Montag, 12. Januar 2026

Album der Woche#667: Enslaved - Ruun (2006)

Hallo und herzlich willkommen zum zweiten "Album der Woche" im Rahmen des "Norwegischer Black Metal"-Monats. Das hier ist also das ADW#667, also der "Neighbor of the beast", wie es auf irgendwelchen 08/15-Patches stehen würde. Oder es wäre eine Katalognummer einer Vinyl-Veröffentlichung auf irgendeinem edgy Metal Label. Tatsächlich kann ich mich erinnern, vielleicht irre ich mich aber, bereits zum Veröffentlichungszeitpunkt etwas von diesem Album gehört zu haben. Und zwar auf der damals aktuellen "Fear Candy"-CD die als Beilage zur Ausgabe des Metal-Magazins "Terrorizer" dabei lag. Ich war mit meinen Eltern unterwegs Richtung Urlaub und irgendwo auf irgendeinem Flughafen, wahrscheinlich FFM, habe ich sie aufgegabelt. Ganz viel darüber gelesen, und zuhause dann endlich mal angehört. Wenn ich mich recht entsinne waren neben Enslaved auch noch Gorgoroth und Celtic Frost auf der CD zu hören. Vielleicht waren Enslaved aber auch gar nicht dabei und ich irre mich. Jedenfalls, gab es ein Review zu "Ruun". Ja, ich habe nachgeforscht und sie waren da nicht drauf. 

"Ruun" ist schon das neunte Album von Enslaved und definitiv eins, was mir mehr als zusagt. Ich muss sagen, dass ich progressive Musik zwar auch mag, ich aber grundsätzlich eher chaotischeren Sounds zugeneigt bin. Bei Enslaved gefällt mir tatsächlich ihre progressive Seite wesentlich mehr als die Black Metal Sounds zu Beginn ihrer Karriere. Ich mag auch das neuere Logo viel mehr als dieses, pardon grottenhässliche alte Logo mit dem Thorshammer. Enslaved schaffen es auf "Ruun" sowohl progressive als auch Black Metal Elemente gekonnt miteinander zu verbinden, ohne diese erzwungen klingen zu
lassen. So fusionieren sie typischen BM-Krächzgesang, der jedoch durchaus clean ist und man beinahe jedes Wort erkennen kann, mit sauber produzierten beinahe BM-Riffs und Schlagzeugspiel. Es klingt fast so, als hätte eine Metal-Band sich gedacht "Hey, lass mal eine kleine Stufe runterfahren und alles sauberer einspielen. Oh und diese oder jene Elemente wesentlich epischer in die Länge ziehen ohne alles wie auf einer Fisher Price Telefonanlage für Kinder klingen zu lassen". Dazu kommt noch wunderschöner, melodischer Cleaner Gesang als auch guttural Laute. Thematisch geht es, zum Beispiel im Titeltrack, um eine seelische Freiheit beziehungsweise das Streben nach dieser oder aber das Hineingehen in eine andere Welt nach dem Tode (?). Die Lyrics sind zweifelsohne durchaus kryptisch. Meiner Meinung nach eine wirklich großartige Mischung aus progressiven (sauber produzierte, langsame Riffs, melodischer Gesang) und aggressiven (Krächzgesang, gutturaler Gesang, Blastbeats) Elementen. Fantastisch.

Anspieltipps: Path to Vanir, RUUN, Tides of Chaos, Heir To The Cosmic Seed
9/10 Pfandflaschen


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