Mittwoch, 22. Februar 2023

Album der Woche#575: Chelsea Wolfe - Birth of Violence (2019)



"Afraid to live, afraid to die
Building a broken but precious web
Like a spider in Chernobyl
And when the cattle low
Something is on the horizon"
(aus "The Mother Road")

Tatsächlich hat es Chelsea Wolfe bis jetzt nicht auf den Blog geschafft. Hier und da habe ich einiges an ihren Songs mitbekommen, als auch die vor kurzem erschiene Kollaboration mit Converge. Ich habe mir immer vorgenommen etwas mehr Zeit für das Review einzuplanen, weil ich die Musik als sehr intensiv eingeschätzt habe. Nun, so ganz ist es nun leider nicht und irgendwie erscheint dieses Review zwischen Tür und Angel. Das Album hat aber trotzdem einen Eindruck bei mir hinterlassen.

"Birth of Violence" ist Chelsea Wolfes aktuelles Studioalbum. Soweit ich nachrecherchiert hab hat sie auf ihrem ersten Album soetwas wie eine dunklere Version von amerikanischen Folk gemacht. Sprich eine Fusion aus Gothic Rock, Folk und experimentellen Klängen. Weiterhin entwickelte sie sich mehr in Richtung Doom Metal, doch hiervon ist nichts mehr zu hören. Stattdessen geht es back to the roots und es fühlt sich für mich an als würde ich ihr erstes Album hören. Also, für mich ist das ihr erstes Album weil ich noch keines in Gänze gehört habe.


Der Titel lässt einen vermuten, hier würde es sich um ein Konzeptalbum zum Thema "Gewalt" handeln. Dem scheint es den Texten nach nicht so zu sein, allerdings ist Dunkelheit und Finsternis hier die ganze Zeit anwesend. Was verwirrend ist, weil der Klang an sich doch ziemlich einladend ist. Es ist keine Doom-Dampfwalze, voll mit langsamen Riffs oder sowas. Stattdessen haben wir grundsätzlich nur Wolfes Stimme, Akustikgitarre, Klaver und leise Drums. Es gab da mal so einen bärtigen Musikproduzenten, der gesagt hat dass totale Stille auch etwas extrem sein kann. "Birth of Violence" klingt gleichzeitig ziemlich freundlich, einladend und bedrohlich, ja fast schon gespenstisch. Dennoch sind die Themen nicht gruseliger Natur. "Highway" handelt beispielsweise entweder von dem Leben auf der Tour oder von Autobahn als Metapher für unser alltägliches Leben. "Preface to a Dream Play" ist entweder ein nostalgisches Werk was "die Jugend" behandelt oder eine Ode an einen Rückzugsort. 

Meine Fresse, ich möchte nicht übertreiben, aber ich hatte doch etwas mehr Gänsehaut als sonst. Ich glaube düsterer Folk und Artverwandtes wird eines meiner neuen Lieblingsgenres. Ich bin begeistert. Es passiert tatsächlich öfter, dass etwas gleichzeitig bedrückend, befreiend und schön klingt. 

9/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: When Anger Turns To Honey, Deranged for Rock & Roll, Little Grave


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