Wir haben Anfang des Jahres 2025 und ich habe immer noch nicht die Alben aufgelistet, die dieses Jahr 20 werden? Ich lass nach. Jedenfalls hier eine nicht komplette Liste
Against Me! - Searching For A Former Clarity
Dir En Grey - Withering To Death
Gogol Bordello - Gypsy Punks: Underdog World Strike
Hellshock - Shadows of the Afterworld
KoRn - See You On The Other Side
Limp Bizkit - The Unquestionable Truth Part 1
Blink-182 Discography: One More Time... (2023)
"So isses, Musik!"#182 mit einem Discography-Eintrag von Blink-182. Das ist tatsächlich purer Zufall, ob ihr's glaubt oder nicht.
"One More Time..." ist, wenn man "Buddha" miteinbezieht tatsächlich schon das zehnte Album der Band. Gleichzeitig auch das erste seit 2015 mit Tom DeLonge, der hier die Nachfolge seines Nachfolgers Matt Skiba (Alkaline Trio) antritt. Ich freue mich für die Band irgendwo, allerdings hätte ich das an ihrer Stelle vielleicht einfach komplett sein gelassen. Aber das ist ja nicht mein Problem.
Ich möchte über dieses Album kein Eimer Scheiße ausgießen. Ehrlich nicht. Aber so ganz meine Can of Mixery ist das nicht. Es gibt hier einige Songs, die wirklich sau gut produziert, geschrieben und eingespielt sind. Als Produzent fungierte hier nämlich Schlagzeuger Travis Barker. Als Positivbeispiele fallen mir auf jeden Fall der Opener "Anthem Part 3" (oha, es gibt schon drei davon) und "Terrified". Letzteres wurde von Nick Long, Sänger von Dark Waves geschrieben. Ursprünglich sollte es als ein Song von Box Car Racer, dem Projekt von DeLonge und Barker erscheinen. "Blink Wave" ist ebenfalls ein absoluter Banger. Schön Synthies eingestreut und alles sehr locker gehalten. Ansonsten muss ich sagen, dass mich "One More Time..."leider etwas langweilt. Es wirkt auf mich alles sehr...erzwungen, müde und irgendwie verkrampft. Als würde man auf Teufel komm raus irgendwie den ursprünglichen Klang wieder erzeugen wollen. Auch textliche betrachtet ist es auch nichts neues, leider. Und das können Gastautoren wie Robert Smith (The Cure) und Tim Armstrong (Rancid) nicht wirklich retten. Zum Glück ist es nicht so überproduziert und ich höre den Unterschied zwischen Mark Hoppus und Tom DeLonge. Auf "California", wo Matt Skiba neben Hoppus sang konnte ich die beiden nämlich kaum voneinander unterscheiden.
Meiner Meinung nach fällt die Bewertung noch ziemlich positiv aus, vergleichsweise. Ja. Tatsächlich.
5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Bad News, Blink Wave, Anthem Part 3, Terrified
Primus Discography: Sailing The Seas Of Cheese (1991)
Ich habe dieses Album 2019 schon mal reviewt und zwar hier. Aber weil drei Meinungen besser sind als eine, hier kommt...
Philipp:
"Scheisn, diese Band macht es einem wirklich schwer, über sie zu schreiben, diese komplette Eigenständigkeit, diese völlig seltsamen Texte, diese Musik, die sich zunehmend irgendwo zwischen Alt-Metal, Polka, Progrock und Jazzcore bewegt, dieser Bass von Les Claypool, der von Album zu Album komplexer wird und irgendwie sowohl Rhythmus- als auch Melodieinstrument ist, diese abgefahrene Gitarre von Ler LaLonde, der sich unaufdringlich im Hintergrund den Arsch abspielt, völlig virtuos aber jenseits jeder Solo-Gitarristen-Eitelkeit, quasi der Anti-Guitar Hero. Oder doch Guitar Antihero?
Jedenfalls kann ich Primus schwer mit irgendeiner anderen Band vergleichen und auch irgendwie relativ schwer in Worte fassen. Interessanterweise habe ich mal gehört (und ich glaube, es war im sehr guten Bandsplain-Podcast), dass Primus völlig von Libido befreite Musik ist. Vielleicht ist es deshalb so schwer, nach den unfassbar horny Deftones über die unfassbar unhorny Primus zu schreiben?
Es geht mit diesem Album so weiter, wie es mit dem letzten Album aufgehört hat, nur wurde der relativ straighte Thrash-Metal-Einfluss zurück geschraubt, es ist aber mit nichten ruhiger sondern einfach komplexer, verschrobener und wirkt immer mehr wie aus einer völlig anderen Welt entsprungen.
8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Jerry Was A Race Car Driver, Tommy The Cat, Is It Luck?"
Raphael:
"Vierzehn Monate nach Erscheinen ihres ersten Studio-Albums „Frizzle Fry“ melden sich Primus schon mit dem zweiten Langspieler zurück. Das Album „Sailing the Seas of Cheese“ hat nicht nur einen großartigen Namen, es stellt außerdem eine konsequente Weiterentwicklung des Sounds auf „Frizzle Fry“ dar. Primus haben zuvor beim Label Interscope Records unterschrieben, wo sie auch noch über die gesamten 1990er bleiben sollten. Ob es an der wachsenden Bekanntheit, an den Gästen, am Majordeal oder doch an ganz anderen Dingen lag, wird schwer messbar sein, aber letzten Endes ist „Sailing the Seas of Cheese“ das erste Primus Album, das in den US Billboard Charts platziert wurde.
Wir schreiben also das Jahr 1991, in welchem auch das selbstbetitelte Mr Bungle erschien. Was Gregor und Philipp dazu zu sagen hatten, könnt ihr hier nachlesen. Außerdem war es ein Jahr, das von Umbruch geprägt war: in Moskau kommt es zum Augustputsch, mit der Operation Desert Storm beginnt die Befreiung Kuwaits im zweiten Golfkrieg, und in der Sozialistischen Föderativen Republik erklären die Teilrepubliken Slowenien, Kroatien und Mazedonien ihre Unabhängigkeit. Außerdem wurde das Rebhuhn zum Vogel des Jahres gewählt – zurecht.
Primus
präsentieren auf „Sailing the Seas of Cheese” ein deutlich
verfeinertes Songwriting im Vergleich zum vorigen Album. Der
sechssaitige Bass und das eklektische Tapping von Les Claypool
spielen hier ebenso eine Rolle wie der 11/8 Takt in „Eleven“
sowie die insgesamt größere musikalische Vielfalt. So entsteht ein
45-minütiger Bastard-Sound, der intelligent, provokant und höchst
verspielt ist. Mit „Tommy the Cat“ ist sogar noch ein ganz
besonderes Stück dabei. Nicht nur ist der Song einer von zwei Titel
auf dem Album, die von Gründungsmitglied Todd Huth geschrieben
wurden. Außerdem hat Tom Waits der Katze seine Stimme verliehen.
Primus haben sich in nahezu allen Bereichen verbessert, und sind nach
„Sailing the Seas of Cheese“ dann auch bereit neue Ufer zu
erkunden, nach den Sternen zu greifen oder einer anderen cheesy
Allegorie nachzugehen.
8/10
Pfandflaschen
Anspieltipps: Sgt.
Baker, Is it luck?, Tommy the Cat"
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