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Mittwoch, 24. Mai 2023

Film der Woche#580: Crimes of the Future (2022)

Ursprünglich war es geplant, mal wieder, ein kleines Podcast-Special rauszubringen. Thema ist diesen Monat "Body Horror", weil ich letztens "Altered States" gesehen habe, sodass Pinky und ich später uns darauf geeinigt haben dass es ein gutes Thema wäre. Nun erscheint das Review zu "Altered States" aber erst im Juni und der zweite Film, ja, der kommt jetzt.

"Crimes of the Future" ist schon der zweite Film von David Cronenberg mit solch einem Titel. Der erste war eines seiner ersten Werke, hat aber mit diesem hier nichts zu tun. Das hier ist kein Remake oder so. Aber es ist derselbe Titel. Jedenfalls habe ich gedacht, dass es sowas wie "Minority Report" ist, aber ich lag falsch.

Wir befinden uns in einer irgendwie nicht zu weit entfernten Zukunft. Die (Bio-)Technologie ist soweit entwickelt, dass Menschen nun dank modernster Maschinen ihren Alltag schmerzfrei genießen können. Es gibt biomechanische Betten, die sich nachts auf jeden Schmerzpunkt des Körpers abstimmen. Sogenannte "Breakfaster", die jedes Kauen, Schlucken und Verdauen erleichtern. Hinzu kommt, dass die Menschen nun gar keine physischen Schmerzen mehr empfinden und infektiöse Krankheiten nun auch nicht mehr existieren. So kann nun jeder in aller Öffentlichkeit bei vollem Bewusstsein operiert werden. Saul Tenser (Nicht Woody Harrelson sondern Viggo Mortensen) und Caprice (Léa Seydoux) sind ein Künstlerteam, dass sich damit spezialisiert hat Operationen in aller Öffentlichkeit als Kunstperformance aufzuführen. Sie haben auch immer wieder einen Grund dazu. Sauls Körper produziert immer wieder neue Organe, dessen Funktion unbekannt ist. Caprice tätoowiert sie in ihm drin und schneidet sie dann bei einer Performance heraus. Zu Beginn des Filmes melden sie sich bei einer neuen Behörde namens "National Organ Registry" und können die beiden Funktionäre Wippet (Don McKellar) und Timlin (Kristen Stewart) für ihre Kunst begeistern. Im weiteren Verlauf des Films lernen wir Lang Dotrice (Scott Speedman) kennen, der kürzlich seinen jungen Sohn verloren hat. Seine
Frau Djuna (Lihi Kornowski) hat ihn umgebracht, weil sie von der Tatsache angewidert war, dass das Kind aufgrund einer Modifikation in der Lage ist, Plastik zu essen und zu verdauen. Nun möchte Dotrice Saul und Caprice dazu mobilisieren in einer Performance eine Autopsie des Jungen durchzuführen um ein Zeichen zu setzen für die weiterführende Evolution des Menschen.

Ein faszinierender, jedoch äußerst verstörender und verwirrender Film. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er bei einem gewissen Teil der Horror-Enthusiasten nicht angekommen ist, weil er zu steril ist und zu wenig Body Horror ist. Tatsächlich sind die Verletzungen definitiv von CGI'scher Natur, allerdings wirken meiner Meinung nach die ganzen technischen Geräte durchaus biologisch und somit sehr verstörend. Ich finde, dass der Film den Mangel an Serotonin in menschlichen Körpern thematisiert und somit auch den Drang des Menschen sowas wie Freude oder Lust zu verspüren, sei es durch Adrenalinzufluss oder Schmerz. Da die Menschen der Zukunft wohl keinen Schmerz mehr verspüren und Sex wohl nicht mehr in ist, sind Operationen das neue Sex. Es erscheint mir so, als ob der Drang nach der Lust, nach Adrenalinkick hier thematisiert wird - und selbstverständlich auch der Horror des menschlichen Körpers. Ich fands faszinierend, verstörend und gleichzeitig, natürlich, unfassbar merkwürdig.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


Samstag, 31. August 2019

Film der Woche#405: Rabid (1977)

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Film der Woche. Es ist tatsächlich schon der sechste Cronenberg-Film den ich hier reviewe. Wer weiß, vielleicht mache ich iiiirgendwann mal ein Cronenberg-Special, das steht noch in den Sternen.

Rabid, auch bekannt als "Rabid - Der brüllende Tod" oder auch "Rabid - bete, dass dir das nicht passiert" oder auch "Überfall der teuflischen Bestien" ist der fünfte Film von David Cronenberg insgesamt und einer der drei die zum Subgenre des Venereal Horror ("geschlechtlicher Horror") gehören. Die anderen beiden wären "The Brood" und "Shivers".

Rose (Marilyn Chambers) und Hart (Frank Moore) haben einen schwerwiegenden Motorradunfall bei welchem das Gefähr auch explodiert. Roses Verbrennungen sind sehr schwer und sie muss unbedingt schnell behandelt werden. Zum Glück wurde das Ganze von Patienten einer Schönheitsklinik beobachtet. Diese befindet sich ganz in der Nähe. Der Chefarzt beschließt mit einem Krankenwagen zum Unfallort zu fahren und dem Paar zu helfen. Als er Roses Verbrennungen sieht, merkt er schnell, dass diese lebensgefährlich sind und schnell gehandelt werden muss. Also entscheidet er sich für ein Experiment, dass er schon längst durchgeführt haben wollte. Rose wird gesundes Gewebe entnommen, welches anschließend "genetisch neu programmiert" um sich so besser in zerstörtes Gewebe zu integrieren und dieses zu "reparieren". Es besteht dabei Krebsgefahr, aber was solls. Jedenfalls erwacht Rose nach einem Monat oder so aus dem Koma und es geht ihr scheinbar wieder gut. Bis sich ein Mann ihr nähert und sie Lust empfindet. Aus ihrer Achsel fährt ein penisähnlicher Stachel aus der den Kerl sticht und ihm Blut absaugt. Schon bald bricht eine Art Tollwutseuche in der Umgebung aus. Menschen werden zu nach Blut lechzenden Bestien mit Schaum vorm Mund.

Es ist ein teils unfreiwillig lustiger Film. Alleine schon, dass dieser "Stachel" aus der Achsel ausfahren muss... Wobei irgendwo macht das Sinn, so kann man eine Umarmung vortäuschen und das Opfer schnell stechen. Rose macht den Eindruck, als ob sie nicht weiß was sie macht beziehungsweise es genießt. Sie versteht erst später, dass sie diejenige ist, die das ganze Chaos verursacht. Ich dachte eigentlich, das würde hier ähnlich ablaufen wie in "The Brood" in welchem das erste Opfer von Genetik gleichzeitig die erste Täterin ist. Ups, hab ich gespoilert? Egal. So wie hier quasi auch. Allerdings endet der Film nicht so wie erwartet und das ist schon mal sehr gut und abwechslungsreich. Meiner Meinung nach noch nicht ganz typisch Cronenberg. Seine Hochzeit hatte der junge Mann erst später. Nichtsdestotrotz: angucken lohnt.

8/10 Pfandflaschen
Trailer: