Entgegen des Titels ist das nicht die erste EP von Gehenna sondern die zweite. Also vielleicht ist das ihr erster Zauberspruch, aber sicherlich die zweite EP. Rausgekommen im Jahre 1995, allerdings 2008 mit mehreren Bonustracks wiederveröffentlicht. Und zwar mit ganzen neun Songs, sodass man bei insgesamt vierzehn Songs eigentlich von einem Album sprechen kann. Was den Bandnamen betrifft, so bedeutet dieser "Hölle" in christlicher und jüdischer Mythologie. Ähnlich wie der Albumtitel "Gehinnom" von Gevurah, falls ihr euch daran erinnern könnt.
"First Spell" entstand nach einigen Besetzungswechsel im Line-Up als auch an gewissen Schwierigkeiten hinsichtlich des Debütalbums. So konnte das Record-Label das Aufnahmestudio nicht bezahlen und der Release konnte so nicht stattfinden. Jedenfalls haben sich die vier Mitglieder (Dolgar, Dirge Rep, Svartalv und Sanrabb) mit Sarcana eine Keyboardistin in die Band geholt, die ihren Sound maßgeblich verändert hat.
Es war glaube ich, die beste Entscheidung die sie hätten machen können. Die EP wurde in nur fünf Tagen aufgenommen und bot dem Zuhörer einen etwas anderen Sound, als man von der norwegischen BM-Szene gewohnt war. Kein endloses Blastbeat-Gewitter, kein Sänger der beim Trepperunterfallen ein Aufnahmegerät anhatte. Stattdessen Gitarren die mit voller Absicht etwas mehr in den Hintergrund und ein Keyboard das in den Vordergrund gemischt wurde. Wie sich das dann insgesamt anhört? Nun ja, wir haben einen krächzenden Sänger, der vor langsamen, atmosphärisch klingenden Gitarrenriffs äh krächzt und ein elektronisches Klaviergerät, dass sich nach Kirchenorgel anhört. Damit gelingt es Gehenna, ihren Sound nicht mit "extremen Sound" zu überladen und nicht zwanghaft edgy zu klingen und gleichzeitig kein "Symphonic Black Metal"-Gulasch zu verarbeiten. Meiner Meinung klingen sie hier wie eine "Novelty Goth Band", die sich einen BM-Sänger ins Boot geholt hat. Sehr eindringlich, überhaupt nicht aufdringlich und verflucht noch mal sehr atmosphärisch. Geheimnisvoll, fast schon. Würde ich so behaupten. Die Songtitel erfüllen natürlich jegliches Klischee, aber das ist in Ordnung so.
Anspieltipps: The Shivering Voice of the Ghost, A Witch Is Born, Angelwings and Ravenclaws
8,5/10 Pfandflaschen

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