Montag, 21. Mai 2018

Mittwoch, 16. Mai 2018

Film der Woche#341: 5 Zimmer, Küche, Sarg (2014)

Dieser wunderschöne Film handelt von einer WG in der Stadt Willington, Neuseeland. Es ist aber keine gewöhnliche WG. Sie wird nämlich seit Jahrzehnten/Jahrhunderten von vier Vampiren
bewohnt: Viago (Taika Waititi), Vladislav (Tommy Morgenstern), Deacon (Tobias Nath) und Petyr (Alexander Doering). Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, so wie es in einer WG halt manchmal typisch ist. Da streitet man sich über das dreckige Geschirr dass sich seit fünf (!!!) Jahren stapelt und dass irgendjemand bei seinem Lieblingshobby die Couch komplett mit Blut eingesaut hat. Bei einem typischen Festmahl kommt es zu einem verheerenden Ereignis: Nick (Cori Gonzalez-Macuer), der eigentlich als Essen dienen sollte wird von Petyr zum Vampir verwandelt. Kurze Zeit später zieht er in die WG ein und von da an wird alles anders. Die alteingesessenen Vampire werden mit der modernen Welt konfrontiert.

Der Film ist wie eine pseudodoku aufgebaut, etwa wie in "Behind the Mask". Allerdings wird die Filmcrew nicht in die Taten miteinbezogen. Es ist eine Horrorkomödie nach dem Motto "höhö guck am die sind genauso wie wir". Sowas kann ordentlich schief gehen, besonders wenns ausgelutscht ist. Allerdings kam der Film raus als alle die Schnauze voll hatten von Twilight und den Nachwirkungen der Reihe. Es ist eine willkommene Alternative: man nimmt mehrere Vampirklischeebilder (ja auch Nosferatu hat hier sein Platz) und packt sie in die moderne Welt. Hervorragend erfrischend und witzig. Dazu kommt noch dass man den Widerspruch von einem Vampir (der traditionell eher ein Einzelgänger ist) in einer Gruppe zeigt als auch wie spießig dieses angeblich moralbefreiten Geschöpfe der Nacht sind.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:

Dienstag, 15. Mai 2018

Comic Book Review#341: Jonah Hex: Two-Gun Mojo#1 (1993)

Ja, ich weiß. Wir hatten letzte Woche schon mit Jonah Hex zu tun. Aber dieser Comic unterscheidet sich vom vorherigen um Längen. Also warum nicht nochmal? Außerdem habe ich beschlossen, das Comicland-Päckchen (das mit 100 Comics) einfach stumpf nach und nach zu reviewen. Egal was kommt.

"Two-Gun Mojo" ist ein Fünfteiler. Im ersten Teil lernen wir Jonah wieder kennen. Schließlich ist das hier sein erster Auftritt seit der Einstellung seiner letzten Serie in den Achtzigern. Er ist ein schmieriger Kopfgeldjäger mit einer echt fiesen Narbe im Gesicht ("Hab mich beim Rasieren geschnitten"), der grade im Moment von drei Verbrechern beinahe gelyncht wird. Weil er ihre Schwester umgebracht und in ihr Auge gespuckt hat. Zum Glück wird er von einem älteren Kollegen vom Fach, Slow Go Smith, gerettet. Diese wollte die Schurken sowieso erwischen. Zusammen reisen sie dann mit einem Kopf (höhö wegen Kopfgeld) in die Kleinstadt Mud Creek. Dort will Slow Go sein Kopfgeld einfordern. Allerdings stellt es sich heraus, dass die gesuchten Verbrecher längst tot, ausgestopft und für Fotos hingestellt worden sind. Nur für n Nickel. Allerdings hat wohl irgendjemand spaßeshalber die falschen Leute erschossen sodass der Sheriff der Stadt erstmal mit etwas Bürokratiekram zu tun hat, bevor er Slow Go sein Gewinn auszahlen kann. Verdammte Yankees, man kann nicht mehr einfach so jemand töten, ohne ihren Bürokratiescheiss.

Ein regelrecht brutales und ziemlich ekliges Werk. Frage mich inwieweit es realistisch ist. Das Design der Gesichter und der Umgebung erinnert an ältere, weniger abstraktere Comics. Es ist sehr schonungslos und zeigt mal wieder eine Westernwelt von ihrer eher hässlicheren Seite. Daumen hoch!

8,5/10 Pfandflaschen
Made by: Joe R. Lansdale, Timothy Truman, Sam Glanzman

Montag, 14. Mai 2018

Album der Woche#344: Guerilla - Chapter IV. Emancipation (2009)

Hier kommt ein weiteres Album aus dem Themenmonat "Linke Musik". "Chapter IV..." Ist das letzte Album von Guerilla. Wenn man zu den Anfängen der Band zurückdenkt, hat man eine Agit-Prop-Rockband vorm geistlichen Auge, die sich erst im Laufe ihrer Karriere zu einer hardcore punk Band
entwickelt hat. Thematisch hat sich hier nicht viel verändert. Man singt immer noch gegen das System und so. Allerdings erinnert der Sound eher an eine Youth-Crew-Combo mit Gangshouts. Das eigentliche neue Material besteht übrigens aus nur sechs Songs wovon der letzte den Rapper Chaoze One featuret. Und gelinde gesagt gar nicht mal so gut. Einer der neuen Songs spielt gleich ne wichtige Rolle aber dazu komm ich gleich.

Der Rest des Albums besteht nämlich aus dem beinahe kompletten allerletzten Live-Auftritt der Band vor ihrer Auflösung. Dieser fand vor rund zehn Jahren im Esslinger Komma statt. Zusammen mit so Bands wie Pestpocken oder Meinhof. Ich, also yours truly, xStricherx war selbst anwesend und freue mich immer noch tierisch dass das Ganze dokumentiert wurde. Den Mittelpunkt des Auftritte stellte für mich und für einige andere der Song "Right to Exist". Ich war damals ziemlich verblüfft, weil ich zu dem Thema nicht so viel zu sagen hatte, die Ankündigung für den Song sorgte allerdings sowohl für Applaus als auch garantiert für einige Antiimp-Tränchen. Guerilla meinten dazu:

"Der nächste Song ist unsere Antwort auf alle Hamas- und Hisbollah-Fans. Der nächste Song ist unsere Antwort auf alle Spinner die ein Hakenkreuz auf eine Israel-Fahne malen. Der nächste Song ist unsere Antwort zu sogenannten Linken die sich in solchen Kontexten wohlfühlen. Der nächste Song ist unsere Antwort gegen Antisemitismus. Right to exist!"

Nuff said.

8/10 Pfandflaschen