Montag, 17. Juni 2013

Happenings des Monats: Mai'13

Es ist wieder Mitte des Monats und somit Zeit üer den vergangenen Monat zu sprechen. Diesmal ist es Mai und dieses Jahr war im Mai besonders viel los.

1.5.2013 - Würzburg: Nazis demonstrieren/Bratwurstessen gegen rechts/Blockaden/Antika-abenddemo
copscopscopscopscopsohneendecops!(quelle: br.de)

Oh long Johnson! Was für ein Scheißtag war das. Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber dennoch ein Bisschen alles anschneiden.

Nazis demonstrierten in Würzburg, unter dem Motto "Leiharbeit abschaffen"(oder so, ach keine Ahnung, das übliche Spiel halt). Es gibt ein bürgerliches "Würzburg ist bunt"-Bündnis dagegen. Und es gibt natürlich Gruppen und Einzelpersonen die versuchen die Nazi-Demo zu blockieren.

Die Krauts vom "Freien Netz Süd" waren dieses Jahr in ziemlicher Unterzahl. Außerdem gab es eindeutige nationalsozialistische Parolen und antisemitische Hetzreden, die eigentlich der Grund gewesen sein könnten die Demo aufzulösen. Aber nein. Man ließ sie durch eine nahezu komplett abgesperrte Stadt laufen. Am Ende haben sie es natürlich als Erfolg gefeiert. Sie hätten Informationen an die Bevölkerung weiter geben können usw. usf. Halt ich für ein Gerücht. Außerdem find ich es ziemlich witzig, dass die Abschlußkundgebung am Bahnhof abgehalten wurde. Und zwar am Parkhaus am Quellenbach, wo sowieso kein Mensch hingeht um sich den Scheiß anzugucken.

Dagegen gab es eine bürgerliche "Würzburg ist Bunt"-Demonstration, die aus gefühlten zigtausend Gruppen bestand, welche abschließend weit weg von der Naziroute gemeinsam gegen Rechts bratwurst gegessen haben. Man will ja ein Zeichen setzen. Einige Leute bzw. Gruppen die (hoffentlich versehentlich) in das Bündnis reingeraten sind waren von den Treiben so angewidert, sodass sie beschloßen dort nie wieder mitzumachen.

Ich weiß (leider oder zum Glück) nicht genau wie das "Fest der Demokratie"(oder wie es sich sonst genannt hat) abgelaufen ist.

Und jetzt kommen wir zu mir: Ich weiß, dass solche Tage voll anstrengend sind. Das man den ganzen Tag lang unterwegs ist. Aber: Man muss wissen - Würzburg ist in solcherlei Hinsicht wie ein Zirkus. Wenn so was stattfindet, geht wirklich alles auf die Straße. Und man darf meinerseits die Chance, volksdeutsche vollidioten(egal ob bunt oder braun) anzupöbeln, definitiv nicht verpassen. In dieser Hinsicht hat sich der Tag fast schon gelohnt. Auch wurde die Naziroute verkürzt, weil es zur Gegenblokaden kam.

Es gab natürlich auch Verletzungen, die durch brutale Knüppeleinsätze des bayrischen USK zustande kamen. Aber die tun ja nur ihren Job. Ähem.

Am abend gab es auch eine antikapitalistische Demo, organisiert von der Antira Würzburg. Ich fand den Grundgedanken "gegen Nationalismus und Arbeitsfetisch" sehr gut und beschloß mich anzuschließen. Einige Leute fanden den Flyertext der Demonstration kritikwürdig, äußerten ihre Kritik stattdessen lieber später im Internet sodass eine Reflexion seitens der Demoanmelder natürlich stattfand. Nicht.

Im Großen und Ganzen: Meh.

8.5.2013 - Würzburg: Party zum Tag der Befreiung im Topo Rojo
Das war gut. Richtig gut. Ne fette, ausgelassene Part-ey mit vielen vielen Gästen, leckeren Essen und guter Musik. Ne recht ungewohnte Mischung aus HipHop, Elektro, Punkrock und zum Abschluß auch Yacöpsae. Offiziell ging die Party bis 3 Uhr. Für mich und Pilz endete es um kurz vor 5 am Bahnhof. Vorher waren wir übrigens im "Labyrinth" um Idiotspotting zu betreiben. Es fanden sich Idioten, aber auch ein sehr netter Typ dem Pilz gekannt zu haben scheint. Leider war beim damaligen kennenlernen(und an dem Abend auch) so voll dass er sich daran nicht erinnern konnte, vorerst.

ich: "also, versteh ich das richtig? du kennst den typen nicht, aber er dich?"
Pilz: "..........dsdsproblem."

Im Großen und Ganzen: Sehr gut!

18.5.2013 - Hünxe bei Duisburg: Ein Tag auf dem Ruhrpott Rodeo
Oooohkay, es gibt einige Gründe weshalb ich(zusammen mit Frau Otterich natürlich) auf dieses Festival gefahren bin. Genauer genommen: Zwei. Das wären Black Flag und Eisenpimmel. Wieso Black Flag? Weil ich trotz der Tatsache, dass es eine bekackte Reunion ist den alten Herren doch noch eine Chance geben wollen. Und wieso Eisenpimmel? Weil Eisenpimmel einfach spitze sind!

So und jetzt erstmal zu den Bands:
Wir kamen gegen 18 Uhr an. Auf der Bühne waren Strung Out. Man dürfte sie von diversen Punk-O-Rama oder Fat-Wreck-Samplern kennen. Soundtrack für skater-abende oder so. Ziemlich gut. Danach U.K. Subs. Wieder mal so ne Band deren Mitglieder theoretisch Rollatoren und Kateter bräuchten. Aber nuja, sie waren wirklich nicht schlecht. Auch wenn ich nur einen Song("Warhead") von denen gekannt hab. Ich hab schlimmeres erwartet.

Die Kassierer haben wir uns gar nicht angeguckt. Nach 10.000 mal anhören hängt die Musik einen zum Halse raus und man kanns einfach nicht fassen wie man mit so ner Scheiße überhaupt noch Geld verdienen kann. Wir nutzten die Pause zum Essen am Pilzs Zelt.

Weiter im Programm: Zwakkelman auf der kleinen Hängerbühne. Es ist so laut, dass ich nichts von der Band mitkriege. Gleich danach spielen die Oi!-Veteranen von Cockney Rejects. Und sie sind erstaunlich fit. Kein Anzeichen vom Alter. Der Sänger sieht aus wie straight aus den Rocky-Filmen. Macht Laune. Wir haben übrigens beschloßen, dass der Cockney-Slang das englische Sächsisch ist. ;)
Eisenpimmel spielen auf der kleinen Hängerbühne und es ist gerammelt voll davor. Nichtsdestrotz machen Eisenpimmel 10.000fach Spaß. Sie spielen ein Akustik-Set, dass alle ihre Klassiker beinhaltet, wie: "Hukka-Tschakka-Töff-Töff", "Malle Mallorca", "Man muss dat saufen nämlich nehmen wat dat saufen nämlich ist" usw. usf. Ich fühle mich wie im siebten Himmel. Danach der nicht-Hauptact des Abends(dieser waren nämlich Sondaschule o.O): Black Flag.

Sie waren echt gar nicht mal schlecht. Trotz der schlimmen Befürchtungen meinerseits. Ich halte nämlich meistens gar nichts von alten Bands die nach hundert jahren pause plötzlich wieder ein neues album aufnehmen. Weil das meistens nicht gut ausgeht. Da wäre mir die Coverband "Flag"(mit mehreren anderen Black-Flag-Originalmitgliedern) schon lieber gewesen. Die Version von Black Flag gibt sich live aber dennoch viel Mühe. Es ist einfach super wie man so da steht und nahezu alles mitsingen kann. Hammer. Es passt. Es könnte natürlich viel besser, und lebhafter sein aber es passt auf jeden fall. "Revenge" als Opener? Hammer. "Black Coffee"? Sowieso. "Can't Decide"? Auch. Der Sänger Chavo(damals nachfolger von Keith Morris, der jetzt bei "Flag" singt) kann zwar nicht so wie der Cockney-Typ rumspringen, Spaß macht das Ganze trotzdem. Insgesamt: Solider Auftritt. Danach gehen wir nach Hause.

Was das Publikum betrifft: Ein stranger Mix aus Deutschpunx, Chaospunx, Crusten, Skinheads und irgendwelchen Deutschrockspaten. Inklusive Deutschland-Fahne am Zeltplatz. Zum Glück haben wir keinen cent für getränke oder sonstiges ausgegeben(außer ich für platten und meine wunderbare sonnenbrille, aber das zählt nicht).

Fazit: Niemals wieder. Auf keinen Fall. Viel zu teuer, viel zu viele komische Leute.


24.5.-27.5.: Hamburg-Trip
Tag 1:
Wir sind von Gelsenkirchen nach Hamburg gefahren. Mit dem Zug. Aber nicht mit der Bahn, nein. Sondern mit einer anderen Gesellschaft, welche ihre Schaffner interessante Weisheiten durchsagen lässt. Lässige Fahrt.

Kurz nachdem wir angekommen sind, ging es zum Vortrag über Carnismus in der Uni. Doch, was ist überhaupt Carnismus?

Bäm, Videos sagen mehr aus als Worte. "Carnismus" ist nach Melanie Joy die Psychologie des Fleischessens. Dadurch entscheiden Omnivore Menschen warum sie lieber Kühe anstatt Corgis essen. Fand den Vortrag interessant. Hat mich auf jeden Fall angespornt bei Diskussionen mit argumentfreien Omnivoren nicht aufzugeben.

Tag 2:
Am zweiten Tag gehts auch ums Essen. Wir nehmen Teil an der Vokü im Café Knallhart(ebenfalls in der Uni). Außerdem wird der Film "Der Prozess" gezeigt. Es geht um österreichische Tierrechtler, die beschuldigt worden sind ALF-Aktionen durchgeführt zu haben. Trotz Mangel an Beweisen wurde der Prozess elendigst in die Länge gezogen. Der Staatsanwalt ging sogar in Revision.


Tag 3:
Ab gehts nach Neuengamme, zur Besichtigung der KZ-Gedenkstätte.
Ich bin am Anfang ziemlich sauer, weil ich mir das was die Leiterin der Exkursion erzählt leider bildlich vorstellen kann. Aber das bin ich immer wenn ich an KZs im zweiten Weltkrieg denke. Auch war ich ziemlich angepisst von der Tatsache, dass man nach dem 2. WK auf dem Gelände ein JVA eröffnet hat. Nichts gelernt, könnte man meinen.

"Eisbande" hat das geilste Eis!
Tag 4:
Am letzten Tag schlagen wir uns den Magen voll im veganen asia-restaurant "Loving Hut". Das Essen ist lecker. Ich habe mit "regenbogen-soja-fleisch" zu
 tun, was echt ganz schön fleischig ist. So richtig zäh. Der Laden gehört irgendeiner komischer Sekte, die allerdings harmlos zu sein scheint. Es liegen Bücher aus über die "große Meisterin" die alle Tiere lieb hat und allen Menschen Frieden wünscht. Außerdem hängen Fotos von veganen Promis an der Wand. Mit der Überschrift: "Sie sind schön, sie sind talentiert, sie sind klug, sie sind vegan!" oder so. Großes Hirnfick.

Danach gehts nach Hause, aber erstmal mit dem Schiff fahren. Hamburg war schön. Gerne wieder.


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