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Samstag, 30. Januar 2021

So isses, Musik!#116

Hallo!

Da wir nun inzwischen das Jahr 2021 haben, werden dieses Jahr gewisse Alben ganze 20 Jahre alt. Ich liste sie nun auf:



50 Best Rock Albums of the 90s by loudersound.com, Teil 10

Sodala. Das ist das letzte Mal, dass ich dieses Video von Raphi hier verlinkte. Er hat nämlich schon die nächsten zehn Alben besprochen, sodass ich in der nächsten Ausgabe von "So isses, Musik! das nächste Video von ihm verlinken werde. Aber hier isses.

32. Oasis - Definitely Maybe (1994)

Wow. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Album von mir eine so gute Bewertung bekommen wird. Wärend die Brüder Liam und Noel Gallagher nicht solche absolut ekelhaften Kotzbrocken würde das Album eine tatsächlich noch bessere Bewertung kriegen.



"Definitely Maybe" ist das Debütalbum von Oasis, das schon nach den ersten beiden Verkaufstagen Goldstatus erreicht hat. Musikalisch als auch textlich betrachtet ist es das genaue Gegenteil von Grunge. Noel Gallagher war so verwundert bzw. hat kein Verständnis für den Werdegang Kurt Cobains gezeigt, dass er "Live Forever" geschrieben hat. Der Song ist ein lebensbejahendes Statement und steht im Kontrast zu Kurt Cobains Antipathie gegenüber dem Rockstarleben. Ähnlich dürfte es sich bei "Rock And Roll Star" verhalten. Witzigerweise haben Nirvana Oasis wohl doch beeinflusst. Gäbe es die "Negativität" des Grunge nicht, hätte Noel Gallagher nicht solche Songs geschrieben. Sowohl diese bluesigen bis psychedelischen Gitarrenklänge als auch der Gesang Liam Gallaghers. Das klingt alles entweder nach einer härteren Version der Beatles oder nach einer softeren Version von Sex Pistols. In "Cigarettes & Alcohol" klingt Liam Gallagher meiner Meinung nach irgendwo auch wie Johnny Rotten. "Definitely Maybe" ist zudem sehr radiotauglich, eher weich aber trotzdem nicht 08/15 und alles andere als niveaulos. Das gefällt mir, weil es so radio- und ohrwurmtauglich ist. Aber egal, später in der Liste wird noch "What's The Story (Morning Glory)" auftauchen und ich befürchte ich werde es hassen.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Cigarettes & Alcohol, Married With Children, Supersonic, Shakermaker




31. Pantera - Cowboys From Hell (1990)

Eigentlich das fünfte Pantera-Album. Bis dahin haben die vier Schwergewichter des Groove Metal nämlich vier Glam Metal Alben rausgebracht. Die ersten drei hatten einen anderen Sänger vorzuweisen (dessen Name mir hier nicht einfällt), wobei das vierte schon mit Phil Anselmo war. "Power Metal", so hieß es, hatte nichts mit Power Metal zu tun sondern war eine ungewohnte Mischung aus Glam und Thrash. Daraufhin hat man beschlossen die ganzen außergewöhnlichen Frisuren und Klamotten sein zu lassen und in bequemeren Stil auf die Bühne zu gehen. Die "neuen" Pantera waren geboren und die ersten vier Alben sind Raritäten die nicht mal auf der offiziellen Website der Band aufgeführt sind.

So betrachtet ist "Cowboys from Hell" nun also das (Major)Debüt von Pantera. Sie erschufen nicht ganz ein neues Genre sondern definierten Thrash Metal neu. Heraus kam etwas wozu man nicht nur headbangen sondern auch moshen und sich bewegen konnte. Die Musik hatte tatsächlich einen eigenen Groove und eine Art Ohrwurmqualität, die Pantera sprichwörtlich in die Charts katapultiert hat. Darum wohl auch der Name "Groove Metal". "Cowboys From Hell", der Titelsong ist der beste Opener den man für so ein Album nehmen kann. Es eignet sich hervorragend für irgendwelche Videospiele, wie beispielsweise Guitar Hero. Ich finds großartig wie man hier den Einfluss von anderen (Crossover-)Thrash Bands wie Metallica ("Heresy" hört sich irgendwo an wie Master of Puppets, ohne scheiß) oder Suicide Tendencies hören. Gleichzeitig höre ich das wovon sich spätere Metal-Bands sich haben inspirieren lassen. Großartige, mitreißende Refrains, furioses Guitar Shredding von Dimebag Darrel, eindringlicher Gesang von Phil Anselmo. Ich höre hier spätere Bands wie Staind oder Mudvayne heraus. Wäre Anselmo nicht so ein dummer Hurensohn der auf der Bühne "White Power" schreit, dann wäre er auch richtig sympathisch. Schade ums Talent und schade um diese großartige Band.

Anspieltipps: Cemetery Gates, Cowboys From Hell, Heresy

9/10 Pfandflaschen



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Ceremony Discography: In The Spirit World Now (2019)

Wie ihr aus den vorherigen Reviews rauslesen könntet, haben sich Ceremony inzwischen vollkommen vom Powerviolence/HC/Post-Hardcore verabschiedet und machen jetzt sowas wie Post-Punk. Auf ihrem letzten Album "In The Spirit World Now" gehts allerdings auf eine etwas andere musikalische Reise.
Im Grunde genommen sollen die beiden Einflüsse vornehmlich die Beach Boys und Joy Division sein. Tatsächlich fühle ich mich irgendwo noch an Joy Division erinnert. Allerdings war "The L-Shaped Man" wesentlich, wesentlich wesentlich finsterer. "In The Spirit World Now" klingt wie ein New-Wave-Album von einer Band wie Devo. Sänger Ross Farrar klingt in meinen Ohren tatsächlich wie eine neue Version von Mark Mothersbaugh (Sänger von Devo). Da gibts aber noch einen Song namens "Further I Was" der eine verzerrte Version von New Orders "Blue Monday" sein könnte. Ist ja eigentlich auch logisch, erst Joy Division Einflüsse und nun New Order.

Dazu kommen noch Synthesizer, die die Songs entweder tanzbarer oder verträumter machen. Der Opener des Albums "Turn Away The Bad Thing" kommt sogar mit Gastgesang von Chelsea Wolfe und driftet gegen Ende in ambient-artige Gefilde.

Mich reißen die ersten Songs vom Hocker. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich finde die Stärke des Albums liegt tatsächlich in den tanzbaren Songs. Insgesamt merke ich jedoch dass Ceremony sich etwas abnutzen. Es ist halt kein Tabubruch mehr, es ist nichts aufregendes mehr dass sich diese ehemalige Powerviolence-Band in eine New Wave Band verwandelt hat. Darum wirkt der Rest des Albums eher okay und nicht grade umwerfend. Nicht falsch verstehen, trotzdem ein echt solides Album.

Anspieltipps: In The Spirit World Now, Turn Away The Bad Thing, Further I Was, From Another Age

6,5/10 Pfandflaschen




Marilyn Manson Discography: We Are Chaos (2020)

Wow. Das es tatsächlich noch richtig richtig gut werden kann, hätte ich nicht gedacht. Brian Warner aka Marilyn Manson hat für dieses Album einen neuen Gitarristen engagiert. Anstelle von Tyler Bates ist nun der Country-Musiker Shooter Jennings zu hören.

Und es funktioniert. Es gibt einige Anspielungen auf ein Album, dass mehr als zwanzig Jahre zurückliegt, nämlich "Mechanical Animals". "Perfume" erinnert tatsächlich an den Glam-Rock-Stil dieses Albums. "Paint You With My Love" wirkt wie eine Nummer aus einem Saloon. Der Country-Einfluss ist schon irgendwie da. Aber auch der 80s Einfluss. Pop-Musik-Einfluss. "Half-Way & One-Step Forward" klingt zu Beginn 1:1 wie "Small Town Boy" von Bronski Beat. Der Titelsong ist unfassbar eingängig, so wie er sein sollte. Wie eine Single. Brian Warner ist kein richtiger Provokateur mehr. Wir wissen das alle. Es ist auch völlig egal, in welche Schublade man dieses Album packen sollte. Es funktioniert allerdings einfach verdammt gut.

8,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Paint You With My Love, We Are Chaos, Half-Way & One-Step Forward, Perfume




So. Das wars. Es ist das letzte Mal, dass ich in "So isses, Musik!" Discographies reviewt habe. Ich habe alle Bands/Künstler, die ich mir vorgenommen habe "durch". Aus Komplettismus-Gründen habe ich hin und wieder die neuen Alben reviewt, die zum Zeitpunkt als ich die jeweiligen Discographies reviewt habe noch nicht draußen waren. Zukünftig werde ich sowas, zumindest hier, nicht mehr machen. Stattdessen werde ich, wenn überhaupt dann einen ganzen Monat einer Band/einen Künstler widmen. So schon geschehen mit Misfits und Bathory. Aber das wars erstmal. Es geht weiter mit den "Top 50 Rock Albums of the 90s" von loudersound.com und vllt irgendwann auch mit ner weiteren Liste.

Dienstag, 5. Juni 2018

So isses, Musik!#55

100 Greatest Metal Songs von rateyourmusic.com (made by MJ), Teil 1

Okay, ich hab mir letzens überlegt dass es hier auch sowas wie "100 beste Songs blabla" vorkommen könnte, da es schon die "101 Sci-Fi Filme" und "101 Horrorfilme" gab. Also warum nicht was mit Musik? Und da ich relativ unkreativ bin, dachte ich mir ich kaue die "100 Greatest Metal Songs" die irgendjemand auf rateyourmusic.com veröffentlich hat. Ich finde, es ist eine andere Sache einzelne Songs als Alben zu reviewen. Natürlich könnt ihr euch auch selbst spoilern und nachgucken oder aber ihr wartet ganz geduldig. Hier sind schon die Plätze 100 bis 96.

100. Black Sabbath - "Fairies Wear Boots" aus "Paranoid" (1970)

Falls ihr euch daran erinnern könnt: Ich habe vor Ewigkeiten das entsprechende Album reviewt.

"Fairies Wear Boots" ist ein ziemlich trippiges Lied. Darin besingt Ozzy Osbourne wie er Nachts aus seinem Fenster geguckt hat und sich erschrocken hat. Denn, nun ja was er sah war sehr ungewohnt. Mehrere kleine Feen tanzten mit einem Zwerg. Und sie trugen dabei Stiefel. Der Text ist ziemlich schlicht gehalten und in den sechs Minuten hört man verhältnismäßig wenig davon. Außerdem ist er ziemlich repetitiv. Ich finde es passt wunderbar als Abschluss auf dieser Liste (wenn man sich die Songs andersrum anhören würde) als auch natürlich auf ein Albumende. Ein ziemlich langsamer, hypnotischer Song der von einem offensichtlich durch psychoaktive Drogen herbeiführten Ereignis handelt und schließlich einfach ausblendet. Passt wunderbar ans Ende von "Paranoid".

8,5/10 Pfandflaschen


99. Metallica - "Battery" aus "Master of Puppets" (1986)

"Battery" ist der Opener von "Master of Puppets" und gehört zu den meistgespielten Songs von Metallica. Das Lied fängt ebenfalls wie der Opener von "Ride The Lightning" ("Fight Fire With Fire") mit einem Akustikpart nur um paar Sekunden später zu einem Thrasher zu werden. Es geht darin um das Gefühl von Zusammenhalt und Gemeinschaft innerhalb der Thrash-Metal-Szene von San Francisco. Es heißt unter anderem "Cannot kill the family, battery is found in me". Im Gegenzug zu den anderen Songs auf "Master of Puppets" ist das eigentlich ein ziemlich positiver.

8/10 Pfandflaschen


98. Morbid Angel - "Chapel of Ghouls" aus "Altars of Madness" (1989)

Falls ihr euch für das Review zu "Altars of Madness" interessiert, so klickt hier.

In "Chapel of Ghouls" besingen MA einen gewalttätigen Vorfall in einer Kirche. Dämonen greifen das Gotteshaus an, drehen das Kreuz um und verprügeln den Priester. ES BALLERT EINFACH.


Demons attack with hate
Satan in the fires of hell awaits
Death against you all
God hear my death call

8,5/10 Pfandflaschen



97. Judas Priest - "Exciter" aus "Stained Class" (1978)

Okay, ich bin jetzt kein großer Priest-Fan, allerdings taugte mir in der Vergangenheit das Album "British Steel" doch ziemlich. "Exciter" ist der Opener von "Stained Class" und taugt mir persönlich so überhaupt nicht. Wenig druck, ziemlich viel Falsetto. Die Gitarre hört sich an wie ein Soundtrack zu einem alten NES-Spiel. Ich bin von Priest definitiv besseres gewöhnt. Steinigt mich.

4/10 Pfandflaschen


96. Burzum - "Jesu Død" aus "Filosofem" (1996)

Bevor hier irgendjemand den Schlaumeier raushängen lassen will: Ja, ich weiß ganz genau was für ein Mensch hinter dieser Musik steckt und ja ich genieße seine Musik liebend gern, raubkopiert auf YouTube damit seine dämliche neuheidnische Fresse keine Kohle von mir bekommt.

"Jesu Død" ist ein fast neunminütiger Track auf Burzums dritten Album "Filosofem" welches vor Varg Vikernes' mörderischen Eskapaden aufgenommen und dann später während seines Knastaufhenthaltes veröffentlicht wurde. Oder so ähnlich. Jedenfalls hat der Song alles was typisch Burzum ist. Einen Songtext über Schattengestalten auf Norwegisch. Gesang der durch einen uralten Headset aufgenommen wurde. Mehrere lang andauernede Riffs, die scheinbar kein Ende nehmen. Und ein Doublebass was einfach hypnotisierend ist. Es endet einfach gar nicht und könnte meinetwegen auch am Liebsten gar nicht enden. So einfach, so primitiv und so gut. Und dann endet es, ganz abrupt, ohne Vorwarnung.

8/10 Pfandflaschen


Killing Joke Discography: Brighter Than A Thousand Suns (1986)

Hm, manchmal ist es schwierig irgendwas zu irgendeinem Album zu schreiben, weil sie sich im Laufe einer Discography ziemlich ähneln. So war es im Fall von Killing Joke. Diesmal kann ich aber tatsächlich etwas produktives loswerden. "Brighter Than A Thousand Suns" ist Killing Jokes sechstes
Album und erschienen nach dem kommerziell ziemlich erfolgreichen "Night Time". Man munkelte, dass aufgrund des Drucks, ein weiteres Meisterwerk zu schaffen, die Band ihren Sound dem Mainstream noch mehr angepasst hat und deswegen das Album so klingt wie es klingt. Hier ist nämlich nichts mehr Industrial zu hören. Es ist ein sehr sehr softes Synthpop-Ding und wurde von Kritikern nicht gerade positiv aufgenommen. Ich hingegen, als Freund solcher Klänge kann dem nur Gutes abgewinnen. Klar, es ist eine eindeutige Abkehr vom vorherigen Sound. Man hört wenig Gitarre und viel mehr Keyboards, dafür ist Jaz Colemans sauberer wie bisher noch gar nicht. Tanzbarer gehts nicht.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Chessboards, Sanity, Rubicon


Marilyn Manson Discography: Heaven Upside Down (2017)

Holy Moley. Das ist schon das zehnte Albun von MM und bis dato das letzte. Ergo hören wir an der Stelle mit der Marilyn-Manson-Discography auf und ersetzen sie durch irgendwas anderes. Mal sehen, was da so kommt.

Eins ist klar. Marilyn und seine Truppe erfinden sich und das Rad der Musik nicht neu. Allerdings wagten sie in der Vergangenheit so einige Experimente. Beispielsweise war der Vorgänger "The Pale Emperor" ziemlich blueslastig und langsam. Wobei die letztgenannte Eigenschaft besaßen so gut wie alle MM-Alben in den letzten Paar Jahren. "Heaven Upside Down" verwendet zwar auch den
minimalen Prozentsatz davon und bietet einige langsame Stücke, allerdings besinnt man sich viel eher auf die älteren Alben. Man hat wieder mehr dröhnenden Industrial-Sound, verstörendere Lyrics, Provokation. Allerdings nicht ganz so wild wie früher. Es ist halt wieder die Band denen die Verantwortung für den Littleton-Amoklauf zugeschoben wurde. Nur halt diesmal auf Morphium, nicht auf Speed.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Say 10, Tattoed In Reverse, Blood Honey, We Know Where You Fucking Live



Rob Zombie Discography: Hellbilly Deluxe 2: Noble Jackals, Penny Dreadfuls And The Systemic Dehumanization Of Cool (2010)

Falls ihr euch daran erinnert: Ich habe schon mal das erste "Hellbilly Deluxe" reviewt, und zwar hier. Der zweite Teil geht sowohl inhaltlich als auch musikalisch in eine ähnliche Richtung wie der erste beziehungsweise das zweite Album "The Sinister Urge". Man bewegt sich wieder weg von 70s Rock wie in "Educated Horses" und macht das was man am besten kann. Songtexte über Horror und die "Werewolf Women of the SS" ist gleichzeitig der Name eins Trailers zu einem fiktiven Film der im Zusammenhang mit der Doppelvorstellung von "Planet Terror" und "Death Proof" gezeigt wurde. Die Regie führte natürlich auch Rob Zombie. "The Man Who Laughs" ist ein uralter Horrorfilm, dessen Hauptcharakter offensichtlich die Inspiration für DCs Joker war. Ich habe keine Ahnung wieso Mars Frauen braucht, aber "Mars Needs Women" ist hierauf mein Lieblingslied. Das redneckmäßige "What?" tritt dabei an zweiter Stelle. Solides Ding insgesamt, nur dürfte man das nicht endlos wiederholen, sonst wirds langweilig.
von Horrorfilmen inspiriert wurden. Wieder sind hier Songs dabei die nach Filmen benannt wurden.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Man Who Laughs, Werewolf Women of the SS, What?, Sick Bubblegum, Jesus Frankenstein

Dienstag, 8. Mai 2018

So isses, Musik!#54

Was ich momentan so höre: 

Im Zug des momentanen "Skandals" um die beiden Youtuber imp und Dorian bin ich drauf gekommen, dass imp dieses Jahr tatsächlich an der VBT teilnimmt. Und sein Content ist einfach großartig.





Vorhin lief tatsächlich Rancid. Weil ich meine CD-Sammlung alphabetisch durchhöre und nun bei R angekommen bin.



Ich habe letztens ein paar großartige MashUps auf YouTube entdeckt. Habe solange weitergestöbert bis es richtig schlecht wurde. System Of A Downs "BYOB" passt einfach nicht zu "Get Lucky" von Daft Punk.









ОСТБЛОК:

Die Beschreibung des Videos lautet "Sounds very 1983, but it's 1995"... In der Tat hören sich Agata Kristi ziemlich nach 80er Wave an. Ich kenne mich nicht sonderlich gut aus mit der Band. Wissen tue ich allerdings, dass eine Art Koryphäe der "dunklen" Rockmusik im post-sowjetischen Russland gewesen sind. Mir taugts ziemlich gut. Es ist ziemlich depressiv aber schön.






Killing Joke Discography: Night Time (1985)

Ich tue mir immer ziemlich schwer bei Reviews von Killing-Joke-Alben. Bis dato war nämlich keins schlecht oder sehr schlecht, allerdings war die Genrevielfalt noch nicht so wirklich gegeben. Deswegen weiß ich meistens nicht wirklich was ich so schreiben soll. Jedenfalls ist "Night Time" schon das fünfte Werk der Band. Es bietet, ähnlich wie der Vorgänger einen Spagat zwischen Aggression und Ruhe. Zwischen einen punkigen, undergroundigen Sound und einen für die Öffentlichkeit eher zugänglichen. Dafür kann man zwei Songs als Beispiel nehmen: "Eighties" (wovon Nirvana definitiv für "Come As You Are" geklaut haben), welches das Leben in den Achtziger (Kalter Krieg, dies das) beschreibt und wesentlich "undergroundiger" klingt als "Love Like Blood", welches ein zärtliches, ohrenpflegendes wunderschönes Lied ist. Auf jeden Fall waren sie damit auf Platz 11 der "UK Albums Charts". Kein Wunder, schließlich ist das Album seltsam anschlussfähig an den Mainstream.

Mal gucken ob das nächste Album ähnlich gute Qualitäten aufweist.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Love Like Blood, Eighties, Kings and Queens



Marilyn Manson Discography: The Pale Emperor (2015)

Ich habe ja gelesen, dass die meisten Marilyn-Manson-Alben die in den letzten Jahren rauskam einfach nur ziemlich Scheiße sind. Das kann ich spätestens jetzt, nach mehrmaligen Hören von diesem großartigen, abwechslungsreichen Album definitiv nicht bestätigen.

"The Pale Emperor" geht noch ein Schritt weiter als die bisherigen Veröffentlichungen. Es geht nicht nur noch weiter weg vom Industrial Sound sondern nähert sich etwas vollkommen neuen, was bis dato bei MM nicht zu hören war: Blues Rock. Es kommen ungefähr 99% weniger
Beats/Keyboards/sonstige Effekte vor, stattdessen konzentriert man sich auf harte Gitarren und einen rauen, whiskeygetränkten Gesang. Als Einfluss gibt man Jim Morrison und Muddy Waters an.

Vertraut mir, wenn ich sage: Dieses Album ist wirklich verdammt noch mal sehr sehr gut. Es ist grenzenüberschreitend und ungewohnt. Man sieht Manson plötzlich mit anderen Augen. Nicht mehr als androgynes Wesen sondern als Bluesman der darüber singt, dass er der Mephistopheles von Los Angeles ist. Wirklich verdammt gut.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Mephistopheles of Los Angeles, Third Day Of A Seven Day Binge, Cupid Carries A Gun


Rob Zombie Discography: Educated Horses (2006)

Sodala, da wir mit White Zombie fertig sind, gehts jetzt um die Solo-Werke von Rob Zombie. Um an das Review von "Hellbilly Deluxe" ranzukommen klicket hier, für den Nachfolger "The Sinister Urge" geht es hier entlang. Damals ist dieses Album hier nahezu vollkommen an mir vorbeigegangen. Vielleicht weil ich RZ eher so im alter von 13-14 gehört habe und "Educated Horses" fünf Jahre nach "Sinister Urge" erschien. Der Zombie-Hype war für mich damals vorbei.

"Educated Horses" unterscheidet sich wesentlich von "The Sinister Urge". Es ist zwar ähnlich tanzbar, da Zombie schon zu den Zeiten seiner Band mehr Groove in den Metal bringen wollte... aber man verzichtet größtenteils Synthesizer und so weiter. Stattdessen gibt es hier bodenständigen Hard Rock vermischt mit etwas Glam Marke T-Rex oder Gary Glitter. In der Tat könnte "Foxy Foxy" selbst aus den 70er Jahrn stammen, so gut ahmt Zombie den Sound nach. Darüber hinaus gibt es hier zwei Songs die sich auf Filme von Zombie beziehen: "The Lords of Salem" und "The Devil's Rejects". Man hat also trotzdem den Bezug zu Horror nicht verloren. In "American Witch" gehts beispielsweise...nun um amerikanische "Hexen" die zu Unrecht verurteilt wurden. Oder es geht um Monster, wie in "17 Year Locust" oder "The Scorpion Sleeps".

Anspieltipps: Lest das Review genauer, verdammt
8/10 Pfandflaschen

Dienstag, 1. Mai 2018

So isses, Musik!#53

Killing Joke Discography: "Fire Dances" (1983)

Ich glaube bis jetzt ist es tatsächlich (natürlich neben dem Debütalbum) das beste Album von Killing
Joke. Stilistisch bewegt es sich irgendwo in den Untiefen von früh-achtziger-postpunk und New Wave. Teilweise aber dringt der Sound vom ersten Album irgendwo durch. So verhält es sich ähnlich wie beim Vorgänger: Killing Joke könnten sowohl auf einer Top of the Pops-Bühne als auch auf einer Underground-Bühne spielen. Ihr Sound ist gleichzeitig sowohl melodisch und ziemlich poppig und "undergroundig".

Finde das Album sehr gut. Es ist so schön träumerisch und wirkt auf mich beinahe wie eine Lautmalerei.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Gathering, Let's All Go (To The Fire Dances), Dominator



Marilyn Manson Discography: "Born Villain" (2012)

Mittlerweile achtes Studioalbum der Band. Der Sound hat sich gegenüber "The High End Of Low" nicht wirklich verändert. Es ist stellenweise mehr Pepp (hihi), mehr Wucht dahinter. Einzelne Songs sind halt wirklich verhältnismäßig ordentlich aggressiv. Andere sind wiederum genauso seicht wie auf dem Vorgänger. Für meine Ohren hört sich das an nach einer Mischung aus alten Manson ab
"Mechanical Animals" und einer Menge an Post-Punk/Wave-Einflüssen.

Es ist halt wirklich nicht schlecht. Aber definitiv nicht das beste Album. Natürlich wie immer ein Fest für die Ohren jedoch kein besonders herausragendes Superalbum. Schade.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: No Reflection, Slo-Mo-Tion, Murderers are getting prettier everyday, You're So Vain (mit Johnny Depp)


White Zombie Discography: "La Sexorcisto Volume One" (1992)

Dritte LP von White Zombie, gleichzeitig ihr Majordebüt. Mit diesem Album waren sie definitiv erfolgreich und katapultierten sich nach ganz oben. Ab diesem Zeitpunkt waren sie im selben Atemzug zu nennen mit Bands wie Biohazard, Danzig oder Pantera.

"La Sexorcisto Volume One" ist ein klassisches White-Zombie-Album so wie man sie kennt und liebt. Wilder, grooviger Metal gespickt mit lauter B-Movie-Samples. Man war sich nämlich bewusst, dass im Metal eine tanzbare Komponente gefehlt hat. Zusammen mit den massivst bescheuerten Lyrics über schnelle Autos ("Black Sunshine", "Thunder Kiss'65") oder diverse Abscheulichkeiten der Menschheit und den Samples (unter anderen stöhnende Frauen) mutiert die Musik zu einer Art psychedelischen Fieberwahn.

Großartig. Wirklich. Richtig richtig fett. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Und kündige somit an: Das hier war das letzte White-Zombie-Review in dem Rahmen. Falls ihr was über den Nachfolger "Astro Creep..." erfahren wollt, so klickt hier.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Welcome To The Planet Motherfucker/Psychoholic Slag, Thunder Kiss'65, Black Sunshine, Soul Crusher, Cosmic Monsters Inc.

Mittwoch, 11. April 2018

So isses, Musik!#52

FULL OF HELL + MONUMENT OF MISANTHROPY + STORTREGN am 4.4.2018 in Turok, Essen

A post shared by nerdpunxvx (@upthenerdpunx) on

Ich glaube, das ist wirklich das allererste Mal gewesen. Wenn ich mich nicht irre. Bis dato hab ichs mal geschafft FOH auf dem FLUFF FEST zu "sehen", allerdings hinter eine riesigen Menge an Leuten, auf einer kleinen Bühne. Witzigerweise war es diesmal gar nicht so voll, sodass man eine vollen Einblick hatte. Aber eins nach dem anderen.

Habe mich seit Monaten darauf gefreut, dann war es soweit. Es war im Prinzip auch gar nicht mal so teuer und obendrauf bekam man eine ziemlich klischeehafte Metalband im Vorprogramm zu sehen. Stortregn waren jetzt nicht schlecht. Klangen etwas nach Dyssection, fand ich. War für mich allerdings ziemlich vorhersehbar und ich hab kurze Zeit später die Band beinahe vergessen. Außerdem fand ichs eh merkwürdig dass 2/5 mit T-Shirts von sich selbst aufgetreten sind.

Monument of Misanthropy passten meiner Meinung nach sehr viel besser ins Programm. Da abgedrehter und grindiger. Natürlich mindestens genauso vorhersehbar, aber wenigstens ohne jeglichen Pathos. Was sie noch sympathischer macht, ist dass sie vor vier Jahren ein Musikvideo rausgehauen haben, ähnlich wie ich sie früher gemacht hab. Guckt rein, einfach herrlich.

Full of Hell haben meine Erwartungen erfüllt. Ein brachialer Soundteppich. Superkurze Songs. Ein Sänger der einen Kotzkrampf nach dem anderen zu bekommen scheint, ins Mikrofon würgt, oder eher das Mikrofon würgt, mit dem Mikrofon vor seinem Gesicht schüttelt, sodass der Gesang noch verzerrter daherkommt. Dazu kommt noch die noisigen Zwischenspiele. Ich finde, das Ganze sieht sehr anstrengend aus. Aber ich entspanne mich vollkommen dabei. Ich glaub, dass ist das was viele nicht verstehen. Wie kann man bei Musik die sich anhört wie des Teufels Durchfall sich so wohl und entspannt fühlen? Ich hingegen, liebe es.

Da ich nach Full of Hell ne Weile rumgehangen und danach Hause gegangen bin, habe ich nichts von Immolation mitbekommen. Aber vollständigkeitshalber ein Link.

ОСТБЛОК: Golos Omeriki

Ich habe die Band durch ein Interview entdeckt, dass deren Sänger Rodyon Lyubensky einem YouTube-Kanal gegeben hat, der sich mit RusslandPunx der 90er Jahre beschäftigt hat. Die russische Musikszene in den 90ern war sowieso sehr interessant, weil man viel westlichen Sound mit russischen Einfluss vermischt hat. Eine solcher Bands sind "Golos Omerika", zu Deutsch "Die Stimme Omerikas". Nicht zu verwechseln mit der Radiostation "Voice of America". GO machen eine eigenartige aber sehr rumpelige Mischung aus Punk, Kabarett und Chanson. Oder um es anders auszudrücken: Punk mit Akkordeon und Geige, der allerdings keine Folk-Einflüssen aus Irland oder Schottland oder so aufweist. Stattdessen gibts witzige bis vulgäre Texte über dies und das. Nichts superintelligentes, aber spaßig.







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Achja, Dolphin hat ein neues Video :3



Killing Joke Discography: Revelations (1982)

Erstes Killing Joke Album welches nicht von der Band selbst produziert wurde. Und das auch noch nicht in England sondern in Köln. Dummerweise bis jetzt auch das schlechteste. Leider wurde der
Enthusiasmus der Band als auch ihr nihilistischer Stil sehr krass runtergefahren, aufgrund der Anforderungen des Labels, scheinbar. Jedenfalls klingt "Revelations" weitaus weniger düster, weniger mechanisch. Viel eher nach ziemlich soften Post-Punk, leider ohne den "Schneid". Außerdem wirkt das Album ziemlich ziellos, ohne jegliche Richtung. Fazit: Sehr mau und hätte so nicht sein müssen. Aber es gibt immer noch n Haufen KJ-Alben die fetzen, deshalb... ich bin zuversichtlich dass es noch viel besser wird.

4/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Empire Song, Chop-Chop



Marilyn Manson Discography: The High End Of Low (2009)

Von den "neueren" Marilyn Manson Alben (ich mein damit alles was nach dem 2003er "The Golden Age of Grotesque" rauskam) ist, finde ich, das hier bis dato am Besten.

"The High End Of Low" ist bis jetzt das ruhigste und gelassendste Album der Band. Man hat sich mittlerweile komplett von Industrial verabschiedet und macht sowas wie die Neuinkarnation von leicht selbstzerstörerischen Glam Rock. Auch an Blues und Garage Rock als auch 80er Synthpop. Midtempo. Keine Kracher wie "The Irresponsible Hate Anthem" mehr. Stattdessen Sound der
theorethisch ganz gut in Clubs laufen könnte. Weil er tatsächlich irgendwie ziemlich tanzbar ist.

Trotzdem bleibt MM gesellschaftskritisch und zynisch. Beispielsweise wird in "We're from America" das konservative Amerika beschrieben mit all ihrer Anti-Abtreibungsrhetorik usw. "Running To The Edge of the World" klingt offensichtlich wie Bowie in seiner Glamrock-Phase. Das Ganze ist so unfassbar sexy, tanzbar und unverkrampft. Richtig schönes Ding.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Running To The Edge of the World, Arma-Goddamn-Motherfucking-Geddon, We're From America




White Zombie Discography: God of Thunder EP (1989)

Okay. Das wird kurz. Die EP beinhaltet nur drei Tracks. Das KISS-Cover "God of Thunder", "Love
Razor" und "Disaster Blaster II". "God of Thunder" ist tatsächlich herausragend gut. Ein Song wie er später für WZ typisch sein wird. Viel Groove und ein paar Film-Samples. Der Rest ist auch okay. Es ist n okayes Ding, diese EP. Und es ist endlich mal definitiv, 100%ig die Richtung die auf ihrem Major-Debüt zu hören sein wird.

Daumen hoch!
9,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Alles

Dienstag, 3. April 2018

So isses, Musik!#51

Killing Joke Discography: What's THIS For? (1981)

Viele Kritiker behaupten, dieses Album wäre sogar noch besser als das Debüt der Band. Ich kann das nicht sagen. Viel mehr würde ich behaupten, es sei schlicht anders. Während "Killing Joke" schon
poppige/wavige Einflüsse mit Maschinenklängen verbunden hat bringt "What's THIS For?" sogar funky sounds ins Spiel. Es ist etwas ungewohnt, aber tanzbar. Quasi der Vorgänger von tanzbaren Industrial.

Anspieltipps: The Fall of Because, Follow the Leaders, Tension
8/10 Pfandflaschen





Marilyn Manson Discography: Eat Me, Drink Me (2007)

Okay, das ist also das erste Album nach "The Golden Age Of Grotesque". Seitdem habe ich nämlich nichts über den "God of Fuck" mitgekriegt. Weder seine Musik gehört noch viel über ihn gelesen. Okay, das Best-Of-Album "Lest We Forget" ist die Ausnahme. "Eat Me, Drink Me" sollte eigentlich als Soundtrack/Untermalung zu Mansons Film "Phantasmagoria: The Visions of Lewis Carroll" dienen. Deswegen auch der Titel bzw. diverse Songtitel wie "Are You The Rabbit" - in Bezug auf
"Alice In Wunderland". Stattdessen wurde es aber ein sehr ruhiges und emotionales Album über instabile Beziehungen und Sex. Definitiv was komplett anderes als die Werke bis jetzt. Das Tempo ist deutlich langsamer, es gibt kaum "Schockelemente" wie zuvor. Das Album wirkt einfach nicht so sehr "skandalös". Wobei skandalös natürlich Ansichtssache ist. Aber das macht es nicht schlechter, viel eher wirkt es sehr erwachsen und gelassen.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Heart-Shaped Glasses, You And Me And The Devil Makes Three, If I Was Your Vampire, Are You The Rabbit?



White Zombie Discography: Make Them Die Slowly (1989)

Ich weiß nicht, ob ich mir hiermit Freunde machen werde. Habe ja schon über diese alten Noise-Alben der Band rumgemeckert, aber hiermit werde ich auch nicht ganz warm. Man hat sich ordentlich von (Thrash)Metal inspirieren lassen, mache aber selbst noch nicht wirklich Metal. Sondern viel eher einen Sound der irgendwie in die Richtung geht. Die Riffs und das Tempo erinnern daran. Ab und zu knallts auch ordentlich, insgesamt wirkt es aber wenig inspiriert sondern..... Sorry ich finds wirklich nicht so gut. Bis auf ein paar Ausnahmen gefällts mir einfach nicht wirklich.

Und hier wären die Ausnahmen: Murderworld, Power Hungry
4/10 Pfandflaschen

Dienstag, 13. März 2018

So isses, Musik!#50

ОСТБЛОК: Distemper

Es ist glaub ich das erste Mal, dass diese Art von Musik hier vertreten ist. Ich rede von Ska-Punk und zwar den von der übelsten Sorte. Haha. Tatsächlich gibt es mittlerweile sehr wenige Bands aus dem SKA-Bereich die mich irgendwie noch beeindrucken können. Richtig guten SKA gibt es sowieso nicht mehr wirklich. Ska-Punk sowieso gar nicht mehr. Ich habe eine zeitlang verdammt viel in der Richtung gehört nur um am Ende festzustellen, dass mir die gute Laune ordentlich auf den Sack geht. Und irgendwie gestellt wirkt. DISTEMPER aus Moskau wirken gar nicht so. Sondern viel eher ehrlich und emotional in allen Stimmungen angesiedelt. Gleichzeitig ist die Band auch politisch, wenn auch eher auf bauchlinken Niveau. Sie sind eine der wenigen Bands aus meiner Ufta-Ufta-Ska-ska-ska-(Deutschpunk)-Vergangenheit die sich irgendwie noch halten können. Nicht immer, aber meistens. Witzigerweise waren sie vor ihrer Umwandlung zur Ska-Punk-Band eine stinknormale Hardcore-Combo.









Killing Joke Discography: "Killing Joke" (1980)

Sodala. Hiermit fangen wir die Diskographie von einer der einflussreichsten Bands der 80er Jahre an: Killing Jokes Debütalbum von 1980. Ohne KJ würden Nirvana, Metallica, Marilyn Manson, Soundgarden und zahlreiche andere nicht so klingen wie sie klingen.

"Killing Joke" kann man faktisch gesehen tatsächlich als Post-Punk bezeichnen. Kein Wave, kein Punk sondern etwas was nicht die Rotzigkeit des Punks (aber seine Stärke) besitzt, gleichzeitig aber
auch die Melodien die das Album in die Charts katapultieren könnten. Ich finde, das ist bei "The Wait" oder "Bloodsport" definitiv der Fall. Der Großteil des Albums ist allerdings ziemlich kühl, langsam und leicht depressiv. Ändert aber trotzdem nichts daran, dass es mir ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Es ist so wunderschön und trist zugleich wenn "Wardance" erklingt. Andererseits gibt es da auch diesen "$,O,3,6"-Song der aus Schnipseln der Berichterstattung über die deutsch-deutschen Verhältnisse besteht. Natürlich auf Deutsch. Weiß bis heute nicht, was ich davon halten soll.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Wait, Wardance, Primitive, Bloodsport, Requiem, Complications


Marilyn Manson Discography: "The Golden Age Of Grotesque" (2003)

Falls ihr euch wundert, wo "Holy Wood" abgeblieben ist, so klickt einfach hier fürs Review.

"The Golden Age Of Grotesque" war für mich das letzte Lebenszeichen von Marilyn Manson. Danach gabs nur noch die "Lest We Forget"-Best-Of und das wars. Also für mich. Habe mich seitdem gar nicht für die neueren Alben der Band interesiert. Deshalb mach ich ja diese Discography-Reihe. Dieses Album hier bietet eine völlig neue Perspektive. Es ist kein Teil einer besonderen
Trilogie und musikalisch halt auch komplett anders. Eine zugegeben leicht merkwürdige Mischung aus Dritte-Reich-Ästhetik (man beachte das MM auf dem Cover), Narzissmus und einen Sound der irgendwo zwischen absoluter Zerstörung und Sauberkeit. Die Texte drehen sich erstaunlich oft um jemanden der Manson offenbar sehr viel bedeutet hat. Zumindest interpretiere ich das so.

Anders gesagt: Wenn man andere Alben hiermit vergleicht, hätte man niemals auf die Idee kommen können, dass diese Band Songnamen wie "This is the New Shit" oder "Doll-digga-buzz-buzz-ziggety-zag" raushaut. Das ist so skurrill oder haha besser gesagt grotesk. Aber alles andere als schlecht!

Anspieltipps: Use Your Fist Not Your Mouth, (s)AINT, Spade, (m)Obscene, This Is The New Shit, Tainted Love


White Zombie Discography: "Soul Crusher" (1987)

Ich muss sagen, zum ersten Mal in dieser Discography bin ich richtig zufrieden mit White Zombie. Man kann nicht genau sagen, dass sie dasselbe machen wie auf den Vorgängerveröffentlichungen.
Aber irgendwo in dieser Richtung bleibts. Nihilistischer Noiser Rock. Viel geschredderte Gitarrenriffs, viel miauen und Stöhnen von Rob Zombie. Songs die wirken als wären sie das Produkt einer längeren Jamsession.

Diesmal allerdings viel professioneller und hörbarer gemacht. Scheinbar weil besseres Studio/keine Garage oder so. Trotzdem ist es kein Album, welchen ich mir in nüchternen Zustand dauerhaft geben könnte. Das ist viel mehr was für irgendwelche abgefahrenen Stoner Rock Fans. Dennoch viel viel besser als die Vorgänger. Aber das beste am Album ist definitiv das von Ralph Steadman inspirierte Artwork.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Ratmouth, Scum Kill, Truck On Fire

Dienstag, 6. März 2018

So isses, Musik!#49

PIGEON + VILLAGES + BADA BING am 28.02.2018 im Emokeller, Essen

Okay, damit dieser Rubrik hier auch mal mehr Inhalt bekommt, knall ich euch diesen kurzen Konzertbericht hier rein.

Es war eigentlich nicht schwer den Emokeller zu finden, allerdings froh mir die Hand vor lauter Smartphonehalten derart ein, dass ich leichte Angst gekriegt hab. Schöne Grüße an Markus übrigens - ich hoffe du hast dir deine Eier nicht abgefroren.

Als erstes betraten Bada Bing die Büh... äh den Keller. Es wurde geraten sich Ohropax zu besorgen, denn es wurde tatsächlich verfickt noch mal sehr laut. Ich mag ja diese direkte Interaktion zwischen Band und Publikum, den fehlenden Bühnengraben den man sonst bei Mainstreamkonzerten hat. Aber manchmal ist es vllt. doch nicht so gut alles auf den engsten Raum zu haben. All die Jahre ohne bzw. mit wenig Hörschutz.... Ich bereue es. Den Auftritt von Bada Bing bereue ich jedenfalls nicht. Lauter, chaotischer, scheinbar strukturloser Screamo/Postirgendwas.

Villages waren dann eine ganze Ecke anders. Schlagzeug, Bass, Gitarre (mit einem multidimensionalen Pedalboard) und zwei Keyboards. Ich muss sagen, dass zuhause sich der Gesang wesentlich besser anhört. Im Emokeller wollte ich fast schon vorschlagen, ihn komplett wegzulassen. Was die drei da gemacht haben hörte sich an als ob Damon Albarn eine neue, mit Keyboardsounds und lauter Rumgefrickel vollgestopfte Band angeführt hätte. Oder irgendein anderer Post-Punk-Sänger. Was mich definitiv beeindruckt hat war das Pedalboard. Habe mich gefragt ob der Typ an der Gitarre die Einsätze einstudiert hat oder ob alles spontan war.

Anyways, ich war für den Abend danach ziemlich gut bedient und beschloß nach Hause zu gehen ohne mir Pigeon anzugucken.


Gorillaz Discography: Humanz (2017)

Bis dato das letzte Album der Gorillaz. Ein Tag vor Donald J. Trumps Amtseinführung rausgekommen. Wahrscheinlich das politischste Album der Gruppe. Und auch eins, bei welchem ich endgültig aufgegeben habe, die Band/das Projekt in irgendein musikalisches Schema pressen zu wollen. Aber ich tue es trotzdem.

"Humanz" ist ein Bastard aus Pop, Soul, HipHop und guten Electro. Es ist überladen mit Gastbeiträgen von so großen Namen wie Grace Jones, Danny Brown, De La Soul und Vince Staples. Aber das ist auch nur ein Bruchteil. Es gibt keinen Song der ohne Feature auskommt. Für andere Bands wäre das vielleicht ein Armutszeugnis, weil das ein Zeugnis des nicht vorhandenen eigenen Talents gewesen wäre, aber nicht hier. Viel eher zeigt sich wie gut Gorillaz mit verschiedenen Musikstilen auskommen, wie gut sie damit experimentieren können. Auch inhaltlich ist das erste Sahne. Beispielsweise wenn De La Soul von verschiedenen Momenten in ihren Leben erzählen ("Moments") oder Vince Staples der in "Ascension" vorm Weltuntergang noch mal einen Lapdance (oder mehr) möchte.

Es wackelt, tanzt, es bewegt. Es ist so verdammt großartig. Von "neueren" Alben bis jetzt das beste.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Charger, Ascension, Saturnz Barz, Moments, Interlude: The Non-Conformist Oath



Marilyn Manson Discography: Mechanical Animals (1998)

Drittes Album von MM, rausgebracht auf der Höhe ihres Erfolges. Es stellt das zweite Kapitel dieser rückwärtstrilogie da, die mit dem Nachfolger "Holy Wood" (2000) und dem Vorgänger "Antichrist Superstar" (1996) endet.

"Mechanical Animals" bedient sich weniger düsteren Elementen wie die beiden anderen Alben. Musikalisch gesehen zumindest. Es gibt wenig bis kaum Industrial-Elemente und auch vom Inzest-
Redneck-Trailertrash-Zirkus ist nichts mehr zu hören/sehn. Stattdessen bezieht man sich auf David Bowie, Queen und T-Rex. Die Aufmachung ist hell und weiß. Die Texte handeln von Kokain und anderen Drogen, von Glamour und der Welt der Reichen und Berühmten.

Man könnte fast behaupten Marilyn Manson hätten sich verkauft - die Band selber behauptet sie hätte sich lediglich etwas angepasst. Man hat einfach keine Angst, mal nicht hart zu klingen sondern eher wie ein androgyner 70er Jahre Glam-Rock'N'Roller. So verdammt gut ist das. Definitiv besser als ihre Frühwerke und mindestens genauso gut wie "Antichrist Superstar". Nur halt eben anders.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: I Don't Like The Drugs But The Drugs Like Me, The Dope Show, Rock Is Dead, Coma White, The Last Day On Earth,



White Zombie Discography: Psycho-Head Blowout (1987)


"Psycho-Head Blowout" ist schon die dritte EP der Band. Rausgekommen tatsächlich vor dreißig Jahren. Ich hoffe zumindest, dass WZ damals schon so gut live waren wie behauptet - weil das wäre dann die Tatsache die diese Veröffentlichung wieder gut machen würde.

"Psycho-Head Blowout" ist Noise, Garage, Post-Punk-Irgendwas und es klingt nach einer chaotischen Jamsession in welcher die Musiker alles mögliche rausgehauen haben was in ihren Köpfen bzw. ihren Fingern war. Definitiv nicht mein Fall. Ich kann um Gottes Willen nicht verstehen, wie man sich das auf Dauer geben kann.

3/10 Pfandflaschen

Sonntag, 18. Februar 2018

So isses, Musik!#48

Okay, der zweite Eintrag diesen Monat beginnt endlich mal wieder mit einem Ostblock-Kapitel:

ОСТБЛОК: Tarakany!

Tarakany! heißt auf russisch "Kakerlaken". Sie sind eine vierköpfige Punkband aus Moskau und hießen ursprünglich bei ihrer Gründung 1991 "Tschetire Tarakana" (Vier Kakerlaken). Sie haben nicht immer gute Musik gemacht, meistens aber irgendwie schon. Stilistisch sind sie ungefähr zwischen Rancid ab "...And Out Come The Wolves" und The Offsprings späteren Werken anzusiedeln. Sie hatten aber auch "härtere" Phasen. Auf jeden Fall ist das meiste was sie produziert haben leicht bekömmlicher Bubble-Gum-Pop-Punk. Ich bin leider nicht auf den neuesten Stand, was deren neueste Veröffentlichungen angeht, aaaaber ich kann sagen: Es geht mittlerweile noch politischer zu in den Texten. Sie haben auch keine Angst davor die weit verbreitete Homophobie in Russland anzusprechen. Zumindest im Video (siehe erstes Video unten). Der Songtext ist eher vage gehalten. Auf jeden Fall sind sie eine der dienstältesten (das heißt meistens, dass die Band zum Kotzen ist, hier aber nicht) Punkbands Russlands und sollten mal angehört werden. Vor allem von Fans von Rancid, Social D, Offspring und etlichen Epitaph-Bands.







Gorillaz Discography: The Fall (2010)

Long Story Short: "The Fall" ist ein "Ja wir können es immer noch"-Album. Es ist auf Tour zum Vorgänger "Plastic Beach" entstanden und wurde zuerst exklusiv an den Gorillaz-Fanclub verkauft.

Es ist ein reines electro-Album mit sehr wenigen Gastauftritten. Die einzigen sind die von Mick Jones und Paul Simonon (ex-The Clash bzw. Big Audio Dynamite) und dem Ausnahmekünstler Bobby Womack. Ansonsten habe ich nicht all zu viel über das Album zu sagen. Es ist sehr entspannt und ruhig. Allerdings wirkt es, als hätte man es irgendwo dazwischenschieben wollen. Wirklich. Ernsthaft, mir fällt dazu nichts ein. Weder besonders überragend, noch total mies. Das einzig Interessante ist, dass es wie ein Tagebuch funktioniert. Jeder Track wurde in einer anderen US-Amerikanischen Stadt während des dortigen Aufenthalts der Band im Rahmen der "Escape To Plastic Beach World Tour" aufgenommen.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Bobby In Phoenix, Phoner in Arizona, Amarillo



Marilyn Manson Discography: Antichrist Superstar (1996)

Die zweite LP der Band, wenn man das Mini-Album "Smells Like Children" nicht mitzählt. Produziert von Trent Reznor (Nine Inch Nails) und David Ogilvie (Skinny Puppy).

Diesmal ist man weg von diesem trashigen, schaurigen Zirkus-Schema. Es ist nichts mehr bunt und die Trailerpark-Atmosphäre ist auch weg. Stattdessen ist man doppelt so aggressiv, die Stimmung ist mehr als düster. Im Booklet befinden sich Bilder einer Art Metamorphose von Wurm zu Engel, irgendwelche Mystik, irgendwelche Kabbala-Symbole. Außerdem ist das Album als der letzte Teil einer rückwärts erzählten Trilogie zu betrachten. die mit "Mechanical Animals" und "Holy Wood"
forgesetzt wird. Es ist ein Konzeptalbum, dass eine Parabel erzählt. In dieser tritt der Hauptcharakter "The Worm" auf, der im ersten Song "The Irresponsible Hate Anthem" auf "Mister Superstar" trifft und von seinem Idol mehr als begeistert ist. Weiterhin möchte der abgehobene Rockstar nichts mit seinem Fan zu tun haben ("The Beautiful People"). So geht es weiter, bis The Worm sein Idol getötet und die ganze Welt in Schutt und Asche gelegt hat. Dabei ist der "Superstar" nicht wörtlich zu nehmen sondern als Anspielung auf die etablierte Gesellschaft zu sehen.

Nicht mehr verstörend, sondern viel eher beeindruckend. Beeindruckend, wie man es schafft eine kontinuierliche, wenn auch auf den ersten Blick ziemlich wirre Story zu erzählen. Dabei vermischt man sowohl autobiografische als auch fiktive Elemente. Stilistisch kommt man von "Shock Rock" weg und wendet immer mehr Industrial-Elemente an. Eine Entwicklung, die meines Erachtens sehr begrüßenswert ist.

8,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Irresponsible Hate Anthem, The Reflecting God, Tourniquet, The Beautiful People



White Zombie Discography: Pig Heaven/Slaughter The Grey (1986)

Das hier ist die zweite EP von WZ. Ich betrachte sie viel eher als stinknormale Single, da nur zwei Songs enthalten sind. Stilistisch hat man sich nur bedingt von Noise entfernt. Hier und da erinnert mich die Band an die ganzen Stoner-Kapellen. Gleichzeitig verwendet Rob Zombie eine unglaublich
hohe Stimme, sodass ich tatsächlich an Joe C. denken muss (der eine Typ der damals bei Kid Rock mitgemacht hat).

Also der Anfang war noch gut, das hier ist eher so.....meh.

5/10 Pfandflaschen

Dienstag, 13. Februar 2018

So isses, Musik!#47

Einen wunderschönen guten Mittag!
Das hier ist die Ausgabe die nur die Discographien enthält.

Gorillaz Discography: "D-Sides" (2007)

"D-Sides" ist das Phase-Zwei-Äquivalent zu "G-Sides". Also ein B-Seiten-Sampler der aus raren, unveröffentlichten Tracks, Remixes und B-Seiten der Singles aus dem zweiten Album der Band,
"Demon Days", besteht. Eigentlich sind es zwei CDs, da aber auf der zweiten nur Remixes sind, dachte ich mir dass ich wirklich nur "neues" Zeug anhöre.

"D-Sides" kommt ohne viel Tamtam und ohne viele Featureparts. Im Grunde genommen klingt es wie der gechilltere Bruder von "Demon Days". Wie ein Album, dass man am Sonntag zum auskatern hört. Es ist sehr flüssig und entspannt. Beinhaltet Elemente von Trip-Hop, Dance, Ambient. Wenig Gitarrensounds. Das beste Stück dadrauf ist meiner Meinung nach "People" welches denselben Beat wie "DARE" verwendet und diesmal auf Shaun Ryder verzichtet. Sehr entspanntes Album.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: People, 68 State, Rockit, Don't Get Lost In Heaven (Demo Version)


Marilyn Manson Discography: "Smells Like Children EP" (1995)

"Smells Like Children" ist nicht das zweite Album der Band sonder eine Art Nachtrag zu "Portrait Of An American Family". Hier befinden sich größtenteils Remixe und Alternativversion vom Vorgängeralbum. Da hier das großartige Eurythmics-Cover "Sweet Dreams (Are Made Of This)" sein Zuhause hat, musste ich das Dingen einfach hier aufnehmen.

Während "Portrait Of An American Family" von mir als "Zirkus" beschrieben wurde so ist "Smells Like Children" ein sehr makaberer Zirkus. Es beginnt mit einer Aufnahme von einem Hatefuck oder einer BDSM-Session. Weiter gehts mit einer Alternativversion von "Dope Hat" namens "Diary of a Dope Fiend", diesmal viel langsamer. "Kiddy Grinder" ist eine Variante von "Organ Grinder". Besonders gut finde ich die Coverversionen von Screamin Jay Hawkins' "I Put A Spell On You" und Patti Smiths "RockNRoll Nigger". Und natürlich "Sweet Dreams". Eines der letzten Tracks stellt zwei Tonspuren dar. Links läuft ein besorgniserregendes Telefonat über Herzinfarkt-Pillen, rechts ein Werbespot darüber. Sehr sehr sehr verstörend. Aber gut!

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Sweet Dreams (Are Made Of This), Everlasting Cocksucker, RockNRoll Nigger, I Put A Spell On You


White Zombie Discography: Gods On Voodoo Moon (1985)

Hiermit heiße ich White Zombie in der Discography-Runde willkommen. Wir werden uns hier mit
ALLEN Veröffentlichungen der Band angucken, nicht nur den Sachen die Anfang der 90er Jahre großen Anklang fanden. WZ hatten nämlich vorher noch so einiges rausgehauen.

"Gods On Voodoo Moon" hat aber nichts mit dem Industrial/Metal-Sound zu tun, den die Band später fabriziert hat. Das hier ist eher was für Fans von Post-Punk, Noise und Deathrock. Wie eine verstörende Mischung aus späten Black Flag und Christian Death oder so. Eine Band die noch in den Kinderschuhen steckt. Alles noch jenseits der großen Professionalität. Verstörend, jedoch größtenteils ziemlich gut. Aber nur "ziemlich". Kein Meisterwerk, definitiv nicht.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Black Friday, Gentleman Junkie

Mittwoch, 24. Januar 2018

So isses, Musik!#46

Werte Freunde des Mondes und der Kellerblässe! Willkommen bei der 46ten Ausgabe von "So isses, Musik!".

ABSTINENZX haben letzten Monat(also letztes Jahr) ein neues Tape rausgebracht. Es heißt "Die Welt ist schön". Ihr könnt auf deren Bandcamp anhören und kaufen. Ich bin nach wie vor sehr sehr begeistert und freu mich über jedes Quäntchen, dass sie rausbringen. Aber natürlich nur wenn ihr euch Hüsker Dü auf Deutch vorstellen könnt. Aber natürlich auch wenn ihr das nicht könnt. Überhaupt warum hat die FIgur aufm Cover ne Katzenphote als Nase?











Code Orange Discography: Forever (2017)

Drittes Album von CO. Diesmal nicht mehr auf Deathwish Inc., sondern auf Roadrunner Records (das Label brauch ich glaub ich nicht vorstellen). Immer noch produziert von Kurt Ballou
(Converge). "Forever" unterscheidet sich meiner Meinug nach nur geringfügig vom Vorgänger "I Am King", allerdings merkt man die Unterschiede trotzdem. So vermengt es nicht nur Hardcore mit Metal-Einflüssen sondern auch diesen schon davor da gewesen, leicht mysteriösen wirkenden Ambient-Scheiß. Soundeffekte die wie eine Störkulisse wirken. Bei "Bleeding in the Blur" fühlt sich plötzlich an die 90er erinnert, als Genres wie "Alternative" noch dominierend waren. Man hat sich also enorm weiterentwickelt und macht einfach das worauf man Bock hat. Finde ich gut und sage "weiter so, bitte.".

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Forever, Bleeding in the Blur, The Mud, Hurt Goes On



Gorillaz Discography: Demon Days (2005)

Zweites Studioalbum der Band. Insgesamt aber schon die vierte Veröffentlichung und der Einläuter in die zweite Schaffensphase. Damals (vor zwölf Jahren!!!) als es rauskam bzw. "Feel Good Inc." auf MTV lief war ich so begeistert davon dass sie wieder da sind.

"Demon Days" macht nicht weiter, wo "Gorillaz" aufgehört hat sondern teleportiert die "Band" auf einen anderen Planeten. Wo auf den Erstling noch verschiedene Stilrichtungen zu hören waren, hatte man damals noch das Gefühl es wäre eine eigenständige Band. Und das obwohl damals schon mehr als vier Musiker dahinter standen. Diesmal hört sich das Album immer deutlicher nach einem Projekt an. Verschiedene Stilrichtungen. Rockig, gitarrenlastig, Hip-Hop, Electro. Gäste wie Shaun Ryder von Happy Mondays (das ist der riesige Kopf aus dem "DARE"-Video), die RapCrew De La Soul oder der sagenhafte MC MF Doom oder Booty Brown von The Pharcyde. Es gibt sogar eine erzählte Story vom Schauspieler Dennis Hopper auf "Fire Coming Out Of The Monkey's Head".

Es ist wirklich faszinierend was sich hier alles vereint, wie alles funkt, wackelt und tanzt. Kann ich nur weiterempfehlen!

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: White Light, Dirty Harry, November Has Come, DARE, All Alone, Feel Good Inc.



Marilyn Manson Discography: Portrait of an American Family (1994)

Yes, wir fangen eine neue Diskografie an.

"Portrait of an American Family" ist das allererste Album von Marilyn Manson, nachdem die Band sich umbenannt hat. Am Anfang hießen sie noch "Marilyn Manson and the Spooky Kids". Es ist ein definitiv anderes Gefühl, was hier vorherrscht. Während das Nachfolge-Image der Band bzw. ihres Sängers (zumindest für mich) noch das des böhsen Anarcho-Satanisten und Provokateurs war so fühl ich mich hier als wäre ich im Zirkus. Das Albumcover als auch der Klamottenstil der Bandmitglieder war damals noch ziemlich bunt. Man stellte den American Way of Life bzw. Familienwerte und die Fernsehlandschaft in Frage....was dazu führte dass das Album sich wie ein verzerrtes Kabinett an Kuriositäten angehört hat. "Lunchbox" erzählt die Story eines gemobbten Kindes dass sich mit seiner metallenen Lunchbox wehrt, "Get your Gunn" von der Ermordung des Abtreibungsarztes David Gunn.... "Dope Hat" handelt keine Ahnung wovon, aber das Willy Wonka Video dazu ist echt großartig.

Ich bin begeistert und freue mich auf die nächste Veröffentlichung!

8,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Get Your Gunn, Cake And Sodomy, Lunchbox, Dope Hat

Dienstag, 24. Dezember 2013

Album der Woche, Folge 128: Marilyn Manson - Holy Wood(In The Shadow of the Valley of Death)(2000)

Alle Jahre wieder kommt der Antichrist!

[Nostalgie-Modus]Ich erinnere mich ganz genau: Ich war zehn Jahre alt(oder 11) und kaufte mir eine "getschechte" Kassette. Es war "Holy Wood", das vierte Album der Band Marilyn Manson(deren Sänger genauso heißt). Ich hörte es ein Paar Mal, brachte es sogar einmal in die Schule mit - wir durften in der Grundschule nämlich in der Pause unsere eigene Musik auf eigens mitgebrachten Geräten hören. Doch ich beschloß dass es mir doch zu finster war und...überspielte es irgendwann.[/Nostalgie-Modus]

Heutzutage ist es mir etwas peinlich, da ich erst jetzt gemerkt hab wie genial dieses Album ist. "Holy Wood" ist nämlich der erste Teil einer Trilogie, auch wenn es nicht als erstes sondern als drittes der drei Alben rausgebracht worden sind. Der zweite Teil ist "Mechanical Animals"(1998) und der dritte "Antichrist Superstar"(1996). Außerdem ist es das erste Album nach den High-School-Amoklauf von Littleton(20.04.1999). Marilyn Manson wurden beschuldigt als
Inspirationsquelle für die Amokläufer gedient zu haben, obwohl man herausfand dass die Täter keine Fans der Band waren. Es ist also ein großes "Fuck you" an all die Leute, die versucht haben die Tat aufs Konto der Band zu schieben.

Es beschäftigt sich mit den Themen Revolution und Evolution bzw. der Frage "Wieso ist der Mensch so wie er ist?". Außerdem geht es um die amerikanischen Werte wie Waffen, Gott und Regierung als auch um verschiedene Märtyrerrollen die durch die us-amerikanische Medienlandschaft erzeugt werden(JFK, John Lennon, Kurt Cobain).

Interessant ist wie Brian Warner(wie Marilyn Manson mit bürgerlichen Namen heißt) die Verbindung zwischen Mensch und Waffe beschreibt. Nämlich auf eine sehr poetische Art und Weise - der Arm ist der Vater, die Pistole die Mutter und die Kugel das Kind(siehe "The Love Song").

Auch richtig gut und ohrwurmtauglich sind die beiden Songs "Disposable Teens" und "The Nobodies" welche sich näher mit den Littleton-Amoklauf beschäftigen. In "Lamb Of God" geht es um die oben erwähnten Märtyrer-Rollen:

“If you die when there's no one watching,
Then your ratings drop and you're forgotten.
But if they kill you on the TV,
You're a martyr and a lamb of God.”

Okay, an der Stelle reichts erstmal. Ich könnte endlos darüber labern aber ich würde einfach mal sagen ihr hörts euch selber an.

Anspieltipps: "Born Again", "Burning Flag", Disposable Teens", "The Fight Song", "The Love Song", "The Nobodies"