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Montag, 19. Januar 2026

Album der Woche#668: Satyricon - Nemesis Divina (1996)

Hallo und herzlich willkommen zum mittlerweilen dritten "Album der Woche" im Rahmen des "Norwegian Black Metal"-Themenmonats. Eigentlich wollte ich dieses Album hier gleich zu Beginn des Jahres, als "Album der Woche"#666 rausbringen - doch dann habe ich mich für etwas ein wenig abstrakteres entschieden. Jedenfalls, here we are: Drittes Album von Satyricon, "Nemesis Divina", das 1996 erschienen ist. Falls ihr Bock habt das Review zum ersten Album "Dark Medieval Times" zu lesen, so klickt hier. 


Um noch mal auf das erste Album zurückzukommen: "Dark Medieval Times" kombinierte auf eine originelle Art und Weise klassische Black Metal Sounds mit folkloristischen Klängen. Soll heißen: Es klang nach einem Ausflug einer Bande von Corpsepaint-begeisterten Jugendlichen in einen nahe gelegenen Wald um gemeinsam in der Natur Flöte zu üben. Der Nachfolger "The Shadowthrone" verzichtete bis auf paar Ausnahmen auf diese Folk-Sounds. "Nemesis Divina" hingegen, das als das letzte klassische Satyricon-Album (bevor die Band angefangen Black'N'Roll zu machen) gilt, verbindet klassischen dampfwalzerischen norwegischen Black Metal mit Keyboards-Sounds. In anderen Worten: Am Gesang ganz groß "Kräh kräh", an der Gitarre ganz viel "ich reibe mir die Finger wund und lege zwischendurch schöne Melodien ein", am Schlagzeug "scheiße ich kann nicht mehr aufhören zu kloppen, es macht so viel Spaß" und zwischendurch hin und wieder ein "Tülülülülü" vom Keyboard. Oh und eine gesprochene Passage von der Künstlerin Nebelhexe aka Andrea Haugen auf dem ersten Song "The Dawn Of A New Age". Es gibt auch einen durchaus kontroversen Song. "Mother North" (das interessanterweise Passagen beinhaltet, die an "Beds Are Burning" von Midnight Oil erinnert) ist eine Ode an Norwegen bzw. ein Abgesang an die "Verunreinung der Heimat und der Natur". Es wirkt auf mich wie die Ablehnung von christlichen Werten als auch den Norwegern die sich von der Natur entfernt haben und ihre "nordischen Geist" verloren haben. Im Grunde genommen sowas wie "wo sind wir angekommen, merkt ihr nicht, wie ihr untergeht". Man könnte behaupten, dass da nationalistische Untertöne vorhanden sind - oder aber einfach gefährlicher naturbezogener Romantismus oder Paganismus. Ich behaupte, dass Satyricon mittlerweile selbst im Mainstream angekommen sind und sowas nicht mehr schreiben würde bzw. Ich kann zwei Männer im Corpsepaint nicht ernstnehmen die in einem dazu gedrehten Musikvideo fiese Grimassen ziehen. Auf rein musikalischer Ebene ist der Song ein absoluter Banger.

Und dabei bleibe ich auch. "Nemesis Divina" muss man sich entweder mit guten Kopfhörern oder auf einer Anlage geben. Es tut gut diesen musikalischen Riesenteppich zu bürsten und immer wieder klitzekleine Momente zu erwischen, die einen an andere Bands erinnern. Genauer gesagt eigentlich nur eine. Und zwar Bathory zu ihren "Hammerheart"-Zeiten. Im Grunde genommen hören sich Satyricon hier an wie eine Art Amalgam aus Black Metal Gesang, Black Metal Blastbeats und "Viking Metal"-Melodien. Wahrhaft klassisch. Traumhaft schön als Untermalung zum Ausflug (sei es in der Natur oder irgendwohin wo man ausm Fenster während der Fahrt natur sehen kann). 

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Du som hater Gud, The Dawn of a New Age, Mother North


Mittwoch, 24. Oktober 2018

Album der Woche#365: Satyricon - Dark Medieval Times (1993)

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "Album der Woche im Spooktober. Ich habe das folgende Album reviewen wolle, weil nun ja, die Band war damals noch relativ gruselig.

Die aus Norwegen stammenden Satyricon veröffentlichten 1993 ihr erstes Album: "Dark Medieval Times". Damals waren sie noch weit weit, weeeeeeit entfernt von Konzerten mit norwegischen
Orchester und "Black'N'Roll". Das heißt natürlich nicht, dass ich deren neuere Sachen nicht gut finde, allerdings ist das hier eine ganze Ecke anders.

"Dark Medieval Times" handelt, laut Reviewer Seker von "Wald, Schlössern und Schlössern in Wäldern". Und gottverdammt noch mal, da hat er sowas von recht. Die Songs heißen: "Into the Mighty FOREST, The Dark Castle in the Deep FOREST und TAAKESLOTTET (also so viel wie "FOREST in the fog"). Die Musik ist sehr minimalistisch gehalten. Es sind zwar insgesamt vier Mann involviert gewesen, das Album hört sich aber an, als wären es vielleicht zwei. Und eigentlich besteht die Hauptbesetzung aus Satyr und Frost, also habe ich gar nicht mal so unrecht. Klassischer, minimalistischer, relativ schlecht aufgenommener BM. Schreddernde Riffs, Blastbeats und zwischendurch Flöten. Ganz genau, Flöten. Ganz ordentliche, mittelalterlich klingende Flöten die das Thema des Albums noch mal unterstreichen. Zwar klingen sie ein Bisschen zu fröhlich, aber das ist okay. Ich habe mich nach einer Weile daran gewöhnt. Außerdem sind die Texte so schön pathosgeladen und düster, dass mein Herz aufgeht:

"Two shades of the midnight fire
In the night sky
You waiting child walk with me
Walk by side of fall
The essence to open those gates
And still we must walk the path of sorrow"
(aus "Walk the Path of Sorrow")


8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Alles, ernsthaft jetzt.