Okay, das war eine durchaus wilde Fahrt. Ein neues Album von Slime, nachdem Sänger Dirk Jora kurz nach "Wem gehört die Angst" ausgestiegen ist. Neuer Sänger ist ein Typ namens Tex Brasket. Dieser hat eine gute Weile auf der Straße gelebt und als Straßenmusiker Musik gemacht.
"Zwei" bezieht sich zumindest im Albumtitel auf das erste Album "Slime 1". So könnte man zuerst auf die falsche Fährte kommen und denken, das wäre sowas wie eine Fortsetzung. Aber nein, es ist wie bei vielen Film-Franchises: Ein Reboot. Dieser Sequel ignoriert alle Sequels die nach Teil 1 rausgekommen sind. Wobei, natürlich ist das nicht wirklich der Fall, da Slime ihre Alben nicht verleugnen. Viel mehr ist es ein absoluter Neuanfang. Im Gegensatz zu vielen alten Songs sind die Texte hier aus der Ich-Perspektive geschrieben und beleuchten so das Innenleben des Sängers (und Songschreibers) Brasket. Sie wirken nicht nur authentisch, sie sind es. Ob es um den Alltag auf der Straße ("Komm schon klar") oder Szenegehabe ("Nix von Punkrock") oder Amphetamin-Sucht und nichts auf die Reihe kriegen ("Bester Freund") oder um eingestehen von eigenen Fehlern ("Lieben müssen") - ich glaube das, was er da singt. Es ist nicht voll mit irgendwelchen Metaphern sondern stattdessen gefüllt mit sehr direkter Sprache. Natürlich geht es hier auch gegen organisierte Religon ("Mea Culpa") oder "die Gesellschaft" und "die Mehrheit" ("Sein wie die"). "Zwei" ist eine Art Schritt zwischen den alten Slime und den neuen Slime. Auf eine gewisse Art hat man hier ähnliche Gassenhauer und Songs zum Mitsingen, andererseits aber diese persönliche Note die sonst nie da war. Weil Slime eben Songs für alle gemacht haben, wo es immer um ein lyrisches "wir" ging. Musikalisch ist es auch etwas anderes. Das Album ist wesentlich "rockiger", soligeladener. Es ist paradox, dass ein Stück Musik dass so persönlich ist gleichzeitig nach großen Konzerthallen und Stadien klingt. Und das meine ich nicht böse. Doch es ist nicht alles gold was glänzt. Man findet hier leider auch ein paar Filler-Songs vor. Kein Wunder, bei 16 Tracks und über einer Stunde Spielzeit. "Taschenlampe" zündet nicht (höhö), "Outlaw" ist fürchterlich, "Weggefegt" fegt mich nicht weg. "Sein wie die" ist ein absolutes guilty pleasure. Der Refrain ist unglaublich cringe, aber der Song packt einen. Hachja, man hat hier sogar eine neue Version von "Ebbe und Flut" vom Vorgänger-Album. Herrlich.
Insgesamt muss ich sagen: Es ist ein echt gutes Album. Und das trotz des hier und da auftretenden Giga-Pathos, den die Schmalzüten aus Düsseldorf (Ja, ich meine Broilers - aber siehe weiter unten in dieser Ausgabe) nicht hätten besser machen können. Der Sprechgesang passt hier und da einfach absolut nicht - wie zum Beispiel zu Beginn von "Safari". Tex' Stimme passt aber grandios zu den Texten und zur Musik. Und ob man das ganze noch "Slime" nennen darf/kann/soll oder nicht - das ist mir grundsätzlich vollkommen scheißegal. Ich frage mich nur ob Tex live die alten Songs gut rüberbringen kann.
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Komm schon klar, Nix von Punkrock, Safari,
und weil drei Meinungen besser sind als eine, hier kommt
Philipp:
"So liebe Leute,
nach dieser durchaus atemberaubenden Achterbahnfahrt namens Slime-Diskographie sind wir nun letztendlich beim neunten und bisher letzten Album angelangt. Dieses wurde passenderweise – in Anlehnung an das erste Album - „Zwei“ betitelt, denn es ist definitiv der Beginn einer neuen Ära der Band. Nach über 40 Jahren kehrte Dirk „Dicken“ Jora der Band 2020 aus gesundheitlichen Gründen den Rücken – natürlich nicht ohne deutlich anzumerken, dass er Slime nun im Alleingang aufgelöst hat und die Band – sollte sie trotzdem weiter existieren – nichts mehr mit Slime zu tun hat. Klassischer Dicken-Move, könnte man sagen.
Schwers, Brasket, Nici, Elf, Mevs
Naja, die anderen in der Band – Elf, Christian Mevs, Nici und Alex Schwers – haben das aber durchaus anders gesehen – und haben sich als tatkräftige Unterstützung den ehemals obdachlosen Straßensänger Tex Brasket (hier an dieser Stelle shoutout an random Festivalbesucher #354 für die Verhunzung des Namens als „Tex Brexit“, eigentlich wollte ich es durchziehen, ihn so zu nennen, den Witz hätte aber wohl keiner verstanden.) ins Boot geholt, welcher durchaus das nötige Charisma hat, um in Dickens Fußstapfen zu treten.
Glücklicherweise hatte dieser eine Akustikgitarre und einen guten Schwung Texte unterm Arm, weshalb ein neues Album dann nicht besonders lange auf sich warten ließ.
Musikalisch führt „Zwei“ den soliden Deutschrock-Kurs der letzten 2 Alben fort, Tex‘ musikalischer Input ist durch diverse Akustikgitarren-Einlagen nicht zu leugnen und seine Stimme ist noch mal wesentlich flexibler als die von Dicken und durch die Texte – die um einiges persönlicher sind, es geht um psychische Probleme, Sucht, Obdachlosigkeit, Gewalt – wird noch mal eine gehörige Schippe mehr Pathos auf‘s Brot (wer die Pascow-Referenz erkennt, darf sich freuen) geschmiert. Das muss man mögen, sonst wird man mit diesem Album nicht viel anfangen können.
Ich persönlich bin großer Fan von pathetischer Musik, ohnehin wird hier nicht onkelig rumgeopfert sondern es werden spannende Geschichten aus dem Leben eines Außenseiters erzählt, die zur musikalischen Ausrichtung der späten Slime passen wie die Faust auf‘s Auge. Und Tex‘ Stimme ist einfach super emotional und großartig, dass es einem geradezu die Tränen in die Augen treibt.
Textlich gibt es generell viel Licht und wenig Schatten – hervorzuheben ist hier die Phrasierung von Analphabeten als Anal-phabeten in „Nichts von Punkrock“, einer trotzigen Hymne gegen Menschen wie mich, die Platten von Punkbands zerreden, darüber diskutieren, ob das alles noch Punk ist, Kommerzialisierung anprangern und generell an jedem Scheiß etwas rumzumeckern haben, aber damit kann ich natürlich leben, Tex Brasket hat mal an einem Sonntag Morgen am Rande eines Festival in launiger Katerstimmung zu mir gesagt, dass er mich super findet, das nehme ich dann natürlich wesentlich ernster, haha.
Natürlich würde hier nicht Slime draufstehen, wenn das Album nicht trotzdem hoch politisch wäre, jedoch auf einer wesentlich persönlicheren Ebene, es geht unter anderem um Wohnungsnot, Rassismus, den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche.
Ich will hier nicht weiter um den heißen Brei reden, ich mag es wirklich, es hätten jetzt nicht unbedingt 16 Songs sein müssen, hätte man einige der schwächeren Momente (Nix von Punkrock, Outlaw) weggelassen und das Album auf 10-12 Songs eingedampft, hätte es wohl einiges an Schlagkraft gewonnen, das ist aber in diesem Fall dann doch meckern auf recht hohem Niveau.
Songs wie „Sein wie die“ treffen mich bei allem Pathos-Overload immer wieder mitten ins Herz und ich erwische mich dabei, wie ich mit geballter Faust mitbrüllen möchte und schreien will „Tex ich verspreche dir hoch und heilig, eins werd ich ganz sicher nie, ich werd niemals so sein wie die!“, wie ich mit dem Außenseiter Tex mitfiebere, wie sehr ich bei Gentrifizierung und Wohnungsnot mit dem Kopf nicke, wenn Tex sagt, er will kein Haus in Berlin mehr leer stehen sehen und wie egal mir ist, ob das noch Slime, Punk oder irgendwas ist, denn das hier ist großartig, das ist pathetisch, das ist emotional und das ist echt.
8,5/10 Pfandflaschen"
Raphael:
"Im Jahr 2020 überschlugen sich die Ereignisse im
Hause Slime – und dafür brauchte man nicht mal Corona. Kein halbes
Jahr nach Veröffentlichung des Albums „Wem gehört die Angst“
gab Dirk bekannt, dass er die Band verlässt, welche sich im selben
Atemzug auflösen würde. Am selben Tag gaben die restlichen
Mitglieder der Band bekannt, dass Slime die Band verlassen habe, aber
Slime weiterhin existierten. Diggen scheint seither zwischen
Arbeitslosigkeit, gesundheitlichen Problemen und musikalischer
Zusammenarbeit mit Swiss hin- und herzupendeln. Bei allen drei Sachen
wünsche ich ihm von Herzen, dass er sie hinter sich lassen kann.
Aber nun zurück zu Slime: etwa eineinhalb Jahre wurde bekannt
gegeben, dass mit Tex Brasket ein neuer Sänger im Boot ist und
wieder Fahrt aufgenommen wird.
Sängerwechsel
sind schwierig; vor allem wenn eine Stimme nahezu die gesamte Zeit
einer Band geprägt hat. Aufnahmen mit dem ersten Sänger Thorsten
Kolle findet man höchstens in Live-Mitschnitten aus der Zeit als die
Band noch Slime 79 and the Sewer Army hieß. Und nun folgt 41 Jahre
nach Veröffentlichung des Albums „1“ der Beginn einer neuen
Slime-Ära: hier ist „2“.
Tex
Brasket prägt die Band, und das ist wirklich positiv gemeint. Die
Texte sind bis auf wenige Ausnahmen wirklich gut, die Stimme passt
gut zum Rock’n’Roll Sound, und auch die Variationen zwischen
Singsang, Sprechgesang und kratzigen Rufen ist sehr erfrischend.
Musikalisch setzt sich „2“ nicht allzu stark von „Wem gehört
die Angst“ ab, klingt allerdings nochmal lustvoller und rollender
als zuvor. Und so bewegen wir uns also hier zwischen Rock’n’Roll,
Deutschpunk und Deutschrock, während Tex auch immer wieder etwas Rap
einbringt.
„2“
ist ein Album, das vor allem bei alten Slime-Fans eine gewisse
Eingewöhnungsphase braucht. Wenn man das Lied „Outlaw“ skippt
und die Längen in „Safari“ überspielt, muss man aber zugeben:
das ist eines der besten Slime-Alben. Nein, der legendäre Status der
80er Alben kann nicht erreicht werden, und weder „Schweineherbst“
noch „Sich fügen heißt lügen“ werden hier entthront. Dennoch
ist das (bis jetzt) neueste Slime-Album wirklich solide und steht für
eine großartige Wiedergeburt.
7,5/10
Pfandflaschen
Anspieltipps: Ebbe und Flut Zwei, Auf die Jagd"
V:
V wie Volxsturm. Heilige Scheiße, ich habe einen Volxsturm-Ordner. Da drin: die "Good Fellas Never Split" mit den Broilers als auch die "Lichter meiner Stadt". Beides meines Erachtens irgendwie echt gute Veröffentlichungen. Volxsturm kehren Rumpel-Oi! den Rücken zu, Broilers sind hier zu Beginn ihrer Schmalzhersteller-Karriere. Irgendwie gefällt mir das, wieso auch immer. Dachte eigentlich, dass ich mit dieser Art von Skinhead-Musik nichts mehr anfangen kann.
Dachte dass im Ordner "VSK" mich die Versauten Stiefkinder erwarten. Doch weit gefehlt: Stattdessen fand ich das Verbale Style Kollektiv vor. Ein Zusammenschluß von KIZ und drei weiteren Gesinnungsgenossen, die sich für das Album "Wo die wilden Kerle flowen" andere Identitäten zugelegt haben und nun ganz im Stil von deutschsprachigen Hip-Hop der 90er/00er Jahre flowen. Das hört sich an wie D-Flame, Trooper Da Don, Curse oder Torch. Es ist so unfassbar lustig und schlimm. Man erspart sich hier KEIN einziges Klischee. Es gibt Songs übers Party machen, Graffiti, Kiffen, die verflossene Liebe und auch einen Crossover-Track mit der Band Heimkind. Darin klischeesiert man darüber, dass es sowas noch nie gegeben hat und man sich was traut (!). Herrlich witzig.
"Bone Machine" vom mindestens genauso großartigen Tom Waits. Danach Drei Alben von Warcollapse, einer absolut dreckigen klingenden Crust Punk Band. Mein Favorit ist nach wie vor "Defy!" und der unfasbar dumme Song "Stoner Punk". Geil!
Der Krieg ist alphabetisch noch nicht zu Ende. Weiter geht es mit der Split von "Warvictims" und "Besthöven" die ich bestenfalls durchschnittlich finde.
"Life Sux" von Wavves habe ich vor paar Jahren auch ein Review geschenkt und habe es nicht bereut.
Alphabetisch ist der Krieg zwar zu Ende, aber irgendwie doch nicht. "Wasza Wojna" ("Euer Krieg") von den polnischen Anarcho Punks WC. Bitteschön:
Westside Gunns "Pray For Paris" mit seinen endlosen "brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr" funktioniert nicht mehr so gut wie beim ersten hören, ist aber dennoch kein schlechtes Album. Von wegen vorbei mit dem alphabetischen Krieg: "Poslednaya Woyna" ("Letzter Krieg") von der Moskauer Antifa-HC-Band What We Feel. Habe sie insgesamt glaube ich zwei mal gesehen. Sicherlich eine wichtige Band für die damalige Zeit. Schade, dass es sie nicht mehr gibt. Aus heutiger Sicht durchaus cringe Texte, zumindest zum Teil. Andererseits aber sehr direkt, was auch gut ist.
Letzter Eintrag für heute: Whiskey Daredevils. Eine Cowpunk Band aus den USA. Zwei Alben: "Greatest Hits" und "Old Favorites". Das erste ist kein Best Of sondern durchaus brauchbares eigenes Material (größtenteils bis auf das Cover von "Let's Lynch The Landlord"). Auf "Old Favorites" covert man Bad Brains, Minor Thread, Motörhead, Black Flag und Flipper. Herrlich! Durfte ich übrigens einmal live sehen und es war eine großartige Show.
Siebtes Album von Watain, auf diesem Blog mittlerweile das insgesamt dritte was reviewt wird. Die ganz ganz trven Leute wird es sicherlich enttäuschen, weil die Band sich tatsächlich nicht wirklich um irgendwelche Szenestandards schert und einfach das macht worauf sie Lust hat. Der Vorvorgänger "The Wild Hunt" war ein eher experimentelle(re)s Album während der direkte Vorgänger "Trident Wolf Eclipse" viel mehr auf Geballer und Lärm gesetzt hat.
"The Agony & Ecstasy of..." setzt tatsächlich auf beides wobei Melodie öfter die Oberhand gewinnt. Tatsächlich startet man den Opener "Ecstasies In Night Infinite" unter anderem mit einem...Kanonenschlag (?) Die erste Single "The Howling" bewegt sich in ähnlichen Gefilden. "Serimosa" (nicht mit Samosa verwechseln, das ist eine Teigtasche) wirkt dann wie eine Ode an sich selbst, ein Song der am Ende von "Sworn To The Dark" hätte laufen können. Midtempo, kein stumpfes Geballer, aber nicht zu weich. Ähnlich geht es mit "Black Cunt"(lol) weiter nur um mit "Leper's Grace" wieder zu Anfang des Albums zurückzukehren, sprich hemmungslosen Geballer. "Nor Sun Nor Man Nor God" ist ein kurzes instrumentales Intermezzo, begleitet mit Klavier und etwas Donnerhall im Hintergrund. "Before the Cataclysm" ist dann ein überlanger Song, der beide Aspekte in sich vereint. Wir haben beinahe den selben Kanonenknall wie zu Beginn und der Song endet in absoluter Riff-Ekstase. "We Remain" bleibt der wohl ungewöhnlichste Song hierauf, weil mit Farida Lemouchi (u.a. The Devil's Blood) eine Gastsängerin zu hören ist. Nicht, dass Frauen im Metal irgendwas ungewöhnliches wären - nur hätte man das Watain glaube ich früher nicht zugetraut. Der Song sticht wie ein rostiger Nagel hervor. Unfassbar langsam, doomig, atmosphärisch, schaurig-gruselig. Meiner Meinung nach tatsächlich der beste hierauf. "Funeral Winter" ist wieder das absolute Gegenteil davon. Ein typischer Black Metal Track mit Melodie, genauso wie das Schlußlicht "Septrentrion".
Ich weiß nicht genau was Watain mit dem Albumtitel meinen, aber ich interpretiere es so, dass sie hierauf versuchen ihre zwei Seiten zu vereinen. Sowohl die kreative, experimentierfreudige, melodische Art (Ecstasy) als auch die aggressive, dreckige Art (Agony). Wobei ich sagen muss, dass sie wahrscheinlich nie wieder so "dreckig" klingen werden wie früher. Das müssen sie auch nicht. Es ist mit Sicherheit auch kein Super-Überalbum. Zumindest nicht mehr für mein Geschmack, weil ich inzwischen doch wesentlich "abgefahrenere" Sub-Sub-Genres bevorzuge. Dennoch ist es ein insgesamt gottverdammtnochmal sehr sehr gutes Watain-Album.
Anspieltipps: We Remain, Ecstasies In Night Infinite, The Howling, Serimosa
Vortrag mit Maria Menshikova zum Thema "Antikriegsproteste in Russland" im Unterhaus, Oberhausen am 09.05.2023
Ich war mir erst unsicher ob ich zu diesem Vortrag gehen soll. Eigentlich wollte ich zum Konzert von Dark Fortress in der Bochumer Matrix. Dann habe ich beschlossen einfach zu beiden hintereinander zu gehen. Nach dem Vortrag habe ich festgestellt, dass ich kaum noch Kräfte habe und die Bahnverbindung zwischen Oberhausen und Bochum zu umständlich ist. Also bin ich danach einfach heimgefahren.
Maria Menshikova ist Teil des russischen oppositionellen Journalistenkollektivs DOXA bzw. ist die Facebook-Admina gewesen, sodass sie ins Visier der russischen Sicherheitsdienste geraten ist. Seit Oktober 2020 wohnt sie in Deutschland und schreibt ihre Dissertation. In ihrem Vortrag hat sie verschiedene Protestformen von dem Krieg gegenüber negativ eingestellten Russen und Russinnen gezeigt. Es ging anfangs um "kleine" Protestformen wie Anti-Kriegs-Graffitis als auch kreative Formulierungen um der staatlichen Zensur zu entgehen. In Russland ist die Verwendung des Wörtchens "Krieg" im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg verboten und wird bestraft. Zum Ende des Vortrags ging es aber auch um Aktionen von Partisanen wie Sprengung von Eisenbahnlinien die zum Transport von Militärgütern wie Panzer/Haubitzen/Munition dienen. Aktionen von verschiedenen Gruppierungen wie des Partisanenarms der Legion "Freiheit Russlands" oder aber der Gruppe "Black Bridge" gehören da auf jeden Fall auch dazu. Leider war die Veranstaltung etwas spärlich besucht. Ich selbst war schon lange nicht mehr auf einem Vortrag bzw. in einem "linken Laden" und so fand ich's etwas komisch dass ich beim Reingehen direkt von allem angeglotzt wurde - aber so ist es denke ich mal, wenn man als letzter irgendwo reinkommt. Jedenfalls: Der Vortrag war wirklich sehr informativ - ich freue mich dass auch ein deutschsprachiges Publikum über die Vorgänge innerhalb Russlands erfahren hat. Außerdem freue ich mich über mich selbst, weil ich es geschafft habe, ganz ohne Lampenfieber eine Frage gestellt zu haben. Wenn ihr Bock habt, so gebt DOXA ein Click (die seite ist mit google gut übersetzbar) oder ihr unterstützt die Aktivisten der NRW-Zelle von Feminist Anti-War Resistance.
Stricher guckt sich endlich "Mortal Kombat" (2021) an am 11.05.2023
Letztens bei einer Aktion bei "Müller" zugegriffen und drei DVDs zum Preis von 15€ geholt. Mit dabei waren unter anderem die "Resident Evil: Welcome To Raccoon City", einfach nur weil ich ihn sehen wollte. Und weil eine dritte gefehlt hat, habe ich mir Mortal Kombat geholt. Den wollte ich auch sehen und reviewen, und zwar schon ziemlich ziemlich lange.
Der Film startet im 17. Jahrhundert als die Familie des Kriegers Hanzo Hasashi (Hiroyuki Sanada) umgebracht wird - von einer Gruppe von Attentätern, angeführt von Bi-Han aka Subzero (Joe Taslim). Einzig seine Tochter überlebt in einem Versteck. Bald wird sie vom Donnergott Raiden (Tadanobu Asano) fortgebracht. In unserer Welt, in der Gegenwart, kämpft sich der MMA-Kämpfer Cole Young (Lewis Tan).... nach unten. Er nimmt Teil an Kämpfen bei welchen er größtenteils leider verliert, wobei er eigentlich ein Profi ist. Eines Abends wird seine Familie von Subzero angegriffen. "Jax" Briggs (Mehcad Brooks) taucht urplötzlich auf und offenbart Cole, dass sie beide dasselbe Mal tragen - in Form eines Drachenkopfes. Cole ist ein Auserwählter und höchstwahrscheinlich Nachfahre von Hanzo Hasashi. Doch außerwählt wofür? Für ein besonderes Turnier, in welchem Vertreter der Erde gegen die Kämpfer aus der "Außenwelt" kämpfen auf Leben und Tod. Nun ist es wieder soweit und wenn das Erdednreich verliert wird es vollends in die Hände des skrupellosen Magiers Shang Tsung (Chin Han) fallen und die Menschheit wird versklavt.
Das letzte Mal habe ich "Mortal Kombat 2" irgendwann in den frühen 2000ern im Kino gesehen. Nachträglich betrachtet war der Film gar nicht mal so gut. Dieser hier war tatsächlich alles andere als schlecht. Ich kann mich gut erinnern, in der Jugend mal das Spiel gezockt zu haben, allerdings auch nur daran dass es ein Kampfsspiel war. Ich kann mich an keinerlei Inhalte erinnern. Umso interessanter finde ich es, dass man es schafft aus einem Spiel ohne einen besonderen Plot einen gar nicht mal schlechten Plot zu basteln. Und das ohne alles besonders zu verändern. Und natürlich mit Logiklöchern. Und natürlich mit vorhersehbaren Charakteren. Der gemeine Spielfan wird hier keine endlosen "Fatalities" finden jedoch genug Anspielungen auf diese und auf jeden Fall einige Moves die er schon selbst angewandt hat. Auf jeden Fall auch gewisse Ausdrücke wie "Get over here!". Das Problem bei dem alten Film (oder zumindest bei dem Teil an den ich mich erinnern kann) war, dass er sich viel zu ernst genommen hat. Hier ist es nicht wirklich der Fall und deswegen macht es auch definitiv mehr Spaß, den Film zu gucken. Einen Blumentopf gewinnt er jedenfalls trotzdem nicht.
6,75/10 Pfandflaschen
Trailer:
Stricher guckt sich endlich "Resident Evil: Welcome To Racoon City" (2021) an am 12.05.2023
Ich habe mich meinen Zwängen ergeben und habe mir diesen Film geholt, weil ich die sechs davor auch gesehen habe. Auch wenn sie damit nichts zu tun haben. Das hier ist nämlich ein ReBoot, weswegen der Film wohl auch so schlecht abgeschnitten hat. Und wahrscheinlich weil irgendwelche Videospiel-Enthusiasten wegen der Unterschiede schlecht aufgenommen haben. Keine Ahnung.
Wir befinden uns im Jahre 1998. Claire Redfield (Kaya Scodelario) kehrt nach Raccoon City zurück. Sie ist hier in einem Waisenhaus aufgewachsen, in welchem Dr. Birkin (Neal McDonough) an den Kindern medizinische Experimente durchgeführt hat. Ihr Bruder Chris (Robbie Amell) ist inzwischen Cop beim Raccoon Police Department. Sie kommt an per Anhalter - ein LKW-Fahrer nimmt sie mit. Doch leider fährt er eine Frau um, die allerdings ziemlich schnell verschwindet. Die von ihr hinterlassene Blutlache leckt der Hund des Fahrers auf und verwandelt sich schnell in einen Zombie. Generell sieht es in Raccoon City nicht gut aus. Der Pharma-Riese "Umbrella Corporation" hat sich von seinem Standort zurückgezogen, die Stadt ist nur noch von denjenigen bewohnt die es sich nicht leisten können, wegzuziehen. Claire ist nur zurückgekehrt weil sie in einem Chatroom durch einen Whistleblower erfahren hat, dass Umbrella heimlich an der Bevölkerung experimentiert hat und jetzt einiges schief gelaufen ist, sodass sie versuchen werden alles zu vertuschen. In der Nacht nachdem sie angekommen ist und ihren Bruder wieder gesehen hat, werden er und seine Polizei-Kollegen zum Spencer-Anwesen geschickt. Ein anderes Team, dass ursprünglich dort ein Mordopfer inspizieren und die Lager untersuchen sollte, meldet sich nicht zurück. Dazu kommt noch, dass immer mehr Bewohner merkwürdige Krankheitssymptome bekommen. Das Ende ist nah, irgendwas ist in der Luft und bald wird alles hochgehen. Das heißt, dass alle an die Waffen und zusammenarbeiten müssen.
Ich kann beim besten willen nicht verstehen, was alle an diesem Film so Scheiße finden. Vielleicht liegt es daran, dass man die Storyline aus einem der Spiele zwar adaptiert hat, aber nicht 1:1 sodass sich einige auf dem Schlips getreten gefühlt haben. Andererseits ist das eine relativ vorhersehbare Videospiel-Verfilmung. Wie soll die bitteschön ausgehen? Was erwartet man hier bitteschön? An und für sich betrachtet - und das sage ich, weil ich bis jetzt nur die SECHS immer ähnlicher werdenden RE-Teile mit Milla Jovovich gesehen und bis jetzt KEINEN einzigen Teil der Videospielreihe gespielt habe - ist das ein ziemlich angenehmer Survival Horrorfilm, der sich anfühlt als wäre er aus einem Videospiel entnommen. Man sieht definitiv den Aufbau der Story, die Cutszenen, die Boss Fights. Man muss das einfach ganz nüchtern betrachten. So gesehen ist das hier ein ganz solider Action Horror Film. Ob das eine gute Umsetzung des Spiels ist, kann ich leider nicht beurteilen.
7/10 Pfandflaschen
Trailer:
Stricher guckt sich "Evil Dead Rise" an am 14.05.2023 in CinemaXx Essen
Ich habe im Vorfeld unfassbar viel gutes als auch schlechtes über dem Film gelesen und gehört. Dachte mir, weil ich das letzte Remake/Reboot doch sehr sehr gut fand, dass es von da an nicht schlechter werden kann. Außerdem haben Sam Raimi und Bruce Campbell als Executive Producers fungiert und von daher, kann es nur gut werden. Ich behielt Recht.
Eins vorab: Es hieß die ganze Zeit, dass die "Deadites" nun in der Großstadt zu sehen sind. Und dass es angeblich genauso gut funktioniert, wie ein Szenario in einer Hütte im Wald. Ja, das tut es. Aber wer eine Horde Deadites erwartet hat, die eine ganze Stadt belagern und terrorisieren, der irrt. Macht den Film aber nicht schlechter.
Der Großteil des Films ist tatsächlich ein kleiner Rückblick. Sprich er findet einen Tag nach der Eröffnungsszene statt, was den Zuschauer erstmal ein kleines Bisschen verwirrt. Eine der Hauptfiguren ist Beth (Lilly Sullivan). Sie ist Gitarrentechnikerin, grade dabei im Beruf aufzusteigen und zufällig schwanger. Sie reist nach Los Angeles zu ihrer Schwester Ellie (Alyssa Sutherland), die zusammen mit ihren drei Kindern Bridget (Gabrielle Echols), den von DJing begeisterten Danny (Morgan Davies) und der jüngsten Kassie (Nell Fisher) wohnt. Das Apartment befindet sich in einem heruntergekommenem Haus, dass bald abgerissen werden soll. Beth hofft, dass Ellie ihr helfen kann - bemerkt aber erst spät, dass Ellie vor kurzem von ihrem Mann verlassen wurde und sie sich bei ihr nicht gemeldet hat. Als die Kinder zum Wohle aller Pizza holen lassen, passiert ein Erdbeben. In einem Parkhaus entdeckt Danny daraufhin ein riesiges Loch, was zu einem unterirdischen Raum führt, der....das "Buch der Toten", sowie mehrere Aufnahmen auf Schallplatte beherbergt. Der Junge nimmt sie natürlich mit nach Hause, öffnet aus Versehen das Buch und spielt eine Platte ab, auf welcher die geheimen Sprüche gesprochen werden, die niemals ausgesprochen werden sollen. Damit erweckt er eine uralte, böse dämonische Kraft die prompt von Ellie Besitz ergreift. Der Spaß kann beginnen.
"Evil Dead Rise" verarscht den Zuschauer zu Beginn ganz schön und setzt ihn auf die falsche Fährte. Wenn man aber schlau genug ist, dann versteht man die Zusammenhänge ganz schön. Es ist eine Warnung. Man wird in den ersten paar Minuten merken, was im Rest des Films passieren wird und hat noch Zeit aus dem Saal rauszugehen. Ich habe oben angesprochen, ob das Szenario sowohl in der Hütte als auch in der Stadt funktionieren kann. Natürlich. Schließlich findet es in diesem Film ebenfalls in einem geschlossenen Raum statt. Klar, kann es funktionieren. Und zwar verdammt gut. "Evil Dead Rise" ist seit langem der ekelhafteste, phantomschmerzendste Film für mich. Ganz zu schweigen von den gut eingesetzten Jumpscares. Waren es in den Original-Filmen noch Freunde bzw. Partner die sich in Dämonen verwandelt haben, wird es hier noch schmerzhafter. Es ist die eigene Familie gegen die man kämpfen muss. So tut es irgendwie...noch mehr weh. Man merkt richtig, dass die Macher die Hauptcharaktere richtig leiden sehen wollen. Es tut weh, sich das anzugucken. Umso besser wird es, als Frau im Film richtig die Initiative ergreift. Und ja, wir haben hier auch eine Kettensäge.
8,75/10 Pfandflaschen
Trailer:
DEVIL MASTER + LAMP OF MURMUUR am 16.05.2023 in Die Trompete, Bochum
Ich habe dieses Konzert seit paar Monaten auf dem Schirm gehabt. Habe es aber komplett versäumt mir irgendwas von den beiden Bands anzuhören. Also war das Ganze mal wieder eine Art Blindkauf. Und das unter der Woche, nach der Arbeit. Zum Glück bin ich jetzt woanders aufgehoben, sodass ich etwas mehr Freizeit habe und nicht komplett im Arsch bin, die ganze Zeit. Anyways:
Angekommen um kurz nach 20:00 Uhr. Lamp of Murmuur haben gerade eben angefangen zu spielen. Ich komme rein und die Trompete ist einfach voll. Zwar nicht sooo voll, aber für einen Dienstag Abend doch ziemlich voll. LOM machen eine auf dem ersten Blick recht ungewohnte Mischung aus atmosphärischen Black Metal und hier und etwas synthigen Anleihen zwischendurch. Auf der Bühne stehen komplett maskierte Personen, deren Gesichter man nicht erkennen kann. Generell klingt es aufgrund des Halls im Raum absolut nach Lo-Fi. Ist aber sowas von geil. Hört sich auf Platte bzw. digital noch mal wesentlich besser an. Ehrlich jetzt. Schade, dass ich mir kein Shirt gekauft hab. Andererseits habe ich hier genug Merch für drei Jahrhunderte.
Devil Master sind eine ganz ganz ganz andere Nummer. Zu sehen sind mehrere Typen, die einfach unfassbar Scheiße aussehen. (Gutes) Corpsepaint, Umhänge, Knochenketten, Dauerwelle, Schnurrbart. Der Drummer sah aus wie das "Everyday we stray further from god"-Meme. Also nicht direkt, aber in einem Moment sah er aus als wäre er 7 Tage wach gewesen und als ob er es bereuen würde auf dieser Welt zu sein. DM scheinen auch generell Fans von der 1. Welle des Black Metals zu sein und definitiv auch von Punk. Darum drehen sie auch absolut trashige Musikvideos mit VHS-Look. Ich weiß halt nicht wie ironisch sie das Ganze meinen, aber irgendwann hat sich's damit. Es ist dann einfach nicht mal ansatzweise lustig. Und wenn sie das ernst meinen, dann weiß ich auch nicht. Fakt ist: Trotz des klischeehaften Namens und klischeehaften Aussehens: Sie machen absolut großartige Musik. Eine Art Mischung aus Venom und GISM. Ich bin, ungelogen, wirklich begeistert gewesen.
War ein verdammt guter Abend. Also vor allem, weil ich niemanden kannte und einfach in der Crowd untergehen konnte.
Devil Master:
Lamp Of Murmuur:
WATAIN + BÖLZER + CONCRETE WINDS am 20.05.2023 in Turock, Essen
Hach, es ist schon so lange her, dass ich Watain gesehen habe. Ich glabue, dass das letzte mal auf meinem letzten Rock Hard Festival war.
Als wir am Turock ankommen, merken wir dass es Sold Out ist. Zum Glück haben wir einige Stunden zuvor noch drei Karten ergattern können, die wir nur auf unseren mobilen Endgeräten vorzeigen müssen. Von draußen merkt man schon, dass Concrete Winds angefangen haben. Schon beim Logo auf dem Poster kann man erkennen, welche Musik die Band macht. Während noch Blasphemy oder Beherit sich auf durchaus lesbare Logos geeinigt haben, machen moderne Bands des Genres irgendwas verzwicktes, zackiges, voll mit Spikes und so. Also jemand wie Caveman Cult oder Revenge. Es ist War Metal, nur vielleicht nicht so krass extrem wie man es erwartet. Ist tatsächlich gar nicht mal schlecht, die Songs dauern nicht zu lange und das ganze wirkt ziemlich punkig. Kommen aus Finnland, wo es wahrscheinlich sehr viele Betonwinde gibt.
Zwischendurch wird es etwas leerer im Raum, weil etliche Besucher "eine rauchen" gehen. Marlyn, Meike und ich beschließen, die Treppe nach oben zu belagern und sind dabei erfolgreich. Leider sitzen wir den Rest des Abends anderen Leuten ständig im Weg, aber das war es wert. Als nächstes sind Bölzer dran, die ich bis dato zwar gekannt aber noch nie wirklich angehört habe. Was dann kommt ist durchaus hörbar und sehenswert. Death Metal mit hallenden, brüllenden Gesang und ebenso hallenden Effekten - dargeboten von zwei halle..äh haarigen Typen aus der Schweiz die vollständig auf einen Bassisten verzichten. Ich finde es beeindruckend, wie weit Musiktechnik bzw. Musiker inzwischen sind, sodass sie mit nur zwei Bandmitgliedern derartig großen Sound herstellen können, der auf einer gewissen Ebene sich anhört als würde er von fünf Leuten kommen. Geil.
Die nächste Umbauphase dauert relativ lange, doch irgendwann Watain um die Ecke. Sänger Erik Danielsson trägt aus dem Backstagebereich eine angezündete Fackel mit sich und berührt mit der Flamme etwas die Wand. Danach werden alle Kerzen angezündet und als die Band mit dem eigentlichen Set beginnt, darf irgendein Fan aus dem Publikum die Fackel halten. Ich frage mich, was er sich in dem Moment gedacht hat. "Scheiße, wenn mich jetzt einer schubst, dann bin ich gearscht!", wahrscheinlich. Watain spielen eine ganz gute Mischung aus alten und neuen Material, beginnen das Set aber (selbstverständlich) mit einem neuen Song - und zwar mit dem Opener "Ecstasies In Night Infinite". Es werden selbstverständlich auch meine liebsten Klassiker "Sworn To The Dark" und "Legions of the Black Light" ausgepackt. Zwischendurch gibt es irgendwelche wirren Ansagen, von wegen, dass wir hier alle geeint vor der Bühne stehen, und irgendwas über Cocks and Cunts und keine Ahnung. Das ganze Schauspiel, inklusive in die Menge gespritzten Schweineblut dauert gefühlt an die 1,5 Stunden. Irgendwann dachte ich mir, dass es vllt. ein kleines Bisschen kürzer hätte sein können aber irgendwie gehört diese ganze Theatralik, das ganze rituelle Brimborium einfach mal dazu. Watain haben großen Spaß an der Sache, sind gerne auf der Bühne und geben sich ganz und gar nicht elitär sondern publikumsnah. Sonst hätten sie die Gesichter der in der Nähe stehenden Leute nicht mit Schweineblut beschmiert und nicht einfach so Drumsticks abgegeben. Ich find's cool, gerne wieder. Aber nicht heute oder morgen. Und bitte auch ohne Blut und den Geruch davon. Bin nämlich ziemlich im Arsch.
Hallo und herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe von "So isses, Musik!". Natürlich habe ich die nächste "Beavis & Butt-Head"-Playlist - zur Staffel 7:
Diesmal sind es allerdings größtenteils Musikvideos die in Staffeln 5-6 zu sehen waren. Nichts neues, also. Bis auf ein paar vereinzelte. Das war auch damals die letzte Staffel, bis die Serie nach mehr als zehn Jahren eine achte Staffel bekam.
Und ansonsten habe ich nicht so viel neues zu berichten:
Watain haben ein neues Album veröffentlicht, namens "The Agony & Ecstasy Of Watain". Und zwar schon vor zwei Wochen. Habe heute das erste Mal die Single "We Remain" gehört. Bin positiv überrascht. Hätte nicht gedacht, dass das Lied so ruhig und atmosphärisch ist. Außerdem dürfte es das erste Mal sein, dass ich bei einem Watain-Song eine Frau höre. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Ende des Jahres auch das Album reviewen werde, hehe.
Ebenfalls im April dieses Jahres ist ein neues Album der Industrial-Hip-Hop-Formation Dälek rausgekommen. Es heißt "Precipice" und ist hier auf Bandcamp zu hören. Der erste Track "Lest We Forget" ist im Prinzip eine astreine instrumentelle Shoegaze-Performance. Bin mir ziemlich sicher, dass hier Adam Jones von TOOL mitgearbeitet hat. Danach geht es wie gewohnt weiter. Experimentelle, ungewöhnliche, ambient-lastige Beats auf gelassenen Flow mit aggressiven Lyrics. Großartig.
Ich habe meine riesige Musik-Kollektion weiter gehört und bin mittlerweile bei M angekommen.
Naja, eigentlich bin ich immer noch bei M. So wie beim letzten Mal. Jedenfalls, das wären die Perlen:
Meinhof - The Rush Hour Of Human Misery
Ein eher mäßiger Crust-Album, größtenteils mit Drummachine. Habe die Band zwei Mal hintereinander gesehen und frage mich was ich damals daran gut fand.
Method Man & Redman - Blackout!
Missy Elliott - Miss...E... So Addictive
Mops Wanted
Es handelt sich um einen Conscious Rapper, der "Gesellschaft" auf "Weltmacht" reimt. Es ist vielleicht nicht ganz so schlimm, wie ich es mir ausgemalt hab, aber es ist schlimm. Leider weiß ich gar nicht wie der Song heiß, weil die alle unbetitelt sind. Anyways, here is Mops Wanted:
Philipp, Raphi und ich fangen eine neue Discography an. Und weil ich bereits die ersten vier (oder fünf) Alben dieser Band schon reviewt habe, sind die beiden Schreiberlinge nun vorerst alleine dran. Here we go.
"Puh, neue Diskografie, neues Glück, diesmal mit Black Sabbath.
Ich
bin mir tatsächlich der Unmöglichkeit bewusst, noch etwas über
diese Band sowie ihre (vor allem klassischen) Alben zu schreiben, was
nicht schon bereits 1000mal von irgendwem geschrieben wurde.
Jeder
und jedermanns Mutter kennen mittlerweile Ozzy Osbournes Eskapaden,
Drogengeschichten, Neigungen, Vögeln und flugfähigen Säugetieren
die Köpfe abzubeißen, sowie (natürlich) großartige Stimme. Wäre
er nicht mit dieser Band zu einer absoluten Ikone geworden, hätte er
wohl eine kleinkriminelle Karriere eingeschlagen, bis zum Durchbruch
der Band hielt sich der bekennende Legastheniker Osbourne mit
Gelegenheitsjobs und Einbrüchen über Wasser.
Über
Tony Iommi werde ich an späterer Stelle noch etwas mehr schreiben,
da er tatsächlich auf diesem Album noch 2 komplette Hände mit
vollständigen und voll funktionsfähigen Fingern besitzt. Nun...
Das
an Freitag, dem 13. (!) Februar 1970(!) veröffentlichte Album ist
nicht weniger als ein Klassiker, einer DER Klassiker des Heavy Metal
überhaupt, wenn nicht die Initialzündung eines (bzw. mehrerer)
gesamten Genres, musikalisch wirkt das Album noch sehr blueslastig
und von Bands wie The Jimi Hendrix Experience oder Led Zeppelin
beeinflusst, die Gitarren sind noch nicht so heruntergestimmt, wie es
Iommis spätere Verletzung notwendig machte. Textlich finden sich
sowohl okkulte (Black Sabbath, N.I.B.), als auch fantastische (The
Wizard) sowie an eine Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft (Behind The
Wall Of Sleep) angelehnte Inhalte wieder, mit Evil Woman und The
Warning sind auch noch Coverversionen zweier Ende der 60er
veröffentlichter Songs auf dem Album zu finden.
Um
mal nicht zu viel um den heißen Brei herum zu reden, es ist einfach
großartig, die Band ist – bedenkt man das junge Alter der Musiker
(21 bis 22 Jahre) – verdammt gut auf einander eingespielt, Ozzys
Gesang ist nicht mehr als gespenstisch, man fragt sich gelegentlich,
woher eigentlich diese Stimme kommt.
Für
heutige Maßstäbe wirkt das Album – vor allem im Bezug auf
Düsternis und Bedrohlichkeit – ziemlich brav aber man kann sich
natürlich in etwa vorstellen, was dieser düstere, schleppende und
gespenstische Klang vor 52 Jahren in den Menschen ausgelöst haben
muss.
An
dieser Stelle weniger als 10 Pfandflaschen zu geben, wäre eine
absolute Frechheit, egal, ob man spätere Alben nicht sogar noch
besser findet.
10/10
Pfandflaschen
Anspieltipps:
Black Sabbath, The Wizard, N.I.B.,"
Raphael:
"Ich möchte bei dieser Diskographie möglichst
wenig mit Hintergründen, Querverweisen oder interessanten Fakten
arbeiten. Dafür hatten andere Musikjournalist*innen und andere Leute
schon bis zu 52 Jahre Zeit für. Ich möchte die Alben der Band aus
Birmingham lieber aus meiner eigenen Perspektive angehen. Dabei fällt
mir immer meine Sabbath-Epiphanie ein, die mit ca. 17 Jahren im Jahr
2005 (vermute ich) relativ spät kam. Ozzy
Osbourne kannte ich damals vorrangig
durch sein furchtbares Solo Album „Down to Earth“ und seine noch
peinlichere Hauptrolle in der MTV Reality Soap „The Osbournes“.
Und dann gab mir mein Kumpel F.M. vom Ruderverein seine Festplatte
mit, auf der sich sämtliche bis dato veröffentlichten Black Sabbath
Alben befanden. Mein Zugang zu Musik hat sich hierdurch grundlegend
geändert. Plötzlich war alles Black Sabbath, überall versteckte
sich Black Sabbath, und ich fühlte mich wie ein Wissenschaftler, der
den Missing Link entdeckt hat.
Flash-forward
ins Jahr 2022: für diese Review höre ich zum ersten Mal seit Jahren
wieder ein Black Sabbath Album bewusst komplett. Das letzte Mal war
wahrscheinlich im Jahr 2019, als ich eine Seminararbeit zum Thema
apokalyptische Literatur und Doom Metal Lyrics an der Uni geschrieben
habe.
Und
ebenso eschatologisch ist die Stimmung beim Einstieg in den ersten
Stück: de Titeltrack des selbstbetitelten Debütalbums. Ich versuche
mir manchmal vorzustellen, wie die Reaktion der Hörenden damals war,
als Bill Ward, Geezer Butler, Tony Iommi und Ozzy Osbourne damals
diesen noch kaum bekannten Stil gespielt haben. Und auch heute –
über ein halbes Jahrhundert später – sorgt das Thema für
Gänsehaut, bis sich der Spannungsaufbau in die psychedelische Heavy
Metal Spirale schraubt. Plötzlich ist Stille und das Mundharmonika
Intro von ‚The Wizard‘ beschert direkt die nächste Überraschung.
Blues, Rock’n’Roll, diese ungreifbare Dunkelheit und das
Einwerfen von harten Riffs ergeben diese einmalige Stimmung. Den
dritten Titel ‚Behind the Wall of Sleep‘ habe ich früher ein
wenig unterschätzt. Inzwischen ist es gerade die lässige Gangart
des Stückes, die mir so gefällt. Vielleicht geht der Track oft zu
Unrecht zwischen den beiden Titeln ‚The Wizard‘ und ‚N.I.B.‘
unter – zweiterer ist zumindest laut den Spotify Daten der
beliebteste Song des Albums. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich
angefangen habe, Bass zu spielen, und mich sehr oft an diesem Lied
vergangen habe. Hier passt einfach alles: Dynamik, Atmosphäre, der
Aufbau und Spannungsbogen, jedes kleine Detail (vor allem am Bass).
Als nächstes kommt ‚Evil Woman‘, und dabei handelt es wahrhaftig
um meinen persönlichen Track des Albums. Es mag an der einzigartigen
Bewegung des Liedes liegen oder
Raphi wollte dass ich dieses Bild unbedingt hier einfüge :~
vielleicht ist es auch eine gewisse
Nähe zu Punk und Garage Rock à la frühe Stranglers, die mich hier
so überzeugen – so oder so bleibt ‚Evil Woman‘ mein Favorit
auf „Black Sabbath“. Mit ‚Sleeping Village‘ folgt darauf eine
Nummer, an die ich mich erst gewöhnen musste. Mittlerweile ist mir
dieser Zugang gelungen, und ich kann dementsprechend nachempfinden,
warum sich Sleeping
Village Reviews oder auch
die Stoner Doom Band Sleeping
Village aus New Jersey
ebenjenen Namen gegeben haben. Es ist vor allem der harte Bruch, der
die Hörenden aus einem farbenfrohen Blues Lick direkt in die Tiefen
des Doom fallen lässt, was an dieser Nummer so überzeugt. Dass es
sich beim nachfolgenden Longtrack ‚The Warning‘ um eine
Coverversion handelt, die ursprünglich von Aynsley Dunbar
Retaliation stammt, wissen die Lesenden wahrscheinlich alle – ich
habe es wirklich geschafft, diese Information bis eben vor mir selbst
geheim zu halten. Durch seine Länge verliere ich bei diesem Stück
hin und wieder kurz den Faden, bin dann aber umso glücklicher, wenn
im finalen Abschnitt das Hauptthema wieder zurückgebracht wird. Der
achte Titel ‚Wicked World‘ hat in der ursprünglichen Version des
Albums nicht mehr auf die 12‘‘ der Platte gepasst, und wird
deshalb manchmal als dem Album zugehörig genannt, und manchmal eben
nicht. Hier gefällt mir wieder das Ende besonders gut, das mit
seinen Stopps an 1960er und 70er Prog à la Focus erinnert. In der
Gesamtheit des starken Albums geht der Song aber fast ein bisschen
unter.
Und
wie bewerte ich jetzt ein Album, das fast zwanzig Jahre älter ist
als ich selbst? Black Sabbath’s „Black Sabbath“ ist ein
Meilenstein, der wahrscheinlich noch viele Jahrzehnte nicht zu
verrücken ist. Dieses Album mit seinen sieben bzw. acht Stücken
allein bietet für Musikhistoriker*innen Raum, um ganze Bücher oder
Lerneinheiten aufzusetzen. Und doch sollte man auch heute
hinterfragen: Ist das Debüt Black Sabbath wirklich so großartig?
Ich sage: ja, und gebe
9,5/10 Pfandflaschen"
Stricher guckt sich "Bohemian Rhapsody" an im CinemaXx Essen am 11.11.2018
Hmm... Wie ausführlich soll ich denn bitte ein Biopic reviewen? Egal, fangen wir mal an.
"Bohemian Rhapsody" handelt vom Leben des Freddie Mercury (Rami Malek), der wohl am besten bekannt war als der Sänger der Rockband Queen. Der Film zeigt uns die erste Begegnung mit den Gründungsmitgliedern Brian May (Gwilym Lee) und Roger Taylor (Ben Hardy) als auch die ersten
Auftritte mit Bassist John Deacon (Joseph Mazzello). Weiterhin geht es um die Liebe Freddies zu Mary Austin (Lucy Boynton), die Feststellung dass er bisexuell ist und den Aufstieg der Band von einer Studentencombo zu einer Stadion-Band. Man beleuchtet zwar nicht alle Phasen allerdings wohl die interessantesten: die Anfänge, die Veröffentlichung der Single "Bohemian Rhapsody", die Wendung zu Pop und Disco und auch den großartigen Auftritt auf dem Live Aid...
Im Großen und Ganzen hat mir der Film sehr gut gefallen. Es ist DIE Möglichkeit die Geschehnisse (irgendwie) aus der Perspektive von Freddie zu sehen. Rami Maleks Darstellung von Mercury ist 100%ig echt. Er hat sich verdammt viel Mühe bei der Mimik und Gestik gegeben. Die übrigen Bandmitglieder sind von den Originalen auch nur geringfügig zu unterscheiden. Auch der Charakter von Mercury kommt authentisch rüber - ein strebsamer junger Mann, dem irgendwann der Erfolg zu sehr in den Kopf steigt. Trotz alledem ist das hier ein Spielfilm und keine Doku. So wurden ein paar Fakten verändert. Beispielsweise erfährt Freddie von seiner AIDS-Erkrankung erst nach dem Live-Aid-Konzert und nicht kurz davor. Der Plattenproduzent im Film, Ray Foster (Mike Myers) existiert im wahren Leben gar nicht. Wahrscheinlich gab die echte Person seine Rechte für die Verfilmung nicht - oder ähnliches. Anyways: Es ist ein spektakulärer Film, vor allem für mich da ich mit der Musik ziemlich viel verbinde und bittere Nostalgie-Tränen vergieße.
9/10 Pfandflaschen
Trailer:
WATAIN + ROTTING CHRIST + PROFANATICA am 24.11.2018 in Matrix, Bochum
Gottverdammte Scheiße, was habe ich mich seit Monaten darauf gefreut.
Anyways, ich fackel nicht lange, sondern komme mal zum Punkt.
PROFANATICA: Drei Typen in Corpsepaint und bischöflichen Gewändern auf der Bühne. Sehr seltsam. Dann der bärtige Schlagzeuger der gleichzeitig gesungen hat und dabei ausgesehen hat als würde er tief auf das Schlagzeug glotzen und auf die Textzettel einen genaueren Blick zu werfen. Dadurch dass er diesen fetten Bart hatte fühlte ich mich an Zwerge erinnert und imaginierte mir, dass wenn er aufsteht, er nur 2-3 cm größer ist. Das fand ich sehr witzig. Musikalisch gefiel mir das schon. Ich mag es, wenn es minimalistisch und primitiv zur Sache geht. Allerdings war es nach einer Zeit doch schon etwas eintönig. Trotzdem ein ziemlich guter Auftritt, den ich wahrscheinlich mehr in einem schimmeligen Keller genossen hätte.
ROTTING CHRIST: Bis kurz vor dem Auftritt habe ich noch nichts von der Band gehört. Ehrlich nicht. Dabei vermutet der Name "Verrotender Christ" etwas furchtbar böses und satanisches. Dabei wirkten die Boys aus Griechenland ziemlich fröhlich und interagierten mit dem Publikum auf eine ziemlich freundliche Weise. Ohne irgendwelchen komischen Metaller-Klischee-Gimmicks. Der Auftritt hat mir verdammt gut gefallen. Gab zwar ordentlich Geballer aber kein Stumpfes. Die Songs wirkten auf mich sehr episch und beinahe kirchlich. Die Chants taten meiner Meinung nach ihr übriges. Coole Band, gerne nochmal.
WATAIN: Holy Fuck. Sie eröffneten ihr Auftritt tatsächlich mit dem Song der mich damals Fan werden ließ: "Storm of the Antichrist" vom Album "Sworn To The Dark". Was daraufhin folgte waren fünf Typen in Corpse Paint, gekleidet in scheinbar sehr stinkende Klamotten, die bestialische Musik gemacht haben. Es gab Feuer und es gab Blut und es gab eine großartige Bühnendeko die alles wie ein obskures Ritual erscheinen ließ. Ich bin alles andere als enttäuscht und freue mich schon aufs nächste Mal - irgendwann. Schönen Gruß unbekannterweise an den genervten Typen neben mir, der von seinen nervigen Begleiter ("Ja, den Kerl hab ichs gezeigt, ne? Wenn er keinen Presseausweis hat, dann kann er sich verpissen mit der Kamera, ne? Hab ich recht, ne?"), der einen Typen mit Kamera rausgedrängt hat, superkrass genervt war. Offensichtlich.
Ich hasse dich, Internet. Grad eben hatte ich einen 1A-Mini-Review-Text für "Sworn To The Dark" gehabt und schwupps falsche Taste gedrückt, Browser bewegt sich ein Schritt zurück und nach der Rückkehr ist der gesamte Text weg. Argh. Wie auch immer, wenn ihr das Bathory-Review von vor paar Monaten gelesen habt, wisst ihr was ich von Black Metal halte. Die Band muss schon verdammt gut sein, sonst würde sie in den BM-Einheitsbrei-Sumpf versinken und ich könnte sie mir um Gottes(!) Willen nicht anhören. So geht es mir eigentlich bei fast jeder Musikrichtung. Denn alle bieten 75% Einheitsbrei als auch 25% Perlen, die man jede freie Minute hören kann.
Watain gehören zu den 25% alle Musikrichtungen. Sie sind rau, ungeschliffen, hart, ihr wisst schon die standart-tags halt, doch trotzdem fallen sie nicht in das typische BM-Klischee. Bei diesen Album kommt mir das Motto "Melodisch aber auch nicht soooo sehr" in den Sinn, denn würde da "Melodic Black Metal" oder sonstwas stehen würd ichs wahrscheinlich nicht mal anhören. So sind Watain ein geniales zwischending. Geiler Black Metal, mit (Achtung) apokalyptischen Drums, Riffs die Nonnen ficken und Gesang der eure Kinder opfert. Und dazwischen dieses pling-pling diese Atmosphäre die das Album nicht verstumpfen lässt.
Danke an Professor Dr. Ogen für den Tipp. Hoffe du bist in der Fließentischologie nicht versunken.
Daunlaud - ich hoffe ihr findet den Download-Link selber.