GATECREEPER am 29.06.2022 im Junkyard, Dortmund
N:
Und natürlich der MF-DOOM-Remix:
Der Rest des Albums ist übrigens wesentlich weniger düster als das Cover vermuten ließe, eher sehr guter 70s-Rock, aber dafür wirklich fantastisch, wie bereits angedeutet, das Trio Iommi Butler Ward hat sich erneut selbst übertroffen, Ozzy zieht da auf jeden Fall (noch) bereitwillig mit, stößt aber hier und da schon an seine stimmlichen Grenzen.
Raphael:
„Sabbath Bloody Sabbath“ entstand angeblich aus einem ähnlichen kokainbedingten Burnout wie das vorangehende „Vol. 4“. Obgleich alle Bandmitglieder im Nachhinein von Ideenarmut und Erschöpfung sprechen, wenn es um das fünfte Black Sabbath Album geht, klingt diese Scheibe für mich deutlich selbstbewusster als ihre Vorgängerin.
Der Einstieg mit dem Titeltrack ist eine breitschultrige Ansage, die in meinem Kosmos bis heute zu den unantastbaren Heavy Metal Hymnen gehört. Der Song alleine lässt mich vergessen, wie durchwachsen ich „Vol. 4“ finde. Das Main Riff ist eine Bestie, die Bridge animiert mich jedes Mal, Extremitäten in die Luft zu strecken, und der schiefe Gesang zum Schluss passt wie die Faust aufs Auge. Das Niveau bleibt hoch, denn an zweiter Position kommt mit ‚A National Acrobat‘ ein eigensinniger, aber großartiger Song, in dem Black Sabbath darüber sinnieren, wer eigentlich entscheidet, welches Spermium mit der Eizelle verschmilzt, und welches nicht. Interessanter ist aber die Musik, die nicht nur zum großen Teil aus der Feder von Bassist Geezer Butler stammt, sondern für mein Gehör auch eine sehr frühe Protoform des Stoner oder Desert Rock darstellt. Legt mal Paisley Underground Acts wie Thin White Rope oder schwerere Desert Rock Bands wie Dozer daneben – Parallelen sind auf jeden Fall zu finden. Es folgt ein Instrumental, das in erster Linie eine dankbare Verbeugung ist: Alan „Fluff“ Freeman war wohl einer der wenigen Radio DJs bei BBC, der regelmäßig Black Sabbath auflegte; Tony Iommi bedankte sich mit dieser kleinen Hymne. Nach diesem schönen Instrumental kommt das Ende der A-Seite, das dynamische Heavy Metal Liebeslied ‚Sabbra Cadabra‘. Der Song ist ein absoluter Kracher, der die berauschende Luft auf Wolke 7 perfekt in Musik umsetzt – und dann ist da auch noch der Synthie von Gastmusiker Rick Wakeman! Das Yes-Mitglied bringt ein bisschen Prog mit und mischt den liebestrunkenen Heavy Metal ordentlich auf. Die A-Seite endet und bis jetzt sind mir noch keine Makel aufgefallen.
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| Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Bill Ward, Geezer Butler |
daraus erwachsen: ‚Spiral Architect‘ knüpft inhaltlich an ‚A National Acrobat‘ an. Der Song ist an sich schön abwechslungsreich aufgebaut und hat hymnischen Charakter, und auch das Orchester macht gut was her. Im Gegensatz zu ‚Sabbra Cadabra‘ und ‚Looking for today‘ passt der Prog-Einschlag hier aber nicht so gut zum üblichen Sabbath Sound, finde ich. Es wirkt ein wenig, als hätte man auf einem Ohr Black Sabbath und auf dem anderen Symphony X.
Das Ende stellt aber meines Erachtens den einzigen partiellen Aussetzer des Albums dar. „Sabbath Bloody Sabbath“ zeigt nicht nur, wie stark sich die Band in den ersten Jahren ihrer Arbeit entwickelt hat, sondern beweist auch, dass sich Black Sabbath nach einem Ausfall wie „Vol. 4“ schnell wieder aufrappeln konnten. Die fünfte Platte ist ein weiterer Meilenstein des frühen Heavy Metal und verdient ihre
9,5/10 Pfandflaschen.




