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Mittwoch, 31. August 2022

So isses, Musik!#150

My Favorite NOFX-Songs (kinda), Part Two:

Was angefangen wurde, muss auch zu Ende geführt werden. Diese Liste ist eine Lüge. Schließlich kann ich keine Best-Of erstellen, weil ich nicht alle Songs kenne. Es ist eher eine Liste von Favoriten aus den 14 Studio-Alben der Band. Oder so. Jedenfalls ist die #1 hier nicht meine Nummer Eins sondern einfach nur der meines Erachtens beste Song aus dem neuesten Album.


6. "We Got Two Jealous Agains" von "The War On Errorism" (2003)




"The War On Errorism" war mein erstes richtiges NOFX-Album und gleichzeitig irgendwie auch der Zündfunke für Politik, natürlich neben den US-Wahlen, Irakkrieg usw. usf. Es ist das politischste Album der Band, zumindest zum damaligen Zeitpunkt. Der Song ist allerdings nicht politisch. Es geht darum, dass man jemanden kennengelernt hat, mit dem man unfassbar viel gemeinsam hat. Im Text werden verschiedene Platten aufgezählt die man "gemeinsam" hat. "Jealous Again" ist dabei eine Single von "Black Flag". Die beiden Partner, gemeint sind natürlich Sänger Fat Mike und seine Ex-Frau, haben nun zwei davon weil sie einen ähnlichen Geschmack haben.


5. "The Marxist Brothers" von "Wolves In Wolves Clothing" (2006)




Der Titel ist eine Anspielung an den Song "The Moron Brothers" handelt aber von Bourgeoisie-Salonkommunisten, für die politische Arbeit eine Art Lifestyle ist. Leider ziemlich gängig sowohl in den USA als auch in Deutschland.

4. "Eddie, Bruce and Paul" von "Coaster" (2009)


Eigentlich kann ich mich gar nicht so gut an das Album erinnert. Der Song hier handelt allerdings von den beiden Iron-Maiden-Sängern Bruce Dickinson und Paul Di'Anno als auch vom Maskottchen Eddie. Ein sehr merkwürdiges Tribut. Mit NWOBHM-Zitaten.

3. "I've Got One Jealous Again, Again" von "Self Entitled" (2012)




Fat Mike und seine Ex-Frau haben sich getrennt. Nun hat er eine Kopie von "Jealous Again" für sich alleine. Ein trauriger Trennungssong.


2. "I'm So Sorry Tony" von "First Ditch Effort" (2016)




Ein wirklich sehr bewegender Abschiedssong an den Sänger von No Use For A Name, Tony Sly, der an Krebs verstorben ist und zu Lebzeiten guter Freund von Fat Mike als auch der gesamten Band gewesen ist. Im Song kommt auch der Gedanke auf, "Man hat so wenig Fotos von sich und seinen besten Freunden, weil man nicht auf die Idee kommt dass sie aus deinem Leben verschwinden"

1."Fuck Euphemism" von "Single Album" (2021)




Ich muss sagen, ich kenne das ganze Album noch nicht, den Song aber schon ein Bisschen. Empfehle herzlichst den Songtext nachzugucken. Habe keine Lust das hier breitzutreten :3


O:

Nun, ich höre weiterhin meine Musiksammlung alphabetisch durch. Bin bei O angekommen und habe leider fürchterlich gelitten.

Zuerst wars gar nicht so schlecht, weil ich zwei Oasis-Alben gehört habe: Definitely Maybe und (What's the Story?)Morning Glory. Seit dieser 90er-Jahre-Alben-Sache mag ich diese beiden sehr. Also die beiden Alben, nicht die Gallagher-Brüder. 

Danach waren Obtained Enslavement dran, die ich schon in der letzten Ausgabe vorgestellt habe. Anschließend dann die "First Four EPs" von OFF!. Einer Art Allstar-Band um Keith Morris von Circle Jerks und irgendwelchen Musikern von Rocket from the Crypt. Großartiger 80er Hardcore Punk Sound, wenn auch viel zu kurz:



Oi Polloi - Mind the Bollocks EP (2007)



Auch wenn ich Oi Polloi aufgrund ihrer anti-zionistischen Einstellung mittlerweile absolut nicht leiden kann, so muss ich zugeben dass ich die Band zwei oder drei Mal in meinem Leben gesehen habe und es tatsächlich sehr witzig war. Es sind dumme Anarcho-Idioten, aber sie haben eine einzigartige Mischung aus Oi! und Anarcho Punk gemacht.


Oi!Tanking - Wir sind doch keine Hochstuhlabsolventen (2007)

Was für ein Brett. Oi! Punk, der im Grunde genommen dasselbe Schema bedient wie Eisenpimmel. Sprich: Ein Klischee aufs übelste bedienen und zwar so, dass man irgendwann nicht mal mehr sagen kann ob das ernst gemeint ist oder nicht. Aber man müsste schon ziemlich dämlich sein um nicht zu merken dass das hier eine großartige Verarsche von Kirmes-Oi! ist. "Jeder scheißt in seine eigene Hose!"!!!

Oiro - Als was geht Gott an Karneval? (2005)



Der Song "Partnerwahl 3,2,1,keins" ist seit knapp 15 Jahren zu Gast in meinem Kopf. Alleine wegen dem Intro mit der älteren Frau Ludmilla die mit russischen Akzent sagt, dass sie "suchen eine Partner oder Partnerin für unterscheide äh unterhalten zusammen mhhh mein hobby ist schwiemen ich lese viel bücher und...so weit". Ich habe genug gesagt.

Ol' Dirty Bastard - The Dirty Story (2001)



Ein kleines Best of von ODB, selbstverständlich mit "Got Your Money" als auch "Shimmy Shimmy Ya".

Und jetzt kommt der große Haufen Scheiße:

Olli Banjo - Sparring (2004)

Ich habe keinen blassen Schimmer wie dieses Album bei mir gelandet ist. Wahrscheinlich hat es mir ein Kollege damals geschickt oder so. Es ist furchtbar furchtbar schlecht und pseudowitzig. Unfassbar unangenehmer, beschissener Deutschrap.

Was läuft sonst so?

"Vicious" von Fight



Fight war ein Musikprojekt von Rob Halford, der zum damaligen Zeitpunkt Judas Priest verlassen hat. Ich finde das super merkwürdig. Klingt wie typischer Alternative/Industrial Metal. Dieser melodische Gesang passt so absolut nicht zu diesem Baustellen-Riff. Erinnert mich an "Just One Fix" von Ministry. . Muss mich länger damit auseinandersetzen. 

Black Sabbath Discography: Never Say Die! (1978)

Okay, wir sind an einem Endpunkt angekommen. Oder so. Jedenfalls ist das hier das Ende einer Ära. "Never Say Die!", was ehrlich gesagt ein ziemlich zynischer Titel ist wenn man den Zustand der Band berücksichtigt, ist das letzte Album von Black Sabbath mit Ozzy Osbourne am Gesang. Zwischenzeitlich ist Ozzy kein Teil der Band gewesen, da er sich um seine Mutter kümmern musste weil sein Vater gestorben ist und andere Sachen. Zwischenzeitlich sang ein Typ namens Dave Walker, der auch mal bei Fleetwood Mac tätig war. Der Rest der Band war tatsächlich froh darüber, dass Ozzy 
zurückgekehrt ist. Dieser wollte allerdings die Songs die sie ohne ihn komponiert haben singen und so mussten sie von vorne anfangen. Im Endeffekt haben sie am laufenden Band versucht Songs zu


komponieren, was zur totalen Abstumpfung geführt hat. Drogen und Alkohol haben natürlich auch ihr Übriges getan.

"Never Say Die!" ist tatsächlich ein etwas besseres Album als der Vorgänger "Technical Ecstasy". Der Titelsong fängt direkt ohne jegliche Vorwarnung an. Es ist kein langsamer Doom-Song oder ein progressiver Versuch sondern etwas was damalige Hard Rock Bands halt auch gespielt haben. Melodisch, flott, etwas bluesig, geht gut ins Ohr. Zumindestens am Anfang. Gegen Ende des Albums hat man irgendwelche Jazz-Anleihen, siehe "Breakout" - der ein verdammt guter Song ist. Ebenfalls großartig finde ich "Swinging The Chain", worauf Drummer Bill Ward singt. Astrein. Zwischendurch auch ein unfassbar merkwürdiger Versuch auf Teufel komm raus progressiv zu sein - "Air Dance", der klingt wie drei Songs in einem. Schade eigentlich. Es hat nämlich ganz gut angefangen und dann mündete es in einem Mischmasch, der gar nicht wirklich zusammenhängend wirkt. Als hätten alle irgendwie ihre Hausaufgaben gemacht, nur als Team funktioniert das nicht so wirklich. Trotzdem wesentlich hörbarer als der Vorgänger, wenn auch niemals niemals so gut wie die Klassiker von Sabbath.

Meines Erachtens war "Technical Ecstasy" ziemlich desaströs, "Never Say Die!" hätte aber durchaus was werden können. So ist es nur unterer Durchschnitt. Schade.

5/10 Pfandflaschen

Und weil drei Meinungen besser sind als eine, hier Philipp und Raphael:

Philipp:
"Nun sind wir also beim (vorerst) letzten Album, der originalen Black Sabbath-Besetzung angekommen und ich kann kaum etwas dazu schreiben, ohne es mit Technical Ecstasy zu vergleichen, was ich (und daraus habe ich kein Geheimnis gemacht) ja eher nicht so dolle fand.

Nunja, allein der Opener macht schon mal wieder verdammt viel richtig, das ist eine richtige Hymne, die sehr nach Protopunk und Pubrock klingt, großartiger Song mit einem Text über gesellschaftliches Aussenseitertum. Generell hat sich die Band sehr gut wieder gefunden, vor allem besinnt sich Tony Iommi wieder auf seine Stärke, einen Song um 2-3 wirklich geile Riffs zu schreiben, während es auf Technical Ecstasy eher so wirkte, als würde er einen Song mit so vielen mittelmäßigen Riffs vollstopfen wie er nur kann. Ein paar wirkliche Perlen sind hier auf jeden Fall zu finden.
„Junior‘s Eyes“ zum Beispiel startet mit einem jazzigen Geezer-Butler-Riff, das Tony zwar mit etwas uninspiriertem Wah-Wah-Gefiedel verhunzt, was im Refrain aber auch einfach alles wieder gut macht, was man irgendwie kritisieren könnte, das Solo ist dann auch wieder wirklich gut. 
Den Closer „Swinging The Chain“, der sich textlich sehr kritisch mit Ozzy auseinandersetzt – es war wohl zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  schon absehbar, dass es keine gemeinsame Zukunft geben würde, ursprünglich hatte Ozzy die Band schon verlassen, kehrte aber für die Aufnahmen des Albums dann doch zurück – ist ein ziemlich toller, von Bill Ward gesungener, Blues-Song, der einiges von dem Schaden, den Bill mit „It‘s Alright“ angerichtet hat, wieder repariert.  
Generell hat die Band wirklich gute Ideen, so wie das tolle Intro zu „Air Dance“, was aber leider in einer schwülstigen Ballade ausartet, die Don Airey von Rainbow (an sich großartiger Musiker) leider – genau wie auch Over To You - mit seiner völlig übertrieben eskalierenden Keyboard-Spur effektivst an die Wand fährt. 
A propos „an die Wand fahren“, „A Hard Road“ erinnert mit seiner Strophen-Melodie etwas an eine schlechte und lustlose Version von „Surrender“ von Cheap Trick (welches übrigens beim erscheinen von Never Say Die schon seit 5 Monaten veröffentlicht war, was also wirklich nicht zu verzeihen ist), „Cheap Sabbath“ sozusagen.
Shock Wave beginnt mit einem geilen Riff, bei dem ich mir unweigerlich Peter Maffay auf einem Motorrad vorstelle (ein Bild, das hoffentlich ohne Miete zu zahlen die nächsten Wochen in euren Köpfen leben wird), solider Hard Rock-Song, sicherlich kein Sabbath-Niveau aber an sich gar nicht mal so übel.
Als Fazit würde ich an dieser Stelle mal fest halten, dass die Band wieder wesentlich Riff-orientierter vor geht aber leider immer noch klingt, als würde sie krampfhaft versuchen, aktuellen  musikalischen Trends nachzueifern und wie andere Bands zu klingen, bei diesem Album orientiert man sich deutlich an Pubrock und Hardrock der späten 70er. 
Ich persönlich bin sehr froh, dass ich diese letzten beiden Alben überstanden habe, als nächstes geht es nämlich (endlich) mit Dio weiter, ich will aber noch nicht zu sehr voraus greifen. 
An sich verdient das Album aufgrund einiger wirklich guter Ideen, die aber leider nicht konsequent umgesetzt wurden, solide

5/10 Pfandflaschen.

Anspieltipps: Never Say Die, Junior‘s Eyes, Swinging The Chain"

Raphael:

"Das achte Album in acht Jahren – das letzte Black Sabbath Studio Album in den 1970ern „Never say die!“ erscheint in einer Zeit, in der die Drogenprobleme bei den Bandmitgliedern an einem neuen Hoch angelangt sind. Einmal noch hat sich die Originalbesetzung zusammengerauft, bevor die Ära Osbourne (vorerst) enden sollte. Es ging drunter und drüber. Man kann sagen, die Band war sich bei den Aufnahmen schon bewusst, dass es nun zu Ende gehen sollte. Innere Streitigkeiten, generelle Unzufriedenheit, und die Suche nach der nächsten Dosis waren allgegenwärtige Schatten, die über der Entstehungsphase hingen. Und so hat sich auch ein Charakter in den Sound eingebrannt, der eher wie ein Rückblick auf die bisherige Karriere von Black Sabbath wirkt – quasi wie ein Best-Of; nur mit neuen Liedern; und nicht so gut.

Bill Ward, Tony Iommi, Geezer Buttler, Ozzy Osbourne

Die ersten zwei Stücke ‚Never say die!‘ und ‚Johnny Blade‘ mögen Lichtjahre davon entfernt sein, an alte Leistungen anzuknüpfen. Immerhin lässt der solide Hard Rock mit Synthie-Einlagen und eingängigen Refrains wenig Raum für wirkliche Beschwerden. Etwas anders verhält es sich bei ‚Junior’s Eyes‘, das einen ziemlich groovigen Basslauf hat, der an die Zeit der ersten drei Alben erinnert. Die hintergründig sägende Gitarre nervt ein bisschen im Klangbild und spätestens im Refrain wird aus dem angenehmen Groove eine sehr unangenehme Cock Rock Hymne zum Abschalten – schade um den tollen Basslauf. Mit ‚A Hard Road‘ bringen Black Sabbath etwas von dem besseren Teil des „Sabotage“ Albums wieder – dennoch ist der Song trotz seiner Catchiness und einiger netter Stopps in den Übergängen ziemlich belanglos.

Vielversprechend klingt der Einstieg in die B-Seite mit ‚Shockwave‘. Auch wenn die Dad Vibrations nicht gerade schwach sind, haben Black Sabbath hier ein breit aufgestelltes, schweres Geschütz mit abwechslungsreicher Munition zu bieten. Wer von den vorigen Alben an Enttäuschungen gewöhnt wurde, wird nun fast überrascht darüber stolpern, dass ‚Air Dance‘ zwar ein eigensinniger aber keineswegs schwacher Song ist. Von einem schweren Riff herab taucht der Song in eine betörende und farbenfrohe Klangwelt aus Prog, Jazz Rock und intelligente Songstruktur. ‚Air Dance‘ klingt mehr nach Focus, Minimum Vital oder Jethro Tull als nach Black Sabbath – und vielleicht ist genau das die Abwechslung, die nach mehreren schwachen Alben notwendig war. Wer den Song aufgrund ebendieser Beschaffenheiten eher überspringt, hat wahrscheinlich mit dem nächsten Titel ‚Over to you‘ mehr Freude. Die Nummer ist weder einfallslos noch einfallsreich – es ist eher die erwachsene Variante eines High School Rock Love Songs, die intelligente Fassung vom damals angesagten Hard Rock, die schwergewichtige Umsetzung von Retroprog, und irgendwie auch ein Song, der zu catchy zum skippen und zu langweilig zum Abspielen ist. Das vorletzte Lied ‚Breakout‘ wurde – wie viele Titel auf „Never say die!“ – mit Interimssänger Dave Walker geschrieben. Nachdem Ozzy Osbourne während der Arbeiten am Album dann doch wieder Teil der Band wurde, sang er die Stücke neu ein – bis auf ‚Breakout‘. Das vehemente Verweigern, das Stück einzusingen bescherte dem Album ein fantastisches Heavy Blues-, Jazz Rock-, Big Band Stück. Und dass das (bis dato) letzte Black Sabbath Album mit Osbourne am Gesang ausgerechnet ein Instrumental zum Höhepunkt hat, ist sehr bezeichnend. Auch beim letzten Titel ‚Swinging the Chain‘ konnte der Leadsänger nicht überzeugt werden, das Mikrophon in die Hand zu nehmen, weshalb Drummer Bill Ward den von ihm geschriebenen Text sang. Die schwere Blues Rock Nummer ist besser als vieles, was Black Sabbath in den vorigen Jahren veröffentlicht haben, kommt aber trotz starker Mundharmonika nicht an ‚The Wizard‘ heran.

Legt man „Never say die!“ neben „Technical Ecstasy“ wirkt es, als hätte sich die Band nochmal ordentlich Mühe gegeben. Welcher Part genau es war, der zwischen harter Drogenabhängigkeit, ständigen Streitigkeiten, Versuchen einer Neuformierung und einem rückblickenden Zusammenreißen es war, weiß man nicht. Aber „Never say die!“ ist mitnichten der Totalausfall, den man von der Nachfolge zu „Technical Ecstasy“ hätte erwarten können. Ein gutes Album ist es wahrlich nicht, aber es ist ein irgendwie okayes Ende der ersten Ära Osbourne.

5/10 Pfandflaschen"



Samstag, 13. März 2021

So isses, Musik!#119

50 Best Rock Albums of the 90s by loudersound.com, Teil 12

Da ich das letzte Mal vergessen habe Raphi einzubetten/einzubinden. Hier mal wieder der Link zu seiner Sicht auf die Alben. Die nächsten zwei habe ich ebenfalls schon reviewt, sodass diese Ausgabe nur ein "neues" Review kriegt. 

26. Soundgarden - Badmotorfinger (1991)

25. Smashing Pumpkins - Siamese Dream (1993)

24. Oasis - (What's the Story) Morning Glory? (1995)

Okay, ich dachte wohl dass ich das Album Scheiße finden würde. Das tue ich tatsächlich nicht. Es ist nur leider etwas "generic", aber gleichzeitig doch sehr eingängig.

"(What's The Story) Morning Glory?" ist das zweite Album von Oasis und es ist durchtränkt mit Radiohits bzw. radiotauglichen Songs bzw. Singles bzw. mitsingbaren, eingängigen Stücken. Das kann gut sein, das kann schlecht sein. Ich kann nicht mit allen was anfangen, jedoch muss ich gestehen das fast alles in meinem Gehirn hängen geblieben ist. 

Insgesamt fünf Singlesauskopplungen: Some Might Say, Roll With It, Champagne Supernova, Morning Glory, Don't Look Back In Anger und Wonderwall. Letzterer ist ein von mir absolut verhasster Song, weil er von diversen Bands und diversen Musiksendern bis zum geht nicht mehr gespielt wurde, sodass er mir tatsächlich aus dem Hals raus hängen. Stattdessen bevorzuge ich "Yesterday" von Lil' Peep. 

Ich mag "Roll With It" und "Don't Look Back In Anger" sehr. Zweitgenannter Song geht mir tatsächlich sehr an die Nieren, weil es mich daran erinnert was für ein verkorkstes Kind ich zu sein schien. Klar, es ist nicht dasselbe was Noel und Liam Gallagher in ihrer Kindheit erfahren haben, aber nunja, trotzdem. 

Es ist mir schon klar, wohin die Band mit diesem Album wollte. Hin zu den Sternen, zu den Charts, mit ehrlich gemeinter, britischer Rockmusik. Oasis sind die Working Class Beatles, zweifelsohne. Sie wären aber wesentlich sympathischer gewesen, wären sie nicht so abgehoben. Ich vergebe jedenfalls, tatsächlich ganze 6,75/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Morning Glory, Roll With It, Don't Look Back In Anger



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Her Noise Is Violence - Unresolved Trauma (2021)

Ich habe Her Noise Is Violence durch Zufall per Instagram gefunden und war etwas intrigiert. Nachdem ich reingehört habe, war ich zuerst gar nicht mal so sicher, ob es mir gefällt doch dann war ich es doch.

Raye Albate macht Lärm. Genauer gesagt "Noise", welcher sowohl organische als auch synthetische Klänge verbindet. Kein Rhythmus, keine tanzbare Musik. Einfach nur Klang. Die EP beginnt mit einem uralten romanischen Psalm vorgetragen von CIRMA Ensemble. Bei "Universal Truth" taucht plötzlich ein Sample eines sprechenden Mannes auf. Ich bin mir absolut nicht sicher wer das ist, aber das bringt mich nicht dazu, wegzuschalten. Der Titeltrack ist neben dem Intro mein Höhepunkt hierauf. Denn er schafft es, wenn auch wahrscheinlich ungewollt, sowas wie einen Rhythmus zu erzeugen."Nothing Left" ist dann der Overkill. Ich fühle mich danach wie ein Hund, der eine Hundepfeife ertragen musste. Trotzdem hat auch dieser Track eine Art Rhythmus, der vernünftig gesamplet auch auf einem Dälek-Track landen könnte. "4 Am (Still Afraid Of The Dark)" bietet den nötigen, beruhigenden Abschluß. Es ist seltsam, wie gut mir das gefällt. Wenn ich jetzt arrogant wäre, würde ich behaupten ich bin so ein crazy dude der solche abstrakte Musik richtig gut findet dies das. Aber das macht mich nicht zu irgendwas besonderem. Tatsache ist, dass wir als Musikfans von unterschiedlichsten Klängen angetan sind und ich finds sehr gut, dass es nach wie vor kreative Köpfe gibt die sich an neuen Sachen versuchen. Auch wenn "Noise" in dem Sinne nichts neues ist.

7,5/10 Pfandflaschen

Bandcamp

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Was läuft sonst?

Ich habe FILMMAKER für mich entdeckt. Irgendein "Wave" (welche Art das jetzt genau ist, weiß ich nicht, auf jeden Fall irgendwas Retro-Artiges, jedoch nicht zu sehr 80er), oder so. Wer genau dahinter steckt, weiß ich auch nicht. Jedenfalls habe ich mir das neueste Doppelalbum "Vlad Tapes" reingezogen und es ballert wirklich unendlich gut. 

Das war aber nicht das einzige. Auf YouTube und auf Bandcamp sind noch etliche andere vorhanden. Ich empfehle die "The Love Market" LP als auch die "Data Bombing" Split EP. Für Fans von Synthwave, 80er, Dark Techno und Retro-Videogame-Ästhetik.

Außerdem:
Ich habe eine chinesische Nu Metal Band namens Yaksa für mich entdeckt. Hier ist ihr Album "FUCK! FUCK! FUCK!". Check it out:



Samstag, 30. Januar 2021

So isses, Musik!#116

Hallo!

Da wir nun inzwischen das Jahr 2021 haben, werden dieses Jahr gewisse Alben ganze 20 Jahre alt. Ich liste sie nun auf:



50 Best Rock Albums of the 90s by loudersound.com, Teil 10

Sodala. Das ist das letzte Mal, dass ich dieses Video von Raphi hier verlinkte. Er hat nämlich schon die nächsten zehn Alben besprochen, sodass ich in der nächsten Ausgabe von "So isses, Musik! das nächste Video von ihm verlinken werde. Aber hier isses.

32. Oasis - Definitely Maybe (1994)

Wow. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Album von mir eine so gute Bewertung bekommen wird. Wärend die Brüder Liam und Noel Gallagher nicht solche absolut ekelhaften Kotzbrocken würde das Album eine tatsächlich noch bessere Bewertung kriegen.



"Definitely Maybe" ist das Debütalbum von Oasis, das schon nach den ersten beiden Verkaufstagen Goldstatus erreicht hat. Musikalisch als auch textlich betrachtet ist es das genaue Gegenteil von Grunge. Noel Gallagher war so verwundert bzw. hat kein Verständnis für den Werdegang Kurt Cobains gezeigt, dass er "Live Forever" geschrieben hat. Der Song ist ein lebensbejahendes Statement und steht im Kontrast zu Kurt Cobains Antipathie gegenüber dem Rockstarleben. Ähnlich dürfte es sich bei "Rock And Roll Star" verhalten. Witzigerweise haben Nirvana Oasis wohl doch beeinflusst. Gäbe es die "Negativität" des Grunge nicht, hätte Noel Gallagher nicht solche Songs geschrieben. Sowohl diese bluesigen bis psychedelischen Gitarrenklänge als auch der Gesang Liam Gallaghers. Das klingt alles entweder nach einer härteren Version der Beatles oder nach einer softeren Version von Sex Pistols. In "Cigarettes & Alcohol" klingt Liam Gallagher meiner Meinung nach irgendwo auch wie Johnny Rotten. "Definitely Maybe" ist zudem sehr radiotauglich, eher weich aber trotzdem nicht 08/15 und alles andere als niveaulos. Das gefällt mir, weil es so radio- und ohrwurmtauglich ist. Aber egal, später in der Liste wird noch "What's The Story (Morning Glory)" auftauchen und ich befürchte ich werde es hassen.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Cigarettes & Alcohol, Married With Children, Supersonic, Shakermaker




31. Pantera - Cowboys From Hell (1990)

Eigentlich das fünfte Pantera-Album. Bis dahin haben die vier Schwergewichter des Groove Metal nämlich vier Glam Metal Alben rausgebracht. Die ersten drei hatten einen anderen Sänger vorzuweisen (dessen Name mir hier nicht einfällt), wobei das vierte schon mit Phil Anselmo war. "Power Metal", so hieß es, hatte nichts mit Power Metal zu tun sondern war eine ungewohnte Mischung aus Glam und Thrash. Daraufhin hat man beschlossen die ganzen außergewöhnlichen Frisuren und Klamotten sein zu lassen und in bequemeren Stil auf die Bühne zu gehen. Die "neuen" Pantera waren geboren und die ersten vier Alben sind Raritäten die nicht mal auf der offiziellen Website der Band aufgeführt sind.

So betrachtet ist "Cowboys from Hell" nun also das (Major)Debüt von Pantera. Sie erschufen nicht ganz ein neues Genre sondern definierten Thrash Metal neu. Heraus kam etwas wozu man nicht nur headbangen sondern auch moshen und sich bewegen konnte. Die Musik hatte tatsächlich einen eigenen Groove und eine Art Ohrwurmqualität, die Pantera sprichwörtlich in die Charts katapultiert hat. Darum wohl auch der Name "Groove Metal". "Cowboys From Hell", der Titelsong ist der beste Opener den man für so ein Album nehmen kann. Es eignet sich hervorragend für irgendwelche Videospiele, wie beispielsweise Guitar Hero. Ich finds großartig wie man hier den Einfluss von anderen (Crossover-)Thrash Bands wie Metallica ("Heresy" hört sich irgendwo an wie Master of Puppets, ohne scheiß) oder Suicide Tendencies hören. Gleichzeitig höre ich das wovon sich spätere Metal-Bands sich haben inspirieren lassen. Großartige, mitreißende Refrains, furioses Guitar Shredding von Dimebag Darrel, eindringlicher Gesang von Phil Anselmo. Ich höre hier spätere Bands wie Staind oder Mudvayne heraus. Wäre Anselmo nicht so ein dummer Hurensohn der auf der Bühne "White Power" schreit, dann wäre er auch richtig sympathisch. Schade ums Talent und schade um diese großartige Band.

Anspieltipps: Cemetery Gates, Cowboys From Hell, Heresy

9/10 Pfandflaschen



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Ceremony Discography: In The Spirit World Now (2019)

Wie ihr aus den vorherigen Reviews rauslesen könntet, haben sich Ceremony inzwischen vollkommen vom Powerviolence/HC/Post-Hardcore verabschiedet und machen jetzt sowas wie Post-Punk. Auf ihrem letzten Album "In The Spirit World Now" gehts allerdings auf eine etwas andere musikalische Reise.
Im Grunde genommen sollen die beiden Einflüsse vornehmlich die Beach Boys und Joy Division sein. Tatsächlich fühle ich mich irgendwo noch an Joy Division erinnert. Allerdings war "The L-Shaped Man" wesentlich, wesentlich wesentlich finsterer. "In The Spirit World Now" klingt wie ein New-Wave-Album von einer Band wie Devo. Sänger Ross Farrar klingt in meinen Ohren tatsächlich wie eine neue Version von Mark Mothersbaugh (Sänger von Devo). Da gibts aber noch einen Song namens "Further I Was" der eine verzerrte Version von New Orders "Blue Monday" sein könnte. Ist ja eigentlich auch logisch, erst Joy Division Einflüsse und nun New Order.

Dazu kommen noch Synthesizer, die die Songs entweder tanzbarer oder verträumter machen. Der Opener des Albums "Turn Away The Bad Thing" kommt sogar mit Gastgesang von Chelsea Wolfe und driftet gegen Ende in ambient-artige Gefilde.

Mich reißen die ersten Songs vom Hocker. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich finde die Stärke des Albums liegt tatsächlich in den tanzbaren Songs. Insgesamt merke ich jedoch dass Ceremony sich etwas abnutzen. Es ist halt kein Tabubruch mehr, es ist nichts aufregendes mehr dass sich diese ehemalige Powerviolence-Band in eine New Wave Band verwandelt hat. Darum wirkt der Rest des Albums eher okay und nicht grade umwerfend. Nicht falsch verstehen, trotzdem ein echt solides Album.

Anspieltipps: In The Spirit World Now, Turn Away The Bad Thing, Further I Was, From Another Age

6,5/10 Pfandflaschen




Marilyn Manson Discography: We Are Chaos (2020)

Wow. Das es tatsächlich noch richtig richtig gut werden kann, hätte ich nicht gedacht. Brian Warner aka Marilyn Manson hat für dieses Album einen neuen Gitarristen engagiert. Anstelle von Tyler Bates ist nun der Country-Musiker Shooter Jennings zu hören.

Und es funktioniert. Es gibt einige Anspielungen auf ein Album, dass mehr als zwanzig Jahre zurückliegt, nämlich "Mechanical Animals". "Perfume" erinnert tatsächlich an den Glam-Rock-Stil dieses Albums. "Paint You With My Love" wirkt wie eine Nummer aus einem Saloon. Der Country-Einfluss ist schon irgendwie da. Aber auch der 80s Einfluss. Pop-Musik-Einfluss. "Half-Way & One-Step Forward" klingt zu Beginn 1:1 wie "Small Town Boy" von Bronski Beat. Der Titelsong ist unfassbar eingängig, so wie er sein sollte. Wie eine Single. Brian Warner ist kein richtiger Provokateur mehr. Wir wissen das alle. Es ist auch völlig egal, in welche Schublade man dieses Album packen sollte. Es funktioniert allerdings einfach verdammt gut.

8,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Paint You With My Love, We Are Chaos, Half-Way & One-Step Forward, Perfume




So. Das wars. Es ist das letzte Mal, dass ich in "So isses, Musik!" Discographies reviewt habe. Ich habe alle Bands/Künstler, die ich mir vorgenommen habe "durch". Aus Komplettismus-Gründen habe ich hin und wieder die neuen Alben reviewt, die zum Zeitpunkt als ich die jeweiligen Discographies reviewt habe noch nicht draußen waren. Zukünftig werde ich sowas, zumindest hier, nicht mehr machen. Stattdessen werde ich, wenn überhaupt dann einen ganzen Monat einer Band/einen Künstler widmen. So schon geschehen mit Misfits und Bathory. Aber das wars erstmal. Es geht weiter mit den "Top 50 Rock Albums of the 90s" von loudersound.com und vllt irgendwann auch mit ner weiteren Liste.