Mittwoch, 22. November 2017

Comics Monthly#45

Allrighty, then. Die Rubrik ist wieder da, nach dem letztmonatigen "Desaster". Allerdings diesmal nur zwei Ausgaben. Und die sind auch nicht besonders aktuell. Also zumindest habe ich sie erst vor kurzem gelesen, und sie sind auch vor kurzem erschienen ABER es gibt schon jeweils eine #2

Galaktikon#1

"Galaktikon" erscheint bei Albatross und handelt von einem galaktischen Superhelden namens Triton. Außedem werden wir Zeuge wie ein scheinbarer Widersacher von Triton im Gefängnis
schmort und sich im Fernsehen die neuesten Gerüchte über ihn reinzieht. Ihr könnt an dieser Stelle vorstellen worums hier geht? Nein. Es geht nicht darum möglichst viele Bösewichte zu killen. Es geht um Tritons Scheidung. Seine Noch-Ehefrau, eine Bloggerin hat herausgefunden, dass er einem minderjährigen Mädchen Dickpics geschickt hat und will sich von ihm scheiden lassen. Dummerweise will sie als Entschädigung sein ganzes Haus haben. Triton wird von einem äußerst unfähigen lilahäutigen Anwalt vertreten, als Unterstützung ist der Droide NTS da. Dieser spricht übrigens in Gitarrenlauten. Im Ernst, ihr könnt seine Sprechblasen mit der Gitarre nachspielen, die Tabs sind alle da.

Was für eine großartige absurde Scheiße. Erinnert mich an "What A Cartoon!"-Folgen, die damals auf Cartoon Network liefen. Und irgendwie an Rick and Morty. Der Beginn ist etwas düster. Man denkt sich "Uhhh, der Mitarbeiter von diesem Gefängnis wird jetzt selbstverständlich zu nah an die Zelle von diesem Monstrum treten" und dann gehts um eine Scheidung. Und darüber dass Triton einfach sehr sehr sehr schlecht in Social Media ist und seine Schwanzphotos aus "Versehen" geschickt hat. Ich habe mich kaputt gelacht! Zeichnungsstil marke Supertrash. Story die zwar absurder nicht hätte sein können, aber dadurch auch so großartig menschlich wirkt.

8/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei: Albatross
Made by: Brendon Small, Eric Powell

Maestros#1

Ach du Scheiße, was zur Hölle war das denn?

Die Story spielt sich ab in einer Dimension namens Zainon, in welcher Zauberer und andere Fantasy-Gestalten residieren. Zumindest zur Hälfte. Ein finsterer Herrscher hat den Maestro von Zainon, quasi den Obermacker der Zauberer umgebracht. Sein Sohn muss nun der Nachfolger werden. Willy wohnt allerdings auf der Erde und verdient seine Brötchen als Criss Angel für Arme und lässt Pimmel von Ölmagnaten größer werden. Bis irgendwann riesige Monster-Pflanzen-mäßige Ungeheuer auftauchen und ihn angreifen aber auch seine Mutter die ihn die traurige Botschaft
mitteilt. In einem sehr langen Flashback-Moment finden wir heraus, dass Willy lange Zeit ganz Harry-Potter-mäßig nichts von seiner zauberhaften Herkunft wusste und irgendwann mit seinem Vater nach Zainon zog. Natürlich um dort zu lernen, ein richtiger Zauberer zu werden.

Harry Potter auf Crack? Herr der Ringe auf Speed? Ich weiß nicht wie man diese Art von Edgy Fantasy bezeichnet, aber es gefällt mir. Das Design ist durchzogen mit Details. Die Story ist zwar verrückt aber konsistent. Sie driftet nicht ins Belanglose ab. Außerdem sieht dieses Sonnenblumen-Wesen wie eine Mischung aus ET und Swamp Thing aus. Was haben sie sich dabei gedacht? Keine Ahnung, aber Image bietet öfter mal verdammt gute Unterhaltung. Und ich empfehle jedem, der keine Lust mehr auf Marvel/DC hat dort reinzulinsen

Made by: Steve Skroce, Dave Stewart, Fonografiks
9/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei: Image Comics

Sonntag, 19. November 2017

Film der Woche#315: Sin City (2005)

Lange lange hab ich gewartet und wahrscheinlich einige von euch auch, darauf dass dieser Film hier vorkommt. Wie der Titel schon verrät ist "Sin City" die Verfilmung einer Comicreihe von Frank Miller. Dieser führte neben Robert Rodriguez selbst Regie. Ich habe mir die Recut-Fassung angeguckt, in welcher die verschiedenen Stories zusammenhängend und nacheinander erzählt werden, anstatt durcheinander.

"Sin City" erzählt vier Kurzgeschichten: "That Yellow Bastard", "The Customer is always right", "Sin City (The Hard Goodbye)" und "Big Fat Kill". Die Protagonisten sind Einwohner der Stadt Basin City: Gangster, (korrupte) Bullen, Prostituierte, Stripperinnen die einen harten Alltag ihr Eigen nennen. In "That Yellow Bastard" erfahren wir dass der ehrliche Bulle John Hartigan (Bruce Willis)
sein Leben riskiert hat um die kleine Nancy Callahan zu schützen. Sie wurde von einem Sexualstraftäter gekidnappt der allerdings durch seine Verwandtschaft in der Regierung Schutz genießt. Kurzerhand wurde Hartigan Kindesmissbrauch untergeschoben und er für acht Jahre in Haft gesteckt. Nach seiner Entlassung trifft er Nancy (Jessica Alba) wieder und tappt in eine Falle. "The Customer is always right" zeigt einen Auftragskiller (Josh Hartnett) bei der Arbeit. Darauf folgte "Big Fat Kill" das einen Typen namens Dwight McCarthy (Clive Owen) zeigte, der mit Shellie (Brittany Murphy) zusammen ist. Ihr Ex-Freund Jack Rafferty (Benicio Del Toro) tyrannisiert sie regelrecht, also beschließt Dwight ihn zur Strecke zu bringen. Er merkt aber viel zu spät dass Jackie Boy ein Cop ist. "The Hard Goodbye" erzählt die Geschichte von Marv (Mickey Rourke), welchem der Mord an der Prostituierten Goldie untergeschoben wurde.

Ich habe bis dato nur wenige "Sin City"-Comics gelesen, kann allerdings sagen dass der Film ca. zu 98% sich an die Vorlage hält. Er erzählt die Stories quasi frame für frame. Man hält sich originalgetreu ans Design. Die Autos wirken alt, die Umgebung aber nicht, so erscheint der Film zeitlos und könnte sowohl irgendwann in den 80ern als auch heute spielen. Das Ausmaß der Brutalität ist ja schon krass, allerdings find ich den Umgang der Figuren damit noch spannender. Gewalt gehört hier zum Alltag. Hier werden Ohren, Arme und Pimmel weggeschossen und mit Hakenkreuzen-förmigen Wurfsternen geworfen. Diese Pervertierung von Film Noir ist einfach göttlich. Alle drei Daumen hoch.

9/10 Pfandflaschen
Trailer:

Freitag, 17. November 2017

Album der Woche#319: Type O Negative - October Rust (1996)

Das Fühl, wenn du Muskelkater hast, wieder eingeschlafen bist, aufgewacht bist, festgestellt hast dass du einen fetten Abdruck von deiner Bettwäsche in der Fresse hast und dass noch eine Ficktonne an Sachen zu erledigen sind. Unter anderem dieses Review.

"October Rust" ist das vierte Album von Type O. Es beginnt mit einem sehr originellen 38sekündigen Witz in welchem lediglich ein scheinbar falsch eingestöpseltes Kopfhörer-Kabel zu hören ist. Danach legt die Band los und bedankt sich erstmal beim Hörer für den Kauf von "October Rust". Was wir hier zu hören bekommen ist eine Abkehr von Doom-Metal-Sounds wie sie noch bei "Bloody Kisses"
vertreten waren und eine Zuwendung zu mehr Balladen und melancholischen Goth-Kram wie er ebenda auch schon da war.

Besonders gut finde ich den Einsatz von leicht obskuren Humor. Ich höre nämlich ganz genau wie die Melodie von "Carol of the Bells" bei "Red Water (Christmas Mourning") erklingt. Oder wie sie im Outro hoffen, dass die Hörer nicht allzu enttäuscht vom Album sind. Diese abrupten Endungen an einigen Songs sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie auch passend. Das Album schleppt sich auch durch die Zeit. Es gibt wenig treibende Songs, die nach vorne gehen wie beispielsweise "My Girlfriend's Girlfriend". Es ist dieser obskure Sound, der sowohl and The Cure als auch an Black Sabbath erinnert, der mich begeistert. Kuschelig warm und gleichzeitig kalt. Irgendwie auch wie ein altbekannter Freund, der dich in schwierigen Zeiten in den Arm nimmt. Wunderschön.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: My Girlfriend's Girlfriend, Green Man, Die With Me,

Mittwoch, 15. November 2017

So isses, Musik!#42

Bin ich faul oder bin ich richtig faul? Nunja, eigentlich habe ich gesagt, dass das hier der Beitrag mit mehr Text wird. Eigentlich wollte ich hier noch mal die Subrubrik "Ostblock" unterbringen (die mit den osteuropäischen Bands) und eigentlich wollte ich noch über ein Konzert schreiben, dass ich Anfang des Monats besucht hab. Aber das kann natürlich zu "Happenings des Monats" geschoben werden. Stattdessen kommen jetzt ein paar musikalische Sachen, die ich gerne genieße und die üblichen Discographys. Viel Spaß.


Nach all den Jahren immer noch großartig.


Worauf ich besonders hängen geblieben sind diese "Best of Retro Electro/Synthwave"-Compilations. Der Hammer!




Uralte Faith No More Videos :3


Mobys Cover von "That's When I Reach For My Revolver" (Im Original von Mission of Burma)


Green Day Discography: iDos!(2012)

"iDos!" ist das zweite von drei 2012er Alben von Green Day. Wo sich "iUno!" noch irgendwie an den Wurzeln der Band orientiert hat bzw. an unkomplizierte Pop-Punk ist bei "iDos!" so gut wie nichts mehr von zu hören. Aber keine Angst, es ist kein komisches Stadion-Pop-Punk-Album und auch kein Konzeptalbum. Stattdessen spielen Green Day hier Garage Rock bzw. orientieren sich an diesem Sound. Genauso unkompliziert wie der Vorgänger, jedoch mehr rocknrollig als poppunkig. Lol, das
ich das mal sage. Es finden sich definitiv einige gute Sachen hier drauf. Songs mit Ohrwurmcharakter, mit einprägsamen Melodien. Der einzige der mir aber definitiv in Erinnerung geblieben ist heißt "Nightlife" und das auch nur weil er im Gegensatz zu den anderen Song einen innovativen Ansatz zeigt. Ganz so schlecht finde ich das Album nun nicht, jedoch ein besonderer Kracher ist es auch nicht. Es ist zwar schön, dass sie immer wieder versuchen irgendwas neues zu machen. Aber irgendwie geligt es hier nicht wirklich.

5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Nightlife



KoRn Discography: The Path Of Totality (2011)

Zehntes Album von KoRn. Und gleichzeitig das erste von KoRn und Skrillex, Kill The Noise, Feed Me, 12th Planet, Flinch, Datsik, Downlink und Excision. Außer Skrillex alles Namen die mir nichts sagen. Dieses Mal begab sich die Band auf einen äußerst experimentellen Faden. Man arbeitet hier
ausschließlich Dubstep-DJs/Künstlern zusammen. So entsteht ein äußerst innovativer Sound. Zwar sind immer noch irgendwo die typischen KoRn-Riffs zu hören, als auch der Dudelsack und Jonathan Davis holt auch sein berühmtes Scatting raus - allerdings ist das nicht zu vergleichen mit den Vorgängern. Die ganzen durchgeknallten Dubstep-Beats fusionieren einfach perfekt mit Davis' Stimme. Es ist ein Wunder. Ich hätte vorher nie gedacht, dass KoRn ein "reines" Elektro-Album rausbringen könnten. Weg vom Oldschool-Sound, weg vom Metal. Wirklich ganz große Klasse, und das sage ich als jemand der Dubstep wirklich nichts abgewinnen kann...

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Chaos Lives In Everything, Narcissistic Cannibal, Get Up!, Way Too Far



System Of A Down Discography: Toxicity (2001)

"Toxicity" ist eines meiner Lieblingsalben. Hab es damals beinahe sofort geholt nachdem die Band in die Heavy Rotation mit "Chop Suey!" geraten ist. Damals erschienen sie mir sehr exrem, im Gegensatz zu dem Zeug das ich damals gehört habe. Heute lese ich irgendwelche alten Reviews von damals und stelle fest dass sie von manchen Kritikern als beliebig und harmlos hingestellt werden. Als "eine Band die niemanden wehtun". Nun, ich sehe sie definitiv nicht mehr als "extrem" im Sinne von "extreme Metal". Allerdings halte ich das Album nach wie vor für sehr innovativ.
Musiktechnisch eher nicht. Es ist viel eher der Mix aus 08/15 Metal-Riffs mit völlig abgefahrenen Texten die sich im nachhinein als sehr metaphorisch und bedeutungsschwanger herausstellen. Beispielsweise handelt "X" von der Überbevölkerung der Welt, "Deer Dance" von Polizeigewalt, "Bounce" von Gruppensex und "Chop Suey" geht laut Daron Malakian um die Betrachtung von verstorbenen Menschen, je nach Todesart. So werden Drogentote anders betrachtet als zum Beispiel Opfer von tragischen Unfällen. Warum auch immer das Lied nun "Chop Suey!" heißt weiß ich immer noch nicht - jedenfalls ist es eines der meist erkennbarsten Songs. Und auch eines der meistparodierten. Und nun nehme ich mir eine Bürste und trage Make-Up auf.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Toxicity, Science, Chop Suey!, X, Shimmy, Aerials, Bounce, Psycho