Der Name "Carpenter Brut" ergibt sich wenn man die Champagner Marke "Charpentier Brut" und den Nachnamen des berühmten Horrofilm-Regisseur John Carpenter nimmt. Es handelt sich dabei um Musik aus dem Subsub-Genre "Dark Synth", welches im Grunde genommen eine Form von Synthwave ist. Franck Hueso, der Kollege hinter dem Projekt ist scheinbar (naja eher nicht scheinbar) großer Horrorfilm-Fan, sodass er sogar eine Story in das Album, als auch in den Vorgänger eingebaut hat. Ich weiß nicht ob noch ein drittes kommen wird, aber das davor hieß "Leather Teeth". Dieses hier heißt "Leather Terror" und handelt von jemanden der hier sich an einer Cheerleaderin rächen will, die sich über ihn lustig gemacht hat. Und das in typischer 80er Jahre Slasher/Killer Manier.
Wenn man in das Synthwave-Genre eingetaucht ist, könnte man meinen das hier wäre nichts neues. Schließlich gibt es mittlerweile Synthwave-Künstler wie Sand am Meer. Es werden viele viele sehr viele Elemente aus den 80ern eingebaut und dazu noch irgendwelche Titelbilder für YouTube-Playlists verwendet die von Horror/Action-Filmen aus eben jenem Jahrzehnt stammen. "Leather Terror" ist da allerdings eine ganze Ecke anders. Hueso fokussiert nämlich nicht nur ein auf ein Genre dass sich wie der Soundtrack zu einem 80s Horrorfilm anhört. Stattdessen gibt es auch Ausflüge in ruhigere Gefilde, Metal und Italo Disco. Wenn wir schon von Italo Disco sprechen: Auf "Lipstick Masquerade" ist Sängerin Persha zu hören. Ihre Stimme passt perfekt zu diesem Clubsong, der irgendwie nach Tony Montana und endlosen Kokain-Bahnen klingt. Auf "Good Night, Goodbye" ist Kristofer Rygg von Ulver zu hören, die ja mittlerweile in Synthpop-Gefilden unterwegs sind. Hier ist davon jedoch nichts zu hören. Stattdessen ist das einfach ein Ulver-Song wie er hätte vor zehn Jahren rauskommen können. Schön langsam und melancholisch. Greg Puciato von The Dillinger Escape Plan überrascht einen auf "Imaginary Fire". Der Song hätte von einer Nu Metal Band sein können. Auf dem abschließenden Titeltrack hört man Johannes Andersson von Tribulation. Und naja, der Song klingt einfach nach Tribulation plus Synthesizer.
"Leather Terror" ist ein interessantes, jedoch kurzes Werk. Die Songs scheinen jeweils ein eigenes Genre zu bedienen bzw. eigenes Leben zu leben. Zumindest zum Teil. Es ist kein Einheitsbrei, aber trotzdem ein Soundtrack zu einem fiktiven Horrorfilm aus einem Guss. Schade, dass alles nach 30+ Minuten schon zu Ende ist. Ich habe es nämlich genossen.
8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Leather Terror, Imaginary Fire, Good Night Goodbye, Lipstick Masquerade
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