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Dienstag, 14. Juli 2026

Comic Book Review#685: Minor Threats#1-4 (2022)

Ich habe eine Ausgabe dieses Comics irgendwann bei "Comics Monthly" reviewt, lange bevor die Rubrik von mir endgültig eingestellt wurde. Irgendwann habe ich mir tatsächlich das erste Sammelband gehört, nachdem ich mich durch einen niemals enden wollenden Lesestapel durchgelesen habe - hat aber trotzdem Spaß gemacht.


"Minor Threats" stammt aus den Federn von Patton Oswalt, Jordan Blum, Scott Hepburn, Ian Herring und Nate Piekos. Da ich weiß, dass Patton Oswalt einen Punk-Hintergrund hat, fiel die Wahl des Titels wahrscheinlich auf ihn. Anyways, es geht nicht um Punkrock oder Straight Edge oder so. Aber auf jeden Fall um eine geringe Bedrohung. Die Geschichte spielt sich ab in der fiktiven Stadt Twilight City (offensichtliche Anspielung auf Gotham City lel). Diese ist voll mit Superhelden als auch deren Gegnern. Einer der bekannteste ist das Mitglied der Gruppe "Continuum", ein Typ der sich Insomniac nennt (offensichtliche Anspielung auf Batman lel). Eines Tages geschieht das unmögliche: Kid Dusk (offensichtliche Anspielung auf Robin lel) wird von Insomniacs Archnemesis, Stickman (offensichtliche Anspielung auf Joker lel) umgebracht - was definitiv eine offensichtliche Anspielung ist auf den Batman Story Arc "Death in the Family" ist. Der Insomniac dreht vollkommen frei und will unbedingt den Mörder finden - "Continuum" hingegen dreht ebenfalls frei und macht einen auf Polizeistaat. Sie möchten allerdings all die "geringen Gefahren", quasi die Z-Promis unter den Bösewichten von der Straße wegbringen bzw. selbst den Stickman zur Strecke bringen - um ein Massaker ausgelöst durch Insomniac zu verhindern. Eine Gruppe von sogenannten "D-Listers", oder wie grade gesagt Z-Promis unter den Bösewichten tut sich zusammen. Angeführt von Frankie (aka Playtime), die Fähigkeiten hat beinahe alles erschaffen zu lassen und deren Mutter einst schon Banken ausgeraubt hat, wollen sie gemeinsam den Stickman finden und so den Frieden wiederherstellen. Es besteht nämlich ein gewisser Code, nach welchem man agiert. So rauben die "Schurken" die Banken aus und ähnliches, aber Mord steht niemals auf den Programm. Stickman hat diesen Code gebrochen und muss gestoppt werden, bevor die Lage vollkomen eskaliert.

Fantastische, detaillierte Zeichnungen die voll mit Anspielungen sind. Ich find's interessant, wie die Seiten plötzlich "vergilbt" aussehen, wenn Erinnerungen dargestellt werden. Die Darstellung der Superschurken ist gleichzeitig nicht zu düster und nicht zu campy. So ist Pigeon Pete zwar ein witziger Name, aber der Mann hört den Tauben tatsächlich zu und weiß was sie zu erzählen haben. Und er ist ein Meisterdieb. Man erfährt auch, was die Motivationen der verschiedenen Charaktere sind. Ego, Angst, Sterblichkeit und...Liebe. "Minor Threats" ist makaber, ernst und lustig zugleich. Es ist eine aufregende Geschichte über ein Haufen Außenseiter. Tatsächlich eine willkommene Abwechslung im bereich Superheldencomic. Fantastische Sache, das. Absolut.

9/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei Dark Horse Comics
Hier ein Video von Near Mint Condition:


Dienstag, 23. September 2025

Comic Book Review#648: The Nail#1 (2004)

Hallo und herzlich willkommen zu der letzten "Comic Book Review"-Ausgabe VOR dem SHOCKTOBER. Wir stimmen uns schon mal auf einen gruseligen Monat ein (als ob).

"The Nail" ist ein Werk aus der Feder von Rob Zombie und Steve Niles. Gezeichnet hat das Ganze Nat Jones. Für das Cover, als auch die darauffolgenden Cover der nächsten drei Ausgaben ist Simon Bisley verantwortlich. Dieser hat schon mal einen Teil des Booklets von Zombies Album "Hellbilly Deluxe" gezeichnet. Ansonsten kennt man ihn als den Stammzeichner der 2000AD-Reihe "Slaine" und definitiv auch von ein paar Judge Dredd-Covern. 


Die Geschichte spielt im Lieblingsjahrzehnt von Rob Zombie: Den 1970ern. Zuallererst sehen wir, wie eine Gruppe von Bikern aus der Hölle einen Typen dem Kopf mit einer Kette abtrennt, während er sich grade von seiner Freundin im Auto oral befriedigen lässt. Sie nehmen die Frau gefangen, die nicht grundlos eingeschüchtert und verängstigt ist. Im weiteren Verlauf der Geschichte steht ein Wrestler im Mittelpunkt der unter dem Namen "The Nail" auftritt. Sein Gimmick ist unter anderem das Reinhämmern von Nägeln mit bloßen Händen in Holzbretter. Bei diesem Auftritt schafft er es wieder mal seinen Gegner zu "besiegen" und vom Publikum gefeiert zu werden. Hinter dem Kulissen sind seine Frau, seine Tochter und sein Manager. Die vier reisen danach, mitsamt Hund, zu einer Hütte im Wald. Es ist tatsächlich Zeit für einen Familienurlaub während, Papa nebenher seine Brötchen als "The Nail" verdient. DOCH MAN DARF DIE SATAN BIKER AUS DER HÖLLE NICHT VERGESSEN.

Es ist so wie ich es erwartet habe. Grandioses Cover von Simon "Biz" Bisley. Eine eher vorhersehbare Geschichte, die in den 1970ern spielt. "Carry on my wayward son" von Kansas im fiktiven Autoradio. Kleine Anspielungen auf verschiedene Fernsehsendungen. Geschichte von Salem und den Hexenverfolgungen - obwohl der Comic in North Dakota spielt. Tatsächlich haben einige "Witchfinder Generals" die "Hexen" weit über die Grenzen von Massachussetts gejagt. Es ist Rob Zombie hoch anzurechnen, dass er sich für Geschichte interessiert - ob er sie auch detailgetreu umsetzt ist eine andere Sache. Und ob die erste Ausgabe so supergeil ist - das kann ich leider nicht bestätigen. Aber so ein bisschen unterhaltsam war es wenigstens. Vielleicht sollte ich irgendwann die anderen drei Ausgaben auch lesen. Aber irgendwie macht mir das nicht wirklich Bock.

6/10 Pfandflaschen


Dienstag, 8. Juli 2025

Comic Book Review#637: Accident Man#1 (1993)

Nein, bei Accident Man handelt es sich nicht um einen Superhelden, der ständig Unfälle hat oder durch Unfälle "erzeugt" wurde. Sein Name ist Mike Fallon, er arbeitet für das S.A.B. - Special Assassinations Bureau. Seine Spezialität sind Attentate auf bestimmte Leute, die er allerdings wie Unfälle aussehen lässt. Zu Beginn der Ausgabe verursacht er einen Unfall mit einem Bierlaster. Das nächste Ziel ist ein hoch angesehener Senator, der allerdings tief in irgendwelchen Drogengeschäften drinsteckt. Also reist Fallon mit einem Flugzeug nach New York. Während der Reise trifft er auf eine Flugbegleiterin, die

insgeheim eine Agentin der CIA ist, Mirror Morgan ist ihr Name und sie warnt ihn davor, nach New York zu reisen. Angekommen, besucht er einen Sexclub um dort an wichtige Infos für das Attentat zu kommen. Es stellt sich heraus, dass er um an die Zielperson zu kommen in eine Balletvorstellung muss. Dort trifft er auf Mirror Morgan wieder, die die betreffende Zielperson begleitet. Tatsächlich handelt es sich allerdings um keinen Senator sondern um den Direktor der CIA. Sprich: Irgendjemand beim SAB hat ein Problem mit der CIA und möchte deren Direktor ausschalten und dafür Mike Fallon benutzen. Zum Glück kann sich Fallon rechtzeitig dazwischen schalten und auf der "richtigen" Seite landen.

Okay, ich habe irgendwas vollkommen anderes erwartet. Was ich erwartet habe, tut nicht wirklich was zur Sache. Was ich bekommen habe, ist eine Spionagesatire. Kantige, sehr kantige Fressen. Schwarz/weiße Zeichnungen. Muskulöse Männer, kurvige Frauen. Alles um alle möglichen Klischees über Agenten/Attentäter/Spione/die CIA/sonstige erfundene Dienste in einen Topf zu packen. Es ist nicht zu actiongeladen und nicht zu prollig, sondern tatsächlich ziemlich...schlau. Und natürlich spielt auch Sex eine Rolle. So sind die Kondome von Mike Fallon genau auf ihn zugeschnitten und auf der Verpackung prangt sein Name. Tatsächlich sehr unterhaltsam. Sich nicht sehr ernst nehmend. Genau das was ich manchmal brauche.

8/10 Pfandflaschen
Made by: Pat Mills, Tony Skinner, Duke Mighten
Trailer zum Film:


Mittwoch, 27. September 2023

Comics Monthly#111

Cyberpunk 2077: Phantom Liberty - Ten Of Swords#1

Okay, diesmal wieder ein Cyberpunk 2077 Comic. Ich meine, mich zu erinnern, dass ich vor einem Jahr oder so schon mal einen Cyberpunk Comic reviewt habe. Bei diesem konnte man halbwegs gut in die Handlung einsteigen ohne das Spiel gezockt zu haben. Hier gestaltet sich die Sache etwas schwieriger. Die Handlung spielt in der dystopischen Stadt Night City. Die Protagonisten sind Mitglieder einer untergrundigen Widerstandsgruppe. Einer von ihnen wollte wohl die anderen beeindrucken und hat aus Versehen einen hochrangigen Funktionär umgebracht. Und seine Familie oder so. Jedenfalls geraten die drei ins Visier der Behörden - in Gestalt von Ninja-Cops mit Saurai-Schwertern(??) und beschließen aus der Stadt abzuhauen.

So oder so ähnlich könnte man den Comic zusammenfassen. Ich muss sagen, dass ich nicht wirklich begeistert bin. Ich meine, das Design ist schon ganz in Ordnung, wenn auch typisch für die heutige Zeit: Pastellfarben, skizzenhaft. Aber die Handlung reißt mich absolut nicht mit. Zudem bin ich, wie schon so oft gesagt, absoluter Freund davon wenn man in eine Handlung ohne Vorkenntnisse einsteigen kann. Hier ist es nicht wirklich der Fall. So betrachtet ist der Comic ein weiteres Tie-In für die Storyline des Spiels. Kann ich leider nicht mit arbeiten.

Made by: Łukasz Ludkowsi, Alex Sutton, Bartosz Sztybor, Kalina Możdżyńska, Miguel Valderama
Erhältlich bei Dark Horse Comics
4/10 Pfandflaschen

Kill More#1

Wir befinden uns in der fiktiven Stadt Colonia, irgendwo in den USA. Es gibt kaum einen schlimmeren Ort auf der Welt. Oder zumindest im Westen. Absoluter Verfall. Wohnungslosigkeit. Geschäfte schließen einer nach dem anderen. Kaum jemand wohnt noch hier. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zuerst zwei Detectives: Aaron Aira und Gavin Coover. Wobei letztgenannter auch bald die Stadt verlässt. Die beiden stehen vor einem Haufen undurchsichtiger Morde. Genauer gesagt häufen sich die Morde deswegen weil die Stadt voller Serienkiller ist. Diese haben erkannt, dass immer mehr Menschen die Stadt verlassen und haben deswegen ihre Taktik verändert. Um nicht so schnell erwischt zu werden, bei einer leerer werdenden Stadt, beschließen sie ihre Opferzahlen zu erhöhen um die Polizei bei den Ermittlungen zu stören. So stehen Aira und Coover vor über 80 ungelösten Fällen. Deswegen auch der Titel. Zu Beginn der Geschichte vernehmen sie einen dümmlich wirkenden Mörder,
der sich "The Giraffe" (wegen Hals) nennt. Dieser hat einfach so irgendjemanden umgebracht, weil er das mal machen wollte. Zwischendurch werden den Lesern andere Killer vorgestellt. Die alte Frau Esther die aus Spaß Menschen überfährt. Die Joggerin "Lady Facesmasher" die gerne Köpfe zerschmettert. Und der gutmütige Crustpunk "The Sober", der Menschen mit Gift tötet damit sie "friedlich auf die andere Seite" gelangen. Nachdem Coover wegzieht, stößt Aira auf Detective Mwanawa Parker, die bis dato nur Verdächtige verhört hat. Gemeinsam beschließen sie nun einander zu helfen, mehr Fälle zu lösen.

Ich weiß noch nicht so recht, in welche Richtung dieser Comic gehen wird. Bis jetzt wurden eigentlich nur mehrere Charaktere vorgestellt, die in absolut bestialischer Art Menschen töten und paar Cops die von der Stadt absolut angewidert sind. Der Stil ist düster, detailliert und erinnert mich leicht an die Zeichentrickserie "Men In Black". Die Darstellung einer nach und nach verfallenden, unangenehmen Stadt kann durchaus wahrheitsgetreu sein. Das mag ich nicht beurteilen. Jedenfalls hat man hier einen guten Job damit gemacht, die Mörder unfassbar unsympathisch zu gestalten - als Gegenstück zu diesen "sympathischen" Serienkillern die das Stockholm-Syndrom in einem auslösen. Finde ich gut, dass man diese Gestalten hier nicht idealisiert. Jedenfalls: Interessant und wird bestimmt noch besser.

Made by: Scott Brian Wilson, Max Alan Fuchs, Valentina Briski
Erhältlich bei IDW Publishing
8/10 Pfandflaschen

Predator vs. Wolverine#1

Zuallererst sehen wir wie ein äußerst angeschlagener und verletzter Wolverine vor einem Vertreter der Yautja-Spezies (aka Predator) flieht. Er sinniert darüber, wie sie einander das erste Mal trafen: Es war nämlich einst in Alaska, im Jahre 1900. Logan aka Wolverine, der damals noch kein X-Man war, lebte alleine in der Wildnis. Seine einzigen Freunde waren die Natives. Manchmal begab er sich, um Vorräte zu besorgen in den einzigen Laden in der Gegend. Der Zufall wollte, dass ein wohlhabender Typ ihn dort anheuern wollte, angeblich weil sein Sohn gekidnappt wurde und nun Lösegeld gefordert wird. Der Junge musste dringend gerettet werden. Wolverine entschied sich, ihn zu helfen. Doch das Ganze stellte sich als Betrug heraus. Der Mann war in Wirklichkeit ein Bandit, der selbst übers Ohr gehauen wurde, und nun einfach an sein Geld wollte. Witzigerweise wurde er, nachdem Wolverine sich um die vermeintlichen Entführer "gekümmert" hat, dann selbst von einem Predator umgebracht. Ab dem Zeitpunkt begann die Jagd auf Wolverine, die er nur knapp überlebt hat - dank eines Grizzlybären der zufällig in der Nähe war.

Sicherlich nicht der interessanteste Comic auf dem Planeten aber insgesamt doch eine solide und verdammt gut gezeichnete Geschichte. Es wird viel gemeuchelt, gehäutet und aufgehängt. Und geflucht. Außerdem: Faszinierend, wie der Predator tatsächlich so gut ins Marvel Universum reinpasst. Aber eigentlich ist es ziemlich einfach, ihn einzubauen. Schließlich gibt es zwar eine Herkunftsgeschichte der Yautja, jedoch da die Wesen keine menschliche Sprache sprechen sind sie in kein bestimmtes Universum eingebunden. Das heißt im Grunde, dass sie eigentlich von jedem Verlag vertreten werden können. Großartig. Wolverine und der Predator also. Passt meiner Meinung nach fast schon besser als Batman und Predator. 

Made by: Benjamin Percy, Ken Lashley, Greg Land, Jay Leisten, Andrea Di Vito

Dienstag, 26. September 2023

Comic Book Review#596: The Legend of Mother Sarah#1 (1995)

Wir befinden uns in einer post-apokalyptischen Welt. Der Planet Erde verfügt nun über eine lebensfeindliche Atmosphäre und die Menschen haben sich längst verziehen um auf Kolonien in der Erdumlaufbahn zu leben. Doch nach einiger Zeit haben Wissenschaftler rausgefunden, dass mithilfe einer weiteren Bombe sich die Axis der Erde verändern würde. So wären die radioaktiv verseuchten Gebiete sicher unter einer Schicht von Eis begraben und Wüsten als auch andere eigentlich unbewohnte Gegenden wären plötzlich bewohnbar. Wie der Mensch so ist, hat man sich bei dieser Frage gespalten und es folgte eine Ära von Bürgerkrieg und Terror. Es existieren nun zwei größere Fraktionen die dafür/dagegen sind. Die Progressives, die sich selbst Epoch oder "E" nennen sind dafür es noch mal zu versuchen. Die Neo-Conservatives, die "Mother Earth"-Leute möchten ihre ursprüngliche Heimat in Ruhe lassen und keine weiteren Versuche beim Aufbau einer neuen Zivilisation sehen. In der ersten Ausgabe von "The Legend of Mother Sarah" sehen wir, wie eine riesige Menge an Menschen in einer

von "E" kontrollierten Weltraumstation grade dabei ist zur Erde geschickt zu werden. Komischerweise erspähen die "E"s irgendjemanden der ihnen nicht in den Kram passt, der daraufhin flieht. Ihm folgt ein Familienvater, dessen Ehefrau später von einer älteren Frau denunziert wird - sie gehöre ja schließlich dazu also hat sie auch Dreck am Stecken. Die Kinder werden nun von ihren Eltern getrennt, es kommt zu einer Schlägerei, Massenpanik. In Folge dessen werden hunderte von Menschen nicht mitgenommen oder erschossen. Einzig die geheimnisvolle Frau/Mutter schafft es irgendwie zur Erde, die ganz nach Mad Max aussieht.

Der Großteil des Mangas besteht aus Bildern ohne jeglichen Dialog oder Monolog. Das heißt, man muss sich selbst irgendwie zusammenreimen was gerade passiert. Schließlich hat man vorgegeben bekommen, wie der Verlauf der Geschichte bis jetzt war. Die Bilder sind absolut fantastisch und großartig gezeichnet. Der eigentliche Plot ist auch höllisch interessant. Selbst in ihren letzten oder allerletzten Momenten scheint sich die Menschheit immer wieder zu spalten. Das ist durchaus realistisch. Die Gesichter sind nicht perfekt gezeichnet und gerade diejenigen die in Panik geraten sind haben einen durchaus hässlichen Ausdruck. Wirklich großartiges post-apo-sci-fi. Das einzige was mich stört ist, dass es hier wenig zu lesen ist. Vergleichsweise.

Made by: Katsuhiro Otomo, Takumi Nagayasu
Erhältlich bei Dark Horse Comics
8/10 Pfandflaschen


Dienstag, 19. September 2023

Comic Book Review#595: Berserker Unbound#1 (2019)

Wir befinden uns irgendwo, irgendwann vor über 1000 Jahren. Ein Krieger, ein Barbar bzw. ääh ein BERSERKER ausgestattet mit Waffen und eingekleidet in Tierfelle streift einsam durch die Wildnis. Er ist kurz davor sein Heimatdorf zu erreichen, als er anfängt verbranntes Fleisch zu riechen. Kaum

angekommen merkt er dass ein feindseliger Stamm angegriffen hat. Seine Frau und seine Tochter, für die er viele Kämpfe gekämpft hat, sind beide tot. Es dauert auch nicht lange, bis der eben genannte Stamm, auftaucht und erneut angreift. Lauter Typen in Wolfsfellen, mit Schwertern und wasweißich noch für Waffen. Er schafft es, alleine, sie alle abzuwehren. Doch irgendwann siegt der Gedanke, dass er doch ziemlich unterlegen ist. Er flüchtet, obwohl er andererseits denkt es wäre besser gewesen sich seinem Schicksal zu ergeben. In einem Wald geht er in eine Höhle, durch die er in eine Art Zeitportal gelangt, dass ihm in unsere Zeit führt.

Gab es solche Geschichten schon mal? Mit Sicherheit. Leider sehen wir nicht exakt das, was uns das Cover suggeriert. Allerdings kann man es sich schon ausmalen, was denn so alles passieren wird. Dafür müsste man aber die komplette Reihe lesen, die aus vier Ausgaben besteht. Es ist mir aber ehrlich gesagt auch völlig egal, ob es sowas schon mal gab. Denn die ganze Story liest sich wie ein Buttermesser dass sanft über den Sandwich gleitet. Und sie ist wirklich wunderschön illustriert. Schön detailliert mit erdigen Tönen. Mike Deodato Jr. hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Jeff Lemire (u.a. Sweet Tooth) hat das Ganze geschrieben btw. Jedenfalls: Es wäre besser gewesen, ich hätte alle Ausgaben nacheinander gelesen. Aber die Zeit reicht einfach nicht. Deshalb machen wir das so. War geil!

8/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei Dark Horse Comics
Soundtrack:


Dienstag, 15. August 2023

Comic Book Review#591: Godzilla#0 (1995)

Exakt das hier ist die Reihe, wovon ich als ich klein war eine Ausgabe gelesen habe. Allerdings hatte ich kein Bock mich da durchzuwühlen und rauszufinden, welche exakt das ist. Also gibt es nun die erste bzw. die nullte. 

Wir befinden uns in Japan der 90er Jahre. Eine Gruppe bestehend aus Wissenschaftlern und eines Piloten - die weltweit als G-Force bekannt ist - ist sozusagen der menschliche Begleiter von Godzilla. Sie führen Untersuchungen, aus der Ferne, an dem Riesentier durch usw. usf. Nun ist grade eine optimale Chance. Godzilla schläft. Er schlummert. Oder er ist tot. Zumindest sieht es auf dem ersten Blick so aus. In Wahrheit sind seine Lebensorgane gar nicht am funktionieren, dafür aber sein Gehirn. Kurze Zeit später kriegt die G-Force Besuch von einer Wissenschaftlerin namens Noriko Yoshiwara,
begleitet von einem US-Piloten namens Burton Helzer. Sie haben einen Koffer mit sich, dessen Inhalt nur durch Zufall offenbart wird. Es handelt sich um eine Waffe die eine riesige Spritze abwerfen kann. Yoshiwara möchte Godzilla töten. Vor vierzig Jahren war Helzer als Unternehmer vor Ort (Tokyo) tätig. Auf einer Baustelle hat er einen riesigen Steinbrocken mit uralten Inschriften gefunden - Yoshiwaras Vater war als Archäologe und Experte sofort zur Stelle und hat festgestellt, dass dieser Stein all die großen Monster wie ein Magnet anzieht. Das führte dazu, dass G Tokyo angegriffen hat und Yoshiwaras Eltern starben. Sie hat dann Jahrzehnte an einer Schuppe des Monsters herumgedoktort um ein Gift herzustellen, dass ihn für immer ausschalten soll. Jetzt ist ihr Moment gekommen, womit G-Force so gar nicht einverstanden ist.

Mal wieder eine typische Ausgabe#0. Wahrscheinlich viel viel später als die #1 erschienen, bietet eine Vorgeschichte und zieht einen Bogen zum ersten Godzilla-Film von 1954. Hier sind die Geschehnisse aus dem Film natürlich canon - so wie sonst auch. Die menschlichen Charaktere sind wie so oft relativ austauschbar. Trotz alledem ist es gar nicht mal so schlecht eine tiefere Geschichte zu lesen, die sich während des ersten Films abspielt. Das Design der menschlichen Charaktere ist auch wieder relativ typisch für 90er Jahre. Männer die ins Fitness gehen, Wissenschaftlerinnen mit perfekter Figur und laaaaaangen Haaren. Einzig Godzilla ist hier einfach perfekt in all seiner Größe. So großartig wie ich den Comic in Erinnerung hatte ist er natürlich nicht. Aber das ist ja nur die 0te Ausgabe. Jedenfalls: Ist in Ordnung.

6/10 Pfandflaschen
Made by: Randy Stradley, Bobby Rubio, Rich Struchy

Dienstag, 11. Juli 2023

Comic Book Review#586: The Mask: I Pledge Allegiance To The Mask#1-4 (2019)

Okay, jetzt ist es irgendwie doppelt gemoppelt, weil ich die erste Ausgabe schon mal hier reviewt habe. Andererseits ist es für diesen Blog der Abschluss einer unglaublich langen Reise. Mit diesem Review ist der Zyklus der Maske (vorerst, bis Dark Horse keine neue Reihe auf den Markt bringt) abgeschlossen.

"I Pledge Allegiance To The Mask" ist im Vorfeld der US-Präsidentschafts-Wahlen rausgebracht worden - im Jahre 2019, die vierte Ausgabe allerdings im Jahr 2020. Der Träger der Maske ist diesmal ein Lokalpolitiker aus Edge City, der in allerlei Umfragen ganz unten landet. Er ist ein Ehemann und Vater von zwei Kindern, sein Name ist Abner Mead und er könnte nicht durchschnittlicher sein. Die Maske findet er im See von Edge City nachdem der Träger davor sie dort rein geschmissen hat. Dieser wiederum war ein Waisenkind dass von einem psychotischen Ehepaar adoptiert wurde, genauso wie
mehrere andere Kinder. An den beiden hat er sich gerächt, indem er die Superkräfte der Maske genutzt hat. Als Abner zum Träger wird, manipuliert ihm die Maske zu mehreren Morden. So bringt sie verschiedene Präsidentschaftskandidaten zur Strecke. Außerdem knüpft sie einen Kontakt zu einem großen Tier der Unterwelt von Edge City und wird in kürzester Zeit zum Gegenkandidaten von Kathy. Genau der Kathy, die noch in der ersten Serie Stanley Ipkiss' Freundin war, nun Bürgermeisterin ist und jetzt als Präsidentin der Vereinigten Staaten kandidiert. Während sie noch versucht als eine Art "gemäßigte" Politikerin zu agieren, zieht die Maske mit allerlei absurden Forderungen (Kanada erobern, Obdachlose exekutieren, Webcams in Genitalien) die Mehrheit der Bevölkerung zu sich.

Diese Miniserie geht mit den ursprünglichen Charakteren auf eine etwas andere Art und als man es erwartet hätte. Mitch Kellaway, der Cop der früher mal die Maske getragen hat und immer wieder versucht hat, alle abzuhalten dasselbe zu tun ist wieder da und versucht Kathy zu helfen. Sie beide wirken etwas....zermürbt, zynisch und ehrlich gesagt wie Schatten ihrer selbst. Wir erfahren zudem, was zwischendurch mit der Maske passiert ist. Dass ein gewisser Kollege von Kellaway sie benutzt hat um Nazis auszulöschen. Darüber hinaus ist der Comic eine ganz gute Parodie auf Donald Trumps exorbitanten Populismus. Man hat seine großen Reden einfach auf den Kopf gestellt und um 360 Grad gedreht. Es gibt ordentlichen Gore, zynische Kommentare, trockenen Humor und natürlich auch einen politischen Kommentar. Schade eigentlich, dass es nach nur vier Ausgaben zu Ende ist. It was a hell of a ride.

Made by: Christopher Cantwell, Patric Reynolds
8,5/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 28. Juni 2023

Comic Book Review#584: Itty Bitty Comics: The Mask#1-4 (2014)

Diesmal bewegen wir uns weit außerhalb der ursprünglichen Kontinuität und nehmen uns einen Maske-Comic vor, der definitiv nur für Kinder gedacht ist. 

Wir befinden uns in irgendeiner großen Stadt. Der Zoowärter Herman Shazbert möchte seiner Frau ein Geschenk zum Hochzeitsjubiläum machen und geht in ein Antiquariat für obskure Sachen. Er findet dort, natürlich, die Maske und nimmt sie mit ohne zu bezahlen. Der Verkäufer sagt sogar, dass sie gar nicht zu verkaufen ist und gar nicht für ihn bestimmt ist. Zuhause gerät sie dann leider in die Hände seiner Mama, also der Oma seiner Kinder, die in einen Wahn gerät und wie bekloppt Pfannkuchen
macht. Es regnet am Ende sogar Pfannkuchen auf der Straße. Um solche Vorkommnisse zu verhindern nimmt Herman die Maske am nächsten Tag mit zur Arbeit. Dummerweise gerät sie in ein Löwengehege was dazu führt, dass ein Löwe sie trägt und anfängt mit anderen Tieren Party zu machen und die Maske tatsächlich zu kopieren sodass bald der ganze Zoo zu Maskenträgern geworden ist. Der Verkäufer vom Beginn der Story taucht dann auf um Herman die Maske abzunehmen, die er allerdings in der dritten Ausgabe aufgrund eines Windstoßes verliert, der sie auf dem Gesicht des Bürgermeisters platziert. Dieser wächst daraufhin auf Godzilla-Größe und versucht den Mond aufzuessen, was die Mondmenschen sehr ärgert die in der vierten Ausgabe die Erde angreifen. Aus Rache. 

Art Baltazar und Franco haben einen wahnsinnig guten Job gemacht, wenn es darum geht etwas so aussehen zu lassen als hätte es sich ein Kind aus den Fingern gesaugt. Die Zeichnungen sehen aus, als wären sie mit Wachsmalstiften gezeichnet. Es ist im Grunde genommen dasselbe Prinzip wie bei bspw. "Tiny Titans". Leider finde ich diese simple Story und die überaus sehr simplen Dialoge einfach unfassbar anstrengend. Es mag sein, dass ich nicht das Zielpublikum bin aber gottverdammt - ich glaube selbst sechsjährige Kinder könnten mehr Inhalt vertragen. Okay, mir hat es gefallen dass man mit dem Gang zum Antiquariat eine Anspielung auf Stanley Ipkiss aus der ersten Maske-Story hat. Aber das war's auch schon, leider.

4,5/10 Pfandflaschen

Dienstag, 6. Juni 2023

Comic Book Review#581: The Mask/Marshal Law#1-2 (1998)

Hierbei handelt es sich um ein Crossover von "The Mask" und einer Figur namens "Marshal Law", ebenfalls aus dem Hause Dark Horse Comics. Der Marshal ist eine äußerst finstere Figur. Joe Gilmore lebt in einer relativ weit entfernten Zukunft, genauer gesagt in einem Metropolis gebaut auf den Ruinen San Franciscos, nachdem die Stadt bei einem Erdbeben vernichtet wurde. Er arbeitet für eine Underground Polizei als Vollstrecker des Gesetzes mit Superkräften. Sein Ziel sind Superhelden, die den Pfad der Gerechtigkeit verlassen haben und nun Terror und Gewalt säen. Er begegnet ihnen mit Gewalt und sorgt dafür dass sie entweder nicht mehr leben oder ins Gefängnis wandern. Nun ist er kurz davor, seinen Job an den Nagel zu hängen. Vor einigen Jahren ist sein ehemaliger Weggefährte Danny, der Superheld Sleepman, zum Bösewicht mutiert und hat seine Freundin Lynn umgebracht. Jahre lang

dachte Joe Gilmore, wie der Marshal wirklich heißt, Danny wäre tot. Doch in Wirklichkeit verbringt er seine Tage als Versuchskaninchen für die regierungsnahe Wissenschaftsinstitution "SHOCC". Er selbst ist mehr Gemüse als Mensch. Die Wissenschaftler und Regierungsagenten haben die Maske in ihrem Besitz und denken, sie könnte das Menschliche in ihm wieder zurückbringen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Kaum ist die Maske aufgesetzt, verwandelt sich Danny in ein grünhäutiges Monstrum, dass alle seine psychischen Traumata durcheinander wirbelt. Er bricht aus seinem Gefängnis aus und versucht sich nun wieder als Superheld. Er vereitelt einen Bankraub, wobei die Kugeln der Räuber an ihm abprallen und andere töten. Er rettet einen Jungen vor einem Zug, indem er diesen umleitet sodass er einen anderen Zug entgegenrast. Als er über die Stadt mit seinem Röntgenblick wacht, bringt er mit den Strahlen allerlei Menschen um. Marshal Law wird daraufhin von der Polizei zur Hilfe gerufen und ist nun sehr erbost darüber, dass Danny überhaupt noch lebt. Es dürstet ihm nach Rache.

Ich bin mir ziemlich sicher, diesen Comic vor über zehn Jahren gelesen zu haben. Aber ich kann mich an diese Abstrusitäten so überhaupt nicht erinnern. Meine Fresse, das Artwork ist absolut irre(!) Die schmerzverzerrten Gesichtern, die überstehenden Gebisse, die vollkommen übertriebene Gewalt, Body Modification, Parodie auf BDSM-Kultur und Cyberpunk. "Marshal Law" zeichnet ein verzerrtes, rundum sehr gewalttätiges Bild von der Zukunft. Ich musste bei jedem Panel zwei Mal gucken, weil ich immer wieder irgendwas neues entdeckt habe. Die Geschichte ist zwar absurd hoch zehn, stellt aber auf ihre äußerst krude Weise jemanden dar, der mit seinen inneren Dämonen kämpfen muss. Äußerst beeindruckend. Und witzig.

Made by: Pat Mills, Kevin O'Neill
9/10 Pfandflaschen

Freitag, 2. Juni 2023

Comic Book Review#580: The Mask: Virtual Surreality#1 (1997)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Kapitel in der (fast) endlosen "The Mask"-Saga. Wir haben Mai 2023 und somist den (vor)letzten Monat in welchen ich irgendwas über diesen Character reviewe. Nächsten Monat gibt es noch einen Comic. Und das war's dann. Anyway, here we go:

"Virtual Surreality" findet im Universum von "Adventures of the Mask" statt, also sowohl der Zeichentrickserie als auch darauf aufbauenden Comics. Stanley Ipkiss guckt sich im Fernsehen die "Dukes of Hazzard" an als eine merkwürdige Werbung kommt, in welcher ein komischer Wissenschaftler eine VR-Software bewirbt. Stanley fühlt sich angesprochen und als der Wissenschaftler in der Ansage die Maske anspricht und darum bittet dass der Held zu ihm kommt um die Software auszuprobieren, umso mehr. Folglich taucht Stanley als Maske bei ihm auf und möchte unbedingt in die virtuelle Realität eintauchen. Gesagt, getan. Von nun befindet sich die Maske in einer virtuellen Welt bzw. springt zwischen verschiedenen "Programmen" herum. Es ergeben sich also mehrere kurze Stories, geschrieben von Michael Eury und gezeichnet von verschiedenen Autoren. Die erste erzählt von einer Barbarenwelt, aus der Feder von GROO-Schöpfer Sergio Aragones. Aaron Lopriesti
präsentiert daraufhin eine überzeichnet, für 90er Jahre typische, hypermaskuline Superheldenwelt mit unmöglichen körperlichen Verrenkungen. Dave Cooper zeigt eine Art beinahe stummen Comic, der im Stile von spät-90er/früh-00er flashanimierten Websites daherkommt, in welchen man einen Frosch in nen Mixer geschmissen hat oder so. Oder eher so wie in vielen MAD-Zeitschriften. Es wird eklig, die Maske schneiden sich die Augen ab. Aus der Feder von Dave Taylor kommt eine futuristische Welt in welcher mit Comics gehandelt wird und Robo-Frauen im Supermarkt verkauft werden. Mike Mignola zeigt am Ende eine Art Ctulhu-mäßiges Ritual mit Maske als Dämon. Am Ende taucht Maske in Stanley Ipkiss' Kindheit und stellt fest, dass der Wissenschaftler in Wirklichkeit der Bösewicht Dr. Pretorius ist, weil nur er weiß, dass Maske eigentlich Ipkiss ist. 

Der Move, mehrere kleine Kurzgeschichte in EINE einzelne Ausgabe zu packen ist grundsätzlich ganz cool. Ich mag es, wenn veschiedene Autoren/Zeichner eine Figur aus ihrer Sicht schreiben oder zeichnen. Die Sequenzen sind ganz witzig,a ber viel viel cooler fände ich es wenn man ein ganzes Band herausgebracht hätte anstelle eines einzelnen Heftes. So ist das Vergnügen doch leider von kurzer Dauer. Schade eigentlich. Ansonsten kann ich mich nicht beschweren: Jeder einzelne Zeichenstil passt absolut zur Verrückheit/Aburdität der cartoonesken Handlung. Es macht durchaus Spaß, wie sonst auch. Trotzdem bleibt ein gewisser komischer Beigeschmack. Man hat die Vermutung, dass den Autoren langsam die Ideen ausgehen.

7,5/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 29. März 2023

Comics Monthly#106

Monarch#2

Dieses wunderschöne Werk aus dem Hause Image Comics erzählt uns die Geschichte eines Jungen aus der Stadt Compton, Kalifornien der etwas erlebt hat wovon er noch Jahrzehnte später seinen Nachfahren erzählen wird: einen außerirdischen Angriff auf die Erde. Travon ist ein einfacher Schüler, der gerne mit seinen Freunden abhängt und sich für Astronomie interessiert. Vor einiger Zeit hat er mit seiner (besten) Freundin seine Lehrerin besucht und sie hat ihnen erzählt wie sie vor einigen Jahren ein UFO gesehen hat. Es hat mit einem Strahl den Boden bestrahlt und sie ging dorthin, um nachzusehen. Daraufhin pflanzte sie dort die Lieblingsblume ihrer Mutter. Doch das war irgendwann mal. Jetzt wird die Erde angegriffen, Travons Freunde müssen sich verstecken um zu überleben und er selbst...wurde von Aliens gekidnappt. Er befindet sich nun auf dem Raumschiff und wird untersucht. Irgendwie fühlt es sich für ihn an, als wüsste er nicht mehr wer bzw. was genau er ist. Als würden in seinem Körper zwei unterschiedliche Organismen wohnen. Doch die Außerirdischen wollen ihm nichts böses, sondern ihm beibringen, was für eine Rolle er im Angriff auf die Erde spielt.


Fuck, das war ganz schön schwer, das hier nicht zu spoilern. Ich sage es, wie es ist. Es ist ein fantastischer Comic. Tatsächlich. Sicher, das Konzept "Erde wird angegriffen, weil die Menschen viel zu viel Zeit ires Lebens damit verbringen sich selbst zu vernichten und sie verdienen es nicht zu leben etc. etc." ist nicht neu. Allerdings ist die Art und Weise wie die Bilder die Geschichte transportieren so unfassbar schön. Ich mag die Farbkonstellationen, die "normale" Art wie die Menschen gezeichnet sind. Gleichzeitig ist der Comic so mysteriös weil man zwar vermuten könnte, was als nächstes passiert es aber doch nicht so genau weiß. Und ich wiederhole mich zwar, aber: Verdammt ist das schön gezeichnet. Ich bin wirklich sehr fasziniert.

8,5/10 Pfandflaschen
Made by: Rodney Barnes, Alex Lins, Luis NCT
Erhältlich bei Image Comics

Predator#1

Okay, halten wir mal die Fakten fest. "Predator" gehört 20th Century Fox. 20th Century Fox wurde von Disney aufgekauft, darum sind die ganzen Predator-Filme jetzt auch auf Disney Plus zu sehen. Marvel wurde ebenfalls von Disney aufgekauft, darum sind Predator Comics jetzt nicht mehr bei Dark Horse sondern eben bei Marvel zu finden. So einfach ist das.

Zu Beginn des Comics sehen wir mehrere bewaffnete Menschen die auf einem dschungelhaften Planeten landen und prompt vor lauter Yautja (so heißt die Spezies der Predatoren) flüchten müssen. Sie versuchen, sich mit Waffen zu wehren, einige werden jedoch brutalst abgeschlachtet. Es fliegen Köpfe. Es sind verschiedene Menschen. Sie sehen aus wie Polizistinnen, Soldaten, Waffenfreaks und einfach nur "schwere Jungs". Irgendwann kommt es zu einer Art Atempause. Man hat es geschafft, vor den Predatoren zu fliehen und berät sich nun. Es stellt sich heraus, dass alle aus verschiedenen Zeiten
stammen. Scheinbar ist grade das Jahr 2052(?) und die ganzen Gestalten die sich jetzt in einer Höhle auf einem unbekannten Planeten verstecken müssen stammen aus den Jahren 1987, 1997, 2015, 2022 usw. usf. Nach und nach sammelt man Informationen - ein Soldatenehepaar dass auch dabei ist offenbart ihr Wissen: Die Yautja sammeln Spezies um sie zu jagen und um so ihre Fähigkeiten zu perfektionieren. Jetzt muss man einen Weg finden, hier zu überleben und vielleicht auch wieder weg zu kommen.

Zunächst dachte ich mir, dass es irgendwie uninteressant sein wird. Man sieht wie die ganzen Leute von den Yautja umgebracht werden, es ist irgendwie spaßig aber durchaus berechenbar. Dann kommt der ganze Aspekt mit den Zeitreisen, der alles auf eine interessante Ebene bringt. Es besteht eine Kontinuität mit den Filmen "Predator" 1 und 2 als auch "Predators" und "Predator: Upgrade". Insgesamt überrascht der Comic einen mittendrin doch, ist aber trotzdem relativ berechenbar. Ich meine, die Masche die von den Predatoren seit Jahrtausenden gebracht wird, ist halt einfach nicht neu. Wer jemals einen Predator Comic von Dark Horse gelesen hat, weiß das. Trotzdem hatte ich Spaß, wenn auch nur kurzweilig.

6/10 Pfandflaschen
Made by: Ed Brisson, Netho Diaz
Erhältlich bei Marvel Comics

Where Monsters Lie#2

Was passiert eigentlich mit all den Serienkillern, paranormal wie nicht-paranormal, während sie grade nicht massenweise Menschen abschlachten und für Unruhe sorgen? Eine Serienmörderin, die von einer lebenden Bauchrednerpuppe begleitet wird? Ein Killer-Clown? Ein Hannibal-Lecter-Abklatsch? Nun, sie leben in einer geschlossenen Gemeinschaft namens Wilmhurst. Ich weiß nicht, was in der letzten Ausgabe passiert ist, aber ein kleiner Junge, der nur Merriweather genannt wird, hat wohl etwas schlimmes in Wilmhurst erlebt und wird gerade von Special Agent Connor Hayes verhört. Um das ganze Prozedere legal zu machen, bringt Hayes ihm nach Wilmhurst um per Zeugenaussage festzustellen, wo die ganzen Killer sich befinden. Hayes selbst ist Überlebender zweier Angriffe. Vor zwanzig Jahren wurden seine Mutter und Schwester auf einer Kirmes vom Psychokiller Daniel Dawson umgebracht. Vor fünfzehn Jahren überlebte er den Angriff eines weiteren Gestörten in einem Waisenhaus. Nun ist Hayes eine lebendige Waffe, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Welt von Monstern/Killern/Psychopathen zu befreien. Mithilfe von mehreren Polizisten infiltriert er das Gelände und trifft auf eine alte Frau namens Zel, die laut seinen Recherchen scheinbar seit Jahrzehnen nicht gealtert ist und eine Art Mentor für den ganzen Killerhaufen ist. Sie war auf dem besagten Massaker zugegen und hat Daniel Dawson für einen "guten Job" gelobt. Doch es läuft alles nicht so wie gedacht. Die skurrillen Anwohner entschließen sich Widerstand gegen die Polizei zu leisten und "a bunch of cops" umzubringen. Der Killer Clown holt sogar einen Flammenwerfer raus.


Eine witzige Idee, die auf mehrere Horrorfilmfranchises anspielt, die ich grade gar nicht aufzählen will. Aber auch auf Real Life Serienkiller. Ich weiß nicht, ob die Idee des Comics etwas neues ist. Es ist nichts neues, dass ein Survivor mit voller Wucht zurückkehrt und seinen Peingern den Garaus als auch die Welt besser machen will. Und natürlich ist es auch nicht neu, dass eine mystische Kraft (in Form eines Menschen) die menschlichen bösen Kräfte irgendwie unterstützt. Tatsächlich wirkt der Comic aber ziemlich frisch auf mich. Die fast schon skizzenartigen Zeichnungen von Piotr Kowalski und die Farben von Vladimir Popov gefallen mir. Kyle Starks schrieb die Story und ich glaube, er wollte absichtlich etwas super skurrilles erschaffen. Allerdings wirkt der Character von Connor Hayes erstmal irgendwie flach. Witziger sind die ganzen Serienkiller mit illustren Namen wie... Richard (der Clown), Packrat, Puzzleman oder... FUCKMASTER (ja, richtig gelesen). Ich bin nicht ganz sicher, in was für eine Richtung sich das hier entwickeln wird, aber... es könnte vielleicht witzig werden.

7/10 Pfandflaschen
Made by: Kyle Starks, Piotr Kowalski, Vladimir Popov
Erhältlich bei Dark Horse Comics

Dienstag, 21. März 2023

Comic Book Review#575: Lobo/The Mask#1-2 (1997)

Ich habe die beiden Comics vor über zehn Jahren gelesen und war mir nicht mehr sicher worum es genau geht. Als ich immer weiter gelesen habe, wusste ich plötzlich wohin die Reise gehen wird. Es ist eines der besten Crossover-Comics der 90er Jahre und gleichzeitig eines der inhaltleersten. Anyways, here we go:

Wir befinden uns in New York City. Ein Kleinganove namens Ira ist grade dabei eine Oma zu überfallen, die sich als Undercovercop herausstellt. Er flüchtet in eine Gasse und findet dort in einem Müllhaufen...die Maske. Er freut sich über den Fund und plant, das Artefakt teuer zu verkaufen. Urplötzlich taucht eine Armade von unfassbar hässlichen und schwer bewaffneten Aliens auf, die hinter der Maske her sind und Ira als "denjenigen" erkannt haben. Sie sind Teil eines Einsatzkommandos von einem weit entferntem Planeten, dass den "ultimativen Bastard", welcher die Maske ist finden soll. Dieser hat nämlich im ganzen Universum für genügend Leid und Zerstörung gesorgt. Der Oberbefehlshaber dieser Aliens engagiert zusätzlich noch Lobo, den intergalaktischen Kopfgeldjäger. Er verspricht ihm eine Billion Credits wenn er den grünhäutigen Bastard fängt. Also reist Lobo zur Erde
und findet Ira in der besagten Gasse wieder, nachdem er als Maske die ganzen Aliens abgeschlachtet hat. Die beiden kämpfen miteinander bis zum bitteren Ende, sodass nur noch deren Köpfe übrig bleiben. Nachdem die halbe Innenstadt zerstört ist, alle Superhelden sich aus Angst verpisst haben und die Körper der beiden Protagonisten wieder vollständig sind, entscheiden sie sich zusammenzuarbeiten. Maske erklärt Lobo, dass nicht der derzeitige Träger für die Gräuel verantwortlich ist, sondern wahrscheinlich der Vorgänger. Gemeinsam wollen sie nun den "ultimativen Bastard" finden, der 90% des erweiterten Universums im Gestalt der Maske massakriert hat und am Ende sich die Kohle einheimesen. Sie reisen also auf Lobos fliegenden Motorrad durchs Weltraum... und massakrieren Aliens, weil die Maske immer wieder der Meinung ist, den richtigen gefunden zu haben. Ein Blinder sieht, dass der grüne Mann den Präsi (so nennt man im Jargon Lobo) ordentlich hinters Licht führt.

Geschrieben von John Arcudi und Alan Grant, gezeichnet von Doug Mahnke. Zwischendurch fällt die vierte Wand und man wendet sich direkt an den Leser um zur Schau zu stellen wie absurd das ist. Man merkt auch selbstironisch an, dass die beiden Autoren wohl nicht wirklich was zur Story beizutragen hatten, deswegen hat man sich für mehr Gewalt entschieden. Und es ist wirklich unfassbar viel cartooneske, vollkommen absurde Gewalt. Köpfe werden abgehackt, Hälse lang gezogen, aus Eingeweinde lächelnde Gesichter gemacht, Metallhaken durchs Gesicht gezogen, Augen in ein Gewehr gepackt, als Patronen benutzt und den Körper des Feindes durchgedrungen. Alter. Was für ein unfassbar lustiger, absurder Scheiß. Der Stil ist dabei gleichzeitig cartoony und unfassbar gory, detailreich und absolut unrealistisch. Sprich genau das, was die alten Maske-Comics ausgemacht hat. Was mich außerdem gefreut hat: Das Outfit was Ira als Maske ist dem von Jim Carrey bzw. dessen Zeichentrickversion zum Verwechseln ähnlich. So haben wir einen noch deutlicheren Kontrast zwischen dem Brutalo-Arsch Lobo und einer scheinbar harmlosen, jedoch verrückten Zeichentrick-Maske. Herrlich!

9,75/10 Pfandflaschen

Dienstag, 14. März 2023

Comic Book Review#574: A Decade of Dark Horse#3 (1996)

Es sieht nur so aus, als würde ich jetzt eine Pause von all den Maske-Comics machen. In Wirklichkeit dachte ich mir, dass es etwas blöd wäre eine kleine Kurzgeschichte außerhalb der dazugehörigen Ausgabe zu reviewen. "A Decade of Dark Horse" war eine vierteilige Miniserie, die zum zehnjährigen Jubiläum von Dark Horse Comics erschienen ist. In dieser Ausgabe haben wir vier kleine Stories, die zu vier bekannten Reihen des Verlags gehören.


In "Aliens: Lucky" treffen wir auf einen vokuhila- und schnauzertragenden Astronauten, der Teil eines Bergungsraumschiffes ist. Eines Tages bergen sie ein kleines Schiff, sind aber zu sehr in Eile um es nach lebenden Organismen zu scannen. Folglich betritt er es um nach wertvollen Dingen zu suchen (die Gewinne davon teilt sich die Crew untereinander) und lässt aus Versehen eine Horde von Xenomorphs (ja, genau den) frei die daraufhin sehr schnell das gesamte Schiff infiltrieren. Er schafft es, einen der wenigen Überlebenden und zeitlich Vorgesetzten mit einem Alien auszusperren und selbst in einer Art Panic Room/Überlebenskammer sich zurückzuziehen. Von dort aus beobachtet er das Geschehen seelenruhig und es ist ihm scheißegal wie viele Menschen dabei sterben. Als das Rettungsteam endlich ankommt, lügt er dass er nicht für den Überfall verantwortlich war und schiebt die Schuld auf seinen Vorgesetzten. Eine durchaus typische Alien-Story. Ein ignorantes Stück Scheiße von einem Menschen bevorzugt es, sein Überleben zu sichern und auf die anderen zu scheißen während die Aliens alles und jedem massakrieren. Erzählt in einem Rückblick. Man weiß nicht, wie die Aliens auf das geborgene Schiff kamen, noch was nach der Rettungsaktion passiert. Perfekt für Neueinsteiger. Geschrieben von Mark Verheiden und gezeichnet vom großartigen Mark A. Nelson. Das Design ist Schiffes ist "chef's kiss".

"All and Sundra" ist eine Story aus der Comicreihe "Nexus". Wir befinden uns in den USA einer alternativen Zukunft. Die beiden Soldaten(?) All und Sundra die in einer Beziehung sind. Sie befinden sich auf einem Picknick als All ein Kindheitsphoto von Sundra in ihrer Brieftasche sieht. Daraufhin erzählt sie ihm wie es enstanden ist. Es war an ihrem elften Geburtstag als ihre Eltern sie in einen Dark Horse Themenpark gebracht haben. Der Tag war schön, die Eltern hatten sich lieb und sie hat mehrere Attraktionen besucht. Der Vater hat ihr ein Barb Wire Karussell gezeigt, obwohl es eher vulgär sein sollte. Später kriegt All Besuch von einer Überwachungsdrohne, die ihm zeigt wie es wirklich passiert ist. Sundras Eltern sind geschieden, als auch ihre Adoptiveltern. Sie waren zum Zeitpunkt des Ausflugs zerstritten und der Tag war Scheiße. All fühlt sich so als würde ihn jemand extra auf falsche Gedanken bringen wollen - tatsächlich ist die Drohne von jemanden von außerhalb ferngesteuert worden um Sundra zu diskreditieren. Ich verstehe nur die Hälfte des Comics, aber irgendwie auch die Rahmenhandlung. Allerdings ist "Nexus" eine riesige Reihe, die 500 Jahre in der Zukunft spielt und irgendwie ist das zu groß um einen kleinen Ausschnitt davon in eine Kurzgeschichte zu packen. Also, was hier vor sich geht, kann ich verstehen. Aber wer diese Leute sind, das wird nicht erklärt und ich steige nicht dahinter. Trotzdem irgendwie ganz cool. Geschrieben von Mike Baron, gezeichnet von Steve Rude. 

Die vorletzte Story heißt "The Kahm Family at Home" und ist Teil der "Outlanders"-Reihe. Ich habe absolut keinen Schimmer was für ein Wesen die Protagonistin ist. Eine große Frauen mit gebogenen Hörnern, die mit ihrem Ehemann ganze fünf Kinder gezeugt hat. Sie zeigt in dieser kurzen Story ihr Familienphotoalbum. Sie zeigt wie die fünf Mädchen (mit ähnlichen Namen) groß geworden sind, wie ein kleiner Bruder dazugekommen ist, wie sie zur Schule gingen und ihre Abschlüße gemacht haben. Ich kann beim besten Willen nichts damit anfangen. Liegt vor allem an der kindlichen Manga-Art. Ich kann mit der Story nichts anfangen, zumal es ja nicht wirklich eine ist. Es ist eher ein Rückblick. Geschrieben und gezeichnet von Johji Manabe, übersetzt von Dana Lewis und Toren Smith.

Und nun kommen wir zu dem Grund, warum dieses Review überhaupt entstanden ist. "Night of the Return of the living Ipkiss...kinda" ist eine Art Hommage an den damaligen Werdegang der Maske. Kathy, die erste Frau die die Maske getragen hat, und sie von ihrem (nun toten) Ex Stanley Ipkiss geschenkt bekommen hat, besucht sein Grab. Es tut ihr Leid, dass sie ihn umbringen musste, allerdings waren die Schäden die er angerichtet hat zu groß und er musste aufgehalten werden. Kurz nachdem sie verschwindet, steigt Stanley aus seinem Grab und trägt die Maske, was dazu führt dass er das Aussehen des Big Head hat. Nun will er sich an seinen Widersachern rächen. Zuerst bringt er einen random Motorradfahrer um, danach geht er zur Verhaftung des Gangsters Mozzo, der gemeinsam mit Walter abgeführt wird. Es kommt zu einer Kampfszene, bei welcher Lieutenant Kellaway verletzt und Walter enthauptet wird. Daraufhin begibt er sich zu Kathy, weil er sich an ihr ebenfalls rächen will. Sie erinnert ihn allerdings daran, dass er die Maske nicht mehr hat und dass nach seinem Tod mehrere andere Menschen sie getragen haben. Er würde das wissen, wäre er am Leben. Die Story endet als surrealer Traum in einem weißen Raum, ohne Boden oder Decke (wie bei "Bernd das Brot" in der Nachtschleife). Kellaway gibt Walter seinen Kopf wieder und verscheucht die Leser. Was für ein abgefahrener Scheiß, der niemals in Verbindung mit der Hauptstory steht und einfach ohne Zusammenhang gelesen werden kann. Gezeichnet von Doug Mahnke, geschrieben von John Arcudi. Also von den Maske-OGs. Großartig!

Insgesamt gebe ich der Ausgabe
7/10 Pfandflaschen,
weil hier nicht alles Gold ist. Aber das ist durchaus normal bei einer Art Comic-Sampler.

Dienstag, 7. März 2023

Comic Book Review#573: Grifter and the Mask#1-2 (1996)

Weiter geht es mit den illustren Abenteuern der Maske! Diesmal spielt der grüne Mann aber eher die zweite Geige. Wir haben ein Crossover zwischen zwei Verlagen vor uns. Der Mann mit dem roten Bandana, Cole Cash aka Grifter war damals ein Teil der Superheldengruppe Wild C.A.T.s die einst bei Image Comics ihr Zuhause hat. Zu dem Zeitpunkt hat Autor Jim Lee allerdings einen eigenen Verlag namens WildStorm aufgemacht und seine Charaktere mitgenommen. Mittlerweile ist Grifter Teil des DC-Universums. Zumindest müsste das so sein, also wenn ich mich recht entsinne.

Wir befinden uns in Las Vegas. Ein Anti-Feuerwaffen Aktivist und Kriegsveteran namens Paul Newman kommt mit seiner Assistentin Nancy an um einen Protest gegen eine riesige Waffenausstellung zu protestieren. Dummerweise hat man am Flughafen seinen Koffer verwechselt und in dem falschen Koffer findet er neben lauter merkwürdigen Sachen...die Maske, die er prompt anzieht. So kommt es dazu, dass er sich
in Big Head verwandelt und dieser sein Vorhaben, gegen die Ausstellung zu protestieren schnell in die Tat umsetzt. Er verwandelt das Casino in reinstes Chaos. Grifter hingegen verspielt eine Menge Geld, bietet es den Securities an, von seinem Arbeitgeber zurückzuverlangen. Diese möchten jedoch dass er sofort bezahlt und stellen ihm den Chef des Casinos vor. Dieser ist ein Mann namens Dinero, der den Grifter schon längst kennt. So bietet er ihm einen Deal an. Grifter soll eine sehr mächtige Waffe auf der Ausstellung für ihn stehlen und die Schulden sind vergessen. Der "Probability Annihilator" (was auch immer das darstellen soll) sieht aus wie eine 90er Jahre Waffe, die von Rob Liefeld hätte gezeichnet sein können. Dazu kommt noch eine Gruppe von einarmigen Terroristen, namens "One Armed Bandits", die mit deutschen Akzent sprechen und bald etwas sehr böses vorhaben. lol. Jedenfalls kreuzen sich die Wege von Grifter und Paul Newman/Maske eher unfreiwillig. Sie sind zum selben Zeitpunkt am selben Ort. Als die Terroristen angreifen sehen sie sich irgendwie gezwungen zusammen zu arbeiten. Irgendwie.

Ein typischer Crossover Comic. Zwei ungleiche Charaktere, die aufeinander treffen. Zwei vollkommen unterschiedliche Art zu agieren. Ein cartoonesker Charakter der überall rumspringt und Chaos sät und ein Waffennarr mit "cooler" Maske/Bandana im Gesicht, der eigentlich ziemlich rough und gritty ist. Dabei sehen die Zeichnungen von Luciano Lima einfach stereotyp nach 90er Jahre aus, außer der Maske die eindeutig heraussticht. Unfassbar viele Soundeffekte. Sehr stereotyp aber irgendwie auch selbstironisch. Und stellenweise tatsächlich ziemlich witzig. Geschrieben von Steven T. Seagle. Nein, dieser hat nichts mit diesem Action-Movie-Typen zu tun. Amüsanter Comic, bringt aber nicht viel zur Gesamtstory, bis auf die zwei älteren Frauen die später die Maske finden. Ich glaube, dass sie sie auf welche Weise auch immer zurück nach Edge City bringen.

7/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 1. März 2023

Comic Book Review#572: Walter: Campaign Of Terror#1-4 (1996)

Keine Sorge, es kommt nur noch so..... zehn Reviews im Bezug zur Maske. Ja. Dieses Review ist auch eines davon. Wir verabschieden uns für eine Zeit aus dem Universum von "Adventures of the Mask". Das hier hat nichts mit der Zeichentrickserie zu tun und ist ein Spin-Off zur Hauptserie, die aus mehreren Mini-Serien bestand.

Walter ist sein Name. Er ist riesiger, muskulöser Schläger im Dienste der Mafia. Seine Stimmbänder wurden vor einiger Zeit durchgeschossen, sodass er nicht sprechen kann. Er wird polizeilich gesucht wegen mehrfachen Mordes. Ein gieriger Vermieter verrät dem SWAT-Team wo er sich befindet und so kommt Walter tatsächlich vors Gericht. Die Mafia engagiert eine gewiefte Anwältin namens Anna Hamel um ihn zu verteidigen. Kurioserweise taucht während der Hauptverhandlung ein Amokläufer
auf, der den ganzen Saal abschlachten will. Walter, den keine Kugel so richtig was anhaben kann "beschützt" das Publikum. Dies wird von Hamel und ihren Arbeitgebern dazu genutzt um ein positives Narrativ über Walter zu erschaffen. Der Bürgermeister Sims ist der Mafia mehr als nur ein Dorn im Auge... also möchten sie nun ihren eigenen Kandidaten pushen. Walter kandidiert nun tatsächlich als der nächste mögliche Bürgermeister. Das treibt Sims zur Weißglut, der Mann hat sowieso Probleme mit seiner Aggression. Also engagiert er einen Profikiller, der mit ziemlich absurden Methoden versucht Walter umzubringen.

Erschaffen von den Mask-OGs Doug Mahnke und John Arcudi. Man könnte meinen, die cartooneske Art fehlt hier komplett und man konzentriere sich vollkommen auf die Brutalität. Das ist allerdings nicht ganz richtig. Zwar sehen wir nichts (bis auf einen Zeitungsartikel) von der Maske, allerdings sind die Methoden mti welchen man versucht Walter umzubringen eine Art Hommage an Wile Coyotes Versuche den Road Runner zu fangen/zu töten. Außerdem gibt es dieses eklige, Tiere quälende, aggressive Mädchen was in jeder Ausgabe auftaucht. Ich sehe als eine Art Platzhalter für die Maske, eine Art Stellvertreter. Es kann natürlich sein, dass ich mich irre. So sicher bin ich mir jetzt nämlich doch wieder nicht. Verdammt. Jedenfalls ist dieser Comic eine vollkommen brutale Tour de Force und Mafia/Action Comic in einem. Und die Character Designs sind wunderbar abstoßend. Großartig!

8,5/10 Pfandflaschen

Sonntag, 26. Februar 2023

Comics Monthly#105

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Comics Monthly. Diesen Monat versuche ich mich auf die Comics des Verlags Dark Horse Comics zu konzentrieren. Die zufällige Wahl fiel als erstes auf den Comic "Minor Threats" und so dachte ich mir, dass auch die anderen zwei auch von Dark Horse sein könnten. Here we go.

Minor Threats#4

Wir befinden uns in der fiktiven Welt von Twilight City. Es ist eine Art Hommage auf Gotham City mit all ihren Superschurken und (natürlich) einen finsteren Beschützer a lá Batman. Nur heißt dieser hier Insomniac. Er hat vor kurzem einen Sidekick verloren. Kid Dusk wurde von einem Superschurken namens Stickman brutal ermordet. Damit hat dieser eine rote Linie überschritten, was Insomniac zum absoluten Ausrasten gebracht hat. Von nun an ist er auf einem Rachefeldzug gegen alle Superschurken und scheut sich auch nicht davor brutale Gewalt anzuwenden oder jemanden zu ermorden. Eine Gruppe von Schurken hat sich nun zusammengetan um gemeinsam gegen Insomniacs Angriffe sich verteidigen zu können. Leider hat Stickman sie nun alle gekidnappt, mit Bomben versehen und per Teleportation (eine Fähigkeit des Schurken Sideswipe) in das Versteck von Insomniac gebracht. In die Hölle des Löwen. Oder um genauer zu sein, in die "Dream Cavern". Stickman tut das, weil er eine Obsession mit Insomniac und dem ganzen Schurken/Helden-Spiel hat. Er möchte das Ganze simpel aber interessant halten. Es muss wieder Spaß machen. Darum sind sie jetzt alle hier und sind mit Bombengürteln
ausgestattet und müssen gleich um ihr Leben kämpfen. Allerdings wären sie nicht in die Falle geraten, hätte sie nicht einer aus ihren eigenen Reihen verraten.

Faszinierend. Geschrieben von Patton "Spencer aus King of Queens" Oswalt und Jordan Blum, gezeichnet von Scott Hepburn. Spätestens seit der Umsetzung von "The Boys" als Streaming-Serie hat man einen komplett anderen Blick auf Superhelden. Man sieht nicht nur die "heldenhafte" Seite des Business sondern auch die obsessive, eingebildete, narzisstische Art. Wir haben es hier mit einer Hommage an Batman und seine Schurkengalerie zu tun mit einer Prise selbstironischer und gewalttätiger Art - wie bei "The Boys" eben. Insomniac ist hochgradig psychisch gestört. Er ist sauer darüber, dass ihm jemand "die Rache genommen hat", verhält sich also alles andere als heldenmäßig. Die Schurken hier scheinen zumindest irgendwie einen Ehrenkodex einhalten zu wollen und sind zumindest auf den ersten Blick gar keine so schlechten Menschen. Bis auf Stickman natürlich - dieser ist selbstverständlich eine Hommage an Joker. Von einem Comedian zu einem Strichmännchen ist es auch nicht weit. Scott Hepburns Zeichnungen sind erste Sahne. Schön gory, detailliert, voll mit klitzekleinen Anspielungen auf die übrige Superheldenwelt. Und mein Gedächtnis hat mich nicht getäuscht. Patton Oswalt hat in seiner Jugend viel Punk gehört, darum heißt dieser Comic auch "Minor Threats" ähnlich wie die Band von Dischord Records.

Erhältlich bei Dark Horse Comics
8,5/10 Pfandflaschen

Space Job#1

Erste Ausgabe von vieren. Zu Beginn kriege ich ein Gefühl als würde eine Art Mischung aus "The Office" und "Star Trek" lesen.

ACHTUNG SPOILER:

Zu Beginn kriegen wir es mit Danny Sheridan zu tun. Der junge Mann war früher mal Pizzabäcker in e
iner schmierigen Filiale, hat es aber durch konstantes Bewerben auf ein Raumschiff geschafft. Die S.S. George H.W. Bush erwartet ihn bereits. Er ist nun der erste Offizier. Allerdings merkt er schnell, dass sie gar nicht an die Raumstation angedockt hat, in welcher er sich befindet. Also beschließt er einen Spacewalk zu unternehmen und so an Bord zu gelangen. Dort wird er schnellstens begrüßt und stellt fest, dass die ganze Crew kaum an ihm interessiert ist. Als er sich in den Offiziersstuhl setzt, explodiert irgendwas und plötzlich steckt ein 3 inches langes Plastikteil in seinem Gehirn. Er ist tot.

Ich finde es unfassbar witzig, wie der Leser auf eine falsche Fährte geführt wird. Es geht hier gar nicht um Danny Sheridan. Es geht um eine absolut genervte und zwischenmenschlich kaputte Crew eines Schiff dessen Zweck mißbraucht wird, dessen Kapitän seine Exkremente als "Captain's log" (lol) bezeichnet. Es spielt sich zwar im Weltraum ab, wirkt aber weniger wie Sci-Fi, sondern mehr wie eine Tragikomödie. Nennen wir es Space Dramedy. Keine Ahnung. Jedenfalls hatte ich beim Lesen tatsächlich Spaß gehabt. Auch Designtechnisch ist das n schönes Ding. Man kriegt tatsächlich den Eindruck, es würde sich um einen wahren, glattpolierten Sci-Fi Comic handeln, bis man dann vom Autor verarscht wird. Ich finds gut, weiß aber noch nicht so ganz ob mich weitere Ausgaben reizen würden. 

8/10 Pfandflaschen
Made by: David A. Goodman, Álvaro Sarraseca

White Savior#2

Wir befinden uns im feudalen Japan. Ein asiatischer (ja, das ist wichtig) US-Amerikanischer Jugendlicher namens Todd ist mithilfe einer zufälligen Zeitreise hier gelandet. Mittlerweile ist er "angekommen" und hat sich mit mehrere Einheimischen eines Dorfes angefreundet. Es steht ein großer Angriff zuvor, ein Vertreter eines verfeindeten Stadtstaates/Dorfes/Präfektur will demnächst angreifen. Zum Glück, oder zum Pech ist ein Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika da. Ein gewisser Typ namens Nathan Garin. Er ist ein brutaler US-General, der nicht nur die Kopfhaut von amerikanischen Ureinwohnern abgezogen hat, sondern auch ihre Gesichter. Nun soll sein Fachwissen eingesetzt werden, um das Dorf vor den Angreifern zu retten. Dummerweise scheint Garin keinen blassen Schimmer zu haben, was Strategie und Logik betrifft. Als Todd ihm widerspricht, markiert er ihn

prompt als Dorftrottel, sodass ihn keiner mehr ernst nimmt. Zusammen mit einer Taschendiebin namens Maggie, die genauso wie er in der Vergangenheit festsitzt entwickelt er einen Plan wie sie gemeinsam Garin ausschaltet und das Dorf wirklich retten. Denn irgendwie muss die Prophezeiung, bzw. die sagenumwobene Rettung, von der in der Zukunft erzählt wird, irgendwie in Erfüllung gehen. Gleichzeitig kriegen wir mit wie die Gegenseite (scheinbar) mit dem US-Amerikanischen Söldner Zedidiah Grant paktiert.

Halten wir es fest. Die Story ist eine Parodie auf sogenannte "Weißer Typ kehrt in die Vergangenheit zurück und rettet alle"-Kung-Fu/Martial-Arts/History-Filme. Nur, dass die Hauptfigur nicht weiß ist. Es wird noch angedeutet, dass alles einen Ursprung in einer uralten Gilde von Helden halt, die den "wahren" Helden mit der weißen Haut immer zur Hilfe eilt. Aber es stellt sich heraus, dass es auch nur ein Witz ist. Der Bösewicht ist furchtbar furchtbar klischeehaft und ist sich dessen absolut bewusst. Das ist auch der Witz daran. Der ganze Comic ist absolut self aware und tatsächlich furchtbar lustig gestaltet. Mein Problem ist die zeichnerische Darstellung. Es ist einfach absolut hässlich anzusehen, bis auf ein echt schönes Panel. Wie die Autoren schon zu Beginn angemerkt haben, könnte der Stoff durchaus von Netflix aufgegriffen werden. Bin ich auch der Meinung. Es ist eine wunderbare Hommage an schlechte Hollywood-Schinken in welchen der tapfere weiße Mann von einem kleinen asiastischen/indischen/afrikanischen/osteuropäischen Dorf zum Helden gemacht wird. Ich hatte Spaß.

7/10 Pfandflaschen
Made by: Eric Nguyen, Scott Burman

Dienstag, 21. Februar 2023

Comic Book Review#571: Adventures of the Mask#9-12/Toys'R'Us Special (1996)

Hallo und herzlich willkommen zum vorletzten Maske-Review diesen Monat. Diesmal beschäftige ich mich mit den letzten vier Ausgaben von "Adventures of the Mask" als auch einer speziellen "Toys'R'Us"-Ausgabe. Ich werde nun jede Ausgabe kurz anreißen und beurteilen.

In Numero 9, genauer gesagt in der Geschichte "Shaken and Stirred" begibt sich Stanley per Flugzeug nach England. Sein Arbeitgeber, die Edge City Bank, beauftragt ihn mit einer wichtigen Aufgabe. Es geht um die Übergabe von höllisch wichtigen Dokumenten an einen britischen Kunden. Diese befinden sich im Koffer, die mit Handschellen an Stanley dran gekettet sind. Komischerweise wird er von einer Frau namens Gardenia Thorne verwechselt. Sie hält ihn für einen Geheimagenten namens Ian Bain, überwältigt ihn und schleudert ihn aus dem Flugzeug. Zum Glück kann er sich retten, indem er mitten
in der Luft die Maske anzieht. Irgendwann auf der Erde angekommen trifft er auf Ms. Goodwyn Gravy, die ihm von Flughafen abholt. Auf dem Weg zur Bank werden sie von Gardenia Thorne mit einem Helikopter angegriffen. Als sie dann in der Bank eintreffen, kommt es zu einem Banküberfall...durch Pflanzen. Fleischfressende Pflanzen, die dem Bösewicht Greenthumb gehören, genauer gesagt. Stanley wundert sich, wie zum Fick das Ganze zustande kommt. Scheinbar wird er von alles und jedem verwechselt bzw. von den beiden Bösewichten. Es kommt zu einer jamesbondesken Situation aus der er sich und Ms. Gravy befreien kann. Mithilfe der Maske natürlich. Wir haben hier sogar eine Art Erwachsenenwitz. Stanley stellt sich vor, dass ihm ein steifer Typ, ein "stuffed shirt" abholen wird. Als er dann Ms. Gravy mit ihrem Ausschnitt sieht denkt er sich "This type of stuffed shirt I like!". Was zur Hölle. Es ist eine wilde Mischung aus "Little Shop Of Horrors" und "James Bond", wobei der eigentliche Superagent Ian Bain die Nummer 711 trägt. Als "7-11" bezeichnet man kleine Kioske in den USA die von 7-11 Uhr aufhaben. Geschrieben von Michael Eury, gezeichnet von Marc Campos. Eine absolute Wahnsinnsfahrt dieser Comic. Es vergeht keine Seite ohne dass irgendwas verrücktes passiert. Herrlich.

Ausgabe Nummer 10 liefert uns eine weitere, vollkommen abgefahrene Story namens "Doberman Forever". Stanley fährt am Gefängnis vorbei in welchem sich allerlei verschiedene Superschurken befinden, die er letztens erst als Maske eingebuchtet hat. Doberman, der handtaschenklauende antropomorphe Hund wird wegen guter Führung entlassen. Tatsächlich ist er der Maske dankbar dafür, dass er ihn unter seine Flügel genommen hat und gezeigt hat, dass sich ein Verbrecherleben nicht lohnt. Er riecht "die Maske" also Stanley sofort und eilt seinem Auto hinterher. Währenddessen flüchtet Walter, der riesige Henchman von Dr. Pretorius aus dem Gefängnis. Kaum in seinem Apartement angekkommen sieht Stanley die Schlagzeile über Walters Flucht und ist sichtlich schockiert. Da kommt schon die nächste Überraschung. Doberman ist seinem Geruch gefolgt und möchte nun der Sidekick von der Maske werden. Der grüne Held lehnt das allerdings ab, sodass Doberman sich in der Pflicht sieht sich zu beweisen. Er versucht es alleine mit dem geflohenen Walter aufzunehmen, kriegt aber einen Arschtritt nach dem anderen. Stanley muss nun in der Gestalt der Maske aushelfen. Es ist unfassbar wie schnell dieser Comic vorbei war. So wenig Seiten und so viele kulturelle Anspielungen auf einmal. Natürlich ist ist Doberman wie Batmans Sidekick Robin gekleidet. Die Maske verwandelt sich in eine Art Hulk um kräftemäßig auf gleiche Ebene wie Walter zu sein. Herrgott, die Lieblingssendung von Stanley ist ne Anspielung auf die Power Rangers. Es ist ein Fest der Anspielungen, wie immer eigentlich. Herrlich.

In der vorletzten Ausgabe geht es um eine typische, scrooge-ige Weihnachtsgeschichte. Stanley und sein Kumpel/Vorgesetzter Charlie sind grade unterwegs zum Einkaufszentrum um Geschenke einzukaufen. Stan möchte was für Milo besorgen während Charlie irgendwie ein absoluter Weihnachtsgegner ist. Er möchte einkaufen, allerdings nur für sich. Kann er sich auch leisten, nachdem er mehrfach befördert wurde. Als in der Mall ein Obdachloser einer Frau die Handtasche klaut, eilt Stanley als Maske zur Hilfe. Die Aktion ruft Charlie auf den Plan: Dieser möchte dass der Mann schnellstens bestraft wird, und überhaupt soll er gefälligst arbeiten gehen. Auf dem Weg nach Hause verliert Stan die Maske, die prompt von Charlie gefunden wird. Wir finden heraus, dass Charlie nur deswegen Weihnachten hasst weil damals seine Mama gestorben und sein Vater abgehauen ist. Er zieht die Maske an und verwandelt sich sofort in eine Art Super-Grinch, der sofort anfängt allen Leuten weiszumachen dass sie an Weihnachten gefälligst nur an sich denken sollen. Es entsteht eine Welle von Shopping-Wahn und Supergier. Zuhause bei Stanley taucht Santa Clause auf und fordert ihm auf etwas gegen den neuen Super-Masken-Grinch zu unternehmen. Er hat nämlich alles genau von oben
beobachtet und möchte nun gemeinsam mit Stanley Charlie aufhalten. Mit jedem Mal überrascht mich der Comic immer mehr. Bis jetzt war nicht zu sehen wie jemand anders als Stanley oder Milo die Maske anzieht. Was wir dann zu sehen kriegen ist eine absolut bösartige, zumindest für Zeichentrick-Standards, Geschichte über Gier und Kindheitstraumata. Die dann natürlich ein Happy End hat. Es ist erstaunlich was für Möglichkeiten hier gegeben sind. Die Grenzen gibt es quasi gar nicht. Als Zeichner oder Autor kann man sich bei einem Character wie der Maske quasi alles ausdenken. Es ist faszinierend. 

Die letzte reguläre Ausgabe von "Adventures of the Mask" bietet eine Abschlußgeschichte, wie man sie so oft in den 80er/90er Jahren Zeichentrickserien gesehen hat. Entweder hat man eine Art Best-Of, also eine Clip Show gemacht. Darin haben Charaktere über Vergangenes sinniert und man hat alte Aufnahme als Füllermaterial benutzt. Oder irgendjemand landet im Gericht und kriegt von allen Seiten Scheiße um die Ohren. So ähnlich wie in der letzten Folge von Seinfeld. Jedenfalls, was passiert hier? Lieutenant Kellaway kriegt einen anonymen Tipp, dass die Maske sich im Supermarkt aufhält. Leider stellt es sich als Finte heraus. Es sind nur die neuesten Maske-Cornflakes rausgekommen. Stanley und Peggy kriegen alles mit. Peggy überredet Stanley die Laune von Kellaway aufzubessern. Er ist wegen diesem Desaster nämlich ziemlich bedrückt. Also beschließt Stanley sich in der Gestalt von Maske verhaften zu lassen, paar Tage im Knast zu verbringen, Kellaways Ego somit aufzubessern und dann zu flüchten. Es kommt aber auch noch zu einer Gerichtsverhandlung. Der Richter heißt Judge Dreadlox und trägt zuerst einen Helm, sieht aber dadrunter aus wie Sylvester Stallone mit Dreadlox. Er spricht auch mit jamaikanischen Akzent. Kannste dir nicht ausdenken. Jedenfalls treten auf der Verhandlung alle Kontrahenten der Maske auf, sogar Stanleys Vermieterin Mrs. Peeman. Dr. Pretorius schafft es allerdings sich aus seinen Fesseln zu befreien, wird aber noch rechtzeitig von der Maske aufgehalten. Das führt selbstverständlich zu einem Freispruch. Eine klassische Abschlußfolge, die mindestens genauso surreal ist wie der Rest. Aber ohne Scheiß, Judge Dreadlox hat mir den Rest gegeben. Das ist ein absoluter, besoffener Einfall. Kann mich niemand vom Gegenteil überzeugen. Holy shit. Ich lachte so hart.

Die letzte Geschichte, betitelt "Mask-Erade" erschien nicht in der regulären Comic-Serie "Adventures of the Mask" sondern als "Toys'R'Us Special". Für alle die nicht wissen: Toys'R'Us war eine Kette von Spielzeugläden, die erst vor fünf Jahren insolvent war und nun wieder da ist. Es war auch mal üblich zu manchen Actionfiguren einen Comic hinzuzufügen. So habe ich zuhause eine "Spawn"-Ausgabe, die auf jeden Fall als Bonus zu einer Action-Figur gedacht war. Die Story spielt sich ab an Halloween: Stanley hat es nicht geschafft zum Kostümladen zu kommen und entscheidet sich als Maske zu verkleiden. Als die ersten Trick-or-Treat-Kinder kommen bringt er ihnen bei an Halloween sich immer an Erwachsene zu halten, nicht mit fremden mitzugehen und immer eine Aufsichtsperson die Süßigkeiten überprüfen zu lassen. Natürlich sollen die Kinder auch nicht vergessen, ihre Candies zu deklarieren ansonsten krallt sich das alles die Steuerbehörde. Er wird nebenbei abgehört von Dr. Pretorius, der daraufhin beschließt der Maske schlimmstmöglichst zu schaden. Er verkleidet sich selbst und diskredidiert ihn in seiner Gestalt. Unter anderem erschreckt er Kinder mit einer Schlange. Blöderweise trifft er auf Walter, der die Maske hasst und so kommt es zu einem unfairen Kampf. Zeit für die echte Maske um zu intervenieren. Es war höchst selten, dass einer Actionfigur ein richtiger Comic beigelegt war,  jedenfalls ist dieser hier nur 9 Seiten lang. Ich weiß auch nicht ob ich mit meiner Vermutung richtig liege - vielleicht ist er Teil einer anderen Halloween-Sonderaktion gewesen. Jedenfalls ist er ziemlich kurzweilig, schnell erzählt aber tatsächlich ganz spaßig. Nicht mehr und nicht weniger. 

Ich glaube, das ist die längste "Comic Book Review"-Ausgabe seit längerem. Jedenfalls ist "Adventures of the Mask" hiermit zu Ende. Ich werde mich in nächster Zeit den eher düsteren Aspekten des Masken-Universums widmen. Oder zumindest für eine Ausgabe. Meines Erachtens haben die Macher die Grenze zwischen "für Kinder zugänglich" und "Erwachsene verstehen das auch" etwas verwischen können und haben sich ordentlich ausgetobt. Ich finde dass Mark Campos die besseren Zeichnungen gemacht hat. Michael Eury hat storytechnisch schon ordentlich abgerissen. Habe tatsächlich sehr viel gelacht ob der ganzen Anspielungen und des absoluten Blödsinns wegen. Trotzdem wirkt der Comic nicht soooo kindisch wie die Zeichentrickserie. Zumindest habe ich das so in Erinnerung.

Anyways, für die letzten fünf Ausgaben:

8,5/10 Pfandflaschen

Dienstag, 14. Februar 2023

Comic Book Review#570: Adventures of the Mask#5-8


"A Head For Trouble" inkludiert tatsächlich einen Charakter der aus der Geschichte bekannt ist, nämlich den Piraten Blackbeard. Stanley und Milo machen einen Ausflug um irgendwo am Lande zu fischen. Leider hört Stanley kein Radio und informiert sich so nicht darüber, dass ein gefährlicher Sturm herannaht. Diesen will der Bösewicht Dr. Pretorius ausnutzen um mithilfe von Elektrizität wetterverändernde Fähigkeiten zu erlangen. Dummerweise wird dadurch nur der Geist des Piraten Blackbeard erweckt der am Boden eines Sees schlummert. Stanley und Milo kommen grade mal so in ein Haus rein, weil sie Zuflucht vor dem Sturm suchen. Sie treffen auf Blackbeard, doch zum Glück kann die Maske ihn rechtzeitig in eine Art Einmachglas sperren. Zufälligerweise treffen sie dann auf Pretorius und Walter als das besagte Glas bricht und Blackbeards Geist in Walters Körper eintrifft.
Eine Art Hommage an "Robocop" stellt "I wear the body electronic" dar. Lt. Kellaway wird Zeuge wie eine hochmoderne Rüstung für die Polizei vorgestellt wird. Er sieht das als Chance sich gegen die Maske zu beweisen und entwendet die Rüstung heimlich um allein gegen seinen "Widersacher"
vorzugehen. Leider ist das metallene Kostüm noch nicht ausreichend getestet, sodass Kellaway jede Menge Schaden verursacht. "Remotely Possible" ist an Tribut an die Cartoon-Vorbilder der Maske. Zuerst kriegen wir mit der grünhäutige Held in einer Award-Show auftritt und einen Preis einsackt. Das verärgert einen Bösewicht namens Couchpotato. Dieser hat vor Ewigkeiten in einer Videothek gearbeitet, wurde wegen einer misslungenen Idee entlassen und will sich nun an seiner ehemaligen Chefin rächen. Und an der Maske, weil dieser die Fernsehlandschaft ruiniert. Die Fähigkeiten von Couch Potato sind folgende: Er sitzt auf einer fliegenden Couch, die mithilfe eines Helms an sein Gehirn gekoppelt ist. Dadurch kann er die Realität beeinflussen und TV-Charaktere ins Leben bringen, löschen, vorwärts spulen, zurückspulen. 
In "Dog Days" geht es zuerst um eine enorme Hitzewelle, die Edge City ergriffen hat. Milo, Stanleys Hund rastet aus, wenn er auch nur einen Hydranten sieht. Die Preise für Eiskreme sind enorm in die Höhe gestiegen. Als der Bürgermeister ein Geschenk aus Island präsentieren will (einen nicht grade kleinen Eisberg) taucht ein neuer Bösewicht auf. Ein Typ namens "The Broiler" ist für die Hitzewelle verantwortlich und kann Hitzestrahlen aus seinen Händen schießen. Optisch erinnert er einen an den DC-Superhelden "Firestorm". Ungefähr zeitgleich trifft Stanley auf seinen ehemaligen Kommilitonen, der inzwischen ein Ice Cream Magnat ist und an der Hitze sehr viel Geld verdient. Fest steht: Dieser Broiler ist irgendjemand, der künstlich Hitze erzeugt, damit der Eisverkäufer was davon hat. UND WAS HAT ES MIT DEN HYDRANTEN AUF SICH???

Die Geschichten die hier stattfinden sind größtenteils nicht viel anders als die in der Zeichentrickserie. Es ist im Grunde genommen das Prinzip des "Monster of the week". Sprich: Jede Woche oder jeden Monat ein neuer Bösewicht bzw. ein anderes Ereignis. Man kann die Stories auch unabhängig voneinander lesen. Wie immer voll mit popkulturellen Anspielungen, schrägen Kostümwechseln und cartoonesker Action. Michael Eury schreibt hier immer noch die Stories allerdings ist nun Dev Madan für die Zeichnungen verantwortlich. Und diese wirken auf mich wesentlich schriller als die von Neil Vokes. Es wirkt leicht psychedelisch auf mich und ziemlich verzerrt. Somit kommt man den ursprünglichen Comics doch ein Stückchen näher, auch wenn die "Adventures" weiterhin kindlicher und gewaltfreier sind. Ich hätte nicht gedacht, dass mir die "abgespeckte" Version der Maske weiterhin so gefallen wird, aber ja das tut sie. 

8/10 Pfandflaschen


Dienstag, 7. Februar 2023

Comic Book Review#569: Adventures of the Mask#1-4 (1996)

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Teil des (beinahe) endlosen "The Mask"-Marathons. Dieser Monat, und auch der nächste (also, März) widmen sich komplett dem grünen Ungetüm in Hut und Anzug. Die nächsten drei Ausgaben beschäftigen sich mit allen zwölf Ausgaben von "Adventures of the Mask". Dabei handelt es sich um die Adaption der Zeichentrickserie "The Mask: Animated Series", die wiederum - offensichtlich - eine Adaption der Original-Comics von Dark Horse ist. An sich stellt sie aber eine Mischung aus den Inhalten der Comics und des Films mit Jim Carrey. Ergo ist alles wesentlich kinderfreundlicher. Die Serie ist eine Art alternativer Sequel zum Film. Stanley Ipkiss hat die Maske nicht weggeworfen, die Journalistin Peggy Brandt hat ihn zwar einmal verraten, bereut das aber. 


In den ersten beiden Folgen werden wir Zeuge, wie Stanley in der Gestalt der Maske aus Versehen maskierten Bankräubern hilft, das Geld einzusacken. Die Schlagzeilen darüber erwecken das Interesse des Schurken Dr. Pretorious, einen finsteren, bösen Wissenschaftler mit Irokesenschnitt.  Er beauftragt seinen Halsabschneider/Gorilla/Henchmen Walter damit Stanley zu kidnappen, da er fest davon überzeugt ist, dass er die Maske ist. Dummerweise geschieht das in dem Moment als dieser die Maske einbetonieren und ein für alle Mal loswerden will. Stan kommt grade so mit dem Leben davon, wird schließlich aber doch von Walter gekidnappt und zu Pretorious gebracht. Dieser stellt sich als Halb Mensch/Halb Roboter heraus, der seinen Kopf von seinem Körper trennen kann. Lange Rede, kurzer Sinn: Pretorious lässt auch Peggy und Stanleys Hund Milo kidnappen um ihn zu erpressen, damit er die hölzerne Maske herausrückt. Am Ende schafft es Stanley mithilfe seines Alter Egos sich und seine Freunde zu befreien. Genau das ist auch der Inhalt der ersten beiden Comics. In Ausgabe#3 gehen Peggy und Stanley mit Milo Gassi als ein Hund Peggys Tasche stiehlt. Milo folgt ihm und beide verschwinden im Gebüsch, sind daraufhin nicht aufzufinden. Stan macht sich große Sorgen und im Endeffekt finden er und Peggy mithilfe der Maske heraus, dass beide Hunde unter der Erde verschwunden sind. Sie sind nicht tot, werden aber von einem anthropomorphen Dobermann, der sich (duh) Dobermann nennt mit Gedankenkontrolle dazu gebracht Geld und Juwelen zu stehlen. Der Hund war eigentlich ein Junge, an dem sein Vater experimentiert und ihn aus Versehen verwandelt hat. In der vierten Ausgabe geht es um einen schweren Bankraub, ausgeführt von einer mit Phäromonen ausgestatteten Diebin namens Bombshell. Sie sondert irgendwie einen Geruch aber, der alle Männer um sie herum zu ihren willenlosen Sklaven macht. Nicht mal vor der Maske macht sie halt. 

Verantwortlich für die Stories und Zeichnungen sind Michael Eury und Neil Vokes. Die Cover zeichnete der weltberühmte Bruce Timm, der auch für die 1992er Batman Zeichentrickserie mitverantwortlich war. Vokes' Zeichnungen halten sich sehr strikt an die Serie und sind auf klitzekleine Variationen von den Bildschirm-Ebenbildern nicht zu unterscheiden. Die Stories sind simpel gehalten und ziemlich cartoonesk, was den Humor betrifft. Die Maske, also der Character, ist einfach eine lebende Sammlung von popkulturellen Anspielungen und in der Lage allerlei Dinge wortwörtlich aus der Luft zu zaubern oder sich zu verwandeln um diese Anspielungen zu tätigen. Im Prinzip läuft eine durchschnittliche Maske-Story so ab: Stanley gerät in Schwierigkeiten, entscheidet sich die Maske zur Hilfe zu nehmen, die Maske stürzt sich in ein Abenteuer und wird in der Regel von Peggy und Milo begleitet - nebenher versuchen Lt. Kellaway und sein Helferlein Doyle Stanley als Maske äh zu "demaskieren", scheitern aber jedes Mal. Es ist ein wunderwoller Spaß für jung und alt. Für diejenigen die sich an die gory, obszönen Inhalten der Original-Comics gewöhnt haben ist das hier wahrscheinlich absolut nichts. Aber wer weiß. Insgesamt gebe ich den vier Ausgaben:

7,5/10 Pfandflaschen