Montag, 17. Juli 2023
Samstag, 15. Juli 2023
So isses, Musik!#169
"Puh, das ist dann wohl diese Stelle, an der es anfängt, interessant (oder unangenehm, je nachdem wie man das sehen möchte) zu werden. Die Besetzung hat sich zu „Sich fügen heißt lügen“ nicht verändert, dafür gibt es die ersten neuen Texte seit der Reunion.
Ich muss fairerweise an dieser Stelle gestehen, dass ich schon lange nicht mehr so wenig Bock hatte, eine Platte zu reviewen. Ich bin sehr unvoreingenommen an dieses Album herangegangen und habe mir bereits nach den ersten 4 der 16(!!!!) Songs vorgenommen, dass ich sie definitiv zum letzten mal gehört habe. Nun versucht mal eine Platte zu reviewen, die ihr nur einmal gehört habt, das ist nicht nur eine Frechheit sondern auch wirklich schwierig, aber ich wäre nicht Mitglied unseres lustigen Trios, wenn ich nicht selbst diese Herausforderung annehmen würde. Nun sitze ich hier in der Nacht vor dem Ende der (weichen) Deadline um 2 Uhr vor meinem Laptop, höre The Gits (hier an dieser Stelle unbedingte Empfehlung, großartige Band mit sehr tragischer Geschichte) und versuche, meine Enttäuschung über dieses Monstrum in möglichst griffige Worte zu schmeißen.
Potential für wütende und kämpferische Texte ist ja durchaus gegeben, es ist 2017, Donald Trump wurde Präsident der USA, mit der AfD stellt in Deutschland eine rechte Partei wieder eine ernstzunehmende Gefahr dar, Erstarken der alternativen und neuen Rechten, neuer Konservativismus, Islamismus etc., Themen gibt es viele, da muss man eigentlich nicht das tausendste generische Lied gegen Nazis schreiben, Slime ist das aber herzlich egal. Man bleibt textlich eben in der Deutschpunk-Komfortzone.
Es gibt natürlich nicht nur schlechte Seiten an „Hier und Jetzt“, die guten Songs sind definitiv vorhanden, der Opener „Unsere Lieder“ beginnt bereits mit einer sehr guten Idee, dem philosophieren über das eigene Werk, ob die Songs von früher überhaupt den Test der Zeit bestehen oder ob die Gesellschaft sich so weit verändert hat, dass frühere politische Songs nur noch anachronistisch wirken. Musikalisch ist das nicht unbedingt ein Glanzmoment für Slime aber zumindest ein griffiger Rocksong, wirklich meckern möchte ich darüber auch nicht, da gibt es ganz anderes Potential. Brandstifter konnte ich noch ertragen, „Sie wollen wieder schießen dürfen“ (tatsächlich auch ein modernes Thema, ein Rundumschlag gegen die AfD und über neue Fluchtbewegungen) fand ich auch noch ganz gut, „Patrioten“ tatsächlich auch, zumindest die eine Minute bis ich diesen Haufen Sondermüll skippen musste, weil: Swiss. Dieser verfickte Hundesohn Swiss. Ich hasse den so sehr, es tut weh, wie kann man denn als Rapper schon allein in seinem Flow so unsympathisch sein? Ich halte diesen Trottel keine 5 Sekunden aus.
Ab diesem Moment hatte ich schon absolut keinen Bock mehr, das war auch generell in meiner kurzen Review-Karriere das erste mal, dass ich einen Song nicht zu Ende hören konnte und ich habe mich (mehrmals) durch Technical Ecstasy und Cross Purposes gequält. Demzufolge habe ich auch über alles, was danach kam wenig positives zu sagen, ich hatte nämlich einfach die Schnauze voll, „Hier und Jetzt“ ist ein furchtbar deutschrockiger Schunkelsong, den hätte man für gutes Geld an Matthias Reim verkaufen können, da hätte er weniger Schaden angerichtet aber nunja, macht was ihr wollt, ihr seid ja alt genug und eurer Szenereputation wird das ja auch nicht schaden.
Achja, zu ein paar Songs hatte ich mir noch Notizen gemacht, „Ernie und Bert in Guantanamo“ ist einfach dämlich, ich verstehe wirklich nicht, was Ernie und Bert hier zu suchen haben, vermutlich wirklich, damit man „Wieso, Weshalb, Warum“ und „Wer nicht fragt bleibt dumm“ hier einbauen konnte und weil „Samson und Tiffi in Guantanamo“ oder „Krümelmonster und Grobi in Guantanamo“ einfach noch bescheuerter klangen.
„Let’s Get United“ ist ein unangenehmer Zusammenhalts-Song, ähm, ich glaube das ist Oi! Zumindest sind Los Fastidios dabei, eine italienische Oi!-Band, die einen Hit hat, den ich aber irgendwie auch nicht mehr hören kann. Sorry. Nein.
„Ich kann die
Elbe nicht mehr sehen“ fand ich als Anti-Gentrifizierungs-Song ganz
interessant und musikalisch ist das Wiederaufgreifen von
„Deutschland“ eine ganz nette Idee, textlich wäre es kaum
unangenehmer umzusetzen gewesen, es ist einfach ein furchtbarer
lokalpatriotischer „Was habt ihr aus meinem Hamburg gemacht?“
Boomer-Song, kann dann doch auch weg.
Slime 2017: Campino, Andi, Breiti, Vom Ritchie, Wölli
Foto: Viktor Schanz
Was mir noch aufgefallen ist, ist, wie oft die politischen Gegner auf diesem Album als „dumm“ bezeichnet werden, sein wir mal ehrlich, wer auch immer die Texte auf diesem Album fabriziert hat, ist definitiv auch kein Soziologie-Professor und so hölzern und stumpf und Deutschpunk-generisch diese Texte wirken, wurde definitiv beim kreativen Prozess für dieses Album keine umfassende politische Recherche betrieben. Und dieses „die anderen sind einfach alle dumm, wir sind die Guten, die anderen die Bösen“-Blabla ist auch echt nur noch langweilig.
So positiv überrascht ich von „Sich fügen heißt lügen“ war, so schade finde ich, dass hier einfach unfassbar viel Potential verschenkt wurde, das war leider nix.
2/10 Pfandflaschen
Raphael:
Fangen wir mit der Musik an. Die Toten-Hosisierung von Slime hat volle Fahrt aufgenommen. Was hier zu hören ist, ist nur noch schunkeliger Deutschrock mit Punk Rock-Einfärbung. So weit ist das aber immer noch nicht furchtbar. Dann ist da als nächstes der Gesang von Diggen, der hier so schlimm klingt wie auf keinem vorherigen Album.
Als nächstes ist da das Songwriting. Musikalisch betrachtet passt mein Verriss zu oben genannter Toten-Hosisierung: irgendwie hat man wohl versucht, den Slime-Sound weiterzuentwickeln und hat sich dabei massiv zurückentwickelt. Es klingt als hätten Zaunpfahl nach fünf Kästen Asbach versucht, den simpelsten Song aller Zeiten zu schreiben – sechzehn Mal. Und dann sind da die Texte: die sind furchtbar und peinlich. Ein perfektes Beispiel ist „Sie wollen wieder schießen (dürfen)“. Der Refrain ist so unfassbar lang, dass er nahezu jede Strophe verschlingt, und die lyrische Leistung hier ist ebenfalls grausig.
Ja, inhaltlich ist „Hier und jetzt“ natürlich immer noch ein Slime-Album, und die Band aus Hamburg zeigt, dass sie keinen Bock auf neue wie alte Nazis hat. Dennoch sind sie okay damit, mit einem sexistischen Widerling wie SWISS zusammenzuarbeiten – ekelhaft!
Fazit:
dieses Album ist es nicht wert, heruntergeladen zu werden. „Hier
und jetzt“ spielt in einer Liga mit „Technical Ecstasy“.
2/10
Pfandflaschen
T:
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mehrere andere Kinder. An den beiden hat er sich gerächt, indem er die Superkräfte der Maske genutzt hat. Als Abner zum Träger wird, manipuliert ihm die Maske zu mehreren Morden. So bringt sie verschiedene Präsidentschaftskandidaten zur Strecke. Außerdem knüpft sie einen Kontakt zu einem großen Tier der Unterwelt von Edge City und wird in kürzester Zeit zum Gegenkandidaten von Kathy. Genau der Kathy, die noch in der ersten Serie Stanley Ipkiss' Freundin war, nun Bürgermeisterin ist und jetzt als Präsidentin der Vereinigten Staaten kandidiert. Während sie noch versucht als eine Art "gemäßigte" Politikerin zu agieren, zieht die Maske mit allerlei absurden Forderungen (Kanada erobern, Obdachlose exekutieren, Webcams in Genitalien) die Mehrheit der Bevölkerung zu sich.




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