Dienstag, 17. Februar 2026

Comic Book Review#668: Batman#423 (1988)

Ich vermute mal, dass ich auf diesen Comic gekommen weil Instagram mir gerne Werke von Comic-Autor/Zeichner Todd McFarlane vorschlägt. Tatsächlich hat dieser das Cover hier gezeichnet. Sein Name ist auf dem Cover auch vermerkt, jedoch im Heft nicht. Was ich schade finde.

Geschrieben von Jim Starlin, gezeichnet von Dave Cockrum. Die Geschichte in der Ausgabe#423 von September des Jahres 1988 zeigt drei klitzekleine Batman-Stories aus der Sicht von drei Gothamer Polizeibeamten die alle in der gleichen Nacht auf den Dunklen Ritter getroffen sind. Jeder von ihnen erzählt seine Story. Den Anfang macht ein Polizist namens Bart. Dessen Aufgabe war um 2:45 nachts den Selbstmord eines jungen Mannes namens Kenny zu verhindern. Kenny selbst ist heroinsüchtig und sieht keinen Sinn mehr im Leben. Als Batman auftaucht und es auch nicht schafft, dass er nicht springt kommt es zu Folgenden: Batman springt hinterher und wird von einer eigenen Enterhaken-Vorrichtung
aufgefangen. Er fängt den Jungen und redet so lange auf ihn ein, bis dieser seinen Fehler einsieht. Der andere Polizeibeamte namens Greg erzählt hingegen eine etwas andere Story. Darin ist Batman nicht schockierend sondern gewalttätig. So verhindert dieser nach einem Überfall durch eine Bande Punks auf ein Kiosk schlimmeres. Er verprügelt alle Bandenmitglieder und bedroht einen. Dabei sagt er, dass er in der Lage ist die allerschlimmsten Schmerzen auf der Welt zu verursachen. Die Sache endet damit, dass der Punk durch ein Fenster fliegt. Der dritte Cop im Bunde setzt sich am Ende der Ausgabe mit an den Tisch in einem Diner, in welchem die beiden anderen dinieren und erzählt wiederum was anderes. Er war heute nacht auf Patrouille als er zwei Kinder gesehen hat, die bei seinem Anblick weggerannt sind. Er wollte ihnen nichts tun, sondern wahrscheinlich sie zu ihren Eltern bringen. Es war immerhin sehr spät. Leider konnte er sich nicht einholen - bis Batman aufgetaucht ist. Das ältere von den beiden Geschwistern erzählte wie ihre Mutter gestorben ist, ihr Vater mit ihnen nach Gotham kam wegen eines Jobs und schlußendlich abgestochen wurde. Als man sie versucht hat in zwei unterschiedliche Kinderheime zu stecken, flüchteten sie und leben seitdem auf der Straße. In einer Box unter einer Brücke. Batman hört sich die Geschichte an und ist sichtlich gerührt. Die beiden anderen Cops können Jackson jedoch kaum glauben. Am Ende der Story sieht man wie die beiden Kids in einem Gästezimmer im Wayne Manor übernachten während Bruce Wayne seinen Butler Alfred damit beauftragt die nächsten Verwandten der beiden ausfindig zu machen.

Wenn man das Cover sieht, denkt man dass es sich wahrscheinlich um eine Entführungsgeschichte handelt. Batman hält hier eine Frau in seinen Armen, die sich nun sicher zu fühlen scheint. Fast so als hätte er sie aus den Fängen von Kidnappern gerettet. Doch damit hat die Story absolut nichts am Hut, wie ihr gerade gelesen habt. Stattdessen macht man den gleichen Move, wie später in der 1992er Batman-Zeichentrickserie oder noch später in "Batman: Gotham Knight". Man lässt drei Personen ihre drei Sichtweisen auf Batman schildern. Eine durchaus gelungene Maßnahme, um die verschiedenen Facetten des Dunklen Ritters zu zeigen. So verstehe ich zwar, dass er den H-Abhängigen beinahe anschreit, er solle sein Leben in Griff kriegen - dabei werden aber die Ursachen komplett unterschlagen. Er ist gewalttätigen Bandenmitgliedern, die drohen eine Frau zu töten, gegenüber selbst gewalttätig. Und zu guter letzt zeigt er sein großes Herz, wenn es um obdachlose Kinder geht. Eine meiner Meinung nach recht treffende Darstellung. Mit einem Bein steht die Story irgendwo kurz vor den brutalen 1990ern, mit dem anderen allerdings in den fröhlichen 1960ern. Schön bunt und durchaus realistisch gezeichnet ohne jedoch einen cartoonesken Touch zu verlieren - fast wie in "The New Adventures of Batman". Interessanter Ausflug.

8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von Comics with José:


Montag, 16. Februar 2026

Album der Woche#672: Sledgehammer Facelift - He Is Rizen EP (2024)

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf dieses Album gekommen bin. Entweder wurde es mir, wegen des absolut großartigen Covers zugeschickt oder ich weiß nicht. Nur um es mal, runterzubrechen: Ein Jesus in JNCO-Jeans (das sind doch welche, oder?), der von mehreren Leuten umringt ist. Darüber der grade mal so lesbare Bandschriftzug und dadrunter der Titel "He Is Rizen". Ganz genau, mit einem Z. Auch die Aufgaben der Bandmitglieder werden mit Zs versehen. So haben wir Drumz, Vocalz, Stringz. Nur bei "Bass" hat man kein Z hinzugefügt. Achja, mit drei Tracks ist es nicht wirklich ein Album sondern eher eine EP. Aber das ist meine Interpretation. Was zur Hölle ist das hier überhaupt?


Fünf Bandmitglieder, darunter zwei Vocalists (480Troy und Rolo) präsentieren eine kurzweilige jedoch äußerst brutale Death Metal EP. Und zwar aus der Sparte "Brutal Death Metal". Direkt aus Phoenix, Arizona präsentieren die beiden oben genannten Sänger plus Dillon an der Gitarre, Seth and den Drumz und Taylor am Bass ganze drei Songs: "Pain Is Free", "He Is Rizen" und "Savage State Of Mind". Dabei funktioniert alles nach der Formel "Wir machen Death Metal aber haben kein Problem mit Deathcore und überhaupt ich mach jetzt ÜÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜÜÜÜH". Überhaupt ist das hier mein Lieblingszitat. In "Pain Is Free" heißt es tatsächlich "ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH ÜÜÜH OOOOOOOOOOOH!". Es ist fantastisch. Brachiale Drums, Breakdowns, ein Bassist den man kaum hören kann und zwei Sänger die sich anhören wie drei weil einer die Stimmlage wechseln kann. Zumindest höre ich das irgendwie heraus. Es geht höchstwahrscheinlich um verschiedene Aspekte von zwischenmenschlichen Abgründen. Und natürlich samplet man irgendeinen Horrorfilm, den ich jetzt nicht kenne. 

Holy fuck, ist das hohl. So hohl. So hohl. Und zwar so hohl, dass es wiederum sehr viel Spaß macht, anzuhören. Heiliger Fick, ist das großartig.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Lol, es sind doch nur drei Songs die ich oben schon erwähnt habe.

Bandcamp

Donnerstag, 12. Februar 2026

My Favorite TV-Show: 24 Double Feature!

Und weiter geht die fröhliche Reise ins Land von "24". Diesmal behandeln wir zwei...Fortsetzungen oder so in der Art.

24: Live Another Day

Kaum ging es letztens erst mit der Hauptserie zu Ende, schon geht es an der gleichen Stelle weiter. "24: Live Another Day" ist im Grunde genommen eine Fortsetzung, kein Ableger, kein Spin-Off. Anstelle von 24 Folgen haben wir hier ganze 12. Doch eins nach dem anderen.


Wir befinden uns in London. Jack Bauer (immer noch Kiefer Sutherland) ist hier untergetaucht weil er sowohl von der US- als auch von der russischen Regierung gesucht wird. Schließlich hat er in der letzten Staffel aus Rache für den Tod von Renee Walker Mitglieder der russischen Regierung verletzt oder getötet. Chloe (Mary Lynn Rajskub), eine ebenfalls ehemalige CTU-Agentin und Bauers Vertraute hat sich einer Gruppe von Hackern angeschlossen. Sie selbst ist mittlerweile Whistleblowerin und wurde vom Londoner Zweig der CIA verhaftet. Man vermutet dort, dass Bauer einen Anschlag auf US-Präsident James Heller (William Devane), der in Staffeln 4-5 Außenminister war, plant. So findet man und verhafet ihn. Dies war allerdings nur eine Finte Bauers um irgendwie in die Nähe von Chloe zu kommen und sie da rauszuholen. Warum ist Heller in Großbritannien? Nun, es geht ihm um ein Treffen mit der britischen Regierung. Die USA sollen eine Drohnenbasis auf der britischen Insel Diego Garcia weiter betreiben dürfen. Zu blöd nur, dass eine amerikanische Drohne von jemand unbekanntes aus der Ferne manipuliert wird und mehrere britische Soldaten tötet. Es kommt zu einen Skandal. Der zuständige Drohnenpilot wird verhaftet und ihm werden mörderische Absichten unterstellt. Tatsächlich scheint jemand wirklich vorzuhaben, ein Attentat auf Heller durchzuführen. Jack tut sich mal wieder mit Chloe zusammen um näheres rauszufinden und das aller aller schlimmste zu verhindern.

Diesmal hat man die Handlung immer noch in 24 Stunden untergebracht, allerdings in 12 Folgen. So findet vor der letzten Folgen ein Zeitverschiebung von 12 Stunden statt. Eine ziemlich einfache Lösung. Alles findet immer noch in Echtzeit statt. Und zwar alles genauso unrealistisch viel für "nur" 24 Stunden. Man hat einfach die Handlung von L.A./Washington/N.Y. nach London versetzt und die britische Schauspiellegende Stephen Fry als Premierminister engagiert. Chloe sieht aus wie eine äh Goth-Hackerin. Nachdem ihrer Familie wirklich super schlimmes widerfahren ist, ist sie voller Trauer. Darum muss sie jetzt wie Noomi Rapace in diesen Stieg-Larsson-Verfilmungen aussehen. Es ist eine durchaus würdige Fortsetzung, die zeigt was passiert nachdem man Jack gesagt hat "nun äh sie sind frei, laufen sie weg, weil äh wir müssen sie leider jagen, so rechtlich gesehen dies das" und er geantwortet hat "ja boah keine ahnung macht das halt, mir egal. ihr kriegt mich nie". Wieder mal Intrigen über Intrigen. Ein Verräter in eigenen Reihen. Ein "Rogue Agent" wie Bauer, der offiziell mit den Behörden zusammenarbeitet obwohl er eigentlich hätte verhaftet werden müssen. Russland. Chinesen. Araber. Anschläge. Alles wie gehabt. Ich hatte Spaß daran, jedoch trotzdem sieht man hier schon einige Ermüdungserscheinungen. Irgendwo kopiert sich die Serie selbst und schafft so einen gewissen Nostalgie-Effekt. Es ist in Ordnung.



24: Legacy

"24: Legacy" darf definitiv gleichzeitig als Fortsetzung der ursprünglichen Serie (weil hier Charaktere daraus vorkommen) als auch als Spin-Off betrachtet werden - denn insgesamt hat sie nichts mit Jack Bauer und seiner direkten Umgebung zu tun.


Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Eric Carter (Corey Hawkins). Er ist ehemaliger Army Ranger, der einst für die CTU gearbeitet hat. Eines Tages wird das Haus überfallen, in welchem er als auch seine Frau Nicole (Anna Diop) wohnen. Die Angreifer sind islamistische Terroristen, die irgendein bestimmtes Paket haben wollen. Eric ist ratlos, ergreift aber die Initiative - und auch Nicole kann sich mit Einsatz von Schußwaffen wehren. Es stellt sich heraus, dass Eric einst an der Liquidierung des dschihadistischen Terroristen Ibrahim Ben-Khalid beteiligt war, zusammen mit anderen Soldaten die inzwischen ein bürgerliches Leben führen. Ben-Khalids Sohn Jadalla (Raphael Acloque) ist in der Hierarchie aufgestiegen und hat die ursprüngliche Terrorgruppe fortgeführt - um unter anderem seinen Vater zu rächen. Sein Vorhaben: eine Liste von verschiedenen Schläferzellen finden um sie zu aktivieren, damit sie Terroranschläge in den USA verüben. Eric arbeitet nun mit der CTU zusammen, um die Terroristen zu finden und auszuschalten. Die CTU hingegen wird u.a. vertreten durch die ehemalige Direktorin Rebecca Ingram (Miranda Otto, bekannt u.a. aus Herr der Ringe) - sie hingegen war einst für die Liquidierung Ibrahim Ben-Khalids verantwortlich und ist somit eines der Ziele der Terrorgruppe.

Ich habe versucht, nicht zu spoilern, aber ich hätte es genauso tun können. "24: Legacy" bietet den Zuschauern ehrlich gesagt nicht viel neues. Das gleiche Schema mit den 24 Stunden in Echtzeit, allerdings gepresst auf 12 Folgen, die irgendwann 11 Stunden überspringen. Ein Hauptcharakter der besessen von seinem Job ist. Seine Partnerin, die mitfühlend ist und von seiner Besessenheit beunruhigt ist. Agenten der CTU die voll aufs Ganze gehen, Intrigen innerhalb der Strukturen, Menschen die ausgeknockt werden müssen, gefoltert und verprügelt werden müssen. Es macht Spaß, sich das ganze anzugucken. Aber nur wenn man den Aspekt ausblendet dass es eigentlich ziemlich hohl ist. Was heißt "ziemlich"? Es ist absolut hohl.





Mittwoch, 11. Februar 2026

Film der Woche#669: The Decline of Western Civilization, Part II: The Metal Years (1988)

Und schon sind wir beim zweiten Teil der Reihe angekommen, den ich tatsächlich bis jetzt nicht gesehen habe. 

Der Titel ist leicht irreführend. Schließlich geht es hier zwar auch um Heavy Metal, aber größtenteils stehen Hair Metal Bands im Fokus die jetzt nicht wirklich "Heavy" im ursprünglichen Sinne sind. Aber egal. Ähnlich wie im ersten Teil werden bei einem Auftritt die Warnungen vorgelesen, dass die Konzerte zu Dokumentationszwecken aufgenommen werden. Danach geht es ähnlich zu wie im ersten Teil. Regisseurin Penelope Spheeris dokumentiert eine bestimmte Szene. Und zwar die von Los Angeles in den Jahren 1987-1988. In den Interviews glänzen zu dem Zeitpunkt bereits Veteranen des Hard Rocks wie Paul Stanley und Gene Simmons (beide KISS), Ozzy Osbourne (ex-Black Sabbath), Steven Tyler und Joe Perry (beide Aerosmith) und Alice Cooper. Darüber hinaus kommen noch sehr junge
Bands zu Wort wie Faster Pussycat, Seduce, Odin, London, Tuff, W.A.S.P. als auch die einzige All-Female-Band Vixen. Während die Alteingesessenen darüber sprechen, dass es keine gute Idee war irgendwann so viele Drogen und Alkohol zu konsumieren und dass sie jetzt froh darüber sind, viel Geld und ein sicheres Zuhause zu haben, sind die jüngeren unter den Interviewten fest davon überzeugt dass sie es "schon irgendwann schaffen werden ein Rockstar zu sein". Ohne jeglichen Backup-Plan. Und wenn alles nicht klappt, dann scheiß drauf. Während Ozzy Osbourne in seiner "verrückte Hausfrau Ära", KISS und Aerosmith grade mal so irgendwie in das Glam Metal Schema passen, ist das bei Megadeth bzw. Dave Mustaine nicht der Fall. Er will einfach nicht ins Schema passen, weil die Texte seiner Band sich nicht um Sex und Drogen drehen. Ähnlich sieht es aus bei Lemmy von Motörhead.

"The Metal Years" wurde kontrovers diskutiert. Es ist nämlich bekannt dass Elemente von zwei Szenen, nämlich das Interview mit Chris Holmes von W.A.S.P., als auch ein Teil des Ozzy-Interviews gefaket sind. So übertreibt Holmes ganz offensichtlich indem er sich Vodka ins Gesicht schüttet. In einer in der Post-Produktion manipulierten Szene sieht man wie eine Hand (die scheinbar Ozzy Osbourne gehört) Orangensaft verschüttet (bitte keine Money Boy Anspielungen). Ansonsten hat man über diesen Film behauptet, dass er teilweise daran Schuld ist, dass die Glam/Sleaze Metal Szene schlußendlich untergegangen ist und Thrash Metal als auch Grunge am Ende die Oberhand hatten. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Sicher, einige haben das gesehen und dachten sich "meine Fresse, was sind das nur für Vollidioten die nur Titten, Drogen und Sex mit Minderjährigen" im Kopf haben, sodass sie erst recht nichts damit zu tun haben wollten. Andererseits war diese Szene bereits eh schon dabei sich zugrunde zu richten. Alleine durch den ewig währenden Drogen- und Alkoholkonsum. Kein Wunder dass härtere und etwas klügere Bands wesentlich erfolgreicher waren. Nicht jeder im Film interviewte Musiker ist hier ein Vollidiot. Ozzy, Lemmy und Alice Cooper wirken tatsächlich am vernünftigsten. Die ganzen weiblichen Protagonistinnen scheinen auch einen wesentlich vernünftigeren Plan von der Zukunft zu haben - im Gegensatz zu den Männern. Zumindest die meisten. Es gibt hier allerdings genauso Frauen die nur Sex und Rock'N'Roll im Kopf haben. Interessant ist auch, wie androgyn die Männer ausgesehen haben und wie attraktiv das auf Frauen gewirkt hat. Der Film ist keine "Fortsetzung" vom ersten Teil in dem Sinne, dass er an die Handlung ansetzt. Er zeigt L.A. aus einer anderen Sicht. Diesmal steht nicht die Gewalt in der Szene im Vordergrund sondern Sex und Drogen. Es ist ein Fest des Kringelns. Vieles hier gesagte, geht einfach gar nicht klar - ähnlich wie im ersten Film. Allerdings ist es nun mal ein Zeugnis der damaligen Zeit. Und das ist nun mal so.

7/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 10. Februar 2026

Comic Book Review#667: Skybound X#1 (2021)

Im Pandemie-Jahr 2020 wurde "Skybound Entertainment", die Firma die bei Image Comics solche Titel wie "The Walking Dead" und "Invincible" veröffentlicht hat, ganze zehn Jahre alt. Da aber, wie wir wissen, das passiert ist was passiert ist, verzögerte sich die Jubiläumsfeier um ein Jahr. Folglich hat man im Jahr 2021 eine fünfteilige Reihe namens "Skybound X" rausgebracht. Eine wöchentliche Anthologie-Reihe, ähnlich wie "Dark Horse Presents" in den 1980ern/1990ern die die besten Reihen noch mal präsentiert bzw. um Bonus-Stories erweitert. In der ersten Ausgabe hat man es mit The Walking Dead, Ultra Mega und Manifest Destiny zu tun. Es handelt sich dabei um komplett neue Geschichten. Und hier bin ich, fünf Jahre zu spät, der das ganze in einem Review verwurstet.


Den Anfang macht "Rick Grimes 2000", eine Story die auf einer Back-Up-Story aus der 75ten Ausgabe von "The Walking Dead" basiert und logischerweise nicht kanonisch ist. So haben Autor und Schöpfer Rob Kirkman als auch Zeichner Ryan Ottley folgendes Szenario erschaffen: Rick war ein Kleinstadtpolizist, bis die Zombie-Epidemie kam und er ein Anführer einer Gruppe von Überlebenden wurde. Eines Tages verschwand er allerdings und nun wacht er in einem außerirdischen Raumschiff auf. Ab da wird die Geschichte richtig Bonkers. Nachdem er festgestellt hat, dass er eine mechanische Hand hat, zieht er sich das nächstbeste Kostüm an, was er findet und wird aus dem Raumschiff zurück auf die Erde geschleudert. Dort trifft er auf seine totgeglaubten Freunde Martinez, Axel und Tyreese. Es stellt sich heraus, dass Aliens hinter der Zombie-Epidemie stecken. Ihr Plan war, die ganze Erde auszurotten, sodass sie an das wertvolle Wasser rankommen. Nun, da es einen enormen Widerstand der Menschen gibt stecken die Aliens diese in Kostüme, statten sie mit Fähigkeiten aus, zur Not holen sie sie zum Leben zurück und lassen sie als Armee für sich kämpfen. Gegen die Zombies. Und dass das Wasser bitteschön geerntet wird. Viele haben angefangen sich dagegen zu wehren - andere, wie der eigentlich bereits verstorbene Governor nahmen das Angebot dankend an und fungieren nun als Einpeitscher. 

Holy fucking macaroni. Der Governor ist wieder da. Michonne ist grade mal ein Panel lang zu sehen. Lori lebt und darf als des Governors Beinanhängsel auf seiner fliegenden Plattform dabei sein. Außerdem: Rick Grimes bedient einen Lichtschwert. Ryan Ottley hat alles in seinem unverkennbaren Invincible-Stil gezeichnet, sodass die umgesetzte Idee von finster/traurig zu bonkers/nochmehrbonkers mutiert und alles wie das explodierte Arschloch eines Currywurst-Essers mit 123456789000 Scoville aussieht. Gedärme, Blut, alles. Alles ist da. Es ist höllisch witzig und einfach nur großartig.

8/10 Pfandflaschen

Coming Up next: "The True Story of Ultra-Mega" von Autor und Zeichner James Harren als auch Kolorist Dave Stewart. Falls ihr mehr über den Comic wissen wollt, so guckt mal in mein Review rein, dass ich vor einigen Jahren geschrieben habe. Diesmal handelt es sich um einen Rückblick. Seth erzählt dem Jungen Noah wie es damals war als die plötzlich eine Seuche Menschen in Kaijus verwandelt hat und er gesehen wie ein riesiger Ultra Mega Helden gegen einen solchen Kaiju gekämpft hat. Seth war damals noch ein pickliger Junge, ein Pizzalieferant. Bei einem Kampf sahr er wie ein Ultra Mega auf die Straße gefallen ist und jedes seiner Atemzüge sich wie ein vorbeifahrender LKW angefühlt hat. Er war damals froh darüber, nicht an seiner Stelle zu sein - heutzutage schämt sich für er seinen damaligen Gedanken. 

Leider eine sehr kurze Story, die allerdings in der zweiten Ausgabe von Skybound X fortgesetzt wird. Da ich aber höchstwahrscheinlich nicht dazu kommen werde, sie zu lesen, bleibt es für mich bei dieser kurzen Story. Zumindest was den Rückblick betrifft. Denn ich habe tatsächlich schon die ersten vier Ausgaben gelesen, allerdings auch nicht mehr - wieder aus Zeitmangel. Jedenfalls, ganz egal wie relativ simpel die Geschichte ist - die Zeichnungen sind außerordentlich gut und wirklich eindrucksvoll. Nicht nur wegen der Thematik sondern wegen der Farben sieht es aus wie ein Kaiju-Film aus den 1970ern. Dark, gritty und irgendwie erinnert mich das ganze an John Carpenter's "The Thing", dass auf "Ultraman" trifft. Einfach fantastisch. Immer noch.

8/10 Pfandflaschen

Nächster Halt: "Fezron Fezroff" aus dem Hause "Manifest Destiny" von Chris Dingess und Matthew Roberts. Ich habe in meinem Leben vielleicht eine Ausgabe der Reihe gelesen - und wenn, dann war das vor ziemlich langer Zeit. Vor über zehn Jahren. Jedenfalls erinnere ich mich nur grob, worum es ging. Die Handlung spielte sich ab im 18. oder 19. Jahrhundert, jedenfalls zur Zeit als die ersten Siedler in das neue Amerika gezogen sind. Und irgendwie ging es ums Übernatürliche (?). Naja, jedenfalls hat diese Geschichte nicht wirklich was damit zu tun. Sie spielt nämlich aus der Sicht einer kleinen Kolonie von Vögeln. Eines Tages ruft der Obermacker der Kolonie mehrere Vögel zu sich und kündigt eine Todesstrafe für sie an, aus Gründen. Dawhoggs (ja, so heißt ein Vogel) Verbrechen ist, dass er scheinbar mehrere Weibchen geschwängert hat. Als jedoch festgestellt wird, dass ein unheimliches Wesen mit Klauen mehrere Eier geklaut hat, bietet sich ausgerechnet Dawhogg an, den Dieb zu finden und die Eier wieder nach Hause zu bringen. So wandert er in der Weltgeschichte herum, bis er einen Verkaufsstand eines Chupacabras vorfindet, der "magische Eier" verkauft. 

Was für ein absoluter bonkers shit. Erinnert mich, zeichnerisch an die Looney Tunes bzw. Merry Melodies Cartoons aus dem Hause Warner Bros. Vom Inhalt her, vor allem wegen der Gewalt und fließenden Blut, aber irgendwie an die "Happy Tree Friends"-Cartoons. Was für eine merkwürdige, abgefahrene aber auf gewisse Art süße Geschichte. Mit kaputten Eiern. Und ausgeweideten Tieren. Nicht ganz so fantastisch wie die Stories davor, aber immerhin.

7/10 Pfandflaschen

Die letzte Story findet wieder im "The Walking Dead"-Universum statt. Allerdings nicht im Comic-Universum und auch nicht im Serien-Universum. Es geht um den Character Clementine, bekannt aus der Videospielreihe "The Walking Dead" (von Telltale Games). Die Story wurde gezeichnet und geschrieben von Tillie Walden.

Diesmal handelt es sich um einen Schwarz/Weiß-Comic. Ich weiß nicht, was im Spiel passiert ist aber allem anschein nach sammelt die Teenagerin Clementine ihr Hab und Gut, um abzuhauen. Sie hat nur noch ein Bein, am zweiten klebt eine provisorische Prothese aus Holz. Sie bewegt sich mithilfe von Krücken und kann Messer und Pistole gegen Zombies einsetzen. Doch nachdem sie eine Karte studiert hat und mehrere Dinge eingepackt hat, wird sie überrascht. Nicht von einem Zombie, sondern von AJ. Dabei handelt es sich um einen Freund, den sie seit seiner Geburt kennt. Der Junge hat viel von ihr gelernt, liebt sie wie eine Schwester und ist sichtlich darüber enttäuscht, dass sie nun vorhat abzuhauen. Der Grund dafür: Der Ort an dem die beiden (sehr wahrscheinlich mit anderen Überlebenden) sich angesiedelt haben (eine alte Schule) ist keiner, der sie glücklich macht. Nun macht sie sich auf, irgendwo anders hin.

Wieder eine ziemlich kurze und etwas wortkarge Geschichte. Allerdings braucht man nicht immer Worte um irgendwas treffend darzustellen bzw. Gefühle auszudrücken oder einfach die Story geschehen zu lassen. Trotz des ernsthaften Settings erinnern mich die Zeichnungen an die Kinderserie "Caillou". Es ist irgendwie unschuldig, liebenswert und gleichzeitig traurig. Meiner Meinung nach eine gute Manifestation von Verlustängsten. Ich würde da tatsächlich gerne mehr von lesen.

8/10 Pfandflaschen


Montag, 9. Februar 2026

Album der Woche#671: Gallhammer - Gloomy Lights (2004)

Ich bin mir sehr sicher, dass ich irgendwann schon mal in dieses Album reingehört habe. Alleine weil ich schon mehrere Bands mit "Hammer" im Namen kenne. Zum Beispiel Hellhammer, die ja bekanntlich die Vorgänger von Celtic Frost waren, oder Dishammer die irgendwie Hellhammers Sound mit dem von Discharge verbinden (?) oder so sachen wie Ten Ton Hammer oder Nine Pound Hammer. Ja, sowas gibt's. Anyways, worum geht es hier? 


"Gloomy Lights" ist das erste vollständige Album von Gallhammer, einer Metal-Band aus Japan - bestehend aus Vivian Slaughter (voc, b), Risa Reaper (voc, dr) und damals noch Mika Penetrator (voc, g). Ich möchte Gallhammer nicht auf ihr Geschlecht reduzieren, trotzdem muss man anmerken, dass es eine relative Seltenheit ist das eine Band von drei Frauen gegründet wird. Zumindest war es damals in der äh Metalszene so. Aber da die drei niemals darauf reduziert werden wollten, steht es jetzt auch nicht zum Thema. 

Thematisch betrachtet geht es, laut den Aussaugen der Band selbst um solch finstere Themen wie Wut, Schmerz und Hass. Zumindest wenn man die Songtitel betrachtet, bestätigt sich das. "Endless Nauseous Days", "State of Gloom", "Beyond The Hate Red" und "Color of Coma". Depressive Stille, Finsternis. Was man dann so mitbekommt, wenn man sich das Album mehrfach anhört sind drei japanische Frauen die mit absolut verstörenden Gesang (guttural und absolut geisteskranke Screams) glänzen. Stilistisch bewegt man sich irgendwo zwischen Black Metal, Doom Metal als auch Crust Punk. Tatsächlich hört man die Primitivät von alten Hellhammer-Aufnahmen als auch eine andere Primitivität und Catchyness von britischen Bands wie Antisect. "Gloomy Lights" bewegt sich gekonnt zwischen "uffta-uffta" Crust als auch absolut langsamen, nasty Riffs und völlig verstörenden Gesang der nach krasser Mental Illness schreit. Wie soll man das einkategorisieren? Crusty Depressive Doom Metal. CPDM? Okay, klingt eigentlich gut.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Beyond The Hate Red, Color of Coma, Endless Nauseous Days, 


Donnerstag, 5. Februar 2026

So isses, Musik!#207

REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

52. Violent World - A Tribute to the Misfits

Wie der Titel schon verrät: Ein Tribute an eine der Bands die ich in meiner Jugend unfassbar viel gehört habe. Okay, das verrät der Titel nicht aber es geht um die Misfits. Mit dabei sind unter anderem Snapcase, Earth Crisis, NOFX, Pennywise, Therapy?, Prong und Goldfinger. Am meisten haben mir die Varianten von "Last Caress" (NOFX) und "Earth A.D." (Earth Crisis, was für ein Namenszufall lol) gefallen. Oh und die Bouncing Soul'sche Variante von "Mommy, Can I Go Out And Kill Tonight?" (die soweit ich mich recht entsinne ebenfalls live aufgenommen wurde, wie das Original). Was mir insbesondere gefällt ist, dass die Bands nicht bloß versuchen die Songs 1:1 zu covern sondern durchaus den Songs ihre eigene Note verleihen. Bis auf paar Ausnahmen

53. We don't want your fucking war

Ich finde, dass diese Reise durch die Sampler sich durchaus gelohnt hat, weil ich dadurch einen groben Überblick durch verschiedene musikalische Phasen meinerseits kriege. So haben wir einige Crust Punk Sampler, einiges an Horrorpunk und Psychobilly und natürlich auch Tributesampler und politische Musik. So kommen wir hier wieder an bei einem typischen Anarcho Sampler, der nach einer Zeile aus einem CRASS-Song benannt ist. Und naja, es ist relativ durchschnittlich und somit etwas langweilig. Allerdings sind die Bands doch durchaus unterschiedlich - allerdings alle schon zig mal gehört. Dezerter aus Polen bspw. oder UK Subs bringe ich eher weniger mit CRASS-mäßigen Klängen in Verbindung. Broken Bones (eine Band die von einem ehemaligen Discharge-Gitarristen gegründet wurde) mit ihrem Crossover-Thrash auch eher weniger. Jedenfalls ist das okay, aber nicht besonders aufregend.

54. We're A Happy Family

Ein Tribute-Sampler an die Ramones für die ich mich vor mehr als 20 Jahren besonders interessiert habe. Zumindest eine Weile. Damals habe ich mich sicherlich über den ersten Hörgenuss im hiesigen Media Markt gefreut. Heute irgendwie nicht so. Der Sampler ist nicht voll mit Punkbands sondern eher mit Genregrößen, die allesamt die Ramones als Inspirationsquelle nutzten. So haben wir "Havana Affair" von den Red Hot Chili Peppers, "Blitzkrieg Bop" von Rob Zombie oder "Beat on the brat" von U2. Einiges hier geht durchaus klar. Einiges gar nicht. So ist "53rd & 3rd" von Metallica einfach grausam. Ebenso wie der Song von U2. Garbage mit ihrer Variante von "I Just Wanna Have Something To Do" geht hingegen völlig in Ordnung. Naja, es ist wie es ist.

55. Welcome to Circus Punkabilly Vol. 2

Keine Ahnung, woher ich diesen Sampler habe. Vielleicht hat es mir ein bestimmter jemand per ICQ geschickt. Jedenfalls handelt es sich um mehrere eher punkigere Psychobilly-Songs von Bands wie Cenobites, Thee Exit Wounds, Sewer Rats oder Tight Fitting Pants. Weniger Rock'N'Rollig und weniger auf Texte über Zombies und so fokussiert. Stattdessen durchaus punkig und genießbar und irgendwie auch abwechslungsreich. Weil keine Band wie die andere klingt. Trotzdem zeichnet sich hier ein gewisses Muster. Es soll punkiger und weniger psychobilliesk klingen. Ist in Ordnung. Durchaus.

56. Welcome to your Nightmare

Und wieder mal ein Psychobilly-Sampler, der irgendwie einfach da ist. Mit lauter Bands, die mir nichts sagen. Bis auf Klingonz. Swampy's, Brainblastes, Scum Rats..Naja, wer's mag. Es ist ziemlich langweilig und ziemlich beliebig. Mit 12 Songs auch ziemlich kurz. 

57. Zensur!

Der letzte Sampler in diesem Ordner. Zumindest wenn es nach dem deutschsprachigen Alphabet geht. Eine Compilation von verschiedensten Künstlern. Es geht irgendwie um Zensur. Natürlich darf das obligatorische "Lied über Zensur" von den Ärzten nicht fehlen aber äh irgendwie auch eine Drum&Bass-Version von Slimes "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" oder "Fick mein Gehirn" von Fischmob. Am allerschlimmsten finde ich J.B.O. mit ihrem Cover von Green Days "Basket Case". "Fick das System" von Die Sterne ist großartig, ebenso wie äh das von Fischmob. Irgendwie. Ansonsten ist das ziemlich anstrengend. Herbert Grönemeyer, Ärzte, Dritte Wahl und Slime auf einem Sampler. Wer hat sich das ausgedacht? Nun, es handelt sich um ein Charity-Sampler für den Comic-Verlag "Alpha Comics", das von einem konservativen Politiker beschuldigt wurde für Kinder ungeeignete Comics rauszubringen. So die Info bei Discogs. Jedenfalls, trotz der guten Sache irgendwie nicht so geil.
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Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Jethro Tull: Living In The Past (1972)

Das war mal wieder eine Premiere für mich. Ich hatte nur dieses Logo von dem Typen mit Flöte der auf einem Bein tanzt und ganz viel böses darüber. Irgendwie habe ich das so in meinem Hinterkopf gespeichert, dass keiner diesen Flötensound leiden kann. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu.


"Living In The Past" ist eine Compilation von Jethro Tull aus dem Jahre 1972. Sie beinhaltet alle bis dahin erschienen Singles, einige Songs aus bis dahin erschienenen Alben und zwei Live-Stücke. Wenn die Platte nicht gerade eingestaubt ist und die Nadel den ganzen Staub einsammelt, dann springt das ganze Werk nicht, eiert nicht und klingt einfach nur kristallklar. Heiliger Fick, ist das geil. Warum ich habe ich mir noch nie Jethro Tull angehört? Siehe oben. 

Es ist irgendwie schwer zu umschreiben. Irgendwie progressiv, so wie viele Bands zu dem Zeitpunkt - gleichzeitig aber seltsamerweise bluesig und irgendwie tanzbar. Vielleicht auf einem Bein, wer weiß. 

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Wond'ring again, Singing all day, Witch's promise




John Mayall: Once Upon A Time (1970)

Wer zum fick war John Mayall und warum habe ich bisher noch nie irgendwas von ihm gehört? Geschweige denn von seiner Zusammenarbeit mit den Bluesbreakers. 

Das hier ist (mal wieder) eine Compilation, die bei Polydor rausgekommen ist. Ein Teil einer zehnteiligen Reihe, die verschiedensten Künstlern eigene Compilations gewidmet hat. Zum Beispiel GInger Baker's Airforce, Jack Bruce, James Brown oder eben John Mayall. Die Cream-Compilation stammt ebenfalls aus dieser Reihe.

Ich wusste nicht was mich erwarten würde. Ich dachte vielleicht, es könnte Progressive Rock sein. Dem Plattencover zufolge sieht es ganz schön psychedelisch aus. Was dann tatsächlich auf mich zukam war astreinger Blues(rock). Mit einer höllisch angenehmen Stimme aus Großbritannien, die jedoch durchaus us-amerikanisch klang. Super angenehme Sache, das.

8/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: The Laws Must Change, Thinking of My Woman, Night Flyer


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Linkin Park Discography: The Hunting Party (2014)

Jawoll. Wir sind wieder da angekommen, wo wir vorher waren. Also nicht bei dem Sound von "Living Things" sondern bei Linkin Park der alten Schule. Oder zumindest einen größeren Schritt näher daran.

Obwohl LP bei ihren beiden vorherigen Alben selbst Teil von moderner Rockmusik waren, zeigten sie sich zunehmend enttäuscht. Dies war wohl auch der Grund warum man für dieses Album zurück zum alten Sound wollte. Natürlich ist "The Hunting Party" nicht "Hybrid Theory" oder "Meteora", aber zumindest bietet das Album in gewissen Punkten ähnliche aggressive Energie. Von "elektronischen" geschweige denn Dance-Elementen ist nichts mehr zu hören. 


Stattdessen setzt man auf altbekannte Muster: Man fühlt sich in die Ecke gestellt, bedrängt, ausgelacht und gleichzeitig mit der Faust in der Tasche dabei dem Ganzen alles entgegen zu setzen. Dabei hört man sich stellenweise an wie Sum 41. Einige Riffs sind tatsächlich sehr HC/Punk-lastig, was ich niemals erwartet hätte. Chester Bennington geht gesangsmäßig an seine Grenzen. Eine willkommene Abwechslung zu den letzten zwei Alben. Ebenfalls abwechslungsreich ist die Tatsache, dass es hier das erste Mal offiziell Features gibt. Rakim rappt auf "Guilty all the same", Tom Morello (RATM) und Daron Malakian (SOAD) steuern Soli auf "Drawbar" und "Rebellion" bei und Page Hamilton (Helmet) singt den Refrain auf "All For Nothing". Dabei sind "Guilty all the same" und "War" wohl die punkigsten Songs die LP je gemacht haben. Das habe ich niemals erwartet. Vielleicht hat Chester Benningtons Ausflug zu Stone Temple Pilots diese Entwicklung hier mit beeinflusst.

Wie auch immer: Großartiges, abwechlungsreiches, ganz und gar nicht langweiliges Album einer Band die erkannt hat, dass sie langsam in die Bedeutungslosigkeit abdriftet und bereit ist, sich selbst zu retten.

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: War, Guilty all the same, All For Nothing



Opeth Discography: Watershed (2008)

Neuntes Album von Opeth. Aufgenommen in einer anderen Konstellation als bisher. Fredrik Åkesson und Martin Axenrot an Gitarre und Drums anstelle von Peter Lindgren und Martin Lopez. "Coil" eröffnet das Werk - es ist ein ruhiges, softes Duett mit Sängerin Nathalie Lorichs. Mikael Åkerfeldt zeigt sich mal wieder von seiner sanften Seite. Man könnte meinen dass es dann so weiter geht und Opeth den Death Metal und Growling komplett hinter sich gelassen haben. Doch dann setzt "Heir Apparent" ein und wir kriegen das, wofür wir hergekommen sind. Growling gemischt mit technischen, vertrackten Riffs aber auch absoluten Shreddern, gemischt mit ruhigeren progressiven Passagen und natürlich auch Cleangesang. Diesmal gibt es kein Albumkonzept im Sinne von irgendeiner erzählten Geschichte.

Stattdessen geht es um persönliche äh Konzepte. Zumindest in "Coil" geht es um eine Trennung und so scheint es auch in den restlichen Songs um persönliche Verluste zu gehen. Dabei bleibt es nicht nur bei einer Trennung, sondern um das Auseinandergehen zwischen zwei Menschen. Ich meine damit, dass jemand sich zwischenmenschlich von jemanden entfernt, indem er sich komplett verändert. Dabei spielen auch Drogen eine Rolle. Auch der (Frei)Tod ist ein Element, dass hier aufgearbeitet wird. Ich habe beim letzten Album gesagt, dass ich nicht weiß was ich dazu sagen soll. Es ist verdammt gut gewesen und ich war mir nicht sicher ob das nächste Opeth-Album auch "gut" sein wird bzw. ob es "besser" sein kann. Weil selbst wenn man die ganze Zeit verdammt gute Musik macht, heißt es nicht dass es besonders innovativ ist. Tatsächlich finde ich nicht, dass Opeth sich hier irgendwie neu erfinden. Es ist trotzdem eine höllisch gute Mischung aus cleanen und gutturalen Vocals, Blastbeats, seichten Melodien. Progressiver Death Metal eben, wie er im Buche steht. Ich habe gehört, dass das hier allerdings das letzte Album ist, dass in dieser Schublade steckt. Soll heißen, dass beim nächsten alle Death Metal Elemente wegfallen. Mal gucken.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: The Lotus Eater, Coil, Heir Apparent


Mittwoch, 4. Februar 2026

Film der Woche#668: The Decline of Western Civilization (1981)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche". Ich habe den ersten Teil der "The Decline..."-Reihe vor ziemlich langer Zeit gesehen und konnte mich nicht mehr an besonders viel erinnern. Außerdem habe ich schon mal den dritten Teil gesehen, aber nie den zweiten. Es wird auf jeden Fall Zeit alle drei auf diesem Blog durchzukauen. Wir fangen an mit dem Klassiker von 1981.


"The Decline of Western Civilization" ist ein Dokumentarfilm der zwischen 1979 und 1980 in Los Angeles gedreht wurde. Regisseurin Penelope Spheeris (später bekannt für solche Werke wie "Suburbia" oder "Wayne's World") bekam ursprünglich ein Angebot, einen Pornofilm zu drehen, überzeugte die Produzenten aber etwas anderes zu machen. Gewalt und "extreme" Musik würden ja schließlich (theoretisch) auch ein Publikum anziehen. So drehte sie zusammen mit Kameramann Steve Conant und den Schnittmeistern Charlie Mullin und Peter Wiehl diesen Film hier. Wo der Titel wirklich herkommt, weiß man nicht so richtig. Es geht grob gesagt um die Punk-Szene in Los Angeles zu dem Zeitpunkt. Der Film besteht grob gesagt aus Interviews mit Musikern, Betreibern des Fanzines (und späteren Record Labels) "Slash", verschiedenen Clubbesitzern als auch einigen Fans. Die dabei interviewten Musiker sind die Bands Black Flag, X und The Germs. Dazu kommen noch Live-Auftritte von besagten Bands als auch von der Alice Bag Band, Circle Jerks, Fear als auch Catholic Discipline - der Band in welcher Claude Bussy, einer der Redakteure des "Slash"-Zines gesungen hat. 

Die hier interviewten Fans bzw. Szenemitglieder wirken größtenteils wie ziemlich hoffnungslose und traurige Menschen (männlich) oder durchaus kreative aber ebenso traurige Menschen (weiblich). Währenddessen wirken die Bands als würden sie das Leben, was sie haben, durchaus genießen. Es entsteht ein merkwürdiger Gegensatz: Die Bands sind generell ziemlich gut drauf, während die Fans absolut hängen geblieben sind. Darüber hinaus muss man festhalten: Der Film ist ein Kind seiner Zeit. Nämlich der Zeit in der die Punkszene noch nicht fest "geformt" war. Es gab keine Szene-"Regeln" bezüglich Gewalt oder irgendwelchen Werten. So haben wir hier einen 14-jährigen Skinhead namens "Eugene" der sich über Schwarze aufregt und dabei das "N-Wort" nutzt, aber auch berechtigerweise die Gewalt in der Szene kritisiert. Wir haben ziemlich gewalttätige Konzertaufnahmen, von denen Fear-Sänger Lee Ving behauptet sie wären alle während des Auftritts seiner Band aufgenommen worden, bei welchen klar ersichtlich ist dass diese Leute vllt. nur stellenweise Spaß haben aber auch einander weh tun wollen. Meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Zeitzeugnis, vor allem für all die Leute die der Meinung sind, dass Punk "schon immer" für einen Zusammenhalt untereinander stand und für irgendwelche progressiven Werte. In erster Linie war die erste Welle des Punk eine Reihe von "Nein"s. Nein zu allen möglichen Formen der Mainstream-Musik, Politik, Art zu Reden, Nein zu dieser Gesellschaft. Daraus schöpft sich auch eine dementsprechend aggressive, negative als auch gewalttätige Attitüde. "The Decline..." ist ein wichtiges Zeugnis dieser Zeit. Es gibt allerdings einen sehr wichtigen Kritikpunkt, der auch von Teilen der hier dargestellten Bands gebracht wird: Der Film wirkt stellenweise wie eine stark überzogene, negative und nihilistische Darstellung der Szene - während es zur gleichen Zeit immer noch sehr viele kreative Köpfe gegeben hat, die wenig mit der hier dargestellten Gewalt zu tun hatten.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:



Dienstag, 3. Februar 2026

Comic Book Review#666: Freddy vs. Jason vs. Ash#5-6 (2008)

Allrighty then. Diesmal sind wir am Ende der Reihe angelangt - und schon in der vorletzten Ausgabe#5 merkt man, dass es bald zu Ende gehen könnte. Aber man muss ja noch einen drauf setzen. 

In der fünften Ausgabe kämpft Jason gegen seine von den Toten auferstandenen Opfer, die ähnlich wie in "Evil Dead" sehr äh dämonisch sind und ihm endgültig töten wollen. Freddy Krueger hat nun Fähigkeiten, die nicht mehr nur in der Traumwelt funktionieren. Er ist nun auch irgendwie in der Lage die Realität zu verändern. Mithilfe des Necronomicons würden seine Kräfte allerdings noch stärker werden. Ash schafft es irgendwie das Buch zu stehlen und zu fliehen, wird aber von dämonischen

Bäumen gefangenen genommen und von dämonischen Raben gepiekst. Wieder mal schafft er es allerdings, zu entkommen. Zusammen mit Caroline, die die einzige Überlebende aus dem neuen S-Mart ist, will er nun endgültig die Sache zu Ende bringen und eine Passage aus dem Buch vorlesen, die Freddy und Jason (oder zumindest nur Freddy) endgültig zurück in die Hölle bringt. Da Freddy aber die Realität verändern kann, schafft er es Ash abzulenken und Caroline zu kidnappen. Allerdings taucht in letzter Minute der sichtlich schlauere Jason auf und es kommt zu einem Kampf zwischen ihm und Ash. Letzterer schafft es, Jason den Arm abzuhacken, der sich allerdings in den Stumpf einfach eine Machete reinsteckt. Wie auch immer, Jasons Business ist mit Freddy zu erledigen - sodass er Ash aus dem Fenster des neu erschaffenen Elm Street Hauses schmeißt, dass bald darauf zusammenbricht.

Nun sind wir also am Ende angekommen: Ash ist halb unter den Trümmern des Hauses begraben und bewusstlos. Caroline schafft es, mit dem Necronomicon vor Freddy zu fliehen, der nun eine weitaus dämonische Gestalt hat und fliegen kann. Außerdem kann er Sachen in die Luft jagen. Schließlich ist er beinahe sowas wie ein Gott, der nun die Realität verändern kann. Sein Vorhaben ist: Mithilfe des Buches die Welt komplett zu seinem Gunsten verändern. Kurz bevor er die Worte "Klaatu Verada Nikto" zu Ende vorlesen kann, nachdem er das Buch aus Carolines Händen gerissen hat, wird er von Ash mit einem Auto gerammt. Lange Rede kurzer Sinn, Jason hat immer noch eine Rechnung mit Freddy offen, unterbricht den Kampf Ash vs. Freddy - und wird von mehreren Freddies gepiesackt. Zum Ende hin schafft man es doch, die besagten Worte vorzulesen, Freddy wird in die Dimension der Deadites gesaugt während Jason von durch ein weggeschleudertes Auto unter dem eingefrorenen Crystal Lake begraben wird.

Meine Fresse, ich weiß nicht wie viele Gehirnzellen ich bei der Lektüre verloren habe. Mit Ash haben wir einen tatsächlich heldenhaften Charakter mit großer Klappe, der dafür prädestiniert ist, zu gewinnen. So ist es ein tatsächlich halbwegs zufriedenstellendes Ende. Die beiden Bösewichte sind ähhh weg und der Held verschwindet mit einer neuen Freundin. Ganz richtig, der zu dem Zeitpunkt 35-jährige (und im Einzelhandel tätige, irgendwie fühlt sich das bekannt an) brennt nun mit Caroline durch. Wobei ich keine Ahnung habe, wie alt sie ist. Also mindestens 18 ja, aber trotzdem fühlt sich das ziemlich falsch an. Anyway, keine Ahnung in welchem Franchise das Kanon ist und in welchem nicht/doch/wieder/wieauchimmer. Es hat Spaß gemacht, aber gleichzeitig war es so dumm und stellenweise unglaublich häßlich gezeichnet, dass ich laut auflachen musste.

6/10 und 7/10 Pfandflaschen
Und wieder ein Video von ComicgeddonTV:


Montag, 2. Februar 2026

Album der Woche#670: King Dude - Love (2011)

Ich habe in meinem Leben es geschafft, bisher zwei mal King Dude zu sehen. Einmal im Essener Turock und einmal in der Bochumer Trompete. Beide Berichte könnt ihr unter den Hyperlinks aufrufen. 

Es ist fast schon unfassbar, dass bis jetzt kein einziges Albumreview es bis hierhin geschafft hat. Dabei ist die Discography von TJ Cowgill schon äußerst vielfältig und bedarf eigentlich eines ausführlichen Reviews bzw. Reviewreihe. Nun ja, jedenfalls ist "Love" das zweite Album des Seattler Musikers. Seitdem gab es noch neun weitere Veröffentlichungen, die unter anderem beim deutschen Record-Label "Van" rausgekommen sind - das unter anderem Urfaust und The Ruins of Beverast veröffentlicht. Und das von einem Mitglied der letzgenannten Band gegründet wurde, aber ich schweife aus.


"Love" bietet den Zuhörern eine Art Spagat zwischen US-Amerikanischen Folk wie er von Johnny Cash oder Woody Guthrie dargeboten wurde als auch gewissen Bands aus der Neofolk-Nische. Im Grunde kann man das zusammenfassen als "Typ mit tiefer Stimme und Akkustik-Gitarre" sitzt in einem dunklen Raum und singt über schöne als auch nicht so schöne Sachen, hat dabei aber stets die Betonung im Sinn." Ergo geht es zwar auch um den Inhalt, aber die Stimme macht wirklich besonders viel aus. Noch besser wird es, wenn ganz viel Hall unterlegt wird, sodass Mr. Cowgill sich anhört als würde er aus dem Jenseits sprechen - oder wahlweise in einen Tunnel hineinrufen, je nach Interpretation. 

Was die Texte betrifft: Es geht um Liebe und den Tod und religiöse Themen. So spricht er in "Don't Want Me Still" über eine verstorbene Liebe, die er nur erreichen kann wenn er selbst eine Todespille einnimmt. "In the Eyes of the Lord" handelt scheinbar von einem Krieg im Namen der Religion. "Spiders in her Hair" ist glaube ich, seit längerer Zeit, das wunderschönste Liebeslied an eine verstorbene Person - oder eine Frau gekleidet im Goth-Stil. Eines der meiner Ansicht nach, populärsten Songs auf diesem Album ist "Lucifer's the Light of the World". Es kehrt das Narrativ aus der Bibel um, nach welchem Gott das absolut Gute und der Teufel das absolut Böse auf der Welt ist. So ist Luzifer derjenige gewesen, der der Menschheit Feuer gebracht hat. Im Song selbst sprechen Adam und Eva über die Rolle Gottes.

Meiner Meinung nach ein fast schon zu kurzes Album. Dafür aber sehr meditativ, mitsingbar, eindringlich und tatsächlich abwechslungsreich dafür dass es relativ minimalistisch klingt. Nur Liebe hierfür.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Spiders in her Hair, Lucifer's the Light of the World, In the Eyes of the Lord



Samstag, 31. Januar 2026

Happenings des Monats: Januar'26

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Happenings des Monats" im Jahre 2026. Tatsächlich war diesen Monat wenig los bei mir. Keine Konzertbesuche, kein Kino, nix. Stattdessen war ich heute (31.01.2026) bei einem Vortrag der "Antideutschen Kommunisten Leipzig" im Oberhausener Druckluft und werde ganz kurz darüber erzählen. Aber nur ganz kurz. Danach gucke ich "Stranger Things".

"Die asiatische Produktionsweise" (Vortrag) von "Antideutsche Kommunisten Leipzig" am 31.01.2026 im Druckluft, Oberhausen

Zunächst mal war es etwas verwirrend. Genosse A. hat die ganze Veranstaltung anmoderiert mit quasi den ungefähren Inhalt des Vortrags, nämlich "warum man als Linker die Ukraine unterstützen sollte". Allerdings dies nicht der ganze Inhalt sondern eher die Schlussfolgerung. Im Großen und Ganzen ging es a) um die sogenannte "asiatische Produktionsweise" die mittlerweile so gut wie überall auf der Welt verbreitet ist und als Brücke dazu b) die Geschichte der Kyiver Rus', der darauf entstandenen Fürstentümer, den Überfall der mongolischen "Goldenen Horde" und die darauf basierende Weiterentwicklung von Fürstentum Moskau zu einem despotischen Staat den wir heutzutage alle kennen und hassen. 


Ziel des Vortrags war nicht, entgegen der Behauptung diverser Haider, darzustellen dass Russen per se "knallharte Despoten" sind und quasi nicht anders können. Das wäre nämlich zutiefst rassistisch (und findet sich übrigens sowohl im rechten als auch linken Lager als Theorie vor). Im Grunde genommen ging es darum eine theoretische und geschichtliche Erklärung dafür zu finden, wieso Russland so groß ist, so machthungrig und so despotisch. Das hat im Grunde genommen unfassbar viele geschichtliche Gründe. 

Diese Gründe sind Grund genug (hey, es ist spät) als westlicher Linker die Ukraine in ihrer Wehrhaftigkeit zu unterstützen. Nicht weil man geil drauf ist sich aufzurüsten und selber Rambazamba in Osteuropa zu machen. Sondern alleine aus dem Grund, dass Despoten und Diktatoren wie Putin den ganzen Arm abreißen, wenn man ihnen den Finger reicht. Der Vortrag hat ganz gut die missliche Lage des Europas zwischen Putin und Trump dargestellt und ich bin der Meinung dass einige linke Orgas sich durchaus mit der Geschichte des Zarentums (als auch der Nachfolger: UdSSR und das moderne Russland) auseinandersetzen sollten. Ich habe fertig. Es ist spät. Danke.

Donnerstag, 29. Januar 2026

Film der Woche#667: King Solomon's Mines (1985)

Dieser Beitrag dient als Ergänzung zu "Film der Woche"#666.5

King Solomon's Mines (1985)

Nur ein Jahr später brachte "Cannon Films" (die für ihre Chuck Norris und Michael Dudikoff Film
e bekannt waren) "King Solomon's Mines" raus. Es handelt sich dabei um die erste von zwei Verfilmungen von "Quatermain"-Bücher. Diese handelten von dem britischen Abenteurer Allan Quatermain (hier gespielt von Richard Chamberlain) der in Afrika äh ist. Diese führte bei der britischen Öffentlichkeit zu einem verzerrten romantisierten Bild von Afrika. Gedreht wurde der Film übrigens in Zimbabwe. Das Buch wurde zwar 1885 veröffentlicht - der Film ist allerdings eine etwas freie Umsetzung, die im Jahr 1913 stattfindet.

Allan Quatermain (Richard Chamberlain) der irgendwo in Afrika ansässige Kenner des Kontinents (und Abenteurer!) wird von Jesse Huston (Sharon Stone) angeheuert. Ihr Vater Professor Huston (Bernhard Archard) wurde nämlich entführt und wird gezwungen eine uralte Schrift zu entziffern. Diese ist in Kaananitisch verfasst. Die Entführer möchten einen Weg zu den legendären Minen von König Salomon finden, die tatsächlich existieren. Quatermain willigt ein und gemeinsam mit seinem Partner, Umbopo (Ken Gampu), einen Kukuwana-Krieger ziehen sie los. Sie werden allerdings schon bald von den Schergen von Dogati (John Rhys-Davies) verfolgt. Dieser macht gemeinsame Sache mit dem deutschen Oberst Bockner (Herbert Lomer), der angehöriger der kaiserlichen Armee ist. Was folgt ist eine wilde Jagd durch die Savanna, Flugausflüge mit deutschen Jagdflugzeugen, Kannibalen und Löwen. 

"Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige", wie der Film auf Deutsch heißt nimmt sich so absolut gar nicht ernst. Das ist auch vollkommen in Ordnung so. Denn es wäre eine absolute Schande würde er das tun. Es ist nämlich absolutetester Googoogagacocobananashit. Es mag sein, dass afrikanische Stämme in der Zeit durchaus kannibalistische veranlagt waren - dies mitten im 20. Jahrhundert so darzustellen ist jedoch ziemlich fragwürdig. Ironischerweise hat man sich größtenteils nicht darüber empört, sondern über die Darstellung von Arabern als Sklaventreiber. Was historisch tatsächlich richtig ist. Ich finde die Zusammenarbeit zwischen Dogati und Bockner ist eine Anspielung auf Hitler und den Großmufti von Jerusalem. Fakt ist: Es ist kein "böhser israelischer Film", weil die Produzenten aus Israel stammen. Es ist eine billige, Exploitation-Produktion die darauf aus möglichst viel Scheiße in die Welt rauszuposaunen und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Komischerweise haben die Kritiker nicht bedacht dass der Film sich nicht ernst nehmen will und die Zuschauer haben genau diesen Fakt ebenfalls ignoriert und das dem Film verziehen. Er ist aber größtenteils einfach nur scheißehohl. Wir haben es mit einem verzerrten Bild von Afrika zu tun, den Edlen Wilden (Umbopo), weißen Eroberern (den Deutschen), ihren Helfershelfern (arabische Sklaventreiber) und natürlich den White Saviours (Quatermain). Im Gegensatz zu "Romancing The Stone" entwickelt sich die Romanze zwischen den beiden Protagonisten ziemlich schnell und ist deutlich niveauloser. Was für ein höllisch dummer Film.

3/10 Pfandflaschen
PS: Den Spruch mit dem "Knackwurstesser" in der deutschsprachigen Synchro fand ich trotzdem witzig.
Trailer:


Mittwoch, 28. Januar 2026

Film der Woche#666.5: Romancing The Stone (1984)

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen "Film der Woche". Das ist die erste Ausgabe im Jahre 2026 die als schriftliche Begleitung zu der nächsten Podcast-Folge von "Movie Punx" dient. Pinky und ich haben uns auf zwei Indiana-Jones-Rip-Offs geeinigt. Der eine gut, der andere weniger gut. Ich weiß nur grade nicht wer welchen Film reviewt. Ist ja auch egal. Jedenfalls, fragt ihr euch eventuell was es mit der komischen Zahl auf sich hat, oder auch nicht. Fest steht: Ich habe irgendwie geschlafen und bei der Planung einen blöden Fehler gemacht. Ich habe das Jahr 2025 mit "Film der Woche"#661 beendet und das Jahr 2026 mit "Film der Woche"#663 angefangen. Ich habe die 662 einfach übersehen. Da es schon so viele im Voraus geschriebene Reviews gibt, habe ich keine Lust den Fehler irgendwann zu korrigieren. So würde "Film der Woche"#666 nicht mehr "Film der Woche"#666 sein. Das wäre sehr schade, weil er inhaltlich irgendwie zu der Zahl passt. Deswegen wird die 662 nicht nachgeholt und stattdessen füge ich die 666.5 hinzu, sodass es diese Woche zwei "Filme der Woche" gibt, die jeweils eine schriftliche Ergänzung zu unserem Podcast sind. Danke für die Aufmerksamkeit.

Romancing The Stone (1984)

Auf Deutsch bekannt als "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten". In Polen lief der Film zusammen mit dem Nachfolger "Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil" und der schwarzen Komödie "Der Rosenkrieg" in einer Reihe auf Canal +. Als ich klein war, dachte ich tatsächlich mal dass alle drei Filme was miteinander zu tun haben - bloß weil Michael Douglas und Kathleen Turner in allen dreien mitspielen. Anyway, worum geht es?

Joan Wilder (Kathleen Turner) ist erfolgreiche Schriftstellerin von Romanen, deren Zielgruppe vor allem Frauen sind. Es geht um Romanzen mit draufgängerischen, ehrlichen Männern. Eines Tages kriegt sie einen Brief von ihren Schwager überreicht. Darin befindet sich eine offensichtliche Schatzkarte. Als dann der Concierge des Hauses von einem Unbekannten umgebracht wird, stellt der Zuschauer fest, dass irgendjemand Joan ans Leder will. Noch kritischer wird es als ihre Schwester sie anruft. Diese wurde in Kolumbien von dem Gaunerduo Ira (Zack Norman) und Ralph (Danny DeVito) entführt. Sie verlangen, dass Joan mit der Karte nach Kolumbien reist - erst dann wird ihre Schwester freigelassen. Der oben erwähnte Schwager ist bereits tot - er wurde von einer "dritten Partei" brutal umgebracht. Joan reist also nach Kolumbien und wird heimlich von dem oben erwähnten Unbekannten verfolgt. Als der kolumbianische Bus in ein sichtlich mitgenommenes Auto kracht kommt es zu einer

Auseinandersetzung mit ihren Verfolger. Ein bis dahin unbekannter Mann (Michael Douglas) eilt ihr zur Hilfe und kann den Verfolger vertreiben. Sie fragt ihn nach Hilfe und er bietet seine Dienste gegen Geld an. Gemeinsam wollen sie nun ihre Schwester befreien und studieren auch irgendwann die Karte. Der Mann heißt Jack T. Coulton und ist ein Abenteurer der irgendwann auf der Suche nach Glück nach Kolumbien gezogen ist. Was Joan nicht weiß ist, dass der Mörder ihres Schwagers und die Entführer ihrer Schwester ein gemeinsames Ziel haben - und Konkurrenten sind. Die Schatzkarte führt zu einem hochkarätigen grünen Diamanten.

Es ist offensichtlich eine Indiana-Jones-Rip-Off allerdings versucht der Film doch irgendwie eigene Wege zu gehen. So entsteht zwischen Joan und Jack offensichtlich eine Romanze - allerdings können die beiden einander nicht so richtig leiden zu Beginn und der Film lässt sich etwas Zeit ebendiese Romanze entstehen zu lassen. Sie geschieht nicht ganz plötzlich. Zu sehen sind auch Krokodile die Menschenfleisch fressen (sollen), ein blutrünstiger Möchtegern-Geheimdienstler namens Zolo (Manuel Ojeda) der ganz klar ein Diktator werden will und Drogenschmuggler, die unfassbar freundlich und hilfsbereit sind. Dazu noch ein komödiantisches Entführer-Duo, dass einander nicht so richtig leiden kann. "Romancing The Stone" ist witzig, schafft es dass man nicht abgelenkt ist und wissen will wie es weiter geht. Und das beste ist: Man verzichtet größtenteils auf das "Damsel in Distress"-Klischee, nimmt sich nicht wirklich ernst - ist aber trotzdem ein Film über einen Typen im Hut der nach einem Juwel sucht. Darum, ganz klar ein Rip-Off. Ein guter Rip-Off sogar.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:





Dienstag, 27. Januar 2026

Comic Book Review#665: Freddy vs. Jason vs. Ash#3-4 (2008)

Die dritte Ausgabe der sechsteiligen Mini-Reihe setzt genau da an, wo die zweite aufgehört hat. Ash und Bree sind auf der Flucht vor Jason, der mühelos ihr Auto demoliert. Zum Glück werden die beiden kurz vor knapp von der S-Mart-Mitarbeiterin Caroline gerettet, die Ashs Potential als Kämpfer gegen das Böse erkannt hat. Sie können zurück zur Filiale in Carolines Auto fliehen. Währenddessen zeigt sich Freddy enttäuscht von Jasons fruchtlosen Taten und mobbt ihn wieder in der Traumdimension. Er bläut ihm aber auch noch seine nächste Aufgabe ein. So "gräbt" er wortwörtlich in Jasons Gehirn rum und findet dort Ashs Mitarbeiterausweis. Also wird als nächstes Jason zum S-Mart geschickt um Ash zu finden und dort das Necronomicon zu holen - denn mittlerweile haben Ash, Caroline und Bree das Buch in Voorhees'schen Anwesen gefunden und mitgenommen. So kommt der stumme Hüne im Einkaufszentrum an und tötet jeden, der sich ihm in den Weg stellt. Ash versucht sich mit seiner Kettensägenhand ihm in den Weg zu stellen, doch kriegt den Arsch versohlt. So kommt Jason mit dem Necronomicon davon. Daraufhin benutzt Freddy in der Traumdimension das Buch und lest die

magischen drei Worte ("Klaatu, Barada, Nikto!") vor um sich wieder in der echten Welt materialisieren zu können. Als "Dank" für den Gefallen wendet er das Buch auch bei Jason an, wobei wir noch nicht wissen was passiert ist. Nachdem die Gruppe um Ash (er selbst, Caroline und paar etwas hohlköpfige Mitarbeiter) sich in Carolines Haus umstrukturiert hat, taucht Freddy in Ashs Traum auf.

That's right. Freddy verwandelt Ashs plötzlich wieder gesunde Hand in seine typische Messer/Klauen-Hand. Ash trennt (wie schon früher mal) die Hand mit einer Kettensäge ab, doch aus dem vielen tropfenden Blut entstehen lauter kleine Freddys die sich in einen großen Freddy verwandeln. Der verbrannte Hutträger versucht dann Ash nahezulegen, dass er das Necronomicon braucht usw. usf. Wobei das gar kein Sinn macht, weil er es schon vorher benutzt hat. Jedenfalls schafft es Ash grade mal so aus seinem Traum aufzuwachen, kurz bevor er vor lauter laufenden Freddy-Klauen-Händen in Stücke gerissen wurde. Stattdessen bringt Freddy den Mitarbeiter Davy in dessen Traum um. Er lässt den jungen Mann seine Alpträume aus dem Sportunterricht wieder erleben. Nachdem Freddy also Ash nicht umbringen konnte, schickt er Jason vor um dem Team aus Caroline, Ash und den beiden anderen deren Namen ich vergessen habe, endgültig den Garaus zu machen. Sie haben wiederum einen Plan erfasst: Jason ins Haus seiner Eltern locken und dort eine Bombe zünden, die sie kurzerhand als lauter Sachen gebastelt haben, die sie im S-Mart gefunden haben. Doch es ist gar nicht mal so einfach. Denn, Jason ist plötzlich schlauer als vorher und fällt nicht drauf rein. Freddy taucht wieder auf, verwundet Ash schwer, doch kann sein Werk nicht vollenden. Denn der schlaue gewordene Jason unterbricht ihn und versucht sich nun für das Mobbing von früher zu rächen. Also belebt der, mittlerweile im Necronomicon belesene Freddy, alle ursprüngliche Opfer Jasons von den Toten, die den Hünen in Hockeymaske dann auch angreifen.

Holy fuck, this shit is all over the place. Zunächst mal verstehe ich nicht, ob ich zu blöd bin der Handlung zu folgen oder ob der Comic gewisse Logiklücken aufweist. So ist mir nicht ganz klar, ob Freddy das Necronomicon nun schon benutzt hat (wenn auch in der Traumwelt) bzw. warum er es doch braucht und es von Ash verlangt...obwohl er das scheinbar schon benutzt hat? Der Rest der Handlung ist durchaus klar verständlich. Ash tut das was Ash nun mal tut: Sprüche raushauen, Kettensäge anwerfen. Freddy haut ebenfalls Sprüche raus und terrorisiert Menschen in ihren Träumen auf kreative Art und Weise. Jason...Jason ist nun mal Jason. Ansonsten wird hier, wie in den Ausgaben zuvor auch, äußerst kreativ gemetzelt, rumgeschrien usw. usf. Ich würde nicht sagen, dass der Comic absolut grottenschlecht ist. Er ist nur...ziemlich hohl. Es ist sehr einfache und gelinde gesagt ziemlich stupide Unterhaltung. Ich habe aber ehrlich gesagt, auch nicht viel erwartet.

5/10 und 5/10 Pfandflaschen
Made by: Jeff Katz, James Anthony Kuhoric
Hier ein weiteres Video von ComicgeddonTV:


Montag, 26. Januar 2026

Album der Woche#669: Gehenna - First Spell EP (1995)

Hallo und herzlich willkommen zum letzten "Album der Woche" im Rahmen des "Norwegian Black Metal"-Themenmonats. 

Entgegen des Titels ist das nicht die erste EP von Gehenna sondern die zweite. Also vielleicht ist das ihr erster Zauberspruch, aber sicherlich die zweite EP. Rausgekommen im Jahre 1995, allerdings 2008 mit mehreren Bonustracks wiederveröffentlicht. Und zwar mit ganzen neun Songs, sodass man bei insgesamt vierzehn Songs eigentlich von einem Album sprechen kann. Was den Bandnamen betrifft, so bedeutet dieser "Hölle" in christlicher und jüdischer Mythologie. Ähnlich wie der Albumtitel "Gehinnom" von Gevurah, falls ihr euch daran erinnern könnt.

"First Spell" entstand nach einigen Besetzungswechsel im Line-Up als auch an gewissen Schwierigkeiten hinsichtlich des Debütalbums. So konnte das Record-Label das Aufnahmestudio nicht bezahlen und der Release konnte so nicht stattfinden. Jedenfalls haben sich die vier Mitglieder (Dolgar, Dirge Rep, Svartalv und Sanrabb) mit Sarcana eine Keyboardistin in die Band geholt, die ihren Sound maßgeblich verändert hat. 


Es war glaube ich, die beste Entscheidung die sie hätten machen können. Die EP wurde in nur fünf Tagen aufgenommen und bot dem Zuhörer einen etwas anderen Sound, als man von der norwegischen BM-Szene gewohnt war. Kein endloses Blastbeat-Gewitter, kein Sänger der beim Trepperunterfallen ein Aufnahmegerät anhatte. Stattdessen Gitarren die mit voller Absicht etwas mehr in den Hintergrund und ein Keyboard das in den Vordergrund gemischt wurde. Wie sich das dann insgesamt anhört? Nun ja, wir haben einen krächzenden Sänger, der vor langsamen, atmosphärisch klingenden Gitarrenriffs äh krächzt und ein elektronisches Klaviergerät, dass sich nach Kirchenorgel anhört. Damit gelingt es Gehenna, ihren Sound nicht mit "extremen Sound" zu überladen und nicht zwanghaft edgy zu klingen und gleichzeitig kein "Symphonic Black Metal"-Gulasch zu verarbeiten. Meiner Meinung klingen sie hier wie eine "Novelty Goth Band", die sich einen BM-Sänger ins Boot geholt hat. Sehr eindringlich, überhaupt nicht aufdringlich und verflucht noch mal sehr atmosphärisch. Geheimnisvoll, fast schon. Würde ich so behaupten. Die Songtitel erfüllen natürlich jegliches Klischee, aber das ist in Ordnung so.

Anspieltipps: The Shivering Voice of the Ghost, A Witch Is Born, Angelwings and Ravenclaws
8,5/10 Pfandflaschen


Donnerstag, 22. Januar 2026

So isses, Musik!#206

Kaum zu glauben, aber wahr. Dieses Jahr werden gewisse Alben ganze zwanzig Jahre alt. Ich habe, wie schon ein-zwei mal vergessen, das direkt in der ersten "So isses, Musik!"-Ausgabe in diesem Jahr zu erwähnen. Deswegen mache ich das jetzt.

Alben, die dieses Jahr zwanzig Jahre alt werden:


Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Jean Michel Jarre: Equinoxe (1978)

Ich kann mich daran erinnern, wie vor mehr als zwanzig Jahren mein Opa mir von diesem französischen Künstler erzählt hat. Der Zufall wollte es so, dass diese monumentale Platte ihren Weg in Marlyns Plattensammlung fand. Es handelt sich dabei um das vierte Album von JMJ. Es tat mir sehr gut, das anzuhören. Ich lag auf dem Boden und haben meine Physio-Übungen gemacht. Umschreiben würde ich es als "elektronische Musik, die kein Ambient und auch kein Techno ist". Tatsächlich steckt auch ein

Konzept dahinter. Die Songs heißen "Equinoxe" Part 1-8 und umschreiben musikalisch den Tagesablauf eines durchschnittlichen Menschen vom frühen Morgen nach dem Aufwachen bis späten Abend vorm Einschlafen. Für das Cover wurde ein Bild von Michel Granger benutzt. Es zeigt eine Zuschauermenge aus der Sicht eines Künstlers auf der Bühne - die Leute sind mit Ferngläsern ausgestattet. Fast so als würden sie jemanden beim besagten Tagesablauf zusehen. 

Es ist faszinierend, weil es so einfach ist. Und es tut verdammt gut, sich das anzuhören während man entweder entspannt auf dem Boden liegt oder seine Übungen macht. 

Anspieltipps: Alles
9/10 Pfandflaschen



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REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

49. This is the ALF

Rausgebracht auf Mortarhate, den Label der Anarcho Punk Übergrößen Conflict. "Ths is the ALF" vereint allerlei Beiträge von damals tätigen Anarcho Punk Bands wie Existance, Icons of Filth, CRASS, Poison Girls, Subhumans, Citizen Fish, Dirt, Lost Cherrees und natürlich Conflict selbst. Letztere sind mit ganzen sechs Songs vertreten. Ich weiß nicht ob es ein Benefiz-Sampler ist für die Animal Liberation Front oder eher ein Agit-Prop-Sampler, dessen Booklet wahrscheinlich voll mit Infos gespickt war. Die Hauptthemen der Songs sind natürlich Tierbefreiung und ethisches Veganismus. Als jemand der seit knapp 20 Jahren kein Fleisch mehr isst, kitzelt mich das immer noch innerlich. Auch wenn gewisse Sachen gar nicht klar gehen. Zum Beispiel vergleiche der Tierunterdrückung mit dem Holocaust, die hier leider auch stattfinden.

50. Tomorrow will be worse

Hierbei handelt es sich um eine 8-Way-Split die auf vier 7inches rausbgebracht wurde. Darauf sind acht Powerviolence-Bands zu hören. Und zwar Flash Gordon, Capitalist Casualties, Nice View, Hellnation, SPAZZ, Fuck on the Beach, Real Reggae und Charles Bronson. Insbesondere letztere fallen mir auf, weil sie die Geräusche einer Live Audience unter gemischt haben, sodass sich alles anhört als wäre es eine Konzertaufnahme vor einem Riesenpublikum. Man hört aber durchaus dass es Fake ist. Großartig.

51. Until every cage is empty

Eine weitere Tierrechtscompilation, die aber eher weniger mit Anarcho Punk zu tun hat - und stattdessen Künstler verschiedenster Genres vereinigt. Ich vermute mal, es war die Piraten-Website Nix-Pop. Hier drauf haben wir Los Fastidios, Die Ärzte, Maroon, Conflict aber auch solche Leute wie Nic Knatterton und Albino. Letzterer ist mir auch negativ aufgefallen, durch seine Israelfeindschaft und  Kollbaration mit einer gewissen dummdeutschen Antiimp-Combo aus Berlin (unterm Pseudonym Public Sellerie). My Favorit hierauf ist "Nailing Descartes To The Wall" von Propagandhi. A mixed bag of feelings, diese.

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Linkin Park Discography:
Living Things (2012)

Again: Wenn man "Reanimation" ausklammert, ist es das fünfte Album - wenn man es miteinbezieht das sechste. Egal. Wie schon beim Vorgänger wurde das Werk von Rick Rubin (mit)produziert.

Man hat sich, wie schon so oft gesagt, mittlerweile komplett von Nu Metal entfernt. Stattdessen erschafft man eine Art Crossover zwischen Alternative Rock und jede Menge Synthesizern. Ohne jedoch irgendwie New Wave-ig oder Post Punk-ig zu klingen. Was LP jedoch schaffen und das immer wieder. Ganz wie sie selbst zu klingen, weil sie das machen worauf sie gerade Lust haben - und gleichzeitig so radiofreundlich wie eh und je. Die Singles hierauf, "Burn It Down", "Lost In The Echo", "Castle of Glass" und "Powerless" (das auf dem Soundtrack zu "Abraham Lincoln - Vampire Hunter" drauf ist, lel) sind...nunja, Singles. Sie hören sich an, wie irgendwas was extra komponiert wurde, um in die Charts zu kommen. Durchaus hörbare Musik, die Ohrwürmer erzeugt und wieder erkennbare
Rhythmen aufweist. Auf Songs wie "Lies Greed Misery" hört Chester Bennington allerdings die ultimative Schreigesang-Keule und ist so laut wie seit Meteora nicht mehr. Das ist dann keine Single, natürlich. "Victimized" ist auch so ein großartiger Song. Nie wieder Opfer sein. Never again victimized.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde dass mir hierauf nichts gefällt. Das würde nicht stimmen. Es gibt hier einige echt gute Songs, die nicht trotz sondern gerade wegen dieser Synthesizer und Chesters ruhige Stimme funktionieren. Einige funktionieren gerade wegen Mike Shinodas Rap-Einlagen sehr gut. Er schafft es sogar Notorious B.I.G. zu zitieren bzw. Bezug auf ihn zu nehmen. Allerdings entsteht hier eine Art Formel, die immer wieder wiederholt wird. LP sind zu einer vorhersehbaren, poppigen, radiotauglichen Band geworden, die nur bedingt was neues und interessantes bringt. Schade.

5,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Lies Greed Misery, Burn It Down, Powerless, Victimized


Opeth Discography: Ghost Reveries (2005)

Nun sind wir also schon beim achten Studio-Alben der schwedischen Prog/Death Metal Giganten angekommen. Es haben sich einige Sachen geändert. "Ghost Reveries" ist das letzte Album mit Schlagzeuger Martin Lopez und Gitarrist Peter Lindgren. Außerdem ist es das erste mit Keyboarder Per Wiberg als offizielles Bandmitglied. Dieser wendet die Hammond Orgel an, als auch Mellotron und


Moog Synthesizer sodass gewisse Einflüsse aus dem Psychedelic Rock zu hören sind. Man kehrt hier zum ursprünglichen Sound zurück, während der Vorgänger "Damnation" größtenteils sehr ruhig gehalten war. Wobei, was heißt "größtenteils"? Es war eigentlich ein reines Akkustik-Album, was weitestgehend auf Death Metal Elemente verzichtet hat. Bei "Ghost Reveries" ist hingegen alles wie vorher: Death Metal trifft auf Progressive Rock. Cleaner Gesang trifft auf Growling. Nicht zu schnelle und nicht zu langsame Death Metal Riffs, die auf ruhige Passagen treffen. Dazu kommt noch eine durchschnittliche Songlänge von mindestens 10 Minuten. Und selbstverständlich sollte es auch ein Konzept-Album werden. Und zwar über jemanden, der in größter psychischer Not ist weil er etwas fürchterliches getan hat. Nämlich seine eigene Mutter umgebracht. Aber irgendwie hat Sänger 
Mikael Åkerfeldt sich aufgrund von ihm favorisierten okkulten Themen, entschieden diese einzubringen - sodass, es nicht wirklich ein Konzept-Album ist.

Im Großen und Ganzen ist das schon...ziemlich nice. Muss ich ehrlich zugeben. Allerdings ist es schon das achte Album und langsam kriege ich den Eindruck, dass sich eine gewisse Formel bei Opeth eingeschlichen hat. Und zwar genau das, was ich oben beschrieben habe. Formeln sind Formeln und sie funktionieren meistens gut. Doch irgendwann wird's alt, wie ein Brot dass man schon so oft gegessen hat dass es einen zum Hals raushängt. Zum Beispiel dieses eine vom Discounter mit den Kernen. Ich habe die Befüchtung, dass obwohl ich dieses Album hier mag, mir das nächste wirklich zum Hals raushängen wird. I don't know.

7,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Ghost of Perdition, The Baying of the Hounds


 

Slayer Discography: Repentless (2015)

Letztes Album von Slayer. Erstes mit Gary Holt anstelle von Jeff Hannemann. Rausgekommen am 11.09.2015, wahrscheinlich als Referenz zu "God Hates Us All", dass am 11.09.2001 rausgekommen ist. Vielleicht aber auch weil es offiziell betrachtet das elfte Album ist, wenn man das Cover-Album "Undisputed Attitude" nicht einbezieht.


Ich bin an der Stelle ehrlich zu mir selber und zu euch. Vermutlich wollten Slayer mit einem Bang aufhören. Sie hätten gedacht ihr verstorbener Bandkollege Jeff Hannemann hätte das so gewollt. Noch ein Album, eine oder mehrere Touren, ein Abschiedskonzert usw. usf. Und dann richtig übel reindreschen. So wie es früher war. Und das haben sie auch gemacht. "Repentless" ist ein typisches Slayer-Album mit viel 0-0-0-0-0-0-0-0-0-0, diesen Gitarrensoli die sich wie eine Bohrmaschine anhören, Songtexten über Tod, Ende der Welt...aber auch Alkoholismus. So ist "Chasing Death" ein Song über süchtige, die "dem Tod hinterrennen". Gary Holt hat seiner Angabe nach alle Gitarrensoli an einem Tag aufgenommen, mit einem Sixpack Bier als Begleitung....

Leider hört sich das ganze Album so an. Es gibt hier Songs, die mir durchaus gefallen - weil es dazu großartige Musikvideos gab: "Repentless", "Pride and Prejudice" und "You Against You". Darin sind die Schauspieler Danny Trejo und Jason Trost. Das sind großartige, brutale Musikvideos gewesen - und die Songs passen verdammt gut dazu. "Repentless" ist außerdem ein richtig geiler Opener-Song. Und ich würde auch lügen, wenn ich sagen würde dass es mir keinen Spaß gemacht hätte, das Album zu hören. Allerdings ist es halt...Slayer. Metal nach dem Motto "Malen nach Zahlen". Ich hätte mir ehrlich gesagt mehr Innovation gewünscht - aber ich bin auch nicht Teil der Slayer-Fangemeinde. Ergo, was soll's.

6,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Pride and Prejudice, You Against You, Repentless