Donnerstag, 30. April 2015

Rezept des Monats: April'15

Fettiges Fettfett aka Tortillachips mit Käsedip

Wow, was für ein einfallsloses Rezept. Ja ich gebe zu: ich war faul und hatte auch keine Zeit. Nächsten Monat startet der endgültige Versuch einen Hotdog zu machen. Diesmal müsst ihr euch aber damit zufrieden stellen. Nämlich mit einer superekligen Rezeptöö für einen Käsedip.

Zutaten:
3 kleine Packungen Sojacuisine
6 EL Hefeflocken
1 EL Margarine
1 EL Sojamehl
1 Tüte Tortillachips
3 TL Senf
eine Handvoll schwarze Oliven
Salz
Paprikapulver

Zubereitung:
Für unser festliches Mahl brauchen wir einen eher kleinen Kochtopf. In diesem erhitzen wir die Margarine und schütten, nachdem diese geschmolzen ist die ganze Sojasahne rein. Wirklich alles. Keinen Tropfen verschwenden. Schon jetzt können wir anfangen den Rest der Zutaten reinzuschleudern. Wir salzen und paprikanisieren das ganze. Und nehmen uns dabei nicht auf Kamera auf und nennen das ganze nicht auf pseudoenglisch "Pap-reeh-kah". Danke.
Natürlich dürft ihr auch schon die Hefeflocken und das Sojamehl dazutun. Das ist dafür da, damit das ganze noch etwas mehr dickflüssig wird. Um für die richtige Farbe oder eher den richtigen Farbton zu sorgen gibt es Senf. Ihr rührt bitte ordentlich und viel. Fertig ist das Gedöns wenn das Gericht anfängt Morse-Zeichen zu geben. Sie klingen etwa so "pfhfphfhpfh!". Dann merkt ihr nämlich dass das Essen sich gerne selbstständig machen möchte. Dann, aber nur dann ist das Essen fertig.

Die Oliven dienen übrigens nur der Dekoration. Natürlich könnt ihr sie auch essen, wenn ihr wollt. Sie sind aber nicht dafür da um in den Topf reingeschmissen zu werden, sondern sie werden zusammen mit den Tortillachips neben dem Dip serviert. Danach könnt die in scheiben geschnittenen Oliven gerne mit den Chips schaufeln und in den Dip tunken. Schmeckt köstlichst, finde ich.


Album der Woche, Folge 195: Post-War Perdition - dto. (2011)

Ich habe leider nicht so viel Zeit, deswegen wird das Review ungewohnt kurz. Außerdem wollte ich diese Woche nichts mehr schreiben, deswegen werden heute zwei Blogeinträge rausgequetscht.

Neulich beim Auftritt von Hatehug.
"Warum habt ihr die Post-War Perdition Platte dabei?"
"Weil Dani dort gesungen hat."
*Dani grinst unglaublich breit und winkt*
"Okay."

Für vier euro kann man nicht wirklich viel falsch machen. Brutaler Death/Thrash Metal. Manchmal ganz schön martialisch und brachial, manchmal ziemlich mitreißend und spaßig. Ich verstehe den Gesang nicht. Dafür muss ich die Texte lesen. Wäre alles verständlich gesungen, würde alles nach einem stumpfen rezitieren von ungereimten Texten klingen. Die reimen sich zwar überhaupt nicht haben es in sich. Es geht um Emanzipation von Hierarchien als auch den Zerstörungstrieb der Menschheit. Soweit ich das verstanden habe. Irgendwie ist es cool, diese Texte erst im nachhinein zu entdecken. So hat man das Gefühl dass die Musiker mit all diesen Growls eine Art versteckte Botschaft übermitteln wollten.

Ich ärgere mich grade sehr, dass ich nichts digitales finde. Gar nichts. Stattdessen gibt es aber zwei Videos, sodass ihr euch zumindest einen kleinen Einblick verschaffen könnt.



Mittwoch, 29. April 2015

Film der Woche#192: 101 Sci-Fi-Filme, die Sie sehen müssen bevor das Leben vorbei ist, Teil 21

89. Starship Troopers (1997)

Starship Troopers war einer der Filme die alle schon tausendmal gesehen und öfter davon geredet haben. Ich kannte ihn aber überhaupt gar nicht. Null. Deswegen wusste ich auch nicht was daran so toll ist. Jetzt weiß ich es natürlich. Es war nämlich "Off the hook", wie man so in USA sagt.

In einer weiter entfernten Zukunft fand ein verheerender Krieg auf der Erde statt. Die als "Bugs" bekannten außerirdischen Insektoiden haben die Erde befallen, doch die Menschheit konnte sich wehren. Seit ihrem Sieg leben alle Menschen unter einer Welteinheitsregierung, deren Sitz in Genf liegt. Die Bugs gelten als der große Feind, gegen welchen man gewappnet sein muss. Unter der Jugend der Welt gilt es als große Ehre für die Menschheit zu kämpfen bzw. ihr zu dienen. Deswegen
ist eine Karriere bei der Army für viele das nonplusultra. Die Schulfreunde Johnny Rico (Casper van Dien), Carmen Ibanez (Denise Richards) und Carl Jenkins (Neil Patrick Harris) gehen nach ihrem Abschluss alle zum Militär. Carl landet beim Geheimdienst, Carmen wird Pilotin und Johnny wird zur Infanterie verdonnert was seine Beziehung zu Carmen quasi zunichte macht. Doch irgendwann ist keine Zeit mehr für Gefühlsduseleien, denn die Bugs greifen wieder die Erde an. Es wird Zeit sich zu wehren.

Regisseur Paul Verhoeven (der euch durch Filme wie Robocop oder Total Recall bekannt sein dürfte) ist mit Nazi-Propaganda-Filmen in den Niederlanden aufgewachsen. Starship Troopers ist eine richtig gute Parodie dadrauf. Wer zu blind/doof ist, das zu erkennen wird den Film als prolliges, sinnloses Popcorn-Kino verstehen. Viele der Dialoge sind voller Pathos. Es fließt jede Menge Blut und es wird viel geballert. Doch genauso muss der Film auch sein. Es ist eine gelungene Satire auf Faschismus und Militärfetisch. Besonders gut finde ich die Tatsache dass hier lauter junge Schauspieler zu sehen sind, sprich Amerikas Favorites. Das macht das ganze schön bizarr. Neil Patrick Harris in SS-Uniform? Oh yeah.

9/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


90. Öffne die Augen (1997)

Auch bekannt als "Open Your Eyes", "Virtual Nightmare - Open your eyes" oder auch unter dem Originaltitel "Abre los ojos".

Kennt ihr den Film "Vanilla Sky" mit Tom Cruise und Penelope Cruz in den Hauptrollen? Nun, dieser ist ein Remake von diesem Film hier und wurde ziemlich zerrissen. Warum, weiß ich nicht. Aber jedenfalls soll Vanilla Sky an fantastischen Elementen fehlen, die hier wichtig sind. Penelope Cruz spielt auch hier dieselbe Hauptrolle. Ich will mir, ehrlich gesagt, das Remake gar nicht angucken. Wahrscheinlich würde es alles kaputt machen.

Es geht um einen jungen, selbstverliebten Mann namens César (Eduardo Noriega). Er hat alles was er haben will. Geld, einen guten Job und jede Menge Frauen die ihn begehren. Eine davon, Nuria (Najwa Nimri) will aber kein bloßer One-Night-Stand mehr sein und fängt an ihn zu stalken. Dummerweise verliebt er sich in eine andere, Sofia (Penelope Cruz). Eines Tages verwickelt ihn Nuria in einen Unfall bei welchen sie stirbt. Er selbst wird dabei heftigst verunstaltet. Seine Karriere als Ladylover ist dahin. Niemand kann ihn ohne Schaudern ansehen. Irgendwann passiert aber irgendwas sehr obskures. Die Realität verändert sich zu seinem Gunsten. Doch es scheint einen heftigen Fehler gegeben zu haben, denn er ist sich langsam nicht mehr sicher ob er träumt oder wach ist. Alles wird zu einem riesigen Mindfuck.

Ich mag solche Filme (meistens), die den Zuschauer im dunklen lassen. Sehr packend und spannend. Auch wenn er einen anfangs nicht wie Sci-Fi vorkommen mag, er ist es aber. Manchmal sind die einfachsten Dinge die wir uns nicht erklären können fast schon Sci-Fi. Um es kurz zu halten: Alejandro Amenábar hat wirklich große Arbeit geleistet.

8/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


91. π (1998)

Auch bekannt als "Pi - der Film" oder "Pi - System im Chaos".

Maximilian Cohen (Sean Guillette) ist ein schlauer Mensch. Er ist ein mathematisches Genie, welches von Zahlen nahezu besessen scheint. Seiner Meinung nach bestehe die Natur und somit auch alles um uns rum aus Zahlen. Alles beinhaltet Zahlen. Wenn man die Zahlen eines Systems graphisch darstellt entstehen Muster. Er ist in der Lage, die schwersten mathematischen Rechnungen für welche ich wohl einen Taschenrechner brauchen würde im Kopf auszurechnen. Sein Talent lässt ihn keine Ruhe und er beschäftigt sich andauernd mit....Zahlen. Als er nach einem Computerabsturz, eine
216stellige Zahl findet hält er sie zunächst für unbedeutend. Doch bald fängt er eine Theorie zu spinnen, die besagt dass diese Zahl die Antwort auf alles ist. Schon bald wird er von radikalen Gruppen verfolgt die sein Talent für ihre Zwecke ausnutzen wollen: Eine Gruppe von Wall Street Bankern und eine von kaballistischen Juden.

Ziemlich artsy fartsy. Ziemlicher Mindfuck. Das grobkörnige Schwarz/Weiß macht den Film noch skurriller. Eigentlich mochte ich den Film, jedoch muss ich gestehen dass er ohne den Drum and Bass-Soundtrack wohl nichts gewesen wäre. Trotzdem ist er rein optisch gesehen durchaus genießbar und erinnert an Sachen wie "Tetsuo - the iron man" oder "Eraserhead". Ich würde bevorzugen ihn nachts anzugucken, mit einer Tonne chips und mit ausgeschalteten Licht.

8/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


92. Matrix (1999)

"Matrix" thematisiert eine dystopische Zukunft in welcher Menschen und Maschinen eine mehr als verdrehte Beziehung zueinander pflegen. Nichts ist so wie es scheint. Die Realität in welcher wir leben ist nicht das wofür wir sie halten.

Der Programmieren Thomas Anderson (Keanu Reeves) ist in der Cyberwelt als der Hacker "Neo" bekannt und beschäftigt sich seit Monaten mit Artikeln über den Cyberterroristen Morpheus (Laurence Fishburne). Was darauf folgt ähnelt einen surrealen Traum. Neo wird von gleichaussehenden Agenten, angeführt von Agent Smith (Hugo Weaving) verhaftet und mit einem
Peilsender versehen. Daraufhin gabeln ihn Morpheus' Partner - u.a. Trinity (Carrie-Ann Moss) und Switch - auf und bringen ihn zu ihm. Nachdem sich Neo für die von Morpheus angebotene rote Pille (die Wahrheit) anstatt für die blaue Pille (Lüge) entscheidet wird alles anders. Von nun an wird er mit all den Wahrheiten, welche von der "Matrix" vertuscht werden, konfrontiert.

Ich habe diesen Film bestimmt an die 7 mal gesehen. Ende der 90er bzw. Anfang der 00er Jahre war er ein Dauerbrenner. Vielleicht lag es auch an seiner cyberpunkigen Stimmung und der Paranoia vorm Ende der Welt. Ja, ich denke schon dass dies auch wesentlich zum Profit beigetragen hat. Eine Mischung aus Cyberpunk, Dystopie und Kung-Fu-Filmen. Die Dialoge sind teilweise etwas platt. Das Gerede über den "Auserwählten" wirkt leicht pathetisch und unpassend zu der ganzen Technik drumherum. Das Grundprinzip ist jedoch grandios und leicht zu verstehen. Über die großartigen, viel parodierten Special Effects ("Bullet Time") sag ich an dieser Stelle nichts. Ihr müsst es einfach sehen.

9/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


Dienstag, 28. April 2015

Geschichten, die keiner mag#46: From the Eastcoast to the Westcoast

Viele von euch kennen das. Man bereist in seinem Leben viele Orte und stellt manchmal fest, dass man sich heimisch fühlt. Manchmal fühlt man sich derartig heimisch, dass man gerne bleiben möchte. Leider führen diverse Lebenssituationen dazu, dass man weiterziehen muss. Man behält natürlich trotzdem gerne die Erinnerungen an diese Orte und kehrt immer wieder dorthin zurück. Deswegen dachte ich mir, dass ich mich einiges Revue passieren lasse und euch zeige wo ich schon mal gewohnt hab und wo ich wohne. Jau, genau das mach ich.

Koszalin

Die Stadt in der ich geboren wurde hat eine sehr lange Geschichte. Vor dem Ende des zweiten Weltkrieges gehörte sie zu Preußen und war als Köslin bekannt. Sie machte, wie ganz Polen, mehrere Besatzungen mit, gehörte unter Napoleons Besatzung immernoch zu Preußen, war im 17 Jahrhundert auch unter schwedischer Verwaltung. Nachdem die Rote Armee im 2.WK Ostpreußen erobert hat wurden in Koszalin Polen angesiedelt und die Stadt zur Hauptstadt ihrer eigenen Woiwodschaft erklärt.

Ich erinnere mich an sehr viel und an sehr wenig. Alles ist sehr klar und sehr verschwommen. Ich ging hier in den Kindergarten als auch in die 2.-4. Klasse Grundschule. Hier fühlte ich mich von allen zurückgelassen und gemobbt und knüpfte erste Freundschaften. Ich habe mich hier das erste Mal verknallt, habe das erste Mal geküsst und gebissen. Alles dieselbe Person. Ging nicht gut aus. Auch bin ich hier in ein Gebüsch gefallen sodass ein langer Stock sich in meinen Oberschenkel gebohrt hat. Zumindest hab ich das so in Erinnerung, dass ich ein loch unterhalb meiner Arschbacke hatte und es genäht werden musste. Hier habe ich zusammen mit einem guten Kumpel illegale Geschäfte auf einem Sportplatz getätigt. Wir kauften illegal Böller (wir waren beide höchstens 10 Jahre alt, oh no!) für 50 groszy das Stück. Die sind nicht mal explodiert. Hier wohnt mein Opa (väterlicherseits) und hier wohnte auch meine Oma bis sie vor ein paar Jahren starb. Scheinbar aus Kriegszeiten hat er die seltsame Angewohnheit alles mögliche zu sammeln und selten was wegzuwerfen. Ich konnte damals nicht verstehen wieso er so gerne Orangenschalen trocknen ließ und sie dann in heißen Tee getunkt hat, um sie danach zu essen.

Die Stadt ist sehr schön. Es gibt viele Altbauten, als auch viele Denkmäler und historische Angelpunkte. Zum Beispiel das Haus des Henkers, in welchem im Mittelalter wohl tatsächlich ein Henker gewohnt hat. Zu meiner Zeit wohnte und arbeitete dort ein Kollege meines Vaters der ne kleine Werbeagentur auf die Beine gestellt hat. Lustigerweise kapierten das die Kinder vor Ort nicht und fürchteten sich immer vorm "Haus des Henkers".

Ich und meine Ma sind mehrmals umgezogen und wohnten unter anderem auch in einem eigenen Haus, das an einen Wald grenzte. Leider war unser Zaun nicht vollständig und eines Tages hatten wir eine Kuh im Garten stehen. Eine seltsame Frau vom anderen Ende des Waldes ist aufgetaucht und meinte sie unbedingt spazieren zu führen und in unser Garten zu lassen. Das war sehr seltsam, mich störte das aber nicht. Auch war es ziemlich cool, nachts irgendwelche Rehe zu beobachten die am "Zaun" standen.

Koszalin ist trotz seiner 100.000+ Einwohner eine ziemliche Einöde. Doch trotzdem blicke ich gerne zurück auf die Zeit als ich mehr als unschuldig war.

Breslau

Breslau war ätzend. Wir sind hierhin mitte der 90er hingezogen. Ich ging hier in die erste Klasse. Der erste Schultag war scheiße und ich musste weinen. Außerdem benutzte ich Blätter vom Baum als Taschentuch für meine Rotze. Die Kinder waren schrecklich.

Unser Nachbar von oben mochte unseren Hund nicht und drohte immer wieder sich irgendwo über sie zu beschweren. Eines Tages sah ich wie er auf seinem Balkon steht und das Geschehen unten beobachtet. Er war grau. Richtig grau, als würde er aus einem Schwarz/Weiß-Film kommen. Meiner Meinung nach war er kein Mensch sondern jemand richtig böses, der uns gehasst hat. Damals hab ich auch den Nachnamen Filz immer nur mit etwas miesen in Verbindung gebracht. Wir wohnten auf einer Straße die nach Bombenentschärfern benannt war. Unsere Nachbarin warnte uns immer wieder nicht auf Minen zu treten. Ich dachte, sie meinte Hundehaufen oder so. Aber nein, sie meinte richtige Mienen die nach dem 2.WK übrig geblieben sind. Insgesamt hab ich nur bruchstückhafte Erinnerungen an diesen Ort. Kommt wohl daher, dass ich so jung war als wir dahin gezogen sind und nur ein Jahr dort blieben.

St. Petersburg

St. Petersburg, auch als Leningrad bzw. Petrograd bekannt. Die Heimat meiner Mutter, meiner Großmutter, meiner Urgroßmutter mütterlicherseits. Man redet oft von Großstädten und man redet von Metropolen. St. Petersburg ist eine Metropole. Mit vielen Gesichtern. Ich war früher sehr oft dort, zu Besuch bei meinen Großeltern. Mein Opa führte mich überall rum, in jedes erdenkliche Museum. Am meisten Spaß hatte ich auf dem alten Kriegsschiff Aurora oder im Artilleriemuseum. Hatte wohl etwas mit kindlicher Begeisterung für alles ballernde zu tun. Das allerschlimmste war das zoologische Museum. Dort sind jede Menge ausgestopfte und in Alkohol eingelegte Tiere zu sehen. Das ist ziemlich übel, weil man sich permanent beobachtet fühlt. Meine Fresse ist das eklig. Das riesige Walskelett ist aber ziemlich cool. Ich würde sehr gerne wieder zurück kommen und mir das ganze mit erwachsenen Augen ansehen.

Meine Großeltern wohnten in keinem der Nobelbezirke der Stadt. Wenn man vom Stadtkern, mit dem schönen Fluss Neva und all diesen teuren Flussfahrten mehrere Metrostationen in die andere Richtung fährt, ist auf einmal alles anders. Die Plattenbauten sahen immer mehr als miserabel aus. Allerdings hatten sie trotzdem irgendwie was familiäres. Ja, das war diese widerliche Pisstreppe und der angekokelte Fahrstuhl in welchen ich gerne war. Als auch der Gang zu der Wohnung meiner Großeltern der einfach nur nach Müll stank. Ich mochte den Geruch irgendwie. Diese ganzen schlechten Grafittis wie "RAP", "ICE CUBE" oder diese guten wie "ENTOMBED" oder die eher weniger guten wie "Störkraft". Und natürlich diese ganzen Hakenkreuze überall. Wirklich überall.

Der Krasnoselskij-Bezirk als auch die Kazakova-Straße waren mehr als unansehnlich. Trotzdem erinnere mich gerne zurück und merke dass ich beinahe jede Ecke dort kenne. Doch es sind nicht nur die Ecken die das ganze so schön machen, sondern die Menschen die dort leben bzw. gelebt haben. Wird Zeit dorthin zu fliegen. Nach ca. 10 Jahren.

Würzburg

Tjoa, meine Leser über Würzburg wisst ihr ganz schön viel. Beinahe viel zu viel. Um mehr über meine Hassliebe zu dieser Stadt zu erfahren, lest einfach den Eintrag "Für Würzburg".

Herne

Stricher wohnt nun in Herne. Und wie Hennes Bender schon mal gesagt hat: "In Herne wohnt man gerne."



Warum wohne ich hier? Nun, ich hatte es satt beinahe jedes Wochenende 350 km zu Frau Otterich zu fahren. Ich wollte hier in direkter Nähe sein. Bei ihr und unserem Hund, genannt Titzmaster. Außerdem dachte ich mir, dass 13 Jahre Würzburg mehr als genug sind und es Zeit wird, neue Welten zu entdecken. Hm. Bereue ich meine Entscheidung? Ich glaube nicht, nein. Es ist nämlich vieles anders. Die Leute sind direkter und sagen dir gerne was sie von dir halten. Eigentlich habe ich mir erhofft, im Ruhrgebiet ein Studium anzufangen, doch leider hat es schon ganze zwei mal nicht geklappt. Deswegen verweile ich in einem gefühlt 100 Jahre alten Getränkemarkt und verdiene meine Brötchen. Auch wenn das nicht der beste Job aller Zeiten ist, so ist es für mich der beste Job den ich je hatte. Noch nie hab ich mich so gut mit Mitarbeitern verstanden. Was ich außerdem an diesem Ort hier mag, ist das alles überschaubar ist. Und trotzdem sind mehrere Großstädte in der Nähe. Ich bin gleichzeitig am Arsch der Welt und habe einen relativ kurzen Zugang nach überallhin. Es ist alles auf einem Fleck. Das ist mir lieber als in einem riesigen Moloch zu wohnen. Es ist verhältnismäßig viel Natur hier und es ist verdammt ruhig. Außer irgendwelche Ronnys werden mit ihren Bierflaschen und Schalke-Trikots laut.

Manche würden sich Fragen warum ich das getan hab. Ich bin von einem Loch ins nächste Loch gezogen. Doch ich finde es ist wichtiger, den/diejenigen um dich rum zu haben die einen glücklich machen. Und man soll nicht rumheulen, dass die eigenen Freunde so weit weg sind. Wenn man den Willen dazu hat, kann man sie immer wieder besuchen.

Montag, 27. April 2015

Ohrwurm der Woche#109



hachja.

Comic Book Review#193: Superman für alle Zeiten, Band 1: Frühling(1999)

Noch ein Comic vom Hermkes' Sommerfest, den mir meine Freunde geholt haben. Ich frage mich ob dies wegen Supermans Stummelbeinchen auf dem Cover geschah. Oder weil man mir einen Muskelprotz-Comic aus den 90ern holen wollte. Doch weit gefehlt.

Das erste von vier Bändern erzählt die allseits bekannte Vorgeschichte vom Mann aus Stahl(Nein, nicht Stalin und es spielt auch nicht in der Sowjetunion. Nicht lustig.) erzählt von seinem Ziehvater
Jonathan Kent. Wir kennen das schon: Kal-El wächst unter der Obhut von Jonathan und Martha Kent auf, nachdem diese ihm in einer Weltraumkapsel auf ihrem Feld gefunden haben. Clark, wie der Junge genannt wird ist ein besonderer Junge mit Superkräften. Er kann tonnenschwere Gegenstände wie eine Feder heben, ist superschnell und kann fliegen. Diesen Frühling werden diese Fähigkeiten unter eine Probe gestellt. Ein Tornado sucht Smallville, das Heimatstädtchen der Kents, auf. Zum ersten Mal merkt Clark, dass er zu viel viel mehr geschaffen ist als er vorher gedacht hat.

Die Zeichnungen haben wahrlich Bilderbuchqualität. Wirklich. Sie erinnern mich weniger an einen Comic, sondern viel eher an ein mit Hingabe illustriertes Kinderbuch über das häßliche Entlein oder den kleinen Toaster oder so. Ich weiß allerdings nicht was ich speziell von Supermans Design halten soll. Seine Körperhaltung als auch die Mimik lassen ihn etwas...zurückgeblieben wirken. Er wirkt nämlich nicht wie ein smarter Teenager sondern wie ein etwas zu groß geratenes Baby. Viel zu kleine Augen für einen viel zu großen Kopf. Wie auch immer – ich habe jede Seite genauestens mit dem Auge studiert. Ein wahres Fest für meine Glubscher. Sowohl schön anzusehen als auch auf ne tolle(ja, wirklich tolle – nicht packend, spannend oder so sondern verdammt süß) Art und Weise erzählt.

Geschrieben und gezeichnet von Jeph Loeb und Tim Sale

Daunlaud
8/10 Pfandflaschen

Sonntag, 26. April 2015

Album der Woche, Folge 194: ZEX - Fight for yourself (2014)

Sowas gabs hier früher auch noch nie. Aber es gibt immer das erste Mal und man sollte ja nicht so verkrampft sein und neues ausprobieren. Ist doch geil.

Von ZEX hab ich das erste Mal in der letzten Ausgabe des Plastic Bomb Fanzines gelesen. Es gab ein zweiseitiges Interview in welchem die Band ziemlich sympathisch rüberkam. Woran ich mich erinnern kann ist, dass ein Bandmitglied seinen "normalen" Job gekündigt hat um auf Tour gehen zu können weil "Tour ist einfach wichtiger". Außerdem haben sie zuhause in Kanada mächtig Ärger bekommen weil sie die Nationalfahne verbrannt haben und ich meine dass die Hälfte der Band drogenfrei lebt. Außerdem stehen sie Sex positiv gegenüber und singen auch darüber. Das klang schon verdammt nett, da dachte ich mir ich höre mal rein.

Das war überraschend. Sehr überraschend. Ich kenne mich zwar etwas mit den beiden Musikstilen aus, die ZEX bedienen war aber nie so der Insider. Sowas war nämlich nie wirklich mein Ding. Alleine schon weil ich das Aussehen solcher Musik meistens viel zu aufgebrezelt fand. Konnte eigentlich nie etwas damit anfangen. ZEX sehen aus wie die durchschnittliche UK82-Band (das Zeitalter mit Nietenlederjacken und Stachelfrisuren) und hören sich an wie eine poppige Variante von GBH, gemischt mit Vice Squad-Anleihen und diversen Gitarrensolos die an die New Wave of British Heavy Metal erinnern. Das Albumcover erinnert auch an gewisse Metalbands. Ich verstehe zwar das meiste nicht, was die Sängerin von sich gibt, weil sie ziemlich hoch und durcheinander singt. Wirklich kein einziges Wort - "Something something not alone, something something boboooo, fight for yourseeeeeelf!". Das trifft zum Glück nicht auf jedes Lied. Oh warte, doch. "XXX" hört sich richtig geil an und es geht um Sex. Aber singt sie da tatsächlich "XXX, do me do me more, XXX scooby-doobie-doo me!"? Ich bin verwirrt. Jedenfalls mag ich das Album wirklich. Es ist so...."rebellisch" und dabei aber erstaunlich poppig und geht super gut ins Ohr.

Anspieltipps: Wanderlust, XXX, Savage City, Fight For Yourself, Wild Blood
bandcamp

Samstag, 25. April 2015

Film der Woche#191: Stricher on Elm Street, Teil 1

Guten Tag!
Hier kommt mal wieder etwas was ich schon immer machen wollte. Der erste Teil des Freddy-Krueger-Marathons. Jaaaa! Das olle Pizzaface hat mich lange in meiner Kindheit begleitet. Diese Filme waren der Grund dafür warum ich wochenlang immer wieder mit auf den Fingern aufgeklebten Kugelschreibern rumgelaufen bin. Das gesamte Franchise umfasst insgesamt 9 Filme. Der erste Teil von drei enthält also die Reviews zu den ersten drei Filmen. Los geht's. Achja, und weil ich die deutschen Titel doof finde, werden die Filme unter ihren Originaltiteln reviewt.

1. A Nightmare on Elm Street (1984)

Nachdem Tina Gray (Amanda Wyss) in einem Alptraum nur knapp einer gruseligen Gestalt mit Messerklingen anstatt Fingern entkommen ist, stellt sie fest, dass ihr Nachthemd an vier Stellen nebeneinander zerrissen ist. Nach und nach erfahren wir mehr. Ihre Freunde Nancy Thompson (Heather Langenkamp), Rod Lane (Nick Corri) und Glen Lantz (Johnny Depp) hatten alle denselben Alptraum. Es wird richtig ernst als Tina von jemanden unbekannten umgebracht wird und Rod des Mordes beschuldigt wird. Nancy geht der Sache nach und findet schreckliches heraus: Ein von ihren Eltern im Akt der Selbstjustiz umgebrachter Kindermörder namens Fred Krueger (Robert Englund)
kehrt in Träumen der Kinder zurück zum Leben und bringt sie in ihren Träumen um. Wer im Traum stirbt, stirbt auch im echten Leben.

Wes Craven am längeren Hebel - kann also herzlich wenig schief gehen. Hier sehen wir noch ziemlich wenig von Freddy, sowohl von seinem Gesicht als auch von der Spielzeit her. Dafür gibt es die ersten kleinen Bisschen an schwarzen Humor und diverse Ekligkeiten. Die Nebencharaktere sind typische Teenager in Horrorfilmen. Beliebig ersetzbar, allerdings auch irgendwie sympathisch wenn auch ziemlich naiv. Man möchte gewissen Menschen an die Gurgel gehen weil sie lieber um den heißen Brei labern als zu handeln. Ansonsten sind die Special Effects richtig richtig gut und vor allem die Traumsequenzen wirken realistisch - es geht nämlich 1:1 wie in richtigen Träumen zu. Man wechselt scheinbar spontan den Ort, ist wie gelähmt und kann sich nicht bewegen, der Boden wird zum Schlamm...etc. Erster Spielfilm von Johnny Depp, seinen Schauspielerkumpel Jackie Earle Haley zum Casting begleitet hat. Depp bekam die Rolle, Haley nicht. Aber das ist ne andere Geschichte.

9/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


2. A Nightmare on Elm Street, part 2: Freddy's Revenge (1985)

Zweiter Teil, diesmal unter der Regie von Jack Sholder.

Fünf Jahre nach Nancys finalen Kampf gegen Freddy. Familie Walsh zieht in das Haus Nr. 1428 an der Elmstreet ein. Der 17jährige Jesse (Mark Patton) wird von der plötzlichen Hitze als auch von Alpträumen geplagt. In ihnen ist der uns schon bekannte pizzagesichtige Mann zu sehen, der Jesse bedroht. Doch diesmal hat er nicht bloß vor ihn zu töten, sondern ihn zu benutzen um andere zu töten. Und das nicht in den Träumen sondern in der realen Welt. Der arme Jesse wird zur Gefahr für seine Umgebung und leidet sehr darunter.

Teil 2 nimmt zwar etwas Bezug auf die vorherigen Geschehnisse, hier passiert aber nichts essenzielles. Ich betrachte diesen Film als eine Art Zwischenepisode, die nicht wirklich wichtig ist. Vor allem weil kein weiterer Film Bezug darauf nimmt. Mir gefällt, dass Freddy diesmal in die reale Welt kommt und alle ihn sehen als auch die Tatsache dass evtl. nur Zuschauer ihn sehen. Ich habe mir nämlich gedacht "Vielleicht ist es eigentlich so konzipiert, dass Jesse von Freddy zwar besessen ist, er aber nur für die Zuschauer als Freddy zu sehen ist und für seine Freunde nicht?". Meiner Meinung nach ne interessante These. Die seltsamen spontan wirkenden homoerotisch anmutenden Momente sind zwar nicht schlimm oder so, wirken aber vollkommen deplatziert.

7/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


3. A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors (1987)

Jetzt sind wir wieder in Form. Diesmal im Regiestuhl: Chuck Russel, der später für "Die Maske" verantwortlich zeichnete. Das Drehbuch schrieb Wes Craven.

Ein weiteres Jahr ist vergangen. Freddy ist mal wieder zurückgekehrt und treibt in den Träumen der Jugendlichen von Springwood (die Stadt hat erst im zweiten Teil ihren Namen bekommen) sein Unwesen. Diesmal sind es Patienten einer psychiatrischen Klinik, die aufgrund verschiedener Auffälligkeiten dort gelandet sind, die von Freddy träumen. Kristen Parker (Patricia Arquette) ist derartig von ihm geschädigt dass sie schlicht weigert zu schlafen und auch jeden der ihr Schlafmittel
verabreichen will mit Gewalt begegnet. Weitere Jugendliche die unter Freddy leiden sind u.a. Taryn (Jennifer Rubin), Joey (Rodney Eastman), Philipp (Bradley Gregg) und Kincaid (Ken Sagoes). Alle haben sie verschiedene Macken und Launen. Nur gemeinsam können sie Freddy aufhalten. Als Mentorin steht ihnen Nancy Thompson (Heather Langenkamp) zur Seite, die mittlerweile Psyhiatierin ist und im besagten Krankenhaus neu anfängt.

Ich glaube es ist wahrscheinlich der beste Film der Reihe. Hier kommen verstärkt Fantasy-Elemente hinzu. Man bewegt sich viel viel mehr in der Traum- als in der realen Welt. Wir kriegen diesmal wirklich mit zu was Freddy fähig ist. Er kommt von überall. Aus dem Spiegel, aus dem Wasserhahn, aus dem Fernseher und er bedient dich als Puppe während du schlafwandelst. Er ist quasi unzerstörbar und benutzt die Fähigkeit im Traum alles mögliche anstellen zu können. Er ist das ultimative Böse was die Seelen der Menschen aussaugt. Außerdem kriegen wir die Hintergrundgeschichte Freddys erzählt. Es gibt diesmal auch tatsächlich Sympathieträger unter den Nebencharakteren. Niemand ist wirklich beliebig sondern hat eine unverwechselbare Rolle. Von den genialen Special Effects will ich jetzt mal nichts erzählen. Guckts euch selbst an.

9/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:

Freitag, 24. April 2015

Comic Book Review#192: The Massive#1(2012)

Ein Comic vom "Ich kaufe viel ein, sortiere es alphabetisch, kaufe noch mehr ein, sortiere es alphabetisch, kaufe noch mehr ein, sortiere es alphabetisch, dann vergehen paar monate und ich habs immer noch nicht gelesen"-stapel.

Story von Brian Wood, gezeichnet von Kristian Donaldson und Dave Stewart

Wir befinden uns in einer nicht allzuweit entfernten Zukunft. Das Ende der Welt ist längst geschehen. Es sind alle möglichen Umweltkatastrophen, Börsencrashes, Kriege die geschehen konnten geschehen. Es ist alles im Arsch. Man könnte denken, da wäre der Job des Umweltschützers überflüssig. Doch falsch gedacht. Es gibt sie immernoch und sie sind unterwegs um das zu retten, was noch gerettet werden kann. Ein Aktivisten-Team, geleitet vom ehemaligen Söldner Callum Israel, befindet sich auf dem Schiff "Kapital". Sie sind schon länger unterwegs um ein anderes Schiff, welches vor längerer Zeit scheinbar verloren gegangen ist, namens "The Massive" zu finden. Dort befindet sich nämlich eine befreundete Crew. In der ersten Ausgabe führt die erste Spur nach Kamchatka, Russland wo sie es unter anderem mit Piraten zu tun haben.

Ahoj! Gar nicht so übel für eine erste Ausgabe. Wood versteht es, wie man dem Leser nur ein Bruchteil der Story offenbart um ihn so ordentlich zu ködern und das ganze interessant zu machen. Außerdem werden wir mit ganz kurzen Einblicken in die Vergangenheit der Schiffscrew beglückt und erfahren(auch durch angehängte Dokumente) wie aus dem Söldner Cal Israel ein radikaler Umweltschützer wurde. Das Design ist leicht widersprüchlich. So ist es zwar aus meiner Sicht okay, dass hier niemand ranzige Klamotten trägt(wie in postapokalyptischen filmen übrig war), weil das Ende der Welt nicht bedeutet dass meine seinen Klamottenstil verliert - jedoch sieht die Landschaft ziemlich unberührt aus. Ich kann gar nicht erkennen, dass irgendwelche Katastrophen stattgefunden haben. Aber egal. Die Story scheint sich sehr langsam zu entwickeln. Die Gesichter sind wunderschön gezeichnet. Es macht Lust auf mehr.

8/10 Pfandflaschen
Daunlaud (komplette Sammlung)

Donnerstag, 23. April 2015

Happenings des Monats: April'15

Es war einmal im April dieses Jahres - Ich begab mich ein paar Tage hintereinander auf zwei Konzerte um guter Musik zu fröhnen und Freunde zu treffen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Tatsächlich. Deswegen schreibe ich das auf. Ja.

03.04.15 - Derbe Lebowski, Hatehug + Special Guest - irgendwo in Dortmund

Ich und Frau Otterich haben ein paar Tage vorher bescheid gesagt bekommen. Das Konzert finde im Geheimen statt. Irgendwo in der Achselhöhle eines Riesengorillas. Es sei privat, da ja eigentlich Karfreitag ist und man eigentlich keine Feiern abhalten soll und gar nicht tanzen darf. Was für n Scheiß. Die Achselhöhle des Riesengorillas ist tatsächlich so eng gewesen.

Der Special Guest spielte als allererstes. So weit ich das mitbekommen habe, war es eigentlich die Band Sidetracked. Die es eigentlich nicht mehr gibt und die an diesem Tage in einer neuen Besetzung spielte. Da ich sie nicht wirklich kenne und nur weiß dass sie früher anscheinend zu viert (an diesem Abend war es ein Trio) waren kann ich nicht sagen ob sie besser oder schlechter geworden sind als früher. Klangen ziemlich chaotisch und "dahingebrüllt", so wie ich es meistens gerne mag. Mit interessanten Ansagen, unter anderem über Joachim "Ox" Hiller, der irgendwann mal eine Flasche an den Kopf geworfen bekommen hat (zitiere ich das richtig: "Joachim mag die Pulle nicht!"). Jedenfalls würde ich an der Stelle vorschlagen, ihr klickt den Link zu ihrer Seite an - für den Fall dass sie irgendwann wieder auf Tour gehen. Falls ich mich komplett geirrt habe.............dann habt ihr immerhin Sidetracked gehört.

Hatehug aus Berlin. Ich habe im Voraus das Demo gehört und war etwas verwirrt. Die Mucke klingt nämlich richtig geil. Finsterer 80er Hardcore. Der Gesang war aber für mein Geschmack ziemlich abgedämpft abgemischt. Als würde man in sein Kissen schreien. So ein Bisschen nach Garagen-Black-Metal. Aber nur ein Bisschen. Live wars dann komplett anders. Sehr kurz, sehr chaotisch, inklusive ausfallendes Mikrofon. Gab glaub ich nur 7 Lieder und ein Cover von "Money Stinks" von DRI. Vielleicht muss ich sie ein paar mal mehr sehen, und vllt. muss auch der Sound ein Bisschen besser sein, damit es mir auch tatsächlich wirklich gefällt. Beim zweiten durchhören klingt die Demo aber irgendwie besser. Wer weiß, vllt. bin ich in Zukunft Dauergast auf Hatehug-Konzerten?

Derbe Lebowski kennen meine Leser schon gut genug, nehme ich an. Daher nur ganz kurz: Eine Powerviolence-Band die in einem Wohnzimmergroßen-Proberaum auftritt gibt einen das Gefühl man wäre auf einem extrem undergroundigen Hinterhof-Konzert in den 90ern. Von Spazz oder so. Das ist sehr schön, vor allem wenn ich tatsächlich einige Texte mitsingen kann. Fehlt nur noch, dass irgendjemand von der Band auf mich drauffällt.

09.04.15 - Spastic Fantastic Labelfest 2015 - FZW, Dortmund

So wie im Jahr davor, fand das Spastic Fantastic Labelfest unter der Woche statt. Ein bzw. mehrere Gründe hinzugehen waren gewisse Bands als auch die Tatsache dass meine Freunde aus Bayern zu Besuch kamen. Das hat mich mega gefreut, schließlich hab ich sei seit dem letzten September nicht mehr gesehen. Da ich und Frau Otterich Weltmeister im Rumtrödeln sind und weil wir viel zu früh da waren, beschlossen wir erstmal in Doofmunds Innenstadt etwas rumzugeistern, was zu Essen zu holen usw. usf. Dabei verpassten wir sowohl Groszebombeallesweg als auch Kackschlacht die ich mir eigentlich gerne angucken wollte und die Schwulen Nuttenbullen (die übrigens als ersatz für Die Bullen spielten) über die ich bis jetzt nur schlimmes gelesen habe.

Gemeinsam mit meinen beiden Würzburgern Egon und Pilz begaben wir uns dann zum Auftritt von Human Abfall. Ich muss sagen, das hat mich wirklich sehr beeindruckt. Im Vorfeld las ich eigentlich nur ein "Review" zu der Platte, welches auf Punködnis rauskam. Die Seite ist ja bekannt dafür alles vollkommen zu zerreissen, jedoch trotzdem ist mir das irgendwie hängen geblieben dass Human Abfall gequirlte Scheiße wäre. Das stimmt aber überhaupt nicht. Human Abfall sind überhaupt gar nicht scheiße sondern einfach nichts für jedemann. Surf und NDW-Klänge werden gemischt mit einem gesprochenen, nicht gesungenen Text. "Abgesagt" oder "14 Tage Urlaub" sind trotz ihrer anfänglichen Skurrilität sehr mitsingbar und tanzbar.

Abfukk bedienten wie immer die unterste Schublade Deutschlands und bretterten nach vorne mit ziemlich räudigen deutschsprachigen Punkrock. Abfukk kann ich eigentlich so gut wie immer hören, weil die Musik als auch die Texte ziemlich gut ins Ohr gehen. Dabei ist alles nicht so verkrampft und/oder parolenbrüllen sondern einfach asozial. Sehr schön, ich freue mich aufs neue Album.

Für Freudentränen bei mir und sicher auch vielen anderen sorgten Alarmstufe Gerd. Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich eine ihrer letzten Shows in Aschaffenburg erlebt hab und sie dabei ständig Witze über Wanne-Eickel gemacht haben, dass sie da herkämen usw. Wir fandens schon seltsam dass wir 350 km gefahren sind um eine Band aus Wanne-Eickel zu sehen. Aber es hat sich gelohnt. So wie dieses Jahr auch. Eine Solishow für Flüchtlinge wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Auch daumen hoch für die Spendendose die rumgegangen ist und alles tatsächlich überlebt hat. Leider ist sie nicht bei mir angekommen. Gerd spielten gefühlt ALLES was sie hatten. Oder zumindest alles was ich kannte. Was für eine Köstlichkeit sie noch mal zu sehen. Wie schön! Ernsthaft, das hat mir wirklich sehr gefehlt und ich finds sehr schade, dass es die Band nicht mehr gibt.

Ebenso nicht geben tut es Nihil Baxter. Das war nämlich ihr letzter Auftritt. Wie bei Gerd auch, hatte ich das Gefühl dass sie alles spielen was ich kenne. Das war ein erstaunlich gutes Gefühl, wieder im Moshpit bzw. Circle Pit rumzurennen, mir Leute vom Leib zu halten und vorne mitsingen. Such Glory. Very Hardcore. uuuuh ich hab immer noch den Gesichtsausdruck wenn ich dran denke: :3
Vielen vielen dank für die zahlreichen Hits, für die Botschaft als auch den Widerstand gegen Arschlöcher im Hardcore Punk. Dazu ne kleine Anekdote am Rande: Ich habe mal von einem Bewohner Baden-Württembergs erzählt bekommen Nihil Baxter wären "fol die ahndiedoitschen", was durch eine Aussage seitens eines Bandmitglieds - "Ahmerigga isch desch geilschte lahnd der welt" belegt wurde. Das klang sehr seriös.

Zwischen den Bands gab es "Perlen der Oi!-Poesie" von Tompa Fonda (of Henry Fonda fame). Er saß im Aufenthaltsraum des FZW und las Texte von Oi!- und Deutschpunkbands vor. Das ist einerseits sehr befremdlich andererseits sehr amüsant wenn man merkt wie scheiße sich diese Texte ohne die Musik anhören. Ohja.

Highlights des Abens waren der strange Vokuhilapunker der vergebens versucht hat über die Absperrung zu klettern und dafür von einem Security ausgelacht wurde. Als auch der Mensch der uns sehr laute NACH LANGEN BLÄTTCHEN gefragt hat. Ich musste leider beteuern dass WIR KEINE LANGEN BLÄTTCHEN HABEN.

Tschö und bis zum nächsten Mal.

Mittwoch, 22. April 2015

Comics Monthly#16

Moin, moin! Ich muss heute leider gestehen, dass ich diesmal etwas Scheiße gebaut habe. Diese Comics sind nicht ganz aktuell sondern sind im März erschienen. Ich wollte dementsprechend ein aktuelleres Comics Monthly machen - soll heißen Anfang April wären die halbwegs aktuelleren Sachen aus dem März besprochen worden. Nun haben wir Ende April. Aber jetzt ist es zu spät und ich habe keine Zeit zum Comicladen zu fahren, deshalb gibt es zufälligerweise vier MärzComics aus dem Hause Image.


1. Big Man Plans#1

Dieses wunderschöne Ding hier stammt aus den Federn von Eric Powell und Tim Wiesch und ist der erster Teil einer vierteiligen Story. Ist Anfang diesen Monats per Post gekommen :3

Wir schreiben das Jahr 1979. Ein kleinwüchsiger Mann wird in einer Kneipe schikaniert und rächt sich dafür mit einer hinterlassenen gezündeten Granate. Von nun an erzählt er dem Leser seine Lebensgeschichte. Er wurde sein Leben lang für nichts gehalten. Seine Mutter verließ seinen Vater, sodass dieser sich zu Tode betrank und die heimische Farm abgefackelt hat. Der namenlose Kleinwüchsige versuchte sich durchzuschlagen und landete schließlich im Rekrutierungsbüro der Army, wo man ihn auch nicht aufnehmen wollte. Doch zufällig kriegt einen Spezialjob in Vietnam, wo er sich seine Messerstecher und Halsabschneider Skills aneignet.

Die Seiten erscheinen einen vergilbt, als wäre das ein uralter Comic. Und tatsächlich wirkt er so, als würde von irgendeinem Hinterhofverlag aus den 70er Jahren stammen, der sein Geld mit Schundcomics über Nazis, Kommunisten, Vietcongs und so weiter gemacht hat. Es wird nicht jedem gefallen. Hier fließt Blut, hier werden Menschen getötet, hier wird gevögelt. Es ist ein Penis zu sehen. Es ist aber in schönen Farben wie dunkelblau, gelb oder rotlichtviertelrot gehalten, sodass es ziemlich cool aussieht. Irgendwie sehe ich das ganze nicht so spektakulär. Ich glaube viele wären von einem mordenden, prügelnden Kleinwüchsigen angewidert sein. Ich kenne aber schon "The Goon", das einen leicht ähnlichen Prinzip folgt. Von daher: Cooler trash-comic, der gar nicht mal so eklig ist.

9/10 Pfandflaschen
Kostenpunkt: 3,50$

2. Chrononauts#1

Ich habe dieses Mal ja beschloßen nur Zeug aus der Image-Schublade zu nehmen, weil dieser Verlag echt viel gutes Zeug rausbringt. Was bei mir leider oft untergeht weil ich mich an DC/Marvel-Kram orientiere. Zu oft. Eine weitere Perle ist die erste Ausgabe von Chrononauts von Mark Millar und Sean Gordon Murphy.

"Chrononauts" erzählt die Geschichte zweier Freunde die in einer nicht allzuweit entfernten Zukunft einen wissenschaftlichen Durchbruch gebracht haben. Dank ihnen sind Zeitreisen nun möglich und die Menschheit ist nun in der Lage per Videostream sich geschichtliche Ereignisse "live" anzusehen (deshalb in anführungsstrichen weil die ereignisse schon geschehen sind und eigentlich nicht mehr live sind) Doch bis jetzt hat man nur eine ferngesteuerte Kamera durch die Zeit zurückgeschickt - zu der Schlacht von Gettysburg. Doctor Quinn und Doctor Reilly, wie die beiden Dudes heißen, wollen aber selbst Zeuge werden. Quinn reist also tatsächlich selbst in der Zeit zurück. Könnt ihr euch vorstellen, dass da alles gut geht?

Sehr schönes, detailliertes Artwork. Kein Gesicht sieht wie das andere aus. Alle sind unverwechselbar. Außerdem gibt es einen kleinen Witz am Rande (hat was mit nem Raubüberfall zu tun) was das ganze noch mehr auflockert. Locker ist es schon nämlich - die beiden Typen sind tatsächlich Dudes, also keine Wissenschaftler mit Stock im Arsch. So ist es eine Spur weniger ernst und gut verdaulich. Gefällt mir, verdammt noch mal. Ich denke, das wird weitergekauft.

9/10 Pfandflaschen
Kostepunkt: 3,50$

3. Invincible#118

Die 118te Nummer von "Invincible" hat mich genau 25 cent gekostet, weil "we really want you to try this comic that's why it's only 25 cent". Sehr nobel von Image.

"Invincible" ist eine Storyline über einen Superman-artigen Superhelden. Mark war ein normaler Mensch, mit einer normalen Familie. Sein Vater war jedoch ein Halb-Alien und Superhelden der Mark dazu inspiriert hat ebenso einer zu werden. Es hat sich aber rausgestellt, dass Dad doch ein Bösewicht ist, der die Erde auf die Invasion von Aliens vorbereitet. Es ist vieles in Marks Leben geschehen - er traf auf seinen Stiefbruder, verliebte sich und bekam eine Tochter. Nun, steht er und
seine Frau, Eve an einem neuen Punkt im Leben. Sie ziehen zusammen mit ihrer Tochter Terra zu einem neuen Planeten, wo sie neue Herausforderungen erwarten. Wie zum Beispiel das seltsame Essen, dass von der neuen Freundin von Marks Bruder zubereitet wird (wie nennt man so eine sexuelle Neigung? Insektophilie? Urgh.)

Bei dem feuchtfröhlichen Cover dachte ich mir, dass mich ein eher positiver Comic erwartet. Und tatsächlich: Invincible ist bunt, abwechslungsreich und durchaus menschlich. Hier werden die Helden mit ernsthafteren Problemen als Superwesen die die Welt bedrohen konfrontiert. Es ist eigenartig witzig und intrigierend. Wie eine Seifenoper. Ich möchte unbedingt erfahren was als nächstes passieren wird. Am Artwork gibt es wirklich nichts zu bemängeln ist aber an sich nichts wirklich besonderes. Wird weiter gelesen.

9/10 Pfandflaschen
Kostepunkt: 0,25 ct

4. Spawn: Resurrection#1

Oh yeah, endlich wieder Spawn.

Wie ihr vielleicht wisst ist Spawn schon echt lange im Game. Neuerdings ist wohl die 251. Ausgabe erschienen. Dieses one-shot hier spielt zwischen der 250. und der 251. Quasi als Ergänzung.

Al Simmons wird wieder Spawn anstelle seines Nachfolgers Jim Downing. Um all die Geschehnisse zuvor zu erklären müsste ich glaub ich einen riesenlexikon rausholen, aber ich habe keine Lust drauf. Jedenfalls kehrt Al als Spawn zurück und führt im Vorfeld ein klärendes Gespräch. Mit Gott, der in der Gestalt eines Hundes erschienen ist. Es geht um das hier, das jetzt, was auf der Welt geschieht und warum Al Spawn sein muss.

Eigentlich nichts neues. Solche Vorfälle gab es in Spawns Laufbahn zuhauf. Dass er mit jemanden Gottähnlichen geredet hat, dass Meinungen von irgendwelchen durchgeknallten Fernsehfuzzis gezeigt wurden. Ich finde das Artwork gut. Es ist erstaunlich hell und freundlich im Gegensatz zu früheren Spawn-Werken. Auch die Gestaltung der Gesichter wirkt eher cartoonesk. Ich weiß zwar, dass es in der Geschichte um was ernstes geht. Allerdings wirkt es ziemlich süß und freundlich wenn Spawn seit an seit neben einen Hund steht. Ich weiß jedoch nach der Lektüre immer noch nicht ganz ob ich mir wieder Spawn kaufen werde. Ich bin sehr unschlüssig. Wenn dann muss ich alles von vorne lesen und das kostet Zeit. Viel Zeit.

7/10 Pfandflaschen
Kostepunkt: 3,50$

Dienstag, 21. April 2015

So isses, Musik!#7: Beastie Boys Videography, Teil 4

Allright, wir sind beim letzten Teil der Beastie Boys Videography angelangt. Das heißt im Klartext, dass das letzte Video hier auch das allerletzte der BB ist. Danach ist MCA gestorben und die Gruppe löste sich auf.

"An Open Letter To NYC" von "To The Five Boroughs" (2004)

Letztes Video vom 2005er "To the Five Boroughs". Das Album an sich ist ja schon ein Tribut an die Heimatstadt des Trios - New York. Mit den Five Boroughs sind die fünf Bezirke New Yorks gemeint - Brooklyn, Bronx, Queens, Staten Island und Manhattan. "An Open Letter To NYC" ist noch mal eine Liebesbekundung an die Stadt. Dementsprechend sieht auch das Video aus. Erinnert von der Machart her an "Root Down": schwarz/weiße bilder von new york city, gefüllt mit kurzen auftritten der drei Beastie Boys. Hier sind sie auf Skateboards oder auf Fahrrädern zu sehen und rappen mal wieder direkt in die Kamera. Man könnte meinen sie lieben ihre Stadt und zeigen es gerne nach außen. Tun sie ja nicht zum ersten Mal. Jedoch muss ich sagen, dass auch wenn ich das Lied richtig cool finde (auch wegen dem "Sonic Reducer"-Sample von den Dead Boys), die Stärke des Trios nicht bei solchen einfachen Videos liegt. Daher:

7/10 Pfandflaschen

"Too Many Rappers" (featuring Nas) von "Hot Sauce Committee, Part 2"(2011)

Erstes Video vom letzten Album "Hot Sauce Committee, Part 2". Eigentlich sollte auch ein "Part 1" erscheinen, jedoch hat sich alles durch MCAs Krebsdiagnose verzögert. Und irgendwann war man mit dem Datum soweit, dass man den zweiten Teil rausbringen musste. Der ursprüngliche erste Teil sollte oder ist schon raus(ge)kommen. Ich weiß es leider nicht.

Auf jeden Fall unterscheidet sich dieses Video nicht besonders vom vorherigen. Beastie Boys und Nas sind unterwegs. Auf der Straße, bei einem Auftritt oder im Supermarkt. Und sie rappen. Mal hier, mal da. Zwischendurch werden alte Fotos gezeigt. Soweit ich mich recht entsinne gab es auch eine unterschwellige Botschaft bzw. ein Foto von Sigmund Freud. Dabei stellen sie die essenzielle Frage: Warum gibt es so viele Rapper und so wenig MCs?

6/10 Pfandflaschen

"Make Some Noise" von ebenda

Okay, jetzt wirds richtig lustig.
Die Single wurde mit einem krassen Trailer beworben. Es wurde auch ein reguläres Video dazugedreht, welches quasi die stark gekürzte Version ist. Stark gekürzte Version von einem der coolsten und verstörendsten Kurzfilme die es überhaupt gab.

"Make Some Noise" ist der Song. Der Kurzfilm heißt aber "Fight For Your Right Revisited" und spielt kurz nach dem Ende von "Fight For Your Right". Die Beasties Boys werden gespielt von Elijah Wood (King Ad-Rock), Seth Rogen (Mike D) und Danny McBride (MCA). Sie verlassen grade die Party die sie im besagten Video gecrasht haben und haben natürlich dementsprechend dieselben Klamotten an wie im Originalvideo. Kaum aus der Wohnung raus treffen sie auf das Elternpaar denen die Wohnung gehört, gespielt von Stanley Tucci und Susan Sarandon, welches sich wundert ob sie denn grade aus ihrem Apartment rausgekommen sind. Nach diesem kurzen Intermezzo geht die Party weiter - auf der Straße. Die Beasties schlagen die Fensterscheibe eines Kiosks ein und klauen Bier. Weiterhin wird wie so oft auf der Straße im Laufen gerappt und dabei mit Bier um sich gespritzt. Das Bier kriegen die Leute in der Umgebung ab. Als nächstes crashen sie eine etepetete-party auf welcher unter anderem Ted Danson (Cheers, Becker) zu sehen ist. Danach treffen sie eine Gang von Van-Halen-Groupies mit welcher sie sich LSD reinpfeifen. Doch der Höhepunkt des Videos.....sind die anderen Beastie Boys die aus der Zukunft in einem Delorean gekommen sind. Witzigerweise haben sie aber dieselben Klamotten an, sehen aber deutlich älter aus. Sie werden gespielt von Jack Black (MCA), Will Ferrell (King Ad-Rock) und John C. Reilly (bekannt aus "Der Gott des Gemetzels" oder "Tom Goes To The Mayor") (Mike D). Diese fordern die jungen Beasties zu einem Breakdance-Wettbewerb aus, was im Endeffekt in einer gegenseitigen wortwörtlichen Anpisserei endet. Schließlich werden sie von der Polizei (die echten Beastie Boys) verprügelt und verhaftet.

Woooohoooo, das war völlig off the hook. Etwas schade zwar dass es so sinnlos vulgär endet. Amüsant ist es aber trotzdem. Die Idee, ein Musikvideo fortzuführen ist wirklich sehr interessant. Das ist ähnlich gut wie die Sache mit Albumcovern aus der anderen Perspektive. Es ist auch alles sehr historisch korrekt. McBride, Rogen und Wood sind nicht die Beasties von heute sondern die rüpelhaften Typen von damals. Das passt alles wie die Faust aufs Auge. Ich habe viel gelacht.

9/10 Pfandflaschen

"Don't Play No Game That I Can't Win" (featuring Santigold) von ebenda

Allerletztes Video der Beastie Boys. MCA gings zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr so gut, sodass man ein Filmchen komplett ohne Schauspieler gedreht hat.

In dieser "Folge" der "Ill Adventures of the Beastie Boys" befinden sich das Trio in orangenen Overalls auf einem Outdoor-Konzert, zusammen mit der Gastsängerin Santigold. Dabei werden sie von einer obskuren Gruppe von Soldaten beobachtet, die sich als Ziel gesetzt haben die Beastie Boys zu vernichten. Als es zu einem Angriff kommt fliehen sie und werden verfolgt, bis nach......Alaska. Dort kommt es zu einer Schießerei und einen Angriff von Nazi Zombies. Regie führte übrigens mal wieder Spike Jonze. Und weil ich schon gesagt hab, dass da kein Mensch zu sehen, denkt ihr bestimmt es wäre Zeichentrick oder so. Nein. Beastie Boys, die Zuschauer, die Soldaten und Santigold werden von Actionfiguren dargestellt. Man sieht sogar manchmal die Hand, die sie bewegt. Alle ist richtig schön low budget. Nerdgasm dies das. Animaniert einen fast schon so was ähnliches selbst zu machen. Fett.

8/10 Pfandflaschen.

Das wars also. Nie wieder Beastie Boys. Aber das Leben geht weiter und man kann natürlich nicht alles haben. RIP MCA und sowieso eine der geilsten HipHop-Crews die es je gab.

Montag, 20. April 2015

Ohrwurm der Woche#108



I have no idea what she said

My Favorite TV-Show: Ugly Americans

Das erste Mal, als ich "Ugly Americans" zu Gesicht bekam war irgendwann im Jahre 2011, glaube ich. Ich blieb nachts sehr lange wach und Comedy Central brachte viele halbwegs genießbare Sendungen. Unter anderem South Park und Seinfeld. Irgendwann sendete diese strange Sendung über Zombies, Monstren, Werwölfe und so weiter. Der Humor war echt nicht schlecht. Ziemlich trocken, andererseits aber ähnlich ausgeflippt wie South Park. Ich schaute mir ein paar Folgen an, bedauerte es aber sehr dass ich es nicht von der ersten Folge an gesehen hab. Deshalb setzte ich diese Serie mit Vergnügen auf meiner Watchlist#3 und verschlang sie auch mit Vergnügen innerhalb von 2,5 Wochen oder so. Genüßlichst.
Randall, Leonard, Mark, Callie, Twayne und Frank

Hauptfigur der Serie ist der Sozialarbeiter Mark Lilly. Er arbeitet in der Abteilung für Integration beim New Yorker Sozialamt und ist zuständig für das Schicksal von Immigranten. In seinem Job geht es darum in einer Art Selbsthilfegruppe zu moderieren und seine Schützlinge in die Gesellschaft reinzubringen. Es gibt einen sehr großen Unterschied zu unserer Welt. Die von Mark ist nämlich ganz anders. Dort existieren nämlich all diese Wesen aus den Horror- und Sci-Fi-Filmen tatsächlich. Und sie alle wohnen in "unserer" Welt. Wie stinknormale Bürger. Die Straßen von Manhattan sind voll von Zombies, Werwölfen, Dämonen, Fischmenschen, antropomorphen Koalas, zweiköpfigen Wurmwesen, lebenden Gehirnen undsoweiter undsofort. Tatsächlich scheinen die Menschen allgemein bzw. unter Immigranten eher die Minderheit auszumachen. So ist der Kroate (dessen Name erst viel später genannt wird) der einzige Mensch in Marks Gruppe. Apropos, wer ist Mark Lily eigentlich?

Er ist wohl der höflichste und zurückhaltendste Mensch der Welt und kann keiner Fliege wehtun. Seitdem sein Vorgesetzer, der Dämon Twayne Boneraper, Marks Abteilung auf zwei Menschen reduziert hat, ist die Arbeit mehr als anstrengend. Sein einziger Kollege in der Abteilung ist der Zauberer Leonard Powers der seit drei Jahren nicht den Finger gerührt und wortwörtlich seine Aufträge aus dem Fenster geworfen hat. Marks Vorgesetzte ist die Sukkubus Callie Maggotbone, die mit ihm eine sehr turbulente Beziehung pflegt. Im Gegensatz zu ihm steht sie auf Sadomasosex und ist sehr impulsiv. Marks WG-Mitbewohner Randall hat sich irgendwann von einem Zombie beißen lassen um einer Frau zu gefallen. Mittlerweile ist er selber einer und verdient sein Geld unter anderem damit Mark und Callie beim Sex zu filmen und die Videos zu verkaufen um die Miete zu finanzieren. Außerdem gibt es da noch Marks Gegenspieler Frank Grimes, der mit großer Freude illegale Immigranten jagt.

Ich weiß dass viele von South Park entweder genervt sind oder sich was wünschen was ähnlich wäre, was man sich nebenher auch angucken könnte. "Ugly Americans" ist sowohl intelligent, weil es die us-amerikanische Gesellschaft als auch die Popkultur auf die Schippe nimmt. Als auch megadämlich weil alberne Sexwitzchen vorkommen, gekillt, gekotzt wird. Ich würde soweit gehen es als leichtvulgären, teilsintellektuellen Slackerhumor zu bezeichnen. Ergo Zeug für die sich Erwachsene schämen würden. Normalerweise. Die Serie wurde komplett mit Flash animiert, was mich fragen lässt warum sie sich niemals aufhängt. Höhö. Außer den Monstren natürlich sehen die Charaktere sehr menschlich aus. Mein Favorit waren übrigens die Manbirds - eine strange Vogelart die von einem new yorker Taxifahrer in die USA gebracht wurde, sich von Kleingeld ernährt und anstatt Vogelgeräusch zu machen sein Vokabular übernommen hat. Das wären dann Sätze wie "Leck meine Eier!", "Hoch das Röckchen!", "Ich verpass dir n Maulfick!" 

Mit diesen hochintellektuellen Ausdrücken beende ich den Eintrag.

Sonntag, 19. April 2015

Album der Woche, Folge 193: Zugezogen Maskulin - Alles Brennt (2015)

Ich hab von Zugezogen Maskulin das erste Mal vor ca. 2,5 Jahren gehört/gelesen. Irgendein Festival zu welchem ich mich hinbewegen wollte hatte sie im Line-Up. Sonst konnte man immer wieder den Namen lesen. Irgendwann bin ich über den Song "Undercut Tumblrblog" gestolpert. Es avancierte sofort zu einem Ohrwurm und ich war richtig begeistert. Umso enttäuschter war ich vom Album "Kauft nicht bei Zugezogenen". Darauf fand ich nämlich nur ein paar wenige Kracher, der Rest haute mich überhaut nicht um. Es wirkte auf mich verkrampft und pseudowitzig. Besonders nervig fand ich den Song "Sparkassengirl". Doch kommen wir mal auf den Punkt.

Irgendwann in den letzten Monaten ist endlich "Alles Brennt" rausgekommen. Und ich bin froh dass es so viel anders ist. Statt eher "trockenen" und einfachen Beats gibt es hier Bass, zerhackte Stimmensamples und ähm Autotune. Am Anfang war ich mir nicht sicher ob mir sowas gefallen wird. Schließlich gefällt mir das meiste am mainstreamigen deutschsprachigen HipHop überhaupt gar nicht. Wieso denn Mainstream im Zusammenhang mit ZM? Nicht falsch verstehen aber bis letztes Jahr war das Duo doch eher "underground", soweit ich mich recht entsinne. Auf diesem Album schaffen sie aber viel zugänglicher, ja sogar tanzbarer zu klingen. Das im Zusammenhang mit den Texten macht das ganze so gut. Diese sind nämlich nicht nur rein erzählerisch sondern zynisch und sarkastisch. Auf die gute art. Nicht auf diese "hauptsache irgendwie provokant"-art. Ja, sie sind nicht die besten. Ja, es gab hundert pro irgendwann mal sowas wie "Plattenbau O.S.T." (allerdings von schlechten ostdeutschen patriotenrappern). Aber scheiße mann, das klingt so gottverdammt gut. Zum Beispiel sowas hier:

"Wir tanzen durch deinen Kiez, wie deine Eltern durch den Zoo

Guck mal wie der Penner kotzt, Instagram-Foto

Vallah Brudi, läuft bei ihm, ha-ha-ha ho-ho
Ey, lass mal anzieh´n wie ein Asi – Streetware und so!"
(aus "Agenturensohn")

Es ist mir dabei herzlich egal ob es Testos unaufdringliche oder Grim104s eindringliche Stimme ist, die mir per Kopfhörer irgendwas an den Kopf wirft. Beides funktioniert bestens.

Anspieltipps: Oi!, Agenturensohn, Alles Brennt, Endlich wieder Krieg
9/10 Pfandflaschen
Daunlaud gibts nicht weil kauft euch den Kram.

Mittwoch, 15. April 2015

Film der Woche#190: "Zu alt für den Scheiß"-Special

Ich bin vielleicht nicht zu alt für den Scheiß, aber alt genug um den Scheiß zu kennen. Hiermit reviewe ich alle vier Lethal Weapon-Filme. Weil es an der Zeit ist.

1. Lethal Weapon -  zwei stahlharte Profis (1987)

Die Handlung beginnt mit dem scheinbaren Selbstmord eines Callgirls, welches sich aus dem Fenster eines Hochhauses in die Tiefe stürzte. Sergeant Roger Murtaugh (Danny Glover) wird dem Fall zugeteilt. Er wurde grade 50 Jahre alt und ist ein Urgestein des LAPD. Aber immer noch gut im Form. Interessanterweise kriegt er an seinem Geburtstag auch einen neuen Partner zugeteilt. Es ist Martin Riggs (Mel Gibson). Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein. Während Roger ein Haus und Familie hat und sich bester Gesundheit erfreut ist Martin ein suizidgefährdeter, depressiver Mann. Außerdem ist er seit einigen Jahren Witwer, was er nicht so recht ertragen kann. Jedenfalls
werden die beiden an den besagten Fall drangesetzt. Die Spur führt zu einer hinterlistigen Heroinschmugglertruppe.

Das erste von vier Abenteuern. Martin und Roger kennen sich noch gar nicht und das Vetrauen zueinander ist gering. Doch das ändert sich. Wir werden Zeuge einer langsam aber sicher aufkeimenden Freundschaft zwischen den beiden. Auch vom suizidgefährdeten Mel Gibson ist am Ende keine Spur mehr übrig. Womit der Film auch glänzt ist der gesunde Ausgleich zwischen Humor und Action. Das funktioniert auch, egal aus welcher Perspektive man das betrachtet. Hier gibt es eine ordentliche Portion Brutalität, Verfolgungsjagden und Explosionen. Allerdings nehmen sich die Charaktere öfter mal auf die Schippe. Allerdings ohne absurde Blödelwitze unter der Gürtellinie die im übertriebenen Ausmaß schlicht unlustig wären. Guter Anfang!

9/10 Pfandflaschen
Film: Teil 1, Teil 2
Trailer:


2. Lethal Weapon 2: Brennpunkt L.A. (1989)

Auch bekannt als schlicht "Brennpunkt L.A.".

Roger (immer noch Danny Glover) und Martin (immer noch Mel Gibson) sind an einer hartnäckigen Verfolgungsjagd beteiligt. Zum Schluß kann der Verfolgte jedoch fliehen und hinterlässt sein Auto. Im Kofferraum befindet sich gefühlt eine Tonne an Krugerrand-Münzen. Am nächsten Tag werden sie von ihrem Vorgesetzten zum Babysitten verdammt. Bis das FBI das Ruder übernimmt sollen sie auf den ehemaligen Mafia-Buchhalter Leo Getz (Joe Pesci) aufpassen und rund um die Uhr die Zeit mit ihm verbringen. Nachdem sie ein Anschlag auf ihn verhindert haben, verzwickt sich die Geschichte. Sie erfahren dass Leo in der Vergangenheit sehr viel Geld von der Mafia unterschlagen hat und sich dadurch jede Menge Feinde erarbeitet hat. Es entsteht eine Spur die zum
südafrikanischen Diplomaten Arjen Rudd (Joss Ackland) führt. Und jetzt dürft ihr ergoogeln aus welchem Land die Krugerrand-Münzen kommen und euch fragen was wie wo in Verbindung womit steht.

Das Eis aus dem ersten Teil ist aufgetaut - Riggs und Murtaugh sind die besten Partner die es gibt und auch verdammt gute Freunde. Der zweite Teil ist somit deutlich witziger als der erste. Mit einem Prügelknaben wie Leo wird das nämlich richtig komisch. Stichwort: Fliegendes Klo. Ansonsten bleibt nicht viel zu sagen, außer: Der erste Sequel hat nicht an Qualität eingebüßt. Er ist beinahe genauso gut wie der erste Teil. Ich finde es richtig super, dass das Prinzip "Ungleich und ungleich verträgt sich gut" so gut funktioniert.

9/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


3. Lethal Weapon 3 (1992)

Auch bekannt als "Lethal Weapon 3 - die Profis sind zurück" oder auch "Brennpunkt L.A.: Die Profis sind zurück".

Nachdem sie nicht auf das Bombeneinsatzkommando gewartet und so ein ganzes, verficktes Gebäude in die Luft gejagt haben werden Riggs und Murtaugh degradiert. Zum Streifendienst. In Uniform. Während dieses Dienstes kommt es zu einen verheerenden Raubüberfall auf eine Bank. Man findet raus, dass der Bankräuber kugelsichere-westen-durchbohrende Kugeln benutzt hat. Eigentlich sind solche Kugeln längst verboten und konfisziert. Um rauszufinden wie sie in kriminelle Kreise gelangt sind ermittelt Sergeant Lorna Cole (Rene Russo) aus der Internen Ermittlung die nicht allzuviel von Riggs kindischen Verhalten hält.

Es sieht aus als käme die Story zum Ende. Oder zumindest halbwegs. Murtaughs älteste Tochter wird erwachsen und spielt ihre erste Rolle in einer Fernsehwerbung mit. Riggs verliebt sich neu. Murtaugh scheint sich endlich zur Ruhe zu setzen. Im Verlauf des Filmes murmelt er immer wieder was von "nur noch 8 tage...nur noch 7 tage...." Doch der Schein trügt. Es ist nicht der letzte Teil, könnte aber
meiner Meinung nach gut als offenes Ende fungieren. Was soll ich noch sagen? Leo ist wieder mit von der Partie und versucht allen ein Haus anzudrehen, da er als Makler arbeitet. Außerdem wurde für die Eröffnungsszene das alte Rathaus von Orlando, Florida in die Luft gesprengt, wofür sich der damalige Bürgermeister bedankt hat. Im großen und ganzen mehr Action, viel mehr Action. Ich hatte Spaß, jedoch etwas weniger als bei den ersten beiden.

8/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


4. Lethal Weapon 4 (1998)

Am Ende von "Lethal Weapon 3" rechnet Murtaugh aus wie viel Tage weitere 10 Jahre bei der Polizei hätten. Ich weiß nicht genau ob zwischen den beiden Teilen wirklich 10 Jahre liegen, allerdings ist einiges passiert.

Murtaughs jüngste Tochter ist mittlerweile im Teenageralter. Leo arbeitet als Privatschnüffler. Zu Beginn des Films wird Riggs außerdem von Murtaugh mit einer positiven Nachricht überrascht. Er wird nämlich Vater. Murtaugh muss aber auch nicht schlecht staunen. Seine älteste Tochter Rihanne ist ebenfalls schwanger. Man merkt deutlich dass der Zahn der Zeit an den beiden ordentlich genagt hat. Sie sind nicht mehr so fit und werden bald von jüngeren Polizisten überholt. Sie sind
Dinosaurier, die bald am Aussterben sein werden. Doch sie kriegen bald eine Chance sich erneut zu beweisen. Es kommt nämlich zu einem Zwischenfall mit einem Menschenhändlerschiff, in dessen inneren sich Sklaven aus China befinden. Eigentlich wäre das ein simpler Fall für die Küstenwache oder die Einwanderungsbehörde. Allerdings stellt sich raus dass ein riesiges kriminelles Komplott von chinesischen Triaden dahintersteckt. Als Riggs' und Murtaughs Familien auch noch bedroht werden, sind sie gezwungen durchzugreifen.

Ich bin leicht zwiegespalten. Einerseits ist es schön zu sehen, dass die Story um die zwei "Profis" und ihre Familien ein Happy End findet. Es ist richtig cool, wie sie miteinander interagieren, wie sie einander zeigen dass sie einander lieben. Ohne Scheiß, das ist richtig cool. Andererseits hat man hier versucht alles ein Bisschen "moderner" zu gestalten und packte deswegen die übercoolen Triaden ins Drehbuch. Man wagte somit einen Sprung ins fernöstliche Kino. Diese ganzen Kampfkunsteinlagen wirken auf mich aber nicht ganz überzeugend. Trotzdem ist Jet Li ein richtig übler Bösewicht und passt somit perfekt zu den drei anderen Psychopat aus Teil I-III.
Manche würden sagen, es wäre ein lauwarmer Aufguss. Andere würden meinen es ist ein würdiger Abschluss einer Reihe. Ich stimme dem letzten zu, auch wenn der Film nicht soooo gut ist wie die drei anderen.

Nuff said.

7/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


Dienstag, 14. April 2015

Comic Book Review#191: The Woods Trade Paperback#1(2014)

Ich wurde im letzten Jahr immer wieder von meinem Comicdealer(grüße nach Würzburg an der Stelle) überredet mir diesem Comic mal zu holen bzw. indirekt darauf angesprochen. Irgendwann platzte über mir eine Geldbombe und ich griff zu. Selbstverständlich.

„The Woods“ erzählt die Story der Bay Point Preparatory High School in Milwaukee bzw. ihrer Schüler. Es ist ein ganz normaler Tag: Schulstress, Liebesdramen, Jungs zeigen sich Mädchen nackt(äh, ja.). Doch auf einmal ist nichts mehr wie es war. Die ganze Schule wird plötzlich von einem Strahl wegtransportiert. Das ganze Gebäude samt Schülern und Personal befindet sich innerhalb von Sekunden irgendwo anders. Um sie rum ist ein düsterer, titelgebender Wald. Aufgrund einer Attacke durch fledermaus- und bärenartige Monster liegt die Vermutung nahe, dass sie aus
welchen Gründen auch immer auf einem fremden Planeten gelandet sind. Während der Rektor und die Lehrerschaft versuchen die Ordnung zu erhalten und die Schüler im Gebäude zu behalten brechen fünf aus und beschließen auf eigene Faust den Wald zu erkunden.

In diesen vier Ausgaben, die der Band beinhaltet, geschieht so viel. So verdammt viel. Und zwar geschieht alles sehr schnell. Menschen ändern sich in gefühlten Sekunden von gut in böse. Die Spannung bleibt erhalten. Es gibt keine einzige Ausgabe die irgendwie langweilig ist. Ich sehe gewisse Parallelen zu John Hughes' Klassiker „Breakfast Club“, der hier in Horrorsuppe getränkt ist. Bestimmt gab es schon mal ähnliche Szenarien, in welchen mehrere Menschen plötzlich und ohne Vorwarnung irgendeiner unerklärlichen Gefahr ausgesetzt wurden, jedoch ändert dies nichts daran dass mich dieser Comic umgehauen hat.

Artwork von Michael Dialynas. Story von James Tynion IV.
Erhältlich bei Boom! Studios

9/10 Pfandflaschen

Montag, 13. April 2015

Donnerstag, 9. April 2015

Album der Woche, Folge 192: The Offspring - dto. (1989)

Im Februar auf dem Frost Punx Picnic mitgenommen: Das Debüt von Offspring von 1989.

Erschienen auf dem Label Nemesis Records in der Auflage von 5000 Stück und 1995 nochmal releast worden. Allerdings mit einem anderen Cover. Einem ziemlich hässlichen finde ich. Außerdem ist das Stück "Kill The President" von der Tracklist gestrichen worden.

Eines der, bzw. das ungewöhnlichste und untypischste Album von Offspring. Ich kenn leider das
Zweitwerk "Ignition" nicht, deswegen kann ich es wohl nur mit dem Drittling "Smash" und weiteren Alben vergleichen. Man kennt Offspring ja eigentlich als eine ziemlich sarkastische, leicht schwarzhumoristische Band. Hier gehts ähnlich zu, allerdings ist alles viel ernster und politischer. Man merkt die Einflüsse von TSOL oder den Vandals. Es ist übrigens auch nachvollziehbar wieso man dieses Album gerne in die Horrorpunk-Schublade steckt. Bei Texten wie "Beheaded" oder "Jennifer Lost The War" wundert es einen auch nicht.



Spitze Album, auch wenn es an richtigen Krachern fehlt. Würde es eher unter Geheimtipp einsortieren. Sci-Fi-Kenner unter euch werden natürlich den Xenomorph mit der Gitarre auf dem Cover erkennen. Der Schriftzug der Band ist übrigens komplett geklaut - von einem Horrorfilm gleichen Namens.

Ich gebe dem Ganzen 7/10 Pfandflaschen und erkläre: "Tehran", "Baghdad" (ist praktisch dasselbe lied), "Kill the President", "Beheaded" und "Jennifer Lost The War" zu Anspieltipps

Daunlaud

Mittwoch, 8. April 2015

Film der Woche#189: Jim Carrey Triple Feature!

Da ich in meiner Kindheit ein großer Jim-Carrey-Fan war, nachdem ich meine Angst von der Maske überwunden habe, und heutzutage immer noch von vielen seiner Filme geflasht bin, beschloss ich den Gummimann Tribut zu zollen. Ich entschied mich dabei, drei Filme zu reviewen in welchen Mr. Carrey vollkommen unterschiedliche Rollen spielt.

Fangen wir an.

1. Die Maske (1994)

Stanley Ipkiss (Carrey) ist Bankangesteller in Edge City. Er entspricht dem absoluten Losertypen. Von seinen Freunden/Kollegen wird er ausgenutzt, keine Sau interessiert sich für ihn, er hat chronisch Pech. Das ändert sich als er in einem Fluß eine hölzerne Maske findet. Beim Aufsetzen dieser verwandelt er sich in einem verrückten Typen im gelben Zoot Suit und grünen Gesicht. Dieser hat außergewöhnliche Fähigkeiten: Er kann aus der Luft heraus Dinge herzaubern, aus dem Nichts Musik spielen lassen oder sich wie ein Wirbelsturm fortbewegen. Kommt wohl von Stanleys
Vorliebe für Cartoons, dass sich sein Alter Ego wie einer benimmt. Die Maske bringt aber nicht nur Vorteile mit sich. Als der grünhäutige Kerl versehtnlich Edge Citys Gangstern ihre Beute klaut wirds richtig brenzlig.

Aufmerksame Leser erinnern sich. Die Maske war hier schon einmal zu Gast: Und zwar in Comicform. Da ich beschloss der Zeichentrickserie kein Review zu geben, dachte ich mir es wäre gut ein Gegenstück zum Comic zu reviewen. Wo der Comic durch massive Gewalt glänzt und keine Scheu vor Brutalität hat verhält es sich beim Film anders. Durch den Einsatz von Carreys gelee-artigen Akrobatikeinlagen wird das ganze sehr familienfreundlicher. Ich hab damals nicht schlecht gestaunt als ich den Unterschied zwischen dem Comic-Stanley und dem Carrey-Stanley gemerkt hab. Es sind Galaxien dazwischen. Aus heutigem Blickwinkel ist es immer noch ein recht gut umgesetzter Film. Das klischeehafte "Loser wird zum Held und kriegt das Mädchen"-Szenario ist zwar gewollt, jedoch leicht nervig. Insgesamt ein recht cooles, mit witzigen Insidern geladenes Märchen.

8/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


2. Cable Guy (1996)

Steven M. Kovacs (Matthew Broderick) ist Architekt und gerade in einer schwierigen Phase. Seine Freundin Robin (Leslie Mann) hat ihn vor die Tür gesetzt. Und zwar direkt nach seinem Heiratsantrag. Steven hat also einen Umzug fertig gebracht und befindet sich in seiner neuen Wohnung. Ein neuer Kabelanschluß muss her. Der Kabelmann, Chip Douglas (Carrey) kommt auch bald vorbei und kümmert sich um die Installation. Ein ganz einfaches Ding, hätte man sich denken
können. Leider hat Douglas schwere mentale Probleme. Er will unbedingt mit Steven befreundet sein und wird langsam aber sicher zu einer Plage. Zu einem Psycho. Zu einer Gefahr.

Ich finde es ist einer der besten Filme mit Jim Carrey. Man kennt ihn ja als Dünnschiss-Laberer, als Gummimann und ja man kennt ihn auch von seinen durchaus ernsteren Rollen. Das hier ist aber etwas ganz anderes. Hier wirds teilweise richtig unangenehm. Chip Douglas ist nämlich kein lustiger Clown sondern ein Typ mit ernstzunehmenden Problemen, der an dir wie eine Klette hängt. Mir gefällt es wie der Film immer und immer abgedrehter wird. Richtig gut in Szene gesetzt. Mischung aus Comedy und Psychothriller. Außerdem singt Carrey hier "Somebody To Love" von Jefferson Airplane :3

9/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:


3. Ich beide und sie (2000)

Auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so aussieht, spielt hier Carrey tatsächlich eine Doppelrolle.

Charlie Balleygates (Carrey) ist wohl der glücklichste Mensch auf Erden. Als Polizist auf Rhode Island vollzieht er jeden Tag seine Pflicht. Er hat drei Söhne auf die er ganz stolz ist. Seine Ex-Frau die ihn verlassen hat, hat sie mit dem Hochzeitschauffeur gezeugt. Außerdem nimmt ihn niemand für voll. Alle sind der Meinung, er hätte nichts drauf und schubsen ihn sprichwörtlich rum. Doch er nimmt das hin. Weil er innerlich gebrochen ist. Doch irgendwann macht es Knick. Charlie hat einen Nervenzusammenbruch und er gebärt...Hank. Ein machohaftes, unberechenbares, maskulines Stück Mensch. Glücklicherweise schafft man es Charlie Wunderpillen zu geben, die seine Schizophrenie zumindest zeitweise lindern. Als nächstes wird er mit der Begleitung von Irene P. Waters (Renée Zellweger) beauftragt. Sie wird wegen Fahrerflucht angeklagt und muss nach New York gebracht werden. Dummerweise vergisst Charlie seine Pillen und es kommt zu einem leicht abgefuckten Road Trip. Shoopdidoop, scoobydoowop, heieieie!

Okay. Jim Carrey spielt also nach seinen Paar ernsten Rollen mal wieder in einen Klamaukfilm. Es iat aber eines der nichtfamilienfreundlichen Sorte. Ich mag das. Ich mag diesen riesigen Unterschied der zwischen den beiden Charakteren, die sich einen Körper teilen, besteht. Es ist quasi wie "die Maske" nur in einer Extremform. Sogar einer die relativ realistisch erscheint. Läuft übrigens nach dem Prinzip "schlimmer geht imer". Und das ist eine der Filmarten die ich wirklich mag. Es wird einfach immer übler. Man setzt überall n Sahnehäubchen drauf, allerdings wirkt das trotzdem noch recht ästhetisch. Meiner Meinung nach eine gepflegte Drecksau-Komödie die nicht ins Scary-Movie-Niveau abrutscht. Sehr schön.

8/10 Pfandflaschen
Film
Trailer:



Comic Book Review#190: Madman Comics#4 (1994)

Ich habe mir mal vor Ewigkeiten eine zweiteilige Miniserie namens „Madman/Jam“ geholt, fand sie ziemlich cool und abgefahren und verknallte mich ziemlich in den Stil von Mike Allred. Sowohl seine Art zu erzählen als auch zu zeichnen faszinieren mich nach wie vor. Und natürlich auch die Farben von seiner Frau Laura.

Es geht um den Superhelden Madman der die Gedanken anderer Leute durch Berührung spüren kann. Dieser trägt einen komplett weißen Anzug mit einem Ausrufezeichen als Emblem drauf. In seiner Heimatstadt ist er unter seinem bürgerlichen Namen Frank bekannt. Seine Sidekicks sind seine geliebte Joe und der Dr. Flem. Aus der vorherigen Ausgabe erfuhr dass er bei einem Zirkus angefangen hat und mit diesem auf eine Schiffsreise gegangen ist. Dort wird er fälschlicherweise beschuldigt einen der Zirkusmitglieder gehäutet und in Stücke gehackt zu haben. Da mittlerweile ein weiteres Mitglied gehäutet und zerstückelt wurde, wird er jedoch freigesprochen und nimmt selbst t
eil an den Ermittlungen. Selbst verdächtigt er Muscleman, einen hautlosen Muskeltypen, die Morde(womöglich aus Neid oder Rache) begangen zu haben. Doch selbst ahnt er gar nicht, was für eine abgefuckte übersatanistische Scheißverschwörung dahinter steckt.

Als erstes bin ich immer wieder verwirrt wenn ich „Madman“-Sachen lese. Ich assoziere den Charakter nämlich immer mit der Figur „Freakazoid!“, von welcher auch etwas vom Design geklaut ist. Diese ist absolut ausgeflippt und durchgeknallt während der Madman hier trotz seines Namens verhältnismäßig ernst bleibt. Den Höhepunkt des Comics bildet meiner Meinung nach der 12seitige Kampf zwischen Madman und Muscleman. Inklusive seltsamer Soundgeräusche a lá Batman 66. Und sonst ist der Comic auch so over the top. Und bunt. Und voller Momente die mich zum lachen bringen. Ich glaube das Teil würde sowieso jedem zum lachen bringen der über Zaubesprüche lachen kann, die in Wirklichkeit rückwärts ausgesprochene Namen von Diktatoren und Verbrechern sind. Kommt nämlich auch im Comic vor.


9/10 Pfandflaschen
Daunlaud

Dienstag, 7. April 2015

Ohrwurm der Woche#106

Nach einer klitzekleinen Osterpause komme ich zurück. Und weil es beim Ostern um Eier geht, die von Hühnern gelegt werden. Wird jetzt gegackert.