Freitag, 10. Juli 2020

Album der Woche#447: Entombed - Left Hand Path (1990)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Review im Death-Metal-Monat Juli. Diesmal versuche ich mich kurz zu halten, weil ich einige andere Sachen zu tun habe.

"Left Hand Path" ist das erste Album der schwedischen Death-Metal-Größe Entombed. Die Band ist erste Heimat des Schlagzeugers Nicke Andersson gewesen der später bei The Hellacopters gesungen und Gitarre gespielt hat. Mittlerweile ist der gute zum Tausendsassa mutiert und hat mehrere verschiedene Projekte am laufen gehabt, unter anderem eine Soul-Band. Entombed gibt es tatsächlich auch wieder, allerdings spielt die Band unter dem Namen "Entombed A.D."

Ich kannte Entombed aus dem Musikvideo zu ihrem Song "Hollowman", als auch vom Song "Wolverine Blues", der nichts mit dem Marvel-Character zu tun hatte. Ähnlich verhält es sich mit den weiteren Veröffentlichungen im Verhältnis zu dieser hier. Entombed haben später einen weitaus anderen Sound produziert. Mehr orientiert an Blues/Rock als an Death Metal und eindeutig eingängiger. "Left Hand Path" hingegen ist eines der ersten Alben die eine sehr weit tiefgestimmte "Buzzsaw"-Gitarre hatten. Gleichzeitig versucht man Grindcore, wie damals von Napalm Death mit Songstrukturen von Bands wie Obituary oder Morbid Angel zu verbinden. Britischer Grind trifft auf Florida Death und wird in Schweden aufgenommen und produziert. Es ballert und ballert und ballert. Textlich beschäftigt man sich mit der Apokalypse und gorigen Scheiß. Im Gegensatz zu Morbid Angel oder Deicide stehen Entombed allerdings nicht unbedingt auf der Seite des Teufels bzw. positionieren sich eher als eine Art Beobachter des menschlichen Untergangs. Man merkt auch eine Affinität zu Horrorfilmen: im Titelstück spielen Entombed eine Melodie aus dem Film "Phantasm" nach.

Ein teils sehr schweres und schleppendes, verzerrtes und gleichzeitig nach vorne ballerndes und brachiales und mit schäbigen Equipment aufgenommenes Stück Metal. Ein gottverdammter Klassiker!

Anspieltipps: Drowned, Revel in Flesh, Left Hand Path, Premature Autopsy
9/10 Pfandflaschen

Donnerstag, 9. Juli 2020

Film der Woche#445: "101 Sci-Fi-Filme..."2.0, Teil 6

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile sechsten Teil von dem Sequel/Prequel/Remake/Reboot-Ergänzungs-Marathon zu "101 Sci-Fi-Filme die Sie sehen sollten bevor das Leben vorbei ist". Es dürften noch maximum zwei Teile folgen, dann ist das hier vorbei.

86. war Independence Day (1996)

Independence Day: Resurgence (2016)

Ein Beispiel für eine gelungene Fortsetzung.

Der zweite Teil der Reihe spielt exakt zwanzig Jahre danach. Die Welt hat sich nach dem Alienangriff eindeutig erholt. Man benutzte die Waffentechnologie der Außerirdischen um neue Technologie zu entwickeln. So verfügt die Menschheit nun über hochentwickelte Waffen und Transportsysteme. Man hat eine Verteidigungssstation auf dem Mond und auf einem Saturnring. Außerdem gibt es ein globales Verteidigungssystem, eine Art Iron Dome dass jegliche Angriffe von außen abwehren kann. Die Protagonisten sind zum Teil Waisenkinder von Menschen die im ersten Teil ums Leben kamen, oder
irgendwann später. Dylan Dubrow-Hiller (Jesse Usher) ist Stiefsohn des mittlerweile verstorbenen Captain Steven Hiller (Will Smith) - dieser kam bei einem Testflug ums Leben. Patricia Whitmore (Maika Monroe), die Tochter des ehemaligen US-Präsidenten Thomas J. Whitmore (Bill Pullman) ist mit einem Ex-Kampfpiloten namens Jake (Liam Hemsworth) verlobt, der seine beiden Eltern während des ersten Angriffs verloren hat. Als im Orbit des Mondes ein kugelförmiges Raumschiff auftaucht, wird es schnell zum Abschuss freigegeben. Kurze Zeit später stellt es sich heraus, dass es nicht der vermutete Feind gewesen ist - dieser kommt erst hinterher. Und zwar in der Gestalt eines viel größeren Raumschiffs als im ersten Teil. Einen solch großen Raumschiffs, welches eine eigene Umlaufbahn hat, sodass ganze Städte weggerissen werden.

Auch wenn sich die Kritiker dadrüber echauffiert haben, muss ich zugeben, dass ich den Film mag. Sehr sogar. Es ist kein "oha, die Aliens greifen einfach noch mal an, ohne jeglichen Grund"-Film. Man erfährt viel viel mehr über sie und was sie sonst so im Weltall angestellt haben. Warum sie das alles tun, was sie tun usw. uvm. Außerdem zeigt die Menschheit eine deutlich positive Entwicklung auf. Sie befinden sich nicht im selben Stadium wie vor zwanzig Jahren. Man sitzt eindeutig im selben Boot und arbeitet gemeinsam. Es ist darum auch kein USA-fokussierter Film, auch wenn hier wieder der (ehemalige) US-Präsident rumballert und so. Viel mehr handelt es sich um eine Art "die Menschheit ist diesmal wirklich vereint gegen eine Gefahr von außen, egal ob US-Militär oder afrikanischer Warlord, sie arbeiten alle zusammen". Es ist viel Pathos und viel Kitsch dabei. Aber ohne kommt man bei einem Sci-Fi-Katastrophen-Film nicht aus.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:


88. war Men In Black (1997)

Hier gehts zum zweiten, hier zum dritten Teil und hier gehts zur Zeichentrickserie

89. war Starship Troopers (1997)

Starship Troopers 2: Hero Of The Federation (2004)

Der zweite Teil der Reihe ist direkt fürs Fernsehen produziert worden und kam später auf DVD heraus. Man hätte sich das aber absolut sparen können.

Eine Einheit der Mobile Infantry landet auf einem Planeten welcher von den Bugs aka Arachnoiden beherrscht wird. Sie werden irgendwann umzingelt und ziehen sich in einen verlassenen Hochposten zurück. Dort wiederum, treffen sie auf einen Captain Dax (low budget Woody Harrelson Richard
Burgi), der irgendwann degradiert und weggesperrt wurde. Grund: Er brachte seinen Offizier um, der das Leben vieler Soldaten gefährdet hatte. Kurze Zeit später trifft die Gruppe auf andere Soldaten, die monatenlang ohne Kontakt zur Außenwelt gelebt haben. Es stellt sich heraus, dass diese mit Bugs infiziert sind. Genauer gesagt, einer neuen Sorte die sich in den Körper des Menschen einnistet.

Langweilig, vorhersehbar und unlustig. Keine bzw. kaum satirische Anspielungen auf irgendwelche Propagandafilme - außer am Anfang und Ende. Die letzten Minuten des Films sind hingegen tatsächlich großartig und die Splattereffekte sowieso. Das Problem ist, dass der Film zu einer Art unlustiger Splatter-Action-Scheiße wurde und kommt dadurch so gar nicht an den ersten Film ran. Sehr schade eigentlich, aber naja. Mal sehen was die nächsten Filme zu bieten haben.

3/10 Pfandflaschen
Trailer:

Mittwoch, 8. Juli 2020

Comic Book Review#444: Spawn#49 (1996)

Keine Sorge, nur noch fünf Ausgaben dann seid ihr für eine Weile erlöst von Spawn.

In dieser Ausgabe besucht Al "Spawn" Simmons die Oma. Genauer gesagt, ist es die Oma von seiner
Ex-Frau, die tatsächlich sehr erfreut darüber ist dass er noch da ist und sie besuchen kommt. Ich habe al die Jahre nich verstanden ob die alte Frau einfach blind ist oder nur schlecht sieht. Er teilt ihr mit, dass er sie vorerst nicht mehr besuchen wird, da er ihr Leben nicht gefährden möchte. Währenddessen wurde Terry Fitzgerald von seinem Arbeitgeber mal wieder zum Arzt geschickt. Bei der Kontrolle ist alles super, doch kurz danach geht der trockene Husten los. Kurze Zeit später wird Terry beim Autofahren schwindelig und er baut einen Unfall. Nachdem Al sich zurückziehen wollte, tut er das was er versprochen hat. Sein Symbionten-Kostüm macht sich selbstständig und versetzt ihn in eine Art Stasis. Das Kostüm wird zu einem riesigen undefinierbaren Gebilde, dass Al gefangen hält. Sein Kumpel und Mentor Cogliostro beschließt wortwörtlich in das Kostüm einzusteigen und Al zu befreien. Das klappt, denn sein Körper und Geist wirken wie eine Art Antibiotikum. Ein Zauberspruch(?) tut auch sein Übriges und das Kostüm lässt Al endlich los.

Diesmal ist nicht Tony Daniel am Stift sondern der großartige Greg Capullo. Und schon ist alles noch ein großen Ticken besser. So wie es sein sollte. Interessante Geschichte. Scheinbar versucht Terrys Arbeitgeber ihn krank zu machen um ihn so loszuwerden. Und es ist auch ganz cool mal die tatsächlichen Schattenseiten von Als abhängigmachenden Kostüm zu sehen. Storytechnisch schon mal sehr nice. Über Capullos Zeichnungen kann ich auch absolut nichts schlechtes sagen. Mal gucken wie es weiter geht.

8,75/10 Pfandflaschen

Dienstag, 7. Juli 2020

So isses, Musik!#103

A LOOK IN THE PAST:



NO BORDER NO NATION FEST 2010 am 03.07.2010 im B-Hof, Würzburg

Also, laut Flyer spielten an diesem Abend vier verschiedene Bands: Nihil Baxter, Bob Rooney, On Your Marx und Mid-Air Collision. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht wirklich erinnern, wie das Konzert war. Weiß aber definitiv, dass ich Mid-Air Collision nicht gesehen habe. On Your Marx
wahrscheinlich schon. Bob Rooney habe ich damals auf jeden Fall abgefeiert und von Nihil Baxter war ich Fan erster Stunde. Erinnere mich sogar dunkel dass sie "Let's Fucking Go!!!!" von Spazz gecovert haben. Nach dem Konzert wollte ich nur mal kurz runter und mir ein Tape von ihnen holen, aber ein Türsteher meinte, dass jetzt niemand mehr reindarf - nur noch Leute aus Bands. Hätte ich bloß gesagt, dass ich in einer Band spiele. Ich weiß noch, dass wir (sprich ich und ein paar andere Leute) am Abend auf der Mainwiese abgehangen sind und irgendjemand sich eine Deutschlandfahne in die Hose gesteckt und durch den Hosenstall wieder rausgezogen hat.

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Top 40 Nu Metal Songs of all time by loudersound.com, Teil 7

10. "Down With The Sickness" von Disturbed aus "The Sickness" (2000)



Gottverdammte Scheiße, wie ich dieses Lied hasse. So abgrundtief. Ungefähr 10234029384238201 Mal gehört, dieses "Domestic Violence" Solo ist einfach fürchterlich. Nicht dass Disturbed per se schlecht sind. Sie haben tatsächlich paar gute Songs. Aber nein. Nein. Ich hasse es. Stahp it.

0/10 Pfandflaschen

9. "Bodies" von Drowning Pool" aus "Sinner" (2001)



Ungefähr genauso ausgelutscht wie "Down With The Sickness", aber etwas weniger nervig. Zumindest zum großteil. Aber naja. Ein Goldstück isses nicht.

3/10 Pfandflaschen

8. "Movies" von Alien Ant Farm aus "Anthology" (2001)



I hate everything here, but this - this I like!

9/10 Pfandflaschen

7. "Back To School" von Deftones aus "White Pony" (2000)



Dazu brauche ich glaube nichts sagen. Checkt das Review zum Album.
10/10 Pfandflaschen

6. "Points of Authority" von Linkin Park aus "Hybrid Theory" (2000)



Merke: Das ist das Original, nicht der Remix mit dem Mecha-Video. Aber ist auch egal, beide Versionen des Songs sind nämlich verdammt gut. Darum:
10/10 Pfandflaschen

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Blink-182 Discography: Buddha (1994/1998)

Okay, eigentlich ist es das erste Demoalbum von Blink. Richtig gelesen, ohne die 182 hinten dran. Rausgekommen im Jahre 1994 bevor die Band von einer Band namens Blink angesprochen wurde, die Benutzung des Namens zu unterlassen. Ein Haufen der Songs hierauf wurde auf dem offiziellen Debütalbum „Cheshire Cat“ wiederverwendet, ein weiterer Song auf dem zweiten Album „Dude
Ranch“. Es wurde im Jahr 1998 wiederveröffentlicht, kurz bevor das absolute Durchbruchsalbum „Enema of the State“ rauskam. Im Grunde genommen sind es größtenteils dieselben Songs wie auf „Cheshire Cat“, sie gefallen mir aber hierauf wesentlich mehr, weil sie weniger poliert sondern viel garagenmässiger daherkommen. Es geht viel um Herzschmerz und Teenage Angst, so wie man die Band eben kennt. Eine Mischung aus dem besten Sounds von Descendents und hier und da auch Hüsker Dü. Sehr gelungen.

Anspieltipps: Carousel, Toast and Bananas, T.V., Romeo and Rebecca, The Girl Next Door
7,5/10 Pfandflaschen


Paradise Lost Discography: Faith Divides Us - Death Unites Us (2009)

Endlich bin ich dort angekommen, wo PL sich ihren Sound von "The Plague Within" und "Medusa" nähern. Aber eigentlich ist das Album eher eine Rückbesinnung auf ältere Alben wie "Draconian Times" und wird vielerorts als ein Nachfolger dieses Albums gesehen.

Paradise Lost haben sich wie auf dem Vorgängeralbum vollkommen von Synthpop/Synthesizersounds abgewandt und machen tatsächlich wieder Metal auf "Icon" und "Draconian Times". Kaumcleaner Gesang, keine James-Hetfield-Stimme sondern wieder dieses "zaghafte" Growlen. Mit Lyrics voller Schwermut. Es ist quasi alles wieder beim Alten. Allerdings ist das Albumcoverartwork ein vollkommen anderes und untypisches. Es basiert auf dem Holzschnitt "Danse Macabre - The Abbot" aus dem Jahre 1538.

Man merkt definitiv dass PL alles andere als ein 08/15-Album machen wollten und dass sie mit all ihren Schwermut dabei sind. Allerdings macht es mich dennoch hier und da ein wenig müde, weil alles schon desöfteren gehört. Trotzdem an anderen Stellen sehr mitreißend und innovativ als auch experimentierfreudig. Wie beispielsweise auf "Living With Scars" wo es plötzlich stellenweise, äh keine Ahnung?, djentig und doomig und stonerig gleichzeitig wird. Das ist richtig abgefahren. Das gefällt mir. Ansonsten muss ich sagen: ein gutes, jedoch kein großartiges Album. Es fehlen einfach die richtigen mitreißenden Stücke. Also es gibt sie, aber es ist nicht voll davon. Was schade ist.

Anspieltipps: Living With Scars, The Rise Of Denial, As Horizons End
6,75/10 Pfandflaschen