Dienstag, 27. Januar 2026

Comic Book Review#665: Freddy vs. Jason vs. Ash#3-4 (2008)

Die dritte Ausgabe der sechsteiligen Mini-Reihe setzt genau da an, wo die zweite aufgehört hat. Ash und Bree sind auf der Flucht vor Jason, der mühelos ihr Auto demoliert. Zum Glück werden die beiden kurz vor knapp von der S-Mart-Mitarbeiterin Caroline gerettet, die Ashs Potential als Kämpfer gegen das Böse erkannt hat. Sie können zurück zur Filiale in Carolines Auto fliehen. Währenddessen zeigt sich Freddy enttäuscht von Jasons fruchtlosen Taten und mobbt ihn wieder in der Traumdimension. Er bläut ihm aber auch noch seine nächste Aufgabe ein. So "gräbt" er wortwörtlich in Jasons Gehirn rum und findet dort Ashs Mitarbeiterausweis. Also wird als nächstes Jason zum S-Mart geschickt um Ash zu finden und dort das Necronomicon zu holen - denn mittlerweile haben Ash, Caroline und Bree das Buch in Voorhees'schen Anwesen gefunden und mitgenommen. So kommt der stumme Hüne im Einkaufszentrum an und tötet jeden, der sich ihm in den Weg stellt. Ash versucht sich mit seiner Kettensägenhand ihm in den Weg zu stellen, doch kriegt den Arsch versohlt. So kommt Jason mit dem Necronomicon davon. Daraufhin benutzt Freddy in der Traumdimension das Buch und lest die

magischen drei Worte ("Klaatu, Barada, Nikto!") vor um sich wieder in der echten Welt materialisieren zu können. Als "Dank" für den Gefallen wendet er das Buch auch bei Jason an, wobei wir noch nicht wissen was passiert ist. Nachdem die Gruppe um Ash (er selbst, Caroline und paar etwas hohlköpfige Mitarbeiter) sich in Carolines Haus umstrukturiert hat, taucht Freddy in Ashs Traum auf.

That's right. Freddy verwandelt Ashs plötzlich wieder gesunde Hand in seine typische Messer/Klauen-Hand. Ash trennt (wie schon früher mal) die Hand mit einer Kettensäge ab, doch aus dem vielen tropfenden Blut entstehen lauter kleine Freddys die sich in einen großen Freddy verwandeln. Der verbrannte Hutträger versucht dann Ash nahezulegen, dass er das Necronomicon braucht usw. usf. Wobei das gar kein Sinn macht, weil er es schon vorher benutzt hat. Jedenfalls schafft es Ash grade mal so aus seinem Traum aufzuwachen, kurz bevor er vor lauter laufenden Freddy-Klauen-Händen in Stücke gerissen wurde. Stattdessen bringt Freddy den Mitarbeiter Davy in dessen Traum um. Er lässt den jungen Mann seine Alpträume aus dem Sportunterricht wieder erleben. Nachdem Freddy also Ash nicht umbringen konnte, schickt er Jason vor um dem Team aus Caroline, Ash und den beiden anderen deren Namen ich vergessen habe, endgültig den Garaus zu machen. Sie haben wiederum einen Plan erfasst: Jason ins Haus seiner Eltern locken und dort eine Bombe zünden, die sie kurzerhand als lauter Sachen gebastelt haben, die sie im S-Mart gefunden haben. Doch es ist gar nicht mal so einfach. Denn, Jason ist plötzlich schlauer als vorher und fällt nicht drauf rein. Freddy taucht wieder auf, verwundet Ash schwer, doch kann sein Werk nicht vollenden. Denn der schlaue gewordene Jason unterbricht ihn und versucht sich nun für das Mobbing von früher zu rächen. Also belebt der, mittlerweile im Necronomicon belesene Freddy, alle ursprüngliche Opfer Jasons von den Toten, die den Hünen in Hockeymaske dann auch angreifen.

Holy fuck, this shit is all over the place. Zunächst mal verstehe ich nicht, ob ich zu blöd bin der Handlung zu folgen oder ob der Comic gewisse Logiklücken aufweist. So ist mir nicht ganz klar, ob Freddy das Necronomicon nun schon benutzt hat (wenn auch in der Traumwelt) bzw. warum er es doch braucht und es von Ash verlangt...obwohl er das scheinbar schon benutzt hat? Der Rest der Handlung ist durchaus klar verständlich. Ash tut das was Ash nun mal tut: Sprüche raushauen, Kettensäge anwerfen. Freddy haut ebenfalls Sprüche raus und terrorisiert Menschen in ihren Träumen auf kreative Art und Weise. Jason...Jason ist nun mal Jason. Ansonsten wird hier, wie in den Ausgaben zuvor auch, äußerst kreativ gemetzelt, rumgeschrien usw. usf. Ich würde nicht sagen, dass der Comic absolut grottenschlecht ist. Er ist nur...ziemlich hohl. Es ist sehr einfache und gelinde gesagt ziemlich stupide Unterhaltung. Ich habe aber ehrlich gesagt, auch nicht viel erwartet.

5/10 und 5/10 Pfandflaschen
Made by: Jeff Katz, James Anthony Kuhoric
Hier ein weiteres Video von ComicgeddonTV:


Montag, 26. Januar 2026

Album der Woche#669: Gehenna - First Spell EP (1995)

Hallo und herzlich willkommen zum letzten "Album der Woche" im Rahmen des "Norwegian Black Metal"-Themenmonats. 

Entgegen des Titels ist das nicht die erste EP von Gehenna sondern die zweite. Also vielleicht ist das ihr erster Zauberspruch, aber sicherlich die zweite EP. Rausgekommen im Jahre 1995, allerdings 2008 mit mehreren Bonustracks wiederveröffentlicht. Und zwar mit ganzen neun Songs, sodass man bei insgesamt vierzehn Songs eigentlich von einem Album sprechen kann. Was den Bandnamen betrifft, so bedeutet dieser "Hölle" in christlicher und jüdischer Mythologie. Ähnlich wie der Albumtitel "Gehinnom" von Gevurah, falls ihr euch daran erinnern könnt.

"First Spell" entstand nach einigen Besetzungswechsel im Line-Up als auch an gewissen Schwierigkeiten hinsichtlich des Debütalbums. So konnte das Record-Label das Aufnahmestudio nicht bezahlen und der Release konnte so nicht stattfinden. Jedenfalls haben sich die vier Mitglieder (Dolgar, Dirge Rep, Svartalv und Sanrabb) mit Sarcana eine Keyboardistin in die Band geholt, die ihren Sound maßgeblich verändert hat. 


Es war glaube ich, die beste Entscheidung die sie hätten machen können. Die EP wurde in nur fünf Tagen aufgenommen und bot dem Zuhörer einen etwas anderen Sound, als man von der norwegischen BM-Szene gewohnt war. Kein endloses Blastbeat-Gewitter, kein Sänger der beim Trepperunterfallen ein Aufnahmegerät anhatte. Stattdessen Gitarren die mit voller Absicht etwas mehr in den Hintergrund und ein Keyboard das in den Vordergrund gemischt wurde. Wie sich das dann insgesamt anhört? Nun ja, wir haben einen krächzenden Sänger, der vor langsamen, atmosphärisch klingenden Gitarrenriffs äh krächzt und ein elektronisches Klaviergerät, dass sich nach Kirchenorgel anhört. Damit gelingt es Gehenna, ihren Sound nicht mit "extremen Sound" zu überladen und nicht zwanghaft edgy zu klingen und gleichzeitig kein "Symphonic Black Metal"-Gulasch zu verarbeiten. Meiner Meinung klingen sie hier wie eine "Novelty Goth Band", die sich einen BM-Sänger ins Boot geholt hat. Sehr eindringlich, überhaupt nicht aufdringlich und verflucht noch mal sehr atmosphärisch. Geheimnisvoll, fast schon. Würde ich so behaupten. Die Songtitel erfüllen natürlich jegliches Klischee, aber das ist in Ordnung so.

Anspieltipps: The Shivering Voice of the Ghost, A Witch Is Born, Angelwings and Ravenclaws
8,5/10 Pfandflaschen


Donnerstag, 22. Januar 2026

So isses, Musik!#206

Kaum zu glauben, aber wahr. Dieses Jahr werden gewisse Alben ganze zwanzig Jahre alt. Ich habe, wie schon ein-zwei mal vergessen, das direkt in der ersten "So isses, Musik!"-Ausgabe in diesem Jahr zu erwähnen. Deswegen mache ich das jetzt.

Alben, die dieses Jahr zwanzig Jahre alt werden:


Ich reviewe Marlyns Plattensammlung:

Jean Michel Jarre: Equinoxe (1978)

Ich kann mich daran erinnern, wie vor mehr als zwanzig Jahren mein Opa mir von diesem französischen Künstler erzählt hat. Der Zufall wollte es so, dass diese monumentale Platte ihren Weg in Marlyns Plattensammlung fand. Es handelt sich dabei um das vierte Album von JMJ. Es tat mir sehr gut, das anzuhören. Ich lag auf dem Boden und haben meine Physio-Übungen gemacht. Umschreiben würde ich es als "elektronische Musik, die kein Ambient und auch kein Techno ist". Tatsächlich steckt auch ein

Konzept dahinter. Die Songs heißen "Equinoxe" Part 1-8 und umschreiben musikalisch den Tagesablauf eines durchschnittlichen Menschen vom frühen Morgen nach dem Aufwachen bis späten Abend vorm Einschlafen. Für das Cover wurde ein Bild von Michel Granger benutzt. Es zeigt eine Zuschauermenge aus der Sicht eines Künstlers auf der Bühne - die Leute sind mit Ferngläsern ausgestattet. Fast so als würden sie jemanden beim besagten Tagesablauf zusehen. 

Es ist faszinierend, weil es so einfach ist. Und es tut verdammt gut, sich das anzuhören während man entweder entspannt auf dem Boden liegt oder seine Übungen macht. 

Anspieltipps: Alles
9/10 Pfandflaschen



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REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

49. This is the ALF

Rausgebracht auf Mortarhate, den Label der Anarcho Punk Übergrößen Conflict. "Ths is the ALF" vereint allerlei Beiträge von damals tätigen Anarcho Punk Bands wie Existance, Icons of Filth, CRASS, Poison Girls, Subhumans, Citizen Fish, Dirt, Lost Cherrees und natürlich Conflict selbst. Letztere sind mit ganzen sechs Songs vertreten. Ich weiß nicht ob es ein Benefiz-Sampler ist für die Animal Liberation Front oder eher ein Agit-Prop-Sampler, dessen Booklet wahrscheinlich voll mit Infos gespickt war. Die Hauptthemen der Songs sind natürlich Tierbefreiung und ethisches Veganismus. Als jemand der seit knapp 20 Jahren kein Fleisch mehr isst, kitzelt mich das immer noch innerlich. Auch wenn gewisse Sachen gar nicht klar gehen. Zum Beispiel vergleiche der Tierunterdrückung mit dem Holocaust, die hier leider auch stattfinden.

50. Tomorrow will be worse

Hierbei handelt es sich um eine 8-Way-Split die auf vier 7inches rausbgebracht wurde. Darauf sind acht Powerviolence-Bands zu hören. Und zwar Flash Gordon, Capitalist Casualties, Nice View, Hellnation, SPAZZ, Fuck on the Beach, Real Reggae und Charles Bronson. Insbesondere letztere fallen mir auf, weil sie die Geräusche einer Live Audience unter gemischt haben, sodass sich alles anhört als wäre es eine Konzertaufnahme vor einem Riesenpublikum. Man hört aber durchaus dass es Fake ist. Großartig.

51. Until every cage is empty

Eine weitere Tierrechtscompilation, die aber eher weniger mit Anarcho Punk zu tun hat - und stattdessen Künstler verschiedenster Genres vereinigt. Ich vermute mal, es war die Piraten-Website Nix-Pop. Hier drauf haben wir Los Fastidios, Die Ärzte, Maroon, Conflict aber auch solche Leute wie Nic Knatterton und Albino. Letzterer ist mir auch negativ aufgefallen, durch seine Israelfeindschaft und  Kollbaration mit einer gewissen dummdeutschen Antiimp-Combo aus Berlin (unterm Pseudonym Public Sellerie). My Favorit hierauf ist "Nailing Descartes To The Wall" von Propagandhi. A mixed bag of feelings, diese.

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Linkin Park Discography:
Living Things (2012)

Again: Wenn man "Reanimation" ausklammert, ist es das fünfte Album - wenn man es miteinbezieht das sechste. Egal. Wie schon beim Vorgänger wurde das Werk von Rick Rubin (mit)produziert.

Man hat sich, wie schon so oft gesagt, mittlerweile komplett von Nu Metal entfernt. Stattdessen erschafft man eine Art Crossover zwischen Alternative Rock und jede Menge Synthesizern. Ohne jedoch irgendwie New Wave-ig oder Post Punk-ig zu klingen. Was LP jedoch schaffen und das immer wieder. Ganz wie sie selbst zu klingen, weil sie das machen worauf sie gerade Lust haben - und gleichzeitig so radiofreundlich wie eh und je. Die Singles hierauf, "Burn It Down", "Lost In The Echo", "Castle of Glass" und "Powerless" (das auf dem Soundtrack zu "Abraham Lincoln - Vampire Hunter" drauf ist, lel) sind...nunja, Singles. Sie hören sich an, wie irgendwas was extra komponiert wurde, um in die Charts zu kommen. Durchaus hörbare Musik, die Ohrwürmer erzeugt und wieder erkennbare
Rhythmen aufweist. Auf Songs wie "Lies Greed Misery" hört Chester Bennington allerdings die ultimative Schreigesang-Keule und ist so laut wie seit Meteora nicht mehr. Das ist dann keine Single, natürlich. "Victimized" ist auch so ein großartiger Song. Nie wieder Opfer sein. Never again victimized.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde dass mir hierauf nichts gefällt. Das würde nicht stimmen. Es gibt hier einige echt gute Songs, die nicht trotz sondern gerade wegen dieser Synthesizer und Chesters ruhige Stimme funktionieren. Einige funktionieren gerade wegen Mike Shinodas Rap-Einlagen sehr gut. Er schafft es sogar Notorious B.I.G. zu zitieren bzw. Bezug auf ihn zu nehmen. Allerdings entsteht hier eine Art Formel, die immer wieder wiederholt wird. LP sind zu einer vorhersehbaren, poppigen, radiotauglichen Band geworden, die nur bedingt was neues und interessantes bringt. Schade.

5,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Lies Greed Misery, Burn It Down, Powerless, Victimized


Opeth Discography: Ghost Reveries (2005)

Nun sind wir also schon beim achten Studio-Alben der schwedischen Prog/Death Metal Giganten angekommen. Es haben sich einige Sachen geändert. "Ghost Reveries" ist das letzte Album mit Schlagzeuger Martin Lopez und Gitarrist Peter Lindgren. Außerdem ist es das erste mit Keyboarder Per Wiberg als offizielles Bandmitglied. Dieser wendet die Hammond Orgel an, als auch Mellotron und


Moog Synthesizer sodass gewisse Einflüsse aus dem Psychedelic Rock zu hören sind. Man kehrt hier zum ursprünglichen Sound zurück, während der Vorgänger "Damnation" größtenteils sehr ruhig gehalten war. Wobei, was heißt "größtenteils"? Es war eigentlich ein reines Akkustik-Album, was weitestgehend auf Death Metal Elemente verzichtet hat. Bei "Ghost Reveries" ist hingegen alles wie vorher: Death Metal trifft auf Progressive Rock. Cleaner Gesang trifft auf Growling. Nicht zu schnelle und nicht zu langsame Death Metal Riffs, die auf ruhige Passagen treffen. Dazu kommt noch eine durchschnittliche Songlänge von mindestens 10 Minuten. Und selbstverständlich sollte es auch ein Konzept-Album werden. Und zwar über jemanden, der in größter psychischer Not ist weil er etwas fürchterliches getan hat. Nämlich seine eigene Mutter umgebracht. Aber irgendwie hat Sänger 
Mikael Åkerfeldt sich aufgrund von ihm favorisierten okkulten Themen, entschieden diese einzubringen - sodass, es nicht wirklich ein Konzept-Album ist.

Im Großen und Ganzen ist das schon...ziemlich nice. Muss ich ehrlich zugeben. Allerdings ist es schon das achte Album und langsam kriege ich den Eindruck, dass sich eine gewisse Formel bei Opeth eingeschlichen hat. Und zwar genau das, was ich oben beschrieben habe. Formeln sind Formeln und sie funktionieren meistens gut. Doch irgendwann wird's alt, wie ein Brot dass man schon so oft gegessen hat dass es einen zum Hals raushängt. Zum Beispiel dieses eine vom Discounter mit den Kernen. Ich habe die Befüchtung, dass obwohl ich dieses Album hier mag, mir das nächste wirklich zum Hals raushängen wird. I don't know.

7,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Ghost of Perdition, The Baying of the Hounds


 

Slayer Discography: Repentless (2015)

Letztes Album von Slayer. Erstes mit Gary Holt anstelle von Jeff Hannemann. Rausgekommen am 11.09.2015, wahrscheinlich als Referenz zu "God Hates Us All", dass am 11.09.2001 rausgekommen ist. Vielleicht aber auch weil es offiziell betrachtet das elfte Album ist, wenn man das Cover-Album "Undisputed Attitude" nicht einbezieht.


Ich bin an der Stelle ehrlich zu mir selber und zu euch. Vermutlich wollten Slayer mit einem Bang aufhören. Sie hätten gedacht ihr verstorbener Bandkollege Jeff Hannemann hätte das so gewollt. Noch ein Album, eine oder mehrere Touren, ein Abschiedskonzert usw. usf. Und dann richtig übel reindreschen. So wie es früher war. Und das haben sie auch gemacht. "Repentless" ist ein typisches Slayer-Album mit viel 0-0-0-0-0-0-0-0-0-0, diesen Gitarrensoli die sich wie eine Bohrmaschine anhören, Songtexten über Tod, Ende der Welt...aber auch Alkoholismus. So ist "Chasing Death" ein Song über süchtige, die "dem Tod hinterrennen". Gary Holt hat seiner Angabe nach alle Gitarrensoli an einem Tag aufgenommen, mit einem Sixpack Bier als Begleitung....

Leider hört sich das ganze Album so an. Es gibt hier Songs, die mir durchaus gefallen - weil es dazu großartige Musikvideos gab: "Repentless", "Pride and Prejudice" und "You Against You". Darin sind die Schauspieler Danny Trejo und Jason Trost. Das sind großartige, brutale Musikvideos gewesen - und die Songs passen verdammt gut dazu. "Repentless" ist außerdem ein richtig geiler Opener-Song. Und ich würde auch lügen, wenn ich sagen würde dass es mir keinen Spaß gemacht hätte, das Album zu hören. Allerdings ist es halt...Slayer. Metal nach dem Motto "Malen nach Zahlen". Ich hätte mir ehrlich gesagt mehr Innovation gewünscht - aber ich bin auch nicht Teil der Slayer-Fangemeinde. Ergo, was soll's.

6,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Pride and Prejudice, You Against You, Repentless





Mittwoch, 21. Januar 2026

Film der Woche#666: Begotten (1989)

Hallo und herzlich willkommen zum inzwischen 666sten "Film der Woche" auf diesem Blog. Ich habe von diesem Film schon vor über zehn Jahren gehört und habe mich anfangs tatsächlich beinahe geweigert, ihn zu sehen. In letzter Zeit, habe ich wiederum gelesen, dass einige Zuschauer ihn entweder nach zehn Minuten so fürchterlich fanden und nicht weiter angucken konnten oder nach zehn Minuten ihn fürchterlich langweilig fanden. Ich jedoch, war teils leicht verstört, teils aber seltsam beruhigt. Anyway, worum geht es?


Zu Beginn sehen wir einen in Roben gekleideten menschlich anmutenden Gott (Brian Salzberg), der sich in einer einsamen Hütte im Wald selbst ausweitet und am stirbt. Aus den Gedärmen, die zu Boden gefallen sind, erhebt sich eine erwachsene Frau (Mutter Erde, gespielt von Donna Dempsey) zu neuem Leben. Sie belebt ihn wieder und schwängert sich mithilfe seines Samens selbst. Im weiteren Verlauf des Films irrt sie schwanger durch die Welt, bis sie einem Kind das Leben schenkt. Es ist der "Son of Earth"/"Flesh on Bone" (Stephen Charles Barry), der so groß ist wie ein erwachsener Mann. In einer Wüste treffen sie auf ein maskiertes, in schwarze Klamotten gekleidetes Nomadenvolk. Nachdem sie zuerst einen weiteren Mann gefoltert und umgebracht haben, nehmen sie sich Mutter Erde und ihren Sohn vor. Der Film begleitet die beiden bei ihrer weiteren Reise, bis sie umgebracht werden und wieder auferstehen.

Es ist im Prinzip glasklar, worum es in diesem Film geht. Den Tod eines Gottes, der Mutter Erde auf die Welt bringt, die wiederum den ersten Menschen gebärt. Und das, was sie erleiden müssen. Es geht um Tod, das Leben was aus dem Tod hervorgebracht wird und den Tod, den das Leben verursacht und letztendlich wieder das Leben als Nachfolge des Todes. Kurz gesagt: Der stinknormale Kreislauf des Lebens, die Entstehung der Erde und des menschlichen Lebens - verknüpft mit drastischen Gewaltdarstellungen. "Begotten" kommt ohne jegliche Dialoge aus. Die einzige Musik, die etwas im Hintergrund zu hören ist, wurde von Evan Albam komponiert. Es handelt sich dabei um kaum wahrnehmbare Ambient-Stücke. Größtenteils hört man diese allerdings nicht - stattdessen hört man das Zirpen von Grillen, Singen von Vögeln und Röcheln des ersten Menschen. Die Bilder sind in grobkörnigen Schwarz/Weiß gehalten. Wortwörtlich Schwarz/Weiß, nicht grau in allen Abstufungen. Ein wirklich bemerkenswert verstörender und stellenweise tatsächlich beruhigender Film. Nicht wegen der Gewaltdarstellungen, sondern wegen der stoischen Ruhe die ausgestrahlt wird. "Begotten" ist widersprüchlich und nicht unbedingt logisch. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er unbedingt verstören sollte - sondern einfach darstellen. In anbetracht der Tatsache, dass die Geschichte des Menschen, wie man sie aus der Bibel kennt, nicht unbedingt die gewaltloseste ist, finde ich diese hier recht treffend dargestellt. So wie Eva aus Adams Rippe entstanden ist, finde ich es beinahe naheliegend dass Mutter Erde aus Gottes Eingeweiden entstanden ist. Jedenfalls: Verstörend, aber sehenswert. Für einige.

8/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 20. Januar 2026

Comic Book Review#664: Freddy vs. Jason vs. Ash#1-2 (2008)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten Teil des Review-Reihe dieser sechsteiligen Saga, die ihr Ende finden wird in der Ausgabee#666 von Comic Book Review. Seid ihr auch schon so gespannt wie ich? Nein? Ist ja auch egal.

"Freddy vs. Jason vs. Ash" findet fünf Jahre nach den Ereignissen im Film "Freddy vs. Jason" statt. Die letzten zwei Überlebenden des Powergames zwischen den beiden Film-Serienkillern Freddy und Jason, Will und Laurie sind wieder unterwegs nach Crystal Lake. Das ist exakt der Ort an dem der Showdown

des Films stattgefunden hat. Die beiden sind sehr verliebt ineinander und würden alles tun, um ihre Liebe zu erhalten. Will findet, dass es eine extrem dumme Idee ist, zu Camp Crystal Lake zu fahren. Laurie hingegen, juckt es herauszufinden ob Jason und Freddy wirklich tot sind. Irgendwas sagt ihr nämlich, dass das nicht der Fall ist. So kommen sie an und werden beide ziemlich schnell von einem wütendenen Jason Vorhees umgebracht. Dieser wohnt in einer verlassenen Hütte, wo er immer noch den Kopf seiner verstorbenen Mutter Pamela Vorhees ausgestellt hat. Zu ihr hat sich der ebenfalls abgetrennte Kopf von Freddy Krueger gesellt. Freddy ist ebenso "am Leben" und pfuscht in Jasons verkorksten Gehirn herum. So verdreht er alle Tatsachen und manipuliert ihn. In Jasons Kopf ist Freddy nun sein neuer Stiefvater, der eine Affäre mit seiner Mum hat. Oder so. Jedenfalls bringt Freddy Jason dazu, sich auf die Suche nach einem Buch zu begeben. Und zwar genau dem "Necronomicon Ex-Mortis" aus den "Evil Dead"-Filmen. Höchstwahrscheinlich möchte er endgültig von den Toten auferstehen und will Jason als Instrument dafür mißbrauchen. Oder so. Jedenfalls dauert es nicht lange, bis der dritte Protagonist der Reihe auftaucht. Ashley "Ash" Williams, Einzelhandelskaufmann bei der Kette S-Mart, die demnächst eine neue Filiale in Crystal Lake eröffnen wird. Der Ort wird nämlich umbenannt, und zur dazugehörigen Feier, gehört auch eine spektakuläre Mall-Eröffnung. Ash wurde aus Detroit herbeigerufen, um als Experte dem hiesigen Rookie-Team zu helfen.

In der zweiten Ausgabe macht sich Ash mit seinen neuen Kollegen als auch den Marktleiter vertraut. Es sind alles sehr austauschbare Charaktere. Irgendwelche nervigen Kids, die einander Streiche spielen und Sex-Witze machen. Der Marktleiter ist ein spießiger Typ, der seinen Mitarbeitern jeglichen noch so kleinen Schaden vom Gehalt abzieht. Währenddessen manipuliert Freddy Jason dazu, weitere Teenager auf dem Parkplatz der neuen Mall abzuschlachten. Die einzige Zeugin des Mordes, eine ältere Frau, ruft um Hilfe und wird von Ash ernst genommen. Als die Polizei eintrifft, glaubt sie niemanden so richtig. Ash gilt für sie auch als "Zeichen für Ärger", der bald kommen wird, da jedes mal wenn er irgendwo auftaucht, ganz merkwürdige Dinge passieren. Ash selbst interpretiert den Mord durch Jason als ein Werk der Deadites, der Dämonen aus dem "Evil Dead"-Franchise. Nachdem Ash sich mit seinen Mitarbeitern angelegt hat, weil sie ihm einen dummen Streich gespielt haben, freundet er sich mit der einzigen vernünftigen Mitarbeiterin an, Caroline. Nachdem eine Kundin ihn ausgetrickst hat, ganz viel Party-Zeug für sie zu bezahlen - in Wahrheit will sie mit ihren Freundin im Haus der Vorhees feiern - folgt Ash der Gruppe Jugendlicher dorthin. Was ihn dort erwartet, ist nicht nur ein immer noch sehr wütender Jason der die Kids abschlachtet, sondern natürlich auch das besagte Buch, was Freddy so dringend braucht.

Es ist ein typischer Versuch, mehrere Franchise miteinander in Verbindung zu bringen, der im Grunde genommen einfach funktioniert. Jason ist die ganze Zeit wütend und schlachtet Menschen ab. Ihre Gedärme werden dem Leser beinahe detailgetreu gezeigt. Freddy ist kein Wesen mehr, was in unserer Welt existiert sondern nur noch in Jasons Kopf. So bewegt er sich in einer Art Fantasiereich, in welchem er dem im Grunde sehr kindlichen Jason manipuliert. Das geschieht auf die typisch vulgäre Freddy-Weise. So sehen wir wie Freddy Sex mit Jasons Mutter, Pamela hat und sich daraufhin als sein Daddy aufspielt. Selbst Pamela, oder viel eher eine Illusion von ihr, sagt ihm "Jason my boy, you need a daddy!". Was zum eigentlichen Fick. Das ist, glaube ich, das schockierendste an dem Comic. Nicht die fliegenden Gedärme. Ashley Williams ist hingegen macht das, was er zu machen hat. Im Einzelhandel Weisheiten von sich geben, paranoid sein wegen der Deadites und im Grunde genommen, ein alternder cooler Typ zu sein. Die Handlung wechselt sich also ab zwischen Ashleys sarkastischen Bemerkungen, Jasons Abmurksereien und Freddys träumerischen Manipulationen. Im Prinzip also alles so, wie es laufen soll. Nicht mehr und nicht weniger. Geschrieben von James Kuhoric und Jeff Katz. Gezeichnet von Jason Craig. Allerdings muss ich sagen, dass mehrere Stellen bzw. Gesichter in den ersten beiden Comics unfassbar potthässlich sind. Aber darüber kann ich hinweg sehen. Es ist spaßig, wenn auch nicht gerade eine Höchstleistung.

7/10 und 7/10
Hier ein Video von ComicgeddonTV:



Montag, 19. Januar 2026

Album der Woche#668: Satyricon - Nemesis Divina (1996)

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweilen dritten "Album der Woche" im Rahmen des "Norwegian Black Metal"-Themenmonats. Eigentlich wollte ich dieses Album hier gleich zu Beginn des Jahres, als "Album der Woche"#666 rausbringen - doch dann habe ich mich für etwas ein wenig abstrakteres entschieden. Jedenfalls, here we are: Drittes Album von Satyricon, "Nemesis Divina", das 1996 erschienen ist. Falls ihr Bock habt das Review zum ersten Album "Dark Medieval Times" zu lesen, so klickt hier. 


Um noch mal auf das erste Album zurückzukommen: "Dark Medieval Times" kombinierte auf eine originelle Art und Weise klassische Black Metal Sounds mit folkloristischen Klängen. Soll heißen: Es klang nach einem Ausflug einer Bande von Corpsepaint-begeisterten Jugendlichen in einen nahe gelegenen Wald um gemeinsam in der Natur Flöte zu üben. Der Nachfolger "The Shadowthrone" verzichtete bis auf paar Ausnahmen auf diese Folk-Sounds. "Nemesis Divina" hingegen, das als das letzte klassische Satyricon-Album (bevor die Band angefangen Black'N'Roll zu machen) gilt, verbindet klassischen dampfwalzerischen norwegischen Black Metal mit Keyboards-Sounds. In anderen Worten: Am Gesang ganz groß "Kräh kräh", an der Gitarre ganz viel "ich reibe mir die Finger wund und lege zwischendurch schöne Melodien ein", am Schlagzeug "scheiße ich kann nicht mehr aufhören zu kloppen, es macht so viel Spaß" und zwischendurch hin und wieder ein "Tülülülülü" vom Keyboard. Oh und eine gesprochene Passage von der Künstlerin Nebelhexe aka Andrea Haugen auf dem ersten Song "The Dawn Of A New Age". Es gibt auch einen durchaus kontroversen Song. "Mother North" (das interessanterweise Passagen beinhaltet, die an "Beds Are Burning" von Midnight Oil erinnert) ist eine Ode an Norwegen bzw. ein Abgesang an die "Verunreinung der Heimat und der Natur". Es wirkt auf mich wie die Ablehnung von christlichen Werten als auch den Norwegern die sich von der Natur entfernt haben und ihre "nordischen Geist" verloren haben. Im Grunde genommen sowas wie "wo sind wir angekommen, merkt ihr nicht, wie ihr untergeht". Man könnte behaupten, dass da nationalistische Untertöne vorhanden sind - oder aber einfach gefährlicher naturbezogener Romantismus oder Paganismus. Ich behaupte, dass Satyricon mittlerweile selbst im Mainstream angekommen sind und sowas nicht mehr schreiben würde bzw. Ich kann zwei Männer im Corpsepaint nicht ernstnehmen die in einem dazu gedrehten Musikvideo fiese Grimassen ziehen. Auf rein musikalischer Ebene ist der Song ein absoluter Banger.

Und dabei bleibe ich auch. "Nemesis Divina" muss man sich entweder mit guten Kopfhörern oder auf einer Anlage geben. Es tut gut diesen musikalischen Riesenteppich zu bürsten und immer wieder klitzekleine Momente zu erwischen, die einen an andere Bands erinnern. Genauer gesagt eigentlich nur eine. Und zwar Bathory zu ihren "Hammerheart"-Zeiten. Im Grunde genommen hören sich Satyricon hier an wie eine Art Amalgam aus Black Metal Gesang, Black Metal Blastbeats und "Viking Metal"-Melodien. Wahrhaft klassisch. Traumhaft schön als Untermalung zum Ausflug (sei es in der Natur oder irgendwohin wo man ausm Fenster während der Fahrt natur sehen kann). 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Du som hater Gud, The Dawn of a New Age, Mother North


Donnerstag, 15. Januar 2026

My Favorite TV-Show: House of the Dragon

Nun gut. Wir hatten hier schon mal "Game of Thrones" und jetzt sind wir beim Prequel gelandet. Irgendwie habe ich das Gefühl gehabt, wir hatten das hier schon mal. Aber da ging es um "Rings of Power". Sei's drum, da gehts auch um mystische Wesen, Sandalen, Stiefel aber halt kein Inzest. Well, what is this about?

Die Serie findet 200 Jahre vor "Game of Thrones" statt und exakt 172 Jahre vor der Geburt von Daenerys Targaryen. Mit dem "Haus des Drachen" ist das Haus Targaryen gemeint, das einst den König stellte und eine mehr als große Macht auf der hiesigen Version der Erde war. Ich bin übrigens immer noch der Meinung, dass das nicht die Erde sondern ein anderer Planet ist, aber was soll's. 


Zunächst mal geht es um einen nach und nach aufkeimenden Erbstreit. Im Laufe der ersten Staffel stirbt König Viserys I. (Paddy Considine). Es kommt zu einem Konflikt um die Erbschaft bzw. wer der Nachfolger wird. Viserys' erste Tochter Prinzessin Rhaenyra Targaryen (Emma D'Arcy) sieht sich als legitime Nachfolgerin. Allerdings hat Viserys nach dem Tod seiner Ehefrau die Tochter von seiner rechten Hand Ser Otto Hightower (Rhys Ifans), Alicent Hightower (Olivia Cooke) geheiratet und mit ihr Kinder gezeugt. Alicents und Viserys Sohn Aegon Targaryen (Tom Glynn-Carney) wird anstelle ihrer zum rechtmäßigen König über die sieben Lande. Der Erbstreit eskaliert in einen Krieg zwischen zwei Fraktionen. Die eine hält zu Rhaenyra, während die andere zu Aegon hält. Dabei waren Alicent und Rhaenyra früher beste Freundinnen. Auf ihrer Seite steht auch der Bruder des verstorbenen Viserys, Daemon Targaryen (Matt "Doctor Who" Smith). Achja und es gibt hier auch Drachen, die als Kriegswaffen eingesetzt werden. Holy shit.

Es ist zweifelsohne eine interessante Sache. Ähnlich wie bei "GoT" hatte ich zuerst das Gefühl, ich würde mir eine fiktive Doku über eine fiktive britische Königsfamilie angucken. Nur diesmal ist es beinahe so. Zuerst spielt die Serie in einer weiter entfernt Vergangenheit, nur um dann einen Sprung in die Gegenwart zu machen. Es ist zunächst mal etwas komisch, weil es vollkommen überraschend geschieht. Die Kostüme sind großartig, das CGI ist großartig, das Setting ist großartig und ja selbst die Story selbst ist aufgrund von tatsächlichen Erbstreitigkeiten über Macht gar nicht mal so unrealistisch. Auch die ganze Sache mit dem Inzest ist sehr realistisch. Tatsächlich habe ich Schwierigkeiten gehabt, die ganzen Targaryens auseinander zu halten, weil sie alle platinblonde Haare haben. Heiliger Fick, war das schwer. Insgesamt muss ich sagen, dass die Serie ganz schön abgefuckt ist. All die Enthauptungen, Beziehungen mit Verwandten...das ist alles so derbe kaputt. Aber aufgrund der Tatsache, dass die Schauspieler nicht miteinander verwandt sind, kann ich es irgendwie abstrahieren. Zudem macht Aemond Targaryen (Ewan Mitchell), beinahe die gleichen Lippenbewegungen wie Donald Trump, was alles noch viel witziger macht. 



Mittwoch, 14. Januar 2026

Film der Woche#665: Die Farbe des Granatapfels (1969)

Der Originaltitel lautet "Sayat Nova" bzw. "Nran Guyne" (Armenisch: "Նռան գույնը") bzw. "
Цвет граната" ("Tswet Granata" auf Russisch). Im Titel des Reviews steht der deutsche Name, allerdings nur um jegliche Verwirrung zu vermeiden. Der Film wurde im Jahre 1969 in der Armenischen SSR unter dem Titel "Nran Guyne" veröffentlicht und ein Jahr später hatte er eine Premiere in Moskau als "Sayat Nova". Nun, worum geht es?


"Die Farbe des Granatapfels" ist ein Biopic über das Leben des armenischen Musikers Sayat Nova (Wilen Galustjan), der zwischen 1712 und 1795 gelebt hat. Der Film zeigt die Geschehnisse in seiner Kindheit, hin zu seiner Zeit als Jugendlicher als auch sein Aufenthalt in einem Kloster. Aufgesplittet in acht Kapiteln, wobei Sayat Nova, bis auf die Zeit im Kloster von der georgischen Schauspielerin Sofiko Tschiaureli dargestellt wird. Wir kriegen mit wie Sayat Nova als Kind schon in Kontakt mit Büchern gekommen ist, während er in einer Art Familienbetrieb gearbeitet hat - seine Familie hat sie auf die Herstellung von Tüchern spezialisiert. In einer seiner Lebensstationen arbeitet er auf dem Hofe des georgischen Königs und verliebt sich in seine Tochter. Was wir ebenfalls mitkriegen ist der Tod den persische Soldaten mit sich bringen, als auch die Flucht Sayat Novas in ein Kloster - nachdem er vom Hofe des Königs verbannt wurde. 

Der Film folgt keinem klassischen Schema. Es gibt keine traditionellen Dialoge. Stattdessen gibt es lediglich Ausrufe und Aufzählungen von Gedichten (?) in den Sprachen Armenisch, Aserbaidschanisch und Georgisch. Wiederkehrende Elemente sind Waschungen, Verzehr von Essen, Schafe, Bücher und immer wieder die Farbe Rot. Es kommt einem vor als würde man versuchen reale altertümliche Gemälde in Bewegung zu setzen. Die Charaktere bewegen sich quasi zweidimensional als wären sie auf Papier aufgemalt. Immer wieder ertönen Gesänge und man hört den Klang der Natur. Es gibt auch zwei Szenen, in welchen Schlachtungen zu sehen sind, allerdings nur teilweise - sprich der Moment des Todes der Tiere ist nicht genau zu sehen. Zum Glück. Die Titlecards, die die jeweilige Phase des Lebens von Sayat Nova ankündigen sind auf Russisch gehalten, da es damals die Staatssprache der Sowjetunion war. Von daher, lohnt es sich den Film mit englischen Untertiteln zu gucken, wenn ihr kein Russisch versteht. Diese Titlecards sagen, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt, mehr über den Film aus als die Bilder. Diese sind im Prinzip frei interpretierbar. Es ist kein banaler Kunstfilm sondern ein großes Stück armenischer Geschichte und Kultur. Es gab sogar früher Briefmarken mit dem Gesicht Sayat Novas. "Die Farbe des Granatapfels" ist sehr eindrucksvoll, mit 1 Stunde und 12 Minuten definitiv nicht zu lang und schafft es ohne jegliche übertriebene Handlung den Zuschauer zu fesseln und bei sich zu behalten. Ein wirklich fantastisches Werk.

8,9/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 13. Januar 2026

Comic Book Review#663: Colonel Weird: Cosmagog#1-4 (2020-21)

Ich habe diesen Comicband bei unserer letzten Krakau-Reise in einem Multimedia-Laden namens EMPIK. Es handelt sich um ein Bestandteil des "Black Hammer"-Universums, rausgebracht bei Dark Horse Comics. Gezeichnet von Jeff Lemire und geschrieben von Tyler Crook. 

Bei "Black Hammer" handelt es sich um eine nicht orthodoxe Superhelden-Reihe, die die Abenteuer von (ehemaligen) Superhelden The Black Hammer, Abraham Slam, Barbalien, Golden Gail, Madame Dragonfly und Colonel Weird behandelt. In den vier Ausgaben geht es um verschiedene Lebensphasen von Randall Weird, der als Kind wegen seiner Andersartigkeit von Jungs aus der Nachbarschaft

gemobbt wurde und sehr dadrunter gelitten hat. Als Erwachsener hat er sich seinen Traum erfüllt. Er wurde Astronaut und erkundete alleine in der Tiefe des Weltraums eine fremde Welt, die von mysteriösen Wesen bewohnt wurde. Die übrigens aussahen wie riesige Augen auf Spinnenbeinen. Irgendwann wurde er Teil der Superheldentruppe um Black Hammer und kämpfte gegen einen riesigen Anti-Gott, der drohte die Erde zu zerstören - angefangen in Randalls Heimatstadt Spiral City. Irgendwann gab er sein Heldendasein auf und wurde Teil eines Hippie-Kults. Dabei wurde er wie ein Guru angebetet - vielleicht weil er überm Boden schweben konnte. 


Was tatsächlich auch passiert ist: Randy wurde in eine Paralleldimensionen gezogen, genannt die "Para-Zone". Dieser Ausflug kostete ihm nicht wenige Lebensjahre, die er abseits von der allgemein bekannten Realität verbracht hat. In den vier Ausgaben, die in diesem Band abgedruckt sind, befindet er sich in einer Art Limbo zwischen verschiedenen Epochen seines Lebens. Mal ist er der gemobbte Junge, der mit Erde abgeworfen wird, mal der Astronaut im Weltraum, mal der Guru und mal der Held während des katastrophalen Überfalls auf Spiral City durch Anti-God. Die verschiedenen Epochen seines Lebens gleiten ineinander über, er wandert zwischen ihnen hin und her, vor und zurück. Es ist kein trippiger Comic oder so, sondern im Grunde genommen eine Wanderung durch das Leben von jemanden der ganz viel erlebt hat und auf der Suche nach etwas ist. Da ich mich mit dem Black Hammer Universe (noch) nicht gut auskenne, wirkt es auf mich wie eine Art Rückblick auf sein eigenes Schaffen, während man selbst auf dem Totenbett liegt. Gleichzeitig aber auch wie eine Reise durch die eigenen Erinnerungen, um die Antwort auf etwas zu finden. Faszinierende, mitreißende und auch traurige Geschichte. Großartige, halb-cartooneske, halb tragisch-schöne Zeichnungen von Tyler Crook, der auch schon "BPRD" und "Abe Sapien" gezeichnet hat. Ich hab's genossen. sehr.

9/10 Pfandflaschen


Montag, 12. Januar 2026

Album der Woche#667: Enslaved - Ruun (2006)

Hallo und herzlich willkommen zum zweiten "Album der Woche" im Rahmen des "Norwegischer Black Metal"-Monats. Das hier ist also das ADW#667, also der "Neighbor of the beast", wie es auf irgendwelchen 08/15-Patches stehen würde. Oder es wäre eine Katalognummer einer Vinyl-Veröffentlichung auf irgendeinem edgy Metal Label. Tatsächlich kann ich mich erinnern, vielleicht irre ich mich aber, bereits zum Veröffentlichungszeitpunkt etwas von diesem Album gehört zu haben. Und zwar auf der damals aktuellen "Fear Candy"-CD die als Beilage zur Ausgabe des Metal-Magazins "Terrorizer" dabei lag. Ich war mit meinen Eltern unterwegs Richtung Urlaub und irgendwo auf irgendeinem Flughafen, wahrscheinlich FFM, habe ich sie aufgegabelt. Ganz viel darüber gelesen, und zuhause dann endlich mal angehört. Wenn ich mich recht entsinne waren neben Enslaved auch noch Gorgoroth und Celtic Frost auf der CD zu hören. Vielleicht waren Enslaved aber auch gar nicht dabei und ich irre mich. Jedenfalls, gab es ein Review zu "Ruun". Ja, ich habe nachgeforscht und sie waren da nicht drauf. 

"Ruun" ist schon das neunte Album von Enslaved und definitiv eins, was mir mehr als zusagt. Ich muss sagen, dass ich progressive Musik zwar auch mag, ich aber grundsätzlich eher chaotischeren Sounds zugeneigt bin. Bei Enslaved gefällt mir tatsächlich ihre progressive Seite wesentlich mehr als die Black Metal Sounds zu Beginn ihrer Karriere. Ich mag auch das neuere Logo viel mehr als dieses, pardon grottenhässliche alte Logo mit dem Thorshammer. Enslaved schaffen es auf "Ruun" sowohl progressive als auch Black Metal Elemente gekonnt miteinander zu verbinden, ohne diese erzwungen klingen zu
lassen. So fusionieren sie typischen BM-Krächzgesang, der jedoch durchaus clean ist und man beinahe jedes Wort erkennen kann, mit sauber produzierten beinahe BM-Riffs und Schlagzeugspiel. Es klingt fast so, als hätte eine Metal-Band sich gedacht "Hey, lass mal eine kleine Stufe runterfahren und alles sauberer einspielen. Oh und diese oder jene Elemente wesentlich epischer in die Länge ziehen ohne alles wie auf einer Fisher Price Telefonanlage für Kinder klingen zu lassen". Dazu kommt noch wunderschöner, melodischer Cleaner Gesang als auch guttural Laute. Thematisch geht es, zum Beispiel im Titeltrack, um eine seelische Freiheit beziehungsweise das Streben nach dieser oder aber das Hineingehen in eine andere Welt nach dem Tode (?). Die Lyrics sind zweifelsohne durchaus kryptisch. Meiner Meinung nach eine wirklich großartige Mischung aus progressiven (sauber produzierte, langsame Riffs, melodischer Gesang) und aggressiven (Krächzgesang, gutturaler Gesang, Blastbeats) Elementen. Fantastisch.

Anspieltipps: Path to Vanir, RUUN, Tides of Chaos, Heir To The Cosmic Seed
9/10 Pfandflaschen


Freitag, 9. Januar 2026

So isses, Musik!#205

Ich reviewe Marlyns Plattensammlung#4:

Genesis: Seconds Out (1977)

Als nächstes kommt eine Band, die mich schon immer irgendwie interessiert hat. Allerdings eher deren poppige Variante. Ich wusste auch früher nicht, dass es mehrere Inkarnationen von Genesis gab, geschweige denn, dass Peter Gabriel dort mal gesungen hat. 

"Seconds Out" ist das zweite Live-Album von Genesis nach "Genesis Live". Es umfasst größtenteils einen Auftritt in Paris und einen irgedwo in Großbritannien. Die Konzerte fanden als Support für das

Album "Wind & Wuthering" (1976) statt. Auf dem Album finden sich Songs von den Alben "A Trick of the Tail", "The Lamb Lies Down On Broadway", "Selling England by the Pound" als auch "Wind & Wuthering" und garantiert noch paar anderen. 

Wer hier sowas wie "I Can't Dance", "Land of Confusion" oder "Jesus He Knows Me" erwartet liegt komplett falsch. Denn bevor Genesis immer Richtung Masse gingen (ohne ihre Inhalte zu verlieren) waren sie eine Progressive Rock Band. "Seconds Out" ist quasi eine Art Abschied von den Progressive Rock Sound. Wobei nicht ganz, auf dem nachfolgenden Studioalbum "...And Then There We Three..." haben sie Prog mit massentauglicheren Elementen verbunden und sich später immer mehr von dem Sound verabschiedet. Es ist quasi ein letzter Schritt in Sachen Prog. Oder so. Wie auch immer. Ich bin müde. Ich muss mir dabei immer wieder vorstellen, wie der Keyboardist Tony Banks wie Mr. Burns in dieser Akte X/Simpsons-Folge die Arme ausstreckt und nach den Tasten greift. Es ist stellenweise ordentlich psychedelisch, gleichzeitig aber schön ruhig. Ich mag Phil Collins' Gesang. Ich muss zugeben, dass mir das Album beim ersten Mal nicht wirklich getaugt hat. Leider hat die Qualität über die Jahre gelitten, sodass die digitale Version des Albums sich wesentlich besser angehört hat. Ich nenne es psychedelisch-progressiver Stadion Rock ohne viel Pomposität. Es ist nicht ganz meine Musikrichtung, aber es hat irgendwas echtes in sich.

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Afterglow, Supper's Ready



The Essential Jimi Hendrix (1978)

Ich mein, ich brauche den Interpreten hier nicht angeben. Eine Compilation, die 1978 auf Warner Bros. Records erschienen ist und alles mögliche aus dem Schaffenszeitraum des großartigen Jimi Hendrix umfasst. Natürlich war er dabei nicht allein, sondern wurde unterstützt von seiner Experience, also der "The Jimi Hendrix Experience", wie die Band offiziell hieß. Die Doppel-LP umfasst solche Hits wie "Are You Experienced?", "Purple Haze", "Bold As Love", "Gypsy Eyes", "Have You Ever Been To (Electric Ladyland)" als auch das legendäre Bob-Dylan-Cover "All Along The Watchtower".


Ich glaube, ich brauche nicht wirklich zu erwähnen, wie großartig das ist - auch wenn ich ein "normales" Album präferieren würde. Eine Best-Of kann ja schließlich jeder rausbringen. Großartig, wie der Linkshänder einfach die Gitarre für Rechtshänder umgedreht hat. Das Booklet ist voll mit einigen Bildern und haufenweise Fakten. Ein durchaus normales Best-Of, das alles wichtige erfasst.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Purple Haze, Are You Experienced?, All Along The Watchtower






REIN IN DIE SAMPLERHÖLLE:

Weiter geht es mit der Samplerei. Dieses mal werde ich "nur" drei Ordner kurz reviewen, da ich schlicht und einfach kaum Zeit habe um zu hause Musik auf dem Rechner zu hören. Beziehungsweise mir kaum Zeit dafür nehmen kann. Jedenfalls: Wenn diese Mini-Reihe vorbei ist, werde ich mir den Ordner "Einzelne Songs" reinziehen, der wie der Name schon sagt keine Alben enthält. Das wird ganz schön spaßig weil da ganz viel Müll drin ist. Naja, weiter im Text.

45./46. Spastic Fantastic Records: "World Up My Ass"/"Sex mit Bekannten"

Zwei Compilations aus dem Hause Spastic Fantastic Records (aus Dortmund). "World Up My Ass" (Mit Steve Urgel auf dem Cover) war ein Tape was entweder vor 2010 oder Anfang der 2010er Jahre erschienen ist. Darauf waren 42 (!) Songs, also 21 auf jeder Seite. Nicht komplett fokussiert auf trashigen Punkrock sondern auf irgendwie alles mögliche. Hierauf sind die üblichen Verdächtigen: The Itallian Stallion, Sidetracked, The Omnipresent Disease, Dean Dirg, Alarmstufe Gerd aber auch so Bands wie Cobretti oder AYS. Sprich: Hardcore Punk in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. "Sex mit Bekannten" hingegen ist eine ganz andere Art von Sampler: Was wir hier vorfinden sind viele Bands die Songs unter oder knapp über eine Minute haben. Powerviolence, Hardcore Punk, Deutschpunk. Also: T-34, Derbe Lebowski, Schwule Nuttenbullen, Henry Fonda als auch Brutal Verbimmelt. Letztere habe ich schon zwei Mal live gesehen. Beim ersten Mal war dieser nervige, beleidigende Sänger dabei der alles um sich rum beschimpft hat - beim zweiten Mal hat man ihn "unterwegs irgendwie verloren." Habe das Teil auch auf Vinyl, inklusive Kondom oder Schwangerschaftstest - ich weiß es leider nicht mehr genau.

47. Still Hardcore - Nix-Pop Sampler

Ein weiterer Sampler aus dem Hause Nix-Pop. Ich glaube auch, dass es der letzte ist. Hier vereint man alle möglichen Sparten des Hardcore Punk. Also wirklich alle möglichen Richtungen. Ob es jetzt Oldschool, Newschool, Youth Crew, Post-Hardcore, Mathcore oder Beatdown ist. Alles ist hier drauf. Tatsächlich hat mein Rechner die alphabetische Ordnung für diesen Ordner ausgewählt sodass mein Winamp-Player alles in alphabetischer Reihenfolge abspielt. Es fängt also an mit A Case of Grenada und endet mit Your Creation. Wir haben Hüsker Dü, Every Time I Die, H2O, From Ashes Rise, Donnybrook aber auch Bands wie xFAT ASSx (mit dem Titel "Shake Your Ass") oder Siren ("Survival of the Slickest" - großartiger Song, ich finde leider gar nichts zur Band). Nunja, meiner Meinung hat sich hier jemand ordentlich Mühe bei der Zusammenstellung gegeben. Großartiger Überblick über verschiedene Sparten des Genres.

48. Take a Bite Outta Rhyme: A Rock Tribute To Rap

Nach all den Psychobilly, Crust und Hardcore Samplern endlich mal etwas Abwechslung. Hierbei haben wir es mit einem äh Rock Tribute an Rap Artists zu tun. Es ist einfach großartig. Es geht los mit Staind, die zusammen mit Fred Durst und DJ Lethal (beide Limp Bizkit) den Überhit "Bring The Noise" von Public Enemy und Anthrax covern. Es ist glaube ich das erste Mal, dass ich Aaron Lewis rappen höre. Interessant, dass jemand wie er, der heutzutage full blown MAGA ist, eine Rapcrew covert die genau das Gegenteil von ist/war. Sevendust covern "Going Back To Cali" von LL Cool J. Run DMC werden gleich zwei mal gecovert: "Sucker MCs" von Lordz Of Brooklyn und Everlast als auch "It's Tricky" von der Bloodhound Gang. Insane Clown Posse verwursten Sir Mix-A-Lots "Posse on Broadway". Das ungewöhnlichste Cover ist hierbei "Microphone Fiend" (Eric B. and Rakim) von den Fun Lovin' Criminals. Die FLC waren eine eher smoothe und entspannte Band mit genauso entspannten Texten. Völlig abstrakt wird es in "The Tribute" der Nu Metal Band Nonpoint. Darin werden die Songs "Children's Story" (Slick Rick), "Whoo-Hah (Got You All In Check)" (Busta Rhymes) als auch "Method Man" (Wu-Tang Clan) zu einem Nu Metal Banger verschmolzen. Wahnsinn.

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Kid Rock Discography: Bad Reputation (2022)

Bis jetzt letztes Album von Kid Rock, erschienen zwei Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie. Ich glaube, dass es das bis dahin umstrittenste Album von ihm ist. Das hat gute Gründe, allerdings sind diese bereits zu Beginn zu hören und wohl am ausschlaggebendsten. Damit meine ich die Songs "Don't Tell Me How To Live" und "We The People". Der erste Song ist eine Neuinterpretation des gleichnamigen Songs der kanadischen Band Monster Truck, die hier als Gast gefeatured sind. Es geht grundsätzlich darum, dass man ein zäher Hund ist, der sich von niemanden nichts sagen lässt und die Schnauze voll hat von all den "Snowflakes" die einen ohne Grund angreifen. So weit, so schlecht. In "We The People" allerdings wird es wesentlich schlimmer - wobei alles parallel stattfindet. Kid Rock schafft es gleichzeitig zu sagen dass er "keine Hautfarbe sieht und wir alle rotes Blut haben" (also meiner Meinung nach durchaus der Versuch Rassismus eine Absage zu machen) und dass er die "Black Lives Matter"-Bewegung als obsolet ansieht. Eben weil er keine Hautfarbe sieht. Als jemand der gleichzeitig durchaus Kritik an BLM hatte und trotzdem deren wichtige Grundanliegen versteht sehe ich
das als eine Art Spagataktion um zu zeigen dass man a) kein Rassist ist und b) keiner von diesen äh "Snowflakes und ein zäher Hund" ist. Dazu kommen noch Anschuldigungen gegenüber damaligen Präsidenten Joe Biden als auch Dr. Anthony Fauci. Es geht um Maskentragen, was äh fürchterlicher Faschismus ist, Covid-19-Einschränkungen usw. Man bringt sogar "Let's Go Brandon!" (codewort für "Fuck Joe Biden!") im Refrain unter. Im Grunde also pathetisches, "patriotisches" Gemurmel von jemanden der die Situation nicht versteht und sich von seinen Gefühlen leiten lässt. Das sind übrigens, nach den Ausnahmen auf dem Vorgänger "Sweet Southern Sugar" neue Rap-Rock-Songs von KR. Das erste Mal seit langem (also in dem Fall seit fünf Jahren), dass er wieder rappt. Das ist hier mehrfach der Fall. Und es ist nicht gut. Der Rest des Albums besteht insgesamt aus schmalzigen Southern Rock/Country-Songs darüber dass man äh ein zäher Hund ist, auf der Überholspur lebt und sich nichts sagen lässt... und eigentlich nichts weiter. Interessanterweise schafft KR es, sowohl das zu behaupten, als auch dass er "fucking fifty" ist und sich wahrscheinlich in die Hose geschissen hat - im letzten Song "Fifty". Dazu kommen noch irgendwelche Fantastereien über Südstaaten - "Ala-fuckin-bama" (einer der wenigen guten Songs hierauf) - obwohl KR bekanntlich aus Michigan stammt. Und natürlich auch darüber dass er sein Land liebt und möchte dass alle sich lieb haben - in "My Kind Of Country" - was irgendwie im Gegensatz zu "We The People" steht. Meiner Meinung nach versucht KR hier zweigleisig zu fahren und natürlich seine Country Redneck Fanbase zu erreichen. Die ursprünglichen Alternative Kids, die seine Rap Rock Phase gefeiert haben, sind natürlich schon längst weg. Es ist ein sehr dürftiges Album von jemanden, der mit ganz viel Provokationen irgendwie versucht relevant zu bleiben. Das funktioniert nicht wirklich. Es ist ein füchterliches, möchtegern provokantes, pseudopolitisches, schmalziges Country Rap Rock Album. Ich gebe eine Pfandflasche für den Einsatz von Geigen. Das finde ich tatsächlich gut, aber das war's auch schon. Bin sehr froh darüber, dass diese Discography zu Ende ist.

1/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Ala-fuckin-bama



Linkin Park Discography: A Thousand Suns (2010)

Wenn man "Reanimation" mitzählt ist das hier das fünfte Album, wenn nicht dann ist es das vierte. Sei's drum. Ich werde nicht lange drum herum reden.

Man hat sich bereits auf dem Vorgänger "Minutes to Midnight" langsam von Nu Metal verabschiedet, bzw. hat es schon auf dem Vorvorgänger "Meteora" versucht. Hier ist wirklich nüschts davon zu hören. "A Thousand Suns" (übrigens eine Anspielung auf die von Bhagavad Gita Bezug nehmende bzw.

inspirierte Rede von Oppenheimer, welche hier auch gesamplet wird) ist ein sehr sanftes Album. Man nimmt Bezug auf diverse gesellschaftlichen Themen und packt alles in einen irgendwie progressiv wirkenden, elektronisch angehauchten Rock-"Mantel". Achja und natürlich wurden auch Martin Luther King und Mario Savio gesamplet. Besonders gut gefallen mir die Songs in welchen Mike Shinoda in seinen Rap-Parts "freidreht" oder DJ Joe Hahn seine Turntable-Künste zum Besten gibt. Es ist definitiv nicht das schlechteste von LP. 

Meines Erachtens eine Art "kantigere" Version von all diesen Bands die später im Radio liefen wie 21 Pilots oder Imagine Dragons. "Kantig" weil irgendwie mehr Inhalte und wesentlich mehr Edge zu hören sind. Oder, um es aus der umgekehrten Perspektive zu betrachten, eine radiotauglichere Version von sich selbst - und das obwohl LP spätestens seit "Meteora" definitiv radiotauglich waren. Ich würde nicht sagen, dass mir das gar nicht gefällt. Es ist mir nur auf Dauer zu glatt poliert, trotz der einigen wenigen Kanten. Ich stehe halt nicht auf "alternativ" anmutenden Electronic Rock. Oder so. Das ist einfach nicht mein Ding. Aber ich sehe die Perlen hierauf. Daher:

6/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: When They Come For Me, Wretches And Kings, The Catalyst



Opeth Discography: Damnation (2003)

Falls ihr euch jetzt fragt, "Hä, was hat er jetzt mit "Deliverance" gemacht? Wo ist es hin?", dann sage ich hier. Rein zufällig wurde dieses Album schon mal hier reviewt und daher wird nur darauf verwiesen. 

Jedenfalls wurde "Damnation" gleichzeitig mit "Deliverance" aufgenommen und tatsächlich werden beide Alben als ein Ganzes betrachtet. Jedoch ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Während "Deliverance" zwar schon Progressive Rock Anteile geboten hat, gab es trotzdem noch todesmetallische Growls und verzerrte Gitarren zu hören. Das ist bei "Damnation" gar nicht mehr der Fall. Stattdessen fokussiert man sich auf die eigene "seichte" Seite. Das Album kommt ohne gutturale Vocals, komplizierte Gitarrenriffs, donnernde Drums und jegliche anderen metallischen Schlagwörter. Es ist

quasi Opeth stripped to the basics. Was wir zu hören kriegen sind größtenteils akkustische Gitarren, langsames Drumming und die melodische Stimme Mikael Akerfeldts als auch hier und da ein Mellotron. Textlich betrachtet bewegt man sich allerdings in ähnlichen Gefilden und macht einfach verdammt gutes Storytelling. So schildert "Death Whispered A Lullaby" den Vorgang des Todes bei einem Menschen und eine Art letztes Wiegelied gesungen vom Tod höchstselbst. Im Refrain heißt es mehrfach "Oh, sleep my child".

Im Grunde genommen, ein sehr gefühlvolles, eindringliches und ruhiges Album. Nichtsdestotrotz gibt es einen gewissen Spannungsaufbau. Kein Song hört sich an, wie der vorherige und man schafft es, abwechslungsreich zu bleiben. Trotzdem mochte ich diese andere Art von Abwechslung, nämlich das Auf und Ab von gutturalen und cleanen Vocals, Härte und Akkustik wesentlich mehr. Tatsächlich ist "Damnation" das Opeth-Album, welches ich bis jetzt am wenigsten gehört habe. Es ist schön, sehr gefühlvoll und definitiv ein weiterer Diamant in der Opeth'schen Discography. Nur leider nicht ganz so mein Fall von Diamanten. Darum:

7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Death Whispered A Lullaby, Windowpane, Hope Leaves



Slayer Discography: World Painted Blood (2009)

Wenn man "Undisputed Attitude" nicht miteinbezieht ist es das zehnte Album. Wenn man es doch tut, ist es das elfte. 

Ich halte mich mal kurz. 


Es ist okay. Aber mehr auch nicht. "World Painted Blood" bietet genau das, was Slayer-Fans erwarten. Eine weitere Rückkehr zu den Wurzeln - aber nicht zu weit zurück. In etwa vergleichbar mit "South of Heaven". Texte über den Untergang der Welt, Menschen die einander abschlachten, dauerhaften Kriegszustand, die Rolle der USA in der Welt und natürlich Serienkiller. Diesmal ist anstelle von Ed Gein, die Rede von Andrei Tschikatilo in "Psychopathy Red". Jeff Hanneman hat hier wesentlich mehr Songs als auf "Christ Illusion" mitgeschrieben - dieses war nämlich das beinahe alleinige Werk von Kerry King. Es ist übrigens das letzte Album mit Hanneman vor seinem Tod. Danach wurde er durch Gary Holt ersetzt. Ansonsten ist auch alles beim alten. Verdammt, ich wiederhole mich sogar in diesem Review. 

Ich muss sagen, dass das Album mich stellenweise wirklich langweilt, wobei es auch tatsächliche Banger gibt. Allein der Opener. Oder den Song über äh Snuff-Filme namens "Snuff". Ich find's witzig wie Tom Araya "AACTIOOOOOOOOOOOOOOOOOOOON!" ruft. Es ist ganz viel 0-0-0-0-0-0-0, ganz viel wuoooooauuoaoooouooowwuwoooooooh und Schlagwörter wie "DISARAAAAAAY" und "ANARCHYYYYYYYYYYYYY". Es ist glaube ich ganz gut, dass Slayer aufgehört haben.

4,9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: World Painted Blood, Snuff



Mittwoch, 7. Januar 2026

Film der Woche#664: Death Watch (1980)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Film der Woche", des Jahres 2026!

Aufgefunden in irgendeiner Bestenliste oder irgendeinem YouTube-Video oder irgendeinem Instagram-Post. Ich fand das interessant, hab's mir aufgeschrieben und nun sind wir hier. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Kriegsfilm aus den 2000ern, der während des ersten Weltkriegs spielt. 

Basierend auf "The Unsleeping Eye" von David G. Compton. In Deutschland auch bekannt als "Death Watch - der gekaufte Tod".

"Death Watch" wird als niedrigschwelliges Sci-Fi oder "Sci-Fi Light" bezeichnet. Die Handlung spielt sich ab in Schottland, irgendwann in naher Zukunft, betrachtet ab dem Jahr 1979. Die meisten Krankheiten sind mittlerweile behandelbar bzw. werden einfach wegoperiert. Die meisten Menschen haben keine Berührungspunkte mit dem Tod. Sie erleben ihn quasi nicht. Das Fernsehen dominiert den Alltag. Überall, sogar an den Kassen im Supermarkt sind Bildschirme. Menschen gucken dauernd irgendwelche Serien oder Sendungen. Eine der beliebtesten Sendungen ist "Death Watch". Darin begleitet eine Kamera eine Person in ihrem Alltag, die vor kurzem ein Todesurteil bekommen hat. Sprich: Die Person, die aufgenommen wird ist unheilbar krank und wird bald sterben. Dafür gibt es ein enormes Honorar. Die Sendung ist darum besonders spannend, weil Menschen wie oben beschrieben, kaum Berührungspunkte mit dem Tod haben und es spannend finden. Trotz alledem sterben Städte aus,
es gibt Arbeitslosigkeit. Lehrer werden durch Computer ersetzt. Die Bestsellerautorin Katherine Mortenhoe (Romy Schneider) kriegt bei einem Arztbesuch mitgeteilt, dass sie an einer unheilbaren Krankheit leidet. Ein neuer Mitarbeiter der "Death Watch"-Sendung, ein gewisser Roddy (Harvey Keitel) hat an einem Experiment teilgenommen. Der Mann, der immer mit offenen Augen schläft und niemals blinzelt, hat sich hinter seine Augen Kameras installieren lassen. Er soll nun, wenn Kathryn denn der Aufnahme ihres Lebens zugestimmt hat, sie beobachten. Der Druck auf sie wird immer größter und sie unterschreibt einen Vertrag. Als ihr jedoch klar wird, dass jeglicher Aspekt ihres Lebens im Fernsehen übertragen wird, flüchtet sie und taucht in einem Obdachlosenasyl ab. Roddy findet sie dort vor und freundet sich mit ihr an. Sie weiß allerdings nicht, dass er für "Death Watch" arbeitet. Er hingegen fängt irgendwann an, sein Auftrag zu hinterfragen, nachdem er angefangen hat sie zu mögen.

"Death Watch" sieht nicht nach Sci-Fi aus. Stattdessen lassen die Bilder einen vermuten, es würde sich um ein Drama handeln dass von der Tristesse des Glasgow der 1970er Jahre handelt. Kaum ein Mensch würde auf die Idee kommen, es würde sich um Sci-Fi handeln. Höchstens die Bilder der Flucht von Roddy und Katherine lassen einen vermuten, es könnte sich um irgendwas post-apokalyptisches handeln weil die Kulisse so komplett kaputt ist. Im Grunde genommen ist es eine Erzählung über menschliche Gier nach Sensation, Einschaltquoten, Aufmerksamkeit und Profit. Die Tatsache, dass ein Mensch vor laufender Kamera sterben wird, ist egal. Hauptsache wir bezahlen sie irgendwie und wir halten die Kamera drauf. Hauptsache, es wird ausgestrahlt. Das wichtigste allerdings ist, dass es jemanden gibt, der anfängt zu hinterfragen. "Death Watch" ist ein interessantes, trauriges und durchaus realistisches Sci-Fi-Drama. Realistisch weil es auf unsere heutige Zeit übertragbar ist. Menschen sind auch heutzutage gierig darauf, andere beim Scheitern oder Sterben zuzusehen. Weil es so neu ist, weil es so spannend ist, und auch weil ihr eigenes Leben so trist und langweilig ist. 

8,75/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Dienstag, 6. Januar 2026

Comic Book Review#662: Crisis on infinite Earths#1-12 (1985-1986)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten Comic Book Review im Jahre 2026. We man schön sagt: "I'm gonna start the year with a bang!", oder so. "Crisis on the infinite Earths" war ein massives, 12-teiliges Crossover aus dem Hause DC Comics, welches zwischen April 1985 und März 1986 rausgebracht wurde. Geschrieben vom großartigen Marv Wolfman, gezeichnet von George Pérez. Einige von euch könnten die Geschichte kennen als dreiteiligen Zeichentrickfilm "Justice League: Crisis On Infinite Earths" oder als Event des sogenannten "Arrowverse", ausgetragen in den Serien "Flash", "Arrow", "Legends of Tomorrow", "Supergirl" und "Batwoman". 


Das Vorhaben von Marv Wolfman war das sogenannte "Multiversum" innerhalb von DC Comics künstlich aufzulösen, weil er es als unvorteilhaft gegenüber neuen Lesern empfunden hat. 

Wir befinden uns in verschiedenen Zeitlinien. Irgendwann vor unserer Zeit hat ein Wissenschaftler namens Krona, auf dem Planeten Oa, eine Maschine erfunden, die ihn erlaubt hat in die Vergangenheit zu blicken. Ein kosmisches Wesen, ebenfalls von einer weit entfernten Vergangenheit, namens Monitor beobachtet die Vorgänge auf verschiedenen Erden/Realitäten/Zeitlinien. Doch es existiert auch sein Gegenpart, der in einem dunklen auf Anti-Materie basierten Universum auf die Welt kam: Der Anti-Monitor. Dieser wurde aus Versehen von einem Mann befreit, der später als Pariah bekannt wird und vom Schicksal gezwungen ist, dem Tod und Verderben der im Laufe der Handlung geschieht, zuzusehen. Anti-Monitor wird also befreit und fängt an, ein Universum nach dem anderen zu zerstören. Er setzt dafür eine Welle von Anti-Materie ein, die von den Bewohnern der Erde als dunkelroter Himmel wahrgenommen wird. Sein Vorhaben ist: alleiniger Herrscher über das Multiversum zu werden. Er schafft es sogar Barry Allen aka the Flash gefangen zu nehmen und seine Energie anzuzapfen. Mithilfe des Emotionen steuernden Bösewicht Psycho Pirate manipuliert er sogar einige Helden. Als auf Erde-3 (der Heimat von Ultraman, Superwoman und anderen bösen Gegenparts der Justice League) der Untergang droht schickt der hiesige Lex Luthor zusammen mit seiner Frau Lois Lane ihren Sohn Alexander Luthor Jr. mit einer Kapsel ins Weltall. Diese wird tatsächlich von Monitor und seiner treuen Partnerin/Gehilfin Harbinger gerettet. Auch werden verschiedene Helden von verschiedenen Erden zusammen gebracht. Sie sollen gemeinsam gegen den Anti-Monitor kämpfen und den Untergang vom Multiversum verhindern. Doch es kommt natürlich ganz anders als gedacht und viele Helden sterben den Comic-Tod.

Es ist ein wahrlich massives Event. Nicht das erste Crossover, aber das Crossover was das Konzept eines riesigen verlagsinternen Ereignisses popularisiert hat. Wir kriegen jeweils kurze Einblicke in verschiedene Realitäten, verschiedene Erden und veschiedene Zeitlinien. So sind wir immer mal wieder auf der Erde-1, 2, 3 als auch X, S und irgendwann auch ganz ganz woanders. Richtig spannend wird es, als der Anti-Monitor aufgehalten wird. Der diabolische Plan, bei welchem die Erden zu einer einzigen zusammengeführt werden wird aufgehalten. Dabei "überschneiden" sich die verschiedenen Realitäten sodass auf einer Erde gleichzeitig die Dinosaurier, Nazis als auch fliegende Autos zu sehen sind. Hier kommt gefühlt jeder Character vor, den es so gibt. Und im Gegensatz zu heute hat Batman keine großartige Rolle. Es gibt verschiedene klitzekleine Cameos, die heutzutage auch so übrig sind in verschiedenen Medien von DC oder Marvel. Das ist das einzige was etwas stört, weil es so kurz ist. Allerdings wollte man ein allumfassendes Event in Gang setzen, von daher verständlich. Was die Folge des Ganzen ist: viele Tote, ausgelöschte Welten und eine gänzlich neue Welt in welcher sich kaum jemand (bis auf die Beteiligten) erinnern kann, was denn überhaupt passiert ist. Zwei verschiedene Supermen! Der Tod von Supergirl, Flash, Wonder Woman und vielen anderen. Manchmal gekonnt manchmal weniger gekonnt in Szene gesetzt. Fantastische, halbwegs realistische Zeichnungen. Meiner Meinung nach ein sehr guter Einblick zum Thema "DC in the 80s". Es ist etwas für diejenigen die gerne in der Vergangenheit rumgraben und gerne sehen würden, wie es vorher war. Ein Zeitdokument also.

Ob Earth Crisis sich nach diesem Comic benannt haben? Ich glaube nicht, aber die Idee wäre witzig.

8/10 Pfandflaschen
Hier ein Video dazu von Omniverse Comics Guide:






Montag, 5. Januar 2026

Album der Woche#666: Obtained Enslavement - Witchcraft (1997)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten Album der Woche im Jahre 2026 und gleichzitig zum SECHSHUNDERTSECHSUNDSECHZIGSTEN ALBUM DER WOCHE! Ich habe über 10 Jahre darauf gewartet und jetzt ist es endlich soweit. Die nächsten Wochen kommen auch die entsprechenden Comic Book und Film Reviews mit der Zahl des Tieres. Damit heiße ich euch auch zum neuesten Themenmonat willkommen und zwar ist Januar 2026, albumtechnisch zumindest, der norwegische Black Metal Monat. 


Den Anfang macht das zweite Album von Obtained Enslavement namens "Witchcraft" aus dem Jahre 1997. OE sind größtenteils eher unbekannt - liegt vielleicht daran, dass sie nach dem Umzug ihres Sängers Pest in die USA sich aufgelöst haben weil sie keinen Ersatz für ihn gefunden haben. Ja genau, der Pest der auch als Vocalist für Gorgoroth in Erscheinung getreten ist. Am Schlagzeug sitzt jemand, der sich Torquemada nennt, am Bass jemand namens Tortur und Döden an der Gitarre (spielte auch bei Aeternus, die ich auch mal live sehen durfte, falls es dieselben sind lol). Witzigerweise haben OE in ihrer Vergangenheit, ähnlich wie Darkthrone, Death Metal gemacht, bis sie höchstwahrscheinlich aufgrund gewisser musikalischer Einflüsse, plötzlich sich für ganz andere Musik entschlossen haben. "Witchcraft" wurde im Grieghallen Studio aufgenommen und von Pytten produziert, der auch schon für "In The Nightside Eclipse" von Emperor als auch "De Mysteriis Dom Sathanas" von Mayhem verantwortlich war.

Was erwartet uns hier also? Nun, um es in einfache Worte zu packen: Ganz viel Gekrächze und Tüdülü am Keyboard. Aber das ist schön, weil es wie ein monumentales Werk funktioniert. Symphonischer Black Metal, bei welchem nicht nur der Black Metal Part kriegerisch klingt, sondern auch der symphonische. Als hätte jemand mit Begeisterung für klassische Musik ein Black Metal Album aufgenommen. Klassisches Nerdtum mit E-Gitarre, das klingt als wäre es für ein Fantasy-Film aufgenommen, welcher von der Hexenverfolgung im Mittelalter handelt. Die Songs tragen Titel wie "Witchcraft", "Warlock" und "The Seven Witches". Es ist dampfwalzender, metallischer und klimpernder Soundteppich, der (beliebige Black Metal Umschreibung hinzufügen) wunderschön kloppt und ballert. Böhse Zungen würden behaupten, das hätte es schon mal gegeben. Richtig, davor und danach. Das ändert nichts an der Tatsache, dass es verdammt gut produziert und verdammt sauber und ordentlich klingt. Es langweilt auch nicht. Nicht jeder Song klingt gleich, was für BM-Bands schon eine Meisterleistung ist. Schade, dass nach 2000 keine weiteren Alben mehr kamen. Fantastisches Werk.

9/10 Pfandflaschen
Warlock, Veils of Wintersorrow, Carnal Lust, O'Nocturne