Freitag, 19. Juni 2026

My Favorite TV-Show: The Boys

Allrighty then. Kaum habe ich im Juni die letzte Folge der fünften (und somit finalen) Staffel verschlungen, geht es hier eins Eingemachte und äh ja, hier kommt ein Review. Falls ihr die Comics noch nie gelesen habt, so empfehle ich euch die Reviews dazu: Und zwar hier (#1), hier (19-22), hier (Herogasm: 1-6),  hier  (52-56 & 72), hier (Dear Becky: 1-8), hier (Highland Laddie: 1-6). Ich meine bei der jetzigen Auflistung nichts vergessen zu haben. 

Jedenfalls: Im Grunde genommen brauche ich die Serie nicht beschreiben, schließlich habe ich ja die Comics reviewt. Allerdings ist sie eine ganze Ecke anders als ihre Vorlage. Hughie Campbell Jr. (Jack Quaid) sieht in den Comics Schauspieler Simon Pegg sehr ähnlich - allerdings wäre er für die Serie bzw. für den Character zu alt gewesen. Daher spielt Pegg Hughies Vater. Hughie selbst ist hier ein

stinknormaler Verkäufer von Fernsehern und anderen Home Media. Eines Tages wird seine Freundin Robin Ward (Jess Salguiero) umgebracht. Ein Superheld namens A-Train aka Reggie Franklin (Jessie Usher) rennt durch sie durch. Der Speedster war offenbar in Eile und hat sie einfach übersehen. Hughie ist am Boden zerstört. Die multinationale Firma Vought die hinter dem Marketing der Superhelden steckt bietet ihm eine Wiedergutmachung in Form eines Schmerzensgeldes an. Doch kein Geld der Welt kann seinen Schmerz heilen. A-Train ist Teil der "Seven", einer Gruppe von Superhelden angeführt von Homelander (Anthony Star), eine Art narzisstischen Superman-Verschnitt. In dieser Welt existieren Superhelden zwar, allerdings ist es für die Öffentlichkeit nur Schein. Sie "retten" Menschen in Not, scheißen dabei auf jegliche Sicherheitsvorkehrungen oder sind teilweise einfach nicht vorsichtig genug. Einige von ihnen pflegen rassistische und sexistische Einstellungen, sind korrupt und selbstverliebt. Sie treten in Filmen auf, nehmen an PR-Kampagnen für Produkte Teil und schützen Menschen in Kriegsgebieten, irgendwie. Der Fall Hughies ruft William Butcher (Karl Urban) auf den Plan. Dieser glaubt, dass Homelander seine Ehefrau Becca vergewaltigt und umgebracht hat. So rekrutiert Butcher Hughie und dieser wird Teil der "The Boys". Dabei handelt es sich um eine geheime Gruppe, die zunächst von der CIA finanziert wird. Dazu gehören noch: Marvin "Mother's Milk" Milk (Laz Alonso) und Frenchie (Tomer Capone). Später im Laufe der Serie befreien sie die mit Superkräften ausgestattete Kimiko (Karen Fukuhara). Die Aufgabe der "The Boys" ist zunächst den Superhelden das Leben schwer zu machen, "auf die Finger zu klopfen", "zur Strecke bringen" doch nach und nach wird die Aufgabe immer größer. Die Superhelden müssen weg. In einem weiteren Story-Strang lernen wir Annie "Starlight" January (Erin Moriarty) kennen, die neuestes Mitglied der Seven wird und nach und nach einsehen muss, wie korrupt die Superheldenwelt tatsächlich ist.

Während Garth Ennis' und Darick Robertsons Comic-Reihe zwar einige sozialkritische bzw. verzerrte historische Elemente gebracht hat war sie vor allem eins: stürmisch, ekelhaft und voll mit Sex und Gore. Die Streaming-Serie hingegen zieht den Gore-Regler auf mindestens 9 und zeigt gleichzeitig eine verzerrte Version unserer Realität. Als erstes fallen mir die Manipulation der Menschen durch soziale Medien, die Jagd nach Clicks und Clout, fehlende Empathie für miteinander und eine Verschiebung der Narrative von "nicht sagbar" zu "komplett akzeptiert". Einige würden Homelander als die hiesige Version von Donald Trump betrachten. Einen machthungrigen Narzissten mit Minderwertigkeitskomplexen, der Menschenleben für weniger wert als Müll betrachtet. Während in den Comics die "Supes" noch zu 100% (bis auf Ausnahme von Annie) als feindlich eingestuft wurden, kriegt man in der Serie doch irgendwann Skrupel "sie alle auszurotten". Es ist keine 1:1-Umsetzung des Comics. Bis zu einem gewissen Punkt schon, allerdings betrachte ich sie schon eher als "freie Umsetzung" der Dinge. Es scheint mir fast schon so, als hätte man sich gedacht: "Wir haben eher weniger Bock auf 24/7 Ekligkeiten a lá Garth Ennis und machen etwas eigenes daraus". Und es funktioniert sehr gut. Klar, es gibt einige Hänger und insbesondere zwischen der vierten und der fünften Staffel kriegt man den leichten Eindruck, man würde die Serie künstlich am Leben erhalten wollen. Trotzdem ist "The Boys" super genießbar, wenn man auf künstliche Gewalt, Gore und Sexjokes steht - allerdings auch auf "Black Mirror"-eskes Spiegeln der Gesellschaft in welcher wir Leben. Für all diejenigen, die sich am Serienfinale gestört haben: Ich habe es genossen, weil es genau das war, was ich erwartet habe. Und ihr solltet etwas mehr von der Vorlage lesen. 



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