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Freitag, 29. September 2023

Happenings des Monats: September'23

YACÖPSAE + CLEAVER + MORAL BOMBING am 01.09.2023 im AZ Mülheim

Das AZ Mülheim ist der einzige Ort an dem ich wirklich ungestört einen fahren lassen kann, weil die Luft teils so dick ist und nach Kiffe stinkt dass es keinen Unterschied macht. An diesem Abend ging es eigentlich. Und es gab genug Seife auf der Toilette.

Den Anfang machen Moral Bombing aus Dortmund. Eine jung wirkende, super sympathische Band. Ausgestattet mit einem Sampler, der Samples aus mir unbekannten Filmen/Sendungen spielt, der leider ziemlich am Anfang irgendwie kaputt geht. Ein wunderbarer, abwechslungsreicher und höllisch tighter Mix aus den besten Momenten von (moderneren) Hardcore Punk und schnelleren Power Violence Episoden. Am Ende auch wirklich sehr emotional. Schon oft den Bandnamen gelesen, aber leider nie live sehen können (und irgendwie auch nie in die Musik reingehört). Das war jedenfalls, zumindest für mich, eine absolute Bereicherung. Also, an dem Abend.

Cleaver kommen aus Frankreich und wirken wie ein Vater mit zwei Söhnen auf einem Ausflug. Einer von den dreien wirkt wie in seinen 40ern, die anderen beiden bestimmt Anfang/Mitte 20. Der Drummer könnte mein jüngerer Bruder sein. Alles in allem könnte diese Band einfach ein "weiterreichen der Fackel an die nächste Generation" sein. Insgesamt, ähnlich wie bei Moral Bombinb, eine Mischung aus grundsätzlichen zwei Elementen. Hardcore Punk mit zwei Arten Vocals. Powerviolence-Momente, jedoch keine komplette PV-Songs. Angereichert mit sehr ruhigen Augenblicken. Das klingt fast schon progressiv. Ich mag das was ich sehe und höre wirklich sehr.

Am Ende endlich die deutschsprachige Powerviolence-Legenden aus Hamburg. Yacöpsae habe ich das erste Mal vor über zehn Jahren gehört, weil ich die Aufnahme auf irgendeinem Blog gefunden hab. Ich hatte absolut keine Ahnung was das ist und war damals wie weggeblasen. Seitdem bin ich Fan und durfte die Band ganze zwei Mal sehen. Dieses Mal bin ich am nähesten zur Bühne als je zu vor. Es wird 25 Minuten lang, quasi pausenlos, durchgeballert. Auf Platte hört man das nur, aber in echt sieht man wie anstrengend so ein Auftritt ist. Man steht erschöpft und gebeugt auf der Bühne oder es bluten einen die Finger weil man so schnell geshreddert hat. Zum Glück ist auch Wein da. Ich erkenne meine Lieblingssongs wie "Frost" oder "Asozial" und bin wirklich sehr glücklich. Am Ende stehe ich in der Merch-Schlange und höre ein Teil eines Gespräch zwischen Fan und Bassist mit: "Ja wir sind leider zu spät gekommen und haben die ersten beiden Bands nicht mitbekommen..." - "Ja, war genauso". 

Fazit: Ein wirklich sehr gelungener Abend, auch wenn ich direkt von der Arbeit hingefahren bin, viel zu früh da war, im Zug Chips gegessen hab und im AZ selber dann Erdnüsse. (Ich hatte nur n Brötchen zum Mittag)

Stricher guckt sich "Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem" (2023) an am 19.09.2023

Es ist gar nicht mal so lange her, dass ich TMNT geguckt habe. De Facto habe ich ALLE fucking Zeichentrick(und diese eine Realserie)serien verschlungen. Die Michael Bay Filme sind aber schon etwas her. Anyways, worum geht's?

Vor fünfzehn Jahren hat der einsame Wissenschaftler Baxter Stockman (Giancarlo Esposito) mithilfe eines Mutagens einen Mutanten kreiert. Genauer gesagt, eine etwas zu groß geratene Fliege. Er war auch dabei mehrere andere in unsere Welt zu bringen und hatte auch die tierischen "Prototype" dazu. Leider wurde er von seinen Arbeitgeber, der TCRI Company, daran gehindert. Die hauseigene Strike Force dringt in sein Zuhause ein, versucht ihn zu verhaften, wird aber von der eben erwähnten Fliege windelweich geprügelt. Sie können nichts an sich reißen, bis auf einige Proben - dabei fällt ein Behälter mit dem Mutagen in die Kanalisation und.... ihr wisst schon was passiert. Fünfzehn Jahre später erleben wir das, was wir immer erleben. Die vier mutierten Schildkröten Leonardo (Nicolas Cantu), Donatello


(Micah Abbey), Michelangelo (Shamon Brown Jr.) und Raphael (Brady Noon) leben in der Kanalisation unter der Obhut ihres Adoptivvaters, einer mutierten Ratte namens Splinter (Jackie Chan!). Sie dürfen nicht unter die Menschen, weil diese böse seien und keine Mutanten mögen. Doch es zieht sie so sehr in diese bunte Welt von Leuchtreklamen und Teenager-Komödien. Eines Abends begegnen sie der Schülerin April O'Neill (Ayo Edebiri) und helfen ihr weil ihr grade der Scooter geklaut wird. Sie freunden sich an und finden nach und nach heraus (mithilfe von Faustschlägen gegen New Yorks Unterwelt) wer der Ganove Superfly (Ice Cube) ist, der überall in der Stadt verschiedenste Technik stiehlt und was er so vor hat.

Die Michael Bay Filme hatten ihren eigenen Charme, waren aber im Grunde das Produkt ihrer Zeit und rückblickend betrachtet waren sie irgendwie komisch. Auch wenn ich den Großteil davon doch irgendwie genossen habe, fühlen sie sich aus heutiger Sicht nicht so richtig an. Das hier jedoch schon. Es ist eine stark nostalgische Variante, vollgespickt mit Anspielungen auf vergangene Serien und Martial Arts Filme. Aufgeladen mit einem großartigen Soundtrack (HEYYAYEAHYEAH aus diesem He-Man-Video und "Can I Kick It?" von A Tribe Called Quest u.a.) und gesprochen von Leuten, die man so gar nicht mit TMNT in Verbindung bringt. Dazu noch diese "dreckige" Zeichenstil, der die 3D-animierten Figuren aussehen lässt als wären sie aus Knete. Faszinierend. Die Story hätte fast genauso in der 1987er Serie stattfinden können, nur nicht so gut erzählt wie jetzt. Ich bin wirklich begeistert. Absolut.

8,5/10 Pfandflaschen

Trailer:



Stricher guckt sich endlich "Halloween Ends" an, am 22.09.2023

Es ist noch gar nicht Shocktober und ich bringe schon Halloween ein. Dabei wollte ich einfach nur (mal wieder) einen Film aus meiner To-Watch-List streichen. Anyways...

´"Halloween Ends" spielt größtenteils vier Jahre nach den Ereignissen in "Halloween"(2018) bzw. "Halloween Kills" (die beide zum selben Zeitpunkt spielen). Zu Beginn (im Jahr 2019) lernen wir den Jungen Corey Cunningham (Rohan Campbell) kennen, der bei einem Babysitter-Abend durch einen unglücklichen Unfall den kleinen Jeremy umbringt. Jeremys Eltern verfluchen ihn natürlich und schon bald sieht ganz Haddonfield Corey als den "Psycho Babysitter". Er wird den Ruf nicht mehr los. In der Gegenwart kriegen wir mit wie Laurie Strode (immer noch Jamie Lee Curtis) den Verlust ihrer Tochter verarbeitet und an ihren Memoiren schreibt. Ihre Enkelin Allyson (Andi Matichak) arbeitet als Krankenschwester und hofft auf eine baldige Beförderung. Von Michael Myers (James Jude
Courtney/Nick Castle) fehlt immer noch jede Spur. Allyson freundet sich mit Corey an, nachdem diese in ihrem Krankenhaus landet, weil er von Terry und seiner Mobbingclique verletzt wurde. Zwischen den beiden entsteht eine Beziehung, doch irgendwann sieht sich Corey als Allysons Sozial-Experiment. Eines Nachts, nach einer Halloween-Party wird er von Terry von einer Brücke geschubst, überlebt aber. Niemand geringeres als Michael Myers rettet ihm das Leben und "infiziert" ihm mit dem Killer-Virus (lol) bzw. bringt ihm das Töten bei. So wird in Corey ein ähnlicher Instinkt geweckt, was dazu führt dass er anfängt nach und seine und Allysons Widersacher abzumurksen.

Bei vielen Fans des Franchises bzw. des Genres stieß dieser Film auf einen Widerspruch. Zu langweilig, zu merkwürdig, zu wenig Kills... Sicher, in Vergliech zu "Halloween Kills" ist "Ends" etwas weniger gory. Es gibt aber definitiv ein paar Extra-Szenen die es nicht in den Film geschafft haben, wobei einige wirklich außerordentlich gut sind. Und die Kills die hier zu sehen sind, haben es meiner Meinung nach schon in sich. Was ich verstehen kann, ist dass man irgendwann nicht versteht was der Film will. Einerseits de-mystifiziert man den Mythos Michael Myers indem man ihn (oh, Spoiler lol) endgültig tötet und "beerdigt". Andererseits mystifiziert das Ganze irgendwie wieder, indem man zeigt dass Michaels "Kraft" auf andere Personen übertragen werden kann. Dabei sieht Rohan Campbell den jungen Tony Moran (der in "Halloween" von 1978 auch Myers gespielt hat) irgendwie ähnlich. Das lässt sich mit der Prämisse erklären, dass "das Böse nicht verschwindet sondern einfach andere Formen annimmt". Oder so. Jedenfalls, fand ich das Ausmaß von zwischenmenschlicher Geschichte genau richtig. Ich bin nicht derjenige der 90 Minuten voller Abschlachten erwartet. Es ist eine Abschlußgeschichte, die halt zufällig mehrere Morde beinhaltet. Nicht wirklich vergleichbar mit den anderen Filmen. Dieser hier ist anders. Sehr anders. Aber nicht schlecht.

7,5/10 Pfandflaschen

Trailer:



Stricher guckt sich "Last Voyage of the Demeter" an am 27.09.2023

Dieser Film gehört eigentlich thematisch ganz gut zum Shocktober, genauso wie "Halloween Ends". Aber egal, jetzt sind wir hier.

"Last Voyage of the Demter" oder "Die letzte Fahrt der Demeter" ist so gesehen ein Nischen-Horrorfilm. Es handelt sich nämlich nicht um die Verfilmung eines ganzen Buches sondern um die eines ganzen Kapitels aus dem Buch "Dracula" von Bram Stoker. Nämlich genau den Kapitel, in welchem das Logbuch des Kapitäns des Schiffes "Demeter" beschrieben wird. Es ist nämlich genau das Schiff, was den Körper von Graf Dracula in einer Kiste voll mit rumänischer Erde von Rumänien nach London transportiert. Die Crew bestehend aus illustren Gestalten, u.a. den Arzt Clemens (Corey
Hawkins) und den Kapitän Elliot (Liam Cunningham). So ziemlich zu Beginn des Films merken sie dass mit Anna (Aisling Franciosi) eine blinde Passagierin am Bord ist, die jedoch bewusstlos und entkräftet ist. Clemens ordnet eine Bluttransfusion an. Was sie nicht wissen: Anna dient als Nahrung und psychische Verbindung für Dracula (Javier Botet), der schon bald anfängt langsam alles an Bord zu dezimieren. Das erste Opfer ist die Nahrung der Crew: das gesamte Vieh als auch der Hund Huckleberry (der jetzt keine Nahrung ist lol) werden abgeschlachtet. Es bahnt sich ein "Alien"-mäßiges Szenario an. Unterwegs mit einem Monstrum auf einem unbekannten Terrain. Kein Entkommen.

Nun, ich wusste wie das ausgeht, auch wenn ich "Dracula" das letzte mal vor 20 Jahren oder so gelesen habe. Von daher war die Handlung des Films als auch das Ende keine Überraschung für mich. Jedenfalls: Großartige, gefühlt minimalistische Umsetzung (kein riesen Cast) mit einem wahrscheinlich etwas größeren Budget. Es fällt nicht mal auf, dass sie nicht mal auf offenem Meer sind. Green Screen regelt. Javier Botet bietet einen mysteriösen, teuflichen Nosferatu-mäßigen Dracula der stets im Schatten bleibt und nur selten zu sehen ist. Es ist quasi Horror Movie 1x1. Alle werden sterben, nach und nach. Oder so. Schade, dass er nicht so gut abgeschnitten hat. Allerdings muss ich auch sagen, dass es eine sehr nischenhafte Nischenverfilmung ist die wohl auch ein nischenhaftes Publikum finden muss. Und das sind Hardcore Dracula Fans, die sich mit dem ursprünglichen Stoff zu 100% auskennen. Ich habe das Ganze ganz nüchtern als Film-Fan betrachtet und bin insgesamt schon ziemlich zufrieden.

7/10 Pfandflaschen

Trailer:



Mittwoch, 13. September 2023

So isses, Musik!#173

Deftones Discography: Around the Fur (1995)

Freundlichst weise ich auf mein Review hin, was hier zu finden ist. Und natürlich, ganz obligatorisch weil drei Meinungen besser sind als eine, hier kommt:

Philipp:

"Beim zweiten Deftones-Album "Around The Fur" werden definitiv keine Gefangenen mehr gemacht. Während mir persönlich "Adrenaline" noch zu eintönig und vorhersehbar war, wird die "Laut-Leise-Laut-Leise"-Dynamik gegen eine etwas progressivere Vorgehensweise getauscht, es gibt gesungene Strophen, gebrüllte Zwischenparts, gesungene Refrains, gebrüllte Refrains, laute Strophen, leise Strophen, teilweise im gleichen Lied, die Besetzung Moreno-Carpenter-Cheng-Cunningham bleibt bestehen, ansonsten hat sich verdammt viel weiter entwickelt: die Riffs haben noch mal einen guten Zahn zugelegt, die Band wirkt noch mal um einiges tighter, die Bassläufe kontrapunktieren die Gitarrenriffs, die Drums sind verdammt großartig und Chino hält sein Niveau nicht nur sondern rappt, keift, säuselt, schreit und singt noch mal um einiges besser, es ist einfach eine deutlich interessantere Platte. 
Bereits mit "My Own Summer" beginnt man mit einem verdammten Hit und mit "Lhabia" geht es nahtlos und unfassbar gut weiter, gefolgt von der "Ballade" Mascara, in der Chino über seine Ehe und die negativen und positiven Eigenschaften seiner Frau singt. (Diese verdammten schwachen Handgelenke!!1!!11). Die nächsten 2 Songs plätschern dann im weiterentwickelten Deftones-Stil vor sich hin, mit Hausverbot im Flixbus (ich lasse den Witz mal so stehen, mir auch bums, wer das liest und nicht versteht) kommt dann der nächste große Hit der Platte, was ein geiler Song. Lotion is classical anyway. Dai The Flu ist musikalisch einer der interessantesten Songs, man mag fast an Bands wie Smashing Pumpkins (mit besserem Gesang versteht sich) denken, das hat schon sehr dreampop-eske Anleihen (kleiner Ausblick auf spätere Deftones-Alben vielleicht?). Mit "Headup" ist dann auch wieder ein Nu-Metal-Song vertreten, ist halt auch geil, kann man nicht viel dagegen sagen. Nach der Hälfte des Songs wird daraus dann irgendwie Ambient Jazz, kann man machen. MX besteht aus den drei Songs "MX" (geil), Bong Hit (selbsterklärend) und "Damone" (auch geil) und damit ist die wilde Fahrt auch schon vorbei und man möchte eigentlich nur sofort wieder auf Play drücken so kurzweilig und unterhaltsam war das. Ich bin definitiv Fan dieses Album und finde die Steigerung zum ersten Album mehr als nur beachtlich. Der von mir im letzten Review schon unangebracht verwendete Vergleich mit System Of A Down drängt sich mir da natürlich wieder auf, die Steigerung vom ersten zum zweiten Album ist ähnlich bemerkenswert, die Band hat sich gefunden, traut sich mehr, arbeitet nicht mehr komplett nach dem gleichen Schema.
Leider kenne ich White Pony schon gut genug um zu sagen, dass da definitiv noch Luft nach oben ist, was mich selbstverständlich davon abhält die Höchstpunktzahl zu vergeben, es ist aber schon ein wirklich außergewöhnlich geiles Album.

9,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: My Own Summer (Shove It), Be Quiet And Drive (Far Away), Dai The Flu"

Raphael:

"Ich beginne mit einem kleinen Verweis auf dieses Video
Deftones 1997 (Photo: Mark Leialoha)
. Ich habe mich schon einmal kurz mit diesem Album befasst, als die Top 50 Rock Alben der 1990er Thema auf dieser Seite war. „Bring back the old Nu Metal“ habe ich gesagt. Aber genug davon; wir sind also im Jahr 1997 angelangt. In unverändertem Line-Up haben die Deftones ihr zweites Studoialbum ebenfalls bei Maverick Records veröffentlicht. Außerdem wurde die Europäische Äsche zum Fisch des Jahres gewählt, Notorius B.I.G. wurde ermordet, und Zaire wird in Demokratische Republik Kongo umbenannt.

Fast ein Jahrzehnt lang waren die Deftones schon unterwegs, als sie ihre zweite Langspielplatte auf den Markt brachten. Nun sollte es also so weit sein, dass der große Durchbruch kam. Es ist schwierig, es anders zu sagen, denn „Around the Fur“ ist schlichtweg bahnbrechend. Der raue Sound des vorigen Albums wurde in jeglicher Hinsicht verfeinert und aufpoliert. Mit besserer Produktion, feinerem Fokus, und einer insgesamt kräftigeren aber gleichzeitig filigraneren Umsetzung übertreffen die zwölf Titel alles, was „Adrenaline“ vorgelegt hat. Mit zwei versteckten Bonustracks wurde außerdem die Kapazität des Datenträgers CD bis aufs Letzte ausgereizt.

Around the Fur“ entführt die Hörer*innen in eine finstere Welt, in der blendendes Licht und absolute Dunkelheit dicht an dicht existieren. Es geht um Oberflächlichkeit, um äußere Schönheit zur Kaschierung der inneren Hässlichkeit, um die Diskrepanz zwischen Schein und Sein. Die Deftones öffnen einen tiefen Abgrund, indem sie die schöne Zier und Fassade aufreißen, um den darunterliegenden Ekel bis ins kleinste Detail zu beleuchten. Es ist wahrlich kein einfaches Thema, aber es ist ja auch keine einfache Musik.

Das Album hat die Gewalt eines Kugelblitzes, der sich immer wieder entlädt, um die Finsternis in taghelles Licht zu tauschen. Spannung baut sich auf, verschwindet stellenweise in kleinen Verstecken, um sich dann in einem unerwarteten Moment mit voller Kraft zu entladen. Es wird viel mit Erwartungshaltungen gespielt, und die Deftones schaffen es, mit geschickter Strukturierung für großartige horny Spannungsbögen zu sorgen.

9,5/10 Pfandflaschen

Aspieltipps: Rickets, Dai the Flu"



Nirvana Discography: Incesticide (1992)

Da Philipp und Raphael mit den ersten vier Deftones-Alben beschäftigt sind und ich nicht untätig sein will, bespreche ich weiterhin Lücken in Discographies auf diesem Blog. Letztes Mal hatte ich Metallicas desaströses Neuwerk "72 Seasons". Diesmal nehme ich mir Nirvana vor. Weiterhin werden dieses Jahr noch Samhain, Sisters of Mercy und Ulver dran sein. Vielleicht sogar noch Code Orange. Das schon mal zur Info. Wenn ihr Bock habt nachzulesen, was ich über "Bleach" und "Nevermind" gesagt habe so klickt auf die Hyperlinks.

"Incesticide" ist chronologisch gesehen Nirvanas drittes Album. Gleichzeitig ist es allerdings kein vollwertiges Album sondern das Produkt der Plattenfirma Geffen die Nirvanas pre-Major-Material von Sub Pop Records lizensiert hat um der Nachfrage nach Grunge Musik gerecht zu werden. Es war sozusagen ein Joint Venture zwischen Sub Pop und Geffen. Kurzum: Es ist ein Compilation-Album bestehend aus sechs zuvor unveröffentlichten Stücken, darunter drei Alternativ-Versionen von "Polly", "Been A Son" und "Aneurysm". Der Single "Sliver", "Slain" von der "Blew"-EP. "Beeswax" vom "Kill Rock Stars"-Labelsampler. Der "Hormoaning"-EP mit dem Devo-Cover "Turnaround" als auch "Mexican Seafood" vom Sampler "Teriyaki Asthma". Das Line-Up variiert je nach Song bzw. Abschnitt. Wir haben Cobain und Novoselic am Gitarre/Gesang und Bass aber sowohl Dale Crover
(Melvins) als auch Dan Peters (Mudhoney) als auch Chad Channing und Dave Grohl an den Drums. Im Musikvideo zu "Sliver" ist Grohl auch zu sehen obwohl er bei dem Song gar nicht mitgespielt hat. So gesehen sind die Stimmungen bei den Songs auch absolut unterschiedlich und so unterscheiden sich auch die Qualitäten der Aufnahmen. Das "The Vaselines"-Cover "Molly's Lips" (das der polnische Künstler Kazik erfolgreich in seinem Song "Nie lubie juz Polski" gesamplet hat) ist gleichzeitig das fröhlichste und Lo-Fi-este was ich jemals von Nirvana gehört hab. "Sliver" handelt von Cobains Sehnsucht nach seinen Eltern die ihn einen Abend lang bei seinen Großeltern gelassen haben. Es mag banal klingen aber das kann ein durchaus traumatisches Erlebnis für ein Kind sein. Es ist kein Wunder, dass dieses Album so abwechslungsreich ist. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass es einfach aus verschiedenen Phasen der Band zusammengekleistert ist. Ich find's interessant wie Lo-Fi, Punkrock, schnell, langsam und Sludgy diese Compilation ist. Aber das ist halt Nirvana. Und Nirvana waren verdammt gut.

Wenn ihr Lust habt nachzulesen, was ich zum Nachfolger "In Utero" als auch zum Unplugged-Album zu sagen habe, so klickt auf die Hyperlinks.
8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Sliver, Dive, Downer, Mexican Seafood, Molly's Lips

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W:

Weiter geht es mit W. Die großartigen Wolvennest habe ich schon mal live gesehen und bin seitdem irgendwie auch Fan (allerdings nicht von deren Logo). Fantastischer Doom Metal mit außerorderntlicher Atmosphäre. Ähnlicher Fall bei Wormrot. Fantastisch Live, jedoch kein Doom sondern Grindcore. Achja, reviewt habe ich das auch. Letzes(?) Jahr in Dortmund gesehen, es war absoluter Abriss:




Es gab irgendwann mal eine Hardcore Band namens WRAKK. Ich habe deren Demo "no gods. no mastering". Feinster, finsterer, nihilistischer klingender Hardcore Punk der damals seine Hochzeit hatte. Heutzutage aber immer noch beliebt. Ich habe leider keine Ahnung, was die Leute von WRAKK heute so treiben. Danach kommt mit Wugazi das wohl interessanteste Projekt in dieser Ausgabe. Mit "13 Chambers" haben Andy Lund und Kyle Smith ein großartiges Mash-Up-Album veröffentlicht. Bei ihrem Projekt "Wugazi" vermischen sie die Sounds von Wu-Tang Clan und Fugazi. Mein Favorit war damals "Sleep Rules Everything Around Me", was eine Mischung aus "C.R.E.A.M." (Wu-Tang) und "I'm So Tired" (Fugazi) war. 




Und zum Ende von "W" natürlich Wu-Tang Clan mit zwei Alben. "Iron Flag" ist ein absoluter Banger, wohingegen "The W" tatsächlich einige schwache Momente, ziemlich viel Füller-Material und drei richtig gute Hitsingles hat ("Gravel Pit", "I Can't Go To Sleep" und "Protect Ya Neck (The Jump Off")


X:

Und nun sind wir tatsächlich im letzten Ordner angelangt. Dieser heißt "XYZ" und hat tatsächlich....keine einzige Band mit X im Bandnamen. Ja, ich habe diese ganzen Straight Edge Bands einfach "richtig" sortiert. So sind "xBishopx" einfach in "B" drin. Ist so.

Y:

Darum geht es jetzt mit Y weiter. Den Anfang machen Yacöpsae, die ich vor kurzem erst wieder live gesehen habe. In meinem Ordner befinden sich lauter Veröffentlichungen unter anderem die Alben "Tanz Grozny Tanz", "Fuck Punk Rock...This Is Turbo Speed Violence" als auch "Einstweilige Vernichtung". Natürlich auch jede Menge Splits: die mit "Active Minds", die mit "Sanity's Dawn", die mit "Massgrav". Und natürlich die EP "Krank Ist Normal". Ich liebe diese Band absolut, trotzdem muss ich sagen dass es hier ein paar murksige Tracks gibt. Ich finde, den heutigen metallischeren Sound wesentlich besser - allerdings fehlen mir diese bescheuerten Interludes die eine gute Powerviolence-Band ausmachen. Finde ich.




Danach dann "Electr-O-Pura" von den großartigen Yo La Tengo und "Fever To Tell" von Yeah Yeah Yeahs. Gefolgt von den Youth Crew/Hardcore Punk Legenden Youth Of Today. Kaum zu glauben, dass deren Songs so unfassbar kurz sind. Die "Can't Close My Eyes", "Break Down The Walls" und "We're Not In This Alone" gehen unfassbar schnell vorbei. Wahnsinn.



Donnerstag, 18. August 2016

So isses, Musik!#23

"So isses, Musik!" wird 23, soll heißen keiner mag es. Weil niemand mag dich wenn du 23 bist.
Diesmal verlagere ich den Content, der sonst in "Happenings des Monats" erscheint ein wenig hierhin, weil die andere Rubrik sonst viel zu überladen wäre. Sonst gibts hier das übliche. Ein wenig auf die Zwölf. Höhö.

Spastic Fantastic Festival 2016 am 31.07.2016 im FZW, Dortmund

Das Punklabel aus Dortmund hat es ja schon länger in mein Herz geschafft - diesmal allerdings hatte ich etwas Bedenken weil ich mir gedacht hab "boah nee, du kennst n ziemlichen Anteil der Bands so überhaupt nicht. geh doch nicht hin" aber dann "boah nee....ach leck mich warum nicht". Und es hat sich gelohnt, mal wieder.

Die Speisekarte war äußerst vielfältig. Als erstes sahen wir uns "Weak Ties" an, die ich auf dem Fluff Fest leider nicht angucken konnte, weil ich dort irgendwann die Übersicht komplett verloren hab. Brachialer Fastcore/Powerviolence. Ich war überhaupt nicht auf sowas vorbereitet. Such a blast. Sowohl vom Spaßgefühl her, als auch vom Kawumm aus den Boxen. Brauch ich mehr von, hör ich mir noch mal an. Höhö, und jetzt stell ich fest dass wir eigentlich garn nicht so viel mitbekommen haben, weil wir zwischendurch essen waren. High fand ich ziemlich gut, jedoch nicht besonders herausragend. Ich weiß gar nicht wieso ich so auf die Band gespannt. Schließlich kannte ich sie schon vom Hören. Jedenfalls nicht ganz meine Can of Mixery. Kommt vielleicht daher, dass sich kaum

Leute bewegt haben. Traurik. Femme Krawall fand ich wie beim letzten Mal im AZ Mülheim ziemlich fetzig. Auch wenn ich RiotGrrrl so überhaupt nicht mit Surfmusik in Verbindung bringe. Überhaupt bringe ich Surf Mucke (oder zumindest Surf-Anleihen) überhaupt nicht mit Gesang in Verbindung. Deshalb finde ich das auch so großartig, weils zumindest meinen Rahmen sprengt. Cheap Drugs habe ich letztens im Koma F in Berlin gesehen. Wobei "gesehen" nicht zutrifft weil vor mir 10000 Leute standen und ich die Band nicht mal wirklich mitbekam. Diesmal stand ich allerdings direkt vor der Bühne und war diesmal mehr als erfreut über 80ies Hardcore Punk. Ganz ehrlich, wenn sie weiterhin so Mucke machen, können sie nicht viel falsch machen. Zumindest bei mir nicht. Sie kamen übrigens als Ersatz für TV Eye, falls ihr euch wundert warum sie nicht aufm Poster zu sehen sind. Besonders gespannt war ich auf Nakam - Es ist nämlich die Band in der der eine Typ von Nihil Baxter singt, der auf der Bühne immer so aggro aussieht. Und Schlappen anhat. Diesmal wirkte er auch ziemlich aggro, fast schon mehr aggro als sonst. Wow. Ich habe mich mit Nakam übrigens noch gar nicht wirklich beschäftigt, ließ mich also überraschen. Anstelle von Thrash/PV wie früher, gabs zwar nicht weniger aggressiven jedoch wesentlich konzertriertern Hardcore. Hat mich jedenfalls nicht enttäuscht und befriedigt - jetzt kann ich Nakam bedingungslos in den Abgrund folgen weil sie meine nicht vorhandenen Erwartung übererfüllt haben.

Danach gings nach Hause, weil isso.

1 Tag auf dem Ruhrpott Rodeo, 7.8.2016, Hünxe

Ach, dieses Ruhrpott Rodeo immer. Ich habe tatsächlich so eine Art Hassliebe dazu entwickelt. Ich und Frau Otterich sagen jedes Jahr immer "Okay, nächstes Jahr gehen wir wohl nicht hin". Dann ist es auch soweit und wir sagen "Naja okay....vllt. für einen Tag". Und dann geht das wieder von vorne los. Der Eintrittspreis ist für meinen Geschmack zu hoch, die Getränkepreise sowieso. Das Line-Up ist auch so merkwürdig. Eine Mischung aus Reunion-Bands/Uralt-Musikern die seit 1000 Jahren existieren und die man schon immer sehen wollte, "mittelgroßen" Bands die auch auf DIY-Festivals auftreten als auch Bands/Musikern die in Hünxe mittlerweile wohnen (in Zelten, Bauwägen oder Autos) und quasi jedes Jahr dort auftreten (Sondaschule). Anyways, ich hatte Spaß. Definitiv. Jedoch
seh ich dieses Festival mittlerweile in einer anderen Liga als Resist to Exist oä, weil es mehr als DIY-Bands einlädt, "Kassenschlager", Bands die nicht nur vor Punx spielen. Und so weiter. Aber das ist jetzt auch egal. Nächstes Jahr gehe ich definitiv nicht hin, weil das Veranstaltungsdatum sich 100% mit dem Fluff Fest überschneidet. Wie auch immer, wer ist denn so aufgetreten?

Zuallererst natürlich der Hauptact des Tages, weswegen wir u.a. auch gekommen sind, bzw. weswegen Frau Otterich gekommen ist: Leftöver Crack. Stabil, witzig, "NOFX haben als einzige Bedingung aufgestellt, dass sie mindestens 9 Stunden nach uns spielen wollen, weil die Bühne dann frei von unserem Gestank ist". Es hat nichts gefehlt: Weder "Gay Rude Boys Unite" noch "Jesus Has A Place For Me" noch "500 Channels" von Choking Victim. Daumen hoch auch dafür dass man trotzdem gute Ansagen macht, auch wenn man bei einem Festival ist wo sein Set noch begrenzter ist. Freitag wieder! Übrigens LöC sind eine der wenigen guten Bands die Ska mit Metal/Punk-Elementen mischen. Generell finde ich das meistens eher peinlich wenn irgendwelche Punkbands einfach Bläser dazupacken um es dann "ska-punk" zu nennen, obwohl es vllt. 1% mit Ska zu tun hat. Ähnlich verhält es sich mit kulturell aufgeladenen Punk - also Dudelsack-Punk, Irish Ska oder viel viel schlimmer roten Ska der nach Revolution mieft. Ganz fürchterlich. Das gilt für die Pipes and Pints die vor LöC aufgetreten sind:

Swiss und die Andern waren eine positive Überraschung, auch wenn ich nur "Schwarz Rot Braun" gekannt hab, bin ich tatsächlich länger geblieben - und das obwohl ich keinen einzigne Text kannte. Das ist für mich übrigens ne ganz schöne Leistung.

Mann kackt sich in die Hose. MKSIDH haben durch eine spektakuläre Aktion den Platz auf dem Festival ergattert. Sie schickten im Namen des Bürgermeisters der Stadt Hünxe ein Brief an den Organisator des Festivals Alex Schwers - darin beschwerte sich dieser dass seine Lieblingsband immer noch nicht auf dem RR auftreten durften. Was für eine großartige Aktion. Aber das nur mal nebenbei: Viel besser fand ich die Interaktion mit dem Publikum und die Ansagen wie "Achja, wir müssen uns ja noch beim Bürgermeister bedanken hahawitzigeband" oder "Am drölften Oktember 2018 feiern wir übrigens...WAS ALTER? ALSO DU BIST SCHON MAL NICHT EINGELADEN, UND ER AUCH NICHT.....da feier ich übrigens meinen millionsten Zug an einer Zigarette und ihr seid alle herzlich eingeladen. Und davon handelt auch der nächste Song. Vom Zigeretten rauchen." Danke. Auch wegen "EY TALCO, IHR SEID SO LAUT DASS WIR UNS SELBST KAUM HÖREN!!!"

Talco:



The Dwarves fand ich leider wenig überzeugend und auch sehr lieblos. Als hätten sie einfach in nullkommanix ihr Seit runtergerattert. Schade eigentlich.

Flag fand ich dann schon wesentlich besser. Vor allem besser als Black Flags Auftritt vor ein paar Jahren. Allerdings hat mich der Sound vor der Bühne gestört. Es sei denn Keith Morris' Mikro war absichtlich auf ultra fucked up punkrock eingestellt, damit es authentischer rüberkommt. Dann noch Dez Cadena mit gar keiner Stimme...was für ne leistung. Hoffentlich hat das Krankenhaus ihn danach gut gepflegt. Überhaupt waren FLAG eine der wenigen Rentnerbands die ich wirklich überzeugend fand. Viel interessanter fand ich aber dass Lou Koller von Sick Of It All, der sich das ganze angeguckt hat, über lauter Dragonball Z tattoos verfügt. Sympathisch!

Eisenpimmel aus der Ferne hören zu können, war wirklich sehr schön.

Sondaschule:



Aaaaalter, warum dauert das so lange? Dann endlich TSOL die zwar auch nicht so viel Zeug bringen, was ich kenne... ja ich habe mich zwischendurch auch für etwas anderes als Ami Hardcore interessiert.... aber dafür verdammt sympathisch rüberkommen und ähnlich wie SOIA oder NOFX Stories zwischendurch erzählen. Beziehungsweise nicht die ganze Band sondern der Sänger Jack Grisham. "Ich habe während der 30plus Jahre immer wieder Leute zu mir nach hause eingeladen. Habe gemeint, wenn ihr Bock auf n Kaffee oder ne Übernachtung habt, und zufällig in der Nähe seid, schlagt Jack Grisham im Telefonbuch nach. Und nach all den Jahren habe ich letztens tatsächlich n Anruf bekommen: 'Hey, Jack is that you?' 'Yeah' 'It's Marco from Argentina, can I come?' 'Yeah sure, bitch why the fuck not?' Das ist tatsächlich so unglaublich random, wie dieser mensch sich ausgedrückt hat :D Großartig.

Dann Sick Of It All - das erste Mal seit 5-6 Jahren für mich. Das ist so komisch: Als ich klein war lief mal ein Zeichentrickvideo von SOIA auf MTVIVA und ich dachte halt das wäre so eine undergrounde Undergroundband, die keiner kennt. Dabei füllten sie damals schon große Säle. Sie kommen einen dann so Mainstream vor, wenn sie einen Meter über dir stehen, dabei verdienen sie scheinbar immer noch nichts mit der Musik. Jedenfalls wars toll, voll, auch mit Stagedivern. Und ich hasse Stagediver. Immer noch. Leider hat keiner die Dance Moves aus dem "Step Down" Video nachgemacht. When it's us vs. them you can always count on me!

Zwischendurch waren wir bei CJ Ramone und haben uns die zahlreichen Ramones-Cover als auch die Eigentkompositionen angehört. Er trägt den Namen tatsächlich zurecht. Der Typ kann wirklich was. Selbst wenn es nur 2,5-minütige Bubblegum-Punk-Songs sind.

NOFX. Hory Shet. Meine Fresse. Wie viel Kohle verdienen diese Typen, die 50% der Spielzeit damit verbringen Scheiße zu labern? Zum Beispiel darüber dass sie heute eigentlich nicht so viel labern werden....oder dass dies Frau mit dem Kind im Publikum ganz bestimmt eine ganz tolle Mutter ist. Oder dass die Typen in den Suicidal-Mützen in den 80ern 100% abgestochen worden wären. Oder dass Henry Rollins nachher eine Spoking Word Session auf Deutsch machen wird. Mir ganz egal wie viel sie damit verdienen, sie tun es zurecht. Ich habe selten so viel Spaß gehabt und selten so viel gelacht. Fat Mike in einem Kleid. Erik Melvin mit diesem Akkordeon....womit er sich nie und niemals von der Bühne verpissen wollte. Es haben kaum Hits gefehlt. Gerne wieder.

Zum Ende dann noch Henry Rollins der uns ein wenig über die politische Situation in den USA, sein Ausstieg aus dem Musik Business, seinen Vater und natürlich die Ramones erzählt hat. Okay, die Story über die Ramones kannte ich schon. Trotzdem wars interessant sich anzuhören wie ein 55jährige Hardcore-Veteran die Welt so sieht. Vor allem, weil er trotz seines ehemaligen Tough/Muscled Guy Images, sich überhaupt nicht tough sondern extremst höflich gibt. Thumbs up dafür dass ihn trotz der späten Stunde noch so viele zugehört haben.

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Doch genug der Konzertberichte. Ich habe neues Vinyl. Eigentlich haben sowohl ich als auch Frau Otterich neues Vinyl (und zwar noch mehr), doch das würde hier wieder den Rahmen sprengen. Ergo gibts erstmal nur einen Teil, den ich mir beim diesjährigen Fluff besorgt hab:

Yacöpsae/ZZZ Hacker - Am Ende des Alphabets Split 7"

Um es mal kurz zu fassen: Auf dieser Scheibe covern sich die Bands gegenseitig. Dabei wussten beide Bands bis kurz vorm Release(?) nicht was die anderen jeweils fabriziert haben. Jedenfalls
kenne ich ZZZ Hacker nicht, aber die Yacöpsae-Varianten deren Songs sind gewohnt gut. Yacöpsae-Style halt. Aber Yacöpsae-Klassiker in verständlich, wie "Frost" gehen so gar nicht bzw. nur so halb. Deshalb gilt für diese 7inch: Zur Hälfte gut, zur Hälfte nur ok.
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Was läuft sonst? Stricher gönnt sich zwar blogtechnisch viel Amihardcore(punk), aber auch ganz viel andere Sachen. Zum Beispiel "Slither" von Earth Crisis. Oder alles von NOFX, vor allem das Livealbum "They've Actually Gotten Worse Live", weil ich diese ganzen dummen Sprüche so vermisse. Sonst verschlinge ich wieder alles von Integrity. Oder zumindst so viel wie mein Gehirn aufnehmen kann. Seit 1000 Jahren wieder H2O. Seltsamerweise kann ich mich aber auch (schon) wieder nicht von Vaporwave bzw. Simpsonswave losreißen und von diesen merkwürdigen aber guten Surf/BlackMetal Songs: Mein Favorit waren bis jetzt "The Dark Thrones" mit "Californian Hunger".

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Das wars erstmal an dieser Stelle. Demnächst gibts hier wieder mehr Discographien und oder Videographien. Seid gespannt. Danke fürs Lesen.

Montag, 15. Februar 2016

Ohrwurm der Woche#148



Diese Flöte ist übrigens aus dem "in the garage" von Weezer geklaut. Ernsthaft.

Dienstag, 27. Januar 2015

So isses, Musik!#4: Strichers absolute Favorites, Teil 1

Ich hatte ja schon mal hier das Vergnügen über meinen eigenen Musikgeschmack zu labern. Dabei hab ich allerdings nur die Musikgenres grob abgedeckt und nicht über die einzelnen Bands bzw. Künstler geredet. Deswegen dachte ich mir dass ich eine nie enden wollende Liste von Künstlern und Bands verfassen werde und ein paar Worte zu jedem einzelnen schreibe. Bzw. jeder/m einzelnen Band/Kollektiv/Truppe. Es ist kein Ranking, keine Top 5/10/20/30, nein. Alles vollkommen ohne irgendwelche Bewertungen oder Platzierungen.

Legen wa los, nich.

Misfits

Misfits 1981: Jerry Only, Arthur Googy, Glenn Danzig, Doyle
Das Trio bzw. Quartett aus Lodi, New Jersey wurde im  zarten Alter vom 15 Jahren für mich zum ständigen Begleiter. Durch den Soundtrack zu "Jackass", auf welchem sich "Hybrid Moments" befand wurde ich infiziert. Danach gings los mit Musik besorgen bzw. mehr anhören. Aber irgendwas tat ich falsch. Als erstes gelang nämlich das Album "Famous Monsters" in die Hände. Es klang komplett anders als die Band auf dem Jackass-Soundtrack. Deswegen musste ich recherchieren. Was ich rausfand war mehr als strange. Es gab also diese eine Band, gegründet 1977 von Glenn Danzig (der den Gesang übernahm), später mit Jerry "Only" Caiafa am Bass und wechselnden Gitarristen und Drummern. Zuerst machten sie ziemlich melodiösen Punkrock, doch in den letzten Jahren ihres daseins wurde ihr Sound immer hardcorelastiger. Doch die Themenwahl veränderte sich nicht: B-Movies, Mystik, Horror, Vampire, Werwölfe, Zombies. 1983 wurde die Band aufgelöst. Glenn Danzig machte mit Samhain da weiter, wo er aufgehört hat. Nach Samhain gründete er eine weitere Band namens "Danzig" die mit "Mother" einen welthit landete und irgendwo
zwischen Hard Rock, Blues und Doom Metal wanderte. Jerry Only und sein Bruder Doyle (der zwischenzeitlich Gitarre gespielt hat) haben sich dem christlichen Metal zugewandt und gründeten "Kryst the Konqueror".

Irgendwann hatten sie wohl entweder keine Kohle mehr oder wurden etwas neidisch und haben sich Rechte an den Namen "Misfits" besorgt. Sie gründeten die Band neu mit Michale Graves am Gesang und Dr. Chud an den Drums. Was dabei rauskam waren die Alben "American Psycho", "Famous Monsters" und die B-Seiten-Sammlung "Cuts From The Crypt". Deswegen war also ein riesenunterschied zwischen dem Album und "Hybrid Moments". Es war nicht schlecht oder so, nur verdammt anders. Das eine war richtig cooler Punkrock, das andere klang eher metallastig. Ich war erstaunt als ich erfuhr wie es weiter ging. Graves und Dr. Chud verließen die Band - Jerry Only reanimierte die Band aber und machte weiter. Als Sänger. Für die Drums und die Gitarre engagierte er Marky Ramone (Ramones) und Dez Cadena (u.a. Black Flag). Ab dem Zeitpunkt wurde es ziemlich lächerlich. Sie waren nämlich viel mehr eine Coverband, die alte misfits, ramones und black flag songs coverte als auch Klassiker aus den 50er Jahren (wie auf dem Album "Project 1950"). Noch lächerlicher wurde auch das Hinauszögern des neuen Albums als auch die Flut an Merchandiseprodukten. Neben Buttons, Patches, T-Shirts und Kappus gabs dann Schuhe, Socken, Hundejacken, Uhren, Ohrringe, Schlüsselanhänger und was weiß ich nicht noch alles. Hinzu kam noch dass Only ein deutsches Horrorpunk-Portal verklagen wollte weil dessen Logo ihm nicht ins Bild passte. Megalomaniac halt. Ganz ganz große Scheiße. Das machte mich ganz traurig, schließlich war ich anfänglich so von der Musik begeistert. Ich hab mir sogar die Haare so lange wachsen lassen, wie es wahre Misfits-Fans auch tun. Auch wenn ich zu Beginn wie Ingo Appellt aussah. Wie auch immer, geschehen ist geschehen.

Lieblingssongs: Hybrid Moments, Teenagers From Mars, Astro Zombies, Hatebreeders, Halloween, We Are 138, uvm.

Charles Bronson

Es gibt einige Bands die in meinem Kopf Türen für ein neues Genre eröffnet haben. Ich war damals zwar einigermaßen offen und empfangsfreudig, was neue Musik betrifft allerdings hat es manchmal lange gedauert bis eine Band bei mir "gezündet" hat. Neben Psychobilly hörte ich damals sehr gerne Hardcore Punk und tastete mich auch langsam an Crust (Nausea, Amebix) und D-Beat (hauptsächlich Discharge) ran. Das wars aber auch schon. Es gab damals gefühlt noch mehr Musikblogs als heute (oder es fühlt sich nur so an, weil man heutzutage weniger blogspot downloads sucht) und in einigen davon tauchte der Name Charles Bronson auf.

Ich wusste, dass es ein Schauspieler ist, der auch mal bei den Simpsons verarscht wurde. Irgendwie weckte das wohl meine Neugier, sodass ich mir einiges (so ziemlich alles) von der Band runtergeladen hab. Mein Favorit war das Album "Youth Attack!" von 1997. Es enthielt eine Ficktonne an Lärm. Es gab kaum Songs die mehr als eine Minute gedauert haben. Das hat mich fasziniert. Mindestens genauso geil fand ich einige Zwischenspiele. Beispielsweise "Standing in front of bulldog records". Da ist nämlich ein Anruf (von jemanden aus der Band nehm ich an) zu hören, der bei "Bulldog Records" anruft und fragt ob sie "Charles Bronson Records" haben. Daraufhin kommt die Gegenfrage "Any who?" und das Lied geht los. Zum Ende fragt der Anrufer nochmal "Dou you have any One Life Crew Records?" was mit "Aw...yeah." beantwortet wird. Daraufhin kommt nur noch ein "awwww, duuuuuude!"
LP-Inlay der "Diet Rootbeer"

Irgendwann fand ich die Musik so geil, dass ich beschloss der Band tribut zu zollen. Deswegen besorgte ich mir einen super coolen Aufnäher, der erst auf meiner Mütze, dann auf meiner Hose und mittlerweile auf meinem neuen Geldbeutel gelandet ist. Er ist so abgenutzt und im Eimer, aber es ist dennoch viel zu Schade gewesen ihn wegzuwerfen. Ich besitze ebenfalls ein T-Shirt, was mir damals jedoch viel zu lang war, sodass ich es viel zu kurz gekürzt hab. Eigentlich ist es nicht dasselbe T-Shirt, ich habe das Motiv (+ Backprint) ausgeschnitten und auf ein anderes draufgenäht. Ich wurde auch vom Schulfotografen darauf angesprochen:

"Cool, was ist dien lieblings Charles Bronson Film?"
"Äh....Ein Mann sieht rot...."
"Coooool."

(oh jesus)

Die Band ist mitschuld daran, dass ich ein enormes Interesse für Thrashcore/Fastcore/Powerviolence entwickelt hab und dass ich verstanden hab wieso sich diese ganzen Bands richtige Namen als Bandnamen gegeben haben. Beispielsweise Kent Brockman, Bruce Banner etc. pp Außerdem ist sie tatsächlich Schuld an meinem Facebook-Namen. Ich habe nämlich vor längerer Zeit zusammen mit einem Freund, Chocolate Banana (Name geändert) angefangen mich so zu nennen (nein nicht ganz genau so wie die Band, aber ihr wisst schon). Ich finde, dass es damals unsere Freundschaft noch ein Stückchen mehr bestärkt hat. Und auch wenn er heutzutage mehr als 300 km entfernt wohnt, weiß ich trotzdem dass wir immer noch "The Bronsons" sind.

Ich höre übrigens auch gerne andere Bands vom Sänger Mark McCoy wie Das Oath oder Failures.

Lieblingssongs: Tears of a clone, Let's start a war so I can sing about stopping it, xdumbfucksx, Marriage can suck it (mit Intro aus dem Film "The Frighteners" mit Michael J. Fox, haha sowas weiß ich), Standing in front of bulldog Records

hier das letzte Konzert der Band:


Yacøpsæ

Ich glaube letztes Jahr in Hamburg gesehen. Ein einziges Mal bis jetzt. Dabei sollten es eigentlich viel viel mehr werden.

Yacöpsae (ja, ich weiß dass es so nicht richtig geschrieben ist) waren eine der Bands die mich damals ziemlich vorm Kopf gestoßen haben. Ihr Sound war noch härter als das was ich damals für mich neuentdeckt hab - ja sogar noch krasser als Charles Bronson. Es war alles noch lauter, noch metallischer aber gar kein Metal und noch brutaler. Und die Texte...wow...manche kann ich zwar nicht ganz unterschreiben, andere aber volle kanne....andere wiederum habe ich erst hoffentlich nach Jahren verstanden. Wie dieses hier. Das Version davon gemacht hab.
quelle: eikestolzenburg.de
war eine lange Zeit mein Weckton. Ich bin nach wie vor von diesem Song fasziniert, sodass ich sogar eine Sunn O)))-mäßige verlangsamte

Ebenso faszinierend finde ich wie viele Songs, Alben, 7inch-Split-Singles und EPs diese Band rausgehauen hat. Zwar nicht so viele wie Agathocles (die sowieso ziemlich scheiße sind), aber immerhin.

Zwar brauche ich manchmal einen guten Abstand von der Musik, weil ich mittlerweile nicht mehr so krass auf Lärm abfahre aber dennoch gehören Yacøpsæ bei mir zu den meistgehörtesten Bands überhaupt. Und sie sind auf meiner Kutte. Dahin schaffts nicht jede Band.

Lieblingssongs: Frost, Beziehungskiste, hippiepest, bundeswehr, Internetejakulator, Spätfilmwichser,

Das wars fürs erst sonst spreng ich hier den Rahmen. Danke fürs Lesen.

Dienstag, 17. September 2013

Happenings des Monats: August'13

Soso, es ist mal wieder (ungefähr) Mitte des Monats. Das heißt, es ist wieder an der Zeit über die Ereignisse vom letzten Monat zu berichten. Dabei geh ich auch ganz kurz auf meine Urlaubserlebnisse in Polen ein. Aber nur ganz kurz, denn ich möchte es nicht allzu persönlich werden lassen. Also auf gehts:

1. 01.08.2013 - Leftöver Crack + Anti-Vigilante im Hafenklang, Hamburg
Awwwww yiiiissss!
ENDLICH! Endlich habe ich diese Suffköpfe live gesehen. Okay, zuerst gab es die meiner Meinung nach ziemlich nervigen Anti-Vigilante. Die waren schlichtweg zu höflich. Und irgendwie kacke. Aber was solls.
Der Auftritt von LöC war wie zu erwarten richtig Hammer! Es war eine Freude all diese Klassiker wie "Gay Rude Boys Unite", "Rock The 40 Oz" oder Choking Victims "500 Channels" live zu erleben. Lead Vocalist Stza Crack war guter
Laune und goss sich alle paar Songs irgendwelche kurzen ein. Ich und Frau Otterich konnten den Autritt, trotz übelster Hitze und schätzungsweise 200-irgendwas Leuten, die den Saal gefüllt haben, genießen. Ich hab auch kaum Worte um meine heute noch anhaltende Freude in Worte zu fassen, ergo...naja egal.



2. 02.08.2013 - Reaper's Path im Gängeviertel/Yacöpsae auf dem WUTZROCK-Festival
Eigentlich hatten wir an diesem Abend vor uns im Gängeviertel What We Feel anzugucken. Diese waren auf Reunion-Tour(bzw. Benefiztour für die Familie vom ermorderten Antifaschisten Ivan Khutorskoi) und diesmal - soweit ich mich erinnern kann - Anchor, Reaper's Path, Cannoneer und Business As Usual. Zu doof dass das Konzert viel zu spät angefangen hat. Nachdem wir einen Spendenpreis bezahlt und uns geschätzte 10 Minuten von Reaper's Path gegeben haben beschloßen wir kurzerhand abzuhauen. Denn die Hitze im kleinem Konzertraum war echt ziemlich fies. Jaja, ich weiß - First World Problems.



"Eine Gleichung mit zwei Unbekannten!"
Die Alternative war: Zu dem kostenlosen Open Air Festival "Wutzrock" zu fahren und um 1 Uhr nachts die mächtigen Powerviolence-Götter. Yacöpsae anzugucken.
Ich wusste allerdings nicht was das für ein Festival war. Wie es sich herausgestellt hat war so n Ding dass einfach alles und jeden anzieht. Dementsprechend komisch war auch das Publikum. Yacöpsae fingen übrigens um ungefähr 20 vor eins an und hörten um viertel nach 1 auf. Das heißt also, wenn man pünktlich gewesen ist hat man sie nur eine Viertelstunde lange
begutachten dürfen. Die Anfangstöne sorgten zwar für Unmut unter einigen Zuschauern("Was?! Eine Stunde Soundcheck für den Scheiß!?"), doch ich wusste ganz genau dass das nur Kunstbanausen waren.
Wie schon am Tag vorher war meine Vorfreude so groß und ich strahlte während des Auftritts über beide Ohren. Danke dafür :3

3. 14.08.2013 - Besuch der ehem. Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, war ich Mitte August in Urlaub. Und zwar in Polen. Was ich dort genau getan hab würd ich zwar auch gerne erzählen, allerdings müsste ich übelst ausschweifen und auf einige persönliche Sachen zurückgreifen. Deshalb gehts hier relativ kurz zur Sache.

Ich sage euch: Wenn ihr irgendwann die Möglichkeit habt, rafft euch auf und besucht diese beiden Orte. Auch wenn es im Geschichtsunterricht relativ anschaulich geschildert wird, es ist nichts im Vergleich zu einem Besuch von einem ehemaligen KZ. Ich war zwar schon in zwei KZs zu Besuch(Dachau und Neuengamme) jedoch waren Auschwitz und Birkenau am Eindrucksvollsten. Zum einen wegen einer enormen Masse an Informationen die man dort kriegt. Sei es über den Verlauf des 2. Weltkrieges, Polens Situation im 2. WK oder genaue Tagesabläufe in den KZs. Oder über die Masse an Photos von verstorbenen Häftlingen. Spätestens da merkt man wie viele Leute dort tatsächlich umgekommen sind. Man hört und liest immer von Millionen von toten doch genau an der Stelle als man in eins der Museumsgebäude geht und sich die Photos anschaut, merkt man dass es keine bloßen Zahlen sondern Menschen mit Namen und Gesichtern waren die wegen absoluten Nichtigkeiten gestorben sind. Birkenau ist noch krasser. Man merkt, sieht und riecht es dem Ort einfach förmlich an.

Ja, es mag sein dass das alles ne große Touristenattraktion ist. Ja, es mag sein dass es immernoch sehr seltsame Leute gibt die Familienfotos unterm "Arbeit macht frei"-Schild machen. Aber nein, entgegen aller dämlichen Behauptungen: Auschwitz-Birkenau ist kein Disneyland sondern ein ernstzunehmendes Museum.

4. 16.08.2013 - Besuch des Oskar-Schindler-Museums in Krakau
Oskar Schindlers Büro
Nungut, in dem Falle ist es ein ziemliches Disneyland. Was nicht schlimm ist. Schließlich musste niemand in Oskar Schindlers Fabrik sein Leben lassen. Disneyland im Sinne von: Jede Raum ist individuell oder bunt gestaltet. Für die, die es nicht wissen. Das Museum beschäftigt sich mit der Geschichte Krakaus während der deutschen Besatzung. Jeder Raum setzt sich mit einem anderen Thema auseinander und ist auch dementsprechend gestaltet. Deswegen hängen auch Hakenkreuz-Fahnen in einem mit Hakenkreuz-Fließboden belegten Raum. Ziemlich.....unapetittlich. Der Rest ist aber hochgradig interessant. Man kriegt nicht nur Einblicke in die Geschichte von Krakauern sondern auch über die Besatzer, den Verlauf des Kriegers und natürlich über das Schicksal von Krakauer Juden. Auch über den polnischen Antisemitismus kriegt man Infos. Empfehlenswert.

5. 25.08.2013 - Westside Fest in der Turbinenhalle, Oberhausen
Meine Fresse, wie ich solche Veranstaltungen eigentlich hasse!
Meistens hat man da a)viel zu viele nervige Leute, b)beschissene eintritts-, getränke-, und merchpreise. Aber sei's drum. Es traten verdammt gute Bands auf und deswegen hat es sich gelohnt hin zu gehen.

Wir kamen spät an, denn uns interessierte wirklich nur n Bruchteil davon was gespielt hat. Die erste Band, die wir uns angeguckt haben waren Jello Biafra & The Guantanamo School Of Medicine. Und meine Fresse, Jello hat es immer noch drauf. Für sein (schon ziemlich hohes) Alter mehr als respektabel immer noch auf die Bühne zu gehen, die Sau rauszulassen und über Politik reden. Fuck
yeah, ich hab endlich "Holiday In Cambodia" mit der Originalstimme live gehört. Supér.

Erik Melvin
Was danach folgte war... Betontod. Ernsthaft. Ich fragte mich schon was diese stinkende Deutschrockcombo in Hamburg auf einem Festival mit u.a. Slayer soll, da treten sie mit solch bei mir hoch angesehen Leuten auf wie Jello Biafra oder NOFX. Meiner Meinung nach völlig unpassend. Tote Hosen light. Bzw. Böhse Onkelz in soft. Wie auch immer. Braucht kein Schwein.

Emil Bulls interessierten uns nicht, ergo ging es weiter mit den New-Metal-Reggae-Mash-Up-Leuten von Skindred. Ja, Skindred haben es tatsächlich drauf. Sie können gut Party machen. Bringen Zitate von Slipknot, Star Wars(100 punkte für das Imperial March Intro) und Macklemore und heizen die Menge gut auf. Einzig negative waren die seltsamen Ansagen des Sängers, das Publikum sei doch keine Pussys und man wäre hier doch nicht in Frankreich(wobei sie das hundert pro umgekehrt in frankreich gemacht haben). Jedenfalls: Nicht schlecht wars.

Irgendwann später: Millencollin. Oder auch: Ich stelle den Wecker bis NOFX kommen. Langweilig und absolut unbegeistert auf der Bühne stehend gaben die Schweden ihr Set. Meh.

Gegen 22 Uhr gings dann los mit der wohl vulgärsten Band des Abends. No Fucking StraightXedge auch bekannt als NOFX. Scheiße mann, ich hätte nie gedacht dass ich diesen Haufen mal live erleben dürfte. Ja, es hat sich gelohnt in er vordersten Reihe zu stehen. Es gab all die Hits wie "Dinosaurs Will Die", "Bob", "Leave It Alone", "The Brews" und so weiter. Und ich glaube, ich kenne keine andere Band die einen 13jährigen Nachwuchspunker über homosexuelle Sexpraktiken ausfragt.

Im Großen und Ganzen: Superabend!

Montag, 10. Juni 2013

Album der Woche, Folge 101: VIERFACHES VINYLSPECIAL, Teil 2

Und weil ich neues Vinyl am Start hab, beschloß ich auch dieses zu reviewen.

1. Amen81/Yacöpsae - Apokalypse/Helden von Nordvietnam Split7"

Gekauft auf dem diesjährigen Frost-Punx-Festival, für nicht allzuviel Geld. Wenn ich mich nicht irre.

Ziemlich ziemlich geil. Amen81 covern Fehlfarbens "Apokalypse". Es geht um den Zwiespalt von Entwicklungshilfe und Bombenteppich. Ich bevorzue ja, die härteren Sachen von den Jungs jedoch gefallen mir die "post-hardcorigeren" Alben auch sehr gut. Angenehmes Cover mit dreifachgesang.
Yacöpsae covern Razzias "Helden von Nordvietnam". In dem Song geht es um.... die Partisanen von Vietcong und die Helden von Nordvietnam die von Razzia ziemlich gefeiert wurden.

Alles in allem, gewohnt gut, wie immer. Daumen hoch.
8/10 Pfandflaschen
bandcamp

2. Antidote/Seeing Red Split 7"
Gekauft auf dem diesjährigen Ruhrpott Rodeo.

Ich feier Antidote einfach. Besonders wenn sie holländisch singen. Ich finde so drückt sich ihre Wut noch besser aus als wenn sie englisch singen. Den ersten Song kannt ich länger und hatte sehr oft nen Ohrwurm davon: "Rood wit blauw met een bruine rand" heißt zu deutsch "rot weiß blau mit nen braunen rand" und handelt wohl von der rechten gefahr im Niederlande die sich in der mitte der Gesellschaft breitmacht. Wovon "Als je haar maar goed zit" handelt weiß ich nicht. Es ist aber n Cover von "door frites modern".

Bei Seein Red geht es deutlich härter zu. Schneller hardcorepunk mit eindeutigen texten: "ZINLOOS BLOEDBAD ZINLOS BLOEDBAD!".... außerdem ist es amüsant wie gut man hier holländisch verstehen kann. "punk is geen theater"("Stofziger") erinnert mich von der wortwahl her an "bonks verstehen keen spaß, ne?". Mit "Kalk het op de muur" wird "Spray Paint The Wall" von Black Flag gecovert. Was "He kom sodemieter op" heißt weiß ich nicht....

Ich hab erstmal nicht geblickt, was für bands das sind. Denn es standen nur die übersetzten namen da. Nämlich: "Tegengif"(Antidote) und "Ziedend van woede"(seein red). Bis ich die 7" umgedreht und den Info-Aufkleber gemerkt habe.

Fetzt, ballert, passt.
Daunlaud

9/10 Pfandflaschen

3. Bum Khun Cha Youth vs. Amen81 - Cliquenedition#5-Split-7"
Gekauft auf dem diesjährigen Ruhrpott Rodeo.

"Was zur Hölle ist das? Klingt aber geil!" hab ich mir beim ersten Anhören gedacht. Bum Khun Cha Youth machen.......Unfug. Elektrische Klänge mit lieblichen weiblichen Gesang, der mir irgendwas von den lieben Bienen vorträgt... Ich war erst perplex, fands aber danach super. UND ICH WÜRDS NOCH SUPERER FINDEN WENN DIE PLATTE NICHT HÄNGEN WÜRDE!

Die Band hat sich übrigens nach einen koreanischen Fußballer benannt.

Amen81 wie gewohnt sehr gut.

Amen81 BKCY
8/10 Pfandflaschen

4. Stains - John Wayne Was A Nazi/Born To Die 7"
Gekauft in so nem Secondhand-Plattenladen in Dortmund.
Hmmm. Ich mag "Millions Of Dead Cops" eigentlich ganz gerne, aber viel mehr mochte ich immer dieses eine Lied in welchen sie John Wayne als Nazi bezeichnen. Als sie noch "stains" und nicht MDC waren. Das gefällt mir wirklich sehr gut. Die Rückseite "Born To Die" fetzt irgendwie bei mir gar nicht. Keine Ahnung warum. Das ist die Meinung eines Kritikers. Jawohl.

5/10 Pfandflaschen

Danke fürs Lesen. :D