Mittwoch, 21. Januar 2026

Film der Woche#666: Begotten (1989)

Hallo und herzlich willkommen zum inzwischen 666sten "Film der Woche" auf diesem Blog. Ich habe von diesem Film schon vor über zehn Jahren gehört und habe mich anfangs tatsächlich beinahe geweigert, ihn zu sehen. In letzter Zeit, habe ich wiederum gelesen, dass einige Zuschauer ihn entweder nach zehn Minuten so fürchterlich fanden und nicht weiter angucken konnten oder nach zehn Minuten ihn fürchterlich langweilig fanden. Ich jedoch, war teils leicht verstört, teils aber seltsam beruhigt. Anyway, worum geht es?


Zu Beginn sehen wir einen in Roben gekleideten menschlich anmutenden Gott (Brian Salzberg), der sich in einer einsamen Hütte im Wald selbst ausweitet und am stirbt. Aus den Gedärmen, die zu Boden gefallen sind, erhebt sich eine erwachsene Frau (Mutter Erde, gespielt von Donna Dempsey) zu neuem Leben. Sie belebt ihn wieder und schwängert sich mithilfe seines Samens selbst. Im weiteren Verlauf des Films irrt sie schwanger durch die Welt, bis sie einem Kind das Leben schenkt. Es ist der "Son of Earth"/"Flesh on Bone" (Stephen Charles Barry), der so groß ist wie ein erwachsener Mann. In einer Wüste treffen sie auf ein maskiertes, in schwarze Klamotten gekleidetes Nomadenvolk. Nachdem sie zuerst einen weiteren Mann gefoltert und umgebracht haben, nehmen sie sich Mutter Erde und ihren Sohn vor. Der Film begleitet die beiden bei ihrer weiteren Reise, bis sie umgebracht werden und wieder auferstehen.

Es ist im Prinzip glasklar, worum es in diesem Film geht. Den Tod eines Gottes, der Mutter Erde auf die Welt bringt, die wiederum den ersten Menschen gebärt. Und das, was sie erleiden müssen. Es geht um Tod, das Leben was aus dem Tod hervorgebracht wird und den Tod, den das Leben verursacht und letztendlich wieder das Leben als Nachfolge des Todes. Kurz gesagt: Der stinknormale Kreislauf des Lebens, die Entstehung der Erde und des menschlichen Lebens - verknüpft mit drastischen Gewaltdarstellungen. "Begotten" kommt ohne jegliche Dialoge aus. Die einzige Musik, die etwas im Hintergrund zu hören ist, wurde von Evan Albam komponiert. Es handelt sich dabei um kaum wahrnehmbare Ambient-Stücke. Größtenteils hört man diese allerdings nicht - stattdessen hört man das Zirpen von Grillen, Singen von Vögeln und Röcheln des ersten Menschen. Die Bilder sind in grobkörnigen Schwarz/Weiß gehalten. Wortwörtlich Schwarz/Weiß, nicht grau in allen Abstufungen. Ein wirklich bemerkenswert verstörender und stellenweise tatsächlich beruhigender Film. Nicht wegen der Gewaltdarstellungen, sondern wegen der stoischen Ruhe die ausgestrahlt wird. "Begotten" ist widersprüchlich und nicht unbedingt logisch. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er unbedingt verstören sollte - sondern einfach darstellen. In anbetracht der Tatsache, dass die Geschichte des Menschen, wie man sie aus der Bibel kennt, nicht unbedingt die gewaltloseste ist, finde ich diese hier recht treffend dargestellt. So wie Eva aus Adams Rippe entstanden ist, finde ich es beinahe naheliegend dass Mutter Erde aus Gottes Eingeweiden entstanden ist. Jedenfalls: Verstörend, aber sehenswert. Für einige.

8/10 Pfandflaschen
Trailer: 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen