Freitag, 19. November 2021

Film der Woche#512: DC Movies Special, Teil 4

Zum dritten Teil geht es hier entlang. Eigentlich sollten es ganze zwei Filme werden, aber ich hatte kaum Zeit. Darum ist es nur ein Film. 

23. League of Extraordinary Gentlemen (2003)

Basierend auf einer Comic-Reihe von Alan Moore und Kevin O'Neill. Diese ist ursprünglich bei America's Best Comics erschienen, einen ehemaligen Imprint von WildStorm Comics, dass eigentlich zu Image Comics gehört hat. WildStorm gehört aber inzwischen zu DC Comics. Unter dem Flagschiff ist sind die Comic Bände auch von 1999-2007 erschienen. Seit 2009 erscheint die Reihe bei Top Shelf bzw. Knockabout. Also so rein technisch gesehen ist das eine DC-Verfilmung. Nur dass sie nicht von Warner Brothers sondern von 20th Century Fox rausgebracht wurde. Das inzwischen Disney gehört. Verwirrend das ganze.


Wir befinden uns im Jahr 1899. Ein Bösewicht der aussieht wie das Phantom der Oper, und der sich auch Phantom nennt plant einen Krieg zwischen Großbritannien und Deutschland anzuzetteln. So überfällt er mithilfe eines Panzers (zu dem Zeitpunkt wohl dem ersten der Welt) in London eine Bank. Seine Handlanger tragen dabei deutsche Uniformen. In Deutschland hingegen überfällt den Bau eines riesigen Zeppelins (Hindenburg dies das), dabei tragen seine Helferlein britische Uniformen. Es ist offensichtlich, dass die beiden Ländern sich zerstreiten und ein Krieg entfacht werden soll. Der britische Geheimdienst schickt einen Beauftragten nach Kenya. Dort lebt der ehemalige Abenteurer Allan Quatermain (Sean Connery) im Exil. Im Auftrag ihrer Majestät (get it, weil Sean Connery ist ja James Bond höhö) soll dieser einer Gruppe von Menschen beitreten die innerhalb von 96 Stunden einen Weltkrieg verhindern und somit die Welt retten sollen. Nachdem die erste Begegnung zwischen den Beauftragten und Quatermain prompt von Phantoms Handlangern unterbrochen wird und seine Residenz gesprengt wird, willigt der Abenteurer ein. In der Hauptzentrale der Liga lernt er den eigentlichen Auftraggeber, einen Typen der sich "M" (Richard Roxburgh) nennt (wieder eine Bond-Anspielung?) und die ersten Team-Mitglieder kennen. Die da wären: Captain Nemo (Naseeruddin Shah), die Vampirin Mina Harker (Peta Wilson) und der Unsichtbare Rodney Skinner (Tony Curran). Sie müssen nur noch das nächste Mitglied der Liga einfangen, dass sich in Paris befindet. Oder befinden. Es handelt sich dabei um Dr. Henry Jekyll und Mr. Hyde (Jason Flemyng). Danach kann die Reise in Captain Nemos riesigem Unterwasserschiff "Nautilus" fortgesetzt und Phantom bald hoffentlich aufgehalten werden.

Ich habe den Comic nie gelesen, bis auf eine Ausgabe und das ist auch schon viel zu lange her. Jedenfalls habe ich gelesen, dass der Film von Comic-Fans nicht gut aufgenommen wurde weil er sich zu viele Freiheiten rausnimmt und sehr stark von der Vorlage abweicht. I don't care. Das Ergebnis ist gut. Es ist ein nicht ganz steampunkiger, jedoch gleichzeitig retro und futuristisch aussehender Film. Es ist quasi sowas wie eine sehr freie Interpretation von Avengers, nur mit Charakteren aus der Literatur anstelle von den bekannten Superhelden. Ich weiß nicht, ob Moore der erste war der sowas kreiert hat, aber einer der ersten die das gut gemacht haben. Filmisch umgesetzt funktioniert das. Der Film hat keinen Anspruch geschichtlich korrekt zu sein. Er zeigt eine Gruppe von unterschiedlichen Charakteren die sich zusammentun um die Welt zu retten. Sicher, er hätte noch tiefer gehen können. Insbesondere die Anziehung die zwischen Hyde und Harker offensichtlich vorhanden ist, wäre interessant gewesen. Aber egal. Mich fasziniert dieses "Was wäre wenn", in dem Fall "was wäre wenn der 1. Weltkrieg 20. Jahre vorher begonnen worden wäre". Ich find's großartig.

7,5/10 Pfandflaschen
Trailer:

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