Posts mit dem Label vertigo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label vertigo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 28. Juli 2022

Comic Book Review#542: 100 Bullets#31-36 (2002)

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "Comic Book Review". Diesmal kehrt "100 Bullets" wieder zurück. Aber nur für diesen Monat. Ich habe beschlossen die "normalen" Trade Paperbacks nicht mehr zu kaufen, sondern Ende des Jahres die letzte Mammutausgabe zu kaufen, damit ich den TPBs nicht hinterher laufen muss. Die sind nämlich teils echt schwer zu kriegen.


Im Mittelpunkt des fünften Trade Paperbacks, das die Ausgaben 31-36 enthält, steht der Privatdetektiv Milo Garret. Vor kurzem hatte er einen Autounfall, bei welchem sein Gesicht verletzt wurde, sodass er von nun an mit bandagierten Kopf herumlaufen muss. Wie schon bei den vorherigen Ausgaben taucht auch hier Agent Graves auf und übergibt ihm den ominösen Koffer mit der Pistole und 100 nicht nach zu verfolgbaren Kugeln. Dabei meint er, dass sein Unfall kein Unfall gewesen ist und er nun die vollste Immunität hat in Bezug auf Rache an den Typen der ihm das eingebrockt hat: Ein Kunsthändler namens Karl Reynolds. Seltsamerweise hat sich jemand schon Karl vorgenommen. Nun fängt Milo an zu ermitteln, weil ihn das ganze brennend interessiert. In sein Viser gerät das Miglied des Trusts, Megan Dietrich. Er gibt sich als Kunstkäufer aus und versucht durch sie, weil sie scheinbar eine Käuferin von Reynolds gewesen ist, rauszufinden wieso der Typ sterben musste. 

Auch diese Ausgabe ist voll mit Gewalt, Alkohol und Sex. Wir haben einen interessanten Hauptcharakter, der vor allem deswegen interessant ist, weil man den Großteil der Ausgabe sein Gesicht nicht sieht. Und natürlich auch wegen seines intriganten, penetrant männlichen Auftretens. Allerdings muss man sagen, dass er durch seine Aufdringlichkeit die Infos kriegt, die er haben möchte. Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Privatdetektiv jemals auf diese Art dargestellt wurde. Ehrlich nicht. Vielleicht irre ich mich. Jedenfalls muss ich durch das Design an den Charakter "Hush", einen Gegner von Batman denken. Supermerkwürdig jedenfalls. Ansonsten: Großartiges, dreckiges Pulp Crime Dingen mit Charaktern die unfassbar bösartig aussehen. Dank an Eduardo Risso und Brian Azzarello.

8,75/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 27. Juli 2022

Film der Woche#543: DC Movies Special, Teil 8

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche" und gleichzeitig zum mittlerweile achten Teil des DC Movie Marathons. Hier geht es zum siebten Teil und hier geht's weiter:

33. Watchmen (2009)

Eigentlich bin ich der Meinung, dass ich die Handlung hier nicht nacherzählen muss, weil ich schon mal den Comic reviewt hab. Nämlich hier. Allerdings um es hier anzureißen: Wir befinden uns in einem alternativen Jahr 1985. Richard Nixon befindet sich in seiner vierten Amtszeit. Die USA haben den Vietnamkrieg mithilfe des Superhelden Dr. Manhattan gewonnen. Der Verlauf der Geschichte wie wir sie kennen ist definitiv ein anderer. Die Superheldengruppe "Watchmen" ist der Nachfolger der
"Minutemen" die in den 40er Jahren Jagd auf maskierte Verbrecher gemacht haben. Mittlerweile ist Vigilantismus in der Gesellschaft allerdings unerwünscht und dank eines Erlass des Präsidenten müssen Superhelden entweder sich registrieren lassen oder ihre Taten einstellen. Einer der OGs aus dieser Gruppe, der Comedian (Jeffrey Dean Morgen) wird eines Nachts von einem Unbekannten in seiner eigenen Wohnung umgebracht und aus dem Fenster geworfen. Rorschach (Jackie Earle Haley), ein ehemaliger Weggefährte von ihm nimmt sich den Fall an und dokumentiert alles in seinem Tagebuch. Seiner Meinung nach macht irgendjemand Jagd auf (ehemalige) Superhelden. Doch, wie immer, ist alles sehr viel anders und die Geschichte an sich viel komplizierter.

An sich hält sich der Film sehr gut an die Comicvorlage. Allerdings gibt es hier und da kleine Unterschiede. Ein wesentlich größerer Unterschied ist das spektakuläre Ende, auch wenn es im Grunde genommen um ein und dieselbe Sache geht: Frieden auf Erden. Man darf nämlich nicht vergessen, dass "Watchmen" zur heißen Zeit des Kalten Krieges spielt - oder viel eher am Ende dessen. Auch ist der Film wesentlich gewalttätiger und graphischer. Es werden viel mehr Extremitäten gebrochen und man sieht auch generell viel viel mehr Gewalt. Ich finde, dass Alan Moore und Dave Gibbons, die den ursprünglichen Comic gemacht haben eine verdammt gute Arbeit gemacht haben. Und ich meine zuallererst Charakterbildung, die auch im Film sehr gut dargestellt wird - von Jackie Earle Haley und Billy Crudup (Dr. Manhattan). Ich finde den Gedanken, dass man der Menschheit und ihren Problemen überdrüssig ist leider sehr nachvollziehbar. Leider auch, dass man bei Gewalt und Ungerechtigkeit diese nicht nur verhindern sondern den Menschen auch ganz böhse wehtun möchte. Finde es auch gut, dass die Superheldencharaktere eben nicht als perfekte Supermenschen dargestellt werden sondern als fehlerhafte Menschen mit dubiosen Ansichten. Wahrlich eine großartige Umsetzung.

9/10 Pfandflaschen
Trailer:



34. The Losers (2010)

Lose basierend auf einem gleichnamigen Comic von Andy Diggle und Jock, der bei Vertigo rausgekommen, einen Sublabel von DC. Also ist es eine DC-Verfilmung, dies das.

Wir haben vor uns die tödliche Variante des A-Teams: Clay (Jeffrey Dean Morgen, schon wieder in dieser Ausgabe!), Roque (Idris Elba), Pooch (Columbus Short), Jensen (Chris Evans) und Cougar (Oscar Jaenada) sind eine Einheit der Special Forces die grade im Moment die Aufgabe hat einen hochrangingen Drogenbaron namens Fadhil in Bolivien umzubringen. Zu diesem Zwecke bewegen sie sich im Dschungel und auf sein riesiges Anwesen zu. Selbiges soll daraufhin von Militärflugzeugen bombardiert werden. Allerdings erspäht die Gruppe zig Kinder die auf dem Grundstück sind. Der

Drogenbaron benutzt sie wohl als Kuriere. Sie versuchen die anderen Soldaten dazu zu bringen, die Mission abzubrechen, doch erfolglos. Also entschließen sie sich, die Kinder zu befreien und Fadhil eigenhändig zu töten, was ihnen auch gelingt. Allerdings wird später der Rettungshelikopter, der eigentlich sie abholen sollte, aber nun voll mit den Kindern ist von einem Kampfjet abgeschossen. Ihr Auftraggeber, ein CIA-Oberhaupt namens Max (Jason Patric) hat dies veranlasst. Nun gilt die Gruppe offiziell als tot, hält sich in Bolivien auf und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Eines nachts treffen sie auf Aisha (Zoë Saldaña), die Max unbedingt tot sehen will. Die Frau schlägt vor gemeinsam an den Untergang des CIA-Despoten zu arbeiten. Dieser hingegen ist grade dabei einen neuen globalen Konflikt auszulösen. Sein Ziel ist es, einer indischen Firma eine neuartige Bombe abzukaufen die ganze Landstriche in der Luft auflösen lässt...

Ich habs grade gesagt, aber ich sags noch mal: Der Film erinnert mich an A-Team. Ohne Scheiß. Ein Team, dass entweder tot ist oder desertieren musste oder verhaftet wurde und nun im Untergrund agiert um Menschen zu helfen und Bösewichten auf die Schnauze zu hauen. Allerdings diesmal mit mehr Schimpfworten. Die Rollen sind allerdings irgendwie ähnlich verteilt. Zumindest haben wir den Typen, der schnell agro wird wie B.A. Baracus (Roque), den spaßigen Typen wie Murdock (Jensen), den charmanten Anführer (Clay) und gleichzeitig auch "Face" (auch Clay) und naja die beiden anderen sind vllt. eher Beiwerk. Aber irgendwo kommt das hin. Es ist eine ziemlich simple Story, die sich wie von selbst erzählen lässt. Soundtrack besteht aus bekannten Songs der Popkultur wie "Don't Stop Believin'" von Journey. Es ist reines Popcorn-Kino, dass allerdings verdammt gut unterhält und witzig ist.

7/10 Pfandflaschen
Trailer:



Dienstag, 24. Mai 2022

Comic Book Review#533: 100 Bullets#20-30 (2002)

Diesmal befinden wir uns sogar in einer Art Jubiläumsausgabe. Also, jedenfalls sind diese zehn Ausgaben die hier enthalten sind vor zwanzig Jahren erschienen. Ähem. Dieses Band enthält also ganze zehn einzelne Ausgaben und gleichzeitig sechs verschiedene Erzählstränge.


In der ersten Ausgabe befinden wir uns in einem New Yorker Park. Ein Dealer trifft sich mit anderen und bespricht die Lage. Ein weitaus größerer Fisch versucht ihm aus dem Geschäft zu drehen. Doch das liegt nicht im Hauptfokus. Mr. Shepherd, scheinbar ein Mitarbeiter von Agent Graves, trifft sich mit einem Typen namens Benito. Dieser ist ein Sohn eines Mannes der einer Gruppierung/Geheimorganisation namens Trust gehört. Gemeinsam mit Shepherd besprechen sie die momentane Lage. Die nächste Story ist wieder eine durchaus typische für "100 Bullets". Ein Junkie, der gleichzeitig als Security arbeitet, erzählt seinen Fixer-Kollegen wie er auf Agent Graves traf. Daraufhin lernen wir in seiner Geschichte mehrere Charaktere kennen, unter anderem seine Mutter. Das dürften alles Leute sein, die ihm nicht gut getan haben. Das Ende der Story bietet uns einen Keller voller Leichen. In "Red Prince Blues" geht es um einen Poker-Spieler namens Hank der gegen Benito verliert. In dem Hotel/Casino in dem sich die beiden befinden versucht Hank daraufhin sich für seinen Verlust zu rächen. Er nimmt ein Zimmermädchen fest und verlangt anschließend dass Benito ihm das Geld überweist. Das Casino/das Hotel ist gleichzeitig auch ein Treffpunkt des "Trust". Die Organisation hat die römische 13 als Logo und besteht aus Vertretern von dreizehn verschiedenen Mafiafamilien. Sie besprechen die momentane Lage und halten fest, dass Agent Graves zwar eine Bedrohung aber eine geringfügige darstelle. Wir erfahren auch, dass sie früher mehrere "Agenten" für sich haben arbeiten lassen, die die Drecksarbeit erledigt haben. Man nannte sie "Minutemen" und Graves war einer davon. In der darauffolgenden Story treffen wir wieder auf Mr. Branch aus Frankreich. Dieser hat eine Prostituierte in seiner Wohnung und erzählt ihr, was er so über den Trust rausgefunden hat. Wir kriegen ein ungefähres Bild davon gezeichnet was für eine üble Organisation das ist und wer die Minutemen sind. Doch es wird immer noch nicht erklärt, warum Graves verschiedenen Menschen immer noch die 100 Kugeln plus Kanone anbietet. "Götterdämmerung" kommt dem ein kleines Stück näher. Diesmal geht es um einen Baseballspieler, der einst einer der größten war. Er ist mittlerweile ziemlich alt und trifft zufällig auf Graves in einen Krankenhaus. Vor Jahren ist seine Geliebte gestorben, eine berühmte Frau die Probleme mit Drogen hatte. An ihrem Grab traf er damals auf Graves, der ihm erklärte dass man ihr Gift gespritzt hat. Der Mann kriegt natürlich auch den Koffer und erledigt anschließend den dafür verantwortlichen in Dallas, Texas. Das Opfer des Mordes hat es auch in unserer Welt gegeben, nur hält der Comic es offen "geheim" wer es gewesen sein könnte. So entsteht ein neues Bild des "Trust". Aus einer "reinen" Verbrecherorganisation wird ein Geheimbund der das Weltgeschehen verändert.

Ich frage mich nun jetzt ob Graves und seine Kollegen, die "Minutemen", anderen Leuten die 100 Kugeln plus Pistole gegeben haben um ein Spiel zu spielen oder um große Ereignisse in Gang zu setzen. Um die Geschichte zu verändern. Wer jetzt die Anspielung auf einen gewissen Präsidenten, der gerne in Kabrios gefharen ist, nicht verstanden hat, der tut mir Leid. Nun erreicht der Comic eine neue Ebene. Aus eine Art Noir-Comic bzw. Krimi wird ein ganzer Verschwörungsthriller, der verschiedene Erzählstränge zueinander führt."100 Bullets" bleibt spannend und immer noch höllisch gut gezeichnet.

9/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 18. Mai 2022

Film der Woche#533: DC Movies Special, Teil 6

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche" und damit auch zum mittlerweile sechsten Teil von "DC Movies Special". Zum letzten Teil geht es hier entlang.

27. Constantine (2005)

Ich hatte hier schon mal das Vergnügen mit John Constantine. Allerdings im Serienformat und im Zusammenhang mit dem "Arrowverse". Diesmal schlüpft allerdings Keanu Reeves in die Rolle des Exorzisten und Magiers mit Nikotinsucht.


Irgendwo in Mexico: Ein Plünderer stößt auf nichts anderes als den Speer des Schicksals, der damals Jesus Christus nach seiner Kreuzigung durchbohrt hat. Er wird vom Teufel besessen und marschiert langsam Richtung Los Angeles. Dort lernen wir John Constantine kennen. Der zynische und sarkastische Magier/Exorzist wurde grade herbeigerufen um eine Teufelsaustreibung durchzuführen. Eine junge Frau wurde vom Teufel besessen. John schafft es mithilfe eines Spiegels, den Teufel aus ihrem Körper zu holen und den Spiegel anschließend auf die Straße zu werfen. Genauer gesagt auf das Taxi seines Gehilfen Chaz Kramer (Shia LaBeouf). Eins ist bei der Sache knifflig. Der Dämon versucht nicht einfach nur den Körper der Frau zu besitzen sondern durch diesen in die menschliche Welt zu kommen. Es ist etwas, was eigentlich nicht sein, da ein überirdisches Gesetz der Balance zwischen Himmel und Hölle gilt. Eine Polizistin namens Angela Dodson (Rachel Weisz) untersucht den Selbstmord ihrer Zwillingsschwester Isabelle. In einer Sicherheitskameraaufnahme hört sie wie Isabelle den Namen "Constantine" sagt und beschließt daraufhin John aufzusuchen. Um hier nicht allzu lange den Inhalt nach zu erzählen: die beiden bündeln schließlich ihre Kräfte und finden heraus, dass es einen geheimen Komplott gibt. Der Sohn des Teufels, Mammon soll eine menschliche Hülle kriegen. Und zwar die eines Menschen mit psychischen Kräften. Da Isabelle über solche verfügt hat und nun nicht mehr am Leben ist, liegt es nahe wer es sein könnte.

Ich verstehe wieso man dem Film zuerst mit Skepsis begegnet. Auf dem ersten Blick scheint es so als würde es hier um eine Fehlverfilmung handeln. Schließlich sieht Constantine anders aus als in den Comics und blablabla. Dabei verhält er sich ganz genau so. Damals war man, meines Erachtens nicht wirklich drauf aus eine Art Cosplay-Film zu machen. So wie man es heutzutage macht. Heute tut man nämlich alles um die Comic-Fans zufrieden zustellen. Inklusive haargenauer comicgetreuer Outfits. Ich freue mich, dass der Film einen anderen Constantine bietet. Zumindest vom Aussehen her. Ansonsten ist das hier ein typischer Mystery-Film mit Horror-Elementen. Eine schlicht großartige Comic-Verfilmung. Kampf zwischen gut und böse und allem was dazwischen liegt. Nicht viel mehr oder weniger. Special Effects on Top. Zynisch wie man es von Constantine gewohnt ist.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:




29. V for Vendetta (2006)

Basierend auf dem gleichnamigen Comic von Alan Moore und David Lloyd. Übrigens wollte ich meine russische Bootleg-Version auf DVD gucken, aber die Synchro war so unfassbar schlecht und der Film war im Kino abgefilmt. Dann doch lieber 3,99€ auf Amazon.

Ich werde hier nicht wirklich den Inhalt des Films wiedergeben, schließlich ist es grob gesehen dasselbe wie im Comic. Allerdings mit ein paar Unterschieden. Die Handlung spielt nicht im Jahre 1997 sondern 2020 (!). Das Lager, in welchem V (Hugo Weaving) untergebracht wurde diente dazu Versuche an Menschen durchzuführen. Es ging um eine Biowaffe, einen tödlichen Virus (!!), der 100.000ende Opfer nach sich bringen sollte. Evey (Natalie Portman) ist keine Prostituierte sondern Mitarbeiterin des hiesigen Fernsehsenders. Eines Abends verstößt sie gegen die Ausgangssperre, da sie einen kranken Verwandten besuchen wollte. Sie wird von den "Fingermännern" (Polizei) belästigt und von V gerettet. Anschließend zeigt er ihr die Sprengung des Parlamentsgebäudes, dass hinterher von Propaganda-
Medien als gewollt und kontrolliert dargestellt wird. Nachdem Evey V bei seinem nächsten Coup (er nimmt Angestellte des Fernsehsenders als Geisel und sendet eine Botschaft an die Bürger Englands)  das Leben rettet, nimmt er sie mit in sein Versteck. Insgesamt vergeht ein Jahr, in dem Evey V wirklich kennen und seine Ziele zu verstehen lernt.

Ja, im Vergleich zum Comic ist der Film tatsächlich simplifiziert. Man könnte meinen dass es hier eher um Action, Gewalt und Explosionen geht - während der Comic sich mit der eigentlichen Storyline wesentlich mehr Zeit lässt. Allerdings ist hier relativ schnell und anschaulich dargestellt, wie eine solche Diktatur entstehen kann. Was die Beweggründe ihrer Führer und ihrer Gegner sind. Gleichzeitig vergisst der Film nicht, dass das was V tut nicht nur ein Widerstandsakt ist sondern persönliche Rache für das was ihm angetan wurde. Und trotz der einfacheren Gestaltung der Story ist er bisschen mehr als zwei Stunden lang. Meines Erachtens eine richtig gute Umsetzung. Es sind eher die Fans die das Erbe dieses Comics besudelt haben. Die Auswüchse der Anonymous-Bewegung. Irgendwelche Irren mit Guy Fawkes Masken auf rechtsradikalen Demonstrationen. Dafür kann allerdings weder Film noch Comic irgendwas. Das muss man schon unterscheiden. Was ich wirklich bemerkenswert finde: John Hurt, der in "1984" noch einen Regimegegner gespielt hat, spielt hier den faschistischen Kanzler Sutler.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:



Montag, 16. Mai 2022

Comic Book Review#532: 100 Bullets#15-19 (2001)

Im inzwischen dritten Sammelband von "100 Bullets" haben wir keine fünf verschiedene Stories, sondern eine einzige. Protagonist dieser ist ein junger Mann, der den Spitznamen Loop trägt. Vor etlichen Jahren hat sein Vater die Familie verlassen. Er kennt ihn nicht persönlich. Loop selbst ist inzwischen "etwas" auf die schiefe Bahn geraten. Verdient sein Hehlereien, Autodiebstahl und Kleingaunerei. Eines Abends wird ein Bekannter von ihm erschossen. Auf dem Weg zu seinem Auto


wird er von Agent Graves angehalten. Loop hält ihn für einen Cop oder jemanden vom FBI oder so. Jedenfalls kommt hier wieder der ominöse Koffer mit der Waffe und den Patronen zum Einsatz. Die Person, die Loop Unrecht angetan hat ist niemand geringeres als sein eigener Vater - Curtis Hughes. Loop taucht später vor seiner Türe auf und möchte ihn offensichtlich töten. Es ist seine freie Entscheidung das zu tun, niemand zwingt ihn. Allerdings überredet Curtis ihn, vernünftig zu sein. Nachdem er ihn eine reingehauen hat. Vater und Sohn werden doch noch Freunde und ziehen von nun an um die Häuser. Gemeinsam begehen sie schwere Straftaten wie Versicherungsbetrug. Curtis arbeitet nämlich für ein hohes Tier im kriminellen Untergrund. Es geht größtenteils ums Anzünden von Gebäuden oder Diebstahl von Autos zwecks Gewinn durch Auszahlung von Versicherungssummen. Curtis ist eine Art "Mann fürs Grobe" und kennt sich gut aus. Loop entwickelt eine Art Appetit für das Ganze, weiß aber noch nicht was für Konsequenzen auf ihn zu kommen werden.

Einerseits gefallen mir diese ganzen kleinen Stories. Andererseits werde ich definitiv wärmer mit einer zusammenhängenden Geschichte in fünf Teilen. Mir gefällt wie das Zusammenwachsen, das Bonding zwischen Vater und Sohn dargestellt wird. Beides Typen, denen man nicht überm Weg trauen sollte. Die allerdings für einander da sind, sich vertrauen. Auf der anderen Seite ist da Agent Graves, der immer mehr Fragen aufwirft. Was nützt es ihm überhaupt, Menschen diese Immunität zu geben? Hat er irgendeinen Spaß daran? Gibt es eine höhere Aufgabe? Versucht er, eine Art Armee aufzubauen um irgendeinen Komplott durchzuführen? Ich habe absolut keine Ahnung. Allerdings ist die ganze Story so dermaßen spannend, dass ich mich nicht selbst spoilern möchte. Ich möchte wissen, wie das ausgeht. Unbedingt. Es gibt selten Comic-Reihen, die einen so einsaugen. Herrlich.

8,75/10 Pfandflaschen

Dienstag, 10. Mai 2022

Comic Book Review#531: 100 Bullets#6-14 (2001)

Die "100 Bullets"-Saga geht weiter. Diesmal haben wir es nicht nur mit zwei sondern fünf verschiedenen Erzählsträngen zu tun die in insgesamt neun Ausgaben der Reihe präsentiert werden. Ich habe die Ausgabe#6 übrigens schon mal hier reviewt.


In der ersten Story geht es um einen Glücksspieler namens Chucky, der vor kurzem eine siebenjährige Haftstrafe abgesessen hat. Er ist absolut spielsüchtig und kann keine Gelegenheit auslassen die Würfel zu werfen. Jedesmal hat er ernormes Glück und zieht seine Gegenspieler ab. Seine "Freundin" Shantaye steht ihm stets zur Seite und zieht ihm sogar zu Beginn der Geschichte aus dem Dreck. Eines Tages erfährt er, dass sein Buchmacher seine Schulden "verkauft" hat. Er steht somit nicht mehr in seiner Schuld sondern jemand anderem. Ein langjähriger Freund von ihm, namens Pony hat seinen "Marker" übernommen, damit Chucky es aus dem Glücksspiel rausschafft. Dummerweise kann Chucky nicht die Finger von lassen - bei einem Straßenglücksspiel gerät die Situation außer Kontrolle und er verärgert ein paar Spieler. Zum Glück taucht Agent Graves auf, der ihm indirekt einen Hinweis darauf gibt dass er sieben Jahre völlig zu Unrecht im Knast gesessen ist. 

Die darauffolgende Story erzählt uns darüber wie Agent Graves sich mit einem scheinbaren Mafioso/Gangster namens Brother Lono trifft und ihm einen Koffer voller Geld übergibt. Gegen Ende der Story wird uns ein weiterer Typ im Anzug vorgestellt: Mr. Shepherd. Man weiß zu dem Zeitpunkt noch nicht, wer er ist und was er darstellen soll. Cole Burns, der Held der nächsten zwei Ausgabe ist eins ganz sicher: ein Eiscreme-Verkäufer. Eines Tages taucht Agent Graves an seinem Wagen auf und übergibt ihm den Koffer mit 100 Kugeln und einer Waffe. Darin sind auch Beweise dafür, dass ein Typ namens Goldy seine Oma umgebracht hat. Sie ist vor Jahren in einem Brand verstorben, dass in einem Altenheim gelegt wurde. Er soll das nächste Ziel von ihm sein. Als Cole sich das nächste Mal mit Goldy trifft - wegen "Geschäften" - erzählt er ihm von Graves. Es stellt sich heraus, dass Goldy tatsächlich das Altenheim abgebrannt hat, weil das ihm gehörende Gebäude ihm zu wenig Proft beschert hat. Seine Großeltern starben dabei ebenfalls. Während des Gespräch wird ein geknebelter Musiker gefoltert, der Goldy Geld schuldet. Kurz nachdem man ihm den Knebel abnimmt spricht er ein Codewort aus, dass etwas in Cole auslöst. Plötzlich greift er wissentlich zur Waffe und erledigt die Gangster.

Lilly ist Kellnerin in einem schäbigen Diner. Als sie eines Tages zur Arbeit kommt, taucht Agent Graves auf. Es geht um ihre Tochter, die seit Jahren verschwunden ist. Er erzählt ihr, dass sie in zwielichtige Kreise geraten ist und an einen Mann, der sie geschlagen und ausgenutzt hat. Sie hat angefangen sich zu prostituieren und Drogen zu nehmen. Mittlerweile ist sie tot, doch Graves weiß wer der Täter gewesen ist. Die Beweise befinden sich im Koffer, samt der Munition und Waffe. Lilly weiß direkt, was sie zu tun hat.

Zum Schluß haben wir es mit Mr. Branch zu tun, der in Paris wohnt. Er trifft auf Dizzy Cordova, die noch aus dem ersten Band bekannt sein dürfte. Die beiden "Agenten" Graves und Shepherd haben sie zusammengebracht bzw. ein Treffen arrangiert weil sie etwas gemeinsam haben. Und zwar wurde ihnen vor einiger Zeit die Gelegenheit gegeben sich an ihren Peinigern zu rächen und das straffrei. Nur hatte Branch einfach zu viel Neugier gehabt und wollte unbedingt rausfinden, was für eine Organisation hinter Graves steckt. Es wird noch nicht weit und breit erklärt, wer genau das ist aber wir wissen jetzt schon:

Alles hängt zusammen und hat miteinander zu tun. Die ganzen Geschichten und die Protagonisten auch. Doch was für einen Nutzen hat diese geheime Organisation und ihre Agenten davon, Leuten straffrei Mordwaffen auszuhändigen? Ist das eine Art soziales Experiment? Wollen sie Chaos in der Welt entfachen. I don't know. Es ist ein interessanter Gedanke. Was wäre wenn ich meinen Peiniger ohne dafür selbst in Handschellen gelegt zu werden, bestrafen könnte? Was wäre wenn ich die Leute die mir Unrecht angetan haben, einfach erschießen könnte ohne dass dafür in den Knast muss? Würde ich das tun oder nicht? Ich glaube nicht, dass alleine dieser Gedanke sich über 100 Ausgaben halten kann. Viel interessanter wird der Aspekt der Geheimorganisation. Ich denke mal, das wird sich noch zeigen. Bis jetzt finde ichs erstens super spannend und großartig gezeichnet. Risso und Azzarello gehören mittlerweile zu meinen Top-Autoren/Zeichnern.

9/10 Pfandflaschen


Dienstag, 3. Mai 2022

Comic Book Review#530: 100 Bullets#1-5 (2000)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Comic Book Review" im Monat Mai. Dieser Monat wird sich, in dieser Rubrik zumindest, nur der Comicreihe "100 Bullets" widmen. Ich habe inzwischen beinahe die Hälfte aller Sammelbänder äh eingesammelt und habe beschlossen sie hier alle zu reviewen. Verrückt.


In den ersten drei Ausgaben geht es um Dizzy. sie ist vor kurzem aus dem Frauenknast auf Bewährung entlassen worden, weil zu überfüllt. Doch es gibt, außer ihrer Mutter und jüngeren Bruder niemanden mehr zu dem sie zurückkehren kann. Ihre Familie wurde umgebracht. Der Mann dem sie liebte als auch das kleine Baby wurden bei einem Drive-By-Shooting erschossen. Als sie vom Knast im Bus nach Hause sitzt begegnet ihr ein Mann. Er setzt sich neben sie und stellt sich vor. Sei Name sei Agent Graves. Er überreicht ihr einen Koffer mit Beweismitteln, einer Pistole und 100 Schuß Munition. Das Beweismaterial legt nahe wer ihren Mann und ihr Kind wirklich umgebracht hat. Laut Graves sollen es zwei korrupte Cops gewesen sein. Dizzy war der Meinung es wäre eine Gang gewesen. Der geheimnisvolle Agent erklärt ihr auch, dass sie nun gegen Recht und Ordnung immun ist. Wenn sie die Pistole anwendet um die beiden Männer zu töten, kann ihr das Gesetz rein gar nichts. Zuerst ist Dizzy skeptisch, doch nach und löst sich das Rätsel um den Mord an ihrer Familie. Ihr jüngerer Bruder, der inzwischen zum respektierten Gangster aufgestiegen ist versucht sie allerdings vom Gegenteil von Graves' Beweisen zu überzeugen. Fragt sich nur, warum. Ausgabe#4-5: Ein Typ namens Lee Dolan hängt in einer Kneipe ab, in der er gleichzeitig auch arbeitet. Er scheint ziemlich runtergekommen zu sein. In seiner Freizeit besucht er gerne eine Peep Show. Doch es war nicht immer so. Als auch hier Agent Graves auftaucht, erfahren wir wieso Dolan nun als Thekenbedienung arbeitet. Früher war er ein anständiger Mann, doch plötzlich tauchten kinderpornographische Bilder auf seinem Computer auf. Laut Agent Graves ist dafür eine Frau verantwortlich, die mithilfe von Hacker-Fähigkeiten Kinderpornographie auf Dolans Rechner heruntergeladen hat. Sie hat sein Leben ruiniert. Seine Frau ließ sich von ihm scheiden und das Gericht hat ihm zu einer Strafe verurteilt. Sein Sohn will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Der Zufall will es, dass die besagte Frau mitsamt ihrer Yuppie-Entourage noch diesen Abend in die Kneipe kommen wird. Es ist Zeit für Rache.

Brian Azzarello und Eduardo Risso ergänzen sich sehr gut. Azzarello schreibt großartige, dreckige, fiese und definitiv unschöne Geschichten. Dabei bewegt er sich nicht nur in einem bestimmten Milieu sondern streckt seine Fühler auch woanders aus. Es bleibt aber kriminell und "gritty". Risso zeichnet auf dieselbe Art und Weise. Seine Zeichnungen wirken einerseits realistisch, andererseits in richtigen Momenten bösartig und verroht. Ich fühle mich an Sin City erinnert. Generell scheint es mir so, als ob das Konzept "ein Hauptcharakter vereint verschiedenste Erzählstränge" doch irgendwie von Frank Millers Machwerk abgekupfert hat. Es ist sehr cool. Verfilmbar. Brutal. 

9/10 Pfandflaschen

Donnerstag, 3. Februar 2022

Comic Book Review#521: Lucifer#14-19 (2020)

Dieses es definitiv in sich habende Band wurde mir von Genossin Vroni letztes Jahr zu Chanukkah/Geburtstag geschenkt. Vielen Dank dafür, es hat meine Bahnfahrten deutlich verbessert. 

Das dritte Band der "Lucifer"-Reihe, die in Neil Gaimans Sandman Universum angesiedelt ist, enthält die Ausgaben #14-19 und ist 2020 erschienen. Geschrieben von Dan Watters. Gezeichnet von Max Und Sebastian Fiumara als auch Fernando Blanco. 


Lucifer, der Fürst der Finsternis der aussieht wir David Bowie hat sich irgendwo in England angesiedelt um dort ein Haus zu bauen. Es besteht aus Millionen von Zellen aus Lebewesen die er selbst erschaffen und umgebracht hat. Als es fertig ist, sind auch bald die ersten Gäste da. Eigentlich möchte Luzifer nur in aller Ruhe mit ihnen zu Abend essen. Doch gleichzeitig fasziniert ihm die menschliche Natur der Geister der Toten (die seine Gäste sind) und er möchte sie erforschen. Ein weiterer Gast ist der Necromancer John Constantine. Der zwar nicht tot ist aber buchstäblich nach Tod riecht. Sein Auftauchen ist ein Omen für den Beginn der Wilden Jagd. Vor Jahrtausenden ging Luzifer zusammen mit Odin und seinen vier Reitern (Fear, Thrill, Bloodthirst und Honor) auf Jagd. Ihr Opfer war der sogenannte "Gejagte Gott". Dieses Wesen galt als eine Art Katalysator für die Wut der Menschen. Wenn es umgebracht wurde, herrschte Frieden auf Erden. Es wurde aber immer wieder neu geboren. Nun muss Lucifer die neueste Inkarnation des gejagten Gottes vor Odin und seinen Reitern beschützen. 

Ich habe in meinem Leben ein paar Bände von Sandman gelesen. Das war schon sehr trippy damals. "Lucifer" ist zwar ähnlich, insbesondere was das Design betrifft doch trotzdem anders. Bösartiger, dreckiger. Und gleichzeitig genauso philosophisch. Der Beginn der Story macht es mir etwas schwer doch nach und nach entwickelte sich Spannung sodass ich einfach nicht wollte dass es aufhört.  Das schafft nicht jeder Comic. 


9/10 Pfandflaschen

Donnerstag, 2. August 2018

Comic Book Review#351: Shade, the Changing Man#15 (1991)

Ich frage mich manchmal welcher Comic aus dieser Comicland-Kiste denn wirklich der beste ist. Bis jetzt war es die Sandman-Ausgabe. Nun, sie wurde fast übertroffen. Ich kannte Shade, the Changing Man bis dato nur als Mitglied der Justice League Dark. Das war eine Art "Superhelden"-Team das keins sein wollte. Bestehend unter anderem aus John Constantine, Enchantress, Zatanna und eben auch Shade. Dabei ist die Story des Charakters wesentlich länger und komplizierter. Es handelt sich um einen Agenten aus der Meta-Zone, der auf unsere Erde geflüchtet ist weil ihm ein Verbrechen unterschoben wurde. Mithilfe seiner Weste kann er die Realität als auch sein Aussehen verändern. Außerdem macht sie ihn unverwundbar und lässt ihn fliegen. Hierbei handelt es sich allerdings um
die veränderte Variante von Shade, dessen Run im Jahr 1990 startete und von Peter Milligan geschrieben wurde.

Die Story dreht sich am Anfang um eine Frau namens Kathy die sich in einer Entzugsklinik befindet und dort seltsame Träume hat. Unter anderem von einem übergewichtigen Typen, der denkt er wäre Elvis Presley und sich auf unglaubliche Ausmaße ausdehnen kann. Seltsamerwese trag Shade, der ein Verhältnis zu ihre pflegt, vor kurzem selbst auf diesem Typen. Irgendjemand scheint Kathy nachts in ihren Träumen zu besuchen. Halb Mann/halb Tier, dass ein sexuelles Verlangen nach ihr hat. Innerlich fühlt sie sich dem auch hingezogen, bis es sie selbst anwidert und sie in ihren Traum davon läuft... In der echten Welt hat ein Elektrofachhändler Probleme mit seiner Konkurrenz. Nebendran hat ein Industrieriese aufgemacht und macht ihm das Geschäft schwer. Kurze Zeit später taucht ein Totenkopfmann, eingekleidet in Klamotten aus dem Wilden Westen und besteht darauf, dass der Händler aus der Stadt verschwindet. Shade möchte sich sich dazwischenschalten und kämpft gegen ihn. Allerdings katapultiert er sich scheinbar selbst in eine andere Dimension.

Zeichnungen on top. Besonders die Darstellung des creepigen Skelett-Typen und des Elvis (der seine Gegner in Cheeseburger verwandelt hat btw) hat es mir angetan. Die Story ist interessant - man weiß noch nicht so recht worum es geht und wird in ein scheinbares Clusterfuck hineingezogen. Das ist vor allem sehr abenteuerlich wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Aber, so wie ich es schon tausend mal gesagt hab, genau das macht den Comic so gut. Man ist nicht verwirrt und möchte ihn weglegen. Man ist etwas verwirrt und fühlt sich da komplett hineingezogen. Sehr gut.

8,5/10 Pfandflaschen

Dienstag, 15. Mai 2018

Comic Book Review#341: Jonah Hex: Two-Gun Mojo#1 (1993)

Ja, ich weiß. Wir hatten letzte Woche schon mit Jonah Hex zu tun. Aber dieser Comic unterscheidet sich vom vorherigen um Längen. Also warum nicht nochmal? Außerdem habe ich beschlossen, das Comicland-Päckchen (das mit 100 Comics) einfach stumpf nach und nach zu reviewen. Egal was kommt.

"Two-Gun Mojo" ist ein Fünfteiler. Im ersten Teil lernen wir Jonah wieder kennen. Schließlich ist das hier sein erster Auftritt seit der Einstellung seiner letzten Serie in den Achtzigern. Er ist ein schmieriger Kopfgeldjäger mit einer echt fiesen Narbe im Gesicht ("Hab mich beim Rasieren geschnitten"), der grade im Moment von drei Verbrechern beinahe gelyncht wird. Weil er ihre Schwester umgebracht und in ihr Auge gespuckt hat. Zum Glück wird er von einem älteren Kollegen vom Fach, Slow Go Smith, gerettet. Diese wollte die Schurken sowieso erwischen. Zusammen reisen sie dann mit einem Kopf (höhö wegen Kopfgeld) in die Kleinstadt Mud Creek. Dort will Slow Go sein Kopfgeld einfordern. Allerdings stellt es sich heraus, dass die gesuchten Verbrecher längst tot, ausgestopft und für Fotos hingestellt worden sind. Nur für n Nickel. Allerdings hat wohl irgendjemand spaßeshalber die falschen Leute erschossen sodass der Sheriff der Stadt erstmal mit etwas Bürokratiekram zu tun hat, bevor er Slow Go sein Gewinn auszahlen kann. Verdammte Yankees, man kann nicht mehr einfach so jemand töten, ohne ihren Bürokratiescheiss.

Ein regelrecht brutales und ziemlich ekliges Werk. Frage mich inwieweit es realistisch ist. Das Design der Gesichter und der Umgebung erinnert an ältere, weniger abstraktere Comics. Es ist sehr schonungslos und zeigt mal wieder eine Westernwelt von ihrer eher hässlicheren Seite. Daumen hoch!

8,5/10 Pfandflaschen
Made by: Joe R. Lansdale, Timothy Truman, Sam Glanzman

Freitag, 3. November 2017

Comic Book Review#315: The Trenchcoat Brigade#1 (1999)

Geil, ordentlich in die Kiste der Raritäten gegriffen. Ein Comic der die mysteriösesten Charaktere des DC/Vertigo-Multiversums vereint, die da wären: Mister E, Doctor Occult, der Phantom Stranger und John Constantine aka Hellblazer. Alle tragen sie Trenchcoats, daher der Name. Offensichtlich. Die vierteilige Mini-Reihe fungiert als Spinoff zu Hellblazer bzw. Books of Magic.

Der Anfang der Story spielt in einer dystopischen Zukunft. Ein verrückter Typ, gekleidet wie ein Kosake, stilecht mit einer Flasche Vodka in der Hand, lamentiert irgendwas über den Untergang der
Menschheit und wie gut es ist dass nun alle weg sind. In der Gegenwart kriegen wir den Alltag der vier bemantelten Helden mit. Der blinde Vampirjäger Mister E war grade kurz davor ohne Grund einen Russen zu töten. John Constantine bemerkt kurze Zeit später durchs Fernsehen dass E wieder da ist, weil irgendjemand einen Russen umgebracht hat. Wie auch immer, schließt er sich mit dem Phantom Stranger zusammen um ihn zu finden. Es stellt sich heraus, dass Mister Es Verstand leicht am Bröckeln ist. Er sieht merkwürdige Visionen der Zukunft, in welcher es für die Menschheit nicht gerade gut ausgeht. Jedenfalls beschließen sie gemeinsam durch Raum und Zeit zu gehen und sich diese Zukunft anzusehen.

Erschaffen von John Ney Rieber und John Ridgway. Ziemlich interessante, wenn auch merkwürdige Story. Ein typ der russische Immigranten mit grünen Augen tötet? Eine Frau die sich in einen Mann verwandeln kann (Doctor Occult)? Ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich, was hier los ist. Allerdings war es zumindest bei Constantine schon desöfteren so. Strange, düster und auf eine seltsame britische Art auch irgendwie witzig. Es wird aber noch besser, wenn man vier merkwürdige Typen auf einen Haufen wirft. Gefallen tut's mir schon. Aber ob es der Überbringer ist, weiß ich nicht.

7,5/10 Pfandflaschen

Dienstag, 26. September 2017

Comic Book Review#310: Gangland#3 (1998)

Im dritten Teil der limitierten Serie von Vertigo erwarten uns ganze vier Stories rund ums Gangleben. Verantwortlich dafür sind Darko Macan, Kilian Plunket, Tayyar Ozkan, Ed Brubaker, Eric Shanower, Scott Cunningham und Danijel Zezelj.

In "Gang Buff" geht es um einen Zahnarzt, der von einen verblutenden Kumpel besucht wird bzw. erstmal von ihm mit der Knarre bedroht wird. Harvey freut sich seinen Kindheitsfreund Mickey Dolan zu sehen, der jetzt ein Gangster ist. Wir werden Zeug wie Harv nach und nach in die Verbrecherwelt einsteigt und "erstmal" nur ärztliche Tätigkeiten erledigt. In "Original Gangster" machen wir einen Ausflug in die prähistorische Zeit als man sich noch, ganz Oldschool, Gang vs. Gang mit Steinen und Stöcken geprügelt hat. In "Small Time" gehts um die Karriere eines Kleinverbrechers der von seiner Kindheit auf von seinem Bruder beeinflusst wurde. "Worldwide Gangster Robots" zeigt uns was passiert wenn Roboter das Gesetz brechen.

Ich mag so Anthologie-Comics die allerlei verschiedenes enthalten. Eindrucksvoll geschrieben. Wirklich. Unterschiedlich, nicht langweilig und richtig eklig. Wir sehen uns eine Welt voller Widersprüche, Gewalt und den Reiz des Verbotenen. Dazu alles noch schön in wenig bunten, meistens grauen, schwarzen und braunen Tönen gehalten. Schönes Oldschool-Teil aus den goldenen Zeiten von Vertigo.

8/10 Pfandflaschen

Donnerstag, 31. August 2017

Comics Monthly#42

Hallo, letztes Mal warens nur zwei. Diesmal drei.

The American Way: Those Above And Those Below#1

Die Geschichte spielt sich ab zu einer sehr turbulenten Zeit in den USA - Anfang der 70er Jahre. Man erinnere sich an die Bürgerrechtsbewegung und die gespaltene Nation. Eine Superheldentruppe namens Civil Defense Corps wurde vor einem Jahrzehnt als ein rein zum Propagandazweck aufgestelltes Team enttarnt. Die meisten ehemaligen Mitglieder gingen entweder in Rente oder sind
verschwunden. Der New American, das einzige verbliebene Originalmitglied sorgt für Recht und Ordnung in Schwarzen Vierteln. Allerdings nicht ohne sich selbst zum Feindbild in der Bevölkerung zu machen, da er andere Vigilanten (die u.a. Drogendealer ausschalten) aus dem Verkehr zieht. Gleichzeitig befinden sich andere Superhelden auf zwei verschiedenen Seiten des Gesetzes...

Es gibt genug Comics über den zweiten Weltkrieg, den Vietnamkrieg, die Achtziger Jahre... warum nicht mal eins welches von einer der wichtigsten Epochen des 'Muricas handelt? Ein wirklich sehr direkter Comic, der ohne viel Pathos auskommt die Waage zwischen den richtigen Maß an Action und guter Story aufrechterhält. Lesens- und sehenswert. Definitiv.

8/10 Pfandflaschen
Made by: Georges Jeanty, John Ridley
Erhältlich bei: Vertigo für 3,99$

Blood Brothers - Hermanos de Sangre#3

Man kann es schon am Cover sehen: zwei ungleiche Brüder, die gemeinsam irgendein Scheiß machen. Und weil sie so ungleich sind, ist es irgendwie auch witzig und spannend. Gabe und Diego Soliz arbeiten für die Polizei, wobei Gabe ein mexikanischer Wrestler mit einer Superkraft die ihn Monster aufspüren lässt, ist. Diesmal sind sie beauftragt, einen geheimnisvollen Schädel zu finden. Informationen darüber könnte niemand geringeres als Medusa (ja, DIE Medusa!) haben, also begibt
sich Diego zu ihr.... ALLERDINGS IST DAS EINE FALLE OMG WER HÄTTE ES GEDACHT LOL

Kennt ihr diese Trash-Comics in welchen man mit so viel Müll zugeschüttet wird, dass man sich gar nicht mal mehr davor retten kann? Nun, so ein Comic ist "Blood Brothers - Hermanos de Sangre" definitiv nicht. Natürlich gibt es hier Medusa, einen mexikanischen Wrestler und für einen Moment sowas wie Vikinger(?) aus ner anderen Dimension. Aber man kriegt es hin eine witzige und interessante Story zu gestalten, ohne dass es dem Leser zu viel und der Comic zu krampfhaft absichtlich "ironisch" schlecht wird. Keep up the good work!


8/10 Pfandflaschen
Made by: Fabian Rangel Jr., Javier Martin Gaba
Erhältlich bei: Dynamite Entertainment für 3,99$

Generation Gone#2

Und wieder geht es um Superhelden. Oder zumindest so in der Art.

Elena, Nick und Baldwin hatten einen merkwürdigen Unfall und verfügen nun über Superkräfte. Elena kann fliegen und zwar mindestens bis zur Sonne, Nicks Haut ist undurchdringbar und was Baldwin kann weiß er selbst noch nicht so richtig. Jedenfalls sind sie grade dabei, mitten im nirgendwo ihre Fähigkeiten auszuprobieren. Währenddessen kriegt der Leser mit, dass die drei eine
Art misslungenes Experiment eines merkwürdigen Wissenschaftlers namens Akio sind, der grade an einem Tisch mit einem US-General über deren Schicksal verhandelt.

Ich mag Stories, die sozusagen bei Null anfangen. Und nicht besonders überdreht wirken. Und dessen Protagonisten so alltäglich erscheinen und keine unübertreffbaren Supergötter sondern ganz normale Arschgeigen sind. Außerdem ist das ein Comic, den man lesen kann ohne zu wissen was vorher passiert ist und der gleichzeitig tatsächlich Bock auf mehr macht. Vom rauen und doch farbenfrohen Design habe ich noch gar nichts erzählt, aber seht selbst nach!

8,5/10 Pfandflaschen
Made by: Ales Kot, André Lima Araujo
Erhältlich bei: Image Comics für 2,99$

Dienstag, 6. Juni 2017

Comic Book Review#294: Northlanders#1 (2007)

Wieder eines von den Comic-Werken die ich seit längerem auf dem Schirm hatte, aber bis jetzt keines davon gekauft hat. Und das obwohl die Reihe vom großartigen Brian Wood (u.a. DMZ) erschaffen wurde.

"Northlanders" besteht aus drei mehrteiligen Sagas die alle im Skandinavien des Wikingerzeitalters angesiedelt sind. Die erste, die von Ausgabe 1-8 lief handelt von Sven, den Rückkehrer. Dieser Wikinger, der lange Zeit in Exil gelebt und in der Ehrengarde der Waräger gedient hat kehrt er zurück
in seine Heimatregion - die Orkney-Inseln. Er hat vor, sein Erbe, sein ganzes Hab und Gut wieder zurückgewinnen, nachdem sein Onkel sich zum Machthaber der Region gemausert und seitdem die Bevölkerung aufs übelste terrorisiert hat. Die erste Konfrontation endet für Sven nicht gerade gut - von nun an muss er scheinbar im Geheimen arbeiten um an sein Ziel heranzukommen.

David Gianfelices Zeichnungen lassen sich sehen und Brian Woods Erzählweise sowieso. Ich kenn das ja schon aus DMZ, dass der Hauptcharakter niemanden zum Reden hat und deswegen in Monologen mit dem Leser kommuniziert. Das heißt viele viele blaue oder gelbe Kästchen. Was mir auch gefällt ist die schiere Brutalität der Bilder. So sieht Sven, als er wieder nach Hause kehrt, unzählige Leichen- bzw. Skelettberge die Feinde abschrecken sollten. Ich bin der Meinung, dass diese Ausgabe sehr gut als Teaser funktioniert. Es wäre aber höchstwahrscheinlich besser, man besorge sich gleich n ganzes Trade Paperback.

8/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Comics Monthly#35

Hallihallo und häßlich willkommen beim letzten "Comics Monthly" in diesem Jahr. Ich freue mich schon auf 2017, denn es werden einige Änderungen auf uns zukommen. Einige Rubriken erfahren eine Art Veränderungen, einige werden evtl. für immer gehen müssen. Was das erste betrifft, so ist "Comis Monthly" mit dabei, definitiv.

The Lost Boys#3

Ja, dieser Titel hat tatsächlich was mitdem gleichnamigen Film zu tun, es ist auch kein Zufall dass das Logo genauso aussieht. Es ist sozusagen ein Sequel.

Die Stars der Reihe sind die Frog Brothers (man erinnere sich an Corey Feldman und Jamison Newlander). Nachdem sie ihren einzigen Mentor und mehrere andere Vampirjäger aus dem Leben verloren haben, packen sie das Pferd beim Schopf, nehmen die Sache in eigene Hände und machen sich selbst auf, Vampire zu töten. Allerdings ist das Problem viel viel größer als eine weitere Bande v
on Vampiren (wie die von Keither Sutherland, you remember?). Kennt ihr das wenn am Ende von einem Monster-Horrorfilm noch ein weiteres Ei aufgefunden wird und wahrscheinlich eine noch größere Gefahr droht? Ähnlich ist es hier.

Da es schon die dritte Ausgabe ist bewegen wir uns definitiv nicht mehr in der Anfangsphase wo viele Dinge unklar sind und man Vermutungen anstellen muss. Hier ist definitiv mehr Action und mehr Dynamik zu sehen. Ich lobe an dieser Stelle auch mal die realistische, wenn auch etwas karge Art und Weise des Zeichners Scott Godlewski. Gute Leistung, was hat es allerdings mit diesem Kinn an sich? Alle fahren auf Kinns (Kinne?) ab. Selten solche Wellenbrecher gesehen. Anyways, wer den Film gemocht hat, wird den Comic auch...ganz gut finden. Es ist meiner Meinung nach kein muss aber eine wesentlich bessere Umsetzung als vielerlei Film-zu-Comic-Adaptationen.

7/10 Pfandflaschen
Made by: Tim Seeley und Scott Godlewski
Erhältlich bei: Vertigo für 3,99$

Shadows on the Grave#1

Okay, wir widmen uns mal wieder einen Horrorcomic, der traditioneller nicht sein könnte. Es gibt nämlich sogar zwei Erzähler und mehrere voneinander unabhängige Stories. "Shadows on the Grave" ist in schwarz/weiß gehalten und bietet somit ein weitaus schaurigeres Schattenspiel als viele bunte Horrorcomics. Somit erscheint er glaubhafter.

Zum Inhalt muss ich nicht unbedingt viel erzählen. Drei abgeschlossene Stories und eine weitere die
noch fortgesetzt wird. Es geht um einen Puppenspieler der seine Puppen (die natürlich keine sind) fürs Kapital ausbeutet, um ein Ehepaar dass auf einer einsamen Insel landet, um eine Ehefrau die ihren ekligen, trinkenden Ehemann tötet... und am Ende gibt es eine Story aus dem antiken Griecheland. Oder so ähnlich.

Im Großen und Ganzen....richtig eklig. Nicht schaurig-schön oder lustig...okay ein wenig lustig fand ichs schon. Aber größtenteils wohl ziemlich schockierend und so. Hat seine Funktion also perfekt erfüllt.

8/10 Pfandflaschen
Made by: Richard Corben
Erhältlich bei: Dark Horse Comics für 3,99$

Unfollow#14

Falls ihr mit dem Titel nichts anfangen könnt - "Unfollow" ist die Funktion die verfügbar ist wenn ihr einen User bei Instagram/Facebook/Twitter/woauchimmer nicht mehr "folgen" wollt, weil ihr mit dessen Inhalt nichts mehr anfangen könnt oder ihr nicht mehr mit ihm "befreundet" sein wollt. Long story short, "Unfollow" handelt von sozialen Medien.

Beziehungsweise vom exzentrischen Multimillionär Larry Ferrell, der eine Social Media App namens Headspace (quasi des Comics Pendant zu Facebook) erfunden hat, welche einen großen Wirbel in der Bevölkerung verursacht hat und in aller Munde ist. Larry scheint einen großen Drang zu haben alles
mögliche zu kontrollieren. In dieser Ausgabe stellt es sich heraus, dass er das erste Interview seit vier Jahren geben wird, kurz nachdem er sich verlobt hat. Der Interviewer, ein junger Author namens Nathan freut sich wie Bolle drauf  - allerdings muss ihn Larry aus welchem Grund auch immer an der Nase herumführen um den eigentlichen Interviewtermin, den er zugestimmt hat, zu umgehen.

Am Anfang macht es den Eindruck gewisse Inspiration aus "1984" bezogen zu haben...allerdings stelle ich dann fest dass es sich eher um "Brave New World" handelt. Zuerst scheint Larry Ferrel "nur" ein etwas merkwürdiger reicher Typ zu sein, es stellt sich aber heraus dass er der Große Bruder ist und weitaus gefährlicher als man denkt. Ich mag das, wenn eine Story voller Überraschungen ist, das macht sie nämlich noch ein Tickchen interessanter. Was ich ebenfalls gut finde ist, dass sie zwar futuristisch wirkt, allerdings wahrscheinlich in der heutigen Zeit angesiedelt ist, in welcher es nur noch um Klickzahlen geht. Sehr gut.

8/10 Pfandflaschen
Made by: Rob Williams und Javier Pulido
Erhältlich bei: Vertigo für 3,99$

Venom#1

Allright, Spider-Mans schwarzen Anzug kennen wir ja alle - wenn nicht aus "Secret Wars", dann aus irgendeiner Spider-Man-Zeichentrickserie oder aus dem dritten Film mit Tobey Maguire. Wie ihr eventuell auch wisst, ist der schwarze Symbiont dass der außerirdischen Rasse der Klynthar angehört, weder gut noch böse und hat im Laufe der Zeit verschiedene Träger erlebt. Der letzte war Flash Thompson der als Superagent und auch als Teil der Guardians of the Galaxy agiert hat.

Das ist nun leider nicht mehr der Fall. Der schwarze Symbiont wandert alleine auf der Erde und ist auf der Suche nach einem neuen Träger. Bestens dafür geeignet ist Lee, der einen neuen Job als Wachmann/Gorilla bei kruden Geschäften angenommen hat. Sein neuer Arbeitgeber ist niemand geringeres als Mac Gargan der mittlerweile bei Alchemax arbeitet und nebenher andere "Geschäfte"
am laufen hat. Man kennt evtl. noch von früher als Scorpion. Jedenfalls kann man hier eins und eins zusammenzählen und rausfinden dass der finstere Lee vom Symbionten befallen wird und urplötzlich über übermenschliche Kräfte verfügt. Da er ein besonders skrupelloser Genosse zu sein scheint, wird sein weiterer Weg wohl kein besonders heldenhafter sein...

Ich war am Anfang etwas zwiegespaltet, beschloß aber im Endeffekt den Comic doch ziemlich gut zu finden. Mir gefiel zwar Flash Thompson als "Agent Venom" sehr gut, weil man a) einen Nebencharakter eine großartige Hauptrolle zugewiesen hat und b) der Symbiont mehr als nur ein unzivilisiertes Wesen aus dem Weltraum dargestellt wurde. Ich war sehr zufrieden damit und wäre höchst erfreut noch mehr von Flashs Abenteuern als Venom zu lesen. Allerdings ist Venom nun mal einer von den Charakteren die einfach nicht an eine Person gebunden gehören. Er muss umherwandern, er muss verschiedene Erfahrungen sammeln. So ist es nun mal, und man kann wohl nicht alles haben. Und auch wenn ich am Anfang ob der Richtung etwas skeptisch war, so bietet uns der Comic sowohl den durchgeknallten Venom als auch den Klynthar der in der Lage ist zu denken. Also sozusagen eine Mischung aus alten und neuen Material, eine Huldigung.

Made by: Mike Costa und Gerardo Sandoval
Erhältlich bei: Marvel für 3,99$


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Comic Book Review#262: Trigger#1(2005)

Ihr wisst noch wie es war, als ich Vertigo-Sachen reviewt hab, oder?  Richtig, ich konnte mich meistens drauf verlassen dass der Comic mir gefallen würde und dass ich nicht schreiend davon renne. So wars auch diesmal.

"Trigger" spielt sich ab in einer dystopischen Zukunft. Wobei je nachdem wie mans betrachtet und wer man ist, ist es auch eine Utopie. Hier sind alle staatlichen Institutionen, oder beinahe alle, zu einem einzigen Verband verschmolzen: Ethicorp. Diese Organisation ist für den Wohl aller Bürger verantwortlich. Sie garantiert dem Durchschnittsbürger seine Sicherheit und ist dafür zuständig das "Schlechte aus dem Guten zu entfernen". Sprich Verhinderung von Straftaten, "clean sex", Zensur von
Pornographie und Verabreichung von Feelgood-Drogen um die Mehrheit still zu halten.

Außerdem verfügen sie über eine geheime Gruppe von Söldnern namens "Trigger" die es als Aufgabe haben die Welt von all den unschönen Dingen zu befreien. So geistern sie nachts durch die Stadt und erledigen (wortwörtlich) verschiedene Subjekte die nicht ins Gesamtbild passen. Unter anderem einen Pädophilen der eine minderjährige Sexsklavin im Schrank hält. Die gesamte Tat wird aber geheim gehalten und in den Zeitung als Selbstmord dargestellt. Ein Journalist namens Carter Lennox, der unter merkwürdigen scheinbar prophetischen Träumen leidet, ist jedoch selbst direkter Zeuge der Tat gewesen. Oder nicht? Er selbst weiß nicht so recht was wirklich geschehen ist. Alles deutet daraufhin hin, dass er bald sich selbst dem Fall annehmen wird.

Eine Orwell'sche Zukunft? Elemente vom futuristischen Design vermischt mit "normalen" Dingen wie schlicht aussehenden Klamotten und Schreimaschinen. Diese Zukunft soll quasi nicht weit entfernt wirken und das tut sie auch. Funktion erfüllt. Ein guter Start für eine dystopische Sci-Fi-Krimiserie. Klingt auf dem ersten Blick komplizierter als sie ist, aber ich bin mir sicher das wird noch deutlich lockerer. Erschaffen von Jason Hall und John Watkiss.

8/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Comic Book Review#261: We3 (2005)

"We3" war ursprünglich eine dreiteilige Miniserie von Grant Morrison und Frank Quitely die 2004 bei Vertigo rauskam und hiermit zusammengefasst ist.

Die Protagonisten des Comics sind drei Haustiere: Bandit (Hund), Tinker (Katze) und Pirate (Hase). Sie alle wurden irgendwann mal als vermisst gemeldet aber heute stehen sie im Dienste der Regierung. Beziehungsweise eigentlich läuft das halbwegs geheim und das Projekt befindet sich in der Testphase - die drei haben ihre Namen nun verloren und heißen "1", "2" und "3". Gemeinsam sind sie
We3 (Weapon 3) und sind kybernetisch erweiterte Killermaschinen die die Kriege der Menschheit in der Zukunft kämpfen sollen, ausgestattet mit allerlei Waffenarsenal und in der Lage miteinander zu kommunizieren. Auf menschliche Art und Weise, mit Worten, wenn auch noch etwas primitiv. Als eine Wissenschaftlerin die das Projekt betreut hat die Tiere wissentlich freilässt beginnt eine skrupellose Jagd nach ihnen - niemand darf nämlich erfahren dass es das Projekt gegeben hat.

"We3" bietet insgesamt recht wenig Text, dafür viele Bilder und verschiedene Perspektiven. Man ging sogar soweit und bezog sich auf die Wissenschaft - kleine Tiere sollen angeblich die Zeit langsamer wahrnehmen. Deswegen sind eigentlich schnelle Aktionen sehr detailliert aufgezeigt. Außerdem bezieht man sich auf die drei völlig verschiedenen Charaktere. Bandit ist menschentreu, wobei Tinker sich ein Dreck darum schert und Pirate als eine Art neutrale Partei fungiert. Sie sprechen übrigens nicht in "normaler" Menschensprache sondern in einer Art gebrochenem englisch - "gud dog! stink boss!". Das macht den Genuss der Story nicht schwerer, man braucht aber etwas Zeit um sich dran zu gewöhnen.

8,5/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Comics Monthly#33

Wow, "Comics Monthly" ist schon echt alt geworden. Noch drei ausgaben dann sind wir drei Jahre alt und immer noch in der Midlife-Crisis. Haha, der Witz wird nicht alt (als ob).
Diesen Monat präsentiere ich euch vier Comics die zwischen August und September datiert sind.

Art Ops#11

Ich habe mal wieder nur nach dem Cover geurteilt. Mike und Laura Allred (zwei meiner Lieblingskünstler) haben das Cover kreiert. Es hat sich gelohnt.

In "Art Ops" geht es um ein Trio, bestehend aus drei Kunstliebhabern, die Superfähigkeiten hben (zumindest zwei davon): J., eine Kunstkritikerin in Hipsterlook, Reggie Riot, ein Typi in Constantine-Look der Farben(?) aus seinen Armen schießt und ein völlig in schwarz gekleideter Kerl in einem Helm dessen Namen ich leider nicht rausfinden konnte. Anyways heißt die Story "The Boy Who Painted Death" und handelt u.a. von einem kleinem Jungen der schätzungsweise im 19. Jahrhundert gelebt hat (oder sogar noch früher). Weil er nicht schlafen konnte, das Monster aus seinen Träumen auf Papier gebannt hat in der Hoffnung wieder schlummern zu können. Es sind Äonen seitdem vergangen und scheinbar sucht der Tod das moderne hippe New York auf und tötet
Künstler/Kunstenthusiasten. Die Art Ops machen sich auf den Fall zu klären.

Leider haben die Allreds nicht das Innenleben des Comics gestaltet, aber man kann ja nicht alles haben. Rob Davis kreiert jedoch ähnlich farbenfrohe Werke. Tatsächlich ist Art Ops so bunt, dass es fast schon als Pop-Art durchgehen könnte. Ich habe noch nie von dieser Serie gehört, gehe also vorurteilsfrei ran ergo verurteilt mich bitte nicht (...), aaaber es ist eines dieser typischen Wir-sind-eine-coole-crew-und-lösen-rätsel-comics. Nicht das neu erfundene Rad aber trotzdem nicht schlecht.

7,5/10 Pfandflaschen
Made by: Allred, Allred, Davis und Shaun Simon
Erhältlich bei: Vertigo
3,99$

B.P.R.D#144

"BPRD" kommt aus dem grandiosen Hellboy-Universum und steht für "Bureau For Paranormal Research and Defense". Aber das wisst ihr glaub ich schon, weil ich irgendwann in dieser Rubrik auch schon mal eine Ausgabe reviewt hab. Glaube ich zumindest.

In dieser Ausgabe geht es um ein kleines russisches Mädchen namens Varvara, was in Wirklichkeit ein jahrhundertealter Dämon ist, dass in sehr lange in den Fängen von der SSS (ein russisches Äquivalent zu BPRD) gelebt hat - unter einem Einmachglas. Es ist einem anderen Menschen der ebenfalls Einmachglas trägt, namens Iosif, unterwegs. Und zwar in einer finsteren völlig verlassenen
Stadt am Meer - die quasi wie die Hölle auf Erden aussieht. Iosif betrauert seine verlorene Frau Polina und scheint äußerst manipulierbar zu sein. Varvara hingegen hat übrigens vor etwas unglaublich riesiges und verstörenndes auf die Menschheit loszulassen. Die BPRD hat es jedoch mit anderen Monstern zu tun.

Zum Glück gibt es diesen kleinen Minicomic von Matt Strackbein der die Origins von Varvara erklärt, sonst wäre ich noch etwas mehr verloren. Leider ist diese Ausgabe nicht unbedingt einer von denen in die man einfach so einsteigen kann. Man braucht schon etwas Vorgeschichtskenntnise um etwas mehr zu kapieren. Nichtsdestotrotz ist es wunderschön, finster und gleichzeitig auch leicht trashig. Wunderschön wegen Laurence Campbells Zeichnungskunst, finster weil alles schwarz ist und trashig weil hier zwei Russen in der Hölle unterwegs sind - wobei beide unter Einmachgläsern leben oder gelebt haben. Ganz ehrlich, mich hat weder Mignola noch Hellboy generell noch John Arcudi generell enttäuscht. So solls auch bitte bleiben.

8/10 Pfandflaschen
Made by: Mike Mignola, John Arcudi, Laurence Campbell
Erhältlich bei: Dark Horse
3,99$

Carnage#10

Das ist jetzt nichts neues für mich. Ich wusste dass der allseits (un)beliebte Sohn von Venom eine eigene Comicreihe hat. In Anbetracht der Tatsache dass sowohl Dr. Doom als auch Magneto ihre eigenen Serien haben ist es wirklich nichts neues das Marvel-Bösewichte dieses Privileg kriegen. Jedoch ist Carnage ein völlig durchgeknallter Psychopat. Wie soll das also gehen? Ich wollte mich selbst überzeugen, also griff ich zu. Cooles Logo, btw. Könnte das von einer Death Metal Band sein.

Natürlich geht es NICHT um Carnage in erster Linie. Klar er ist der Hauptbösewicht in der
Geschichte. Jedoch geht eigentlich um eine Anti-Carnage-Einsatztruppe bestehend aus Yuvraj Singh, Svaminee Montesi, Eddie Brock (ex-Venom, ex-Anti-Venom, jetzt Toxin) und Colonel John Jameson aka Wolf Man. Sie sind in einem Auftrag auf einem Ship, auf welchen Carnage mehrere Geiseln genommen hat und mithilfe eines Buches namens "The Darkhold" diese in Monster verwandelt und von nun an nur durch Magie besiegbar ist.

Puh. Carnage ist dafür da, Chaos zu säen und sich unbeliebt zu machen. Die Aufgabe vom Rest ist es, ihn zu bekämpfen. Beide machen ihre Aufgaben recht gut. Ich hatte Spaß beim Lesen. Jedoch ist es kein besonderer Krach sondern schlicht und einfach ein recht simpler Comic, den ich in meine Box verstauen werde.

6/10 Pfandflaschen
Made by: Gerry Conway, Mike Perkins
Erhältlich bei: Marvel
3,99$


Witchfinder: City of the Dead#1

Oh noch ein Comic "from the Pages of Hellboy" ("aus den Seiten von Hellboy" klingt Scheiße). Und mal wieder bin ich nicht enttäuscht. Ich glaube nächsten Monat mache ich ein reines Hellboy-Special. Nein nein, mach ich eh nicht, keine Sorge.

Edward Grey ist neuerdings zum Sir ernannt worden. Er lebt im viktorianischen Zeitaltert und beschäftigt sich mit paranormalen Phänomenen. Böse Zungen nennen ihn den Witchhunter. Neuerdings wurde er Zeuge wie die exhumierte Leiche eines Grabräubers, der vor seinem Tod behauptet hat von der Leiche gebissen worden zu sein, zum Leben erweckt hat. Außerdem finden
Bahn-Arbeiter einen ganzen unterirdischen Kult-Tempel. Überhaupt hat das hier nur mit Leichen zu tun.

Edward Grey ist richtig cool. Er ist selbstsicher und leicht eingebildet, obwohl er nicht alles weiß. Falls ihr meine bisherigen Reviews gelesen habt, habt ihr vielleicht festgestellt dass ich kein sehr großer Fan von Fantasy bin. Generell kein großer Fan von Comics die im Mittelalter/Vergangenheit spielen. Aaaaaber ich mag den 2. Weltkrieg (ich ahb das grade wirklich gesagt), ich mag das viktorianische Zeitalter. Ergo schenkt mir Comics aus dem Zeitalter, schenkt mir Steampunk, schenkt mir schenkt mir schenkt mir. Ich habe wirklich nicht mehr viel zu sagen, außer: Es ist cool, es ist praktisch wie BPRD in der Vergangenheit nur in klein. Ein Typ in Fliege der Ungeheuer und Zombies jagt. Taugt!

8/10 Pfandflaschen
Made by: Mike Mignola, Chris Roberson, Ben Stenbeck
Erhältlich bei: Dark Horse
3,99$

Dienstag, 2. August 2016

Comic Book Review#256: Scarab#1 (1993)

Bei "Scarab" sollte es sich ursprünglich um einen Reboot der "Doctor Fate"-Reihe für DCs Imprint Vertigo handeln. Allerdings wurde daraus eine Serie über einen neuen, eigenständigen Charakter.

Scarab, das ist der 78jährige Louis Sendak, der zu seiner besseren Zeit als Superheld für Recht und Ordnung gesorgt hat. Durch seinen Vater, der früher durch eine geheime Tür in andere Dimensionen gelangt ist, kam Louis an ein ägyptisches Artefakt namens Skarabäus der sich an ihm festgehängt hat und seitdem für Superkräfte sorgt. Seitdem seine Frau jedoch durch sein Verschulden in einer anderen
Dimension verschwand, sperrte er den Skarabäus weg und setzte sich zur Ruhe. Von da an wartet er nur bis sich die geheime Tür öffnet und Eleanor wieder in sein Leben zurückkehrt. Als jedoch Sicari, ein Assasine mit Superkräften die besagte Tür öffnet erkennt Louis seine Chance. Er kann Eleanor finden und eventuell sogar auch einen Sinn im Leben. Er wird wieder zu Scarab.

Nunja, ich möchte den Comic nicht allzusehr mit Lob überschütten, da er für mich die gewohnte Vertigo Art und Weise aufzeigt - sprich hochqualifizierte Künstler die ziemlich interessante Geschichten umsetzen. Ergo nichts was ich nicht kenne. Ja, man kann auch von gut gemachten Comics leicht gelangweilt sein (:P). Aaaaaber Scarab ist wohl doch richtig cool. Ich sehe das als das gute und schlechte der 90er vereint in einem Comic. Das Design von Scarab ist sehr creepy und erfüllt auch sämtliche 90ies Klischees. Das drumherum wirkt aber sehr düster und alles andere als vollgeladen mit irgendwelchen überdimensionalen Waffen (man denke da an Liefeld). So haben wir quasi einen leicht-Liefeld'schen Superhelden der in einer vollkommen nicht zu ihn passenden Welt wandert. Ein sehr guter Kontrast. Mal wieder keinen Fehler gemacht weil ich zu Vertigo gegriffen hab.

8/10 Pfandflaschen
Story/Art: John Smith, Scot Eaton, Mike Barreiro

Dienstag, 24. Mai 2016

Comic Book Review#246: The Exterminators, Vol. 1 - Bug Brothers (2006)

Den ersten Band von "The Exterminators" habe ich vor ca. 4-5 Jahren mal gelesen und konnte bis letztens aus unerfindlichen Gründen nicht auf die Idee kommen dieses wunderbar eklige Werk weiter zu verfolgen. Ergo fangen wir noch mal von vorne.

"The Exterminators" erzählt die Geschichte eines jungen Mannes namens Henry Oliver. Dieser hat es grade mal aus dem Knast geschafft und befindet sich auf Bewährung. Um sich wieder erfolgreich in der Gesellschaft zu integrieren braucht er einen annehmbaren Job, ergo nimmt er das Angebot seines Stiefvaters an. Dieser ist der Leiter eines Kammerjägerunternehmens namens Bug-Bee-Gone Co. Henry sieht in der Arbeit eine wunderbare Möglichkeit mit seiner dunklen Vergangenheit
abzuschließen. Nur ist das nicht so leicht. Als Kammerjägerlehrling wird er nämlich von einem ekelhaften Soziopathen begleitet (bzw. "trainiert), der sich gerne das Anti-Kakerlaken-Präparat in die Venen spritzt. Überhaupt scheint keiner der Mitarbeiter völlig klar im Kopf zu sein. Außerdem scheinen die Kakerlaken von Los Angeles merkwürdig anders zu sein.

Ich kann das irgendwie schlecht beschreiben. Vom Setting her, von der Schmuddeligkeit her, erinnert mich das ganze an Breaking Bad. Es ist ähnlich obskur und kaputt. Es spielt zwar in Los Angeles und nicht in ABQ(,bitch!), dafür aber teilweise in Armenvierteln. Hinzu kommt aber noch der Aspekt mit der geheimnisvollen Schachtel und den nicht weniger geheimnisvollen Skarabäus der immer wieder auftaucht. Vielleicht ist es nur ein dahingerotztes mysteriöses Element der nicht viel mit sich bringt. Vielleicht aber doch. Wer weiß. Wir werden sehen.

Von Simon Oliver und Tony Moore. Erhältlich bei Vertigo

8/10 Pfandflaschen