Mittwoch, 21. Oktober 2026

Film der Woche#701: Simpsons Treehouse of Horror Triple Feature!

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Film der Woche" auf "..,klar". Ich merke grade dass es fast 52 Wochen her ist, dass ich das letzte Simpsons Halloween Triple Feature gemacht habe. Also, fast genau ein Jahr her, seitdem dieses Review hier erschienen ist. Ich habe aufgehört bei Staffel 11. Nun geht's weiter mit den Halloween Specials aus den Staffeln 12, 13 und 14.

S12E01: "Treehouse of Horror XI" (2000)

Okay, zunächst mal haben wir hier eine zynische Eröffnungssequenz in welcher die Simpsons zu Halloween als die Familie Munster verkleidet ist und von Einheimischen totgeprügelt wird. Bis auf Lisa, die sich als Marilyn verkleidet hat und normal aussieht. Vielleicht soll das Ganze ja auch eher eine Hommage und keine Verkleidung sein. Wie auch immer, es ist nur ein Intro.

In "G-G-Ghost D-D-Dad" sagt Homers Horoskop dass er bald sterben wird. Auch Marges Horoskop sagt, dass ihr Ehemann sterben wird. Den ganzen Tag über läuft Homer tödlichen Situationen aus dem Weg, sodass man das Gefühl hat, es handle sich hierbei um eine "Final Destination"-Parodie. Tatsächlich stirbt er erst zuhause. Beim Abendessen erstickt er an einem Brokkoli. Kaum im Himmel angekommen, meint Petrus zu ihm, dass er erst einen vollen Zugang kriegt, wenn er auf die Erde zurückkommt und als Geist eine gute Tat vollbringt. Nach eher misslichen Versuchen gelingt es ihm tatsächlich und er kommt in den Himmel bevor die 24 Stunden Frist verstreicht. Petrus hat aber nicht aufgepasst und die Tat nicht gesehen, also kommt Homer in die Hölle. 

"Scary Tales Can Come True" ist eine Parodie auf Märchen der Gebrüder Grimm. Darin wohnen die Simpsons als äh Familie aus der frühen Neuzeit(?) in einem Haus aus Kürbis in einem Wald. Homer verliert seinen Job als Dorftrottel und so müssen Sparmaßnahmen ergriffen werden. Bart und Lisa werden von ihm kurzerhand im Wald ausgesetzt. Zum Glück hat Lisa ein Buch der Gebrüder Grimm dabei, dass den beiden helfen kann sich im Wald zu orientieren. So weichen sie Moe den Barkeeper in Trollgestalt aus, landen im Haus der drei Bären und im Endeffekt werden sie von der bösen Hexe versklavt. Also, Lisa wird versklavt und darf das Haus fegen während Bart gemästet wird. 


Die mit Abstand beste Episode in dieser Folge ist allerdings: "Night of the Dolphin", eine Parodie auf "Day of the Dolphin" und Alfred Hitchcocks "The Birds". Lisa befreit einen Delfin, der gezwungen ist in "Marine World" für die Zuschauer Tricks vorzuführen. Als er in Freiheit ist, erfahren wir dass dieser Delfin der König aller Delfine ist. Nun kommt die Rache für das, was ihm angetan wurde. Die gesamte Delfinpopulation greift nun Springfield an, Menschen werden verprügelt und getötet und am Ende heißt es: "Wir treiben die Menschen zurück ins Meer, wie sie es damals mit uns getan haben.".

Während "Night of the Dolphin" eine (Sozial)Kritik aufweist und Tierwohl thematisiert sind die anderen beiden Episoden eher von geringeren Gehalt. Doch zunächst mal: "Night of the Dolphin" ist wirklich verdammt gut. Es ist sehr zynisch und hat ein sehr makaberes Ende, wobei man finster auflachen kann. Ich kenne von den Vorlagen nur "The Birds" und habe die Szenen wiedererkannt. "Day of the Dolphin", in welchem ein Delfin trainiert wird um den US-Präsidenten zu töten (lel) kenne ich allerdings nicht und kann nichts zu sagen. Jedenfall ist es eine sehr gute Episode während die beiden anderen ziemlich abstinken. Die erste hat einen witzigen Moment: Als Homer als Geist auf die Erde zurück kommt und noch mal das Brokkoli Stück isst an welchen er erstickt ist - und noch mal erstickt. Die Grimm-Episode hat ein meiner Meinung nach ziemlich witziges Ende. Ansonsten muss ich leider sagen, dass sie weder über großartige Sozialsatire noch über besonders einfallsreiche Hommagen verfügen. Es ist nicht mal "ooga booba"-scary und auch nicht besonders zynisch-makaber. Es ist einfach irgendwie da. Aber wenigstens ist "Night of the Dolphin" so gut. Ein Beweis dass man ein Film über Delfine (Day of the Dolphin), ein Film über einen Hai (Jaws), ein Film über Wale (Free Willy) und ein Film über Vögel (The Birds) in einen Mixer schmeißen kann.

5/10 Pfandflaschen

Intro:



S13E01: "Treehouse of Horror XII" (2001)

Diesmal fackelt die Serie nicht lange und direkt in der ersten Episode gibt es ordentlich Unsinn zu sehen. So gehen die Simpsons in "Hex and the City" nach "Ethnictown", wo sie eine Wahrsagerin aufsuchen. Leider zerstört Homer ihre Filiale in einen Anfall von Dummheit sodass sie ihn und seine Familie verflucht. Nach und nach wachsen Marge immer mehr Haare, Lisa verwandelt sich in eine Zentaurierin, Maggie in einen Marienkäfer und Barts Hals wird immer länger nachdem er mal wieder von Homer gewürgt wurde. Außerdem sterben Lenny und Carl, Homers Freunde und Saufkumpanen nachdem ein Helikopter in Moe's Kneipe einstürzt. Wie Moe Homer vorgeschlagen hat, soll dieser einen irischen Leprechaun finden. Diese sollen angeblich Wahrsagerinnen Angst machen. Gesagt, getan. Nachdem sie den hyperaktiven Leprechaun zuerst nach Hause bringen und dieser völlig frei dreht, bringen sie ihn zur Wahrsagerin. Dort verlieben sich die beiden und feiern kurze Zeit später Hochzeit mit den Simpsons, lauter Wahrsagerinnen und anderen Fabelwesen. Im Review-Teil sage ich mehr dazu. Keine Sorge. 

"House of Whacks", eine Parodie auf "2001: A Space Odyssey" zeigt die Simpsons wie sie sich eine Art Smartphone auf Steroiden besorgen. Die PC/Kombjuder-Stimme ist die von Pierce Brosnan. Es dauert nicht lange bis sich die KI in Marge verknallt und versucht Homer loszuwerden. 

In der letzten Episode namens "Wiz Kids" wird offensichtlich Harry Potter parodiert. So befinden sich Bart und Lisa auf einer Schule für Magie in Springfield. Bart ist sehr neidisch auf Lisas bessere magische Fähigkeiten. So verwandelt sich sein Frosch in ein kotzendes Monstrum während Lisas Frosch sich in einen Prinzen verwandelt. So wird der dunkle Lord Montymort auf den Jungen aufmerksam, kidnappt ihn und weiht ihn ein in einen finsteren Plan. Montymort möchte Lisas magische Intelligenz aufsaugen und will nun mit Barts Hilfe zu ihr gelangen.

Also gut. Die letzte Episode ist eine ziemlich faule Harry Potter Parodie, die kein Bisschen gruselig und ehrlich gesagt nur gelinde witzig ist. Es fehlt jeglicher tiefgründigerer Witz. Man beschränkt sich darauf, eine "Parodie wegen der Parodie" zu sein. Und mehr auch nicht. Ehrlich gesagt finde ich das hier sehr schade, weil die Simpsons hier sehr wahrscheinlich einen Trend beginnen werden: Nämlich das Halloween-Parodieren-von-damals-aktuellen-Franchises. "House of Whacks" ist wirklich super lustig - vor allem wegen Pierce Brosnans charmanter Stimme die so gar nicht zum Rest des Geschehens passt. Sehr witzig vor allem, wie die Episode endet. Aber mehr verrate ich dazu nicht. "Hex and the City" hat ein gewisses Geschmäckle. So habe ich hier zwar von einer "Wahrsagerin" gesprochen, aber in der Folge heißt es "Gypsy" also "Zigeunerin". Nicht nur dass "Zigeuner" eine durchaus als beleidigend wahrgenommene Bezeichnung für Sinti und Roma ist, so wird diese Bezeichnung auch noch für eine Art Zauberwesen übernommen. Das ist vllt. nicht beleidigend gemeint, aber vollkommen absurd und ehrlich gesagt ziemlich dumm.

4,5/10 Pfandflaschen
Intro:



S14E01: "Treehouse of Horror XIII" (2002)

Wir sind nun also im Jahre 2002 angekommen, dem Jahr in dem ich nach Deutschland gekommen bin. Es kann gut sein dass die Staffel 14 eine der ersten neueren Simpsons-Staffeln für mich war, die ich komplett auf Deutsch geguckt habe. Ich bin mir aber nicht komplett sicher.

Wieder mal wird nicht lange gefackelt und es ist tatsächlich die erste Folge in dieser Ausgabe die ich von vorne bis hinten genossen habe. In einer Parodie auf den Michael Keaton Film "Multiplicity" namens "Send In The Clones" trifft Homer auf einen Hängemattenhändler. Seine Hängematte ist nämlich gerissen und er braucht eine neue. Es stellt sich heraus, dass diese neue Matte in der Lage ist, Menschen zu klonen. So klont sich Homer selbst um all die Haushaltsarbeiten die ihn Marge aufträgt auf andere zu übertragen. Seine Klone sind dümmer als er und leicht zu steuern. Als eines der Klone Ned Flanders mit einer Kettensäge umbringt, beschließt Homer dass sie alle samt der Hängematte weg müssen. Allerdings führt das zu einer Katastrophe, denn: Die Klone sind schlau genug um sich selbst mit der über gelassenen Hängematte zu klonen und fluten nun die Stadt. 


"The Fight to Creep and Scare Harms" handelt davon wie Bart und Lisa beim Begräbnis ihres Goldfisches an ein interessanten Grabstein stoßen. William H. Boney, der mit 21 Jahren erschossene Mann, träumte laut der Info darauf von einer Welt ohne Waffen. Beeindruckt davon, setzt Lisa eine Bewegung in Gang. Nach einer Kampagne gegen Waffen ist die Stadt irgendwann komplett frei von Waffen. Bis der oben erwähnte William H. Boney aus seinem Grab aufersteht. Es stellt sich heraus, dass er Billy the Kid war. So übernimmt er die Stadt mit ein paar anderen Revolverhelden als auch Kaiser Wilhelm. 

"The Island of Dr. Hibbert" ist eine sehr freie Parodie auf "The Island of Dr. Moreau". Die Simpsons fliegen in den Urlaub auf eine Insel, auf welcher Dr. Hibbert Experimente auf Menschen durchführt und sie in Tiere verwandelt. Nach und nach werden auch die Simpsons verwandelt: Marge in eine Wildkatze, Lisa in einen Adler, Maggie in einen Ameisenbären und Bart in eine Spinne. Homer ist zuerst schockiert von dem Ganzen, nimmt allerdings irgendwann wahr dass dieser neuer Lifestyle perfekt zu ihm passt - und lässt sich am Ende in einen Walross verwandeln.

Die letzte Folge ist im Grunde genommen "Good clean fun". Hier passiert nichts besonders krass provokatives oder außergewöhnliches. Im Grunde genommen ist es eine Art Metapher für die größten Träume des Menschen: Faul sein und nichts tun. Episode#2 parodiert einerseits den Umgang mit Waffen: So hat JEDER Bewohner Springfields mindestens eine Waffe (selbst Bart). Und am Ende als keiner mehr Waffen hat, ist man wehrlos und wird angegriffen. Meiner Meinung nach versuchen die Autoren eine Art Position der Mitte einzunehmen indem sie sagen: "Wir sind für einen vernünftigen Umgang mit Waffen weil wenn sie alle weg sind, dann sind wir wehrlos". Die erste Episode war das witzigste seit langem. Ich kann mich noch dunkel an den Original-Film dazu erinnern. Ich fand ihn im jungen Alter ziemlich witzig. Es ist ein simples Szenario, dass allerdings ein ziemlich makaberes Ende hat, was in der Story schulterzuckend aufgenommen wird. Also genau das was manchmal in den älteren Halloween-Episoden gang und gäbe war. Insgesamt immer noch ein "Hit and Miss" aber im Grunde doch eine solide Leistung.

7/10 Pfandflaschen
Intro:


Dienstag, 20. Oktober 2026

Comic Book Review#699: The Simpsons' Treehouse of Horror#17 (2011)

Die erste Story heißt "Nosferatu: A Simpsony of Horror" und stammt aus der Feder von Zander Cannon, Gene Ha und Art Lyon. Es ist eine exakte Nachahmung des Stummfilms mit Max Schreck in einer der Titelrollen. Naja, fast. Alles passiert in der fiktiven Stadt Springborg. Der Chef von Homer Simpson, Lord Burlock (ein Vampir) meint dass er näher zur Stadtmitte ziehen möchte. So meint Homer zu seinem Sohn Bart, dass dieser Burlock sein Baumhaus verkaufen soll. Wenn er das nicht macht, droht

man ihn dass seine Comics verkauft werden sollen. Also zieht Bart zum Burlock'schen Anwesen hinterm AKW und lernt den Mann kennen. Der Kaufvertrag soll aufgesetzt werden, als plötzlich Burlock ein Foto von Marge erblickt. Er nähert sich daraufhin in einer Limousine zum Simpsons'schen Haus und möchte unbedingt ihr Blut saugen. Währenddessen liegt Homer völlig besofski vor Moe's Kneipe nachdem er ein paar Bier und Fliegen (so wie ein gewisser Assistent von Dracula) zu sich genommen hat. Zum Glück kann Marge Lord Burlock mit einem Comic von Bart ablenken, sodass dieser gar nicht merkt, wenn die Sonne aufgeht - und daraufhin verbrennt. Was für eine großartige Idee, einen Stummfilm in einen Comic zu verwandeln und alles etwas "lockerer" aber gleichzeitig merkwürdiger zu machen. Am merkwürdigsten finde ich dabei Homers manisch wirkende Art. Jede Art von Grinsen in dieser Story ist außerdem wirklich creepy und verstörend. Verdammt gut gemacht.

"Marge of the Dead" von Jane Wiedlin und Tom Hodges: Die Simpsons spielen eine Runde Itchy und Scratchy Trivia. Bart gewinnt und möchte als Hauptpreis dass die ganze Familie mit ihm zusammen Star Wars nachspielt. So verkleiden sich die Mitglieder als Star Wars Charaktere: Bart als der Imperator, Lisa als Prinzessin Leia, Maggie als Yoda, Homer als Jubba the Hut und Marge als äh ich glaube Ahsoka Tano (?). Jedenfalls findet das ganze auf einem höheren Hügel in der Nähe des AKWs statt. Marge fällt aus Versehen runter und bricht sich das Knie. Nach einer dringenden Operation im Krankenhaus verändert sich ihr Wesen. Ein Körperteil musste mit einem Transplantat von einem Toten ersetzt werden. Und so wird Marge zum Zombie und klaut Menschen in der Stadt Gehirne. Die Lösung dafür ist eine simple. Der Rest der Familie bietet ihre Gehirne an, damit sie keinen anderen Menschen wehtut (?). Hä. Was ist das? Das fängt so witzig an und endet so abrupt. Und ist am Ende gar nicht witzig. Die Zeichnungen sind cool - weil sie sich größtenteils an den Simpsons-Stil halten. Aber die Stoy bringts leider gar nicht so wirklich.

"Harvest of Fear" von Jim Wooding und Max Badger: Diesmal handelt es sich um mehrere Stories in einer Story. Bart befindet sich auf einem Yard Sale - der bekannte Räuber Snake verkauft alte Sachen. Unter anderem auch Comics. Es stellt sich allerdings heraus, dass es allesamt geklaute Sachen von Hans Maulwurf sind. Jedenfalls kauft sich Bart eine Ausgabe von "Harvest of Fear". Es ist ein EC-Knockoff-Comic. Also kein Comic von EC sondern eine Nachmache davon. Diese wurden nicht mal von B-Listern sondern von arbeitslosen und schizophrenen Autoren aus der Psychiatrie geschrieben. Zuhause angekommen liest er die erste Geschichte (gezeichnet von Max Badger) die von einem Jungen handelt der ein Soziopath ist. Dieser bringt eine Schildkröte um, weil er wissen will was sich im Inneren befindet. Zuhause angekommen stellt es sich heraus, dass seine Familie (Mutter, Vater und Schwester die alle wie Marge, Homer und Lisa aussehen) ihre Körper haben umnähen lassen damit sie wie der Stoff von Topfhandschuhen aussehen. Nun möchten sie das gleiche mit ihm machen. Bart erschreckt sich durch die Lektüre der Geschichte und hat keinen ruhigen Schlaf danach. Am nächsten morgen hat er Halluzinationen. Er möchte aber unbedingt den Comic weiter lesen. In der nächsten Story geht es um weitere Jugendliche. Diese wundern sich warum in den zwei Comicläden ihrer Stadt keine Comics mehr zu finden sind. Es stellt sich heraus, dass ein Mann sie alle aufgekauft hat. Einer der Jungs findet raus, wie er heißt und wo er wohnt um ihn zu besuchen und zu überreden damit er ihm ein paar Comics verkauft. So führt der Mann den Jungen in den Keller und an der Stelle endet der Comic weil die letzte Seite fehlt. Bart ist sichtlich erschrocken darüber und will erfahren wie die Geschichte ausgeht. So besucht er den Comic Book Guy, der ihn erklärt wieso das so ist. Scheinbar hat der Autor der Geschichte, ein gewisser Mort Hooper, diese in einem Rausch geschrieben. Danach reiste er durch das Land um jede letzte Seite aus jeder Ausgabe des Comics rauszureissen. Zufälligerweise wohnt er in der Nähe von Springfield. So findet Bart seine Adresse raus und besucht ihn. Seltsamerweise ähnelte das Haus dem Haus im Comic den Bart gelesen hat. So überredet er den Autor tatsächlich ihm das Geheimnis zu verraten. Am Ende der Story sieht der Junge einfach nur ein Monster. Eine gewöhnliche Masche in EC-Comics oder deren Knockoffs. Doch warum hat der Mann jede Seite rausgerissen? Weil er wusste dass es Kinder wie Bart wahnsinnig machen würde - was dann geschieht, weiß ich nicht. Wahrscheinlich verwandelt er sich selbst in einen Monster. Allerdings fehlt die letzte Seite. Brilliante Story. Das ist irgendeine meschuggene Art von Metaebene. Die Comics im Comic sind beide in sehr gut nachgeahmten EC-Stil gezeichnet. Die Rahmenhandlung bleibt eine Art skurrille Simpsons-Karikatur. Ich find's faszinierend wie man es schafft zwei weitere Stories in einer Story unterzubringen. Es ist irgendwie Schummelei, aber eine sehr schlaue Art davon. Wahrlich fantastisch. Ich fand's...durchaus gruselig. 

7/10 Pfandflaschen

Montag, 19. Oktober 2026

Album der Woche#703: Cocteau Twins - Head over Heels (1983)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren "Album der Woche" im Halloween-Monat "SHOCKTOBER". Ursprünglich habe ich mir eine andere Band für das dritte Review vorgenommen, nur um dann festzustellen, dass sie nichts mit Goth, Horror oder Post-Punk usw. zu tun hatten. Auch die vierte Band, die eigentlich hätte vorkommen sollen, habe ich ausgeschlossen um eine zu reviewen, die hier noch nie vorkam. Wie auch immer. Ich stelle mir das immer so vor, dass die im "SHOCKTOBER" reviewten Bands irgendwie als Soundtrack zu einem fiktiven Horror/Sci-Fi/Mystery-Film funktionieren. 


So hatten wir hier The Cramps und Cradle Of Filth die wirklich wunderbar dazu passen. So passten erstere zu irgendeinen Roadtrip-Film mit Vampiren, während Cradle Of Filth zu einem Slasher-Film passen würden. Cocteau Twins passen am Besten zu einem Film Marke "Begierde" (The Hunger) mit Catherine Deneuve und David Bowie. Irgendwas über Vampire.

"Head over Heels" ist das zweite Album des Duos, bestehend aus Elizabeth Fraser (Gesang) und Robin Guthrie (alles andere). Gleichzeitig auch eines der Alben, die geholfen habe das Subgenre "Ethereal Wave" zu gestalten. Womit wir es hier zu tun haben ist ein unglaublicher, großartiger, träumerischer Sound der wirklich schwierig zu beschreiben ist. Die Kombination aus Drum Machine, dröhnenden Gitarren, Keyboards und sogar Saxophon (in "Five Ten Fiftyfold") ist wirklich fantastisch und fühlt sich an als würde ich mit Wattebeinen auf einem Feld aus Watte laufen während über einen sich ein Himmel aus Watte auftut. Die Songtitel klingen auch so. "Sugar Hiccup", "In Our Angelhood", "In The Gold Dust Rush". Frasers Gesang klingt beim ersten Hören gar nicht nach richtigen Worten, sondern nach Lautmalerei. Und das obwohl ganz klar Texte zu hören sind. Es ist träumerisch, verträumt, dreamy und jegliches andere Adjektiv für dieses zufällig erfundene Subgenre. Dream Pop. Im Grunde genommen ein Schritt in eine etwas andere Richtung als "Goth" sein sollte. Nicht finster, aber verträumt (da ist das Wort schon wieder) und irgendwie geheimnisvoll. Passt das als Soundtrack zu einem üblen Horrorfilm? Naja, nicht ganz. Aber zu irgendwas mysteriösen, geheimnisvollen auf jeden Fall. Wie schon oben gesagt. Oder vielleicht zu einem nicht existenten Film von David Lynch. Einfach fantastisch.

Anspieltipps: Sugar Hiccup, Glass Candle Grenades, The Tinderbox (Of A Heart)
9/10 Pfandflaschen


Freitag, 16. Oktober 2026

My Favorite TV-Show: Chucky, Staffel 3

Allright. Nun sind wir also am Ende dieser unfassbar fantastischen und witzigen Serie angelangt. Um euch mal die Übersicht zu bieten: Hier geht es zur Staffel 1 (da findet ihr auch die Übersicht über das komplette Franchise) und hier zur Staffel 2. Tatsächlich wurden die beiden Staffeln von mir bei "Film der Woche" und nicht bei "My Favorite TV-Show" reviewt. Aber das ist jetzt halt so. Wenigstens sind all diese Review im SHOCKTOBER erschienen und das passiert hiermit auch. Here we go...


Diesmal sind tatsächlich große, sehr sehr große Dinge am laufen. Der Schauplatz der Serie ist zum Teil das Weiße Haus. Zunächst mal ein Fun Fact: Devon Sawa (genau der Stan aus Eminems "Stan") spielt hier gleich drei Personen: den Präsidenten der USA James Collins, einen gewissen Randall Jenkins und in einer Szene auch Jake Wheelers (Zackary Arthur) Vater Lucas. Die Familie des Präsidenten hat vor kurzem einen sehr tragischen Tod erlebt. Henry Collins der jüngere Sohn, gespielt von Callum Vinson) ist traumatisiert weil sein jüngerer Bruder Joseph vor kurzem an Krebs gestorben ist. Sein älterer Bruder Grant (Jackson Kelly) verarbeitet das auf eigene Weise und stellt sich mit TikTok (oder so) voll ins Rampenlicht. Genau diesen Umstand eines traumatisierten Kindes nutzt Chucky (Brad Dourif) um ins Weiße Haus zu kommen. Unterstützt wird er dabei von Caroline Cross (Carina London Battrick), Lexys (Alyvia Alyn Lind) Schwester die inzwischen mit ihm gemeinsame Sache macht und seine Begleiterin geworden ist. Doch warum musste die Puppe unbedingt ins Weiße Haus kommen? Nun, Chucky wird sichtbar alt. Scheinbar ist die Voodoo Magie, womit der Serienmörder überhaupt als Puppe wiedergeboren wurde irgendwie verseucht worden. Sein Körper altert rapide und er braucht ein richtiges schönes, blutiges Voodoo-Ritual mit mindestens einer Ficktonne an Toten um sich "wiederherzustellen" bzw. den Voodoo-Gott Dambala zu "besänftigen". Als Devon (Björgvin Arnarson), Lexy und Jake im Fernsehen sehen, dass Chucky nun Henrys Spielzeug ist, beschließen sie ihn endlich(!) ein für alle mal (!) zu stoppen. Dafür müssen sie allerdings ins Weiße Haus gelangen.

Das nenne ich mal ein Abschluß. Ein Abschluß, weil die Serie danach nicht fortgesetzt wurde. Das heißt also, dass die Reihe demnächst, irgendwann, wohl als Film fortgesetzt wird. Es endet (wie so oft) mit einem Cliffhanger, sodass man alles fortsetzen kann - oder auch nicht. Ich war ehrlich gesagt etwas vorm Kopf gestoßen weil ich irgendwie, naiverweise, wollte dass es endlich mal ein Ende hat. Doch natürlich kommt es anders und es gibt kein "Happy End", wie man es sich als geistig gesunder Mensch so vorstellt. Keine Ahnung. Ich finde man schafft es hier sehr gut, etwas komplett over the top zu gestalten (eine Puppe die als Körper für die Seele eines Serienmörders dient, die die Macht über den Atomknopf hat) und gleichzeitig sehr "realistisch" (eine Puppe die versucht ein Kind  zu manipulieren und seine Trauer ausnutzt). Sehr witzig finde ich nach wie vor diese Parodie der ganzen Geschichte über "Multiversen" bzw. "Varianten". Das sind meine absoluten Highlights hier. Brad Dourif spielt nicht nur Chucky in seinen verschiedenen Gestalten (unter anderem als sein älteres selbst). Nein, es gibt hier auch verschiedene Varianten von Chucky in menschlicher Form. Und mein allergrößtes Highlight hier ist tatsächlich Jennifer Tilly die Tiffany Valentine spielt die im Körper von Jennifer Tilly lebt. Es ist so absurd und höllisch amüsant. Schauspielerisch eine wirkliche Meisterleistung.



Mittwoch, 14. Oktober 2026

Film der Woche#700: TOXIC AVENGER TRIPLE FEATURE!

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile SIEBENUNDHUNDERTSTEN "Film der Woche" auf diesem Blog. Wir befinden uns bekanntlich im Horrormonat Shocktober. Darum habe ich mir gedacht, ich könnte dafür ein Franchise hier wieder reinbringen, dass ich unbedingt weiter gucken wollte. Und zwar das über den einen Nerd der in toxische Abfälle gefallen ist und zu einem mutierten Superhelden wurde. Es gibt ja auch einen neuen Film und den würde ich euch gerne vorstellen. Aber zuerst die anderen Sachen: Wir kennen ja den ersten, den zweiten und den dritten Teil. Bevor wir mit dem vierten und den Remake weiter machen geht es allerdings erst los mit:

Toxic Crusaders, S1E1: "The Making Of Toxie" (1991)

So wie gefühlt jede Filmreihe, die eher an Erwachsene gerichtet war - oder zumindest über Erwachsenenhumor verfügt hat, hat auch "The Toxic Avenger" eine Zeichentrickinterpretation bekommen. Ganz in Tradition von Swamp Thing, Rambo, Robocop oder später auch Die Maske, Ace Ventura und Dumb & Dumber. Diese Version von Toxie ist definitiv an Kinder gerichtet, allerdings finden sich hier auch Witze, die Erwachsene lustig finden könnten, die Kinder nicht verstehen. Es bleibt aber sehr sehr harmlos.

Die erste Folge ist im Grunde genommen eine Art Neuerzählung des Films. Der schmächtige jugendliche Melvin, der als Putzhilfe in einem Fitnesszentrum arbeitet wird Opfer von einem Prank und fällt in ein Fass mit toxischen Abfällen. Daraufhin verwandelt er sich in a) eine ältere Frau, b) einen schrecklichen Hollywood-Produzenten und dann c) in Toxie, wie man kennt und liebt. Als er zuhause

ankommt, fällt seine Mutter wegen seines Anblicks in Ohnmacht. So beschließt er auf die Müllhalde umzuziehen, wo er später die kurzsichtige Yvonne kennen lernt. Die beiden verlieben sich ineinander. Sie spricht mit einem Brooklyner Akzent und spielt Akkordeon. Der Bösewicht in der Serie ist nicht der korrupte Bürgermeister sondern eine Art außerirdischer Overlord mit vier Armen namens Czar Zoster, der mithilfe seiner Gehilfen Tromaville zu einer toxischen Müllhalde machen will. Toxie muss schnell den Helden spielen und beschützt auch Waisenkinder. Czar Zoster will nämlich das Heim abreissen und fängt an, die Kinder rauszuschmeißen. Er wird bei der Rettung von den Medien aufgenommen und berühmt. So werden andere Mutanten auf ihn aufmerksam und am Ende der Folge gründen sie gemeinsam eine Gruppe, um das Verbrechen und Umweltverschmutzung zu bekämpfen. Aus Toxie, Major Disaster und No-Zone werden die Toxic Crusaders.

Was soll ich sagen? Ich habe selten (nach Rambo natürlich) gesehen, wie ein Film für Erwachsene so perfekt kindertauglich gemacht wird. Toxies Stimme ist sehr sanft und freundlich. Es gibt in der ersten Folge bis auf Yvonne keine nennenswerten Nebencharaktere (okay vielleicht Melvins besorgte Mutter). Außer natürlich die Bösewichte und die anderen Crusaders. Sie sehen nämlich fast so aus als hätte sie jemand bei einer ordentlichen Runde Alkohol und anderen Drogen ausgedacht. Ganz vielleicht um sie später zu Action Figuren zu machen. Also, eigentlich sehr sicher. Ich meine, es war so. Im Prinzip ist "Toxic Crusaders" ein ellenlanger Werbespot für Actionfiguren. Und natürlich werden in der Serie noch weitere Verbündete (vielleicht?) und verschiedene Bösewichte vorkommen, die man allesamt als Actionfiguren verwursten kann. Also, so wie bei den Turtles oder G.I.Joe oder Thundercats oder He-Man oder Street Sharks oder Extreme Dinosaurs. 

Fazit: Spaßig, mehr aber auch nicht.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



Citizen Toxie: Toxic Avenger IV (2000)

Nun sind wir also am Ende der ursprünglichen Reihe angelangt. Falls ihr euch nicht erinnern könnt, was im letzten Teil passiert ist, so klickt hier. 

Wir befinden uns wieder in Tromaville. In letzter Zeit terrorisiert eine Gang namens "Diaper Mafia" die Stadt. Natürlich ist es eine Anspielung auf die "Trenchcoat Mafia" und selbstverständlich wird in den Nachrichten besprochen ob Metal, Rap Musik oder Videospiele Schuld seien. Diesmal überfallen sie eine Schule für "besondere Kinder". Die in Windeln gekleideten Ekelfreds nehmen Kinder und Lehrer als Geiseln. Kurze Zeit später taucht der Toxic Avenger (David Mattey), verkleidet als Frau im Bikini. Zusammen mit seinem Sidekick Lardass (Joe Fleishaker) auf und versucht die Situation zu entschärfen. Naja, eigentlich reißt er Eingeweide aus und vermöbelt die meisten Idioten. Doch einer von den Spinnern (der in Wirklichkeit der Sohn eines neo-nazistischen Polizeibeamten ist und mit ihm zusammenarbeitet) hat eine Bombe, die er droht zu zünden. Lardass isst die Bombe mit Erdnussbutter auf, sie explodiert und alles scheint irgendwie im arsch aber halbwegs okay zu sein. Toxie hat ein Mädchen namens Sweetie Honey (Lisa Terezakis) und einen rebellischen Teenager namens Tito
(Michael Budinger) gerettet. Die Explosion eröffnet allerdings ein Tor in eine andere Dimension, sodass Tromaville mit dessen Zwillingsstadt Amortville verbunden ist. So kommt Toxies Doppelgänger aus der anderen Dimension nach Tromaville. Sein Name ist Noxie und er ist ein Drogendealer der Amortville in Schach hält. Er ist ein Tyrann. Toxie gelangt nach Amortville und versucht dort mit noch mehr illustren Gestalten zu recht zu kommen. Währenddessen verlagert Noxie seine Schreckensherrschaft nach Tromaville und tut sich mit dem Nazi-Polizisten zusammen. Sie arbeiten daran, den hiesigen Bürgermeister (Ron Jeremy, bah) zu stürzen.

Nachdem ich schon so einige Troma Productions gesehen habe, war ich der Meinung, dass das alles zwar schon Bonkers ist, aber es noch mehr Bonkers gehen kann. Toxic Avenger 4 ist definitiv noch mehr bonkers. Man macht sich über alles und jeden lustig. Einerseits erscheint der Film so, als würde er sich über geistig Behinderte lustig machen, doch dem ist nicht so. Er zeigt viel mehr, dass ein Teil der Gesellschaft diese Menschen immer noch verachtet und nach außen so tut als wären sie "besonders". Nazis kriegen aufs Maul, KKK-Männer auch. Man zieht die Berichterstattung über Amokläufe durch den Kakao. Es gibt viel, sehr viel, Kunstblut, Kunstgedärme, Nacktheit, Gewalt und Scheiße zu sehen als auch sehr viele böse Schimpfwörter zu hören. Oh und Lemmy taucht auf. Habe ich das schon gesagt? Lemmy hat zwei kurze Cameo-Auftritte. Jedenfalls übertrumpft der vierte Teil den vierten noch mal in Sachen Absurdität. Aber er ist kaum zu vergleichen mit dem ersten, der noch so was wie eine düstere Komponente hatte. Ich hatte trotzdem unglaublichen Spaß daran.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:



The Toxic Avenger (2023)

Nun sind wir also am Ende des Franchises angenommen. Chronologisch betrachtet ist das also der bis jetzt letzte Film der TA-Reihe. Rausgekommen im Jahre 2023 auf irgendeinem Filmfestival (hab den Namen vergessen) und 2025(?) dann endlich auf DVD. Ich durfte mir das Ganze zuhause reinpfeifen. Geil.

"The Toxic Avenger" ist keine "Fortsetzung nach Jahren" sondern ein Remake des ersten Films. Dieser macht zwar gewisse Anspielungen auf das Original, ist aber stellenweise wesentlich ernster und bietet eine doch etwas andere Origin Story von Toxie. Diesmal geht es um den Hausmeister Winston Gooze (Peter Dinklage), der bei einem Pharmaunternehmen namens BTH arbeitet. Dieses verkauft sich nach außen als ein familienfreundliches, Fitness- und Gesundheitsförderndes Unternehmen. In Wirklichkeit ist BTH verantwortlich für unfassbar viel Umweltverschmutzung und diverse andere Dinge. Eine ehemalige Angestellte des Unternehmens, J.J. Doherty (Taylour Paige) trifft sich mit einem Investigativ-Journalisten um ihm gewisse geheime Informationen zu übermitteln. Dieser wird allerdings von der als Killer engagierten Nu Metal Band "The Killer Nutz" umgebracht. J.J. ist daraufhin flüchtig und wird fieberhaft von BTH gesucht. Winston hingegen lebt alleine mit seinem Stiefsohn Wade (Jacob
Tremblay), nachdem dessen Mutter an Krebs gestorben ist. Bei einer ärztlichen Untersuchung findet man raus, dass Winston eine tödliche Krankheit hat. Er sucht Hilfe beim CEO von BTH, Bob Garbinger (Kevin Bacon), doch diese wird ihm verwehrt. So beschließt er einzubrechen und Geld zu stehlen. Allerdings wird er von den Killer Nutz umgebracht, die eigentlich hinter J.J. her sind und landet in einem Bottich mit giftigen Schlamm. Daraufhin verwandelt er sich in ein Monster, dass ein Mopp mit radioaktiven Schlamm als Wafffe benutzt (Luisa Guerreiro). Der Toxic Avenger ist nun geboren. Kurze Zeit später tun sich Winston/Toxie mit J.J. zusammen um BTH endlich zur Strecke zu bringen.

Zu den üblichen Themen Umweltschutz und Korruption kommen noch andere, die damals schon aktuell waren und es heute leider immer noch sind. Armut und die Unfähigkeit sich finanziell abzusichern, auch krankenversicherungstechnisch. Dazu kommt noch eine wesentlich realistische Darstellung eines awkwarden, unsicheren Teenagers der mit der Situation (Tod seiner Mutter und Leben mit Stiefvater) nicht wirklich zu recht zu kommen scheint. Dann natürlich der besagte Stiefvater der irgendwie der Meinung ist, dass alles okay ist, aber tief im Inneren weiß, dass es doch anders ist. Die Panik, als er erfährt dass er todkrank ist. Das ist alles ziemlich ernst. Ziemlich sehr ernst. Die over-the-top-Elemente die hier dazu kommen sind zwar nicht so over-the-top wie beim Original aber doch ziemlich over-the-top. Es ist, meiner Meinung nach, eine Art Dramedy mit Horrorelementen. Diese Nu Metal Band/Killerkommando von Mutanten ist einfach großartig lustig. Ebenso lustig ist es wie hier Arme und Beine abgerissen werden, Gedärme durch die Gegend fliegen oder Köpfe mit dem radioaktiven Mopp zerschlagen werden. Es ist herrlich witzig ohne jedoch zu trashig zu werden. Im Gegensatz zu "Citizen Toxie" gibt es hier keine übermäßige Nacktheit und keine Fäkalien (zumindest nicht in dem Ausmaß). Es ist im Grunde genommen eine "erwachsenere" Version von Toxic Avenger, die jedoch trotzdem zu unartig fürs normale Kino ist. Ich habe mich köstlichst amüsiert und hoffe doch auf eine vernünftige Fortsetzung.

8/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 13. Oktober 2026

Comic Book Review#698: The Simpsons Treehouse of Horror#16 (2010)

Allrighty then. Die jährliche "Treehouse of Horror"-Ausgabe wird also mit der Ausgabe#16 ganze 16 Jahre alt und darf Bier trinken aber noch keine Zigaretten rauchen.

Diesmal haben wir es zuerst mit dem großartigen Evan Dorkin zu tun. Bekannt unter anderem für "Hectic Planet" oder "Milk and Cheese". Die erste Story wurde von ihm geschrieben und gezeichnet - und zwar in durchaus üblichen Simpsons-Stil. Bis auf die Gore-Elemente, die sind definitiv Dorkin-Style. Die Story heißt "I Screwed Up Big-Time and Unleashed the Glavin on an Unsuspecting World! ...I Totally Saved the Earth's Butt and Made the Glavin Cry Like a Little Wuss!". Darin nahm die Springfielder Schule teil an einer Exkursion in Professor Frinks Labor. Dieser präsentierte seine neueste Erfindung. Eine Art intergalaktisches Telefon, das in der Lage war andere Zivilisationen zu erreichen. Leider hat es ein Monster von einem anderen Planeten erreicht - das Glavin heißt. Glavin ist gleichzeitig eines der vielen Geräusche die Professor Frink von sich gibt. Neben Flavin oder Ga-Hoy. Ich finde das so anstrengend zu lesen, ehrlich gesagt. Jedenfalls kommt dieser Kaiju-Riese in Springfield an und fängt an alles zu zerstören und zu töten was sich ihm in den Weg stellt. Es überlebt so gut wie keiner und nichts kann ihn aufhalten. Nicht mal die geheimen übergroßen Family-Guy-Klone. Es ist saukomisch und furchterregend. Trotzdem muss ich sagen, dass der Gore-Faktor bei den Treehouse of Horror Comics definitiv gestiegen ist und es etwas unangenehm ist zu sehen, wie Cartoon-Figuren wie Lisa, Marge oder Homer totgetrampelt werden. Der Zynismus hier ist schon recht hoch - auch wenn der Ausgang der Geschichte durchaus cartoony ist. Dorkin bedient sich zudem an dem Stil des großartigen Jack Kirby. So sehen wir die typischen Kirby-Punkte, die bei der Teleportation von Glavin um ihn herum auftauchen.

"The Coff-Diddly-Offin" von Kelvin Mao (Story) und Kelly Jones (Zeichnungen) erzählt von den Versuch Ned Flanders seinen Sohn Todd wieder zu beleben. Leider hat Homer Simpson sein Defibrillator geklaut um sich damit einen Monte-Cristo-Sandwich zu machen. Todd stirbt und Flanders beschließt Homer eine Lektion zu erteilen. Er erschafft ein Gerät, das in der Lage ist Menschen lebendig zu konservieren/zu töten. Homer wird von ihm überzeugt, dass es sich um eine Art Food Machine handelt die übergeile Donuts macht. So besorgt Homer Donuts, überfährt auf dem Rückweg aus Versehen Ned und fällt aus Versehen in die Maschine hinein, die ihn mit Donuts vollstopft und sich selbstständig zum Friedhof macht. Homer wird vollgestopft mit Fett und lebendig begraben. Naja, keine wirklich neue Idee. Die Zeichnungen gefallen mir nicht wirklich. Sie haben was eklig-abstraktes an sich, aber nicht auf die gute Art. 

"Tell-Tale Bart" von Peter Kuper: Bart Simpson macht diesen ekligen Trick mit dem Augenlid. Nur dass Nelson ihm ein Wedgie verpasst und das Augenlid so bleibt. Nelson droht Bart nun mit Konsequenzen. Wenn er Rektor Skinner erzählt, wer ihm das Auge verunstaltet hat und den Atomic Wedgie verpasst hat, bringt er ihn um. So wird Homer in die Schule bestellt - der zuvor eine diebische Elster durch das Springfield AKW gejagt hat, weil sie ihm ein Donut geklaut hat. Nachdem er seinen Sohn sieht bildet er sich ein, sein riesiges geschwollenes Auge wäre ein Donut. Kurze Zeit später fliegt die Elster (oder viel

eher eine Krähe) ins Haus herein, bringt den (radioaktiven) Donut mit und lässt ihn in Homers Bier fallen. Dieser wird nach dem Konsum verrückt und jagt den Vogel durch das Haus. Als er dann Bart gewürgt hat, weil ihn sein Auge gestört hat, hilft er den Jungen aus Versehen. Das Auge ist wieder normal. Doch Homer ist so von der Radioaktivität beeinflusst, dass er den Jungen tötet und seinen Leichnam unterm Boden begräbt. Er bildet sich aber daraufhin ein, als Chief Wiggum kurz zu besuch ist (um die Toilette zu nutzen), das Lachen des Jungen zu hören. Er kriegt außerdem noch Besuch von Usher (den R&B-Sänger). Und überhaupt ist das hier eine Anspielung auf diese Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe - und nicht die einzige in der Story. Sehr sehr sehr merkwürdig und super hastig erzählt. Irgendwie witzig und skurril. Leider endet alles in einem mehr als offenem Ende, dass den Leser nicht wirklich befriedigt. Also mich zumindest nicht. Der Stil ist durchaus cool und nah am Original-Stil der Simpsons. Storytechnisch habe ich allerdings leicht den Eindruck, man würde versuchen, so viele Shockelemente reinzubekommen um möglichst verstörend zu wirken, sodass man am Ende vergisst ein richtig gutes Ende zu schreiben. Aber spaßig wars immerhin.

"Homer goes to Hell!"! Erdacht von Lemmy Kilmister (ja, genau den), geschrieben von Tom Peyer und gezeichnet von Tone Rodriguez. Homer passt auf Bart und Milhouse während Halloween auf. Soll heißen: Er betrinkt sich bei Moe's während die beiden draußen gekleidet als Fall Out Boy und Frankensteins Monster auf ihn warten. Moe beschwert sich, dass seine Stammkunden zu Feiertagen zu wenig trinken (wegen Familie und so) und in diesem Zusammenhang beschließt Homer ziemlich betrunken doch nach Hause zu gehen. Auf dem Weg dorthin trifft er auf Maggie, die Fangzähne und Flügel hat. Zuhause angekommen stellt er fest, dass Marge tot ist und in einem Sarg liegt. Plötzlich geht die Tür auf und Bart in Begleitung von Lemmy sind da. Lemmy erklärt Homer, dass der Mythos Rockmusiker seien alle Satanisten tatsächlich stimmt. Er schickt ihn in die Hölle, wo unter anderem Adolf Hitler, Kaiser Wilhelm und Saddam Hussein gefoltert werden. Homer hat riesige Angst, nie wieder nach Hause kommen zu können. So bringt ihn Lemmy dazu, einen Vertrag zu unterschreiben (im Grunde einen Standartplattenvertrag). Er kriegt seine Seele und Homer kriegt sein normales Leben wieder. Eine relativ kurze Story, die genauso kurz den kommerziellen Geist des Halloween "kritisiert" und sich über das Satanistenklischee in der Rockmusik lustig macht. Der Gastauftritt von Lemmy (als auch Mikkey Dee und Phil Campbell, also den Rest von Motörhead) ist weder zu aufgeblasen noch zu kurz geraten, also genau richtig. Insgesamt also eine kurze, durchaus spannende Geschichte die aber genauso zynisch und makaber endet, wie alle anderen auch. Also, so wie die früheren "Treehouse of Horror"-Episoden der Serie. 

Vielleicht nicht die allerbeste aller "Treehouse of Horror"-Ausgaben aber durchaus eine, die sich sehen lässt. Meiner Meinung nach.

7/10 Pfandflaschen

Montag, 12. Oktober 2026

Album der Woche#702: Cradle Of Filth - The Principle Of Evil Made Flesh (1994)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren traditionsreichen "Album der Woche" bei "..,klar"! Tatsächlich gehen mir langsam die Ideen aus und ich weiß nicht, welches CoF-Album ich nächstes Jahr reviewen soll. Oder viel eher gehen mir nicht die Ideen aus, sondern die guten Alben der Band. Naja, jedenfalls habe ich den ganzen Blog abgesucht und habe festgestellt, dass...ich das erste Album bis jetzt hier gar nicht thematisiert habe. So ein Ding aber auch.


"The Principle Of Evil Made Flesh" ist das Debütalbum von Cradle Of Filth und tatsächlich sogar noch das Album welches von der damaligen Black Metal Szene noch irgendwie akzeptiert wurde. Im Gegensatz zu späteren Auswürfen von Dani Filth und seinem Besetzungskarussell an Band, das immer wieder als "untrve" verrissen wurde. Was wir auf "Principle" (wie ich das Album von nun an nennen werde) zu hören kriegen ist tatsächlich lupenreiner Black Metal, beeinflusst von der zweiten Welle an skandinavischen Bands als auch teilweise der ersten Welle. Im Grunde genommen also das BM-Paket was man als Jugendlicher so hört: Bathory, Venom, Celtic Frost, Emperor, Mayhem. Man versucht allerdings aus dem satanischen Image des Genres auszubrechen indem man das Thema "Satanismus" rein textlich eher so im Vorbeigehen nebenbei erwähnt. Textlich war das durchaus etwas neues. So klingen sowohl die Songtitel als auch die Texte wesentlich "romantischer" oder "gothischer" und werden trotzdem hingeschrien, hingekrächzt und hingegrunzt. CoF greifen auch auf Zitate von Hegel und englischen Poeten Swinburne. Thematisch bezieht man sich auf verschiedene Mythologien, zum Beispiel die ägyptische. Weiterhin geht es um den ziemlich christlichen Aspekt des "weiblichen Bösen". Wenn Gott ein Mann ist, so muss der Teufel eine Frau sein. Ein ziemliches durcheinander an Mythologien also. Lilith, Bastet, Ishtar, Eva... Die Songtitel bleiben kryptisch und äh "romantisch". "The Forest Whispers My Name", "Of Mist And Midnight Skies", "One Final Graven Kiss". Dazu noch kommt noch Keyboard-Tüdülü und eine entweder mit Schwefelhexafluorid oder technischen Hilfsmittel verstellte Stimme. 

Ganz ganz wildes und durchaus punkrockiges, DIY-mäßiges Album. Selbst das Albumcover ist ein Stockfoto aus dem Repertoir des Photographen Nigel Wingrove. Im Gegensatz zu einigen späteren Alben der Band ist "Principle" noch gar nicht "zusammengeklatscht" oder "zusammengeschmissen". Es ist alles andere als lieblos sondern durchaus ein Werk, bei welchem man merkt dass hier irgendein Grundkonzept besteht. Grandios. Und das Keyboard-Tüdülü. Das feier ich sehr. 

8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: A Dream Of Wolves In The Snow, Of Mist And Midnight Skies, The Forest Whispers My Name


Sonntag, 11. Oktober 2026

So isses, Musik!#221

DEUTSCHPUNK-FEGEFEUER:

Fliehende Stürme – Netzte

Raphi:

 "Über Fliehende Stürme könnte man Bücher schreiben. Das 2011 erschienene Album „Warten auf Raketen“ hat mich in der einen oder anderen depressiven Episode begleitet. Ob das gut war? Schwer zu sagen, aber immerhin bin ich noch da, um davon berichten zu können. Und ich finde, das ist es, was Fliehende Stürme ausmacht: inmitten all der Hoffnungslosigkeit, die in den Liedern thematisiert wird, motiviert sie doch zum Weitermachen. Und von genau diesem Gefühl von Stillstand handelt der fantastische Song „Netzte“."

Philipp:

"Wie sehr ich den Output von Andreas Löhr liebe, klang ja sicherlich in den Chaos-Z-Reviews bereits durch. Fliehende Stürme ist für mich persönlich eine der konsistentesten und prägendsten deutschen Punkbands, dieser einzigartige, düstere Stil, diese großartigen Texte zwischen völliger Verzweiflung und einem Fünkchen Hoffnung. "Warten auf Raketen" ist sicherlich nicht mein Lieblingsalbum der Band, aber auch der spätere Output kann sich durchaus sehen lassen. Einfach eine Band, die nie enttäuscht und nie auch nur einen Funken an Energie und Dringlichkeit verloren hat." 

Gregor:

Alles klar, das Lied heißt tatsächlich "Netzte". Ich dachte, die ganze Zeit es wäre irgendwie ein Rechtsschreibfehler. Das erste Mal und tatsächlich das einzige dass die Stürme hier vorkommen. Meiner Meinung nach sind sie eigentlich schon kein Deutschpunk mehr sondern irgendwas zwischen Deutschpunk und Death Rock bzw. irgendwas undefinierbares aus der dunklen Goth-Schublade. Eine Band, die ich tatsächlich sehr gerne höre - allerdings inzwischen viel zu selten. Aber wenn ich sie höre, dann ebenso gerne wie ChaosZ (also so wie sie hießen, bevor sie sich in Fliehende Stürme umbenannt haben). Aus dem Album "Warten auf Raketen" von 2011, dass ich so gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich glaube, ich sollte mal irgendwann entweder die komplette Disco oder so ein Erstes/Letztes Album-Vergleich hier machen. Das wäre ganz spannend. Was hier sehr gut miteinander funktioniert ist dieser minimalistische, monotone Gitarren/Schlagzeugstil der nach Traurigkeit klingt als auch die markante Stimme von Andreas Löhr. "Es hat sich nichts verändert, es hat sich nichts verändert, es hat sich nichts verändert, du hängst fest - in diesem Netz". Was für ein großartiger Move: Immer wieder einen Satz zu wiederholen um zu zeigen, dass sich nichts verändert hat. Es geht um einen ergreifenden, monotonen Stillstand, der einfach nicht aufhören will. Der ganze Song ist so monoton und verändert sich kaum. man könnte wirklich nicht besser einen Song über Monotonie und Stillstand kreieren. Großartig.

Die Fremden – 1990

Gregor:

Ich habe diesen Song irgendwann auf einer Compilation entdeckt. Ob es "Die Deutsche Punkinvasion" oder "Schlachtrufe BRD" gewesen ist, kann ich leider nicht mehr sicher sind. "Die ewigen Phrasen kann ich nicht mehr hören/Wer immer nur redet, hat nie gelebt". Dem stimme ich zu. Für eine Deutschpunk-Band ist das sowohl musikalisch als auch textlich alles andere als stumpf. Sogar mit einem kurzen Gitarrensolo. Das ganze Ding hat was apokalyptisches an sich. Ich finde es hört sich an wie ein Zeugnis aus einer schwierigen Zeit: "1990, Wahnsinn total, zuckersüße Endzeit". Stell dir vor, die gesellschaftlichen Stünde verändern sich plötzlich radikal und dein persönliches Leben macht dir Schwierigkeiten - du kannst im Alltag einfach nicht mehr. "Gewohnheit heißt die tägliche Qual". Ja, genau so ist es. Ich würde gerne wissen, was aus dieser Band geworden ist. Es gibt nämlich nur zwei Alben und es ist mir unklar, was danach geschehen ist. Großartiges Lied.

Philipp:

"Ich bin mir sehr sicher, dass dieses Lied auf irgendeinem Punk-Sampler war, den ich mir mit 15 Jahren regelmäßig angehört habe. Mit 15 konnte ich mit dieser Art von Punk sehr sicher aber auch überhaupt nichts anfangen, was erklärt, dass mir der Name kaum geläufig war. Schade drum. Etwas lärmiger, düsterer Punk fernab ausgelatschter Klischees mit einem durchaus apokalyptischen Text. Wirklich großartig." 

Raphi:

"Diese Band ist komplett an mir vorbeigegangen. Und ich finde es wirklich schade, weil die Musik von den Fremden echt cool ist. Abseits vom pöbelnden rumpelnden und dröhnenden Schepper-Deutschpunk wird hier ein düsterer und gleichzeitig farbenfroher Sound zum Besten gegeben. Ohne viel Hintergrundwissen zu haben, tippe ich hier mal auf Studentenpunk, was auch zur Heimatstadt Göttingen passen würde. Aber ich weiß es doch auch nicht. Schöner Song, cooler Refrain, und sehr angenehmer Gesang."

Fuckin' Faces - Neue Wege

Philipp:

"Die Fuckin' Faces aus dem ehemaligen Zonenrandgebiet waren 1990 die wohl erste Punkband mit Mitgliedern sowohl aus der ehemaligen DDR als auch aus der BRD und in den frühen 2000ern über weite Strecken meine absolute Lieblingsband.
Nach wie vor haben die 3 regulären Alben der Band einen festen Platz in meinem Herzen. Unangefochten rangiert das zweite Album "Neue Wege" in meiner Top 10 der deutschen Punk-Alben. Melodischer Deutschpunk deutlich amerikanischer Prägung mit durchdachten Texten über unter anderem Krieg, Tod, Sterbehilfe, Tierrecht, die Auseinandersetzung mit der Punkszene der 90er Jahre und Bier trinken mit Freunden und dazu Butz' unverkennbare Stimme. Große Liebe."

Raphi: 

"Die Faces sind eine meiner Lieblingsbands, obwohl ich sie eigentlich nie so richtig gehört habe. Ich habe sogar ein Shirt. Komm mir nicht mit "Name Three Songs"; ich kann nicht mal zwei nennen. Und ich glaube, ich habe die Fuckin' Faces ein paar mal live gesehen. In Stuttgart, in Harnrode und vielleicht auch in Obersuhl. Das Werratal hat einen festen Platz in meinem Herzen, und Werratal ohne Fuckin' Faces ist wie Shakshuka ohne Ei. Zum Lied "Neue Wege" kann ich auch was sagen. Es ist so einfach und so wahr. Punk heißt Veränderung. Dazu klingt das Ganze ein bisschen wie die viel coolere Version von allem was Der Dicke Polizist je gemacht hat. Ich lieb's."

Gregor:

Ich hatte ehrlich gesagt, immer nur einen Song von Fuckin' Faces auf dem Schirm: "Gestorben für den Wohlstand". Darin geht es um Tierrechte bzw. Tierquälerei. Mochte diesen Song wirklich sehr sehr gerne. Das hier, also "Neue Wege" handelt von "Punk als Veränderung" bzw. von einer Abkehr von strunzkonservativer Punk-Szene, die sich niemals neu erfindet und keine äh neue Wege sucht. Das ist tatsächlich sehr löblich. Der Text ist wirklich sehr gut gemeint. Ich finde es ehrlich gesagt sehr sehr gut, dass man sich kritisch gegenüber der eigenen Szene äußert und nicht immer alles sektenartig "schluckt" und zu allem "Ja" sagt. Allerdings gefällt mir das musikalisch nicht wirklich. Es ist so quietschig und schunkelhaft: "Deeenn Punk hei-ßt ver-ään-der-uuuuung". "Du kannst vari-iereeen, doch lass dich nicht irrietieren!". Das tut mir weh, das zu hören. Das klingt irgendwie erzwungen. Und dann auch noch diese Reggae-Gitarre im Mittelteil. Ich weiß auch nicht. Meins ist es nicht. 


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FROM FIRST TO LAST: Anthrax

Wenn ich dieses "From First To Last" mache, habe ich tatsächlich die Big Four des Thrash Metal auf diesem Blog vertreten. Anthrax und Megadeth hier - und volle Discographies von Metallica und Slayer. Hachja...Anthrax waren in meiner Jugend durchaus vertreten - allerdings mit ihrem dritten Sänger John Bush. Das Album "We've Come For You All" hat es mir damals sehr angetan. Deswegen war ich äußerst verwirrt als ich erfahren habe, wie sie vorher klangen. Falls ihr andere Reviews über Anthrax lesen wollt, so guckt hier rein als auch hier. 

Jedenfalls ist das erste Album...

"Fistful of Metal" (1984)

Aufgenommen in der Besetzung: Scott Ian (git), Dan Spitz (git), Neil Turbin (voc), Danny Lilker (b) und Charlie Benante (dr). Ich glaube jeder kann sich an dieses absurde Albumcover mit zwei linken Fäusten erinnern. In meinem Schrank befindet sich ein Hommage-Longsleeve von Full of Hell, das glaube ich, ebenfalls zwei linke Fäuste verwendet. Bis jetzt kannte ich tatsächlich nur den Song "Metal

Thrashing Mad" - ich weiß nicht wie ich damals drauf gekommen bin. Jedenfalls ist das hier musikalisch durchaus ordentlicher Thrash Metal...Neil Turbins Gesang ist aber größtenteils so unglaublich hoch, dass es weh tut. Es ist wirklich sehr ungewöhnlich. Und Songtitel wie "I'm Eightteen" lassen eher Glam Metal Material Marke Poison vermuten. Das ist irgendwie wirklich verstörend, ich weiß nicht was ich damit anfangen soll. Dabei ist es eigentlich nur ein Alice Cooper Cover - das aber komplett falsch rüber kommt bei mir. Texttechnisch betrachtet ist dieses Werk wirklich sehr sehr stereotyp.

Dazu kommen allerdings so turbo Songs wie "Panic" die stellenweise nach Judas Priest klingen. Hauptsache äh Full Speed Ahead. Und dieses bescheuerte Falsetto zwischendurch immer und immer wieder. Das ist wirklich ein zweischneidiges Schwert. Der Sound ist cool und relativ simpel - bis dann Neil Turbins Gesang dazu kommt, der manchmal wirklich unfassbar nervig ist. Irgendwie klingt das noch nach einer Band die nicht so richtig ihren Sound gefunden hat. Ich finde Anthraxs spätere Werke deutlich, deutlich besser.

5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Panic, Metal Thrashing Mad



Und das (bis jetzt) letzte Album heißt...
 
Cursum Perficio (2026)

Nein, es ist offiziell noch nicht das letzte Album von Anthrax - auch wenn der Titel auf Latein das irgendwie vermuten lässt. Aufgenommen in der Besetzung: Scott Ian (git), Jonathan Donais (git), Frank Bello (b), Charlie Benante (dr) und Joey Belladonna (voc).

Nun...wir sind quasi fast bei der klassischen Besetzung mit Joey Belladonna am Gesang. Ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich, was ich dazu sagen soll. Es geht los mit Shredder-Shredder-Riffs, Belladonnas Nicht-Falsetto aber melodischen Gesang und Gitarrensoli. Und so geht es auch erstmal
weiter. Die Texte sind alles andere Thrash Metal Klischees. Die Musik sowieso nicht - es ist nicht Uffta-Uffta, wie auf dem ersten Album. Es ist viel eher der Sound für den Anthrax bekannt sind - nur etwas "ruhiger", zumindest für meinen Geschmack.

Ich find's cool, dass hier ein Charakter vom Albumcover des Klassikers "Among the Living" zu sehen ist. Ebenfalls find ich's cool, dass Anthrax sich Zeit lassen und nicht ein Album nach dem anderen raushauen. Zwischen dem letzten Album "For All Kings" und diesem hier liegen 10 Jahre dazwischen. 

Allerdings ist es...bitte nicht falsch verstehen...irgendwie doch ein bisschen standard. Klar, sie machen das was sie wollen - und gleichzeitig das was die Fans wollen. Und es ist im Prinzip gut gemacht. Aber mich catcht es leider nicht wirklich. Es ist mir insgesamt leider doch zu generisch. Ich möchte daher keine Wertung abgeben.

Anspieltipps: It's For The Kids, Everybody's Got A Plan
Keine Bewertung




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Ulver Discography: 1993-2003: First Decade In The Machines (2003)

Wir befinden uns weiterhin in der Ulver-Sphäre. Eigentlich habe ich mir vorgenommen keine Compilations oder ähnliches zu reviewen, allerdings ist das hier durchaus interessant. Nachdem ich jetzt mit allen EPs durch bin und Singles nicht wirklich in Frage kommen weil sie das gleiche Material wie auf den Alben enthalten ist nun also dieses Album dran. "1993-2003: First Decade In The Machines" ist ein Rückblick auf die ersten zehn Jahre des Schaffens von Ulver. Es ist jedoch keine Best-Of oder ein Greatest Hits Album. Nein, eigentlich ist es streng genommen kein Album von Ulver. "First Decade..." ist ein Remix-Album dass Werke von Künstlern beinhaltet wie Alexander Rishaug, The Third Eye Foundation, Fennesz, Pita, V/Vm oder Merzbow. Und natürlich auch Ulver selbst.


Sie remixen nämlich zuerst den Song "Nattens Madrigal" von der ersten Demo "Vargnatt" und nennen ihn um in "Crack Bug". Aus "Speak Dead Speaker" von "Silence Teaches You How To Sing" wird schlicht "Der Alte" - eine Art Mini-Hörspiel auf Deutsch in welchem ein alter Mann sich auf depressive Weise mit jemanden darüber unterhält, dass es nicht viel ausmachen wird, wenn er stirbt. "Bog's Basil & Curry Powder Potatoes Recipe" von Bogdan Raczyński ist in Wirklichkeit "The Voice of the Devil" von "Themes from William Blake's Marriage of Heaven and Hell" und hört sich an wie ein Videospiel-Soundtrack für Sega Genesis (nicht NES, tatsächlich eher Sega). Merzbow schießt am Ende endgültig den Vogel ab und verwandelt verschiedene Songs von "Bergtatt" und "Nattens Madrigal" in einem unhörbaren Harsh Noise Track der am Ende tatsächlich einen Bruchteil von Gitarrenriffs vorweist.

Kein Gesang. Null. Ulver können ja sehr gut experimentieren - aber es wird noch mal eine Ecke weirder wenn sie andere Leute an ihre Werke lassen. Es ist ganz schön abgefahren geworden und keineswegs immer gleich sondern immer unterschiedlich: Mal irgendwie quietschbunt, mal richtig verstörend und mal unglaublich ruhig und äh ambientig. Das Wort mag ich sehr gerne.

Fazit: Immer noch nichts schlechts von Ulver. 
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Vow Me Ibrzu, Track Slow Now, Crack Bug




Mittwoch, 7. Oktober 2026

Film der Woche#699: Scooby Doo Special, Teil 4

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweile vierten Scooby Doo Special auf diesem Blog. Ich komme meinem Ziel immer näher und habe bald tatsächlich von jeder Scooby Doo-Serie mindestens eine Folge gesehen. What a life. Achja, hier ist der dritte Teil.

10. What's New, Scooby Doo?, S01E01: "There's No Creature Like Snow Creature" (2002)

"What's New, Scooby Doo?" ist die erste Scooby Doo Serie seit einem Jahrzehnt. Man erinnere sich an das letzte Scooby Doo Special und merke, dass die letzte eine Art "Prequel" war, in welcher die Hauptcharaktere als Kinder zu sehen waren. Nun befinden wir uns im Jahre 2002 und irgendwie doch im Jahre 1969, zumindest was die Art des Humors betrifft. So ein Bisschen. Es ist im Grunde genommen, die gleiche Art Plot wie früher, nur mit modernen Technologien. Und mit einem neuen Titelsong, eingespielt von der kanadischen Pop Punk Band "Simple Plan". Der ist übrigens unfassbar catchy ist. Weitere super interessante Fakten: Es ist die letzte Serie mit Casey Kasem als Synchronstimme von Shaggy, bevor der Schauspieler 2014 gestorben ist. Nun, worum geht's eigentlich?


Scooby, Velma, Shaggy, Fred und Daphne befinden sich in einer verschneiten Region. Sie möchten in der Gegend Ski fahren und snowboarden. Außerdem sind mehrere Snowboard-Sportler dort unterwegs, die bei einem Wettbewerb mitmachen wollen. Darunter einige Legenden, worüber Fred sich insbesondere freut. Sie treffen sie die Sportler als auch den Miliardär-Organisator des Events in einem Hotel. Doch natürlich geht es nicht ohne irgendein Geist/Monster, dass offensichtlich alles kaputt machen will. Es taucht nämlich ein riesiges Eis/Schnee-Monstrum auf, dass zwei Sportler der Reihe nach verletzt sodass sie nicht mehr wettbewerbstauglich sind. Schlimmer noch: Bei einer Verfolgungsjagd mit dem Monster verletzt sich Fred am Bein. Velma wird krank. So müssen Daphne, Shaggy und Scooby sich um die Sache kümmern.

Natürlich steckt ein Mensch hinter dem Eis/Schnee-Monstrum. Natürlich geht es darum, bei irgendeiner Finanz-Schummelei/Wettbewerbsschummelei die Konkurrenten auszuschalten und so irgendwie an Geld ranzukommen. Diesmal ist es allerdings ein wenig gewiefter und man kommt nicht sofort dahinter, wer denn der wahre Bösewicht sein könnte. Was aber definitiv so ist, wie es früher war: Irrwitzige Verfolgungsjagden, Hin-und-Her-Rennerei, "Jeepers", "Zoinks", "Jinkies" und leicht unverständliches Gebrabbel von Scooby Doo selbst. Im Grunde genommen eine Übertragung der alten Serie, beinahe 1:1, ins neue Zeitalter. Diesmal tatsächlich etwas selbstrefentiell, als eine Art Selbst-Parodie. Es ist wesentlich witziger als die alten Folgen. Trotzdem möchte man mal irgendwas anderes sehen. Ich hatte allerdings meinen Spaß.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



12. Shaggy & Scooby-Doo Get A Clue!, S01E01: "Shags To Riches" (2006)

Das sieht so neu aus, dabei wird die Folge dieses Jahr ganze zwanzig Jahre alt. Wieder mal geht man auf ein älteres Konzept zurück. Man streicht Daphne, Velma und Fred aus der Haupthandlung (!) der Serie. Sprich, sie kommen vor, allerdings nur am Rande. Zumindest in dieser Episode. Wieder mal klammert man jegliche Mystery-Elemente aus und fokussiert sich auf den Comedy-Aspekt der Reihe. Das heißt also, dass die Folge eigentlich gar nicht wirklich zu Halloween passt. Naja, der Vollständigkeit halber, ist sie nun hier. Worum geht es?

Shaggy (Scott Menville) und Scooby Doo (Frank Welker) leben zusammen in einer WG und sind absolut broke. Da kommt die Nachricht, dass Shaggy eine unfassbar riesige Menge an Geld von seinem Onkel geerbt hat, gerade richtig. Also, der Onkel ist nicht gestorben, sondern einfach nur verschwunden. Er ist außerdem ein großartiger Erfinder und verfügt über ein riesiges Anwesen. Der Slacker und der
Hund begeben sich also direkt dahin um zu sehen, wie es dort aussieht. Im Keller finden sie lauter coole Erfindungen, unter anderem einen äh Verkleinerungsstrahler. Blöd nur, dass der Onkel in den Untergrund gegangen ist, weil ein superkrasser, mit deutschen Akzent sprechender Bösewicht namens Dr. Phineas Phibes (Jeff Bennett) es auf seine Erfindungen (und eine gewisse geheime Formel) abgesehen hat. Der übliche Verdächtige verfügt über einen Haufen Minions und ein U-Boot mit welchen er sich fortbewegt. So schickt er zwei dieser Minions zum Anwesen, die es tatsächlich schaffen, Shaggy und Scooby zu kidnappen. Auf dem U-Bott angekommen versuchen die beiden sich zu befreien als auch sich als Geister auszugeben um den Minions Angst zu machen. Also doch, EIN Mystery-Element. 

Zuerst mal muss ich das super geile punkige Intro von Mark Mothersbaugh (Devo, komponierte unter anderem auch das Intro von "Rugrats" mit) loben. Es ist wirklich sehr cool und irgendwo auch eine Fortführung der neuen punkigen Tradition (man erinnere sich, Simple Plan haben das vorherige Intro gemacht). Der Stil ist eigenartig und anders. Die Charaktere sehen zwar ähnlich aus, wie im Jahre 1969, allerdings mit einem modernen "edgy" touch. Die Gesichter sind wesentlich kantiger, die Umgebung bunter. Es ist sehr simpel und witzig - allerdings ohne sich, zumindest in der ersten Folge, in sinnlose Hin-und-her-renn-Spielchen zu verfangen. Im Grunde genommen eine Abenteuer-Folge über einen Typen und seinen besten Freund, einen Hund, die Bösewichten entkommen. Und absolut verfressen sind. Ich mag's. Aber mehr auch nicht.

7/10 Pfandflaschen
Intro: 



13. Scooby Doo! Mystery Incorporated, S01E01: "Beware the Beast from Below" (2010)

Vier Jahre später sind wir wieder bei der vollständigen Gang gelandet. Es sind wieder alle dabei: Scooby, Shaggy, Daphne, Velma und Fred. Diesmal allerdings kehren wir zu den High School Tagen der Teenager zurück und somit in ihre Heimatstadt Crystal Cove. Wir werden Zeuge wie Daphnes Eltern von ihr enttäuscht sind, weil sie mit der "Gang" rumhängt anstelle vernünftige Karierrewege einzuschlagen wie ihre vier Schwestern. Wie Velma als Guide fungiert und Touristen die Gegend zeigt - inklusive eines Museums in welchen die vielen mysteriösen Fälle vorgestellt werden, die sich in Crystal Cove ereignet haben. Dabei handelt es sich natürlich um all die Rätsel die die Gang gelöst hat - und
wobei die Monster sich als Menschen rausgestellt haben. Shaggys Eltern sind ebenfalls nicht gerade begeistert von ihm - die von Fred ebenso. Freds Vater ist tatsächlich der Bürgermeister der Stadt. Generell haben die drei Teenager Probleme damit, ihren Eltern zu zeigen, dass das was sie machen doch irgendwie Sinn ergibt. Tatsächlich kommt es zu einem weiteren mysteriösen Vorfall. Bei einer Baustelle kommt zu es zu einem Wanddurchbruch und die Baucrew entdeckt einen Durchgang zu den alten Crystal Cove Katakomben. Ein gefährliches Schleimmonster greift sie an und wickelt sie ein in Cocons. Die Bauarbeiter werden gefunden und die Gang fängt an, den Fall zu untersuchen. Sehr zum Missfallen des ortsansässigen Sheriff. Es stellt sich heraus, dass die Cocons mithilfe von essbaren Desserts entstanden sind. Ein neu in der Stadt angekommener Frozen Yoghurt Unternehmer fällt somit der Gang ins Auge...

Hat hier etwa ein Frozen Yoghurt Café irgendwas mit einem Ridley-Scott-Alien-Szenario zu tun, bei welchem ein Schleimmonster menschen in Cocons einwickelt und sie an die Wand klebt? Ja, vielleicht. Vielleicht aber auch indirekt. Wer weiß. Jedenfalls hat man sich hier ordentlich Mühe gegeben, eine zusammenhängende Story zu erzählen, die jedoch nicht bei einer Folge bleibt. Tatsächlich gibt es ein weiterführendes Szenario. Mehrere Folgen hängen miteinander zusammen. Es ist keine "Monster of the Week"-Sache. Zumindest zum Teil nicht. Weiterhin begrüße ich, dass man den Charakteren sowas wie Tiefe gegeben hat und ihre inneren Struggles aufzeigt. Außerdem haben Velma und Shaggy definitiv was am laufen und Shaggy hat Probleme damit, es nach außen zu zeigen. Höllisch interessant. Großartiges Design, dass wieder aussieht wie die 1969er Serie in HD. Im Gegensatz zu "What's new Scooby Doo?". Da hat man quasi nur einen kleinen Neuanstrich gegeben. Hier sieht alles einfach nur verdammt gut aus. Alle vier Daumen hoch.

8/10 Pfandflaschen
Intro:


Dienstag, 6. Oktober 2026

Comic Book Review#697: The Simpsons' Treehouse of Horror#15 (2009)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Comic Book Review" im SHOCKTOBER 2026. Mal wieder wird es diesen Monat, zumindest comictechnisch (aber auch filmtechnisch) um die Simpsons gehen. Die "Bart Simpson's Treehouse of Horror" (auf Deutsch "Bart Simpsons Horrorshow") wurde in "The Simpsons' Treehouse of Horror" umbenannt. Wir sind nun bei Ausgabe 15 von 23. Let's go. Diesmal sind es übrigens keine hochkarätigen Eisner-Award gewinnenden Autoren die hier vertreten sind. Und auch keine Rockstars. Und auch keine Simpsons-Stammgäste. Und auch keine Comedy-Autoren. Nein. Diesmal, wimmelt es hier nur so von Underground-Künstlern. 

Die erste Story ist nicht wirklich relevant oder besonders ausschlaggebend. Die Mitglieder der Simpsons-Familie gehen zu einem Psychotherapeuten (einen einohrigen Hasen) um ihre Alpträume zu besprechen. Dabei handelt es sich um die Sequenzen des Vorspanns der Serie, die sich immer wieder in ihren Träume wiederholen und traumatisierend sind. Irgendwie witzig das auf diese Art auf die Meta-Ebene zu bringen. Geschrieben und gezeichnet von Tim Hensley.

"The Call of Vegulu" handelt von einer post-kapitalistischen Gesellschaft. Alles ist gefallen, es gibt keine Krankenversicherungen mehr. Man muss um finanzielle Unterstützung in Gameshows kämpfen. Das Springfielder AKW ist nicht mehr funktionstüchtig nachdem Mr. Burns beschlossen hat "grün" zu werden und irgendwann völlig wahnsinnig wurde. Eine Gruppe von jugendlichen Crustpunks (naja eigentlich mit K) bestehend unter anderem aus Bart, Lisa und Milhouse steigt ein in das verlassene Anwesen von Mr. Burns und findet dort einen verwahrlosten Buchhalter, der ihnen alles erzählt. Mr. Burns ist nun Anhänger des Kultes von Vegulu. Einen Wesen aus einer anderen Dimension das die Erde übernehmen will, nachdem die Menschen komplett versagt haben. Gemüse ist die Zukunft. Heilige Scheiße ist das abstrakt, komisch gezeichnet und einfach "off". Es ist eine Gesellschaftssatire, aber nicht nur auf den Konsum sondern auch auf Marketing. So wird sich auch über Marketingstrategien von sogenannten "grünen" Unternehmen lustig gemacht. Sehr eindringlich und trotzdem so merkwürdig. Von Matthew Turber und Kevin Huizenga.

In "Blurst Agin!" von Jordan Crane sehen wir wie Barts Kopf explodiert nachdem er Blasen von einer Seifenblasenpfeife eingeatmet hat. Okay.

Ted May und Sammy Harkham präsentieren in "Mo' Bodies, Mo' Problems" eine Geschichte über den Barkeeper Moe Szyslak. Es ist eine Parodie auf die "Re-Animator"-Filme bzw. die Story von H.P. Lovecraft. Darin streitet sich Moe mit dem erfolglosen Verkäufer Gil. Dieser hat eine Frau umgebracht und Moe die Leiche gebracht - weil Moe Leichenteile sammelt um eine Art "Frankenstein's Bride" zusammenzunähen. Als Moe checkt, dass die Leiche ein Mordopfer ist, kommt es zu einem Streit bei welchem Gil aus Versehen auf sein eigenes Messer fällt und stirbt. Nelson Muntz, ein Schoolbully hat sich in der Decke versteckt und das ganze beobachtet - nur um Gil auszulachen. Ist eines seiner Hobbies. Daraufhin hilft er Moe, die Braut zusammenzuflicken, die dann tatsächlich bei Moe arbeitet. Um nicht so von Moe angeekelt zu sein, hat sie überall Brad Pitt Fotos aufgehängt - so als Ablenkung. Was für ein wahnsinniger Scheiß. Das ist so stupide und makaber, dass es kracht. Aber es ist immerhin sehr witzig. Im Grunde genommen allerdings "nur" eine Parodie, die ein etwas anderes Ende bietet. Genießbar.

"The Lords Must Be Lazy" von Will Sweeney stellt Bart und Homer als bloße Schachfiguren im antiken Griechenland dar. Vater und Sohn sind in einem Boot unterwegs als sie von einem göttlichen Tsunami angegriffen werden. In Wirklichkeit ist es der "God of Chubbiness" (Portlius Maximus) dem langweilig ist und der sich amüsieren will, indem er mit Menschen "spielt". Sie werden allerdings von Poseidon gerettet und landen auf einer Insel - die allerdings auch nur Teil des göttlichen Schachbretts ist. Als dann auch noch ein Zwiebelring drauf fällt und lebending wird, wird es richtig brenzlig. Noch brenzliger wird es allerdings als die beiden von einem Stamm von Gürkchenmenschen verfolgt werden ("Boop! Oop Boop Poop! Boploop!" - ich glaub das reicht jetzt mit den Zitaten). Heiliger Fick ist das witzig. Ach du scheiße ist das witzig. Meine Fresse. Dabei dauert das Vergnügen vielleicht drei Seiten und sieht aus wie das Werk eines sehr talentierten Grundschülers. Wahrscheinlich weil die Farben so unglaublich knallbunt sind. Sehr amüsant.


In der nächsten Geschichte wird "C.H.U.D." parodiert (dieser eine Film über Mutanten aus der Kanalisation). Sie heißt "C.H.U.M." und handelt von Hans Moleman, der als Kanalarbeiter tätig ist. Als Homer radioaktiven Abfall die Toilette runterspült kommt er damit in Berührung und verwandelt sich daraufhin in einen äh Mutanten mit entstellten Gesicht. Bald fängt er an, Kinder zu zu töten. Nelson, Milhouse und dann noch Rodd und Todd Flanders. Als er in Ralph Wiggums Zimmer einsteigen will, hält dieser ihn für seine Mum. So auch Chief Clancy Wiggum (Ralphs Vater). So findet Hans eine neue Familie und ist scheinbar sehr glücklich. Oh meine Fresse, es wird einfach immer besser und obskurer je mehr ich in dieser Ausgabe lese. John Vermilyea schafft es verdammt gut in kürzester Zeit den Leser zu verstören. Zunächst glaubt man, dies wäre eine weitere makabere Simpsons-Parodie - doch dann wirds irgendwie wholesome und lustig. Ein Twist den ich nicht erwartet hätte. Ich lachte innerlich sehr viel.

Die unfassbar großartig potthässliche Story "Boo-Tleg" von Ben Jones handelt von Apu und seinen Bruder, die lauter gefakete Produkte im Kwik-E-Mart verkauft haben. So viele, die qualitatitv minderwertig waren, sodass mehrere Menschen daran gestorben sind. Um die Sache zu vertuschen, heuerten sie eine Klonfabrik in der dritten Welt an um diese Menschen zu ersetzen. So kriegt Springfield nun einen Post-Ostblock-Homer und einen schwarzen Bart Simpson. Die Sache geht immer so weiter bis beinahe die ganze Stadt ausgetauscht ist und wie eine schlechte Kopie von sich selbst aussieht, weil immer mehr Menschen sterben und durch Klone ersetzt werden. Die Farben sind (mal wieder) knall bunt, der Hintergrund ist immer weiß. Alles sieht aus wie diese Simpsons-Bootleg-T-Shirts aus den 1990ern ("Black Bart", "Operation Desert Storm" usw. usf.). Die Story ist wirklich "off" und sehr verstörend zuerst - doch je länger man liest, desto witziger wird es.

"Three Little Kids" von John Kerschbaum ist eine Parodie auf das Märchen über die drei Schweinchen. Diesmal geht es allerdings um Bart, Ralph und Milhouse die auf der Suche nach Material sind um sich selbst Häuser zu bauen. Allerdings überfrisst sich Ralph an einem Eimer Popeln (von Hausmeister Willie) und Milhouse wird enttäuscht als der Comic Book Guy ihm keine Comics als Baumaterial geben will. In beiden Fällen werden sie hinterrücks vom großen bösen Wolfsmensch (Mr. Burns) entführt und umgebracht. Mr. Smithers bereitet aus ihnen essen zu, wird aber selbst von Burns verspeist nachdem er ihm Essen geklaut hat. Bart hingegen hat Homer betrogen. Im Austausch für Zauberbohnen hat er sich Ziegel erschlichen um sich ein Haus zu bauen. Nur waren es keine Bohnen, sondern Kot. Als der große böse Wolfsmensch auftaucht um sein Haus wegzublasen, kriegt er einen Schwächeanfall und stirbt. Bart macht aus ihm Wolfseintopf. Homer versucht sich daraufhin an ihn zu rächen, wird allerdins prompt von drei zufällig vorbeilaufenden Jägerinnen (Marge, Lisa, Maggie) erschossen. Ich habe es schon gesagt, aber je länger ich diese Ausgabe lese desto absurder wird es. Und brutaler. Und makaberer. Und immer wieder taucht Nelson auf und sagt "Haw-Haw!". Jesus fucking fuck. 

Jeffrey Brown präsentiert in seiner, offensichtlich mit Filzstiften gezeichneten Story "Bad Milhouse" ein noch merkwürdigeres Szenario. Milhouse kriegt von seinem Vater Kirk Buntstifte zum Geburtstag. Nun will er durch die Gegend fahren um zu gucken, ob ihm jemand gratulieren wird. Stattdessen wird er von Dolph, Kearney, Nelson und Timbo ausgelacht und fährt aus Versehen in eine der beiden Sheri/Teri Zwillingsschwestern. Sie stirbt. Um das auszugleichen tötet er die andere. Dies führt dazu, dass er polizeilich gesucht wird. Kirk versteckt ihn, wird aber aus Versehen ebenfalls von ihm umgebracht. Milhouse ist nun im Haus, zwischen den Wänden gefangen, weil die Leiche seines Vaters den geheimen Eingang versperrt. Er fängt an, eine Larry Snotter (lol) Fanfiction zu schreiben. Als die Simpsons dann in das Haus einziehen fühlt er sich noch mehr inspiriert. Naja, gegen Ende der Geschichte wird er wegen Copyright Infringement von Chief Wiggum verhaftet. Äääääh ja... Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.

Christopher Forgues' "The Slipsons" präsentiert eine sehr kurze Story in welcher Hausmeister Willy über den "dreckigen Zustand" des Simpsons'schen Hauses empört ist. Also bricht er durchs Vorderfenster ein um festzustellen, dass Homer Bart und Lisa umgebracht und ihre Köpfe als Besen benutzt hat. Es stellt sich raus, dass Homer eine riesige Schabe ist und Marge eine Rakete. Okay.

Alles in allem eine sehr obskure Ansammlung von sehr makaberen, abstoßenden und ja...bootlegigen Geschichten, die sich anfühlen, als hätte sie jemand in einem dunklen Keller für sein Fanzine geschrieben und gezeichnet. Tatsächlich eine Abwechslung zu den zahlreichen Horrorfilmparodien die sonst so in den Halloween-Comics bzw. den Halloween-Folgen zu sehen sind. Teilweise wirklich großartig lustig (und abstoßend), teils einfach nur abstoßend (und höllisch dumm). Heiliger Fick. Was zur Hölle war das?

7,75/10 Pfandflaschen

Montag, 5. Oktober 2026

Album der Woche#701: The Cramps - Look Mom, No Head! (1991)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Album der Woche" während des Halloween-Monats "SHOCKTOBER"! Ich führe die Tradition fort und reviewe jährlich ein The Cramps-Album. Nun sind wir bei "Look Mom, No Head!" angekommen, dem insgesamt fünften Studioalbum der Band. Aufgenommen in der Besetzung: Lux Interior (Gesang), Poison Ivy Rorschach (Gitarre), Slim Chance (Bass) und Jim Sclavunos (Schlagzeug). Letzterer ist seit 1994 konstantes Mitglied bei Nick Cave & The Bad Seeds und war auch bei Grinderman zu hören. Zufälligerweise erinnert mich dieses Cramps'sche Album an Grinderman. Nicht weil das Cave'sche Projekt durchaus an Cramps erinnert und vice versa, sondern weil die Themen/Texteauswahl durchaus ähnlich ist. Also, nicht zu 100%.


Wie man mittlerweile wissen sollte haben sich The Cramps mittlerweile komplett von Horror/B-Movie-Thematik entfernt und machen inzwischen irgendwas völlig obskures, sexgeladenes mit völlig merkwürdigen Lyrics. Musikalisch bleiben wir bei dieser Mischung aus Garage Rock, Punkrock und...nunja Rock'N'Roll. Die Texte sind, wie gesagt, unfassbar obskur und merkwürdig. So geht es in "I Wanna Get In Your Pants" darum...jemanden sexuell attraktiv zu finden. Und ich komme nicht drauf, worauf dieses Lied eine Hommage sein soll. Die Melodie erinnert mich an irgendwas a lá "Sugar" oder irgendeinen anderen spät-50er-Jahre Song. Der dominante Opener "Dames, Booze, Chains and Boots" ist im Prinzip der perfekte Aufmacher, der direkt offenbart worum es hier gehen wird. "Miniskirt Blues" featuret Iggy Pop. Seine Stimme als auch die von Lux Interior ergänzen sich dabei wirklich großartig. Iggy passt tatsächlich zur Band und wäre sicherlich auch weitestgehend eine absolute Ergänzung gewesen. Einer der besten Songs hierauf ist das Cover von "The Strangeness in me" (im Original von The Runabouts). Es ist ein großartiger Tribut an ein merkwürdiges, depressives Gefühl der Leere. Zumindest interpretiere ich das.

Irgendwie seltsam. The Cramps machen keine Songs mehr über B-Movies, hören sich aber mehr an wie der Soundtrack zu einem Gritty B-Horror-Movie in welchen irgendwelche Halunken in ihrem abgefuckten Auto quer durch die USA reisen, Menschen ausrauben, bis sie auf Vampire treffen oder so. Ich weiß nicht (mehr) ob es eine filmische Umsetzung von "American Vampire" gab, aber wenn es die noch nicht gibt, wäre das ein guter Soundtrack.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Dames, Booze Chains and Boots, I Wanna Get In Your Pants, Miniskirt Blues, The Strangeness In Me