Es ist lange her, dass ich Retro-G-O-TT und Hulk Hodn gesehen habe. Tatsächlich war das im Januar 2020, bevor die Corona Pandemie ordentlich los gelegt hat. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, wer der Voract damals gewesen ist.
Diesmal war es ein Bochumer Rapper namens Meller To The Bone. So ganz mein Stil war das hier leider nicht, aber ich muss zugeben dass es wirklich 100%ig von Herzen und durchaus sehr real war.
Der Kollege lebt Hip-Hop und ist sichtbar dankbar für jede Möglichkeit vor einem größeren Publikum aufzutreten. Ich hab auch genau gesehen, dass er mit geschlossenen Augen aufgetreten ist - das bedeutet für mich, dass er entweder die Texte in seinem Kopf visualisiert oder aber doch durchaus nervös und das sein legitimer Stress-Coping-Mechanismus ist. Wie gesagt, so ganz mein Ding ist seine Musik nicht - aber es ist real und das finde ich wirklich sehr sehr gut. Wer möchte, der zieht sich seinen Song "Ich bin ein Bochumer" rein. Seine beiden Kollegen, die für drei Songs zu Gast waren haben mir tatsächlich etwas besser gefallen - leider fallen mir die Namen nicht ein.
Der Kollege lebt Hip-Hop und ist sichtbar dankbar für jede Möglichkeit vor einem größeren Publikum aufzutreten. Ich hab auch genau gesehen, dass er mit geschlossenen Augen aufgetreten ist - das bedeutet für mich, dass er entweder die Texte in seinem Kopf visualisiert oder aber doch durchaus nervös und das sein legitimer Stress-Coping-Mechanismus ist. Wie gesagt, so ganz mein Ding ist seine Musik nicht - aber es ist real und das finde ich wirklich sehr sehr gut. Wer möchte, der zieht sich seinen Song "Ich bin ein Bochumer" rein. Seine beiden Kollegen, die für drei Songs zu Gast waren haben mir tatsächlich etwas besser gefallen - leider fallen mir die Namen nicht ein.
Nun kommen wir zum Hauptact. Tatsächlich habe ich seit der LP "Fresh und umbenannt" keine neuen Songs von Retrogott und Hulk Hodn gehört. Auch nicht die "Land und Leute", die bei meinem letzten Konzert im Januar 2020 represented wurde. Deswegen bleiben in meinem Kopf die "neusten" Songs die von der "Fresh und umbenannt", die von "Der Stoff aus dem die Regenschirme sind" und natürlich der Klassiker "Jetzt schämst du dich". Vor fünf Jahren hat Retrogott noch die Songs daraus gerappt, allerdings hat er die ursprünglich homophoben und misogynen Rhymes umgeändert. Diesmal fehlen die Songs gänzlich. Das macht aber nichts, denn es funktioniert auch bestens ohne. Der MC und der DJ sind verdammt gut in der Lage ungefähr 1,5 Stunden lang beinahe pausenlos Songs rauszuhauen und auch Freestyles. Zudem trat bei einem Song US-Rapper Focus auf - also eigentlich hat er einfach seinen Song performt und Retrogott hatte dabei keinen eigenen Part und hat einfach einen Freestyle improvisiert. Das hat er mehrmals gemacht, weil er halt den Faden verloren hat. Seine Freestyles sind absoluter Wahnsinn. Ich frage mich, wie man am laufenden Band so viele vollkommen verrückte Ideen ausspucken kann. In etwa sowas wie "Ich habe schon in der Gebärmutter scratchen gelernt" oder so. Wirklich fantastischer Auftritt. Etwas genervt war ich vom Publikum. Einerseits irgendwas von "Internationale Solidarität" brüllen, dann aber wenn der Rapper auf der Bühne von jüdischen Frauen rappt, die ihre Männer vor der Gestapo gerettet haben einfach laut untereinander unterhalten. Generell fand ich das schwierig, dass man stellenweise einfach nicht die Schnauze halten konnte. Aber naja. War trotzdem geil.
Stricher guckt sich "Flow" an im Capitol in Bochum am 16.03.2025
Es war eine hervorragende Idee, sich einen Film anzugucken jenseits irgendwelcher Reihen oder "Universes" oder sonstigem.
"Flow" ist eine Belgisch-Lettisch-Französische Co-Produktion aus der Feder Gints Zilbalodis und Matīss Kaža. Der Film spielt in der Zeit eines zukünftigen Weltunterganges. Im Mittelpunkt steht eine schwarze Katze, die bei einer Flucht Zuflucht in einem verlassenem Haus gefunden hat. Als plötzlich eine Flut ein Hochwasser entstehen lässt, sieht sie sich gezwungen, wieder zu flüchten. Auf ihrer Reise steigt ihr das Wasser wortwörtlich bis zum Hals. Die Ausmaße sind absolut apokalyptisch.
Es scheint kein menschliches Leben mehr zu geben. Nachdem sie ein leeres Boot findet, steigt sie ein und kurze Zeit später gesellen sich andere Tiere zu ihr. Ein Lemur, ein Capybara, ein Golden Retriever und ein Sekretärsvogel. Die fünf Tiere, so verschieden wie sie sind, müssen von nun an versuchen, zusammen zu arbeiten um das Überleben auf dem Boot zu sichern. Dabei entsteht eine wunderschöne Freundschaft.
Es scheint kein menschliches Leben mehr zu geben. Nachdem sie ein leeres Boot findet, steigt sie ein und kurze Zeit später gesellen sich andere Tiere zu ihr. Ein Lemur, ein Capybara, ein Golden Retriever und ein Sekretärsvogel. Die fünf Tiere, so verschieden wie sie sind, müssen von nun an versuchen, zusammen zu arbeiten um das Überleben auf dem Boot zu sichern. Dabei entsteht eine wunderschöne Freundschaft.
Man verzichtet komplett auf jeglichen Versuch der Vermenschlichung der Tiere. Es gibt keine antropomorphen Gestalten, es wird nicht gesprochen, es gibt keine Menschen. Die Tiere verhalten sich typisch für ihre Art. Das Capybara entspannt sich sehr viel, die Katze spielt mit Licht, der Lemur guckt sich gerne im Spiegel an, der Hund läuft einem Ball hinterher und der Vogel wirkt über alles erhaben und majestätisch. Das Besondere an dem Fall ist meiner Meinung nach das Konzept der Kurzgeschichte. Man weiß nicht, was vorher passiert und ist und kann es nur mutßmaßen. Womöglich hat der Klimawandel eine derartige Flut ausgelöst, sodass die meisten Menschen ertrunken sind. Es ist auch nicht ganz nachvollziehbar wo die Geschichte spielt. Da Lemure nur auf Madagaskar vorkommen, vermute ich mal...dort? Jedenfalls ist der Film sehr darauf aus, den Zuschauer zu fesseln, auch ohne Dialoge. Ich weiß, dass ich irgendwo tief im Innern wissen wollen würde was danach passieren wird. Aber es muss nicht für alles eine Fortsetzung geben. "Flow" ist ein modernes Meisterwerk, dass im Zeitalter der Übersättigung durch Superhelden/Actionfilme mehr als nur willkommen in meinem Kopf ist.
9/10 Pfandflaschen
Trailer:
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ENTROPIA + AMPACITY + YGAAM am 22.03.2025 in Alchemia, Kraków
Für mich das erste Konzert in Kraków und in Polen überhaupt. Die Bar + Partykeller "Alchemia" habe ich schon insgesamt, glaube ich 3-4 mal besucht, aber zu einem Konzertbesuch ist es leider nie gekommen. Zum Glück hat Marlyn sich im vorab informiert und etwas feines ausgesucht.
Den Anfang machen Ygaam. Zwei Typen: Einer am Schlagzeug, der andere an der Gitarre plus einer Ficktonne an traditionellen Instrumenten plus Keyboard plus Soundboard plus Pad mit einprogrammierten Loops. Einer Mischung aus Psychedelischer Musik, nativen Klängen und etwas
Metal. Hat mich garantiert eine Dreiviertelstunde lang in eine Spirale hineingezogen und nicht losgelassen. Kein Gesang, einfach nur meditative, sehr gut einstudierte psychedelische Glückswelle. Herrlich.
Metal. Hat mich garantiert eine Dreiviertelstunde lang in eine Spirale hineingezogen und nicht losgelassen. Kein Gesang, einfach nur meditative, sehr gut einstudierte psychedelische Glückswelle. Herrlich.
Ampacity haben ebenfalls keinen Gesang beigesteuert. An diesem Abend haben sie ihr neuestes Album vorgestellt. Also eigentlich wollten sie nur neue Songs spielen, bis irgendein Typ unbedingt rumbrüllen musste, dass sie gefälligst alten Kram spielen sollen. Was uns dann erwartet hat, war sowas wie instrumenteller Stoner Rock, der sich etwas nach Proto-Doom Metal Bands angehört hat. Tatsächlich nicht schlecht, aber nicht so zu 100% mein Fall, weil mir der gewisse Wumms gefehlt hat. Der "Wumms" kam dann aber von einer anderen Seite. Ein gewisser Mensch (von Marlyn Koka Crowd Killer genannt) war sichtlich betrunken und auf anderen Substanzen - hat dann angefangen sich auf der Brust zu trommeln, auf die Bühne zu springen, Selfies mit der Band zu machen, ungefragt andere Leute rumzuschubsen - bis er dann einen Ellenbogen in die Rippen bekommen hat und die Security-Leute ihn rausbegleitet haben.
Ohne Störungen lief es dann bei dem Hauptact Entropia weiter. Bis auf einige keifende Vocals zwischendurch ebenfalls eine Instrumental-Band. Oder wie auch immer man dazu sagt. Jedenfalls haben sie sich im Vergleich zu den Voracts mit ihren durchaus bombastischen Post Black Metal Sound wesentlich druckvoller und heftiger angehört. Sie mischten, meines erachtens auf eine echt interessante Art, BM-Blast Beats mit psychedelischen Klängen, wenn auch nicht so gut wie z.B.: Oranssi Pazuzu. Trotzdem sehr interessante Sache, diese. Leider wurde ich irgendwann ziemlich müde und fing an zu dissoziieren. Außerdem habe ich meinen Ohrschutz vergessen. Trotzdem ein durchaus gelungener Abend.
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