Viertes Album von Incubus, aufgenommen in einem Monat des Jahres 2001 im sonnigen Malibu, Kalifornien. In der Nähe der Straße Morning View Drive, darum auch der Albumtitel. Letztes Album in der Konstellation Boyd (voc), Einziger (guit), Kilmore (DJ), Lance (b) und Pasillas (dr). Dirk Lance verließ die Band im Jahre 2003.
Der Titel "Morning View" kommt von der ebenso genannten Straße, die einen Blick auf den Strand und den Ozean bietete. Die Band war durchaus davon verwöhnt und Sänger Brandon Boyd hatte einen "creative Boner", was das Songschreiben betrifft. Das hört man definitiv, weil das Album sich wesentlich ruhiger und entspannter als "Make Yourself" als auch die beiden Vorgänger davon anhört. Man war schon auf "Make Yourself" weit entfernt von funkigen Crossover-Sound, doch hier geht es immer weiter Richtung "Alternative Rock". Boyd rappt nicht mehr und setzt stattdessen seine immer weiter ausgereiftere melodische Stimme ein. Trotzdem gibt es hier relativ "schwere" Elemente, wie beispielsweise in "Circles", allerdings überwiegt ein sehr entspannter, experimentell und melodischer Sound. Zwei besten Beispiele dafür sind die Single "Are You In?" als auch der letzte Track "Aqueous Transmission", der mit Froschquacken und mit dem traditionellen chinesischen Instrument Pipa (gespielt von Gitarrist Mike Einziger) gefüttert ist. Die japanische Multiinstrumentalistin Suzie Katayama dirigierte hierfür sogar ein kleines Orchester.
Insgesamt klingt "Morning View" als wäre es aus der Sicht von jemanden geschrieben, der grade eine Phase in seinem Leben hat, in welcher all der Stress weg fällt und man anfängt durch die dunklen Wolken und all die Probleme hindurch zu sehen. Es ist ein Moment, als der dunkle Horizont anfängt sich mit freundlichen, warmen Licht zu füllen und man mit seinen Freunden auf einen Surf/Beach-Trip ist und alles ist wunderbar. Aber nicht aufgesetzt wunderbar und künstlich sondern tatsächlich echt. Man fühlt sich endlich wohl in seiner Haut und hat all den Problemen "Adieu" gesagt. Schönes Ding, echt.
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Nice To Know You, Are You In?, Whish You Were Here, Aqueous Transmission, Have You Ever
Kid Rock Discography:Devil Without A Cause (1998)
Viertes Album von Kid Rock und endlich das Album, mit welchem er ganz oben in den Charts gelandet ist. Aber kein Major Debüt, weil sein Debütalbum ja schließlich auf Jive Records erschienen ist.
"Devil Without A Cause" bietet den Zuhörern einen weiteren, neuen Sound der bis dato nur ansatzweise auf dem Vorgänger "Early Mornin' Stoned Pimp" zu hören war. Diesmal haben wir es mit einem Country Rap Rock Album zu tun, das gekonnt nicht nur die beiden Genres (Country und Rock) sondern auch Blues, Soul und Old School Rap miteinander vermischt bzw. ihnen Tribut zollt. Es geht los mit der ersten Single "Bawitdaba" (ich hab bis heute keine Ahnung, was das heißen soll). Ein wahrhaftiger Rap Rock Banger, der irgendwie genau das ist, was Limp Bizkit später mit "Rollin'" gemacht haben. In etwa eine Ansage an alle Hörer und Hörerinnen im Pit und selbstverständlich auch eine Selbstglorifizierung, ohne die es einfach nicht geht. "Cowboy" ist eine Country Rap Nummer, in welcher es darum geht, dass Kid Rock gen Westen zieht um ein Cowboy zu werden. Mit "I Am The Bullgod" haben wir hier sogar sowas wie einen Stoner Rock Song (mit Rap). In "Welcome 2 The Party" zollt KR sogar Tribut an Melle Mell und und irgendwie auch an LL Cool J. Darin sind nämlich zwei Rapstyles vertreten, die durchaus an die beiden Meister des Fachs erinnern. "Wasting Time" interpoliert den Song "Second Hand News" von Fleetwood Mac und ist mit das beste was dieses Album bieten kann. So gar nicht ausstehen kann ich hingegen "Only God Knows Why", das fürchterliches Country mit Autotune bietet. "Fuck Off" mit einem vollkommen zugekoksten Eminem als Gastfeature geht aber irgendwie grade so klar.
Fest steht: Hier gibt es ein paar wenige Tiefen, aber insgesamt geht das Album musikalisch durchaus mehr als klar. Es ist ein gigantischer Bastard aus Metal-Sound (von der Twisted Brown Trucker Band), Rap über seine Genitalien und sexuelle Eskapaden und übergroßes Ego und...Country. Ich muss sagen, dass ich mehr als überrascht bin, wie gut Kid Rock tatsächlich singen kann. In "Cowboy" singt er einmal den Refrain anstelle von Backgroundsängerin Misty Love und es gelingt ihn wirklich gut. Außerdem ist das erste Mal Hype Man Joe C. zu hören, dessen Stimme einem 9-jährigen sehr ähnelt und alles dadurch noch kontroverser macht. Ein wirklich verdammt gutes, wenn auch stellenweise wirklich sehr stumpfes, monströses und bombastisches Rock-Album.
8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Bawitdaba, I Am The Bullgod, Wasting Time
Ministry Discography:Hopiumforthemasses (2024)
Mittlerweile sechzehntes Album von Ministry. Und ich kann immer noch nicht die Finger von deren Discography lassen. Soll heißen, dass ich immer noch irgendeinen Gefallen daran finde.
"Hopiumforthemasses" ist nach zweiten Durchhören mindestens genauso gut wie der Vorgänger "Moral Hygiene" und zehn tausend Mal besser als das unsägliche "AmeriKKKant", welches davor erschienen ist. Ich ziehe meinen Hut vor Al Jourgensen, der im ersten Song "B.D.E." (das steht für Big Dick Energy) Misogynie thematisiert und Männerrechtler/Incels/Alt-Righter verurteilt. "Goddamn White Trash" geht in eine ähnliche Richtung, thematisiert jedenfalls "nur" den US-Amerikanischen
Konservativismus. Ähnlich wie in "Alert Level" auf "Moral Hygiene" geht es hier in "Just Stop Oil" um Umweltaktivismus und Klimaerwärung. Auf "Aryan Embarassment", welches sich mit Neo-Nazis als auch ihren Versuch die Punkszene zu infiltieren auseinandersetzt, darf Jello Biafra am Lead-Gesang nicht fehlen - wie auch schon auf dem Vorgängeralbum. "TV Song (1/6 Edition)" ist eine Tradition der Band. Es gibt mehrere Songs, die einen ähnlichen Titel haben und die allesamt Fernsehberichterstattung zum Thema haben. Hier geht es um die Stürmung des Capitols durch Trump-Anhänger. "New Religion" ist ein dystopischer Song über das Verhältnis von Menschen zu Mega-Korporationen. In "It's Not Pretty" geht es tatsächlich um das nahende Ende der Welt und unsere Beziehung dazu. Auf "Cult of Suffering" singt Eugene Hütz von Gogol Bordello, unterstützt von Background-Sängerinnen. Diesmal geht es um einen tyrannischen Diktator der ein gewisses Land im Februar des Jahres 2022 überfallen hatte. Glatze, nicht gerade groß, ausgestattet mit einem Koffer worin sich Kotproben befinden. Das Schlußlicht bildet ein Cover von Electro-Pionier Fad Gadget: "Ricky's Hand". Ministry haben es zuvor oft live gecovert und nun ist es offiziell ein Teil eines Studioalbums. Danke dafür, denn ich habe auf dadurch einen mir bis dato unbekannten, großartigen Künstler gefunden.
Alles in allem wirkt "Hopiumforthemasses" wie ein Nostalgie-Trip, der jedoch neue Inhalte aufweisen kann. Es gibt mehrererere Samples aus dem US-Amerikanischen Fernsehen zu hören. Monotone, oft wiederholte Refrains die aus einzelnen Worten bestehen. Quasi ein Versuch, ein wenig wie früher zu klingen und nicht komplett wie 08/15 Industrial Metal. Und ohne Turntable Scratches. Meiner Meinung nach ein durchaus hörbares, angenehmes Album, welches jedoch ein paar furchtbar nervige Elemente aufweist (was zur Hölle ist das? Vogelquietschen?). Beim ersten Hören hatte ich Probleme damit, und war ziemlich schnell genervt. Doch irgendwann funktioniert das Album (beinahe) einwandfrei. Sicher, es ist nicht das beste aber für Ministry-Verhältnisse doch ganz gut.
7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Ricky's Hand, BDE, Cult of Suffering
Slime Discography:3!+7^1 (2025)
Ich bin an der Stelle ganz ehrlich: Dass Slime dieses Jahr ein neues Album rausgebracht haben, hatte ich absolut nicht mehr auf dem Schirm. Zum Glück haben Philipp und Raphi mich daran erinnert und vorgeschlagen, ein gemeinsames Review zu machen. Und ehrlich gesagt, kann ich jetzt behaupten dass ihre beiden Reviews besser sind als meins.
Um hier noch mal ein Review-Klischee zu bedienen: Slime machen da weiter, wo sie mit "Zwei" aufgehört haben. Der inzwischen (nicht mehr ganz so) neue Sänger Tex Braxet ist weiterhin für die Songtexte verantwortlich. Diesen Job macht er verdammt gut, muss ich sagen. "Irgendwas mit Saufen" ist eines der besten Beispiele dafür. Ein ironischer Song, der all diese peinlichen Saufsongs aufs Korn nimmt. Und nicht nur deren Inhalte (Dorfjugend, Froindschaft) sondern auch deren Aufbau. So heißt es darin "Erst kommen die OOoooooooHhhhs und dann irgendwas mit Saufen!". Fantastisch. Man thematisiert all das, was heutzutage so aktuell ist: Geltungsdrang in den sozialen Medien ("Wer du bist",
"Self Delete"). Der Niedergang der Menschheit ("Evolution"). Doch es gibt auch durchaus positive Songs, wie schon auf dem Vorgänger. "Bock auf Leben" und "Rotterdamn" sind diese typischen Deutschrock-Songs die das Leben bejahen und den Zuhörer bzw. das lyrische "Du" aufrufen "die Grenzen zu sprengen", "aufzubrechen" und äh "scheiß auf die ander'n".
Ich bin wirklich zwiegespalten. Einerseits funktioniert das Album sehr gut. Tex hat eine verdammt gute Stimme. Größtenteils sind die Texte auch gar nicht peinlich. Auch der Rest der Band (haha ich erwähne hier niemanden haha) macht einen richtig guten Job - musikalisch gesehen. Wieder: Kaum peinliche klischeehafte Elemente. Andererseits ist alles irgendwie so gekonnt/gewollt...typisch. Songs über die Gesellschaft, persönliches Befinden usw. usf. In einigen Momenten nervt mich dieser Semi-Sprechgesang. Ich glaube, dass man das ein "Guilty Pleasure" nennen kann oder auch nicht. Ein tatsächlich super solides Werk, dass jedoch ungewollt/gewollt in die Klischee-Kiste greift ohne jedoch sich zu sehr darin zu suhlen. Irgendwie gefällt mir das. Ich bin mir aber absolut nicht sicher, ob ich mir Slime noch mal live angucken würde.
Anspieltipps: Evolution, Euch will ich sehen, Wer du bist, Irgendwas mit Saufen
6,75/10 Pfandflaschen
Und weil drei Meinungen besser sind als eine, hier kommt...
Philipp:
"Auf die Gefahr hin, dass Tex Brasket bald mit Akustikgitarre vor meinem Schlafzimmerfenster steht und mir den kompletten Text von "Nix von Punkrock" entgegenschmettert, hier meine 2 Pfennig zum neuen Slime-Album 3! + 7^1:
Nun - Menschen, die in der Schule nicht aufgepasst haben, mögen den Albumtitel etwas kryptisch finden, dabei ist es eine recht einfache Rechenaufgabe, bei der letztendlich 13 rauskommt. Die 3 im Titel ergibt Sinn, trug das letzte Album passend zum Neuanfang und zum Cover den Titel "Zwei", die 13 ebenso, das Album hat 13 Titel und zählt man "Die Letzten" und beide Live-Alben mit ist es tatsächlich auch das dreizehnte Album der Band.
Warum man es nicht einfach 3 (+10) genannt hat, verstehe ich leider nicht aber das ist wohl auch egal 😀
Genug des Vorgeplänkels:
Musikalisch wird hier eine recht stringente Fortsetzung des letzten Albums geboten, die Band ist so tight und versiert wie eh und je, etwas vielseitiger (Drumcomputer in Evolution, wieder etwas unaufdringlicher Reggae in der "Heute Nicht"-Fortsetzung "Bock Auf Leben") aber auch etwas weniger Akustikgitarren/Folk-Einfluss.
Textlich finde ich das in Ansätzen sehr gut, es wird jedoch in jedem Song irgendein übelster Kalauer oder ein seltsamer Ficki-Ficki-Spruch von Tex Asmussen verwurstet ("Leckt uns X-fach auf Twitter", "Wir spielen aneinander rum und ihr spielt Alle Gegen Alle", "Wir haben unsere Mutter vergewaltigt, haben sie so richtig durchgefickt" usw., die Liste ist endlos). Vermutlich soll das den teilweise echt harten Tobak der Texte etwas auflockern, für mich persönlich zerstört das die Atmosphäre der Texte aber naja - propably a Me-problem.
Thematisch geht es um apokalyptische Visionen (Evolution, Euch Will Ich Sehen), den zunehmenden digitalen Egozentrismus der Menschen (Was glaubst du, Self Delete), Internationalen Rechtsruck (Monster), aber auch belanglose Szene-Frotzelei (Irgendwas mit Saufen).
Alles in allem eine solide Fortsetzung des letzten Albums mit einer guten Schippe mehr Humor, der es für mich qualitativ leider ein gutes Stück herunter gezogen hat. Muss wohl diese Humorlosigkeit sein, über die sich Tex gerade erst im Ox-Interview beschwert hat.
7^1/10 Pfandflaschen
Anspieltipps:
Evolution, Bock Auf Leben, Schatten"
Raphi:
"Die Slime Diskografie ist und bleibt ein
Wechselbad der Gefühle, eine Achterbahnfahrt zwischen höchster
Freude und tiefer Scham. Fast ein halbes Jahrhundert nach der
Gründung erscheint nun anno 2025 das zweite Album mit Tex Brasket am
Gesang. Zählt man die Livealben von 1984 (Pankehallen) und 1995
(Live Punk Club) sowie die 2020 veröffentlichte Compilation mit
Chaos Z, VKJ und B-Test Army dazu, ist der vorliegende Langspieler
das dreizehnte Album. Sicherlich kommt auch durch andere Tricks auf
die Zahl 13. Letzten Endes ist das nämlich nicht nur die Anzahl der
Titel, sondern auch die Lösung des Terms im Albumtitel. Mein Gedanke
dazu? Mich nervt der Titel; und ich kann nicht mal richtig erklären
warum.
Nun
denn, wir hören also die Aufnahmen von Elf, Nici, Alex Schwers,
Christian Mevs, und Tex Brasket. An den Gesang von Tex und die
kleinen Änderungen im Slime Sound, die er bewirkt hat, habe ich mich
inzwischen sehr gut gewöhnt. Dementsprechend bin ich mit großen
Erfahrungen eingestiegen, als ich das neue Album zum ersten Mal
angehört habe. Und da sind wir schon wieder in der erwähnten Berg-
und Talbahn. Nach einem anfänglichen Zusammenspiel aus Ernüchterung
und positiver Überraschung pendelte sich meine Stimmung in einem
fragilen Mittel ein.
13
wirkt auf mich wie viel zu schnell zu Ende gebracht und
veröffentlicht. Einen roten Faden, musikalische oder inhaltliche
Kohärenz, ausgereifte Ideen oder vollendete Stücke sucht man hier
nahezu vergeblich. Doch genau, wenn man einmal diese Stimmung
angenommen hat, steckt das Album plötzlich wieder voller schöner
Überraschungen. Slime platzieren also einen niedrigen Standard und
sehen stellenweise unfassbar athletisch aus, wenn sie ihn im Sprung
übertreffen. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass die Band auch
in der Lage wäre, ein wirklich gutes Album zu produzieren, wenn sie
sich die Zeit dazu nähme. Und schon wieder schickt diese innere
Zerrissenheit meine Einschätzung in die Richtung, dass 13 ein
ziemlich mittelmäßiges Release ist.
Irgendwo
zwischen Highlights und Langeweile bleiben Slime weit hinter den
Erwartungen zurück. Beim Hören habe ich oft zwischen Bewertungen
von 3 bis 7 Pfandflaschen hin- und hergeschwankt. Am Ende landet das
Pendel in der Mitte: 13 ist reflektiert, 13 ist modern, 13 ist
gefühlvoll und wütend. Und mit einem Jahr mehr Zeit, einem
ordentlichen Feinschliff, und vielleicht einer minimal geänderten
Tracklist hätte 13 ein richtiger Knaller werden können.
5/10
Pfandflaschen
Der Link ist wie bei den letzten Playlists wieder im Titel verlinkt, weil ich das Ganze hier nicht einbetten kann. Diesmal sind es Musikvideos aus insgesamt 50 10-minütigen Episoden der fünften Staffel. Wieder mal sehr vielfältig, poppig, meddl-ig, sprachgesanglich und und und.
Ministry Discography:Moral Hygiene (2021)
Das neueste Ministry Album ist vollkommen an mir vorbeigegangen, ehrlich. Der Vorgänger "AmeriKKKant" war schon so scheiße, dass ich ehrlich gesagt absolut nichts gute erwartet habe. Ich wurde allerdings eines besseren belehrt. "Moral Hygiene" ist nämlich das beste seit langem.
Al Jourgensen hat hier beinahe auf allen Tracks Gitarre gespielt weil Gitarrist Sin Quirin kein Bestandteil des Projektes mehr ist - er wird wegen sexuellen Übergriff auf eine Minderjährige verdächtigt. Wir haben hier aber noch Paul d'Amour (ehemals TOOL) am Bass und Roy Mayorga (ehemals Nausea, Amebix, Soulfly) am Schlagzeug.
Onkel Al bewegt sich hier weg von richtig schlechten und stumpfen Industrial Metal, wie er auf den Alben seit 2003 zu hören war. Stattdessen kriegen wir tatsächlich fast schon die guten Alten Ministry zu hören. Samples von korrupten Politikern, Industrial Rock, Mundharmonika und ein Feature mit Jello Biafra auf "Sabotage Is Sex". Das ist als wären Lard wieder zurück, naja zumindest für einen Song.
Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist gut gemischt, geht verdammt gut ins Ohr und klingt meines Erachtens so absolut gar nicht peinlich. Es ist fast wie früher. Aber nur fast. Aber gut.
7,75/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Sabotage Is Sex, Alert Level, Search And Destroy (Stooges Cover)
Mr. Bungle Discography:California (1999)
Drittes Album von Mr. Bungle. Das Record Label Warner Bros. Records verschob den Releasetermin, damit man nicht dem Release von "Californication" von Red Hot Chili Peppers in die Quere kommt. Es wäre sonst am selben Tag rausgebracht worden. Daraufhin folgte eine unschöne Reaktion seites RHCP-Sänger Anthony Kiedis, der alles in seiner Macht gesetzt hat um Mr. Bungle aus verschiedenen internationalen Festivals auszuladen. Die Reaktion der Band war unter anderem ein Konzert an Halloween, wobei sie sich als RHCP verkleidet haben. Sie coverten auch mehrere Songs wie "Give It Away". Während des Auftritts machten sie sich über die Songtexte lustig und imitierten Heroin-Schüsse in den Arm. Ein Bandmitglied verkleidete sich als verstorbener RHCP-Gitarrist Hillel Slovak. Ich verstehe, dass man hinsichtlich der Absagen sauer war, trotzdem war die Aktion sehr drüber. Aber witzig.
Um mal einen deutlichen Unterschied zu "Californication" herauszuarbeiten. Das RHCP-Album bzw. der Titelsong handelt von der Kalifornisierung der Welt. Währenddessen ist "California" von Mr. Bungle ein düsteres Abbild von Kalifornien. Auf diesem Album gehen sie noch einen Schritt weiter Richtung Obskurität. Während das erste Album auf recht humoristische Weise mit eigenen Dämonen
umgegangen ist, das zweite sehr tief in die Depression gestürzt ist, macht dieses hier einen Flip-Flop. Es klingt wieder wesentlich positiver als das zweite, gleichzeitig jedoch mindestens genauso absurd wie das erste. Wir bedienen uns weiterhin an Polka, Schlager, Ska und Punk Rock/Metal und natürlich Jazz. Insgesamt hört sich "California" wie eine Art Post-Apokalyptisches Radio, dass versucht 50er/60er Jahre US-Feelgood-Musik zu wiedergeben, was die damalige obere Mittelschicht gehört hat. Kein Rock'N'Roll sondern eher Doo-Wop und Schlager. "Goodbye Sober Day" ist meines Erachtens der kreativste und durchgeknallteste Song hierauf. Er fängt relativ ruhig an, nur um nach zwei Minuten in bizarres "TSCHAK TSCHAK TSCHAKKA TSCHAKKA TSCHAK TSCHAK TSCHAKKA TSCHAKKA" auszurarten. Wie Philipp schon im Review zum ersten Album (beziehend auf den YouTube-Channel "Lie Likes Music") gesagt hat, wie ein Horror-Kabinett: Man weiß überhaupt nicht, was als nächstes um die Ecke lauert. Absolut fantastisch. Schade, dass es die letzte Veröffentlichung mit neuen Songs ist. Das vierte Album ist "lediglich" eine Neuaufnahme des ersten Demos "The Raging Wrath Of The Easter Bunny".
Und weil zwei Meinungen besser sind als eine, hier die Meinung von Philipp:
"Dies ist also das dritte und letzte offizielle Album von Mr. Bungle und die Overalls und Masken wurden gegen Hawaiihemden und blonde Zöpfe (es ist immer noch Trevor Dunn...) getauscht. Man gewinnt vom Opener "Sweet Charity" an den Eindruck, Mike Patton hätte mit seiner Vorliebe für Easy Listening und italienische Opern das Steuer übernommen. Während "Disco Volante" noch sehr nach Trevor Dunns und Trey Spruances chaotischen Free Jazz-inspirierten Ausbrüchen klang, ist das hier (mal wieder) etwas komplett anderes, nämlich düstere und eingängige Popmusik mit unterschiedlichsten Einflüssen, orientalische Musik, Electronica, Spaghetti-Western, Jazz und hin und wieder doch etwas Metal (Goodbye Sober Day endet sogar mit einem Ausbruch, der auf Disco Volante hätte sein können.) Leicht verdaulich und kommerziell ist das ganze trotzdem nicht, die Texte handeln von so illustren Themen wie Suizid, Tod, langsamem Dahinsiechen im Altenheim und dem Wunsch, sich selbst zu kastrieren, zumindest habe ich das so interpretiert, es gibt eine Menge Spielraum zwischen den Zeilen. Etwas weniger Chaos (und eine enorme Kürzung der Spielzeit) als auf den ersten 2 Alben tut der Band übrigens alles andere als schlecht, diese Platte macht alles in allem einen sehr kohärenten Eindruck und zeichnet ein wunderbar düsteres Bild von Kalifornien.
Hello, fellow children! Willkommen bei der neuesten Ausgabe von So isses, Musik! Als erstes werde ich ein paar Sachen hier reinknallen, die ich mir neuerdings selbst ausgesucht oder zugeschickt bekommen hab.
Reinhören könnt ihr übrigens hier. Ich bin mal so frei und posaune es frei heraus: Dieses Tape hat mir ein ehemaliges Mitglied der mittlerweile leider aufgelösten, großartigen HASS AUF ALLES zugeschickt. Auf dem Tape klebt ein Aufkleber, auf welchem "Breakcore Punk" steht. Und ich bin nicht dumm, ich weiß schon was mich erwartet :D Nämlich Beats mit Gebrülle. Und ich werde nicht enttäuscht. Definitiv nicht. Es klingt wie als ob Atari Teenage Riot underground geblieben wären. Kurze, knackige Songs voll mit hasserfüllten Lyrics. Und zwar nicht mal so, dass es sich irgendwie super krass reimen muss. Man befolgt einer einzigen "Regel": Kotze dich aus, darüber was dich ankotzt und lass andere sich vielleicht dazu bewegen. Dabei ist das alles gar nicht mal so oberflächlich wie es sich für den Laien eventuell anhören mag. Beispielsweise setzt man sich mit dem Trend, sich über Punk- und Oi!-Klischees lustig zu machen, auseinander - im Song "Szeneclowns". Vor allem mit dem Fakt, dass es ab irgendeinem Zeitpunkt nicht mehr witzig ist. Klar, es sind Genres, die nur so von Klischees triefen, aber: Es kommt mir rüber wie ein Haufen pseudo-elitärer pseudo-Akademiker (oder, die die Akademiker sein wollen) die mit ihrem Finger auf diese "dummen Bauern und Proleten" zeigen wollen. Darüber kann man sich, finde ich, sehr wohl auskotzen.
Anspieltipps: Ja, tatsächlich einfach mal alles. Auch die Interludes.
7,5/10 Pfandflaschen -----------------------------------------------------------------------------------------
Was läuft sonst noch?
Das neueste Album von Nervöus. Ich erinnere mich sehr gerne an einen Festival-Auftritt vor ca. 7 Jahren. Da war dieser superfertige Typ, der allerlei Blödsinn erzählt hat und eine völlig kaputte Stimme hatte. Das ist tatsächlich auch derselbe Typ der
"GRAUES GEFÜGE EINE FAHNE IM WIND GLEICHT DER ANDERN
LEIDLICH INHALTSLEER " singt. Ich finde es wirklich sehr beruhigend und entspannend. Ich mag es, zumindest in der Hinsicht, angeschrien zu werden. Meiner Meinung nach einer der deutschsprachigen Bands die gnur utes Kwalitätskóntent bringt.
Ansonsten: Dieser Klassiker von Satyricon. Mal wieder "Nowa Aleksandria" von Siekiera. Und "Raza Odiada" von Brujeria. Oh und GZUZs "Warum", keine Ahnung warum.
Mittlerweile fünftes Album von Darkthrone. Genauso minimalistisch eingespielt wie der Vorgänger "Transilvanian Hunger". Allerdings ist die Gesangsspur deutlich rauer und weniger mit diesen typischen Hall-Effekten versehen. Ein tiefes, ziemlich kaputtes Krächzen. Ungehobelt. Wie ein
Instagram-Foto ohne Filter. Und zugegeben ziemlich hässlich. Aber das soll Black Metal ja nicht sein. Trotzdem stößt es mir beim ersten hören etwas sauer auf, weil ich diesen anderen, "gefilterten" Gesang gewohnt bin. Aber nach mehrmaligen Hören gefällt es mir doch, irgendwie. Man hört auch eindeutige Einflüsse von Hellhammer bzw. deren Nachfolgeband Celtic Frost.
Für eine positibe Überraschung bei mir sorgte der letzte Song "Snog og granskog (Utferd)", welches bis dato das erste elektronische Lied der Band ist. Ist übrigens eine Vertonung eines Gedichts von Tarjei Vessas. Fazit: Durchaus hörbar, jedoch von den klassischen Alben der Band sicherlich nicht das Beste.
6,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Quintessence, Beholding The Throne Of Might, En Vind Av Sorg
Killing Joke Discography:MMXII (2012)
Vierzehntes Album von Killing Joke. MMXII ist 2012, geschrieben in römischen Zahlen. Das Album kam äh im Jahr 2012 raus. Offensichtlich. Inspiriert vom Phänomen des Jahres 2012: Dem Glauben an den Weltuntergang. Anyways: Das Album bietet wieder einen eingängigen, kühlen aber trotzdem ziemlich maschinellen, industriellen Sound. Im Prinzip ein Album, dass finstere Themen wie bspw.
eine düstere und ungewisse Zukunft anspricht gleichzeitig aber auch Positives vorweisen kann. So zeigen sich KJ überzeugt von Permakultur, Aufforstung und biologischer Nachhaltigkeit. In "Fema Camp" geht es um die Camps der Federal Emergency Management Agency. Den Begriff habe ich bis jetzt leider nur im Zusammenhang mit irgendwelchen Querfront/Aluhut-Veranstaltungen gesehen auf welchen irgendwelche "woke people" darüber gesprochen haben. Eines der stärksten Songs ist meiner Meinung nach "Rapture", aufgrund der Art der wie der Song aufgenommen ist. Als wäre er dafür gedacht Massen zum Toben zu bringen.
Sie haben damit bewiesen, dass sie es immer noch können. Nicht nur bei mir sondern auch bei Dutzenden von Fans und Kritikern. Deswegen:
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Rapture, Colony Collapse, Pole Shift
Metallica Discography: Reload (1997)
Eigentlich sollte das Album zusammen mit "Load" in Doppelpack erscheinen. Allerdings hat man sich entschlossen, erst auf Tour zu gehen um dann anschließend das Album fertig zu stellen.
Ich muss ehrlich sagen, ein wenig bin ich enttäuscht. Das Album ist natürlich nicht so schlecht wie es diese ganzen Metallica-Puristen sagen. Es hat verdammt gute Momente. Ich mag bspw. Marianne Faithfuls Gastpart in "The Memory Remains". "Fuel" ist ein verdammt guter Opener. Auch "The Unforgiven II" find ich irgendwie gut. Es ist halt dieser Southern Rock/Americana/Blues-Einfluss der das ganze doch etwas merkwürdig macht. Es zieht sich gegen Ende dann doch ziemlich und geht mir
auf den Nerv. Trotz alledem ist es nicht das schlechteste Metallica-Album. Definitiv nicht.
PS: YEAAAH YEAAAH YEAAHEEAAAHHH
6,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Fuel, The Memory Remains, The Unforgiven II
Ministry Discography:Amerikkkant (2018)
Hm. Also halten wir's mal fest: Nach 1203123 Aussagen wie "Das hier ist aber wirklich das letzte Album" bringt Al Jourgensen doch noch eins raus. Und natürlich muss er sich an der großartigen Milchkuh Donald Trump beteiligen. Schließlich ist es ziemlich leicht den US-Präsidenten zu bashen. Hier und da ein paar Samples. Untergangsstimmung. Dieser große Idiot wird uns noch umbringen!
Gleich im Opener "I know Words" wird "Make America Great Again" gesamplet. Tatsächlich ist das rundum gesehen gar kein so schlechtes Album. Man verzichtet auf die Thrash Metal Komponenten und kehrt etwas zu den ursprünglichen Sound zurück. Das klingt wirklich gar nicht mal so schlecht. Was ich tatsächlich ziemlich interessant finde: Jourgensen hat früher Songs gegen Bush gehabt, darüber dass 9/11 ein Inside Job ist... Hat Info Wars ein Interview gegeben... Und hier gibts ein Song namens "Antifa". Also fand scheinbar ein Umdenken statt. Dafür wird Jourgensen auch in den YouTube-Kommentaren zur Sau gemacht. Er sei ein Cuck, ein NWO-Kämpfer und Kommunist. Witzig. Es ist nicht so brutal stumpf wie so einige Sachen davor. Allerdings nicht mal ansatzweise so innovativ wie die Klassiker. Deswegen: Kann man hören, muss man aber nicht. :D
6th of October, 2017: The AZ Mülheim Birthday Party, part 1 with Fliehende Stürme
So what's the best thing against heartbreak? I mean other than hanging alone at home and listening to depressing music? Trying to go out and hang out with new people! So I did.
On the 6th and the 7th of October the Mülheim Autonomous Youth Centre celebrated its 20th birthday. I came by just to meet my new online friend Jakub, talk with him about our polish ancestry and see the mighty Fliehende Stürme (pronounced Flee-end-eh Stoormeh). The FS are a legend in the german punk scene. Formerly known as ChaosZ (and as a typical punk band), they changed their sound and their name back in the days. Nowadays they are known for beautifully depressing music. Kind of goth, kind of punk. An awesome mixture of both. But that's not the important fact about that evening. Together with Annike (greetz!) we spontaneously decided to form a band. I mean, I can't play an instrument and all but what the fuck. Let's see what the future brings. It was a really beautiful evening, filled with joy in times of sadness. Thank you all for that
14th of October, 2017: Arkangel in Jugendzentrum St. Peter, Duisburg
What's also good and maybe even better? Meeting familiar friends who travel 800 kilometers to see one band. The blasphemous Arkangel from Belgium played in Duisburg. Everyone was so excited to them. Even bets were placed if they would even show up because Arkangel are known for cancelling shows. However, 25 € for a bunch of unknown (for me) bands... Meh. But fuck it. Arkangel were
awesome. They ripped the house apart. Some people damaged themselves pretty hard. Broken noses and all that. It was one of the most antisocial shows I have ever seen. "Beautiful" destruction. Thanks to Phil and Kat for showing up and spending time with me. Hugs.
20th of October, 2017: King Dude, The Ruins of Beverast and (dolch) in Turok, Essen
I think that was one of my first live encounters with that kind of music. Showed up pretty late. Poor
Jakub was waiting way too long. Anyways, we got in and I saw one of the most majestic and smooth metal acts of this time: (dolch). It's hard do describe, but I try it. Non-violent, but kicking ass doom-ish whatever kind of metal. Spooky and mesmerizing. Usually I'm getting tired of listening to such bands live, but I got absolutely hypnotized by their apperance. The Ruins of Beverast were also kind of hypnotic except that they were way more uhm brutal and black metal-esqe. King Dude, however was something completely different. Kind of dark folk and country. King Dude himself (I mean the guy on the guitar and lead vocals) was maybe the coolest dude on the planet. At least in the moment when someone from the crowd compared him to Chelsea Wolfe: "Fuck off motherfucker, she's her own person!". Just brilliant.
Green Day Discography: 21st Century Breakdown (2009)
Aight, here it goes. The album I was warned about. "21st Century Breakdown" came out five years after "American Idiot", after Green Day became even more popular than in the 90s. I'm talking "Stadium Rockstar"-popular. Like its predecessor it's also a Rock Opera in three acts. Which would be "Heroes and Cons", "Charlatans and Saints" and "Horseshoes and Handgrenades". They tell a
story about a young couple called Gloria and Christian who live in a modern day USA. It is bound with all the insecurities which came with the end of the Bush era. I know it may sound a lil' bit harsh but it seems that Green Day realised that a concept album turns out great so why not make another one? And another one.... The next three albums came out all in one year... Anyway "21st Century Breakdown" is so bland, so toothless to me that there almost none songs who keep hanging in my head. Well yeah okay there is "21 guns" but it's too damn awful. Actually I do not have anything against soft pop songs but this here is just way too much bubblegum. Just no. Still, there are a couple enjoyable ones, of course. But all in all: Hell no.
5/10 deposit bottles
songs you should check out: iViva La Gloria!, Last Of The American Girls
KoRn Discography: Untitled (2007)
KoRns eighth studo album. Initially left without a title so the fans can name it whatever they want. I mostly call it "KoRn (2007)" or just simply "KoRn 2" (because of the follow up album).
After the experiment called "See You From The Other Side" (2005), KoRn stepped back to their roots. There are still some Industrial influences, and the album sounds still "softer" than for example
"Take A Look In The Mirror". I think it's kind of a balancing act between older sounds and a more mainstream sound. It seems like a better sequel to "Untouchables" (2002).
I like it very much, but to be honest I do not think that it's groundbreaking. It's just another KoRn album, well produced, made with heart and passion. Still, very refreshing to see that the band still likes to try things out. Just like "See You On The Other Side", it deals with different topics other than "the pain inside", "my mind", "going insane" and blah. BTW the first album without long time drummer David Silveria.
7/10 deposit bottles
songs you should check out: Hold On, Bitch We Got A Problem, Evolution
Ministry Discography:From Beer To Eternity (2013)
Thirteenth album by Ministry. Out of their recent output it is one of their best albums. Released after a very fruitful session with late guitarrist Mike Scaccia. Lyrically it deals with the topics that Ministry always had dealt with. Politics, corruption, drugs. This time we even have a song about "legal drugs" and the side effects they cause.
To me, "From Beer To Eternity" sounds more like old school Ministry, but it stays in the same thrashy area just as "Houses of the Molé". There are those echo-effects, lots and lots of samples, electronic sounds but the same amount of thrash metal. This time, the sounds seem to be more "focused". The album is not a mindless thrasher which was made only to be "brutal". I pretty much like it. There are some very cringy moments though. For example the whole song "Side F-X" which is made out of various samples and disturbing cuts. And, shit I think I sense a bit of dubstep there.
All in all, a good way to end a discography.
7/10 deposit bottles
songs you should check out: Punch In The Face, PermaWar, Thanx but no thanx, Hail To His Majesty
This issue of "That's right, music!" is of lesser content. The issue with more content will be out this month.
First question: How does it feel to be dumped after five years? You feel down, destroyed, fucked up. You are hella sad, full of hate and anger and sometimes you just don't know what to do. But one thing that always helped me in this kind of situations is and always will be music. That's why I started to pump this awesome "mixtape" by a true friend of this blog, Phil Th. Pig. It's called "philthy philth for philthy pigs". My favorites on this playlist are definitely Fischer Z, Jawbreaker, Judas Priest, The Wildhearts and definitely the majestic John Frusciante.
Check it out:
Green Day - Discography:American Idiot (2004)
I remember the first time listening to this album. It was the time when I started being interested in politics. The Iraq war was THE topic, George W. Bush the public enemy numero uno and the USA the worst country in the world. At least, when you're 13 and you develop so much hate you have to project it onto something. Nowadays I have very different views towards this topic...
Anyways, "American Idiot" differs very much to "Warning". It is NOT a generic pop punk album. Instead we have the "World's First Punk Rock Opera" here. It begins with a typical Green Day song, but after that you get "Jesus Of Suburbia", a five part, nine minute long masterpiece. The most songs
sound like an Alternative Rock band who likes to experiment with new sounds. Also it's not a "loose" album - it follows a large story arc about three main characters: The Jesus of Suburbia, St. Jimmy and Whatsername. It is set in modern day America - disillusion and disappointment of the "American Way of Life" seem to be the main topics. GD go even further then in "Warning". They do not just leave Punk rock behind, they extend to another level. But still, they seem like they're on the ground. Not some huge ass rockstars. But unfortunately, that will change.
9/10 deposit bottles
songs you should check out: American Idiot, Holiday, Jesus Of Suburbia, St. Jimmy, Homecoming,
KoRn - Discography: See You On The Other Side (2005)
This album was kind of a new beginning for the band and for their fans. "See You On The Other Side" is the seventh album of KoRn. The first one on Virgin Records and the first one without guitarist Brian "Head" Welch who left the band and started a short-lived christian rock career. Therefore, KoRn was a quartett for the first time. Also it's the last album with David Silveria on drums. It was produced by the duo "The Matrix" who are known for acts like Shakira or Britney Spears.
"See You On The Other Side" has a very different approach than the predecessor "Take A Look In The Mirror". It seems like an awakening. "We have to experiment more, try out new styles if we do not want to become irrelevant. Oh my gosh let's try out this and that and this and that!". If you expect typical KoRn sound you will be disappointed. There is no Hip-Hop influences, almost no typical Jonathan Davis scatting instead we get a bunch of pretty industrial-esque sounding songs. Not that industrial like the likes of NIN or early Ministry of course but you can hear the influences very clearly. The guitar riffs are toned down and are not "brutal". Instead we get strange interludes, keyboards and a mostly clear range of vocals. I think it's the most diverse and the most mainstream album of this band. After twelve years I still like it.
8,5/10 deposit bottles
songs you should check out: Twisted Transistor, Liar, Coming Undone
Ministry - Discography:Relapse (2012)
Ministry's twelfth album. First one since "The Last Sucker" that contains original material. I'm not counting the cover albums or the remix albums or the live albums. They will not get a review.
I found it very difficult to listen to at first. I am very far of saying that I do not like it though. It confronts me with sheer brutality. There is literally no, nada, niente Industrial influences on this album. Unless you count the mechanical guitar sound. "Relapse" sounds like a really heavy tank
which is driving downhill. More a thrashing, brutal metal album than a typical innovative Ministry-album. But please don't get me wrong. At some points it is really enjoyable. "Kleptocracy", "Double Tap", "Ghouldiggers" and "United Forces" (S.O.D-cover) are my favorites. Still it seems like Jourgensen and Scaccia decided to go as fast as they could, be as brutal as they could... Just be a generic metal band. For me, it's just not Ministry anymore.
6/10 deposit bottles
songs you should check out: Ghouldiggers, Kleptocracy, Double Tap, United Forces, Weekend Warrior
Da das hier die Ausgabe mit weniger Text ist, stelle ich euch ganz kurz eine Band vor. "Grashdanskaya Oborona" (kurz GrOb - was übersetzt Grab heißen würde), auf Deutsch "Bürgerwehr", waren bis zum Tode ihres Gründers Egor Letov eine der einflussreichsten sowjetischen Punkbands. Sie kamen aus Sibirien und lieferten ihren Hörern sehr minimalistischen, in Wohnzimmern und Küchen aufgenommenen Punkrock. Später kamen die Psychedelic-Einflüssen. Egor Letov begeisterte zuerst mit seiner teils aggressiv, teils wehleidigen Stimme. Zuerst bezeichnete er sich als Anarchisten bzw. wahren Kommunisten, nur um kurze Zeit nach der Wende der querfront-Partei der Nationalbolschewisten beizutreten. Kurz vor seinem Tod wendete er sich meines Wissens nach vor dieser Art von Überzeugungen ab. Anyways, hier das Album "Poganaya Molodesh" und hier ein paar großartige Werke von GrOb:
Green
Day Discography: Shenanigans (2002)
Eigentlich wollte ich ja nur Studioalben in die Reviews miteinbeziehen. Aber weil auf "Shenanigans" bisher rare als auch unveröffentliche Tracks sind habe ich mir gedacht "warum nicht?". Außerdem finde ich dass das Album sehr gut als Lückenfüller zwischen "alten" und "neuen" Green Day fungiert.
Auf diesem Sampler finden sich Songs die bis jetzt meistens als B-Seiten auf Singles wie "Good
Riddance", "Warning", "Geek Stink Breath" oder "Brain Stew/Jaded". Drei davon sind Cover: "Tired of waiting for you" von The Kinks, "Outsider" von den Ramones und "I Want To Be On TV" von Fang. Das Instrumental "Espionage" ist eine Hommage an James-Bond-Melodien und fand Verwendung im zweiten Austin-Powers-Film. Im Großen und Ganzen hören sich Green Day hier aber an wie früher. Weniger Folk/Akustik-Einlagen wie ab dem Jahr 2000, mehr stinknormalen Pop Punk.
Und dabei bleibt das auch, finde ich. Es ist eine gute Ansammlung von guten Songs, die nicht wirkt als hätte sie jemand erzwungen. Nicht wie ein Auswurf von einer Plattenfirma. Für eine B-Seiten-Sammlung also ziemlich gut.
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Outsider, Ha Ha You're Dead, Scumbag, Espionage, Do Da Da
KoRn
Discography: Take A Look In The Mirror (2003)
Falls es euch interessiert, was ich von den beiden Vorgängeralben "Issues" und "Untouchables" halte, so klickt hier. Und übrigens ich habe meine Meinung revidiert und finde das zweitgenannte Album doch relativ gut.
Aua, das wird jetzt weh tun. Damals habe ich mir eingebildet das Album richtig gut zu finden. Nach
mehrmaligen Hören musste ich allerdings feststellen: Oh mein Gott, nein. "Take A Look In The Mirror" ist das mit Abstand mieseste KoRn-Album überhaupt. Sicher findet ein blindes Huhn auch mal ein KoRn und so sind natürlich auch Songs dabei die man guten Gewissens als geile Ohrwürmer bezeichnen kann. Beispielsweise die Absage an Plattenfirmen namens "Y'all Want A Single", der Hassklumpen "Right Now" oder "Did My Time" vom Tomb-Raider-Soundtrack. "Let's Do This Now" geht auch gut ins Ohr. Oh und "Alive" natürlich. Wobei nein, das zählt nicht. Der Song ist nämlich so alt wie die Band selbst und stammt von ihrem ersten Demo-Tape. "Need To" ist btw eine Abwandlung von dem Song. Der Rest ist so schlecht, so uninspiriert, dass meine Beine einschlafen. Da hilft nicht mal Nas' Gastbeitrag auf "Play Me". Zum Glück kamen sie auf dem Nachfolgealbum raus aus der Misere.
4/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Right Now, Alive, Did My Time, Everything I've Known, Let's Do This Now
Ministry
Discography: The Last Sucker (2007)
Letztes Album der George-W.-Bush-Trilogie. Lyrisch betrachtet bewegt man sich hier in ähnlichen Gefilden. Man kritisiert Dabbeljuh, seine Kriegspolitik, macht sich über den damaligen Vizepräsidenten lustig bzw. den von ihm verursachten Jagdunfall...Außerdem covert man "Roudhouse Blues" von The Doors.
Es ist wirklich gar nicht mal so schlecht wie ich gedacht hab. Teilweise fühle ich mich an ältere Alben zurückerinnert. Zwar liegt hier der Fokus ganz klar auf Metal, jedoch hört man immer noch die verzerrte Stimme Al Jourgensens, teilweise mischt sogar Burton C. Bell von Fear Factory mit. Tommy Victor von Prong ist auch mit dabei. Es ist halt ein ziemlich ballerndes Album, welches nicht
das Rad neuerfindet, aber zumindest gewisse Standards erfüllt.
Man hat graphiktechnisch mal wieder in die Absurditäten-Kiste gegriffen und hat George W. auf dem Cover als Reptilienmensch dargestellt. Man hält das Niveau. Zu diesem Zeitpunkt war es das letzte Studioalbum der Band. Erst ein paar Jahre später kam noch was raus, aber ob es genauso das Niveau halten kann...Das werden wir sehen.
7/!0 Pfandflaschen
Anspieltipps: Roadhouse Blues, Let's Go, End Of Days Part 1/2, Die In A Crash
9.9.2017: Stricher war auf der Plastic-Bomb-Party im Druckluft, Oberhausen
Ich und Frau Otterich hatten an den Tag unser fünfjähriges Bestehen. Also beschloß ich "uns" spontan was zu gönnen und habe Karten besorgt. Allerdings konnten wir/wollten wir erst ab einer bestimmten Uhrzeit dahin. Nämlich ab dem Zeitpunkt als Victims anfangen sollten. Auf Siege war ich auch besonders scharf drauf. Die "Schlachtrufe BRD"-Coverband Pflasterstein kam auch in Frage.
Als wir ankamen waren jedoch noch FoxDevilsWild dran, was garantiert an der anarchistischen halben Stunde gelegen war.... Warum geh ich überhaupt pünktlich aus dem Haus. Aber naja, sei's drum. Die in Corpsepaint eingehüllten FDW haben sowieso wie NDW/Deutschpunk gemacht, mit Keyboards und so n Scheiß. War tatsächlich ziemlich gut erträglich. Ich erinnere mich noch sogar an einen halben Songtext: "Im Himmel war noch nie was los", oder so ähnlich. Überraschend gut. Nach etwas längerer Pause waren endlich Victims dran. Sie sind wohl der beste Beweis dass man verdammt guten, metallischen Crustscheiß machen kann ohne wie der letzte stinkende Penner auszusehen. Naja ob man dafür die Gitarre so schwingen muss ist ne andere Sache :D Das war ganz schön komisch. Der Typ an der (vom Publikum aus gesehen) linken Gitarre sah aus wie ein stereotyper schwedischer Psychopat der den ganzen Tag Rehe reißt. Jedenfalls: war verdammt gut, kann man gerne wieder machen. Siege waren ebenfalls super, auch wenn ichs verpeilt hab mich nach vorne zu gesellen. Ich brauche Powerviolence nämlich IMMER in der erste Reihe.... allerdings war ich zu dem Zeitpunkt schon so im Arsch, dass mir das Wachbeiben relativ schwer fiel. Trotzdem: Schön diese Legende mal gesehen zu haben, wenn auch ziemlich kurz. Um kurz vor 12 gings dann nach hause.
Ich weiß nicht, wer sich da verkalkuliert hat. Wissen tue ich auch, dass 16 euro Eintrittsgeld für einige doch ziemlich viel sind. Allerdings find ich die "Kritik" unter aller Sau, weil man vollkommen außer acht lässt was für Bands da gespielt haben und wie viel Gage die so gekostet haben. Aber was auch immer, gebt der Bombe doch ein Bisschen Kohle weil die Party finanziell gesehen doch eher scheiße war. Green Day Discography: Warning (2000)
Dieses Album ist wieder mal ein Stückchen anders. Lol, ich könnte ab jetzt quasi jedes Green Day Review so beginnen. Aber das stimmt schon. "Warning" bewegt sich dahin, wo "Nimrod" auch schon hinwollte. Zu anderen Welten. Green Day sind nun nicht mehr bloß Punk. Sie befinden sich auf einer Reise in die Vergangenheit, wobei sie sich Inspiration holen. Und zwar bei den Kinks, bei den Beatles, bei Bob Dylan.
Das Album unterscheidet sich, finde ich, darin dass es eine Spur positiver ist. Zwar badet man genauso im Sarkasmus, ist zynisch... Am Ende bleibt aber doch noch eine positivere Botschaft übrig. Besonders bemerkenswert finde ich den Einsatz von Streichern, Akustikgitarren und Mundharmonika. Akustik die beißt und nicht auf dem "Good Riddance"-Niveau bleibt. Was auch gut auffällt, ist das Billy Joe Armstrong nicht mehr nur aus eigener Sicht singt sondern fiktive Personen erfindet die eine Geschichte erzählen. Das ist bis jetzt das abwechslungsreichste Album von Green Day.
9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Warning, Hold On, Macy's Gray Parade, Minority
KoRn Discography: Follow The Leader (1998)
Drittes Album von der Band aus Bakersfield. Gleichzeitig auch das Werk, was sowohl sie als auch das gesamte Nu Metal Genre in die Charts katapultiert hat. Es ist zudem auch das "Party Album" schlechthin. Während der Arbeiten daran befand sich die gesamte Umgebung der Band in Party/Drogen/Sex-Modus. Meiner Meinung auch eine direkte Weiterenticklung von "Life Is Peachy".
Es sind schon wieder Kinder auf dem Albumcover. Wo noch auf dem Vorgänger Ice Cube nur gecovert wurde, ist er hier selbst als Gast zu hören ("Children Of The KoRn"). Auf "Life Is Peachy" war ein Cover von WARs "Lowrider" (aus Cheech & Chongs "Viel Rauch um Nichts") zu hören. Diesmal ist Cheech Marin selbst mit dabei. Dazu kommen noch Fred Durst und Tre von The Pharcyde. Es ist also schon mal überladen mit Gästen.
Hinzu kommt noch, dass es mit Track 13 anfängt. Die ersten 12 sind stumm und bilden eine Schweigeminute für einen verstorbenen Fan namens "Justin", der auch einen eigenen Song bekommen hat. Meiner Meinung ist es eines der besten Alben von KoRn. Weil es so super zugänglich ist. Und eingängig. Und voller Hits. Und überhaupt merkt man es hier sehr gut an, dass es ein "Party Album" ist weil zwar depressive Stimmungen vorhanden sind, diese aber mit grandiosen Ohrwürmern rüberkommen. Wirklich großartig!
9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Cameltosis, All In The Family, Children Of The KoRn, Dead Bodies Everywhere, Freak On A Leash, Got The Life
Ministry Discography: Rio Grande Blood (2006)
Okay....
Schon das zehnte Studioalbum von Ministry. Gleichzeitig das zweite aus der George-W.-Bush-Trilogie. Man macht da weiter wo man aufgehört hat. Zwar ist man nach wie vor auf Dabbeljuh fixiert, allerdings sind die Lyrics generell sehr politisch aufgeladen. Al Jourgensen schießt gegen die Wirtschaft, gegen den Präsidenten, gege Halliburton und insesondere gegen die Army. Mit dabei ist ein gewisser Seargant Major der typische Army-Floskeln raushaut ("My corps, your corps, our corps,
marine corps!") und auch Jello Biafra.
Ich muss gestehen: Es ballert schon ziemlich gut. Klingt nicht mehr so abgedroschen wie "Houses of the Molé". Finds definitiv besser, auch wenn es für meinen Geschmack nur noch "Metal" - ohne "Industrial" davor - ist. ABER - holy fuck, ich kann mir zwar denken dass 20 Jahre Heroinkonsum einen schon ordentlich ballaballa machen können.... Ich will aber trotzdem nicht darüber nachdenken worüber in "Palestina" gesungen wird. Oder in "Lies Lies Lies", den mit Abstand besten Song der Platte, der von der ähem 9/11-Lüge handelt. Mal gucken wie es weiter geht. Wir haben ja nicht mehr lange.
7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: LiesLiesLies, The Great Satan, Rio Grande Blood
Das hier ist die Ausgabe mit etwas mehr Text. Deswegen checken wir heute mal die Lyrics zu "The CIA ist still trying to kill me" von Non Phixion. Hierbei handelt es sich um die Rock-Version von "The CIA is trying to kill me". Und eigentlich behandeln wir nur den ersten Part von Ill Bill, weil er so voll ist mit Metal-Anspielungen bzw. Namedropping. Für die musikalische Untermalung sorgen Christian Olde Wolbers und Raymond Herrera von u.a. Fear Factory als auch Stephen Carpenter von Deftones.
Non Phixion's still the real hip hop, the CIA still wanna kill me
They want to drag me in a courtroom and find me guilty
The path I follow is like the dragon shadow, invisible to CIA camera angles
They got files on every rap group, they killed the last man who had proof
They after me for information that I have too
ОСТБЛОК.
Wie versprochen, eine neue Subrubrik. Wir fangen an, Bands und Künstler aus Osteuropa näher zu betrachten. Den Anfang machen Siekiera aus der Volksrepublik Polen.
Siekiera, das heißt auf Deutsch Axt. Sie waren eine der dreckigsten und gemeinsten Hardcore-Punk-Bands Polens. Sowas wie sie gab es zuvor in der dortigen Punkszene nicht. Sehr brutal, rotzig und dahingeschissen. Urpsprünglich hatten sie nur Discharge- und The-Exploited-Titel im Repertoir doch kurze Zeit später starteten sie durch und hatten einen Auftritt auf dem legendärgen polnischen Punk-Festival Jarocin. Dort kam es, wie so oft, regelmäßig zu Schlägereien zwischen Punx und Skins.
Hier mein Lieblingssong wo es um frivole Freizeit geht:
Nach dem Ausstieg der einen Hälfte der Band wurden Siekiera kurze Zeit später "neugegründet" und lieferten einen vollkommen neuen Sound, der im Rest von Europa und des Westens als "Cold Wave" bekannt sein dürfte. Diese Aktion führte zu Verratsvorwürfen aus der Szene. Ich hingegen feier es, dass "Nowa Aleksandria" sich anhört wie Killing Jokes "The Wait"... Wer da von wem abgekupfert hat, weiß man nicht so recht. Ähem. Jedenfalls ist ein ehemaliges Mitglied von Siekiera mittlerweile in der christlich angehauchten Metal-Band Armia beschäftigt.
Green Day Discography:"nimrod." (1997)
Okay, wir sind ungefähr bei der Hälfte angekommen. Was auch gar nicht mal schwer war. GD machen immer noch großartig mitreißende Musik.
"nimrod." unterscheidet zu seinen Vorgängern folgendermaßen: Es wurde aufgenommen, mit dem Ziel kein vollkommenes Album sondern eine Ansammlung an Songs zu machen. Man bietet hier sowohl typischen Green Day Sound, als auch einige Experimente. Surf, Ska und Folk ist zu hören. Außerdem ist hier "Good Riddance (Time Of Your Life)" drauf, welches wohl auf unzähligen
(Fernseh-)Beerdigungen und Hochzeiten gespielt wurde. Mein Favorit ist "King For A Day" was vom Transvestitentum handelt.
Insgesamt kann ich sagen: Ein sehr diverses und erwachsenes Werk. Keine Angst davor, neues auszuprobieren. Zudem freut mich die Anzahl an Songs einfach, und dass keiner davon wie ein Scheißfüller wirkt. Wirklich richtig gut.
8,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Hitchin' A Ride, King For A Day, Good Riddance, Last Ride In
KoRn Discography:"Life Is Peachy" (1996)
Okay, nachdem ich hier die Korn-Videography durchgekaut habe, wird es nun auch die Musik zu würdigen. Und zwar fangen wir an mit "Life Is Peachy", weil das erste Album schon mal dran war.
Das zweite Album von KoRn bietet uns schon auf dem Albumcover dieselbe gefährliche Stimmung wie das erste Album. Ein Kind was von etwas Bösen gefährdet wird. Inhaltlich geht es um sehr unterschiedliche Themen. Beispielsweise handelt "Mr. Rogers" von Fred Rogers, den mittlerweile verstorbenen Moderator der Kindersendung "Mister Rogers' Neighborhood". Sänger Jonathan Davis behauptete dass Rogers Anweisung an Kinder, zu allen höflich zu sein, führte dazu dass Davis ein leichtgläubiges Mobbingopfer wurde. "Chi" ist Deftones' Bassist Chi Cheng gewidmet. Apropos Deftones: "Wicked" ist ein Cover von Ice Cube - darin übernimmt Chino Moreno den Rappart
während Davis Don Jagwars Anteil übernimmt. "A.D.I.D.A.S."(All Day I Dream About Sex) wirkt richtig skurril...Am Skurrilsten ist aber der Anfang des Albums. In "Twist" ist Davis' Scat-Performance zu hören - d.h. keine Lyrics sondern etwas was Scatman John leider nicht konnte.
Meiner Meinung wirkt dieses Album wie eine (gute) Ansammlung von B-Seiten. Es ist ein sehr launisches, kaputtes, in sich weniger zusammenhängendes Album. Zumindest wirkt es auf mich so. Leider hats länger gebraucht bis es bei mir wirklich gewirkt hat, aber ich mags. Definitiv.
7,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Twist, No Place To Hide, Good God, A.D.I.D.A.S, Wicked
Ministry Discography:"Houses Of The Molé" (2004)
Ich muss zugeben, ich hatte Angst vor diesem Album.
Hier ist nämlich nichts mehr mit Paul Barker. Nichts mehr mit den guten alten Ministry. Außerdem weiß ich noch wie damals meine Lieblingszeitschrift VISIONS ordentlich über das Album hergezogen hat. Es gab 3/10 Punkten.
"Houses Of The Molé" ist zwar ein ordentlich beschissener Titel (angelehnt an Led Zeps "Houses Of The Holy"), jedoch kann das Album definitiv was. Es gibt natürlich Höhen und Tiefen, meiner Meinung nach viel zu viele Tiefen, aber ich kanns auf jeden Fall gut hören. Nur besteht hier ein enormer Unterschied zu den Vorgängern. Ich kann zwar Ministry immer noch grob in Richung "Industrial Metal" unterordnen. Jedoch diesmal eher in "Metal" als in "Industrial". Klar, hier gibts
ordentlich Samples und alles. Und auch der Baustellen-Sound wurde teilweise beibehalten. Was hier aber definitiv vorherrscht ist Thrash. Richtig stumpfer Thrash Metal. Oder zumindest so in die Richtung.
Das Album entstand in der Zeit des Irakkrieges und ist das erste der George-W.-Bush-Trilogie. Richtig gelesen, Ministry haben Dabbeljuh ganze drei Alben gewidmet. WTF. Folglich beginnt hier (fast) jedes Lied mit einem W. Waiting, Worm, Worthless, Warp City. Außer "No W" natürlich. Letzterer ist übrigens ein ziemlich guter Song, auch wenn er so stumpf Anti-Bush ist. Holy shit. Was ist hier passiert? Ich mein, es gibt hier wirklich einige Knaller, aber im großen und ganzen ist das hier ziemlich...zum wegschmeißen.
6,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Warp City, Psalm 23, Worthless, Waiting
Hallo und häßlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von "So isses, Musik!". Diese ist nun "voll" mit Videos, in der nächsten gibt es wahrscheinlich mehr Text. Da wird es auch eine weitere Sub-Rubrik geben.
Etzala reichs! Ich habe endlich mal eine klitzekleine schwarze Playlist auf Youtube gebaut:
Weiterhin fand ich diesen JACE-Typen irgendwie ziemlich nice:
Und dieses gute Stück von KIZ steckt mittlerweile wieder so fest drin, dass ich beinahe den ganzen Text kann:
Beastie Boys Discography:Hot Sauce Committee, Part Two (2011)
Kaum zu glauben, aber Wahr: Wir sind am Ende der Beastie-Boys-Disco angekommen. "Hot Sauce Comittee" ist nämlich das allerletzte Album, das noch vor MCAs Tod rauskam. Ursprünglich sollte es sogar zwei Alben mit dem Namen geben - allerdings wurden die Pläne schnell nach MCAs Krebsdiagnose verworfen.
Für mich ist das das definitive Abschiedsalbum. Es enthält nämlich alle Beastie-Boys-Elemente die sie so ausgezeichnet haben. Wahnsinnige Beats, Experimentierfreudigkeit, Funk, Hammer Features (Nas und Santigold) als auch der Bezug zu eigenen Wurzeln. Außerdem teilt man gut Schellen aus, spielt wieder selbst Instrumente ("Lee Majors Come Again") und badet so gut in Sinnlosigkeiten. Und bei diesen bin ich leider etwas gescheitert. Es gibt nämlich ein paar Stellen wie "Crazy Ass Shit" oder "Funky Donkey" die auf mich einfach völlig nutzlos wirken, als hätte man irgendwie versucht das Album zu füllen.
Trotzdessen ist das durchaus ein verdammt gutes BB-Album. Es fehlt an nichts. Nur die Tatsache, dass sie wohl keine mehr rausbringen werden macht mich richtig traurig.
8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Lee Majors Come Again, Make Some Noise, Don't Play No Game That I Can't Win (ft. Santigold), Too Many Rappers (ft. Nas), OK
Green Day Discography:Insomniac (1995)
Direkter Nachfolger zu "Dookie". Hat sich leider nicht so gut verkauft - zu Unrecht meiner Meinung nach. Ich finde, es ist die logische Fortführung vom Vorgänger. Auf mich wirkt es härter und persönlicher. Man merkt der Band an, dass sie langsam wächst. Anstelle von Songs die man eher ins Highschool-Zeitalter verdonnern könnte, geht es hier u.a. um Schlaflosigkeit und Panikattacken. Ich
weiß, dass viele der Meinung sind GD hätten sich gar nicht verändert oder nur geringfügig. Für mich klingt aber diese Geringfügigkeit schon nach Wandelfähigkeit. Es muss ja nicht jede Band Album für Album einen großen Sprung machen.
Auf mich wirkt es wie ein kleiner Spagat zwischen eher partymäßigen, typisch Green-Day-mäßigen Songs und ihren Humor aber auch einen etwas härten Sound und sehr ernster Angehensweise. "Dookie" ist ja schon mein Favorit, aber gerade wegen dieser "Unebenheiten" gefällt mir "Insomniac" fast schon besser.
Wow, wir sind schon so weit gekommen. The Ride Never Ends.
Achtes Album. Das letzte mit Langzeitmitglied Paul Barker der nach der dazugehörigen Tour die Band verlassen hat. Laut Al Jourgensen ist es sein am wenigsten gemochtes Werk, da es offensichtlich keinen Spaß gemacht hat, es zu kreieren. Kein Wunder, schließlich musste er sein
Heroinkonsum einschränken/aufgeben und verstand sich nicht mehr gut mit seinem Bandkollegen. Als Zuhörer kann ich folgendermaßen urteilen: Es schlägt meiner Meinung nach einen ähnlichen Weg ein wie "Dark Side of the Spoon". Im Kern noch definitiv Industrial Metal, der sich aber nach anderen Genres sehnt und gerne experimentiert. So hören wir bspw das Cover von Magazines "The Light Pours Out Of Me", welches im Vergleich zum Rest des Albums beinahe schon poppig erscheint. Außer diesem Song haben alle anderen übrigens einen Ein-Wort-Titel. "Animosity", "Shove" und "Lockbox" sind dabei meine Favoriten. Nichtsdestotrotz wirkt das Album ziemlich unfertig. Das Endstück "Leper" hat halt einfach gar keinen Text. Nicht weil es ein stilvolles Instrumental werden sollte sondern weil Jourgensen einfach früher aus dem Studio abgehauen ist weil er keinen Bock hatte dafür einen Songtext zu schreiben. Das nimmt langsam sehr merkwürdige Züge an.
7/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: "Animosity", "The Light Pours Out Of Me", "Shove", "Lockbox"