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Dienstag, 23. Juni 2026

Comic Book Review#681: Godzilla vs. the Mighty Morphin Power Rangers II#1-5 (2024)

Allrighty. Der Wahnsinn geht in die letzte Runde. Zumindest auf diesem Blog. Das ist, für mich, das letzte Godzilla-Crossover dass ich reviewen werde. Bis jetzt.

Wir befinden uns irgendwann später nach dem Ereignissen im ersten Teil. Rita Repulsa wurde von Astronema (einer weiteren Bösewichtin aus dem PR-Universum) gerettet. Gemeinsam haben sie einen finsteren Plan ausgearbeitet und durchgeführt. Sie haben mehrere Universen überfallen und dort die hiesigen Power Rangers entführt oder schwer verletzt. Die jeweiligen Kämpfe sind verloren. Der White

Ranger (der eigentlich Tommy ist, der zu einem anderen Zeitpunkt der Green Ranger ist) stößt in einem weiteren zerstörten Multiversum (er selbst ist auch in der Lage durch die Welten zu reisen, mithilfe eines Multiversum-Steins oder so) auf eine weitere Gruppe Power Rangers. Gemeinsam versuchen sie nun, Rita zu stoppen. Sie treffen auch (wieder) gemeinsam auf Godzilla der alles andere als begeistert darüber ist, dass wieder übergroße Roboter (die Zords der Power Rangers) ihn entgegen treten. So kommt es, natürlich, erstmal zu einem Fight. Doch irgendwann wird die Lage noch brenzliger. Rita und Astronema statten Astronemas "Psycho Rangers" mit den Kräften von Godzillas Gegnern wie King Ghidorah oder Destoroyah aus. Doch die Power Rangers haben irgendwann auch einen Ass im Ärmel und machen dasselbe. Nur dass sie sich mit den Kräften von Godzillas "Freunden" ausstatten. So kommt es zu der Bildung von "Kaiju Rangers". Es wird links und rechts gekämpft. Verschiedene Universen der Rangers treffen aufeinander, als auch Charaktere aus verschiedenen Godzilla-Staffeln. So kriegen wir Tommies alias White und Green Rangers als auch Mothra und den Roboter Jet Jaguar zu sehen. 

Ein einziges, riesiges, Nostalgie-Produkt dass den Multiversum-Trend absolut ausschlachtet. Macht es Spaß zu lesen? Klar. Ist es vollkommen bonkers und in etwas weniger als einer Stunde durchgelesen? Natürlich. Die Story ist schnell erzählt und wahrscheinlich genauso schnell aus den Fingern von Cullen Bunn gesaugt worden. Baldemar Rivas kann verdammt gut Helme und Schnauzen von Monstern zeichnen. Gesichter von Menschen allerdings eher weniger. Zumindest gefallen sie mir nicht so. Ansonsten: Höllisch gute, detaillierte Zeichnungen, die es wirklich in sich haben. Mein Respekt dafür.

Made by: Cullen Bunn, Baldemar Rivas

7/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von Vincent Chan:


Dienstag, 16. Juni 2026

Comic Book Review#680: Godzilla vs. The Mighty Morphin Power Rangers#1-5 (2022)

Kaum ist diese Sache mit DC und Godzilla als auch Marvel und Godzilla vorbei geht es hier auf dem Blog weiter mit dem King of the Monsters als Gast in anderen Comic-Reihen. Diesmal sind wir bei einer Zusammenarbeit zwischen Boom! Studios, IDW Publishing und Toho Co. angelangt.


Der grüne Ranger Tommy (ja, genau der) ist unterwegs in geheimer Mission. Zordon hat ihn beauftragt, die böse Hexe Rita Repulsa auszuspionieren. Gemeinsam mit ihren Schergen Scorpina, Goldar und Finster hat sie einen geheimen Tempel aufgesucht der seit tausenden von Jahren von Mönchen beschützt wurde. Darin findet sie eine Art multidimensionalen Artefakt, der in der Lage ist, sie von Dimension zu Dimension zu teleportieren. Genau das geschieht und weil Tommy das verhindern möchte, wird er unfreiwillig mit auf die Reise genommen. Rita und die anderen tauchen auf einer anderen Erde auf. Dort ist die Stadt Angel Grove komplett zerstört und zwei riesige Monster kämpfen gegeneinander: Godzilla und Megalon. Es stellt sich heraus, dass Godzilla irgendwie der Beschützer dieser Erde ist und Außerirdische vom Planeten X (die Xilians) immer wieder Monster auf die Erde bringen um gegen ihn zu kämpfen. Ihr Ziel ist die Erde komplett zu zerstören und am Ende ihre Ressourcen zu stehlen. Doch bis jetzt hat das nicht so funktioniert. Ritas Crew tut sich mit ihnen zusammen und schon bald tauchen auch die übrigen Rangers auf: Trini (gelb), Zack (schwarz), Jason (rot), Kimberly (pink) und Billy (blau). So kommt es zu spektakulären Kämpfen. Erst zwischen den Rangers und Godzilla, anschließend aber zwischen Godzilla und den Rangers und herbei teleportierten Monstern wie Gigan und am Ende auch King Ghidorah. Zwischendurch ruft Rita allerdings ihre Monster auf den Plan: zum Beispiel Eye-Guy und Rhinoblaster.

Ich dachte erst, das wird interessant. Dann wurde es einfach vollkommen bonkers. Dann wurds wieder interessant. Ein typisches multi-franchise Höllen-Inferno in welchen alle auf einander treffen und sich gegenseitig in die Fresse hauen. Untypische Allianzen werden geschmiedet und wieder gebrochen. Monsterkloppe. Monsterkloppe. Kann mich noch erinnern, dass "Justice League vs. Godzilla vs. Kong" schon ordentlich googoogaga war, aber das hier ist vollkommen off the hook. Ich glaube, dass ich alle fünf Ausgaben in einer Dreiviertelstunde gelesen habe. Cullen Bunn hat mal Deadpool Stories geschrieben, die ich tatsächlich echt geil fand. Das hier wirkt wie ein Kinderspiel für ihn, weil es so super einfach ist. Freddie E. Williams II hat schon mal die Turtles (und Batman!) gezeichnet, sein Stil sticht besonders durch dieses typische "shit happening all over the place" raus. Ein tatsächlich sehr spaßiges, wenn auch ziemlich kurzweiliges Werk.

Made by: Cullen Bunn, Freddie E. Williams II
6/10 Pfandflaschen
Video von Unknown Kaijuverse:


Dienstag, 1. Juli 2025

Comic Book Review#636: Wormwood: Gentleman Corpse#0 (2006)

Ich habe, mal wieder, absolut keine Ahnung wie ich an diesen Comic rangekommen bin bzw. was den Impuls ausgelöst hat, ihn zu reviewen. Wahrscheinlich fand ich einfach nur das Cover gut, oder so. Tatsächlich habe ich schon mal eine Ausgabe hiervon reviewt. Und zwar vor knapp zehn Jahren. Hier.

Was der Character Wormwood darstellen soll, ist ziemlich klar ersichtlich. Er ist ein Untoter. Kein bösartiger Zombie, sondern einfach nur eine wandelnde Leiche mit ziemlich guten Manieren. Der sehr gerne Bier trinkt und in einer Kneipe abhängt. Seine Zähne sind stets zu sehen, weil seine Lippen nicht
mehr da sind, seine Augenhöhlen sind schwarz, er trägt einen Frack. Doch es täuscht. Wormwood ist ein interdimensionaler Wurm, der diesen toten Körper von innen kontrolliert. Er hängt mit seinem Kompagnon, einen Cyborg den er selbst gebaut hat (?), namens Mr. Pendulum in einem Striptease-Bar. Diese gehört Medusa. Ja genau, dieser Medusa die wir alle kennen. Sie hatte vor einigen hundert Jahren mal was mit Wormwood gehabt und irgendwie war es so eine on/off-Sache oder so. Jedenfalls besitzt Medusa diese Kneipe, allerdings dient diese einen anderen Zweck. Tatsächlich bewacht Medusa seit tausenden von Jahren einen Höllenschlund und hindert irgendwelche finsteren Wesen daran, die Erde zu betreten. An diesem Abend als Wormwood und Mr. Pendulum zu Gast, passiert Folgendes: Einen weiteren Gast wachsen plötzlich riesige Tentakel aus dem Mund. Die eigentlich Sprossen einer fleischfressenden Pflanze sind, die dann anfängt andere anzugreifen. Wormwood und Pendulum werden der Sache schnell Herr. Sie finden raus, dass diese Angriffe schon seit längeren stattfinden und eigentlich nur Leute befallen sind die Bier trinken. 

Meine Fresse ist das geil! Diese trockene Art von Mr. Wormwood begeistert mich und die sarkastische Art von Mr. Pendulum auch. Diese Geschichte scheint zunächst absolut morbide zu sein, doch schnell stellt es sich heraus, dass sie einfach nur unfassbar absurd und lustig ist. Die Charaktere sehen aus wie perfekt gezeichnet für den Cartoon Block von MTV aus den 90ern, Liquid Television. Nur in untot oder versoffen oder so. Perfekte kantige Hackfressen, voll mit Tattoos und absterbenden Gliedmaßen. Es ist im Prinzip, auch weil es sich hier um zwei Typen handelt, um eine Art "Supernatural" auf Crack. Absolut fantastisch. Ich werde das hier definitiv mal nachholen.

9/10 Pfandflaschen
Made by: Ben Templesmith


Donnerstag, 2. Januar 2025

Comic Book Review#610: Star Trek: The Q-Conflict#1-6 (2019)

Zunächst mal spielt sich die Story in der Zeit der Serie "Star Trek: The Next Generation". Die Crew von Captain Jean-Luc Picard wird Zeuge von mehreren Supernova. Aber eigentlich sind sie zu einer weit entfernten Welt unterwegs, die wegen einer instabilen Sonne evakuiert werden muss. Doch urplötzlich, als die Evakuation grade in Gange ist, stabilisiert sich die Sonne wieder. Schon bald stellt es sich heraus, wer dahinter steckt. Ein äh intergalaktisches Kind in Erwachsenengestalt bzw. eine außerirdische Lebensform die in der Lage ist alles von überall her zu transportieren, alles zu verwandeln usw. usf. Kurz: "Q". Oder besser gesagt, EIN Q. Weil es eine ganze Spezies gibt. Es dauert nicht lange bis Q Picard auf eine fremde Welt transportiert. Daraufhin zwei Jahre zuvor, acht Jahre zuvor und110 Jahre zuvor sich die Captains der verschiedenen Star Trekt Serien "schnappt". So werden Captain Janeway (Star Trek: Voyager), Captain Sisko (Star Trek: Deep Space Nine) und Captain James T. Kirk (Star Trek: The Original Series) ebenfalls auf diese Welt gebracht. Doch nur sie, mit ihnen kommen ganze Crews. Ziel des ganzen: Q hat einen Krieg angefangen und um ihn zu beenden hat er seine Kriegsgegner (die ähnliche Wesen sind wie er) dazu gebracht einen Wettkampf auszutragen. So sollen vier verschiedene Crews aus Mitglieder von verschiedenen Raumschiffcrews zusammengewürfelt werden und gegeneinander kämpfen. Natürlich nicht um Leben und Tod. Dafür sind die Aufgaben vollkommen banane.
Es ist eine schlaue Idee. Wie bringe ich vier verschiedene (Unter)Franchises zusammen, deren Protagonisten zum Teil mehr als 100 Jahre voneinander entfernt wohnen? Richtig ich veranstalte eine Zeitreise, die von einem intergalaktischen mächtigen Wesen ausgelöst wurde, dass im Prinzip alles machen kann. Klingt sehr nach einer Folge der Original-Serie. Zunächst liest sich der Comic ziemlich trocken, doch schon bald "knallt" es ordentlich, wobei die Hauptcharaktere stets kühl bleiben. Auch gibt es keine komischen Mißveständnisse zwischen der "alten Garde" und der "neuen Generation". Alle verstehen sich und es harmoniert nur noch so vor sich. Gemeinsam wollen sie Q irgendwie austricksen - und mit Sicherheit schaffen sie das auch. Das Design hält sich gut an die Fernseh-Vorlage. Sprich, es gibt da nicht wirklich Überraschungen. Aber manchmal braucht es sie auch nicht. Angenehme, entspannte Lektüre die gleichzeitig aber trotzdem ziemlich spannend ist. So.

PS: Ja, diesen Comic habe ich auch auf diesem Flohmarkt in Dortmund erstanden. Aus heutiger Sicht ist das mehr als ein Jahr her. Huehuehue, grüße aus der Vergangenheit! Dieses Review wird nämlich grade im Jahre 2023 geschrieben, erscheint aber erst 2025. Was bin ich für ein Schelm. Haha! Hahahahaha! Mal gucken, ob mein Zukunfts-Ich das noch witzig finden wird.

8/10 Pfandflaschen
Made by: Scott Tipton, David Tipton, David Messina, Elisabetta D'Amico


Mittwoch, 27. September 2023

Comics Monthly#111

Cyberpunk 2077: Phantom Liberty - Ten Of Swords#1

Okay, diesmal wieder ein Cyberpunk 2077 Comic. Ich meine, mich zu erinnern, dass ich vor einem Jahr oder so schon mal einen Cyberpunk Comic reviewt habe. Bei diesem konnte man halbwegs gut in die Handlung einsteigen ohne das Spiel gezockt zu haben. Hier gestaltet sich die Sache etwas schwieriger. Die Handlung spielt in der dystopischen Stadt Night City. Die Protagonisten sind Mitglieder einer untergrundigen Widerstandsgruppe. Einer von ihnen wollte wohl die anderen beeindrucken und hat aus Versehen einen hochrangigen Funktionär umgebracht. Und seine Familie oder so. Jedenfalls geraten die drei ins Visier der Behörden - in Gestalt von Ninja-Cops mit Saurai-Schwertern(??) und beschließen aus der Stadt abzuhauen.

So oder so ähnlich könnte man den Comic zusammenfassen. Ich muss sagen, dass ich nicht wirklich begeistert bin. Ich meine, das Design ist schon ganz in Ordnung, wenn auch typisch für die heutige Zeit: Pastellfarben, skizzenhaft. Aber die Handlung reißt mich absolut nicht mit. Zudem bin ich, wie schon so oft gesagt, absoluter Freund davon wenn man in eine Handlung ohne Vorkenntnisse einsteigen kann. Hier ist es nicht wirklich der Fall. So betrachtet ist der Comic ein weiteres Tie-In für die Storyline des Spiels. Kann ich leider nicht mit arbeiten.

Made by: Łukasz Ludkowsi, Alex Sutton, Bartosz Sztybor, Kalina Możdżyńska, Miguel Valderama
Erhältlich bei Dark Horse Comics
4/10 Pfandflaschen

Kill More#1

Wir befinden uns in der fiktiven Stadt Colonia, irgendwo in den USA. Es gibt kaum einen schlimmeren Ort auf der Welt. Oder zumindest im Westen. Absoluter Verfall. Wohnungslosigkeit. Geschäfte schließen einer nach dem anderen. Kaum jemand wohnt noch hier. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zuerst zwei Detectives: Aaron Aira und Gavin Coover. Wobei letztgenannter auch bald die Stadt verlässt. Die beiden stehen vor einem Haufen undurchsichtiger Morde. Genauer gesagt häufen sich die Morde deswegen weil die Stadt voller Serienkiller ist. Diese haben erkannt, dass immer mehr Menschen die Stadt verlassen und haben deswegen ihre Taktik verändert. Um nicht so schnell erwischt zu werden, bei einer leerer werdenden Stadt, beschließen sie ihre Opferzahlen zu erhöhen um die Polizei bei den Ermittlungen zu stören. So stehen Aira und Coover vor über 80 ungelösten Fällen. Deswegen auch der Titel. Zu Beginn der Geschichte vernehmen sie einen dümmlich wirkenden Mörder,
der sich "The Giraffe" (wegen Hals) nennt. Dieser hat einfach so irgendjemanden umgebracht, weil er das mal machen wollte. Zwischendurch werden den Lesern andere Killer vorgestellt. Die alte Frau Esther die aus Spaß Menschen überfährt. Die Joggerin "Lady Facesmasher" die gerne Köpfe zerschmettert. Und der gutmütige Crustpunk "The Sober", der Menschen mit Gift tötet damit sie "friedlich auf die andere Seite" gelangen. Nachdem Coover wegzieht, stößt Aira auf Detective Mwanawa Parker, die bis dato nur Verdächtige verhört hat. Gemeinsam beschließen sie nun einander zu helfen, mehr Fälle zu lösen.

Ich weiß noch nicht so recht, in welche Richtung dieser Comic gehen wird. Bis jetzt wurden eigentlich nur mehrere Charaktere vorgestellt, die in absolut bestialischer Art Menschen töten und paar Cops die von der Stadt absolut angewidert sind. Der Stil ist düster, detailliert und erinnert mich leicht an die Zeichentrickserie "Men In Black". Die Darstellung einer nach und nach verfallenden, unangenehmen Stadt kann durchaus wahrheitsgetreu sein. Das mag ich nicht beurteilen. Jedenfalls hat man hier einen guten Job damit gemacht, die Mörder unfassbar unsympathisch zu gestalten - als Gegenstück zu diesen "sympathischen" Serienkillern die das Stockholm-Syndrom in einem auslösen. Finde ich gut, dass man diese Gestalten hier nicht idealisiert. Jedenfalls: Interessant und wird bestimmt noch besser.

Made by: Scott Brian Wilson, Max Alan Fuchs, Valentina Briski
Erhältlich bei IDW Publishing
8/10 Pfandflaschen

Predator vs. Wolverine#1

Zuallererst sehen wir wie ein äußerst angeschlagener und verletzter Wolverine vor einem Vertreter der Yautja-Spezies (aka Predator) flieht. Er sinniert darüber, wie sie einander das erste Mal trafen: Es war nämlich einst in Alaska, im Jahre 1900. Logan aka Wolverine, der damals noch kein X-Man war, lebte alleine in der Wildnis. Seine einzigen Freunde waren die Natives. Manchmal begab er sich, um Vorräte zu besorgen in den einzigen Laden in der Gegend. Der Zufall wollte, dass ein wohlhabender Typ ihn dort anheuern wollte, angeblich weil sein Sohn gekidnappt wurde und nun Lösegeld gefordert wird. Der Junge musste dringend gerettet werden. Wolverine entschied sich, ihn zu helfen. Doch das Ganze stellte sich als Betrug heraus. Der Mann war in Wirklichkeit ein Bandit, der selbst übers Ohr gehauen wurde, und nun einfach an sein Geld wollte. Witzigerweise wurde er, nachdem Wolverine sich um die vermeintlichen Entführer "gekümmert" hat, dann selbst von einem Predator umgebracht. Ab dem Zeitpunkt begann die Jagd auf Wolverine, die er nur knapp überlebt hat - dank eines Grizzlybären der zufällig in der Nähe war.

Sicherlich nicht der interessanteste Comic auf dem Planeten aber insgesamt doch eine solide und verdammt gut gezeichnete Geschichte. Es wird viel gemeuchelt, gehäutet und aufgehängt. Und geflucht. Außerdem: Faszinierend, wie der Predator tatsächlich so gut ins Marvel Universum reinpasst. Aber eigentlich ist es ziemlich einfach, ihn einzubauen. Schließlich gibt es zwar eine Herkunftsgeschichte der Yautja, jedoch da die Wesen keine menschliche Sprache sprechen sind sie in kein bestimmtes Universum eingebunden. Das heißt im Grunde, dass sie eigentlich von jedem Verlag vertreten werden können. Großartig. Wolverine und der Predator also. Passt meiner Meinung nach fast schon besser als Batman und Predator. 

Made by: Benjamin Percy, Ken Lashley, Greg Land, Jay Leisten, Andrea Di Vito

Dienstag, 22. August 2023

Comics Monthly#110

Buffy the Last Vampire Slayer#1

Hierbei handelt es sich nicht um irgendeine Fortsetzung der Fortsetzung der Serie. Die ursprüngliche Reihe, also die Fortsetzung der TV-Serie, endet mit Staffel 12. Irgendwann wurde das Ganze bei BOOM! Studios rebooted. Sprich: Wir hatten die ursprüngliche Situation, wie zu Beginn der Fernsehserie wieder. Und so weiter. Ich hatte keine Lust das zu lesen, weil ich zuvor mit Buffy abgeschlossen habe und erstmal keine Lust mehr hatte. "Buffy the Last Vampire Slayer" ist hingegen eine Art Blick in eine mögliche Zukunft der Reboot-Serie.


That's right, wir befinden uns in der Zukunft. Buffy und Spike sind immer noch zusammen. Und gleichzeitig sind sie Wächter für eine junge Jägerin namens Thessaly, die den Nachnamen Rosenberg trägt. Sie sieht auch aus wie Willow, also nehme ich an dass sie ihre Tochter ist. Jedenfalls arbeitet Thessaly bei einem Unternehmen am hiesigen Hafen in einer Kleinstadt, die ähnlich wie Sunnydale von Dämonen und Vampiren bevölkert ist. In einem Video versucht sie, mit Unterstützung von Buffy und Spike weitere Jägerinnen zu rekrutieren. Sie ist bi oder lesbisch und geht in dieser ersten Ausgabe auf ein Date mit einer Mitarbeiterin - während Anya, die tausend Jahre alte Dämonin in menschlicher Gestalt auf sie aufpasst, weil ihre eigentlichen Wächter gemeinsam in den Urlaub fahren. Buffy selbst erlebt sowas wie eine Midlife Crisis und weiß nicht so recht wo ihr Platz auf der Welt ist. Außerdem hat Cora, Thessalys Date einen aufsässigen Bruder der mit komischen Leuten rumhängt. Und irgendwie riecht Anya dass irgendwas mit ihr falsch ist. 

Also die Story ist gar nicht mal schlecht. Es ist typisch für Buffy-Verhältnisse. Selbst die Sache mit Midlife Crisis ist nicht neu und somit auch vertraut. Thessaly wirkt auf mich wie ein verlängerter Arm von Buffy bzw. ihre jüngere Inkarnation, die dieselben oder ähnlichen Probleme durchlaufen muss. Es ist nicht schlecht, wie gesagt. Angenehm zu lesen - jedoch alles andere als neu. Mein Problem liegt viel eher im Design. Es ist einfach grottenhässlich. Ich mag diese pseudo artsy fartsy skizzenhafte Art hier ganz und gar nicht. Während die Charaktere in der Originalserie noch den Schauspielern nachempfunden waren, sehen sie hier aus wie... schlechte Karikaturen. Leider isst das Auge mit und somit sehe ich mich nicht imstande dieser Serie eine größere Chance zu geben.

5/10 Pfandflaschen
Made by: Casey Gilly, Oriol Roig
Erhältlich bei BOOM! Studios

Godzilla: War for Humanity#1

Da ich diesem Monat bei "Comic Book Review" lauter Godzilla-Comics reviewt habe, dachte ich mir dass auch bei "Comics Monthly" eins nicht fehlen darf.

Dr. Yuko Honda ist Wissenschaftlerin und Kaiju-Expertin. Als Kind hat sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin Megumi bei einem Ausflug im Wald einen "Angriff" des Umwelt-Monsters Hedorah überlebt. Genauer gesagt hat der Kaiju sich an irgendwelchen Dämpfen eines Vulkans nähren wollen, sodass die beiden Mädchen vor Lava flüchten mussten. Sie überlebten dank Godzilla, der urplötzlich aufgetaucht ist und gegen Hedorah gekämpft hat. Nun ist sie erwachsen und macht zehn Mal im Jahr Vorträge darüber, dass Godzilla in Wirklichkeit keine Bedrohung sondern eine art natürlicher Schutz für die Menschheit ist. Bei ihrem neuesten Ted-Talk wird sie vom Tech-Bro Phazon Fullchech unterbrochen, der die Bildschirm-Übertragung hägt und dem Publikum etwas neues zeigt: Ein neuer Kaiju ist
aufgetaucht, greift andere Monster wie Gorosaurus an und scheint sie irgendwie zu paralysieren. Später stellt es sich heraus, dass Fullchech Teil einer Task Force ist, die gegen Kaiju kämpft. Sie involvieren Yuko in ihren Plan und weihen sie in die neuesten Infos über das Pilz/Pflanzen-Wesen "Zoospora" (wie sie es genannt haben) ein. Leider können sie beim Kampf nicht auf Unterstützung von Godzilla hoffen. Dieser befindet sich nämlich auf Monster Island und macht dort Monster Dinge. D.h. sich mit seinem Sohn Minilla beschäfteigen, zum Beispiel.

Kann mich nicht erinnern, jemals einen Godzilla-Comic gelesen zu haben der auf irgendeine Art und Weise die "Showa"-Filme-Staffel aufgreift. Ich mein mal, irgendwo Hedorah gesehen zu haben aber ansonsten nie und nimmer auch nur eine Erwähnung von Minilla. Beziehungsweise noch nie das uralte Godzilla-Design in einem Comic. Somit ist das für mich eine Premiere. Der Stil ist nicht gerade aggressiv oder so. Sicher es sind 2-3 Kämpfe zu sehen aber insgesamt erweckt der Comic den Eindruck irgendwie ein Kinderbuch zu sein. Nur dass es hier chibi-style ist sondern schon etwas "westliches". Die Bilder sind sehr detailliert. Man fokussiert sich darauf, möglichst viel in einem Panel zu zeigen, anstelle einfach nur "Zerstörung" zu liefern. Wegen der Story kann ich noch nicht so viel sagen, weil ich bis jetzt nur einen Rückblick und wenig von der "Gegenwart" gelesen habe. Insgesamt war das aber ein durchaus bemerkenswerter Ausflug in eine weitere Godzilla-Dimension.

Made by: Andrew Maclean, Jake Smith
9/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei IDW Publishing

You've Been Cancelled#3

Wir befinden uns in einer... hoffentlich noch weit entfernten Zukunft. Die Cancel Culture ist weiter gegangen als bisher. Mittlerweile ist "gecancelled" werden ein Todesurteil. Es gibt eine große Corporation namens "Cancelled" die allerlei Knochenbrecher dafür bezahlt unliebsame Leute loszuwerden. Also, es werden Menschen "gecancelled" die böses getan haben. Danach werden sie in Livestream umgebracht. Einer dieser vollstrecker ist ein Typ mit einem künstlichen Arm namens Roland Endo. In der dritten Ausgabe dieser vielversprechenden Reihe trifft er auf ein 12,5-jähriges Mädchen, dessen Bruder er umgebracht hat. Sie selbst hat "Cancelled" gehackt und hat seine eigenen Leute, also seine Arbeitgeber, auf Roland gehetzt. Warum sie das getan hat? Nun, ihr Bruder hat selbst einst bei "Cancelled" gearbeitet und hat herausgefunden, dass das ganze ein abekatertes Spiel ist. In Wirklichkeit werden Konkurrenten und andere Menschen, die der Corporation schaden könnten auf die "Liste" gesetzt und dann öffentlich gecancelled. Seine Bosse fühlten sich ertappt und haben ihn
ebenfalls "canceln" lassen. Nun muss Roland dafür grade stehen, weil 20 solcher Vollstrecker ihn dicht auf den Fersen sind. Es kommt zu einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen Mädchen, Mutter, Vollstrecker und äh seinen Kollegen oder so. "Cancelled" muss gecancelt werden!

Was für ein großartiger Stil! Hat was von Comedy Manga, nur in amerikanisiert. Gezeichnet wurde dieses großartige, simple Werk von Kevin Castaniero. Geschrieben von Curt Pires. Rausgekommen bei Mad Cave. Ich glaube dieser Verlag ist neben Image und Dark Horse der Hort für tatsächlich interessante, neue Comics. Es ist simpel, es ist gory, lustig (auch wenn es durchaus noch lustiger sein könnte) und auf jeden Fall unfassbar unterhaltsam. Ich hatte höllisch guten Spaß dabei!

7,5/10 Pfandflaschen
Made by: Kevin Castaniero, Curt Pires
Erhältlich bei: Mad Cave

Dienstag, 8. August 2023

Comic Book Review#590: Godzilla in Hell#1 (2015)

Das letzte Mal hatten wir einen Godzilla-Comic aus den 2020er Jahren, diesmal bewegen wir uns ein Jahrzehnt zurück und landen im Jahr 2015.

Godzilla ist scheinbar tot. Und er landet in der Hölle. Genau dieser Hölle von der immer gesprochen wurde. Mit mehreren Kreisen/Stufen in die man hineinfällt. So ist auch die Ankunft des japanischen Kaijus in der englischsprachigen Hölle (zu Beginn sieht man eine große Aufschrift "Abandon All Hope Ye Who Enter Here". Nachdem er sich etwas umgeguckt hat und die Aufschrift aus Stein mit seinem radioaktiven Feueratem zerstört hat, bewegt er sich weiter und findet sowas wie ein Haus mit einem
großen Schornstein - dass an ein Kühlturm eins AKWs erinnert. Daraus wird er von einem mystischen, oktopusartigen Wesen angegrifffen, dass er prompt besiegt. Später trifft er auf einen Schwarm Menschenseelen, dass über ihn fliegt wie eine Unmenge an Bienen. Die nächste Begegnung ist mehr als skurrill. Godzilla begegnet sich selbst bzw. einer Variante von sich. Es dauert nicht lange bis sein "Spiegelbild" sich in eine Art Alien/Godzilla-Mix verwandelt. Mit mehreren Zähnenreihen und Tentakeln. Es kommt zu einem Kampf, bei welchem ihr sicher sein könnt, dass Big G ihn gewinnen wird.

Und das interessanteste an diesem Comic ist: Er kommt ohne Dialoge aus. Die Hauptfigur ist einfach Godzilla und niemand sonst. Diesmal sind sein erster Gegner die Seelen all dieser Menschen die er durch seine Kämpfe/Angriffe umgebracht hat. Diese Inkarnation von sich auf die er trifft, scheint auch eine Art Fusion all dieser Seelen zu sein. Es ist faszinierend sich das anzugucken, weil man in seinem Kopf dann selbst der Erzähler ist. Gibt nämlich nicht mal irgendwelche gelben Kästchen/Hinweistafeln die auf das Geschehen hinweisen. Die Zeichnungen sind wahrhaftig majestätisch und geben eine surreale Hölle wieder, die einen einerseits an eine zerstörte Stadt andererseits aber an irgendeinen Alptraum nach einer Überdosis Acid erinnert. 

8,5/10 Pfandflaschen
Made by: James Stokoe, Bobby Curnow
Hier ein Motion Comic:


Mittwoch, 2. August 2023

Comic Book Review#589: Godzilla Rivals: Biollante vs. Destoroyah#1 (2023)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten Comic Book Review im Monat August. Ich werde mich diesmal dran versuchen einen Godzilla-Themenmonat zu machen. Das heißt also, dass ihr vier Reviews zu unterschiedlichen Godzilla-Comics zu lesen kriegt - hoffentlich aus verschiedenen Jahrzehnten.

Habe keinen blassen Schimmer in welcher Realität das spielt. Aber eventuell irgendwie in der Heisei-Staffel der Godzilla-Filme. Wir haben eine Wissenschaftlerin namens Meena als Titelheldin, die sich seit ihrer Kindheit für Godzilla interessiert und irgendwann ihr Hobby auch zum Beruf gemacht hat, als Teil einer Taskforce. Bis irgendwann eine ihrer Theorien verlacht wurde, sodass sie den Job aufgegeben

hat. Grade im Moment steht sie in der Schlange für ein neues trendiges Getränk, zusammen mit ihrer Arbeitskollegin. Dieses Getränk ist im Prinzip nichts anderes als Vitaminwasser, hergestellt von einer großen Firma. Die CEO dieser Firma hat eine merkwürdige Pflanze in ihrem Büro, die auf jeden Fall von dem Pflanze/Godzilla-Mischling Biollante stammen. Damit möchte sie die Samen verbreiten und Menschen zu äh Pflanzenzombies machen. Was auch schnellstens geschieht. Ein Hacker namens Needles dringt in Meenas Labor ein, weil er den Verdacht hat, dass ihr Arbeitgeber in einer Kaiju-Verschwörung steckt. Durch seine Hacker-Fähigkeiten und die Unterlagen die er gefunden hat, findet Meena heraus, dass sie unbewusst dem Unternehmen, das das Vitaminwasser herstellt geholfen hat die Biollante-Samen in den Getränken zu verteilen. Nun schnappt sie sich also Needles und gemeinsam wollen sie die Plage bekämpfen. Dafür brauchen sie die Urzeitkrebs-Variante von Destoroyah die dann wachsen und dann gemeinschaftlich gegen Biollante kämpfen soll.

Es ist interessant, wie das Design mit der eigentlichen Handlung kollidiert. Irgendwie wirkt es auf mich sehr kinderfreundlich, wie aus einem Manga für sechsjährige a lá Dr. Slump. Na gut, vielleicht nicht ganz so. Vielleicht eher wie ein auf Manga angelehnten US-Comic. Es ist bunt, absolut nicht düster. Irgendwie wie eine Art TMNT-Comic. Jedenfalls finde ich diese Art sehr gut als sowas wie ein Gegenpol zu den G-Comics aus den 90ern, die ich kenne. Godzilla im modernen Zeitalter mit Smartphones, Unternehmen die sowas wie VitaVate produzieren... Nicht schlecht.

Made by: Nick Marino, Sean Dove
7/10 Pfandflaschen
Erhätlich bei IDW Publishing

Dienstag, 18. Juli 2023

Comic Book Review#587: Star Trek: The Motion Picture - Echoes#1 (2023)

Wir befinden uns zur Zeit der ersten Star Trek Serie oder irgendwie kurz danach, jedenfalls definitiv vor den Ereignissen im ersten Star Trek Film. Ein uns unbekanntes Raumschiff erleidet eine Art Weltraumschiffbruch und wird von der Enterprise mit einem Traktorstrahl geborgen. Die einzige Passagierin ist eine erfahrene Kämpferin, die prompt die Ärzte der Enterprise als Feinde ansieht und sich einen Kampf mit ihnen liefert, bis sie von Mr. Spock gestoppt wird. Kurze Zeit später taucht Chekov auf und versucht sie mit seine Waffe dazu zu bewegen Spock aus ihrem Würgegriff loszulassen - dieser hatte gegen sie leider keine Chance. Sie erkennt Chekov allerdings als jemand anderen und nennt ihn "Akris". Es stellt sich heraus, dass die Kämpferin niemand geringeres ist als.... Crew-Mitglied Nyota Pendra Uhura, bloß aus einem anderen Universum. Das Gegenbild von Chekov ist in ihrem Universum ein gefürchteter Kriegsverbrecher namens Akris. Nach und nach erzählt sie alles und dank Mr. Scott lässt sich eine Art Spur zum Schiff von Akris finden, der ebenfalls in das Universum unserer Helden gelangt ist. Die "andere" Uhura hofft nun darauf dass die Enterprise Crew ihr helfen wird, den Verbrecher zu finden. Sie sind tatsächlich irgendwann dabei, sein Schiff zu verfolgen - als es allerdings darum geht, es zu zerstören kriegt Captain Kirk Skrupel. Kann er irgendeinem Doppelgänger seines vertrauten Crewmitglieds aus einem anderem Universum einfach so vertrauen?


Ich mag das hier total. Ein typischer Star Trek Comic in welchem Action in geringem Maße zu sehen ist, dafür aber viel Storytelling. Wie ihr es schon zig mal gehört habt, bin ich ein Fan von alternativen Universen und so nem Kram. Vor allem mag ich es, wenn hiesige Versionen, also "offizielle" Charaktere auf ihre Counterparts aus anderen Universen treffen. Es mag sein, dass es irgendwie Kitsch ist oder ein Klischee aber mir gefällt es, wie vertraut es ist. Natürlich ist der andere Chekov ein übler Bösewicht, natürlich wird sich die andere Uhura mit den guten von der Enterprise Crew verbünden wollen und natürlich werden sie ihr mißtrauen. Es ist so vorhersehbar, aber gleichzeitig so vertraut und nicht überladen mit unnötiger Action - eine natürliche Entwicklung einer ganz normalen Story. Dazu kommt noch, dass mir der (beinahe) photorealistische Zeichenstil gut gefällt. Coole Scheiße.

8/10 Pfandflaschen
Made by: Oleg Chudakov, Marc Guggenheim

Mittwoch, 3. Mai 2023

Comic Book Review#576: Teenage Mutant Ninja Turtles: The Last Ronin#1-5 (2022)

Diese wunderschöne Leihgabe von Pinky wurde von den TMNT-Schöpfern Kevin Eastman und Peter Laird als auch von Tom Waltz geschrieben. Eastman hat selbst einen kleinen Teil gezeichnet, wobei für den Großteil Esau und Isaac Escorza als auch Ben Bishop verantwortlich waren. 

Wir befinden uns irgendwann in einer weit entfernten Zukunft. New York City umgibt eine unumwindbare riesige Mauer. Die Stadt wurde in einen totalitären Stadtstaat umgewandelt, dass von Oroku Hiroto mit eiserner Hand regiert wird. Dabei handelt es sich um den Sohn von Oroku Karai und gleichzeitig den Enkel von Oroku Saki (aka Shredder). Ein Ninja-Turtle wagt es, sich heimlich in die Stadt einzuschleichen, um einen Tötungsversuch an Hiroto zu unternehmen. Dieser sitzt sicher in einer Art Festung/Wolkenkratzer über den Köpfen der armen Bevölkerung. Die mutierte Schildkröte ist dabei die letzte ihrer Art. Wir wissen zuerst nicht um welchen der vier Ninja Turtles es sich handelt, da keine Namen bekanntgegeben werden. Allerdings wird er von Geistern seiner drei Brüder begleitet. Sie sind stets dabei als Stimmen in seinem Kopf und eine Art posttraumatische Halluzination. Sie leben nämlich
nicht mehr und dienen als eine Art Gewissen des Protagonisten. Wir erfahren erst im Laufe der Zeit um welche Schildkröte es sich handelt. Nachdem seine erste Attentat auf Hiroto misslungen war, landet er auf den Boden der Tatsachen, in der Kanalisation und ist schwer verletzt. Aufgefunden wird er von Casey Marie Jones, der Tochter von April O'Neill und Casey Jones. Es stellt sich heraus, dass vor Ewigkeiten eine große Explosion April Arm und Bein weggenommen hat und irgendwann sich ein totalitäres Regime in New York bildete. Sie war damals schwanger und irgendwann wurde sie zu einem führenden Kopf einer Untergrundarmee. Im Laufe der Geschichte wird auch offenbart wieso die Protagonisten unbedingt an Hiroto solch blutige Rache üben wollen. Er ist nämlich für den Tod von Master Splinter und Donatello verantwortlich - in einer Zeit als man eigentlich mit dem Foot-Clan, dessen Anführer er ist, Frieden schließen wollte. 

"The Last Ronin" ist eine finstere Zukunftsaussicht, die durchaus oft schon schon vorkam. Dass ein Turtle, der zudem immer als "der witzige" galt plötzlich mit einem Haufen von Traumata, psychisch wie physisch ausgestattet und reifer denn je sich in einen tödlichen Kampf stürzt - das hätte ich nicht gedacht. Dabei werden die jünsten Ereignisse - in der Vergangenheit und in Zukunft - im Stil von den Escorzas gezeichnet, während die Erinnerungen von Kevin Eastman stammen. Dieser greift auf seinen, typischen, klobigen Stil zurück. Der Comic ist eine Ode an Verzweiflung, Trauer und Wut. Und gleichzeitig ein möglicher Ausblick auf die Zukunft der TMNT. Soweit ich weiß, entsteht schon bald ein weiterer Comic der in der selben Zukunft spielt und in welchem es um die nächste Generation der Turtles gehen soll. Meiner Meinung nach, wäre dieser Comic allgemein betrachtet kanonisch, wäre er ein gelungener Abschluß einer ganzen Ära. Es ist blutig, gewaltvoll, voll mit Explosionen und Action und gleichzeitig so unfassbar traurig. Es ist fantastisch.

8,75/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 23. November 2022

Comics Monthly#102

DC: Mech#4

Eigentlich wollte ich nur einen DC-Comic in dieser Ausgabe haben, aber jetzt sind es halt zwei. Oh, well. Nun, bei "DC Mech" handelt es sich um eine sechsteilige Miniserie, die in einem Alternativ-Universum spielt. Sowas kann ich einfach nicht missen.

Wir befinden uns in einer Welt, in der vor Jahren mehrere Alien-Invasionen stattfanden. Die Menschen haben die Invasoren bekämpften und nutzten ihre Waffen gegen sie. So haben die Helden der Justice Society of America zwar nur zum Teil überlebt, allerdings haben sie Platz gemacht für eine neue Ära. Daraufhin hat man nämlich angefangen die Alien-Technologie zu nutzen und zu reproduzieren. Sprich, man hat riesige Kampfroboter gebaut, sogenannte Mechas. Die aktuelle Heldengruppe, bestehend aus Batman Bruce Wayne, den beiden Green Lanterns Hal Jordan und John Stewart, Wonder Woman als
auch Flash Barry Allen (der ein Neffe von ursprünglichen Barry Allen ist) setzt diese Mechas ein um eine neue Invasion abzuwehren. Darkseid, der Herr des Planeten Apokolips möchte die Erde als auch andere Planeten sich untertan machen und alle Menschen in sogenannte Paradämonen verwandeln - dabei handelt es sich seine Handlanger die alles und jeden zerstören. Es gibt einen neuen Player im Game. Der junge Mann Kal-El, der 20 Jahre in einer Weltraumkapsel verbracht hat, weil er auf dem Weg von seinem Heimatplaneten Krypton zur Erde war. Er landete auf der Farm von Martha und Jonathan Kent, die nun sowas wie Eltern für ihn sind. Sie betrachten ihren Ziehsohn als eine Art Freund/Sohn/Engel, allerdings hat sich in der us-amerikanischen Gesellschaft eine Gegenbewegung etabliert, die einen radikalen Kurs gegen Aliens fährt. Kal-El gerät in ihr Visier.

Nun, man sagt zwar dass nicht alles Gold ist, was glänzt aber ich würde sagen dass das hier schon ziemlich gut ist. Jedenfalls habe ich mir überlegt an welchem Punkt es einfach reicht. Wann sind die alternativen Universen irgendwann genug, wann wirds langweilig? Und dann habe ich mir die Frage beantwortet mit: "Helden in Mechas sind super cool. Halt's maul." Das fürs erste. Fürs zweite: die kurzen Origin-Stories von Bruce Wayne und Flash sind zwar interessant, aber ehrlich gesagt nicht viel anders als ihre Originale. Also, insgesamt eigentlich alles beim alten. Nur im neuen Gewand. Es ist okay.

Made by: Kenny Porter, Baldemar Rivas
Erhältlich bei DC Comics
7/10 Pfandflaschen


I Am Batman#15

Soweit ich das verstehe, findet dieser Comic in der aktuellen Storyline von "Batman", allerdings zeitlich etwas versetzt, jedoch nicht in weiter Zukunft. Jace Fox, der andere Sohn von Lucius Fox, ist ein neuer Batman. Allerdings residiert er in New York und nicht in Gotham. Zu Beginn der Ausgabe wird er direkt von einer Polizistin beschuldigt, dass er ihren Partner umgebracht hat. Tatsächlich liegt vor seinen Füßen die Leiche und die Situation scheint alles andere als entspannt zu sein. Die Konversation zwischen ihr und Batman läuft allerdings sehr merkwürdig ab. Sie beschuldigt ihm an dem Tod ihres Partners, wirkt aber nicht grade betroffen davon. Außerdem legt sie dem Helden nahe, dass er sich umbringen soll und dass er dafür ihre Waffe benutzen darf. Plötzlich wacht Batman aus einer Art Trance auf. Der tote Polizist Whitaker ist nicht tot und irgendwas oder irgendwer versucht seine Gedanken zu manipulieren. Es taucht eine weitere Person auf, die längst tot ist und ihn beschuldigt an ihrem Tod schuldig zu sein. Enrique, wie der Tote heißt, stellt sich in Wirklichkeit als die Yellow Lantern Sinestro. Das Gefühl was dessen Power Ring antreibt, ist Furcht. Er versucht nun, Batman mit eigenen Ängsten dazu zu bewegen, sich umzubringen. 


Jace Fox, ist definitiv eine eigene Art von Batman. Er Flucht, verteilt heftige Schläge ins Gesicht und ist offensichtlich auf Ärger aus. Beziehungsweise, vllt. wendet er etwas mehr Gewalt an als Bruce Wayne. Diese Ausgabe hier zeichnet scheinbar einen Wendepunkt in seinem Verhalten. Irgendwie findet wohl eine Art Krieg statt, in welchen mehrere Supervillains die Justice League angreifen. Batman kocht allerdings sein eigenes Süppchen, beschließt allerdings am Ende sich den anderen Helden anzuschließen. Im Endeffekt also eine ähnliche Geschichte wie bei Bruce Wayne. Einzelgänger-Held, der mit den anderen nichts am Hut hat und sich dann doch um entscheidet. Die Zeichnungen von Karl Mostert sind cool, wenn auch nicht grade bahnbrechend. Die Story John Ridley grundsätzlich solide, wenn auch vorhersehbar. Insgesamt eine coole Kehrtwende von üblichen Batman-Stories, auch wenn es naheliegend ist, dass sie in eine ähnliche Richtung einschlagen wird. Trotzdem cool.

7/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei DC

Teenage Mutant Ninja Turtles - The Armageddon Game: The Alliance#1

Seufz. Ich habe zuhause eine ganze Reihe von TMNT-Comics vom Verlag IDW. Allerdings wurden sie irgendwan wohl nicht mehr in Deutschland rausgebracht und ich hörte auf zu sammeln. Ich weiß nicht, ob dieses Event hier in derselben Kontinuität wie die damaligen Comics spielt oder nicht. Jedenfalls:

Hier geht es zuallererst um Oroku Karai, die Enkelin von Oroku Saki den Original Shredder. Vor kurzem gab es einen Angriff auf New York City, ausgeführt vom sogenannten Rat King. Die Stadt wurde ins Chaos gestürzt und es kam zu einer ungewöhnlichen Allianz-Bildung: Die Turtles verbanden sich mit Karai und den Shredder um gegen Rat King zu kämpfen. Nun träumt Karai davon dass ihr Opa sie angreift, weil sie ihn enttäuscht hat und nun mit dem Tode bestraft werden muss. Im selben Traum besucht sie auch ein Geist eines alten Ninja-Meisters der ihren Großvater früher trainiert hat. Nach dem Aufwachen sieht sie in den Nachrichten, dass die Turtles den Bürgermeister Baxter Stockman (der in
den Original Comic und Serien, einfach ein verrückter Wissenschaftler war) angegriffen haben. Sie ist felsenfest überzeugt, dass es sich um Nachahmer und nciht um die echten Turtles handelt. Sie geht auf "Patrouille" und trifft tatsächlich auf die vier großen Schildkröten, die jedoch komplett anders gekleidet sind als sonst. Es kommt zu einem Kampf, bei welchem sie noch mehr überzeugt ist, dass da jemand mit falschen Karten spielt. Zurück in ihrer "Basis" angekommen, ordert sie eine Gehilfin an, die beiden Mutanten Bebop und Rocksteady zu ihr kommen zu lassen. Sie befiehlt ihnen anschließend, Casey Jones zu finden - den maskierten Schläger und Kumpel der Turtles.

Ich habe absolut keine Ahnung wohin es hier geht. Irgendwie ist diese Ausgabe eine Art Tie-In in einer größeren Saga. Also eine Story die eine Art Lückenfüller ist. Ich finde sowas immer unmöglich, weil ich wie schon so oft gesagt hier, der Meinung bin dass man Comics einfach so in die Hand nehmen sollte. Ohne zu wissen worum es vorher ging. Klar, es gibt ne kurze Erklärung zum vorherigen Geschehen, aber irgendwie verwirrt mich das. Also nicht alles. Viel eher die Tatsache, dass die TMNT komplett andere Kostüme tragen und sich so komisch verhalten. Das ganze Setting ist so pseudo mysteriös als würde man einfach mehr Inhalt "mit Sinn" (also diese ganze Traumsequenz) reinquetschen, damit es hier nicht nur um einen Action Comic handelt. Überhaupt fühlt es sich an, als würde die Story nach einer bestimmten Formel funktionieren. Es muss einfach mittendrin einen Kampf geben. Schade eigentlich. Ich glaube, das gefällt mir nicht so ganz.

6/10 Pfandflaschen
Made by:
Erik Burnham, Roi Mercado
Erhältlich bei IDW Publishing

Mittwoch, 28. September 2022

Comics Monthly#100

Hallo und herzlich willkommen zur HUNDERTSTEN AUSGABE VON COMICS MONTHLY. Ich habe mir nichts spezielles überlegt und habe ehrlich gesagt einfach nur gedacht, dass ich ein paar Ausgaben mehr beisteuern werde. Mal gucken ob das tatsächlich dann der Fall ist. 

Castle Full Of Blackbirds#1

Dieser Comic ist Teil des Hellboy-Universums bei Dark Horse Comics. Leider bin ich so absolut nicht im Bilde was das betrifft, außer einzelne Charaktere. 


Die Protagonistin ist Sara May Blackburn, eine Jugendliche die irgendwie mit Hellboy befreundet ist. In einem vorangegangenem Story Arc ist sie aus seiner Obhut abgehauen und befindet sich nun per Anhalter auf dem Weg nach New York um einer Schule für Hexen beizutreten. Zunächst kommt sie an einem vollkommen verwahrlosten und geschlossenen Gebäude an, nur um zwei Minuten später eine Frau anzutreffen die ihre einen Apfel schenkt. Dadurch löst sich irgendein magischer Mechanismus und die Schule ist plötzlich ganz, Hogwarts like, offen. Dadrin findet sie ein ganzes Mini-Internat voller Hexen-Anwärterinnen vor, mit welchen sie sich anfreundet. Es stellt sich heraus, dass Sara eine Gabe hat. Sie kann (manchmal) die Zukunft voraussehen. Die ganze Zeit wird sie von einer Frau beobachtet, die sie auf den Hexenpfad gebracht hat, Miss Brook. Am Ende der Ausgabe steht ihr eine Shapeshifting-Probe bevor, die sie besteht. Sie verwandelt sich in eine Krähe.

Meines Erachtens ein ganz guter Anfang für eine (Mini-)Serie. Allerdings ist die ganze Hexenthematik, bis auf Harry Potter usw., eigentlich nie bei mir wirklich hängengeblieben. Die ganze Idee ist cool, die Umsetzung graphisch sowieso. Aber der Comic reißt mich nicht wirklich mit. Trotzdem: Alles andere als Scheiße.

6/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei Dark Horse Comics
Made by: Mike Mignola, Angela Slatter, Valeria Burzo

Crashing#1

Wir befinden uns in einem Krankenhaus in irgendeiner Stadt. Rose ist eine Ärztin die in der Notaufnahme seit sieben Jahren arbeiten. Es werden zwei Männer eingeliefert die schwer verletzt zu sein scheinen. Einer von ihnen verliert immer wieder das Bewusstsein. Als Rose versucht sein Augenlid zu öffnen, schießt ein langer Laserstrahl daraus. Es stellt sich heraus, dass er und der andere zwei Superhelden sind die im Kampf verwundet wurden. Sie schafft es die beiden am Leben zu halten und ihre ellenlange Schicht mit insgesamt fünf Kaffee zu überstehen. Daraufhin bietet ihre eie Kollegin Aufputschmittel an. Ihre Chefin macht sie zur Sau, weil sie die beiden Superhelden überhaupt behandelt hat. Es besteht nämlich ein Gesetz zum Verhalten gegenüber "powered" People. Sie werden, aus Sicherheitsgründen nicht in gewöhnlichen Krankenhäusern behandelt. Zuhause angekommen, stellt der Comic dem Leser Roses Ehemann Don vor. Dieser kandidiert für den Kongress und versucht seine Karriere mit Anti-"Powered"-Politik aufzubauen. Sein Grundanliegen ist Menschen mit Superkräften registrieren zu lassen, damit die Öffentlichkeit geschützt ist. Rose verschweigt ihm, dass sie eine ehemalig süchtige Person ist, die schon früh mit Alkohol und Drogen in Berührung kam. 


Ich habe absichtlich versucht nicht zu spoilern, damit die Spannung hier nicht raus. Man sagt ja desöfteren dass Ärzte und Ärztinnen und Krankenpfleger im Prinzip dasselbe wie Superhelden sind. Sie retten leben, dies das. Natürlich ist das eine etwas romantisierte Übertreibung. Aber Helden sind sie schon. Jedenfalls ist dieser Comic hier eine ziemlich realistische Fortführung dieses Gedankens. Er besteht nämlich nicht bloß aus schönen Bildern wo sich auf die Schultern geklopft wird sondern eben auch aus dieser Hässlichkeit der Krankenhaus-Welt, die auch zeigt dass diese Einrichtungen Unternehmen sind. Der ganze Stress im Alltag dieser Menschen wird hier ganz kurz zusammengefasst. Der Adrenalinausstoß, die kurzen Schlafphasen etc. etc. Natürlich kommt noch diese unrealistische Sache mit den Superhelden dazu, aber das macht den Comic nicht schlechter. Dazu grandiose Farben und astreine, beinahe realistische Gestaltung der Gesichter. Gefällt.

8,5/10 Pfandflaschen
Made by: Matthew Klein, Morgan Beem
Erhältlich bei IDW Publishing

Poison Ivy#4

Wie so oft habe ich keine Ahnung was in den Ausgaben vorher passiert ist.

Dr. Pamela Ivy, aka Poison Ivy, die Ökoterroristin oder aber auch eine der Gegenspielerinnen von Batman die ein Herz für Pflanzen hat ist irgendwie krank. Eine Art Pflanzenkrankheit hat sie befallen und sie hat hin und wieder Halluzinationen. Aus welchem Grund auch immer hat sie sich für einen Job bei einer Amazon-Filiale beworben. Der Vorgesetzte ist ein absolut ekliger Typ, der sie anweist, falls sie
muss, in eine Flasche zu pissen. Nun steht sie also am Laufband und klebt Pakete zu. Dabei verbreitet sie ihre Sporen, die schon bald tausende Menschen im Land befallen werden. Leider wird sie schnell Zeuge wie ihr Boss eine echt nette Mitarbeiterin namens Jesslyn belästigt. Also macht Ivy kurzen Prozess, greift ihn in seinem Büro an, fordert ihn mittels fürchterlicher Angst-Halluzinationen dazu auf allen Mitarbeitern positive Bewertungen zu geben und die Belästigungen zu unterlassen. Er stirbt zehn Minuten später, allerdings nicht vorher zu betonen wie schwierig es ist ein Chef zu sein. Dass er versucht hat, alle dazu zu bringen ihn zu mögen, sie ihn aber gehasst haben und er nun sie auch alle hasst usw. Jesslyn ist sehr dankbar, also haben Ivy und sie Sex. Kurze Zeit danach werden sie von einem Pflanzen-Monstrum angegriffen, dass Ivys ehemaliger Chef, Green Man (lol) los geschickt hat. Sie fordert Jesslyn auf, zu gehen, da alle in Gefahr sind die sich in Ivys Nähe aufhalten.

Zuerst dachte ich mir, dass das hier nichts wird. Die Zeichnungen wirkten am Anfang irgendwie merkwürdig auf mich. Doch später wurde es richtig abgefahren und psychedelisch. Die Handlung ist sehr dynamisch. Ivy lässt einfach die Menschen das tun was sie will, weil sie über Pheromone verfügt, die Menschen verrückt machen. Darum diese kurzfristigen Handlungen. Ein sehr merkwürdiger Comic. Aber er funktioniert. Hätte nicht gedacht, dass Ivy als Hauptcharakter was taugt, aber ich wurde eines besseren belehrt.

8/10 Pfandflaschen
Made by: G. Willow Wilson, Warren Louw, Jessica Fong
Erhältlich bei DC

Stuff of Nightmares#1

Am Anfang haben wir einen Geschichtenerzähler: Der "Nightmare Keeper" zeigt uns sein Kabinett der Kuriositäten. In seinem Besitz befindet sich eine Hand aus der Zeit der Präsidentschaft Abraham Lincolns. So leitet er auch in die eigentliche Story ein. Jordan und Isaac Cameron sind zwei Brüder die aus wissenschaftlichen Gründen Körperteile sammeln. Mit Hilfe ihrer Freundin Stella kommen sie an neues Gedärm. Währenddessen an einem nahe gelegenem Strand: Shara und Diego haben ein Date, als plötzlich ohrenbetäubendes Geheule zu hören ist. Shara will dem nachkommen und folgt zusammen mit Diego der Spur. Sie landet in der kleinen Hütte die Jordan, Isaac und Stella bewohnen. Es stellt sich
heraus, dass die beiden Brüder Experimente betrieben und einen kleinen Menschen namens Frankie erschaffen haben. Sein Gehirn ist das eines bei einem Autounfall verstorbenen Jungen und das Herz stammt vom Schwein. Stella versucht die Situation zu entschärfen, nachdem die beiden Brüder zuerst Shara und Diego einsperren wollten weil sie aus Versehen ihr Geheimnis enthüllt haben: Frankie ist nämlich hinterm Vorhang hervorgekrochen. Sie bietet an Shara, die eine Journalistin ist, die Geschichte darüber schreiben zu lassen. Doch sie weißt nicht, dass sie bereits heimlich einen Livestream gestartet hat. Die ganze Situation eskaliert plötzlich und es wird alles andere als schön. 

Wow es ist glaub ich mindestens zwanzig Jahre her, dass ich irgendwas von R.L. Stine gelesen habe. Ich wusste nicht, dass er außer Horror-Kinderbüchern noch richtig übles Zeug drauf hat. Sehr skurril, leicht verstörend und einfach direkt auf den Punkt gebracht. Sprich, die Handlung braucht nicht lange um wirklich in Fahrt zu kommen. Es ist wie eine sehr skurrile Kurzgeschichte, nur diesmal nicht für Kinder gedacht.

9/10 Pfandflaschen
Made by: R.L. Stine, A.L. Kaplan
Erhältlich bei BOOM! Studios

There's Something Wrong With Patrick Todd#3

Patrick ist letztens von Zuhause und aus der Schule abgehauen. Seine Mutter ist psychisch krank und braucht Medikamente und Hilfe von Ärzten, die allerdings beide Geld kosten. Also nutzt er seine telepathischen Fähigkeiten um Menschen dazu zu bringen Banken auszurauben, ihn das Geld auszuhändigen und sich der Polizei zu ergeben. Er versteckt sich in schäbigen Motels und führt das Leben eines Außenseiters. Scheinbar ist in der vorherigen Ausgabe was fürchterliches passiert. Patrick ist für den Tod einer Frau verantwortlich, die gemeinsam mit ihrem Mitarbeiter, in einem solcher Hotels ihm sein gestohlenes Geld weggenommen hat. Ein Police Detective namens Brad wurde Tatort gerufen und versucht bei dem Hotelmitarbeiter rauszufinden wie Patrick aussieht. Zufälligerweise finden sie einen Flyer, scheinbar ausgedruckt von Patricks Mutter. In Wahrheit aber wurde der Flyer von Zeus
erstellt, einen geistig gestörten Psychokiller mit einer Art Helm auf dem Kopf, die Patrick daran hindert ihn zu manipulieren. Scheinbar haben "Leute wie Patrick" ihm etwas böses angetan, also hegt er einen Groll gegen ihm. Mit dem Flyer erregt er Patricks Aufmerksamkeit, trifft ihn in einem Park und jagt ihn anschließend durch die Siedlung in ein Haus.

Eine vollkommen irre Geschichte. Zuerst der Cop der aufgrund von vielen Mordfällen nicht schlafen kann und sich übergeben muss. Dann der Junge, der eigentlich nur seiner Mama helfen will. Und am Ende ein Mörder namens ZEUS der scheinbar alles Mögliche in Bewegung gesetzt hat um auf Patricks Spur zu kommen bzw. ihn zu sich zu locken. Was zum fick geschieht hier eigentlich? Das ist Stoff, der aus "Twilight Zone" oder "Black Mirror" hätte stammen können, also durchaus verfilmbar. Würde mich nicht wundern wenn irgendeine Streamingpflattform sich bald irgendwelche Rechte dafür sicher. Ich finds jedenfalls sehr interessant. Steht auf der Liste für nächstes Jahr, also ich glaube ich hole es mir als Trade Paperback.

9/10 Pfandflaschen
Made by: Ed Brisson, Gavin Guidry, Chris O'Halloran
Erhältlich bei Aftershock Comics

TRVE KVLT#2

Ah... What the hell? Das habe ich mir gedacht, als ich die Comics für die diesmonatige Ausgabe auswählen durfte. Letzten Monat habe ich TRVE KVLT#1 vorgestellt. Diesen Monat geht es halt weiter.

Am Ende der letzten Ausgabe wurde Alison, die Frau die in dem Fast-Food-Laden in dem Marty arbeitet, ein Vorstellungsgespräch hatte, zusammen mit ihm gekidnappt. Das Kidnapping wurde ausgeführt von einer Gruppe von Satanisten, die seit über zehn Jahren auf dem Parkplatz des Ladens ihre Flyer verteilen, die keine Sau interessiert. Scheinbar hat Marty, bei seinem klitzekleinem Raubzug, etwas von ihnen gestohlen. Und zwar ein Paket aus einem Postwagen. Nun haben sie Alison und ihm Papiertüten überm Kopf gezogen und transportieren sie in ein einem Van zu ihrem Headquarter. Dort angekommen werden sie dem Kopf des lokalen Chapters, eine kurz- und bunthaarigen Frau namens Veronica vorgestellt. Irgendwas klickt bei ihr und sie ist der Meinung, dass das Schicksal Marty zu ihr gebracht hat um irgendeinen Auftrag auszuführen. Währenddessen entdeckt Bernice, Martys Kollegin und Quasi-Vorgesetzte auf einer Kameraaufnahme dass er gekidnappt wurde. An seinem Auto entdeckt
sie auch seine Tatwaffe, mit der er die Läden ausgeraubt hat. Sie weiß noch nicht genau, ob und wie er irgendwas verbockt hat aber sie beschließt ihren Kumpel (und der Bewerberin auch lol) zu helfen. Also findet sie die Adresse der Satanisten heraus und eilt mit dem Auto dorthin.

Was für eine großartige Idee, um Tinte bzw. digitaltinte (äh) zu sparen. Wir haben hier einfach mehrere Seite, die aus der Sicht von Marty und Alison gezeigt werden, während sie mit Tüten über ihren Köpfen im Van sitzen. Alison nervt unfassbar und erzählt von ihrer Zeit auf der alten Arbeit während Marty versucht sich zu orientieren nur um am Ende komplett aufzugeben weil er sich wegen ihrem Gerede nicht konzentrieren kann. Interessanterweise passiert ihm was total komisches. Als er in den Van geschmissen wird, denkt er über das eine Mal nach als eine Frau mit einem kleinwüchsigen Mann in den Laden gekommen ist und diesen mit Burgern gefüttert hat. Wie einen Babyvogel. Man denkt in den unmöglichsten Situationen über die unmöglichsten Situationen nach. Faszinierend. Nach wie vor ein höllische interessanter Comic, auch wenn ich hier irgendwie mir nicht ganz sicher war in welche Richtung das hier abdriften wird. Aber das ist auch gut so.

Made by: Liana Kangas, Scott Bryan Wilson
Erhältlich bei IDW Publishing
8/10 Pfandflaschen

Donnerstag, 25. August 2022

Comics Monthly#99

DC vs. Vampires: All-Out War#2

Wir befinden uns in einer (weiteren) Parallelwelt (zumindest vermute ich dass das hier nicht kanonisch ist lol), in welcher irgendjemand die Sonne ausgemacht hat und nun Vampire die ganze Welt überrannt als auch mehrere Superhelden gebissen und angesteckt haben, darunter auch Wonder Woman. John Constantine führt eine Truppe von Superhelden und Schurken an bestehend unter anderem aus Deathstroke, Bane, Mary Marvel und Jean-Paul Valley aka Archangel. Sie haben jemanden unter sich, der vor kurzem noch Vampir gewesen ist, aber in eine Lazarus-Grube gefallen ist und es nun nicht mehr ist. Usprünglich wollten sie die Leiche von Bruce Wayne reinwerfen um Batman zurückzubekommen, aber der Typ kam irgendwie dazwischen. Jedenfalls gelangen sie über Tunnel zu einer geheimen Basis der Liga der Assassinen. Dort treffen sie auf Talia Al-Ghul, die Alfred Pennyworth als Butler hat. Sie weigert sich jedoch zu helfen, verrät aber dass es eine zweite Lazarus-Grube gibt. Die Gruppe zieht nach kurzer Zeit von dannen wird aber von Wonder Woman und ihren Vampir-Minions angegriffen. 

Was für ein langweiliger Scheiß. Es ist leider auch nichts mehr neues. Wir schaffen ein neues Parallel-Universum damit wir uns an keine Vorgaben halten müssen, dann machen wir irgendwas total verrücktes und edgy wie "die ganze Welt die Toilette runter spülen" oder eine Apokalypse oder so. Auch eine Kollaboration zwischen Helden und Schurken in schwierigen Zeiten ist nichts neues. Das hatten wir vor paar Jahren in "Forever Evil" und letztens auch in "Death Metal". Dass der Comic in schwarz/weiß (und rot) gehalten ist, macht ihm auch nicht mehr "cool". Ich weiß auch, dass altbewährtes ebenso gut hätte funktionieren können. Aber es ist einfach so vorhersehbar und langweilig. Ich habe mir gegen Ende ausgemalt, dass es jemanden geben muss, der die ganze Situation ausnutzt. Und natürlich taucht dann auch Lex Luthor auf, der sowas eben immer tut. Schade. Sehr schwach.

3/10 Pfandflaschen
Made by: Alex Paknadel, Matthew Rosenberg, Pasquale Qalano


Survival Street#1

Die erste Ausgabe von "Survival Street" spielt in den USA in der weit entfernten Zukunft des Jahres 2031. In den 6 Jahren davor hat sich die politische Landschaft weitgehend verändert. Ab einem Zukunft hat der Supreme Court großen Unternehmen dieselbe Rechte wie Bürgern gegeben, sodass diese nach und nach immer mehr Einfluss gewonnen haben. Im Endeffekt haben sie jeglichen Sektor den es zu privatisieren gab, privatisiert sodass am Ende das ganze Land aus verschiedenen Bezirken besteht in welchen die Gesetze von Korporationen diktiert werden. In dieser Welt sind auch Puppen a lá Muppets Teil der Gesellschaft. In einer Sendung namens "Salutation Street" (angelehnt an die Sesamstraße) haben einige von ihnen Kindern Ratschläge im alltäglichen Leben gegeben, das ABC beigebracht etc.
etc. Irgendwann kam jedoch die Einwanderungsbehörde, cancelte die Show und warf die Puppen raus. Nun sind sie zusammen mit dem einzigen menschlichen Darsteller der Show, Mr. Burton in einem Wohnwagen durch das ganze Land unterwegs um schwachen und bedürftigen Kindern zu helfen, die in diesem Turbokapitalismus gefangen sind. Birdie (ein Vogel lol) ist der Anführer. Hippy (ein Hippo lol), ist die friedliebende Hünin, Herbert aka Corporal Punishment (ex-Captain Fairness) der Waffennarr der Gruppe, Gurgle ist Eiskreme-süchtig, Tony the Troll (Anspielung auf Oskar the Grouch) ist der Recycling-Freak. In dieser Ausgabe begeben sie sich nach Florida wo sie eine Auktion stürmen. Dort sollen Waisenkinder an meistbietende verkauft werden, natürlich um später ihnen die Organe zu entnehmen - schließlich ist ein Großteil der Käufer alt und schwach. Die Operation verläuft zunächst still und im verborgenen, bis Gurgle das Eis entdeckt.

Großartig. Einfach nur großartig. Manch einer würde sagen, dass es viel zu finster ist - ich würde fast schon sagen, es ist ein bisschen sehr realistisch. Zehntausende von Steuern, Gebühren die man gleichzeitig innerhalb von mehrere Wochen abarbeiten kann - inklusive einmalige Mahlzeit am Tag im Käfig. Und das ausgelöst durch Privatisierung und geldgierige Kapitalisten. Nicht durch eine faschistoide Regierung. This is the future anarcho-capitalists want. Es scheint ein grotesk, aber es ist absolut passend dass ein paar Muppets hier versuchen die Welt besser zu machen. Schließlich stellen sie eine Art Relikt aus einer besseren, freundlicheren Vergangenheit dar. Es ist offensichtlich, dass sie hier die Gegenwehr darstellen. Großartiges, trashiges Design. Unfassbar lustig. Man möchte dabei sein und mitballern. 

Erhältlich bei Dark Horse Comics
9/10 Pfandflaschen
Made by: James Asmus, Jim Festante, Abylay Kussainov, Ellie Wright, Taylor Esposito

TRVE KVLT#1

Leider leider dreht sich dieser Comic nicht um eine Umsetzung von irgendeiner Geschichte aus dem norwegischen Black Metal. Aber immerhin ist hier ein Charakter der gerne Metal hört.

Marty Tarantella arbeitet seit fünfzehn Jahren bei "Burger Lord", einer kleinen Fast-Food-Kette dessen Franchise einem sadistischen Zwillingspaar gehört. Er lässt uns daran teilhaben wie er auf die Idee gekommen ist, damals sich um diesen Job zu bewerben, wie es ihm bei der Arbeit so geht und wie er vor ein paar Jahren eine Pistole auf dem Parkplatz gefunden hat. Seitdem hat er einen Plan für einen "Full Life Reset" geplant, den er exakt heute in seiner Mittagspause ausführt. Er raubt maskiert mehrere Läden aus, wobei die Beute jetzt nicht so groß ist, isst zu Mittag und geht wieder zur Arbeit. Wie so oft in verschiedenen Heist-Filmen zu sehen war, hält er sich allerdings nicht an den Plan und raubt einen
Postwagen aus. Das letzte Paket was sich dort befand gehört nun ihm. Er weiß leider noch nicht, dass er mit dem Diebstahl eine satanistische Sekte verärgert hat, die als einzige ihre Flyer auf dem Parkplatz verteilen darf im Gegensatz zu Leuten die ihre Haustiere suchen und Obdachlosen.

Die Story ist ein großartiges Zeugnis vom Schmetterlingseffekten. Ein Überfall auf mehrere erfolglose Läden in einem Einkaufszentrum, dass eigentlich nichts bringen würde setzt eine Ereigniskette in Gang die das Leben eines einfachen Fast-Food-Restaurant-Mitarbeiters wohl für immer verändern wird. Jetzt hat er Satan verärgert, der Comic endet mit einem Cliffhanger. Nun, hier ist noch nichts von all dem zu sehen was die Beschreibung verspricht. Dafür haben wir einen Blick auf das Leben eines Protagonisten, der ein jeder von uns sein könnte. Schlecht bezahlter Job, der einzige seit 15 Jahren, der Wille nach Veränderung etc. etc. Im Grunde genommen ein ziemlich cooler Crime/Drama/Comedy-Comic der höchstwahrscheinlich bald in eine Netflix-Serie vewurstet wird.

8/10 Pfandflaschen
Made by: Scott Brian Wilson, Liana Kangas
Erhältlich bei IDW 

Mittwoch, 25. August 2021

Comic Book Review#499: Rick Vietch's The One#1 (2018)

Oooooookay.

Also, zuallererst geht es um einen Typen namens Itch. In den 80er Jahren, zur Zeit des Kalten Krieges war er eine Art Industriemagnat, welcher der US Navy Schiffe verkauft und gebaut hat. Diesmal hat er allerdings eine Art internes Programm installiert, welches die Schiffe wie von alleine fahren und feuern lässt. Beide Marinen, die der Sowjetunion und der USA treffen sich nun erzwungenermaßen auf hoher See. Die US-Flotte wird jede Sekunde auf die Schiffe der Sowjetunion feuern, ohne auch nur selbst einen Schalter betätigt zu haben. Beide Seiten fürchten einen Krieg. Itch hingegen ist der Meinung dass die allgemeine Angst vor einem Atomkrieg ihn reich machen wird. Er hat strategisch investiert, sodass die Panikmache die Menschen zu irrationalen Käufen (sei es jetzt im Markt oder auf der Börse) führen
wird. Da wären aber noch ein paar andere Leute: Eine Gruppe vonn Künstlern/Hippies, die in einer WG wohnen. Eine von ihnen, Egypt, hat einen Sohn namens Larry. Kurz nach den erschreckenden Bildern im Fernsehen, den Nachrichten über den anstehenden Krieg kommt es zu einer Atomexplosion. Oder es scheint zumindest eine zu sein. Tatsächlich aber ist es ein riesiger Lichtblitz. Larry als auch zwei weitere Bewohner der WG fallen in einer Art Trance. Anschließend verschwindet ihr Puls und sie liegen nur noch auf dem Boden. Jay-Hole, ein weitere Mitbewohner und Egypt sind von dem Effekt nicht betroffen. Jay-Hole sieht sich nun offiziell als den letzten Mann auf der Erde und macht sich mit Egypt auf und davon um einen Wolkenkratzer zu erklimmen. Dumm nur, dass kurze Zeit später ein Sowjet-Silo angeflogen kommt. In letzter Sekunde wird dieser von einem plötzlich aufgetauchten Superhelden gestoppt, der in Egypt seine Mutter erkennt. Letztgenannte fällt in Ohnmacht. Kurz darauf taucht ein merkwürdig aussehender Typ auf, der Jay-Hole über alles aufklärt. Es scheint so, als ob "The Big Sleep" eingetreten ist. Alle Menschen befinden sich in einem künstlichen Koma.

Was zum fick ist da grade passiert? Nun, es scheint so als ob alle Charaktere hier an einem Strang ziehen. Ob US-Präsident oder Sowjet-Generalsekretär, alle erzählen sie in einer Art Rückblende was denn so aus ihrer Sicht passiert ist. Es ist ein faszinierendes, jedoch zumindest in der ersten Ausgabe ein sehr unddurchdringbares Konzept. Es ist einfach großartig anzusehen, allerdings bereitet es mir etwas Kopfschmerzen das zu verstehen. Macht aber gleichzeitig lust auf mehr. Das ist nämlich die erste Ausgabe von sechs. Rick Vietch ist nicht nur für die Geschichte sondern auch für die Zeichnungen verantwortlich. Diese erinnern mich, zumindest von der Struktur der Gesichter her, an die Verfilmung von "Heavy Metal". Außerdem: Coole Move, das Cover wie eine Packung "Tide" aussehen zu lassen. 

8,5/10 Pfandflaschen

Montag, 29. März 2021

Comic Book Review#482: Teenage Mutant Ninja Turtles#1 (1984)

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von „Comic Boom Review“. Ich habe mir vor einigen Monaten ein Sammelband von „Teenage Mutant Ninja Turtles“ gegönnt was sowohl die One-Shots über Michaelangelo und Raphael als auch die Ausgaben 1-7 der Originalserie von Kevin Eastman und Peter Laird beinhaltet. Rausgebracht bei Mirage Comics zwischen 1984-1986. 

Die allererste Ausgabe hat es in sich: Zuerst kriegen wir mit wie Raphael, Leonardo, Donatello und Michaelangelo irgendwie Goons verkloppen. Danach geht es zurück in den untergründigen Unterschlupf in der Kanalisation. Dort begrüßt Splinter, eine riesige mutierte Ratte und gleichzeitig Sensei/Vater der vier Schildkröten und erzählt ihnen zum allerersten Mal ihre Origin Story. Einst war Splinter eine gewöhnliche Ratte die ihrem Meister Hamato Yoshi bei seinen Ninjitsu Übungen zugesehen hat. Yoshi war der beste Schattenkrieger seines Clans, der sich „Foot“ nannte. Doch wie so oft, hatte er einen Widersacher. Oroku Nagi war in Yoshis Geliebte verknallt und eifersüchtig. Eines Abends verprügelte er Tang Shen so brutal dass Yoshi beschloss Rache zu nehmen und ihn tötete. Anschließend ging er zusammen mit  Tang Shen und Splinter ins Exil, nach New York. Jahre später beschloss Oroku Saki, Nagis Bruder Rache zu nehmen. Dazu kam noch, dass er einen US-Zweig des Foot Clans aufbauen wollte. Er spürte die beiden auf und brachte sie um. Splinters Käfig wurde dabei beschädigt, sodass er als freies Tier die Straßen entlang lief. Eines Tages  wurde er Zeuge eines kuriosen Vorfalls.

Ein Truck war grade dabei einen blinden Mann zu überfahren, jedoch sprang ein junger Typ zur Hilfe. Er wurde jedoch am Kopf von einem mysteriösen Behälter getroffen der die Straße entlang hopste und anschließend ein Glas mit vier Schildkröten traf, welches ein kleiner Junge in den Händen hielt. Das Glas fiel in einen offenen Gullideckel. Splinter flitzte hinterher und sammelte die Schildkröten in einen alten Kaffebehalter auf. Es verging grade mal ein Tag, und die Tiere veränderten sich. Die Schildkröten lernten schnell auf zwei Beinen zu laufen und zu sprechen. Splinter wurde ihr Ziehvater. Er brachte ihnen das Ninjitsu bei, so wie er es von seinem Meister gelernt hat und benannte die vier nach Künstlern der Renaissance. Jetzt kriegen die Brüder eine neue Aufgabe von ihrem Meister: Da Oroku Sagi eine große Firma/Racket in New York betreibt und immer noch nicht für den Tod von Hamato Yoshi gebüßt, müssen die Turtles den Meister ihres Meisters rächen. Nur ist Oroku Saki inzwischen als Shredder bekannt und er ist ein weitaus gefährlicherer Gegner als bisher.

Es sind keine 20 Seiten, keine 30 sondern ganze 42. Dem kreativen Geist von Kevin Eastman und Peter Laird waren keine Grenzen gesetzt, da sie keinen großen Verlag in ihren Nacken hatten, der ihnen irgendwelche Vorgabe aufbrummen konnte. Die Story ist ziemlich lang und detailliert. Im Gegensatz zu den Zeichentrickserien oder den Filmen sind die Comics wesentlich brutaler gewesen. So haben die Turtles zwar irgendwie ihre schillernden unterschiedlichen Charaktere, jedoch zögern sie nicht ihre Gegner brutal zu verletzen. Oder zu töten. Mir gefällt der gleichzeitig grimmige, comichafte und detaillierte Zeichenstil. Als auch die Tatsache mit welcher Ernsthaftigkeit diese Story erzählt wird. Die Ausgaben 2-7 waren zwar auch etwas düster, aber da gabs wesentlich mehr Lacher als hier. Die hatten es übrigens auch mehr als nur "in sich". Ich kanns auf jeden Fall all den "neuen" Turtle-Fans empfehlen als auch generell Fans von vollkommen absurden Ideen und lauter Sci-Fi- und Comic-Anspielungen. Wer Fan von Daredevil ist, der wird nämlich schnell erkennen wer denn der junge Mann sein soll, der den Blinden rettet. 

Ich verneige mich.

9/10 Pfandflaschen

Erhältlich bei IDW Publishing




Samstag, 29. August 2020

Comics Monthly#77

Hallo und herzlich willkommen zur mittlerweile 77ten Ausgabe von "Comics Monthly". Da 1977 das Punkrockjahr war, starten wir mit einem Punkrock-Comic.

Last Song#3

Wow. Das habe ich absolut nicht erwartet. Habe den Comic ausgesucht, weil mir das Cover gefiel. Außerdem wusste ich, dass er von Black Mask Studios ist, dem Verlag wo auch unter anderem Brett Gurewitz von Bad Religion tätig ist.

"Last Song" erzählt die Geschichte eines Typen namens Nicky. Er ist eine Art Mischung aus Julien Casablancas und Jason Patric in "The Lost Boys". Der Comic beginnt mit einer Art Vorgeschichte. Nicky ist Sänger und zusammen mit dem Gitarristen Drey in einer Band namens "Ecstasy". Vor Jahren hatten sie etwas miteinander. Für Nicky war es wohl eine Art erste Liebe. In dieser gemeinsamen Nacht schwor Drey dass er niemals heiraten wird. Mehrere Jahre später, nachdem
Ecstasy ganz typisch für spät-80er/früh-90er Rockbands ihre Erfolge gefeiert haben und zwei Alben veröffentlicht haben und natürlich auch eine Pause eingelegt haben treffen sich Drey und Nicky wieder. Drey erzählt, dass er bald heiraten wird, worauf Nicky ziemlich enttäuscht ist. Schließlich hat er ihm versprochen, dass er das niemals tun wird, so mit 13 Jahren. Nicky scheint immer noch Gefühle für ihn zu haben. Lange Rede kurzer Sinn, die Band probt nach einer Zeit wieder und sie bringen ein neues Album raus, worauf eine Tour folgt. Den Rest würde ich tatsächlich ungern spoilern.

Es ist eine typische Story über einen Typen der zwar auf den großen Bühnen des Landes steht, aber nicht mal in der Lage ist jemanden anzurufen weil er zu schüchtern ist. Jemand der in der Band die Hosen anhat, aber ansonsten zwischenmenschlich irgendwie im Eimer ist. Im Prinzip also nichts wirklich neues. Ich denke mal, dass es in ähnliche Bahnen laufen wird wie "Godspeed" oder der Film "Control". Wobei ich hoffe, dass es nicht so sein wird. Schließlich wirken die Charaktere viel zu sympathisch. Was auch mehr als sympathisch ist, ist der Zeichenstil. Man merkt, dass die Autoren offensichtlich ihre Geschichte kennen. Die Fake-Albumcover von Ecstasy wirken wie echte. So als ob man sich an Jawbreaker oder so orientiert hat. Und natürlich kommen auch Jawbreaker vor. Am Ende des Comics ist nämlich eine Playlist mit Jawbreaker, The Cure, Queen und anderen zu sehen. Definitiv sehr lesenswert!

Made by: Holly Interlandi, Sally Cantirino
9/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei Black Mask Studios

Star Trek: Deep Space Nine - Too Long A Sacrifice#2

Der Zufall wollte es so, dass ich momentan die Original Star Trek Serie gucke und das Verlangen gespürt habe mal wieder Star Trek zu lesen. Ich kenne mich allerdings nicht mit Deep Space Nine aus.

Die Lage ist kritisch. Auf der Deep Space Nine geschehen Morde. In der ersten Ausgabe wurde ein Restaurant in die Luft gejagt. Constable Odo und Commander Worf untersuchen den Fall. Als erstes befragen sie den allseits bekannten Ferengi Quark, der alle Vorwürfe von sich weist. Die Befragung geht kaum voran, und da werden Odo und Worf schon zum nächsten Fall gerufen. Ein Mann ist auf
offener Straße verblutet. Er war ein Teil des Bajoranischen Gesundheitsausschusses und hieß Keidan. Der nächste Verdächtige ist Garak, da Keidan vor kurzer Zeit einen Termin in seiner Schneiderei hatte. Zufälligerweise hatte er auch als letztes mit den Opfern des Restaurant-Anschlages zu tun. Im weiteren Verlauf der Geschichte sterben drei Ferengi an einer Lebensmittelvergiftung. Irgendjemand hat es also auf mehrere Weltraumvölker abgesehen und möchte offensichtlich Destabilisation herbeiführen.

Spannender Weltraum-Krimi. Ich mag das Konzept von einer ganzen zivilisierten Welt, die irgendwo im Weltraum schwebt. Die Deep Space Nine ist nicht bloß n Raumschiff, wie in den anderen Star Trek Serien, sondern eine ganze riesige Station voll mit öffentlichen Leben, Restaurants etc. pp. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit bis irgendjemand was dagegen hat. Aber es mag natürlich auch sein, dass der Täter vollkommen andere Motive hat. Das ist höllisch interessant, interessanter als jeder Weltraumkrieg. Was mir weitaus weniger gefällt ist der Zeichenstil. Er wirkt auf mich sehr "verschmiert" und wie eine nicht so gute Kopie von der Fernsehsendung. Das macht es tatsächlich schwerer den Comic zu genießen. Ansonten, aber: Good Read!

Made by: Scott Tipton, David Tipton, Greg Scott
7/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei IDW Publishing

Voyage To The Stars#1

Okay, that was one hell of a ride. Aber ich stehe ja auf abgefahrene Sachen.

Wir befinden uns an einem Zeitpunkt nach dem Ende der Welt. Unsere Erde wurde vom großen "Nichts" ("The Nothing") inhaliert/ausradiert und existiert nun nicht mehr. Eine Gruppe von Weltraumreisenden bzw. YouTubern(?) oder Podcastern(?) - keiner Ahnung, sie reden die ganze Zeit von ihrem Internetcontent - macht sich auf die Suche nach dem "Exemplar". Es handelt sich um eine ultimative Waffe um das "The Nothing" endgültig zu besiegen. Mit dabei sind eine Katzenfrau von einem anderen Planeten, ein Droide, ein Cyborg und zwei "normale" Menschen. Männlich und
weiblich. Der Typ, dessen Namen ich mir um Gottes Willen nicht merken konnte leidet wohl am extremsten Fall von Narzissmus. Wie ich darauf komme? Nunja, er hat dem riesigen Roboter/Mecha, den das Team benutzt riesige Klöten drangebaut, damit der Riese seiner eigenen Persönlichkeit
ähnlicher ist. Dumm nur dass auf dieser "Erde" (oder wo auch immer sie sich nun befinden) riesige Klöten riesige Tiere anlocken, die die Genitalien entweder als Aufruf zur Paarung oder zum Kampf ansehen. Also werden sie von einer Art riesiger Katze gejagt. In einem Berg finden sie tatsächlich auch das "Exemplar" - es handelt sich um einen Cyborg/Mensch-Hybriden der alles Wissen aus dem Universum in sich gespeichert hat. Er heißt die Truppe als "sein Team" willkommen, was den Narzissten sichtlich kränkt, da er seiner Ansicht zufolge der Captain war. Long story short, irgendwie gelangt Espresso in das Hauptgehäuse des "Exemplars", sodass dieser ausgeknockt ist. Was danach wohl folgen wird ist ein "Weekend at Bernie's"-Szenario.

Okay, was war das? Wahrscheinlich ein Zoomer/Generation Z-Versuch witziges und intelligentes Sci-Fi zu gestalten. Könnte man so sagen, schließlich sind die Charaktere im Prinzip ein Abbild der YouTube/TikTok-Generation. Dieser Aspekt missfällt mir tatsächlich. Die Story ist an sich schon ziemlich witzig, aber ich halte es für absolut unnötig sie mit Gerede über Vlogs und Podcasts und so weiter aufzupeppen. Vielleicht habe ich das aber auch falsch verstanden, wer weiß. Das Design ist etwas gewöhnungsbedürftig aber schön farbenfroh. Das "Exemplar" sieht aus wie ein Elf, während das Team modernisierten Charakteren aus "Steven Universe" gleicht. Ich hatte jedenfalls Spaß und würde unter Umständen den Comic auch weiterverfolgen. Es ist eine Art Adventure Time, im Weltraum und mit Schimpfworten.

Made by: Ryan Copple, James Asmus, Connie Daidone
7,5/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei IDW Publishing