdig, verstörend und gleichzeitig faszinierend. Majority Rule haben dann natürlich alles abgerissen. Ich gehöre ja zu den Leuten die, zumindest in der Musik, auf dieses Zuckerbrot/Peitsche-Ding stehen. Sprich: Mit relativen sanften Melodien ködern, nur um dann mit einem teuflischen Gesang und einer Wall of Noise alles zu zerstören. DAS habe ich also auf dem FLUFF verpasst? Wenn ich mich recht entsinne, spielten sie auf der großen Bühne - wo sowieso jeglicher Klang komplett kaputt gemacht wird. Ergo: Gut, dass ich sie erst jetzt in einem kleinen Rahmen bei welchen sie nicht auf sondern vor der Bühne gespielt haben, gesehen habe.
Emoviolence der es zustande bringt einen Song ordentlich aufzubauen, nur um dann alles zu zerstören. Verdammt gut, allerdings ziemlich heiser. Und irgendwie auch etwas BM-y. Allerdings sowohl Keller-BM als auch depressiv-und-in-einem-nebel-rumheulend-BM. Herrlich.


Defiance, Public Mischief am 22.08.2018 im Don't Panic!, Essen

Huch. Dieses Mal hats tatsächlich noch mehr Spaß gemacht, weil ich nicht alleine da war. Ich freute mich sehr, da Defiance neben Crass, Doom oder Aus-Rotten der Soundtrack meiner Crust-Jugend waren. Auch wenn Defiance so gar kein Crust sind.

Anyways, den Anfang machten Public Mischief. Ziemlich rotziger, gar nicht mal so witziger Punkrock, der mich nicht wirklich begeistern konnte. Außer in diesem einen Moment, als sie beschloßen den Inhalt eines Zettels zu singen, den wohl ein entnervter Paketbote hinterlassen hat: "Arschloch, Schlampe, leck meine Eier!" Das war wirklich großartig und fast schon dadaistisch.

Defiance können irgendwo immer noch gut abreißen. Man bringt die Leute in Bewegung. Man bringt Klassiker wie "No Future No Hope", "Fuck This City", Fuck Them All", "Fodder"... Allerdings merke ich dass der werte Herr Sänger doch ziemlich ziemlich kaputt ist. Aber egal, er bringt alles. Sie ziehen sogar das Intro zu "Fuck them All" extralang um mehr Spannung aufzubauen. Aber irgendwann ist die Geduld bei mir ausgeschöpft und ich will wirklich raus. War trotzdem gut.

Henry Fonda, Aerole of Ash am 25.08.2018 im Nordpol, Dortmund

Interessant. Vor ein paar Jahren habe ich genau dasselbe durchgezogen wie an diesem Abend. Ich bin erst zum Nordpol gereist nur um später nach Mülheim zu gehen und so zwei Konzerte am selben Abend zu erleben. Dieses Mal war ich aber wesentlich müder und kaputter. Aber egal, ich habe nichts bereut.

Zuerst ging es, wie gesagt ins Nordpol um mir zum 12038213ten Mal Henry Fonda zu geben. Zuerst mal spielten aber Aerole of Ash. Da saß wieder dieser bärtige Typ am Schlagzeug, also konnte die Band nur gut sein. Eigentlich dachte ich, dass ich sie schon mal hier reviewt hab aber stimmt nicht. Also war es eine andere Band mit dem Bärtigen am Instrument. Schon verrückt wie viele Brüder er hat. Jedenfalls war es ziemlich großartig und voll. So voll, dass am Tresen stand und mit dem Kopf genickt habe. HxF waren natürlich auch großartig, allerdings habe ich die Ansagen schon tausend Mal gehört. Auch die Story über die Schnitzelpizza (mit Schnitzel als Pizzateig) kannte ich auch schon. Dieses Mal mischte sich in die Ansagen ein Kerl am Tresen ein und beleidigte jemanden als "Sittich"(!). Wer nutzt den bitte "Sittich" als Beleidigung? WTF.

Anyways, es war mir wie immer eine Freude, allerdings wollte ich seit Monaten an diesem Abend nach Mülheim zu...

dESTRUKTIVA XI am 25.08.2018 im AZ Mülheim

Das dESTRUKTIVA bezeichnet sich selbst als "Festival for Experimental Art and Music". Da ich ein Freund des Verstörenden bin - und zwar sowohl von Art als auch Music. Leider kam ich, ach was,
ziemlich spät an. Das reichte aber um mir eine Installation von den Künstlern Sarah Kastrau, Robert Görmann, Dai Coelacanth und David Molina anzusehen. Außerdem steckte ich meinen Kopf in einen bespiegelten Glaskasten, sodass ich mein Gesicht um mich herum gesehen habe. Achja und tatsächlich schaffte ich es einen letzten Act namens "N" anzusehen. Das war so ein Typ der in der kleinen Halle auf einem Stuhl saß und seine Gitarre, die mit ungefähr 1000 Pedalen verbunden war, bediente. Erst hörte sich das Ganze an wie ein vorbeifahrender Zug dann wie ein startendes Flugzeug. Ich saß auf der Bühne und war kurz davor umzukippen. War ein schöner Abend!

Gerne wieder. Ehrlich.
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Darkthrone Discography: Transilvanian Hunger (1994)

Es hat sich im Vergleich zum Vorgänger "Under a Funeral Moon" nicht viel verändert. Heißt aber nicht, dass das Album nicht gut ist. Es ist mehr oder weniger ähnlich monoton, bspw. ist der Titelsong eine Aneinanderreihung von drei verschiedenen Riffs, die man wenn man den Gitarre spielen kann,
irgendann im Schlaf spielen könnte. Genauso gehts dann mit "Over fjell gjennom torner". Der Minimalismus ist sozusagen auf seinem höchsten Niveau. Aber ein paar Unterschiede gibt es dennoch. Auf "Under a Funeral Moon" gab es die ersten Texte auf Norwegisch, hier dominieren sie. Es gibt kaum Songs auf Englisch. Außerdem spielte Fenriz Gitarre, Bass und Schlagzeug alleine ein und sandte Sänger Nocturno Culto die Texte zu, sodass er sie aufnehmen konnte. Achja, einige Songs stammen tatsächlich von niemand geringerem als Varg Vikernes, was dem Album nicht gerade guten Ruhm brachte. Das, die Tatsache dass auf dem Backcover Unsinn a lá "Norsk Arisk Black Meal" (ihr könnts euch denken) als auch die Aufforderung dieses Album nicht zu rezensieren (und wer das tut der ist jüdisch) sorgten dafür, dass die Band von sämtlichen Medien (u.a. Rock Hard) boykottiert wurde. Spricht nicht gerade für die Band - allerdings bin ich mir 100%ig sicher, dass solcherlei Aussagen von Darkthrone selbst mittlerweile für dummen Unsinn gehalten werden. Was soll ich sonst noch sagen? Starkes Album, dennoch.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Transilvanian Hunger, Sald Av Satans Sol, As Flittermice As Satans Spys


Killing Joke Discography: Absolute Dissent (2010)

Mittlerweile dreizehntes (!) Album von Killing Joke. Es ist das erste Album nach dem Tod von Bassist Paul Raven, gleichzeitig auch das erste Im Line-Up von 1982: Jaz Coleman, Youth, Geordie Walke und Paul Ferguson.

Im Titelsong geht es um den "absoluten Widerspruch" gegen alles Üble auf der Welt. Dazu zählen scheinbar vergiftete Gewässer und Chemtrails. Oooookay. "Absolute Dissent" verbindet gekonnt KJs Metalfähigkeiten wie auf "Killing Joke" und "Hosannas from the Basements of Hell" mit früheren, wavigeren, melodischeren Werken wie "Brighter than a thousand suns". Im Grunde genommen,
erfinden sie dadurch das Rad zwar nicht neu (immer noch nicht) aber immerhin gestaltet sich das Album ziemlich abwechslungsreich. Dadurch, dass es hier kaum Haudrauf-Songs gibt geht das ziemlich gut ins Ohr. Es wird wirklich alles durcheinander gemischt: Metal, Industrial, Dance und EBM. Mir taugts.

7,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Absolute Dissent, European Super State, Ghosts of Landbroke Grove


Limp Bizkit Discography: Gold Cobra (2011)

Falls ihr schon seit längerem mein Blog lest, also genauer gesagt seit der Wiederaufnahme im Jahre 2011, so ist es euch nicht entgangen dass ich damals das Musikvideo zu "Gold Cobra" verrissen hab. Ich mein, es war ja auch Scheiße. Rückblickend betrachtet ist das Album aber gar nicht mal so schlecht.

"Gold Cobra" ist quasi ein richtiges Comeback-Album. Keine EP ohne Promo, kein beschissenes Post-Grung-Möchtegern-Alternative-Rock-Ding. Schlicht und einfach Limp Bizkit so wie sie Ende der 90er, Anfang der 00er Jahre klangen. Okay, den Sound von "Three Dollar Bill Y'all$" kriegen wir wohl nie wieder zu hören aber was solls. "Gold Cobra" ist: Fred Durst wie er Rhymes spittet, Wes Borland wie er großartige Riffs liefert und Gitarrensoli spielt. Das klingt tatsächlich gar nicht mal schlecht bis man merkt, dass ein Großteil der Texte sich mit sich selbst und der eigenen Vergangenheit beschäftigt. So nach dem Motto "Hey, wir sind da und machen dasselbe wie früher sodass ihr uns wieder mögt". Es ist insgesamt halt wirklich ein guilty pleasure. Ich kann dazu wunderbar den Kopf nicken und so. Aber die Texte sind so cringy wie noch nie. "Douchebag" ist zum Beispiel grauenhaft. "Shark Attack" ist ein Abklatsch von "Break Stuff". "Loser" ist furchtbar weinerlich und könnte fast schon von "Results May Vary" stammen. Naja... Ich bin mal gespannt wie das nächste Album "Stampede of the Disco Elephants" (Veröffentlichungsdatum: 28.17.2071) wird.

Anspieltipps: Get A Life, Gold Cobra, Bring It Back
5,5/10 Pfandflaschen


Metallica Discography: Load (1996)

Ich verstehe nicht wirklich, was alle gegen dieses Album haben. Na gut, ich bin halt auch kein Thrash-Metal-Genre-Purist. "Load" macht da weiter wo "Metallica" aufgehört hat. Man lässt nun jegliche Thrash-Bestandtteile komplett weg. Stattdessen liefert der Vierer ein reines Hard Rock/Heavy Metal Album. Mit viel viel Bluesrock-Einflüssen. Ich bin der Meinung, dass man nicht immer ein und dasselbe Album einspielen muss um gut zu bleiben. Und wie gesagt: Kein Musiknazi
und Genrepurist. Das richtige schlechte Album haben wir noch vor uns: Nämlich im Jahre 2003. Aber egal. Jedenfalls: "Load" ist besser als ich dachte. Mir gefällt sogar das Artwork.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Ain't My Bitch, The House That Jack Built,

Mittwoch, 8. August 2018

So isses, Musik!#60

Hallo und häßlich willkommen zur mittlerweilen 60ten Ausgabe von "So isses, Musik!". Ich habe mir überlegt, ich könnte die "Discography"-Sektion etwas aufpeppen und anstelle von drei immer vier Alben reviewen. Damit etwas mehr Abwechslung reinkommt. Aber erstmal der dritte und somit letzte Beitrag zu FLUFF'18. Natürlich auf Englisch.
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FLUFF FEST'18 in Rokycany, Czech Republic (Part III of III)

Allright folks. I'll try to wrap it up really quick.

Saturday (28th of July)

After waking up and nearly burning myself to death in the sun I wanted to finally enjoy some more bands. The first one I witnessed were Disavow. Kind of Fastcore nearly Powerviolence Style hardcore with some dope ass statements and (former) members of Anchor, as I understand. Very good Spirit Crusher or, as we called them Espirité Crusheé (or otherwise: Sprite Crush) honestly tore the roof off the tent stage. Nice set, nice statements even though sometimes they kind of couldn't get to the point. But that's okay. Also, damn nice of them naming the band after a song by the allmighty Deat. After that: Medication Time at the "All Go No Slow"-Stage. I honestly can't remember how they sound like. Probably pretty fast. Oh wait, actually they sound good. After a long time I finally got my ass to the tent stage again to see the Smudjas, who were the absolut cutest band on this evening. Mostly because of this whole "friendship is important"-thing and the positivity. My favorite act on this day was not a hardcore band or something like that but an ambient/electro artist called Jan Tomas. It's mesmerizing when you're hanging around like a zombie and everyone around is also too, hanging around like a zombie while being hypnotized by his music. Awesome.
start in the day. After that I went to the open stage where an emoviolence/shoegaze kind of a band played. Unfortunately it was the open stage time slot, so I just don't know who it was. If anyone can help me out: It was on saturday, between 16 and 17 o'clock. Thank you. As you may know I hardly go to hardcore shows anymore. I mean, "real" hardcore shows with moshpits and stagedives. The most "new" bands kinda bore me. But

Sunday (29th of July)

Primitive Life very really awesome and well... primitive as hell. Way more punk then the last hardcore band I've seen (I mean Spirit Crusher). Loved it. Schwach were pretty okay. I guess they have to release some songs in english, because it feels kinda strange travelling to Czech Republic and seeing a band singing only in german, while being surrounded by Germans. That's really weird. Also don't be so nervous and learn some more english, dude. We The Heathens - awkward as fuck. I don't get it, honestly. I liked the set of Ancst way more then the last time I saw them - a couple of years ago in Karlsruhe. As I recall it, they didn't have a drummer back in the day. Good, leftist Black Metal which isn't just "Crust with some black metal edge", really. Some time after that Days N Daze played. I just can't get it. Why? Why do they have to play on the main stage? They belong in a club or some muddy backyard in Redneckville.

Darkthrone Discography: Under A Funeral Moon (1993)

Ich habe beschloßen, Darkthrone hier mit reinzunehmen weil sie für mich zu einer der abwechslungsreicheren Sorte Bands im norwegischen Black Metal gehören. Außerdem übten sie nicht nur Einfluss auf BM-Bands sondern auch andere Genres. Falls ihr euch für das Death-Metal-Debüt "Soulside Journey" interessiert, so klickt hier. Für den BM-Nachfolger "A Blaze Under A hier entlang.
Northern Sky" geht es

Für Neulinge des Genres klingt "Under A Funeral Moon" wohl genauso wie der Vorgänger. Allerdings würde ich an dieser Stelle auf die Kurzweiligkeit der Stücke als auch auf die allgemeine Atmosphäre achten. Die Songs sind wesentlich kürzer und der Aspekt "aufgenommen mit einer Kartoffel" wesentlich höher. Anstelle von 7-8 Minuten Spiellänge gibt es hier maximal 4 Minuten pro Song. Es geht direkt los, ohne irgendein Intro. Wo man auf "A Blaze Under A Northern Sky" noch etwas Bezug auf die Death-Metal-Wurzeln raushören konnte, ist das hier wesentlich primitiver, stumpfer und durchaus auch punkiger. Ich finds durchaus genießbar, auch wenn es definitiv nicht mein Lieblingsalbum von Darkthrone ist. Bin allerdings der Meinung, dass es damals zu Unrecht verrissen wurde.

Anspieltipps: Natassja in Eternal Sleep, To Walk The Infernal Fields
7/10 Pfandflaschen
Und hier mal der längste Song


Killing Joke Discography: Hosannas From The Basements Of Hell (2006)

Für den selbstbetitelten Vorgänger, klickt hier.

Zwölftes Studioalbum von KJ. Es hat sich nicht unbedingt viel geändert. Naja, insgesamt betrachtet schon. Die Band hört sich komplett anders an als Anfang der 80er Jahre. Hier erwartet uns ein metallischer, jedoch gleichzeitig mechanischer Sound. Hier und da mehr Metal, da mehr Industrial
bei einigen Stücken sogar fast schon reiner EBM. "Lightbringer" ist hierbei mein Highlight. Der Song kracht urplötzlich herein und will einfach nicht enden. Dabei bleiben der Rhythmus und die Melodie die ganze Zeit über vollkommen gleich. Ich finds großartig, habe ehrlich gesagt aber nicht viel dazu zu sagen. Killing Joke schaffen es, immer noch die Stange oben zu halten.

7,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Lightbringer, Hosannas From The Basements Of Hell, This Tribal Antidote

Limp Bizkit Discography: The Unquestionable Truth, Part 1 EP (2005)

Die "The Unquestionable Truth, Part 1"-EP kam zu einer komischen Zeit raus. Wes Borland kehrte
zurück zur Band. Der Drummer John Otto ist hier allerdings nur auf "The Channel" zu hören. An seiner Stelle hört man Sammy Siegler (Civ, Glassjaw u.a.) Die besten Zeiten der Band waren vorbei. Das erste und einzige Borland-lose Album "Results May Vary" war eher nicht so der Bringer. Also wäre es doch eigentlich super einfach mit diesem Brett wieder hochzukommen, oder? Oder? Nein, stattdessen weigert man sich, jegliche Promo für das Ding zu machen und bringt es "im Untergrund" raus. Okay, das Album ist lyrisch gesehen schon eine andere Nummer. Man gibt sich politisch anstelle von persönlich und sichtlich von Rage Against The Machine inspiriert. Weniger Beats und Interludes von DJ Lethal bzw. so gut wie gar keine. Astreines Rapcore-Album. Auch wenn die Texte etwas cringy sind. Wenn ich was über die korrupten da oben hören will, dann greif ich doch lieber zum Original: RATM. Aber sei's drum. Mir gefällts tatsächlich immer noch ziemlich gut.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Propaganda, The Truth, The Channel


Metallica Discography: s/t (The Black Album) (1991)

Okay. Viele sagen, dass das hier wohl der Untergang der Band gewesen ist. Beziehungsweise ihr kompletter Ausverkauf. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann das genau begonnen hat - aber es steht fest dass das selbstbetitelte Album einen ziemlich krassen Wendepunkt darstellt. Am Anfang haben sie reinen Thrash gemacht, bis sie anfingen ihre Songs progressiver und langsamer zu machen. Und urplötzlich hört man relativ kurze und knappe Lieder die verdammt gut ins Ohr gehen und durchaus charttauglich sind.

Das heißt aber nicht, dass das Album schlecht ist. Es ist eben diese Charttauglichkeit die mir daran gefällt. Vielleicht ist das einfach der Weg gewesen, der für Metallica vorbestimmt war, wer weiß? Jedenfalls ist das, zumindest meinen Ohren zufolge, das erste Album dass die typischen "Chyeaah!" und "Hey!"s von Hetfield enthält. Wenn ich mich nicht täusche. Was mich beim Album stutzig macht, ist ob man hier die politische Gesinnung der Band erkennt. Man packt halt die Schlange der Gadsden-Flag aufs (von Pushead entworfene) Cover und hat ein Song namens "Don't Tread On Me" in der Titelliste. Hmmm.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Unforgiven, Enter: Sandman, Holier Than Thou, Sad But True

Donnerstag, 2. August 2018

So isses, Musik!#59

FLUFF FEST 2018 in Rokycany, Czech Republic, Part II (of III)

Allright so at first you should read the first part, after clicking here. The second part is all about the bands I witnessed live on Friday. The third part will focus around the bands who played on Saturday and Sunday.

The very first band I witnessed played on the half-open Tent Stage. Government Flu is definitely not a new band for me, I already reviewed their earlier appearances at the FLUFF Fest. This time, I could only enjoy the last couple of minutes. Sad. Another band who already played at FLUFF at least two times were Swain. I'm in kind of a inner conflict about them. The music great, this grunge vibe really gets me off. They guys seem sympathetic but all in all it is still just a stage performance. So wtf knows if it's real? After their show I went outside the festival gate and straight towards the Psych Tent. There I became a witness of one of the most outstanding performances ever. A band called Iron Steel played. A mixture of Motörhead, Motörhead and I think I also heard some Motörhead and a bit of Hellhammer and Venom. Three guys in Leather Jackets and with long hair playing one awesome riff after another. Fucking awesome. By the way, the Psych Tent is actually it's own Festival. It even has own Merchandise. So if you want to know what acts played this year, just check out this awesome compilation!  After that I went to the main stage to check out Morrow. It's another band from this dude from Fall of Efrafa. Again, we had some violin, growls, etc.... It honestly sucked. It won't be better if you repeat the same shit over and over again. I liked Zahrada, who played the Tent Stage afterwards. Reminded me of the best elements of Indie Music. The last band on friday (at least for me) were Taste The Floor. I noticed before that I actually saw them live before. I think it was almost 8 years ago at the Paranoya Festival in Dresden. They were the only hardcore punk band along all the crust and grind bands. They were pretty unusual for me at that time. But I liked them. And this time I still did. Check them out!


Allright, so enough about Fluff. You'll read about the other bands next week. Thanks a lot.

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ОСТБЛОК: БАТЮШКА

Okay, wir hatten die Rubrik hier glaube ich schon etwas länger nicht. Daher fackele ich nicht lange und zeige euch, falls ihr sie noch nicht kanntet, eine Band die in letzter Zeit dauerhaft bei mir routiert. Sie kommen übrigens aus Polen. Deswegen passen sie auch so gut in die Ostblock-Rubrik. Batjuschka (so wird der Name übrigens richtig ausgesprochen) bestehen aus Kristofor, Martin und Warfolomej. Im Gegensatz zu vielen anderen Black Metal Bands beschäftigen sie sich nicht mit Satan sondern greifen Themen der russisch-orthodoxen Kirche auf. Deswegen singen sie auch nicht auf polnisch sondern in altkirchenslawisch. Die Mischung ist etwas ungewohnt - es ist quasi BM mit Kirchengesängen. Hier mal ein Live-Auftritt:


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Killing Joke Discography: Democracy (1996)

Ich halte mich tatsächlich sehr kurz. "Democracy" ist das mittlerweile zehnte Album von KJ und obwohl das quasi eine Art Jubiläum und somit ein richtiger Banger sein sollte ist es nicht der Fall. Ich
finde das Album ziemlich ausgelutscht und langatmig. Es macht mir so gut wie gar keinen Spaß das in Dauerschleife anzuhören. So wirklich gar nicht. Bis auf den Titeltrack und "Intellect" finde ich nichts was wirklich hängen bleibt bei mir. Zum Glück weiß ich wie es weiter geht. Killing Joke werden mit ihrem gleichnamigen elften Album zurückkehren und alles zerbersten. Und wie es weiter geht, könnt ihr hier nachlesen.

5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Democracy, Intellect


Limp Bizkit Discography: Results May Vary (2003)

Puh. Das ist ein echt harter Brocken.

"Results May Vary" ist zu einer sehr schweren Zeit entstanden. Wes Borland verließ die Band und man verbrachte die Zeit mit der Suche nach einem neuen Gitarristen. Außerdem kam das Remix-Album "New Old Songs" raus. Der neue Typ der an seine Stelle dann schlußendlich getreten ist, war Mike Smith. Früher bei "Snot" tätig. Der Sound hat sich dementsprechend auch verändert, es ist auch weniger experimentell...  Stilistisch erinnert es mich an so Alternative Rock Bands aus den 90ern oder eher an den Abklatsch davon. RMV ist deutlich depressiver als die restlichen Alben. Es
thematisiert Sachen wie Verlust, Depression, Mobbing, Selbstreflexion usw. Deswegen ist hier auch wenig Platz für ein ständiges "motherfucker". Solche Songs wie auf "Chocolate Starfish..." (und dergleichen) kann man an einer Hand abzählen. Der Rest ist ziemlich pathetisches, gitarrensololastiges Zeug. Dazu kommt aber das obligatorische Hip-Hop-Feature: "Red Light, Green Light" mit Snoop Dogg. Was übrigens gar nicht mal so gut ist. Fred Dursts Part ist sehr cringeworthy. Versteht mich nicht falsch. Ich mag die wenigen Rapcore-Sachen hier drauf und tatsächlich auch ein paar der melodischeren Songs. Aber insgesamt ist das Album sehr schwer anzuhören. Es zieht sich wie ein Kaugummi. Außerdem cringe ich innerlich wenn ich daran denke, dass Fred Durst "Eat You Alive" über Britney Spears geschrieben hat.

5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Re-Entry, Gimme The Mic, Underneath The Gun, Eat You Alive, Almost Over


Metallica Discography: ...And Justice For All (1988)

Interessant. In diesem Beitrag ist es schon das zweite Album einer Band, die mit einer neuen Besetzung weitermacht. "....And Justice For All" ist Metallicas erstes Album ohne Originalbassist Cliff Burton, der bei einem Busunfall starb. An seiner Stelle tritt Jason Newsted der während seiner Mitgliedschaft für immer der "neue" bleibt.

Für mich und auch viele andere Fans des alten Metallica-Sounds ist hiermit Schluß mit Thrash Metal. Metallica ballern nicht mehr (na gut, schon irgendwo) und liefern stattdessen viel komplexeren Sound. Sehr lange Songs mit vielen Zwischenparts. Außerdem hält man an der Idee des Konzeptalbums fest. "...And Justice For All" behandelt unter anderen Ungerechtigkeiten auf der Welt, weshalb auch der zynische Titel, der aus dem us-amerikanischem Slogan "Liberty and justice for all" stammt. "Blackened" handelt vom Atomkrieg bzw. der Zeit danach, "One" ist generell ein Anti-Kriegslied, während "The Shortest Straw" von Menschen handelt die aufgrund ihrer Ansichten bspw. der politischen Einstellung auf Listen gesetzt wurden. Inspiriert von den Ereignissen in der McCarthy-Ära (siehe Kommunistenhatz in den USA usw. usf.).

Auch wenn hier einige Klassiker drauf sind, ist es von den vier "Early Metallica"-Alben, eins das ich am allerwenigsten mag. Es ist mir stellenweise zu komplex. Außerdem pisst mich an, dass einfach GAR KEIN Bass zu hören ist. Newsted Spur wurde quasi komplett ausgelöscht. Es stört total, sodass ich die Aufnahme nicht komplett genießen kann.

Anspieltips: One, Blackened, ...And Justice For All
7/10 Pfandflaschen