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Mittwoch, 13. August 2025

Comic Book Review#642: Omega the Unknown#3 (1976)

Bei "Omega The Unknown" oder einfach nur "Omega" handelt es sich um einen Superhelden, der irgendwie, irgendwann von einem weit entfernten Planeten zu uns runter kam und jetzt hier für das Gute kämpft. Oder so. Jedenfalls wurde er in einer oder zwei Ausgaben davor von dem Bösewicht Electro (das ist dieser mit dieser schäbigen Maske) gefangen genommen. Nun ist er dank seiner Fesseln kraftlos und muss sich Electros Sermon anhören, wie geil und besser er ist. Dazu kommt noch, dass er sich mit Omegas Erzfeind, einer schwarzen, gesichtslosen Figur die seit längeren Jagd auf ihn macht, zusammen getan hat. Er will später Omega an ihn "überliefern" sodass er mit ihn machen kann was er will. Dazu

kommt noch, dass Electro eine Charity TV-Sendung kapert und alle Spendeneinnahmen, die dort hingeschickt werden kapern will. Es kommt zu einem Kampf zwischen den drei Superwesen live im Fernsehen. Omega kann gewinnen, weil ein kleiner gehbehinderter Junge namens Freddie ihn hilft. So weit, so uninteressant. Viel interessanter ist die Geschichte eines Jungen namens John-Michael der vor kurzem noch von seinen Eltern zuhause unterrichtet wurde. Eine Zeit lang lag er im Krankenhaus, doch nun ist er bereit entlassen zu werden und tatsächlich das erste Mal in eine neue Schule zu gehen. Dort wird er mit Bullies konfrontiert und verstörenden Verhalten von anderen Kindern.

Die eine Hälfte der Story ist wirklich nicht schlecht. John-Michael ist nicht naiv oder so, er kennt einfach die Welt da draußen nocht nicht. Er versteht nicht, wieso ein anderes Kind was gegen ihn hat und ihn anpöbelt. Es gibt für ihn keine logische Erklärung dafür. Ich finde es interessant und gleichzeitig auch nachvollziehbar. Abseits von John-Michaels Konftronation mit der Welt gibt es hier einfach nichts was irgendwie....haften bleibt. Der Kampf zwischen Omega und Electro ist einfach stinklangweilig und sein Teil der Ausgabe so oder so. Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass Omega heutzutage in irgendeinem Comic vorkommt. Soweit ich das nachvollziehen kann, gibt es zwischen dem Jungen und dem Superhelden irgendeine psychische Verbindung, die ich allerdings nicht wirklich raus lesen kann. Achso! Das ganze Ding heißt "Burn while you learn" :D

Made by: Steve Gerber, Mary Skrenes, Jim Mooney
4/10 Pfandflaschen


Freitag, 26. Mai 2023

Comics Monthly#107

Alien#1

Nun, da 20th Century Fox jetzt Disney gehört bringt Marvel (das auch Disney gehört) nicht nur Predator sondern auch Alien Comics heraus. Predator hatten wir hier letztens schon, jetzt ist Alien dran.

Wir befinden uns im Jahre 2195 auf dem eiskalten Mond LV-695. Eine ganze Familie lebt hier. Batya, Dayton und Zasha. Batya ist eine hochrangige Wissenschaftlerin, Dayton ein erfahrener Minenarbeiter und Zasha ist ihre Tochter. Tatsächlich ist ihr Aufenthalt hier kein Vergnügen. Sie arbeiten für ein Unternehmen namens Talbot, dass sich mit Terraforming beschäftigt. Sie haben einen wichtigen Auftrag - Wasserquellen auf diesem Mond finden bzw. irgendwas, was ihn bewohnbar macht. Eine wichtige Entdeckung würde bedeuten, dass sie bald von dort verschwinden möchten. Batya ist nämlich schwanger und möchte ungern das Kind auf diesem fliegenden Stein gebären. Als Zasha bei einer Höhlenbesichtigung einen eingefrorenen Facehugger findet, bringt sie ins Labor bzw. Lager. Die Info darüber wird an die Firma Talbot weitergeleitet und es dauert nicht mehr lange bis die Multinational Corporation Weyland Yutani die Firma übernimmt und sich auf dem Weg zum Mond macht. Sie
tauchen mit ihrem riesigen Schiff auf und wollen unbedingt das Exemplar des Facehuggers mitnehmen. Dayton wehrt sich gegen die Übernahme und wird festgenommen. Zasha kann fliehen und sich in den Luftschächten verstecken. Dummerweise merkt niemand, dass der tiefgefrorene Facehugger langsam auftaut.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so angenehm zu lesen sein wird. Mir hat vor allem der Monolog zu Beginn der Ausgabe gefallen. Es sieht nämlich fast schon danach aus, als würden Xenomorphs über sich selbst sprechen. Cool. Das Design ist auch sehr cool. Hin und da etwas Anime-Mäßig aber nicht auf die kindische Art. Schöne Zusammenstellung der Farben, schöne Darstellung von Schnee. Die Story ist auch nicht uninteressant, ist aber insgesamt zu 85% ähnlich wie so viele Alien-Geschichten. Es sind Menschen die irgendwo weit entfernt sind und sie treffen auf Aliens und irgendwie wird die Situation unterschätzt. Aus irgendeinem Grund mischt sich auf Weyland Yutani ein. Es ist fast schon standard. Es ist schade, dass diese Kuh so endlos gemolken wird und man auf eine gewisse Weise Recycling betreibt. Trotzdem sieht der Comic cool aus und war angenehm zu lesen.

7,5/10 Pfandflaschen
Made by: Declan Shalvey, Andrea Broccardo, Triona Farrell

The Giant Kokjü#2

"When times are darkest......just take joy where you find it."

Was zum geistigen Fick-Fuck habe ich da grade gelesen?

Wir kriegen einen kurzen Rückblick auf die erste Ausgabe. Ein riesiges Kaiju-Monster, eine Art purpurner Dracher hat eine Großstadt angegriffen und fickt alle Gebäude die er antrifft. Ganz genau. Er schiebt seinen riesigen Lümmel überall in jeden Wolkenkratzer rein. Dabei scheißt er ganz schön viel auf die Straße und stößt unfassbar viele Phäromone heraus, die einige Menschen ziemlich notgeil werden lassen, sodass sie sich in dieser kritischen Situation die Zunge in den Hals schieben. Irgendeine geheime Untergrund-Top-Secret Organisation (die geheim ist) hat einen Wissenschaftler gekidnappt, der wohl als einzige in der Lage ist dieses Debakel zu lösen. Sie entführen ihn in ihr
H.E.A.D.Q.U.A.R.T.E.R.S. wo er auf seinen ehemaligen Kollegen, einen klischeehaften Japaner, trifft. Zusammen mit ihm haben sie einen riesigen Mecha, einen funky 70s Disco Samurai entwickelt in welchen er jetzt einsteigen und gegen den KOKJÜ (Ja, so nennt man das Monstrum) kämpfen darf. Aber nur wenn seine Frau und Kinder in Sicherheit gebracht werden und eine Entschädigung kriegen.

Was zum Fick. Eine Art sehr obskure Parodie auf US-Amerikanische Versionen von japanischen Kaiju-Filmen. Es wird genau diese Art und Weise von Storytelling parodiert. Was es mit dem riesigen fickenden Drachen auf sich hat, kann ich noch nicht beantworten. Vielleicht ist es einfach eine gute Kaiju-Parodie mit einigen Seitenhieben auf das heutige Zeitgeschehen. Ich habe keine Ahnung wer der Erzähler in dieser Story ist, vielleicht ist es der Autor selbst, aber man macht sich über Immobilienhaie und Elon Musk lustig. Ich habe gelacht, so insgesamt. Finde es großartig, wenn man auf diese Art vorm Kopf stoßen kann.

8/10 Pfandflaschen
Made by: Gerry Duggan, Scott Koblish
Erhältlich bei Image Comics

Spider-Man 2099: Dark Genesis#1

Hach, wie schön. Wir befinden uns wieder in der in den 1990er Jahren erdachten möglichen Zukunft des Marvel-Universums. Der hiesige Spider-Man, Miguel O'Hara hat in seiner Heimatstadt Nueva York gegen machthungrige Eliten gekämpft. Inhaber sogenannter "Black Cards", die außerhalb des Gesetzes agiert haben. Sein Kampf war erfolgreich, die Eliten geschwächt, das Volk gestärkt. Allerdings hat es dazu geführt, dass die Gewalt gegen ehemalige Millionäre gewachsen ist und es noch mehr Gewaltopfer gibt. Eines dieser Opfer ist Michael Erick. Zu Beginn der Ausgabe wird sein Apartment von mehreren wütenden Leuten angegriffen. In letzter Not greift er zu einem geheimnisvollen Gefäß, in welchem sich der Symbiont befindet der als "Carnage" bekannt ist. Folglich wird Erick zur neuesten Inkarnation von Carnage und daraufhin auch zu einer Art "Publikumsmaskottchen". Sein neues Ich
versucht nun angeblich "für die kleinen Leute" zu kämpfen und greift das Gebäude des Alchemax Konzerns an, das wohl eines der korruptesten im ganzen Land ist. Spider-Man und die außerirdische Spider-Woman versuchen zu intervenieren und den Leuten beizubringen, dass sie nur von Carnage in ihrer Wut ausgenutzt werden. Leider wird Spidey im Kampf mit Carnage verletzt, genauso wie ein Polizist der grade seine Tochter angerufen hat, um ihr mitzuteilen dass er heute später nach Hause kommt. Das Ausmaß an Gewalt weckt mehrere Superhelden, die auch in diesem Jahrhundert aktiv sind: Ghost Rider, Moon Knight und....Venom.

Soooo gefällt mir das. Eine Story die schon desöfteren da gewesen ist, die allerdings spannend erzählt wird und nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Superhelden als Bindeglied zwischen Recht und Ordnung und dem Willen des Volkes. Sie kämpfen gegen Eliten wollen aber niemanden töten. Dazu noch etwas Fan-Service in Form von alten Schurken/Helden und natürlich eine Neuausrichtung dieser Charaktere. Die außerirdische Spider-Woman sieht aus wie eine Mischung aus....Xenomorph und Spider-Woman. Kein Scheiß. Justin Masons Zeichnungen haben wenig mit 90er Jahre Design gemein und bieten schon irgendwie was neues allerdings gleichzeitig was vertrautes. Man sieht: Marvel gibt sich hinsichtlich ihres Flagschiffs Spider-Man weiterhin große Mühe. Gefällt.

8,5/10 Pfandflaschen
Made by: Justin Mason, Steve Orlando
Erhältlich bei Marvel Comics

Mittwoch, 17. Mai 2023

Comic Book Review#578: Spider-Man#21 (1992)

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den Comic einfach nur aufgrund seines Covers ausgewählt habe. Also, eigentlich war das Cover in meinem "Gespeichertes"-Ordner auf Instagram äh gespeichert und irgendwann kam ich darauf zurück. Jedenfalls: Ich mag das Cover und der Comic ist auch nicht schlecht.

Es ist Teil 4 von "Revenge of Sinister Six". Der Bösewicht Mysterio, Teil der Sinistren Sechs, hat den Vigilanten Zero davon überzeugt dass Spider-Man in Wirklichkeit Dr. Octopus ist. Da Zero beabsichtigt Dr. Octopus zu töten, hat er Spider-Man angegriffen und schwer verwundet. Er kann sein Werk allerdings nicht vollenden, weil der Super-Soldat Cyborg X auftaucht und Spider-Man das Leben rettet. Zero wird von ihm schwer angegriffen und muss flüchten. Der Cyborg nimmt Spider-Man mit zu den Care Labs. Dabei handelt es sich um ein geheimes, von der Regierung gestütztes Laboratorium was
Super-Soldaten kreiert. Spider-Man wacht auf um festzustellen, dass sein Arm durch eine Art Cyborg-Arm ersetzt wurde. Schnell wird er von einem Wissenschaftler/große Nummer namens Oscar McDowell beruhigt. Der Arm ist noch dran und das metallene Teil ist eine Art Gips damit alles schneller heilt. Und sein Auge ist natürlich auch dran. Ergo ist das was auf dem Cover zu sehen ist, nur eine Momentaufnahme. Jedenfalls bedankt sich Spidey für die Hilfe und reist alleine aus um die Sinister Six zu stoppen. Auf dem Weg zu deren Headquarter trifft er auf einen weiteren Supersoldaten - Dethlok. Gemeinsam beschließen sie Sinister Six zu "besuchen", nur um vor Ort festzustellen, dass die Bösewichte (Dr. Octopus, Hobgoblin, Mysterio, Electro, Sandman und Vulture) gemeinsam in eine andere Dimension gereist sind und dort für Tode im sechsstelligen Bereich verantwortlich sind. 

Was für ein verwirrender Comic. Wie gesagt, das Cover ist eine Momentaufnahme und der Comic an sich auch. Es ist ein weiterer Teil einer längeren Saga. Deshalb habe ich keine Ahnung was davor so besonderes passiert ist, noch was danach passieren wird. Fest steht: Hier passiert sehr viel auf einmal und ehrlich gesagt wirkt es auf mich wie eine Runde Pen and Paper. Spider-Man wird verwundet, wird wieder geheilt, geht auf einen Quest und trifft unterwegs jemanden der einwilligt, ihm zu helfen, aber nur mit einer evtl. Gegenleistung. Es ist faszinierend wie Stories in den 90er Jahren geschrieben wurden. Hauptsache unfassbar viel Charaktere reinbringen um besonders viele zu "pushen". Auch die Veränderung im Kostüm ist nur von kurzer Dauer und prinzipiell ein Marketingtrick um die Leser dazu zu bringen, den Comic zu kaufen. Oh mein Gott, Spider-Man fehlt ein Arm und er ist nun ein Cyborg? Coooool. Ich fand das visuell schon ganz interessant. Storytechnisch auch. Besonders den Teil mit der anderen Dimension. Aber selbst das war auch nur ein Teaser auf etwas großes was später kommen sollte. I don't know. Irgendwie ist das cool, irgendwie gleichzeitig aber ein Einmal-gelesen-Material.

Gezeichnet und geschrieben von Erik Larsen, Schöpfer von Savage Dragon.
7/10 Pfandflaschen

Samstag, 5. November 2022

Comic Book Review#556: Spider-Man: Die Klonsaga, Band 2 (2014)

Das zweite Band der "Klonsaga" konnte ich verhältnismäßig günstig bei Medimops erwerben. Leider ist die Serie in Deutschland längst out of print. So werde ich mir die restlichen fünf Bänder leider nicht in echt holen können. Nagut, der dritte Band ist in Hardcover-Format irgendwo für 45€ erhältlich, aber da wäre die Frage ob ich so viel Geld dafür ausgeben mag. 

Dieses Band enthält die Erzählstränge "Netz des Todes", "Illusionen", "Spieler und Spielfiguren" als auch "Das Parker-Vermächtnis" und zwei kleine Kurzgeschichte aus der 400ten Ausgabe von "The Amazing Spider-Man". Die Stories spielen sich ab in "The Amazing Spider-Man"#397-400, "The Spectacular Spider-Man"#220-223, "Web of Spider-Man"#122-123 als auch"Spider-Man"#56-57.

"Netz des Todes" zeigt eine ungewöhnliche Situation. Peter Parker/Spider-Man irrt über den Dächern von New York. Er ist schwach und kurz vor seinem Tod, weil der Bösewicht Vulture ihm ein Virus injiziert hat. Sein Verstand ist auf irgendeine Weise mit dem von seinem Klon Ben Reilly verbunden. Die Geliebte von Dr. Octopus, eine überaus starke Frau namens Stunner, prügelt aus ihm den Verstand raus und kidnappt ihm. Dr. Octopus, der in Wahrheit ja Dr. Otto Octavius heißt und früher Parkers Professor an der Uni war, merkt dass irgendwas mit Spider-Man nicht stimmt. Ihren Kampf betrachtet er nämlich als eine Art immer währende Inspiration. Spider-Man stellt das genaue Gegenteil von ihm dar. Der Kampf hält Octavius "am Leben" und er möchte seinem Feind helfen ebenfalls am Leben zu bleiben. Also arbeitet er an einem Serum um ihm zu helfen. Mary Jane Watson, Peter Parkers Ehefrau (die ich nicht vorstellen muss) ist schwanger und überrascht ihm mit der Nachricht. Tante May befindet sich immer noch im Koma, was Peter große Sorgen bereitet. Als Dr. Octopus ihm mit einer weiteren Injektion des Serums helfen will, bleibt Peters Herzen für eine Zeit stehen. Währenddessen erlebt er eine Art außerkörperlichen Traum, in welchem er auf mehrere verstorbene Menschen aus seinem Leben trifft. Darin sagt ihm Tante May, dass seine Zeit noch nicht gekommen ist. In "Illusionen" geht es um Kaine, eine mysteriöse Figur die das Geschehen aus dem Dunklen beobachtet und selbst von einem weiteren merkwürdig gekleideten Typen namens "Scrier" beobachtet wird. Der Schakal bringt die beiden Spider-Men dazu ihm in ein kaltes Gebiet zu folgen. Dort kommen sie in sein geheimes Labor und müssen gegen weitere Klone von sich kämpfen. Der irre Wissenschaftler hat sogar Gwen Stacy, die erste Freundin von Peter Parker geklont um ihm psychisch noch mehr fertig zu machen. Der Schakal mit dem sie anfangs kämpfen, stellt sich auch als Parker-Klon heraus während der echte Schakal ein muskulöser, grünhäutiger Mann ist. Miles Warren, der Original-Schakal, hat sich wohl einen neuen Körper gebastelt. Im Großen und Ganzen geht es hier darum zu zeigen, dass sowohl Peter Parker als auch Ben Reilly von einer Person psychisch in die Irre geführt werden. Der Schakal versucht nämlich beiden zu erzählen dass sie beide Klone sind und der echte Peter irgendwo da draußen ist. Tatsächlich entsteigt einer Glashülle ein weiterer Klon Parkers, der schnell flieht und nicht aufzufinden ist.

Auf die restlichen Erzählstränge geh ich nicht ein, weil ich sonst zu sehr spoilern werde.


Fakt ist: Die Klonsaga ist noch in ihrem interessanten Stadium. Es ist ein unglaublicher Clusterfuck. Intrigen über Intrigen. Und hinter all dem steht scheinbar ein einziger Mann, der das Leben von Peter Parker zerstören möchte und sich dabei köstlich amüsiert. Miles Warren war nämlich früher in Gwen Stacy verknallt und macht für ihren Tod Spider-Man verantwortlich. Da macht es tatsächlich Sinn, dass er Rache üben will. Viel interessanter ist die Darstellung von Ben Reilly. Der Klon möchte nicht so sein wie das Original. Die Parker'sche Natur steckt aber in ihm drin. Menschen helfen, nett und höflich sein. Doch er wehrt sich innerlich dagegen, da er kein "Held" sein möchte. Es muss schlimm sein, dieselben Erinnerungen zu haben, wie jemand anders - sie aber niemals wirklich erlebt zu haben. Interessant finde ich auch, dass jede der vier Spider-Man Serien von verschiedenen Autoren gestaltet wurde. Wenn man die verschiedenen Teile der Story in der richtigen Reihenfolge liest, wechselt der Zeichenstil immer wieder ab. Mark Bagleys Stil ist eher klassisch während der von Sal Buscema eher abstrakt wird. Dazu hat allerdings auch der Inker Bill Sienkiewich beigetragen. Sein Stil ist unverkennbar. Auch John Romita Jr. und sein Vater John Romita Sr. haben hier beigetragen. Es ist ein wirklich außergewöhnliches, hochemotionales ÜBERDING. Ich bin gespannt, wann die Saga ihren Zenit überschreiten wird. Bis dahin genieß ich es.

9/10 Pfandflaschen

Samstag, 23. Juli 2022

Comic Book Review#541: Daredevil#31-36 (2014)

Und schon wieder hat mir Pinky einen Daredevil-Comic ausgeliehen. Und wieder war es großartig.

Diesmal hat der blinde Anwalt Matt Murdock aka mit 360-Grad-Radar ausgestatteter Superheld Daredevil mit etwas persönlichen Struggle zu tun. Sein treuer Freund und Anwaltskollege Foggy Nelson hat Krebs und befindet sich im Krankenhaus. In New York tobt sich momentan eine Gruppe von Neo-Nazis aus. "The Sons of Serpent", wie sie sich nennen, haben einen Erzfeind Daredevils, Jester (eine Art Marvels Joker) engagiert um mit Fake News Unruhe in der New Yorker Gemeinschaft zu provozieren. Ein rassistischer Amokläufer wurde grade von den Geschworenen für nicht schuldig befunden und so kreierte Jester ein Fake des Staatsanwalts der für dessen Inhaftierung eintrat. In diesem ist zu sehen wie der Staatsanwalt angeblich die Liste der Geschworenen in die Kamera hält, was absolut verboten ist, um sie dem wütenden Mob anzubieten. Das entspricht natürlich nicht den Tatsachen und so kommt es zu Verhaftungen, Polizeigewalt und Riots. Tatsächlich haben die Sons of Serpent bereits mehrere Teile der Gesellschaft unterwandert, sei es nun Polizei, Feuerwehr, Aktionäre oder oder oder. Matt möchte die Organisation auslöschen und recherchiert ausgiebig. Es stellt sich heraus, dass ihr Name sich auf die erste Schlange im Garten Eden bezieht und das Buch Darkhold wohl für sie das allerheiligste ist. Also beschließt er nach Kentucky zu reisen um dort zumindest ein Teil des Darkholds zu finden. Er trifft auf eine Art Monster Squad bestehende aus Werwolf Jack Russel (lol, siehe letzte Woche), Satana, Frankensteins Monster, einen Zombie und eine Mumie. Er versucht sie vor einem wütenden, kleinkarierten Mob zu retten. Insgeheim kommt er dazu ein paar Seiten des Darkhold zu entwenden, ohne es Satana zu sagen, die das Buch für besonders wichtig hält. Jedenfalls hat Matt vor mit der Drohung die Seiten zu verbrennen die Sons of Serpent zu erpressen und Jester ihm
auszuhändigen. Gesagt, getan. Nun tauchen zwei Serpents bei Foggy im Krankenhaus auf und erpressen Matt. Sie möchten dass er Donald, den Sohn von einem der beiden vor Gericht verteidigt weil dieser im Falle eines Hausbrandes unschuldig sei - oder sie offenbaren der Öffentlichkeit dass er in Wirklichkeit Daredevil ist.

Daredevil Comics haben es wirklich in sich. Es ist eine überaus gelungene Mischung aus Detektiv-Krimi, Sci-Fi und Action. Die Monster Squad auf dem Cover kommt im übrigen nur in zwei Ausgaben vor - allerdings macht das Cover wirklich was her. Ein Mann im Teufelsanzug mit einem Haufen Monster. Theoretisch würde Daredevil wirklich sehr gut dazu passen, auch wenn er kräftetechnisch nichts mit irgendwelchen Fantasy/Mystery-Kram zu tun hat. Interessant dass exakt dieses Cover für das Trade Paperback gewählt wurde. Es sind Monster auf dem Cover aber in Wirklichkeit geht es viel mehr um Neo-Nazis und ihren Einfluss auf die Gesellschaft. Natürlich könnte es durchaus sein, dass man hier sich auf den Aufstieg der Alt-Right bezieht, allerdings findet der Comic drei Jahre vor der Wahlkampagne von Donald Trump statt. Interessant. 

Made by: Mark Waid, Chris Samnee, Jason Copland, Javier Rodriguez, Alvaro Lopez
Erhältlich bei Marvel Comics
8,75/10 Pfandflaschen

Donnerstag, 23. Juni 2022

Comics Monthly#97

DUO#2

Die Protagonisten von "DUO" sind Kelly Vu und David Kim. Wissenschaftler, Arbeitskollegen und Paar. Sie haben einen merkwürdigen Unfall überlebt. Wobei so ganz stimmt das nicht. Offiziell ist Kelly gestorben, doch ihr "Geist" befindet sich in Davids Körper. Zusammen mit zig tausenden von Nanokörpern, die Davids Körpern ständig wiederbeleben, wenn es einen weiteren beinahe tödlichen Angriff gegeben hat. Zu Beginn der Ausgabe "entdeckt" David Kelly in seinem Kopf. Sie ist eine Art körperloser Geist, der nicht angefasst werden kann. Sie spürt seine Emotionen, seinen Schmerz, einfach alles. Zusammen werden sie von einem mysteriösen Paar von Bösewichten verfolgt die von irgendwelchen genetisch manipulierten Hunden begleitet werden. Diese setzen auch einen Haufen Drohnen auf sie an, doch das kann Kelly und David nicht aufhalten. Die Nanoroboter verleihen David Superkräfte wie Fliegen und machen ihn quasi unverletzbar und unsterblich. Doch das wirklich
interessante geschieht auf Kellys offizieller Beerdigung. Es taucht eine Polizistin auf, die beauftragt wurde die Umstände des Unfalls aufzuklären. Es gibt die Vermutung, dass der Brand von jemanden gelegt wurde. Während des Gesprächs merkt Kelly, dass David wegen der Frau tatsächlich etwas erregt ist und lässt ihm das wissen. Es ist ziemlich witzig.

Eine ähnliche Idee hatte DC schon mal. Firestorm war die Kombination aus einem High-School-Jock und einem Professor oder auch mal andersherum. Ein Superheld, der nur existieren konnte wenn zwei Menschen ihre DNA für eine kurze Zeit zusammenfügen mussten. Allerdings war das damals sowas wie eine Art Bromance. Das hier ist eine richtige Beziehung. Stellt euch vor euer Partner kann alles fühlen was ihr fühlen, alles mitkriegen was ihr so denkt. Höllisch interessantes Konzept, meines Erachtens ne wirklich großartige Idee. Allerdings unfassbar hässlich gezeichnet. Wirklich grottenhässlich. Kann mir das kaum angucken.

6,5/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei DC
Made by: Greg Pak, Khoi Pham, Scott Hanna, Chris Sotomayor



Jurassic League#2

Wir befinden uns in einer anderen Dimension bzw. einer anderen Zeitschreibung. Wahrscheinlich wurde das hier von einem Kreationisten geschrieben, und selbst wenn dann ist es mir auch egal: Dinosaurier leben mit Menschen zusammen. Genauer gesagt kämpfen einige Dinosaurier als kostümierte riesige Superhelden gegen andere kostümierte Dinosaurer in Schurkenklamotten um Menschen zu beschützen. In der vorherigen Ausgabe hat Batsauer (ein Dinosaurier als Batman verkleidet) einen kleinen menschlichen Jungen gerettet, der ihm nun ständig hinterherläuft. Dumm nur, dass beide die Sprache des jeweils anderen nicht verstehen. Das passierte in GROWLTHAM CITY. In einer anderen Stand namens METRAAARGHPOLIS zerstören die Dinosaurier-Versionen von Giganta und Bizarro die Häuser der Menschen und nehmen sich vor, sie zu essen. Supersaur, die Dinosaurier-Version von
Superman eilt ihnen zur Hilfe. Batsaur sieht ebenfalls dass Not am Mann ist und entscheidet sich den Menschen zu helfen. Ganz woanders gruppieren sich die Superschurken-Saurier Jokerzard und Reverse-Slash zusammen mit Atrocitaurus (der Dino-Version von Atrocitus von den Red Lanterns lol) neu. Am Ende des Comics treffen die beiden oben genannten Bösewichte auf die Triceratops-Version von Wonder Woman, namens Triceradon. Sie versohlt den beiden ordentlich den Arsch.

Was für ein grandioser Unsinn. Fühle mich an neuere Kaiju-Comics wie "Ultra Mega" erinnernt aber auch gleichzeitig vom Design der Geischther her an Sam Keiths "The Maxx". Das Ganze ist so absurd, dass es schon wieder interessant ist. Einerseits ist das nicht grade die einfallsreichste Idee eine weitere Variante des DC-Universums vorzustellen, andererseits warum nicht? Es ist unterhaltsam, es ist lustig und es ist höllisch gut gezeichnet. Ich finds geil!

8,75/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei DC
Made by: Juan Gedeon, Daniel Warren Johnson

X-Men'92: House of XCII#2

Der Zufall will es, dass ich letztens erst die ersten zwei Staffeln der 1992er Zeichentrickserie "X-Men" gesehen. Der Zufall will es auch, dass Marvel auf Disney + die besagte Serie fortsetzen wird. Ebenso dem Zufall habe ich es zu verdanken, dass ich diesen Comic gefunden hab. Allerdings habe ich keine Ahnung ob er so eine Art Alternativ-Geschichte darstellt, oder eine direkte Fortsetzung der Serie ist. I don't know.


Zu Beginn erzählt uns die Teenager-Mutantin Jubilation Lee, die in der Lage ist Feuerwerke oder so ähnlich aus ihren Hände zu schießen, dass sie scheinbar mehrere Leben durchlebt hat. Im ersten wurde sie von einem riesigen Mutanten aufspürenden Roboter, einen Sentinel umgebracht. In ihren weiteren Leben war sie unter anderem ein Vampir, führte eine Mutanten-Revolution in einer apokalyptischen Welt an etc. etc. Mittlerweile befindet sie sich in der Gegenwart als die X-Men mit der Bruderschaft der Mutanten und allen anderen Feinden Frieden geschlossen haben und sich gemeinsam auf der Insel Krakoa nieder gelassen haben. Dort leben sie in Frieden und bereitet allerdings auch die Verteidigung der Insel vor. Die Sentinel-Herstellungsmaschine "Master Mold" haben sie vor einiger Zeit erfolgreich vernichtet. Allerdings schwebt Sentinel-Schöpfer Bolivar Trask mit seinen Mit-Bösewicht in einer Station im Erdorbit und schmiedet finstere Pläne. Sie schicken einen upgedateten dreiköpfigen und sechsarmigen Sentinel nach Krakoa um die Mutanten zu vernichten. Gemeinsam schaffen sie dem Feind zu trotzen, wissen allerdings nicht dass der Roboter eine Art Trojanisches Pferd gewesen ist.

Die 90er Jahre waren finster. Höllisch finster. So ähnlich war auch der 92er X-Men Cartoon, der zwar kindergerecht war, und auch bunt, allerdings trotzdem mit einem sehr gritty Zeichenstil ausgestattet war. Davon ist hier nichts zu sehen. Stattdessen haben einen sehr fröhlichen und aufpolierten Zeichenstil. Dadurch wirkt der Comic auf mich viel eher wie eine Art Stoff für Grundschüler bzw. ein kindergerechter Comic. Das ist merkwürdig, schließlich war der Cartoon ja auch für Kinder gedacht - aber wenn das schon eine Hommage an die 90er sein soll, dann hätte sie auch den Stil beibehalten können. Ich weiß es auch nicht. Auch die Idee, dass alle friedlich auf dieser Insel leben. Sei es jetzt Mr. Sinister, Apocalypse oder die Bruderschaft der Mutanten, wirkt irgendwie komisch auf mich. Nicht meine can of Mixery.

Made by: Steve Fox, Salva Espin
4/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei Marvel

Dienstag, 7. Juni 2022

Comic Book Review#535: X-Factor#30 (1988)

Ich wusste gar nicht wovon der Comic handelt und habe ihn tatsächlich nur nach dem Cover ausgewählt, was ich interessant fand.


Bei "X-Factor" handelt es sich um sowas wie eine Lern/Trainingsgruppe von Mutanten. Die jungen Leute werden abseits der Charles Xavier Schule für Begabte hinsichtlich der Kontrolle über ihre Fähigkeiten trainiert. Diesmal befinden sie sich auf einem riesigen Schiff. Zu Beginn der Ausgabe spielen sie Volleyball mit einer Zeitbombe, die von einem kleinen Mutanten namens Boom-Boom erschaffen wurde. Das ist seine Spezialfähigkeit. Die "Lehrer" in diesem Falle sind Bobby "Iceman" Drake, Hank "Beast" McCoy, Jean "Marvel Girl" Gray und Scott "Cyclops" Summers. Die vier machen sich auf die Suche nach Scotts verschollenen Sohn, der scheinbar von einer von der Regierung beauftragten Mutanten-Miliz namens "Freedom Force" festgehalten wird. Diese wurde dazu erschaffen, Mutanten zu zwingen sich zu registrieren. Während die "Erwachsenen" weg sind, zeigt der intelligente Schiffscomputer den Kindern Action-Filme. Blöderweise wurde das Schiff von einer weiteren Mutantin namens Infectia aus der Ferne beobachtet. Sie hat scheinbar in Iceman verknallt und träumt davon, das Schiff zu besitzen. Auf der Straße verführt sie einen Polizisten, küsst ihn und verwandelt ihn in ein gewalttätiges Monster (auf dem Cover zu sehen), dass jede von ihr aufgetragene Aufgabe erfüllt. So bringt sie ihn dazu, Iceman anzugreifen, der zusammen mit Beast von einer Horde Reporter "geflüchtet" ist. Beast hat übrigens seinen übermäßigen Intellekt verloren und ist nicht mehr haarig. Wieso auch immer. Infectia manipuliert eine Gefahrensituation und tut so als würde sie von dem Monster-Polizisten flüchten, der beim Kampf mit Iceman explodiert. Anschließend zeckt sie sich bei den Mutanten ein und kommt auf das Schiff. Was sie noch genau vorhat, weiß man nicht.

Ich bin positiv überrascht. Es ist kein Teil einer großen Saga, wenn dann einer längeren Erzählung. Auf den ersten Blick aber viel eher sowas wie eine Kurzgeschichte, ein Ausschnitt aus dem Leben der Mutanten, die sich außergewöhnlichen Gefahren stellen müssen. Der Cop, der auf dem Cover zu sehen ist, kommt in der ganzen Story wirklich nur ganz kurz vor. Das reicht aber um sie interessant zu machen. Das ganze Design ist auch interessant. Zwar irgendwie etwas farblos, aber kantig bzw. "edgy". Als wäre es eine Art moderne Skizze. Eher weniger detailliert. Wie so eine Art avantgardistischer Cartoon. GGeschrieben von Louise Simonson, deren Ehemann Walter Simonson das Ganze gezeichnet hat. Meines Erachtens ein cooler spät-80er-Comic der ohne viel übermäßige Gewalt und Machotum auskommt, wie es später in den 90ern üblich war. Wirklich sehr angenehm zu lesen.

8,5/10 Pfandflaschen


Freitag, 3. Juni 2022

Comic Book Review#534: Spider-Man: Die Klonsaga, Band 1 (2014)

Acht Jahre ist es nun also her, seit dieses Band rausgekommen ist. Ich nenne es nun mein Eigen und kann was dazu erzählen. Es ist das erste Band von vier (oder fünf?) und beinhaltet einen der kontroversesten Erzählstränge in der Geschichte von Spider-Man. 


Damals, im Jahre 1994 ist plötzlich ein Klon von Peter Parker aufgetaucht (zu dem Zeitpunkt schon der zweite, weil die erste Klonsaga irgendwann in den 70ern stattfand). Er wurde von einem Uni-Professor namens Miles Warren geschaffen, der eine Obsession mit Peter Parker bzw. seinem Leben hatte. Der Mann zog sich außerdem einen Gummianzug mit Maske an und nannte sich "Schakal". In diesem Band sind Ausgaben von vier verschiedenen Spider-Man-Comic-Serien zu finden, die damals monatlich erschienen sind: Web of Spider-Man, The Amazing Spider-Man, Spider-Man und The Spectacular Spider-Man. Folglich geht es um WoS-M#117-119, TASM#394, SM#51-53 und TSSM#217. In manchen der Comics wurden zwei Storylines abgedruckt, sodass man sie wenden musste um die jeweils andere zu lesen. In diesem wurde der Klon, der sich Ben Reilly nannte, zur Hauptfigur. Tatsächlich hat Marvel damals geplant Peter Parker für immer mit ihm zu ersetzen, was zu Protesten bei der Leserschaft geführt hat. Ich werde nun, die ersten zwei Storylines kurz anreißen: "The Double" und "Power & Responsibility".

In "The Double" sehen wir wie Ben Reilly auf die Welt gekommt, geschaffen im Labor von Miles Warren. Der Klon hat zunächst kein richtiges Verständnis darüber, was er überhaupt ist. Doch nach und nach kommen alle Erinnerungen von Peter Parker, die in seinem Kopf gepflanzt wurden wieder zurück. Der Schakal behandelt ihn allerdings nicht als Menschen sondern als sein Eigentum. Er manipuliert ihn soweit, dass er anfängt zu denken er wäre ein schlechter Mensch, weil er in seinem Leben so viele andere enttäuscht hat. Doch sein Gewissen und sein Menschenverstanden melden sich zurück und so schafft es der Klon den Fängen vom Schakal zu entkommen. Er trifft allerdings auf den echten Spider-Man, Peter Parker und es kommt zu einem kurzen Fight. Tatsächlich sind seine Erinnerungen und seine Gefühle so echt, dass er Peters Tante May im Krankenhaus besucht, weil sie im Koma liegt. Im weiteren Verlauf der Story kommt es zu einer Geiselnahme im Ravencroft Institute. Dabei handelt es sich um Marvels Antwort auf DCs Arkham Asylum. Ein Psychiater und Superschurke namens Judas Traveller möchte die Natur von Spider-Man erkunden und ist darüber fasziniert, dass die ganzen Insassen einen Knacks mit Spider-Man haben. Er nimmt also das Personal als Geiseln, lässt es aber frei und hält nun die ganzen Insassen fest, inklusive Cletus Kasady aka Carnage. Ihm zur Seite steht eine Gruppe von illustren Halsabschneidern. Sie sind sogar in der Lage eine Art Energiefeld um das Gebäude herum zu erzeugen, sodass die Polizei nicht stürmen kann. Spider-Man beschließt reinzugehen und es gelingt ihm - weil es eine Falle war. Nun wird er von Traveller fest- und in Ketten gehalten. Wie ein Tier im Versuchslabor. Doch es kommt so, wie niemand gerechnet hat. Ben Reilly aka der Klon kommt ihm zur Hilfe. Sein Mitgefühl ist zu groß. Schließlich hätte er einfach abhauen und woanders ein anderes Leben führen können.

Großartige zeichnerische Darbietung einer der dunkelsten Phasen im Leben von Peter Parker. Hier sehen wir einen Spider-Man der eher wenig Witze reißt und auch keine dummen Sprüche. Er stellt sein ganzes Leben in Frage und vor ihm steht ein Abbild seiner selbst. Meines Erachtens eine Metapher für die Konfrontation mit eigenen Fehlern. Deswegen wird Peter auch so aggressiv als er Ben sieht. Man könnte das auch als eine Art Hommage an Dr. Jekyll und Mr. Hyde betrachten, nur nicht so direkt und zweitens ist man nicht ganz sicher wer denn hier der böse ist. Zwar ist der Klon, nun ja ein Klon, allerdings scheinen seine Taten wesentlich menschlicher und überlegter zu sein, während der echte Peter von Wut und Verzweiflung angetrieben ist. Die einzige wirklich merkwürdige Figur ist Miles Warren aka der Schakal. Ich frage mich ob der Anzug auch Muskel-Attrappen beinhaltet oder ob der Professor unter seinem Laborkittel einen stählernen Körper hat. Man weiß es nicht. Ich finde, diese Storyline hat den Hate nicht verdient. Absolut stabile und interessante Storyline. 

Made by: Tom DeFalo, J.M. DeMatteis, Terry Kavanagh, Howard Mackie, Mark Bagley, Sal Buscema, Steven Butler, Tom Lyle, Liam Sharp
9/10 Pfandflaschen

Donnerstag, 26. Mai 2022

Film der Woche#534: Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022)

Ursprünglich sollte der Film in "Happenings des Monats" besprochen werden. Da die Ausgabe für April/Mai aber schon so groß ist und außerdem Pinky und ich uns für den neuesten Marvel-Film, im Rahmen unserer neuesten Podcast-Folge entschieden haben ist er hier dran. Danke an Genossin Vroni fürs ins Kino begleiten. Anyways:


ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER usw.













Fortsetzung von "Doctor Strange" von 2016 und gleichzeitig Fortsetzung des letzten MCU-Films und auch der DisneyPlus-Serie "WandaVision". Die ich übrigens nicht gesehen habe. OK. Let's Go.

Wir befinden uns in einem anderen Universum. America Chavez (Xochitl Gomez) und eine Variante von Dr. Strange (Benedict Cumberbatch, mit Pferdeschwanz!) sind grade dabei vor einem Dämon zu fliehen. Irgendwo in einer uns unbekannten Dimension. Sie suchen das Buch von Vishanti, damit sie ihn auch aufhalten können. Strange kommt auf die sehr gewagte Idee, die Kräfte von America zu opfern um den Dämon aufzuhalten. Das würde allerdings ihren Tod bedeuten. Die Teenagerin ist in der Lage Portale in andere Universen zu öffnen, hat die Kräfte allerdings nicht unter ihrer Kontrolle. Das Vorhaben Stranges scheitert und er wird vom Dämon selbst umgebracht. America schafft es, mit dem Leichnam, in "unser"



Universum zu fliehen. Währenddessen wacht der "echte" Doctor Strange aus einem Alptraum auf - den ich grade beschrieben habe. Im Laufe des Tages geht es für ihn zur Hochzeit seiner Ex-Freundin und Christine Palmer (Rachel McAdams). Doch es dauert nicht lange, bis eine mysteriöse Gefahr New York bedroht. Nachdem er seine Kräfte angewandt hat, wird das unsichtbare Monster sichtbar gemacht. Es ist ein riesiges wandelndes Auge auf Tentakeln, das aus irgendeinem Grund America jagt. Nachdem Strange zusammen mit Wong (Benedict Wong, nun oberster Zauberer) und America das Monster besiegt setzen sie sich zusammen in ein Restaurant und klären die Lage. Ms. Chavez erklärt den beiden Herren dass sie von einer anderen Erde kommt und seit kurzer Zeit von gewissen Dämonen gejagt wird. Strange erkennt schnell, dass es sich um Hexerei handelt und beschließt die mächtige Hexe Wanda Maximoff (Elisabeth Olsen) zu kontaktieren und um Hilfe zu bitten. Als er bei ihr ankommt, stellt es sich heraus dass sie erheblich unterm Einfluss des Schwarze-Magie-Buches "Darkhold" steht und nun als "Scarlet Witch" agiert. Sie hat die Dämonen losgeschickt um America zu finden, damit sie mit ihren Kräften in andere Universen reisen kann. Grund: Wanda möchte ihre Kinder wiedersehen, die sie in "WandaVision" selbst erschaffen hat. Ihre Magie ist nämlich unter anderem eine realitätsverändernde. Es kommt wie es kommen muss. America wird von Wong, Strange und den anderen Zauberern im Magier-Hauptsitz Kamar-Taj versteckt - Wanda taucht auf um sie zu entführen. Es kommt zu einem schweren Kampf. Chavez und Strange müssen fliehen und landen in einem anderen Universum. Dort versuchen sie die örtlichen Protagonisten zu überzeugen, Hilfe im Kampf gegen Wanda zu leisten.

Sam Raimi hat Regie geführt und das sieht man, in jeder Sekunde. Man fühlt sich sowohl an die alten Tobey-Maguire-Spider-Man-Filme erinnert - wegen der Action. Als auch an "Evil Dead", wegen der Art wie sich die Untoten bzw. Dämone bewegen. Und wegen der wenigen Jumpscares. Wirklich großartig anzusehen. Die Story ist, wie so oft, relativ leicht erzählt. Interessant, aber auch nicht neu, ist der Aspekt dass eine Antagonistin etwas "böses" tut um sich einen Traum zu verwirklichen. Also, eigentlich gar nicht mal so böse Absichten hat. Nur ist sie bereit, um persönliche Ziele zu erreichen, über Leichen zu gehen. Wenn das mal nicht narzisstisch ist. Die Cameos bzw. Anspielungen, über die alle geredet haben sind natürlich auch zu sehen. John Krasinski (The Office) spielt Reed Richards aka Mr. Fantastic von den Fantastic Four. Patrick Stewart spielt Charles Xavier von den X-Men. Lashana Lynch spielt eine Version von Captain Marvel. Anson Mount kehrt zurück als Black Bolt - bekannt aus der ABC-Marvel-Serie "Inhumans". Und natürlich ist auch Haley Atwell als Agent Carter, mit Captain Americas Superkräften. Allerdings sind das alles sehr kurze Cameos, die insgesamt keine Stunde im Film zu sehen sind. Man wollte wohl beim Publikum antesten wie die Charaktere ankommen. Allen voran Xavier und Richards, die bis dato nicht im MCU zu sehen waren, sondern in Filmen von 20th Century Fox. Man hat sich auch noch mehr an die Comics gehalten. Xavier schwebender Rollstuhl sieht 1:1 so aus wie in den Comics bzw. in der 1992er Zeichentrickserie. Soweit ich mich erinnern kann, spielte auch ganz kurz die Titelmusik dazu. Insgesamt lässt es sich sagen: Der Trailer versprach vieles und ließ einen denken dass es ungefähr 10000 verschiedene Doctor Stranges im Film zu sehen sind. Das ist natürlich nicht der Fall. Es wäre auch absoluter Overkill und überflüssig. Stattdessen kann man die verschiedenen Varianten vom Doctor an einer Hand abzählen. Es sind vier. Oder fünf, je nachdem wie man zählt. Fazit: Mal wieder grandioses Popcorn-Kino, allerdings ist das im Großen und Ganzen ein einziger großer Teaser. Zumindest fühlt es sich so an.

8/10 Pfandflaschen
Trailer:



Mittwoch, 23. Februar 2022

Comics Monthly#94

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Comics Monthly. Eigentlich wollte ich diesen Monat nur DC-Hefte reviewen, aber mal gucken.

Joker#12

In der mittlerweile schon zwölften Ausgabe der ersten (?) Joker-Soloserie überhaupt(???) (die übrigens auch auch schon auf Deutsch erschienen ist) erfahren wir folgendes. Es existieren scheinbar mehrere Klone von Bane. Unter anderem ein weiblicher Klon namens Vengeance, der aus dem Frachterraum eines Flugzeugs ausbricht und auf sicheren Boden landet. Kurzerhand klaut sie das Auto nachdem sie den Fahrer rausgezogen und wortwörtlich weggeworfen hat. Andernorts: Barbara Gordon befindet sich mit einer nicht näher benannten Frau in einem Flugzeug. Das (ehemalige) Batgirl bzw. Oracle möchte genauso wie ihr Vater, Commissioner James Gordon rausfinden wieso die Geheimgesellschaft "Der Rat der Eulen", die seit jeher Gotham kontrolliert den Joker umbringen möchte. Scheinbar sitzt er irgendwo auf einer Insel(?) gefangen und irgendjemand hat ihn dahin gebracht. Und nun möchten Gordon und sein Polizei-Kollege Harvey Bullock ihn da rausholen. Dummerweise fängt ein riesiger Typ, gekleidet in ein Trenchcoat, zusammen mit einer Frau die zur obersten Riege des Geheimrats gehört, Barbara und ihre Freundin Julia ab. Nun muss Gordon verhandeln. Im Hintergrund hat er eine Geheimwaffe. Cassandra Cane, ein weiteres Batgirl. Doch wieso und weshalb will er überhaupt den Joker da lebendig rausholen? Handelt es sich eine weitaus kompliziertere Geschichte? I don't know.


Ich finds mies, wenn Comics nicht zugänglich genug sind. Also, auch trotz einer späten Ausgabe für die breite Leserschaft verständlich sein sollten. Klar, es wird erklärt dass es mehrere Klone von Bane als auch vom Joker gibt und dass Jim Gordon weiß wer damals im Arkham Asylum eine Giftgasattacke gestartet hat. Doch trotzdem tappe ich im Dunkeln und weiß nicht so recht wo ich mich befinde. Trotzdem ist das irgendwie intrigierend. Was will James Gordon? Was will Bane? Warum sitzt der Joker in einem Käfig? Wird er da lange sitzen bleiben? Wahrscheinlich nicht. Schließlich ist er die Titelfigur seiner eigenen Reihe. Irgendwie hat der Comic es geschafft, einen Köder auszulegen und auf mich interessant zu wirken. Vllt. hol ich mir das tatsächlich auf Deutsch.

8/10 Pfandflaschen
Made by: James Tynion IV, Giuseppe Camuncoli

Spider-Bot: Infinity Comic#10

Das hier ist eine rein digitale Ausgabe. Darum enthält sie auch dementsprechend wenig Inhalt.

Wir befinden uns auf einer Insel, die momentan von den X-Men residiert wird. Wolverine, Cyclops, Storm, Beast. Plötzlich ruft Spider-Man per Videophon an und möchte unbedingt Wolverine sprechen. Dieser hat jedoch absolut keinen Bock auf ihn und schaltet ihn auf stumm. Daraufhin kommen Anfragen von anderen Bewohnern der Insel. Beast ruft Wolvie zu sich. Es stellt sich heraus, dass ihm irgendwas geklaut wurde. Und zwar eine Omni-Batterie. Daraufhin geht er zur Strandkneipe wo ihm
erzählt wird, dass das einzige was fällt diese kleinen Schirmchen sind. Storm erzählt dann, dass ihr Shi'ar Decken geklaut wurden. Wolverine verfolgt die Fährte auf der ganzen Insel und findet am Ende den Verbrecher. Es handelt sich dabei um Spider-Bot, einen von vielen Robotern die Spider-Man nutzt um den Kampf gegen das Verbrechen zu erleichtern. Dieser kleine Roboter hatte einfach absolut keinen Bock mehr auf Spider-Man und wollte ihn mal für eine Weile entkommen. Der Typ labert nämlich zu viel. Darum hat er das Zubehör geklaut um sich einen schönen Tag am Strand zu machen.

Okay. Es ist nicht besonders lustig, viel eher zaubert es mir ein müdes Lächeln auf den Lippen. Das ist etwas was in diesen ganzen Marvel-Kinder-Magazinen veröffentlicht wird, die größtenteils wegen irgendwelcher Gimmicks/Gadgets gekauft werden. Es ist insgesamt in 5 Minuten gelesen und bietet ehrlich gesagt nicht besonders viel Unterhaltung. Schade. Aber in der besagten Zeit wars halbwegs okay, darum:

5/10 Pfandflaschen
Made by: Jordan Blum, Alberto Albuquerque

The Silver Coin#9

Wir befinden uns in New York der 70er Jahre. Ein korrupter Polizist, dessen Name nicht erwähnt wird, arbeitet mit anderen korrupten Cops als auch mit Gangs zusammen. Mit letzteren zündet er gerne Gebäude an, sodass deren Anwohner herausgetrieben werden, damit im Endeffekt platz für neue Investitionen ist. Ebenfalls korrupte Vermieter profitieren davon. Die Gangs auch und er erst recht. Bei seinem neuesten Job begegnet ihm ein kleines Mädchen mitsamt Barbiepuppe aus Plastik. Er beabsichtigte nicht, sie zu verbrennen, allerdings ist sie gleichzeitig auch Zeuge seiner Brandstiftung. Er schafft es rechtzeitig, als die Feuerwehr antrifft, das Kind in den Arm zu nehmen und mit
rauszuschleifen. Die Feuerwehr, die Krankenwagenfahrer und die Presse zählen 1 und 1 zusammen: Der Mann muss ein Held sein, der ein Kind aus einem brennenden Haus gerettet hat. Das Gewissen plagt ihm allerdings und überall sieht er das Gesicht der angebrannten Plastikpuppe. Selbst in den Gesichtern der am Straßenrand stehenden Prostituierten. Als er erfährt, dass das Mädchen im Krankenhaus zu sich gekommen ist, kommt er vorbei und versucht sie zu ersticken wird aber fast von der Mutter erwischt. Schlußendlich gelingt ihm eine erneute Brandstiftung, während dieser er aber von Geistern heimgesucht wird und anschließend im Gebäude eingesperrt als auch verbrannt wird.

Es fing nicht gerade aufregend für mich an. Irgendeine weitere Krimigeschichte, mit Mystery Einflüssen. Irgendwie hat es mit einer silbernen Münze, die mit einem sehenden Auge geprägt ist. Aber da steige ich nicht durch. Ansonsten ist es eine stinknormale, ziemlich gute Geschichte über einen Mann der versucht hat das Gesetz, was er vertreten sollte, so hinzubiegen dass es ihm irgendwelche Vorteile bringt. Und der ein schlechtes Gewissen hatte. Im Prinzip sowas wie eine Tale from the Crypt. Sehr unterhaltsam, wenn auch etwas vorhersehbar.

7,5/10 Pfandflaschen
Made by: Vita Ayala, Michael Walsh
Erhältlich bei Image Comics

Donnerstag, 27. Januar 2022

Comics Monthly#93

Peacemaker: Disturbing the Peace#1

Wer sich für Comics und Comic-Verfilmungen interessiert und nicht gerade unterm Stein lebt, der weiß: John Cena war Darsteller des Characters Peacemaker in der DC-Verfilmung "THE Suicide Squad" und seit Anfang des Jahres läuft auch eine Serie auf HBO Max. Da liegtes nahe, dass DC irgendeinen passenden Comic rausbringt. Offensichtlich. Geschrieben vom großartigen Garth Ennis, gezeichnet von Garry Brown.

"Disturbing the Peace" ist ein sogenannter One-Shot (eine für sich allein stehende Ausgabe) und erzählt die Hintergrundgeschichte von Christopher Smith alias Peacemaker. Der ehemalige Delta Force/Green Beret(usw. usf.) Soldat hat 25 Jahre im Dienst hinter sich. Eine Psychiaterin namens Dr. Sedgewick trifft sich mit ihm um festzustellen ob er für den weiteren Dienst tauglich wäre und hat deswegen schon allerlei Untersuchungen bzgl. Smiths Vergangenheit angestellt. Der (neue) Leser stellt fest: Christopher ist eines Tages spät von der Schule heimgekommen, was sein Leben gerettet hat. Seine Eltern (Mutter und Stiefvater) haben sowohl sich als auch seine drei kleinen Geschwister umgebracht. Als er in Obhut seines Adoptivvaters war wurde dieser bei einem missglückten Banküberfall von einem Micky&Mallory-aus-Natural-Born-Killers-mäßigen Pärchen umgebracht. Sie nahmen den Jungen unter ihre Fittiche bis er sie irgendwann an die Cops verraten hat. In seinem weiteren Leben geht Chris zur Army und nimmt unter anderem Teil an einem Austauschprogramm mit den britischen SAS. Eins ist aber merkwürdig bei seinen Einsätzen. In jedem Zwischenstopp passiert irgendwas und Menschen verschwinden oder kommen auf eine merkwürdige Art und Weise ums Leben. Es stellt sich heraus, dass Chris eine Art Vigilanten-Alter-Ego entwickelt hat. Er nennt sich "Peacemaker" und macht all den Leuten das Leben schwer, die im Militär (und woanders) andere Menschen ausbeuten bzw. beendet dieses. Oder wie er es selbst formuliert: Er setzt sich dafür ein, dass Frieden gefunden wird.

Ennis ist ja bekannt dafür solche Charaktere wie den Punisher zu schreiben, die ohne Skrupel gegen Bösewichte vorgehen. Von daher ist ihm Peacemaker sowas von auf dem Leib geschrieben. Zuerst konnte ich mit den Zeichnungen nicht ganz warm werden, weil mich diese komischen Schattierungen gestört haben. Doch nach einer Weile passen sie zur Story. Vor allem Christophers Gesicht, dass während der ganzen Geschichte keine einzige Miene verzieht. Er bleibt stets ruhig und gelassen. Der Rest ist natürlich schön gewalttätig, blutig und voll mit Explosionen und anderen Kram. Es ist unterhaltsam und ich freue mich schon irgendwann wenn ich Zeit und Bock habe mir die Serie reinzuziehen.

8,5/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei DC

Shadowman#5

Ich kann mich nicht wirklich an "Shadowman" erinnern. Weiß nur, dass ich irgendwo in irgendeiner älteren Ausgabe eines Valiant-Comics Werbung für Shadowman-Comics gesehen hab. Und irgendwo gab es auch ein Crossover mit der Band Aerosmith. Tatsächlich habe ich schon mal eine Ausgabe von Shadowman in dieser Rubrik reviewt. Komisch, kann mich gar nicht erinnern. Es stellt sich heraus, dass Jack Boniface Shadowman ist. Er ist ein Saxophonist, der Voodookräfte hat und in Verbindung mit der "Shadow Loa" steht. Dabei handelt es sich um eine Art Totenwelt und dessen Götter. Jack ist in der Lage unsere Welt vor den Dämonen dieser Welt zu beschützen und gilt als eine Art Bindeglied. In dieser Ausgabe sehen wir wie ein kleiner Junge dunkle Magie gelernt hat um seine tote Mutter wieder zu erwecken. Er steht voll begeistert am Friedhof und hält mittlerweile ihre Hand. Sehr froh darüber, dass sie wieder da ist, verkennt er dass er damit auch eine große Gefahr auf die Welt gebracht hat. Denn auch die anderen Toten auf dem Friedhof sind wieder auferstanden. Nun greifen sie die Stadt New Orleans an.


Währenddessen spielt Jack in einem Jazz Club. Eine alte Freundin namens Alyssa guckt sich seinen Auftritt an, danach gibts einen Drink. Schnell stellt sie ihm eine Art Voodoo-Superheldentruppe vor, die Jack fortan als Unterstützung soll. Doch Jack hat keine Zeit. Der Voodoo Gott Baron Samedi ist nun aufgetaucht. Die Zombies haben ja New Orleans angegriffen, Jack muss nun also eingreifen. Danach gibts eine Lektion für den kleinen Jungen, nachdem Motto "Nun ich verstehe warum du das getan hast, aber das ist falsch". Jack reist nun in das Reich der Finsternis um zu intervenieren, weil Samedi ihn erzählt hat dass die Dämonen einen Krieg gegen die Menschheit planen.

Okay, um es mal kurz zusammenzufassen: Die Story ist zwar schon cool, jedoch relativ vorhersehbar. Nichtsdestotrotz ist sie ganz angenehm zu lesen. Man kann vllt. nicht jeden ersten aber zumindest jeden zweiten Schritt voraussehen. Jack wird dem Jungen was lehren, er wird gege Zombies kämpfen. Und dass neben dem Zombieangriff noch was größeres kommt, war eigentlich auch klar. Aber das ist egal, der Comic macht Spaß. Der Zeichenstil ist eine Mischung aus cartoony und realistisch. Der Name des Zeichners, Pedro Andreo sagt mir leider nichts - aber er scheint bis jetzt nur für Valiant tätig gewesen zu sein. Der Auto Cullen Bunn ist hingegen unter anderem für Deadpool bekannt. Ich bin rundherum tatsächlich echt zufrieden!


8,5/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei Valiant

Wastelanders: Doom#1

Bei "Wastelanders" handelt es sich um eines der neuesten Events aus dem Hause Marvel. Die Handlung spielt sich ab vor dem Events von "Old Man Quill" (welches die Geschichte eines gealterten Peter Quill erzählt). Sprich, irgendwann in einer post-apokalyptischen Zukunft. Die Superhelden sind besiegt worden und Bösewichte regieren den Planeten, der dem Schauplatz von "Mad Max" nicht ähnlicher sein könnte. Einer der größten Herrscher über die Wastelands, speziell seit dem endgültigen Tod von Red Skull, ist Doctor Victor van Doom. Einst Gegner der Fantastic Four, Magier und Wissenschaftler in einem, für immer eingesperrt in eine metallene Rüstung. In dieser Ausgabe entdeckt er ein von Krieg und Dürre verschontes Dorf. Mithilfe von Magie hat es hier geregnet und es gab eine Ernte. Die Anwohner werden von einer alten blinden Frau bewacht, die vor dem Eingang an einem Tisch sitzt und die ganze Zeit strickt. Und zwar schon so lange, dass ihre Finger weh tun. Nach einem Kampf mit einer Gruppe Anwohner trifft er auf die Tochter von Doctor Strange, Sofia die den Ort bewacht. Der einzige Weg zum Anführer des Dorfes führt durch Abgabe an Erinnerungen. Es ist eine Art Gebühr, die er bezahlen muss. So geht Doom mit Sofia durch seine Erinnerungen und muss sich entscheiden welche er für immer vergessen wird. Er etnscheiden für den Fall aus seiner Kindheit als ein absolut fremder Mann ihm geholfen hat aufzustehen, nachdem er gestürzt ist. Die Entscheidung fällt hierauf, weil er den Vorfall als ein Zeichen von Schwäche sieht. Am Ende kommt er beim magischen Meister des Dorfes an. Es handelt sich um Baron Mordo, den einstigen Gegner von Doctor Strange. Im Endeffekt ist es wohl so, dass das ganze Dorf unter seinem Bann steht und niemand so wirklich frei ist...

Ich finde es interessant, wenn es nicht wirklich klar ist, wer in einer Handlung der Böse ist. Einerseits regiert Doom über die ganzen Wastelands und killt jeden der sich ihm im Weg steht. Andererseits erkennt er schnell, dass die Anwohner die unter Morbo stehen unfrei sind. Ihr Tod würde gleichzeitig ihre Freiheit bedeuten und das erkennt er schnell. Gleichzeitig sieht man auch ziemlich schnell, was für eine tragische Figur Doom ist. Ein Mann, der keine Schwäche kennen will, dies aber offensichtlich tut und sich dessen schämt. Das Gute an dem Comic ist, dass man die anderen One-Shots nicht gelesen haben muss. Er steht quasi für sich alleine. Der Stil ist realistisch. Die Handlung ist, wie gesagt, durchaus interessant. Hätte sowas, gerade jetzt, wenn alle Comics sich dem Marvel Cinematic Universe annhähren, nicht von Marvel erwartet. Gutes Ding.

8/10 Pfandflaschen

Erhältlich bei Marvel

Made by: Torunn Gronbekk, Julius Ohta

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Comic Book Review#516: Batman/Daredevil: King of New York (2000)

In diesem doppelt so großen Comic (52 stat 26 Seiten) treffen zwei Helden aufeinander, die dafür nahezu prädestiniert waren. Der Mann ohne Furcht aus New York (Daredevil) und der weltbeste Detektiv aus Gotham City (Batman). Nun, man fragt sich nun wie das denn möglich ist, wenn das Marvel (Daredevil) und das DC (Batman) Universum unabhängig voneinander existieren? Man erschafft einfach eine Welt in der beide Realitäten zu einer verschmolzen sind. Gotham City und New York sind teil von einem und denselben USA.


Es beginnt damit, dass Daredevil in Gotham City auftaucht. Irgendjemand hat in der Kanzlei von Shane, Murdock und Nelson mehrere Akten über den Verbrecherboss Wilson "Kingpin" Fisk geklaut. Daredevil (der in Wirklichkeit der blinde Anwalt Matt Murdock ist) folgt der Spur und stößt auf eine Truppe von Henchmen die Catwoman einen Koffer überreichen. Urplötzlich taucht Batman auf, der die Sache selbstverständlich zu seiner Sache macht. Daredevil und er haben schon mal zusammengearbeitet und kamen nicht besonders gut zu recht. Trotzdem verfolgen sie gemeinsam Catwoman, die allerdings schafft die beiden Helden abzuschütteln. Nicht mal der Verfolgungssensor im Koffer nütz irgendwas. Cat pinnt ihn ans Halsband einer Katze und haut ab. Der Leser sieht, wie sie die Akten an Scarecrow abgibt, der ihr daraufhin eine schöne Stange Geld verspricht. Im Batcave untersuchen Daredevil und Batman den Fall genauer. Bats analysiert ein Teil der Kleidungsstücke der Henchmen und stellt fest, dass die beiden mit dem sogenannten "Fear Gas" besprüht wurden. Dieses nutzt Scarecrow um Menschen Angst einzujagen und sich anschließend von dieser zu "ernähren". Doch diesmal hat er noch mehr vor. Er möchte Kingpin als den neuen Verbrechenskönig von New York ablösen. Die beiden Helden reisen nach New York um aus Kingpin ein paar Informationen rauszubekommen und anschließend Scarecrow aufzuhalten.

Ich dachte zuerst das wird eine Art semigute Unterhaltung, bei welcher die beiden Helden gegen die Bösewichte des jeweils anderen kämpfen. Und ich hatte recht, sie kämpfen tatsächlich gegen die Bösewichte des jeweils anderen. Batman kämpft mit Kingpin, Daredevil kämpft mit Scarecrow. Die Story ist sehr durchschaubar. Man weiß sehr schnell was auf einen zukommt. Obwohl der rote Teufel und die Fledermaus irgendwie einen ähnlichen düsteren Charakter haben, sind sie nicht gleich. Und obwohl sie nicht gleich sind, arbeiten sie tatsächlich ganz gut miteinander. Es gibt ein paar Schlaumeier-Sprüche hier und da. Das Design ist tatsächlich echt gut. Ich habe nicht viel erwartet. und wurde deswegen auch nicht enttäuscht. Es ist eine gute Story mit gutem Design, nicht mehr und nicht weniger. Kein tieferer Sinn oder so. Einfach gute Unterhaltung. Gezeichnet von Eduardo Barreto. Geschrieben von Alan Grant. 

7,5/10 Pfandflaschen

Dienstag, 14. Dezember 2021

Comic Book Review#515: Hawkeye#17 (2015)

Im zweiten Hardcover-Band, welches mir Pinky ausgeliehen hat von "Hawkeye" sind die Ausgaben 12-22 enthalten. Eigentlich wollte ich über alle zehn schreiben, allerdings habe ich diese Woche enorm viel zu tun und dementsprechend wenig Zeit. Darum werde ich meinen ersten Eindruck über die erste Ausgabe in diesem Band schildern. Die hat's nämlich in sich und passt hervorragend zu den Feiertagen die demnächst kommen.


In Hawkeye#6 hat Clint eine Familie zu sich eingeladen, um Weihnachtsspecials zu gucken. Er hatte ein schlechtes Gewissen, weil einer seiner Pfeile deren Satellitenschüssel getroffen hat. Die Kinder möchten "Winter Friends" gucken, können aber gar nicht genau erklären worum es sich dabei handelt. Kurz nach Beginn der Sendung schläft Clint ein und fängt an zu träumen. Sein Gehirn verbindet das Grundgerüst der Sendung (eine Art "Paw Patrol") mit seinem eigenen Leben. Und das ist dann der weitere Inhalt des Comics.

Wir haben zuerst eine Szene wie in bei den "Peanuts". Mehrere Kinder haben einen Schneemann gebaut, der leider aufgrund der enormen Sonneneinstrahlung anfängt zu schmelzen. Sie kriegen Angst und rufen nach den "Winter Friends". Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Superhelden-Wesen die ihre Gimmicks an verschiedene Winterfeiertage ausgerichtet haben. So haben wir Yaldog (einen persischen Hund der den Feiertag Yalda repräsentiert), Rama-in-Pajamas (ein Lama der für Diwali steht), Santalope (eine Antilope in Weihnachtsmannkostüm), Samantha Hain (ein Mädchen das für heidnische Feiertage steht), Kwanzaagator (ein Alligator im Bezug auf Kwanzaa) und Menorable (eine Katze mit Chanukkah-Bezug). Nach ihrem Auftrauchen sind sie jedoch nicht besonders hilfreich. Die Sonne steht so hoch - und ist sogar als Personifikation da in Form eines supercoolen Yuppie-Typen in Sonnenbrille - sodass ihre Kräfte schwinden. Der Kwanzaagator erzählt von Steve, den einen Hund der aus irgendeinem Grund mit ihnen abhängt - er wäre ihre einzige Hoffnung. Steve liegt währenddessen in seinem Hundekörbchen in der Kommandozentrale und hört von weiter Weg seinen Namen gerufen. Er ist sicher, dass er unbedingt helfen muss. Kurze Zeit später taucht ein weiterer Hund namens Lilian auf und möchte unbedingt mithelfen. Gemeinsam gehen sie auf ein Abenteuer und treffen unterwegs weitere Hunde (die eine Anspielung auf die Frauen sind die Clint so begegnet sind). Ihre Gegner sind dabei Dingos die Tracksuits tragen. Zum Schluß gelingt es im Team die lästige Sonne zu bekämpfen, natürlich.

Ich finds fürchterlich süß was für ein riesiges Potpourri an Anspielungen hier drin ist. Die "Winter Friends" sind natürlich eine Anspielung auf die "Super Friends". Hanna Barberas Inkarnation der Justice League um Batman, Superman und Wonder Woman. Und gleichzeitig irgendwie auch Paw Patrol. Dazu kommen noch die Anspielungen aus Clints Leben, sodass der Leser einen Bezug herstellen kann. Es ist so wunderbar cartoony und putzig. Ich sehe auch definitiv Anspielungen auf den Klimawandel, nur dass das ganze sehr simplifiziert ist. Wirklich, sehr zauberhaft.

Made by: Matt Fraction, Francesco Francavilla, David Aja
8,5/10 Pfandflaschen

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Comic Book Review#513: Hawkeye#1-5 (2013)

Pinky hat mir letztens mehrere Bänder der "Hawkeye"-Reihe ausgeliehen, die vor fast zehn Jahren erschienen ist. Das erste Band, "My Life as a Weapon" beinhaltet die ersten fünf Ausgaben, sowie die #6 von "Young Avengers presents", welche von einer der ersten Begegnungen zwischen Clint Barton und Katie Bishop handelt. Aber eins nach dem anderen.


Ich werde nicht alle fünf Ausgaben reviewen, sondern nur etwas genauer auf zwei davon eingehen. In der ersten Ausgabe sehen wir wie Barton aka Hawkeye, der Meisterschütze der Avengers von einem Dach runterfällt, weil er irgendwas falsch einberechnet hat. Jedenfalls ist die Landung hart und er kommt ins Krankenhaus. Das Becken ist gebrochen, sowie mehrere Rippen. Nachdem er kurze Zeit später raukommt, kriegt er zuerst die Anweisung ein Rolllstuhl zu benutzen und sich nicht zu bewegen, die er absolut missachtet weil er der Meinung ist gehen zu können. In seiner Gegend angekommen, stellt er schnell fest dass eine Alleinerziehnde Mutter aus ihrer Wohnung rausgeschmissen wird. Der Anführer einer russischen Gang (die natürlich Tracksuits tragen) namens Ivan besitzt das Gebäude legal und hat dementsprechend auch auf legaler Weise die Miete verdreifacht, die nun nicht bezahlt werden kann. Clint beschließt auf legale Weise etwas dagegen zu tun und geht in ein von den Russen und Chinesen betriebenes Untergrundcasino um ein Angebot zu machen. Er möchte das ganze Gebäude aufkaufen damit die Menschen dort ein sicheres Zuhause haben. Es kommt zu einer riesigen Schlägerei, die sich schnell nach draußen verlagert. Dabei greift ein Hund der zu der Gang gehört, einen der Banditen an und wird als Antwort darauf in den Autoverkehr geschubst. Clint hat Mitleid mit dem Tier und bringt ihm zum Tierarzt. Er wird aber bis dorthin von der Gang gefolgt, die nicht darüber froh ist dass er sich in ihre Angelegenheit eingemischt. Zum Ende hin schafft er sie jedoch mit Fäusten zu überzeugen, dass sie das Gebäude gefälligst in Ruhe zu lassen haben. Und er gewinnt einen Freund - der Hund wird Lucky genannt. In der übernächsten Ausgabe ist schon Katy Bishop dabei. Sie hat eine Weile lang Hawkeye vertreten, während er aus diversen Gründen nicht als Avenger auftreten konnte - wahrscheinlich geht es dabei um den oben erwähnten Sturz. Katie und Clint funktionieren gut als Team. Er findet sie tatsächlich super klasse, aber eben nur als Mensch und Bogenschütze, und hat kein sexuelles Interesse an ihr was er irgendwie sehr gerne betont. Es geht unter anderen um ein Date, dass Clint hat. Als er bei der Frau zu Gast ist, tauchen plötzlich die oben erwähnten Tracksuit-Russen auf, die Clint nur "Tracksuit Draculas" nennt, entführen die rothaarige Frau und schlagen ihn bewusstlos. Er fordert Hilfe von Katie an und die beiden folgen daraufhin dem Peilsender der in einem von den vielen Pfeilen ist, die in Hawkeyes Köcher zu finden sind, die im anderen Auto liegen. Katie und Clint schaffen es, das Auto zurückzugewinnen und die Frau zu befreien. Zum Einsatz kommen dabei all die komischen Pfeile die, wie eben erwähnt, im Köcher liegen. Sei es jetzt ein Netzpfeil, ein Saugnapfpfeil und selbstverständlich auch ein Bumerang-Pfeil.

Ich habe die beiden Ausgaben hervorheben wollen, weil sie mir am Besten gefallen haben, da sie so dynamisch sind. Die ganze Action geschieht ziemlich schnell. Gleichzeitig gibt es eine Unmenge an Rückblenden die einen am Anfang etwas stutzig werden lassen, wenn man aber einfach weiterliest merkt man schnell dass sie Sinn ergeben. Zwar ist das hier ein Hawkeye der vom Aussehen her, definitiv an die Filmversion angelehnt ist (die ihrerseits an die Version aus den Ultimate Comics angelehnt ist) allerdings möchte man hier auch auf die glorreichen Tage zurückblicken als Clint noch eine Maske getragen hat und all diese komischen Pfeile hatte. Beispielsweise wenn man sein Gemächt mit eben jener Maske zensiert. Oder sich über diese Pfeile lustig macht, die dann fast alle zum Einsatz kommen, obwohl man sie eigentlich aussortieren wollte. "Hawkeye" ist kein typischer, glamouröser Superhelden Comic. Er ist auf eine leicht obskure Art gezeichnet und beinhaltet ziemlich viel Gewalt. Erinnert mich, wenn ich ehrlich bin, viel eher an "100 Bullets" als an durchschnittlichen Marvel-Kram.
Ich bin gespannt wie es weiter geht. Ihr werdet es in den nächsten zwei Wochen noch erfahren.

8,5/10 Pfandflaschen
Made by: Matt Fraction, David Aja, Javier Pulido, Matt Hollingsworth

Samstag, 27. November 2021

Happenings des Monats: November'21

Stricher guckt sich endlich "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" (2021) an.

Dadurch, dass ich seit Mai wieder vollzeit arbeite nützt es mir herzlich wenig, dass die Kinos (momentan) wieder aufhaben, denn ich finde schlichtweg keine oder kaum Zeit mir ein Film anzusehen. Und weil Marvel (als auch Sony) in letzter Zeit ein paar Filme rausgehauen haben, komme ich kaum hinterher und muss sie mir irgendwie im Nachhinein zuhause ansehen. Ich hätte natürlich auch das ganze auf 2022 verschieben können und wieder so ein Marvel-Special machen. Aber dann wäre diese Rubrik hier wieder leer und das wäre nicht so schön. Anyways, here we go:


ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACHTUNG SPOILER ACH WEN KÜMMERT DAS LEL

"Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" basiert auf der Comicfigur "Shang-Chi", die hier auch die Hauptfigur ist. Vor mehreren Tausend Jahren findet der Krieger Xu Wenwu (Tony Leung Chiu Wai) die Zehn Ringe. Es ist eine Art Waffe, die dem Träger ermöglicht auf große Entfernungen zu springen, Schutzschilde zu errichten und mit Strahlen zu schießen. Dabei trägt man jeweils fünf Ringe auf einem Arm und schießt mit ihnen, wobei sie nach jedem Schuß wieder zurück kommen. Dieselben Ringe haben ihm Unsterblichkeit beschert, sodass er tausende von Jahren lang Regierungen gestürzt hat und ins Weltgeschehen eingegriffen ist. Selbstverständlich tat er dies nicht alleine, sondern hat eine ganze Organisation um sich geschart. Eines Tages in den 1990ern wollte er das weit entlegene Dorf Ta Lo besuchen, dass angeblich uralte, mythische Tiere beherbergt die ihm ebenfalls als Waffe dienen könnten. Direkt nach dem Eindringen trifft er auf die Wächterin Ying Li (Fala Chen). Nach Zurschaustellung ihrer Kampfkünste verlieben sie sich ineinander und gründen später eine Familie. Sie haben zwei Kinder: Shang-Chi (Simu Liu) und Xia Ling (Meng'er Zhang). Das Glück währt allerdings nicht lange weil Ying Li von der Eisernen Bande, ewigen Konkurrenten der Zehn Ringe Organisation, ermordet wird. Wenwu schwört Rache und versucht seine beiden Kinder als Auftragskiller auszubilden. Shang-Li flieht allerdings im Teenageralter in die USA und lebt dort fortan als Shaun. Er arbeitet seit geraumer Zeit als Parkwächter, zusammen mit bester Freundin Katy (Awkwafina). Eines Tages auf der Busfahrt zur Arbeit wird Shaun von einer Gruppe Schlägern auf sein Amulett angesprochen, es kommt zu einem riesigen Fight bei welchem ein Bus in zwei Hälften zerschnitten wird - yada yada yada - Shauns Vater will, dass er zurück nach Hause kommt, weil er angefangen hat die Stimme seiner toten Frau zu hören. Er ist der Meinung, dass die Anwohner von Ta Lo sie gefangen halten und möchte das Dorf zerstören. Dies muss selbstverständlich verhindert werden.


Es fängt sehr fantasy-mäßig an. Dann wird es sehr "Fast and the Furious"-lastig, mit all den irren Autofahrten. Dann wird der Film zu einem Action-Thriller. Und es endet mit Drachen und fliegenden, seelenfressenden Monstern. Was war das grade? Das fragt man sich in erster Linie, wenn man genrefremd ist. Und ich bin ehrlich gesagt auch der Meinung, dass der Film zwar auch für Comic-Fans gedacht ist, allerdings ebenfalls für diejenigen die auf die eben erwähnten Sachen stehen. Shang-Chi ist zwar eine Marvel-Figur, aber eine eher durchaus unbekanntere als bspw. Iron Man oder Captain America. Darum funktioniert der Film auch außerhalb eines Comic-Fankreises. Ich war zuerst etwas skeptisch, weil ich gedacht habe dass Marvel irgendwas hervorholt was keine Sau interessieren wird weil sie die Kuh schön melken müssen. Allerdings wurde ich eines besseren belehrt. Eine zwar eher vorhersehbare Story. Doch gleichzeitig bewegt sich der Film in einem normalen Tempo, ist an passenden Stellen witzig, actionreich und voll mit wahrscheinlich nicht detailgetreuer chinesischer Mystik. Außerdem ist da dieser rumänische Typ der sich ernsthaft Razor Fist nennt und ein Auto fährt auf welchem sein Name steht. Und es gibt diese mystischen Tiere. Hammer Film, echt jetzt Junge. Mal sehen, wie "Eternals" bei mir abschneiden wird.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


Dienstag, 21. September 2021

Comics Monthly#89

Conan the Barbarian#25

Hierbei handelt es sich um eine Jubiläumsausgabe. Es ist nicht nur die #25 sondern, nach der alten Zählung die #300. Da Disney nun auch 20th Century Fox aufgekauft hat, hat Dark Horse nicht mehr die Comic Rechte an Conan. Deswegen kommen die Conan Comics nun bei Marvel raus. Ich frage mich, ob die "alte" Zählung nun die alten Dark Horse Comics berücksichtigt?

Die erste Story zeigt Conan und seine geliebte Piratenkönigin Bêlit. Die beiden sind auf ein in Stein gemeißeltes Symbol gestoßen, was vor einer riesigen Krypte steht. Da Conan neugierig ist, was sich darin verbirgt, gehen sie rein. Sie finden dort Skelette von uralten Königen, die in einer Halle sitzen. Kurze Zeit später öffnen sich aus dem Nichts zwei Portale und es tauchen zwei weitere Conans auf. Ein junger Conan, aus der Zeit bevor er Bêlit kennengelernt hat und ein älterer aus einer Zukunft in welcher er König geworden ist. Es kommt zu einem Kampf weil die beiden den jeweils anderen, als auch den gegenwärtigen Conan für einen Betrüger halten. Schlußendlich erliegt der alte Conan dem jungen. Kurz darauf beginnt das riesige Gebilde an zu zittern und stürzt langsam ein. Conan und Bêrit schaffen es grade mal so, zu fliehen. 

Geschichte#2 spielt weit im Norden. Conan hat gerade eine Horde Wikinger abgeschlachtet, die ihn angegriffen haben. Es tauchen weitere auf, die seinen Blutsbruder Wulfhere umgebracht haben. Conan schaltet alle nacheinander aus. Sie werden geköpft, aufgespießt und ihre Pferde müssen leider auch dran glauben.

In der dritten Story sehen wir einen jung wirkenden Conan, der sich in einer Kneipe ordentlich einen reinschüttet. Da er aber seine Rechnung nicht bezahlen kann geht er auf eine Quest mit irgendwelchen anderen Barbaren. Zusammen häckseln sie sich durch Feinde und anschließend rettet Conan eine Frau vor einer Opfergabe und stiehlt ein diamantenes Ei von einem Riesenvogel. Damit kann er auch seinen Deckel in der Kneipe bezahlen. Kommt übrigens komplett ohne Text aus.

Zum Schluß begeben wir uns in die Zukunft. Ein alter Conan, der nicht mehr König ist, sitzt in einer Kneipe und säuft. Plötzlich taucht ein Junge auf, der von Wraaarl, den dämonischen Verspeiser der Seelen in Besitz ergriffen wurde. Conan geht raus um anschließend den Dämonen zu finden und zu töten. Leider ist er so alt und schwach, dass er nicht mal mehr sein Schwert heben kann.

Eine großartige Zusammenstellung von verschiedenen Perspektiven aus mehreren Zeitpunkten in Conans Leben. Dabei sehen wir wie vielfältig diese Figur sein kann, wenn man über sie denn auch gekonnt schreiben kann. Jung, athletisch, versoffen, schlau und auch alt, verbittert und langsam. Und blutrünstig. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen werde, aber : Es ist ein wirklich sehr gelungener Fantasy-Comic, bei welchen ich es mir durchaus vorstellen kann ihn in mein Abo aufzunehmen. Herrlich.

Made by: Jim Zub, Corey Smith, Larry Hama, Paul Davidson, Marcos Martin, Dan Slott, Priest F.K.A. Jim Owsley, Roberto De La Torre
8,5/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei: Marvel

Home Sick Pilots#9

Also, ich hasse es wenn ich absolut nicht verstehe worum es geht. Und eigentlich greife ich aus diesem Grund nicht zu einer 5ten oder 6ten oder 9ten Ausgabe, wenn die Handlung schon fortgeschritten ist und man nicht mehr mitkommt, aber ich habs versucht. 

Die Handlung spielt in der Zukunft (?), in Seattle. Was wir zu sehen kriegen ist eine Truppe von jungen Leuten in Spezialanzügen, die Geister jagen. Oder zumindest macht es den Anschein. Einen von ihnen namens Meg, trägt einen Ganzkörperanzug der aus Geistern besteht. Es ist rot und anstelle eines Helms trägt sie drei Schädel gleichzeitig. Die Geister können sich mitteilen und beeinflussen ihr Tun und Handeln. Es ist wie eine Droge. Irgendwie sind Geister sowohl ein kollektives Trauma der USA als auch eine Energiequelle für eine Geistermaschine, die wie ein Mecha aussieht. Die grade erwähnte Truppe agiert, wie gesagt als Geisterjäger und benutzt diese Geistermaschine. Sie sind grade dabei, wieder loszuziehen da drehen die Geister um Meg herum durch, weil sie scheinbar nicht wollen dass noch mehr von ihnen gefangen werden (?). Es ist schwer zu durchschauen, weil ich die ganze Logik dahinter nicht verstehe. Außerdem haben die Autoren auch keine Erklärung der vorangegangenen Handlung eingefügt.
 

Schade. Denn eigentlich sieht der Comic richtig richtig gut aus. Die Geister, die Meg trägt, erinnern mich etwas an Carnage aus Marvel Comics. Sie haben was symbiontartiges an sich und können sich verflüssigen. Die Farben Rot und Blau dominieren. Die Charaktere sind gut gezeichnet. An sich kann ich nicht meckern. Aber wie gesagt, ich steig hier so kaum durch. Und das darf eigentlich nicht sein. 

Made by: Dan Watters, Casper Wijngaard
7/10 Pfandflaschen
Erhältlich bei: Image Comics

Not All Robots#1

Ich habe keine Ahnung, wieso genau ich diesen Comic ausgewählt habe, aber ein blinder Griff kann auch mal gut sein. 

"Not All Robots" findet in der grauen Zukunft des Jahres 2056 statt. Zumindest in den USA leben Menschen in sogenannten "Bubbles" (höhö) die über ihren Städten gelegt wurden. Es handelt sich um riesige Kuppeln, durch die durchgefilterte Luft reingelassen wird. Das Umland ist eine hochgiftige Wüste, in welcher man nicht leben kann. Der hohe Lebensstandard in den Bubbles ist den Robotern zu verdanken. Bis auf filigrane Jobs wie Friseure oder Bürokräfte in der Verwaltung (oder ähnliches) arbeitet hier buchstäblich kein Mensch. Die ganze Arbeit wird von Robotern verrichtet. Doch nicht nur das. Sie haben auch eine Nische im Unterhaltungsfernsehen gefuden. Die Sendung "Talkin' Bot" ist ziemlich beliebt. Moment diskutiert man ob und wie der momentane Zustand gerecht ist. Die Roboter verdanken den Menschen ihr mechanisches Leben. Die Menschen verdanken den Robotern ihren hohen Lebensstandard. Allerdings sind sie so zu reinen Haustieren verkommen, die sich um nichts zu
kümmern brauchen. Familie Walters aus Bubble Atlanta besitzt so einen Roboter, namens Razorball, der in einer Roboter-Fabrik arbeitet und für sie Geld verdient. Der Vater der Familie ist so von ihm beeindruckt, dass er ihn wie ein Familienmitglied behandelt. So fragt er ihn jeden Tag, wie es denn so auf der Arbeit war. Razorball ist jedoch mittlerweile so von seinem Job gebeutelt, dass er die Frage nach seinem Wohlergehen als Hohn empfindet. Es scheint so, als würden die Menschen ihm danach fragen um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, weil sie einen Sklaven-Roboter der für sie Geld verdient, im Haus haben. Vielleicht ist aber einfach sein Empathie-Chip defekt. Vielleicht wird es aber auch Zeit, irgendwas an der momentan Situation zu verändern.

Eine wunderbare Übertragung von Szenarion wie Asimovs "I, Robot" in die Moderne. Also, klar. Es passiert hier nicht genau das was u.a. in diesem Will-Smith-Film passiert ist. Noch nicht. Ist ja immerhin die erste Ausgabe. Aber ich wette um meine linke Arschbacke dass eine riesige Revolte gegen die Menschen dargestellt wird. Was mir besonders aufgefallen ist, dass die Roboter unter einander sprechen und sich austauschen. Sprich, sie sind alle dazu fähig Empathie zu empfinden als auch Hass. Es ist nicht "nur der eine besondere Roboter" der aus der Reihe fällt. Das Artwork empfinde ich als eine Art Hommage an DIY-Fotokopie-Comics. Die Gesichter sind ziemlich realistisch. Ich finds ziemlich verstörend dass überall diese Unmengen an Kacheln gesetzt sind, aber ansonsten stört mich hier nichts. Schlicht ein guter Comic.

Made by: Mike Russell, Mike Deodato Jr., Lee Loughridge
Erhältlich bei: AWA Upshot
8/10 Pfandflaschen

Montag, 30. August 2021

Happenings des Monats: August'21

Stricher guckt sich wieder "Space Jam" (1996) an, am 07.08.2021 

Ich habe diesen Film 1996 im Kino gesehen, zusammen mit meinem Vater. Da ich ein recht nostalgischer Mensch bin, versuche ich eigene Traditionen zu wahren. Für mich heißt es meist dieselben Dinge von früher zu tun oder halt Filme bzw. Fortsetzungen von Filmen im Kino zu sehen die ich gesehen habe als ich klein war. Ich wollte diesen Monat in "Space Jam: A New Legacy", glaube aber dass es zeitlich nicht hinhaut. Und weil ich ein Komplettisten-Schwein bin, muss auch das Review zum ersten Teil her. Vielleicht dann nächsten Monat an der selben Stelle.


Zuallererst werfen wir einen Blick in die 70er Jahre. Der kleine Michael Jordan wirft Körbe im Vorgarten seiner Eltern. Er ist sehr ambitioniert und möchte irgendwann ein großer NBA-Star werden. Danach spulen wir zurück und sehen einen Haufen Momente seiner Karriere bis zum Moment als er in einer Pressekonferenz bekannt gibt, dass er aus dem Basketball-Business ausgestiegen ist. Er wird jetzt Baseballspieler. Irgendwo auf einem fernen Planeten namens Moron Mountain: Der Freizeitpark-Besitzer Swackhammer braucht neue Attraktionen, da keine Kunden mehr kommen. Seine treuen Gehilfen, fünf kleine Viecherartige (keine Ahnung was sie darstellen sollen lel) Aliens, genannt Nerdlucks schlagen ihm folgendes vor: Sie fliegen auf die Erde und entführen die Looney Tunes Figuren (Daffy Duck, Bugs Bunny etc. die in einer Parallel-Zeichentrickwelt unter der Erde wohnen). Diese sollen dann die neue Attraktion sein und für immer und ewig die Kunden unterhalten. Also fliegen sie auf die Erde und bedrohen die Toons. Sie lassen sich allerdings nicht einschüchtern und fordern die Nerdlucks zu einem Basketballspiel heraus. Wenn sie verlieren, werden sie als Sklaven nach Moron Mountain verfrachtet. Dummerweise gehen die Nerdlucks dann an die Erdoberfläche und stehlen (wortwörtlich) die Talente der bekannten Basketballspieler Charles Barkley, Patrick Ewing, Muggsy Bogues, Larry Johnson und Shawn Bradley. Sie können plötzlich mitten im Spiel gar kein Ball mehr vernünftig dribbeln und bewegen sich wie Eier. Die Aliens augen die Talente der Spieler auf und beim nächsten Aufeinandertreffen merken die Toons dass sie gegen sie keine Chance haben werden. Da muss jemand her, der ihnen helfen wird. So jemand wie Michael Jordan (spielt sich selbst) - also wird er kurzerhand von den Toons bei einem Golfspiel entführt und versucht von da an das Zeichentrick-Team auf Vordermann zu bringen.

Ich wusste ehrlich gesagt nicht mehr genau, wie der Film geht. Also, dass Jordan die Bugs Bunny und die anderen trainiert, damit sie gegen die Nerdlucks bzw. Monstars (wie sie sich als Basketballteam nennen) antreten können - das wusste ich. Aber was genau für eine Wette dahinter stand, das wusste ich nicht mehr. Damals war ich hellauf begeistert, bin es zwar heutzutage nicht mehr so wie damals aber finde den Film immer noch gut. Eine gute Zusammenstellung von Zeichentrick-Figuren und realen Schauspielern, die damals noch ziemlich neu war. Die anderen beiden Filme, die mir dazu noch einfallen wären "Cool World" und "Who Framed Roger Rabbit?". Die Idee ist super simpel und witzig - und dient gleichzeitig als Push für Looney Toons und für Michael Jordan. Letzterer ist sogar schauspielerisch alles andere als schlecht. Zwar kein Oscar-Kandidat aber ich dachte er wäre wesentlich wortkarger. Und Bill Murray ist auch dabei! 

8/10 Pfandflaschen
Hit'em High von Busta Rhymes, B-Real, Coolio, LL Cool J und Method Man:



Trailer:



Stricher guckt sich endlich "Black Widow" (2021) an, am 23.08.2021

Das hier ist schon der 24te(!!!) Film im Marvel Cinematic Universe. Sollte ursprünglich letztes Jahr rauskommen, das wurde allerdings verzögert weil naja ihr wisst schon. Die ganzen neuen Marvel-Miniserien, die jetzte auf Disney + laufen, spielen chronologisch nach diesem Film. Er selbst spielt zwischen "Civil War" und "Infinity War".

Zuallerst: Ein Blick in das Jahr 1995: Eine Scheinfamilie bestehend aus Natasha Romanoff (Ever Anderson), Yelena Belova (Violet McGraw), "Vater" Alexei Shostakov (David Harbour) und "Mutter" Melina Voskoff (Rachel Weisz) lebt in Ohio. Die "Eltern" sind Schläferagenten und haben eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Diese ist nun erfüllt, doch die Tarnung ist aufgeflogen. Sie müssen nun gemeinsam nach Kuba fliehen und werden dabei von SHIELD verfolgt. Nachdem sie in Kuba angekommen sind, wird die Familie getrennt und die Mädchen in das "Black Widows"-Programm gesteckt. 21 Jahre später: Die ehemalige Assassine des (ehemaligen) KGB, Black Widow aka Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) ist auf der Flucht vorm US-Außenminister Thaddeus Ross, nachdem sie gegen das Sokovia-Abkommen verstoßen hat. Schaut am Besten in "Civil War" rein und so. Beim Besuch in ihrer Tarnwohnung in Budapest trifft Romanoff auf ihre Ziehschwester Yelena (Florence Pugh). Nach einem kurzen, und definitiv klischeehaften, Kampf werden sie von weiteren "Black Widows" angegriffen. Es handelt sich um weitere Frauen, die im sogenannten "Red Room" trainiert und gehirngewaschen wurden um als perfekte Auftragskillerinnen zu dienen. Yelena und Natasha beschließen ab jetzt zusammenzuarbeiten. Sie wollen den Drahtzieher hinter dem "Red Room"-Programm, General Dreykov (Ray Winstone) zur Strecke zu bringen. Dafür müssen sie jedoch auf ihre beiden "Eltern" wiedertreffen. Dumm nur, dass Alexei aka Red Guardian (aka der Sowjetunion ihr bekanntester Superheld) grade im Knast sitzt. Oh und Taskmaster! Taskmaster kommt drin vor! Das ist sehr wichtig, aber ich verrate nichts. 

Nein, das ist kein Superhelden-Film. Und auch kein Spionage-Film, obwohl Black Widow zwar irgendwie Agentin von SHIELD ist/war. Viel mehr geht es um Zusammenkunft von Familie, Befreiung, Abschließen mit eigener Vergangenheit und auch irgendwie darum unangenehmen Arschlöchern in die Fresse zu ballern. Es ist ein absolut actiongeladener Film, der mit Explosionen und sowas auch nicht geizt. Allerdings fehlt hier dieser Superheldenpathos (okay, stattdessen gibt es ein wenig anderen Pathos) und irgendwie ist es einfach nur abgefuckt. Und trist. Aber gleichzeitig auch sehr lustig. Für diejenigen, denen MCU-Filme nicht getaugt haben wäre es glaube ich sogar etwas. Ich mochte die anderen zwar auch, aber ich finde dieser hier ist trotzdem eine willkommene Abwechslung. Geil!

8/10 Pfandflaschen
Trailer:



Stricher guckt sich endlich "Space Jam: A New Legacy" (2021) an, am 29.08.2021

Der zweite Teil der "Space Jam"-Saga hat nichts mit dem ersten zu tun - außer ein paar Anspielungen. Es ist so gesehen, zwar ein Sequel aber nur im Geiste.


Lebron James ist ein Top-Basketballspieler. Doch im Jahre 1998 ist er noch jung und sitzt bei einem Basketballspiel auf der Ersatzbank. Ein Freund von ihm leiht ihm kurz einen GameBoy mit einem Bugs-Bunny-Spiel aus. Kurz darauf wird eingewechselt und ist beim Spiel ziemlich unkonzentriert. Das führt dazu, dass er im entscheidenden Moment den Korb nicht trifft. Nach dem Spiel redet ihm sein Trainer die Videospiele aus und Lebron wirft den GameBoy in den Müll - obwohl er ihm nicht mal gehört!!!! Im Jahre 2021 ist er bereits ein Superstar, verheiratet und mit drei Kindern. Sein jüngerer Sohn Dom (Cedric Joe) kann sich eher weniger mit Basketball anfreundet und zockt dafür lieber Videospiele. Er hat sogar ein eigenes entwickelt. Eine Art Basketball-Mini-Game mit Power-Ups und so Kram. Lebron versucht seine beiden Söhne jedoch in die Richtung Profisportler zu pushen und sieht Basketball viel eher als Arbeit denn als Spaß. Dom fühlt sich von seinem Dad immer mehr missverstanden. Die beiden werden eines Tages von Warner Brothers ins Filmstudio nach Burbank eingeladen. Dort heißt es, dass eine neue Technologie entwickelt wurde mit welcher reale Personen gescannt und 3D-animiert in Filmen auftauchen könnten. Also quasi automatisch mithilfe eines Algorhythmus erstellt. Wie mit den ganzen Instagram/Snapchat-Filtern. Lebron ist von der Idee jedoch nicht begeistert, im Gegensatz zu Dom. Der Algorhythmus bzw. seine Personifikation (Don Cheadle) ist davon nicht begeistert. Also beschließt er die beiden zu entführen. Nachdem sie im "Warner Brothers Serververse" angekommen sind fordert Al G. Rhythm (Ja, so heißt er wirklich, das hab ich mir nicht ausgedacht) Lebron zu einem Basketballspiel heraus, nachdem er Dom gekidnappt hat. Nun muss der Basketball-Profi sich Mitspieler suchen. Allerdings findet er im Looney-Tunes-Land nur Bugs Bunny. Er hats deutlich schwerer als Michael Jordan. Was passiert als nächstes?

Zunächst mal: Ich habe nichts gegen diesen Film. Verstehe nicht wie er auf 28% bei Rotten Tomatoes kommen kann. Allerdings hat er so einige Schwächen als auch Stärken. Zunächst mal die guten Seiten. Oder schlechte. Je nachdem wie man das sieht. "Space Jam: A New Legacy" ist ein Film für Nostalgiker. Er zeigt verschiedene Warner-Brothers-Universen, wenn auch nur ganz kurz. Um mal einige zu nennen: Das DC Animated Universe (90er Jahre Superhelden-Zeichentrickserien), Harry Potter, Matrix und sogar Austin Powers. Ja, es werden Filmausschnitte daraus eingeblendet und verschiedene Looney Toons passend eingefügt. Das ist wirklich sehr sehr witzig. Man sieht dann auch wie groß die Rechte von WB sind. Das Publikum beim Endspiel (das ist jetzt auch kein Spoiler) ist dementsprechend genauso groß. Ich habe in der Menge gespottet: Die Maske (Jim Carrey), Hanna Barbera Charaktere wie Space Ghost, Scooby Doo, Familie Feuerstein, Iron Giant, King Kong, Danny DeVitos Pinguin aus "Batman" (1989) und Michelle Pfeiffers Catwoman aus demselben Film, Lord Voldemort, irgendwelche Gestalten aus Game Of Thrones, Batman und Robin'66 und noch viel mehr. Effektetechnisch ist es auch ein Fest für die Augen. Allerdings! Allerdings ist Lebron James einfach kein Schauspieler. Er ist viel zu hölzern und wirkt super unnatürlich und gestellt. Vor allem stelle ich mir das sehr merkwürdig vor mit jugendlichen Schauspielern zu arbeiten und so zu tun als ob sie meine Kinder wären. Außerdem bietet der Film so gesehen nicht viel neues. Wobei ich Don Cheadles Darstellung eines echt ekelhaften Narzissten wirklich loben muss. Aber Spaß hatte ich. Und ja, Big Chungus kommt vor. Sehet, das ist die Kraft der Memes!

6,75/10 Pfandflaschen
Trailer: