Samstag, 30. September 2017

Album der Woche#312: Kreator - Gods Of Violence (2017)

Allrighty then. Das ist das letzte Album des Monats September, welcher nach dem Motto "Es gibt kein Motto, ich höre das worauf ich Bock hab" gealaufen ist.

"Gods Of Violence" ist Kreators 14. Album und damit ihr erster Auftritt hier auf diesem Blog. Hiermit gebe ich zu, dass ich kaum Ahnung vom teutonischen Thrash-Metal habe. Habe zwar früher auch regelmäßig Sodom gehör, Destruction waren mir unsympathisch, Kreator allerdings das Gegenteil davon. Deshalb kommt jetzt Kreator.

Ich kenne Thrash Metal als ein durchaus negatives Genre, zwar nicht so negativ wie andere Arten des Metal aber doch irgendwie schon. Jedenfalls war ich ziemlich überrascht als ich merkte wie positiv das Album ist. Es ist eine Kampfansage gegen Ungerechtigkeiten auf dieser Welt. Beispielsweise besingt man den viel zu hohen Stellenwert von Religion in "Satan Is Real". In "Side By Side" geht es um Homophobie als auch den Umgang mit Flüchtlingen. "Totalitarian Terror" rechnet mit Regierungen ab die nach dem "Teile und Herrsche"-Prinzip funktionieren. "Fallen Brother" ist ein Trauersong; im Video dazu wurde mehreren verstorbenen Rock-Legenden gedacht. Als Gast fungiert hierbei der schweizerische Schlager-Sänger Dagobert.

Ich finds großartig wie mans schafft ein sowohl so direktes, hartes als auch melodiöses Album zu machen. "Gods of Violence" ist halt gleichzeitig Thrash und so melodisch wie Power Metal. Da erscheint mir beinahe Mille Petrozza auf einem weißen Pferd vorm geistigen Auge. Es ist ein wahrlich verdammt gutes Album. Definitiv ziemlich premium. Richtig richtig richtig fett.

9/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: World War Now, Totalitarian Terror, Side By Side, Satan Is Real

Happenings des Monats: September'17

Stricher guckt sich "Killers Bodyguard" an am 16.9.2017(?) im Bochumer Union Kino

Hey, das war nicht mal wirklich Gruppenzwang.

"Killers Bodyguard" oder auch "Hitman's Bodyguard" (OT) ist eine Buddycop-Komödie mit viel viel vieeeel Blut die vor kurzem erst ins Kino kam. Ein Buddycop-Film der kein Buddycop-Film ist. Weil er sich nicht um Cops handelt. Und auch nicht wirklich um Buddys aber sei's drum.

Michael Bryce (Ryan Reynolds) ist seiner Bezeichnung zufolge ein "Bodyguard Klasse 1A", der beste überhaupt. Bis eines Tages ein von ihm bewachter hochrangiger japanischer Waffenhändler erschossen wird und er sein Ansehen verliert. Seitdem verdient er sein Geld mit eher merkwürdigen
Jobs, wobei Autos in die Luft fliegen. Oh und er pinkelt in eine Flasche, schläft aber zum Glück nicht in seinem Auto. Da kommt es gut gelegen, dass seine Ex-Freundin Amelia Ryder (Elodie Yung), die für das Interpol arbeitet und die laut Michael für seinen Karriereschwund verantwortlich zeichnet, ihn kontaktiert: Ein Auftragskiller namens Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) besitzt wichtige Informationen über den diktatorischen Präsidenten von Weißrussland, Vladislav Dukhovich (Gary Oldman). Der Gefangenentransport von Coventry nach Amsterdam wird allerdings angegriffen und Kincaid ist ab dem Zeitpunkt nicht mehr sicher. Daher muss Michael für den sicheren Ablauf sorgen. Das Ding ist: Kincaid ist n gerissener Typ der gerne rumballert und dabei ständig "motherfucker" gesagt. Das kann eigentlich nur schiefgehen.

Man kann hier eigentlich weder was besonders gut noch schlecht machen. Eine alte Rezeptur die nur geringfügig an die Neuzeit angepasst wurde. Anstelle von zwei ungleichen Bullen die gemeinsam einen Verbrecher jagen sind es nun ein Bodyguard und ein Auftragskiller die ungleicher nicht sein können....und sich gegenseitig auf den Sack gehen. Und jaaaaa es sind diese Unterschiede die sie so besonders machen und dies das jenes. Es ist sehr spaßig, allerdings ziemlich kurzweilig. Ich glaube nicht, dass ich meinen erfundenen Enkelkindern davon erzählen werde. Hat zwar was von den Kampf zwischen Peter Griffin und diesem riesigen Huhn. Aber mehr ist das auch nicht. Aber wozu auch? Reicht doch.

6,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


1919 + THE KADEADKAS + TOTENWALD am 29.09.2017 im AZ Mülheim

Ich glaube, ich habe tatsächlich etwas für mich (wieder)entdeckt worin ich mich wirklich wohl fühle und was mir momentan mehr gibt als Punk/Hardcore und der ganze andere Mist.

Erneut ein Konzert aus der Fiend Transmitter Reihe. Erneut bin ich viel zu spät los, weil ich dachte es würde alles viel zu spät anfangen.... Fast. Bin tatsächlich relativ pünktlich zu Beginn gekommen. Den Anfang machten Totenwald mit einer Mischung aus 80ies GBH-Frisuren und ziemlich rotzigen
Gothpunk. Dachte mir: Stabile Aufstellung. Zwei Mann an Gitarre und Bass, zwei Frauen am Gesang und Saxophon und irgendwo weiter hinten ein Drummer. Aber scheinbar war da gar kein Drummer. Scheinbar ist es ziemlich schwierig heutzutage einen zu finden, sodass es zu diesem hochgelobten Bandinzest kommt und ein Typ/Typette in zig tausend Bands trommelt. Hier aber nicht so: Drummachine olé! Kann mich aber nicht beschweren, ebenso wenig wie das Indeneigenenschrittgreifen der Sängerin, die Ansage "man solle mit seinem Körper machen was man will und das geht nur einen selbst was an" als auch, dass sie plötzlich vor der Bühne stand und gepogt hat. Die Kadeadkas (HA! Jetzt versteh ich den Witz erst.) klangen für mich (rein gesangstechnisch) nicht viel anders, erinnerten mich aber tatsächlich an das "post" in "Post-Punk". Wie der US-Präsident sagen würde: "Good energy!"(oder war das der Regisseur von "Troll 2"?) und verdammt gutes X Mal Deutschland Cover. 1919 klangen wieder 'ne Ecke anders. Kein Wunder, schließlich gibts die schon ne ganze Weile, also klangen sie in meinen Ohren auch wesentlich profimäßiger. Aber das ist nur meine Meinung. Ich hoffe einfach mal dass das Pogostickmäßige Hüpfen nicht von irgendwelchen Substanzen kommt. Kann aber definitiv nicht meckern da sehr lebendig (obwohl untot).

Auf dem Weg zum Bahnhof wurde ich dann ganz charmant gecatcalled ("Eyyy du bist heiß, buttons, nieten und so und septum, voll heiiiß!") nur um am Ende ein "JA SO GEHT ES FRAUEN IMMER!" zu hören. Ich habe mir ehrlich gesagt nicht viel gedacht außer "Ihr habt jetzt damit den Zwangsprostituierten aus Osteuropa, den Frauen in Saudi-Arabien als auch sowieso jedem Vergewaltigungsopfer einen Gefallen getan. Nicht." Herrlich.

Freitag, 29. September 2017

Film der Woche#308: 101 Horrorfilme, die Sie sehen sollten bevor das Leben vorbei ist, Teil 20

Okay, diesmal gibt's nicht drei oder vier Filme, sondern ganze sechs. Als ob. Natürlich nicht.


81. The Vanishing (1988)

"The Vanishing" oder auch "Spurlos verschwunden" oder auch "Spoorloos" ist eine niederländisch-französische Koproduktion. Es gab aber so weit ich mich richtig entsinne zwei US-Verfilmungen des Buches von Tim Krabbé.

Die Hauptpersonen sind das Paar Rex Hofman (Gene Bervoets) und Saskia Wagter (Johanna ter Steege). Sie befinden sich momentan per Auto und Fahrrad in Frankreich. Es ist ihr erster gemeinsamer Urlaub. Nach einem kurzen Streit halten sie an einer Tankstelle an. Rex tankt das Auto auf, während Saskia Getränke holt. Nach seiner Rückkehr ist sie allerdings verschwunden und taucht auch nicht mehr auf. Der Rest des Filmes spielt sich drei Jahre später ab. Diesmal wird alles aus zwei weiteren Perspektiven gezeigt. Der des mittlerweile von der Suche nach Saskia besessenen Rex der eine riesige Kampagne (u.a. auch im Fernsehen) gestartet hat. Aber auch die von ihrem Entführer. Wir kriegen riesige Einblicke in das Gefühlsleben der beiden Männer.

Es ist eine andere Art von Horrorfilm. Der Streifen funktioniert ohne einen Meer an Spezial- und Bluteffekten. Es gibt auch keine unterbewussten Botschaften oder so. Stattdessen schockiert uns was anderes. Dieser Typ der aus soziopat ischen Motiven jemanden entführt. Die hinterlistige Methode die er anwendet. Wie seelenruhig er dabei ist. Das ist schon Horror genug. Zuerst mal war ich mir nicht sicher warum dieser Film hier überhaupt auf der Liste ist, wie so oft. Jedenfalls ist "Spurlos" ein gutes Bildnis der menschlichen Psyche und an für sich ein ungewohnter aber verdammt guter Horrorfilm.

8/10 Pfandflaschen
Film (holländisch/französisch mit englischen Untertiteln)
Trailer:


82. Jacob's Ladder (1990)

Das hier ist übrigens der erste Film der "Body Horror"-Effekte verwendet hat und somit ein Pionier auf dieser Ebene. Und ja, es ist tatsächlich Tim Robbins auch wenn ich es erst nicht glauben wollte.

Jacob Singer (Tim Robbins) ist Vietnam-Veteran, Ex-Student und Postbote in New York. Von seiner Ehefrau mittlerweile getrennt und Vater von drei Jungs wovon Gabe (Macauley Culkin) leider schon auf tragische Art verstorben ist. Seine Beziehung mit Jezebel (Elizabeth Pena) leidet momentan darunter, dass er viel zu sehr in der Vergangenheit weilt. Er fühlt, dass irgendwas komisches in der Umgebung passiert. Merkwürdige Leute begegnen ihm in den Straßen. Plötzlich scheint er sich
wieder bei seiner Frau und den Kindern zu befinden als wäre die Scheidung und der Tod Gabes nicht passiert. Er weiß gar nicht wonach ihm ist und fühlt sich verfolgt. Als er dann rausfindet dass sein Chiropraktiker bei einem Autounfall gestorben ist und ein anderer befreundeter Vietnam-Veteran auch wird die Situation immer abstruser.

Es wäre töricht diesen Film zu spoilern, schließlich stößt das Ende einen ziemlich vorm Kopf. Ihr müsst es selber rausfinden. Oder aber ihr findet raus was eine Jakobsleiter ist. Jedenfalls: Verdammt gut inszeniert. Sehr gute Kombination aus mysteriös und zeitweise richtig widerwärtig und nervenaufreibend. Großartiger Film.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:


83. Das Schweigen der Lämmer (1991)

Als ob ich den Film zwei mal reviewen würde....

84. Mann beißt Hund (1992)

Ebenfalls....

85. Candyman (1992)

Ernsthaft jetzt?


86. Bram Stoker's Dracula (1992)

Okay, das hier ist schon die dritte...nein vierte...nein FÜNFTE Verfilmung des Romans von Bram Stoker. Wir erinnern uns an "Nosferatu" mit Max Schreck, "Dracula" mit Bela Lugosi, "Horror of Dracula" mit Christopher Lee und "Nosferatu" mit Klaus Kinski.

Es ist derselbe Stoff im alten schwarz/weiß-Film mit Lugosi. Zuerst aber kriegen wir die Hintergrundstory des Grafen zu sehen. Wie und warum er sich von Gott abgewandt hat. Das alles. Erst danach springt der Film ins 19. Jahrhundert. Allerdings ist die Handlung des Buches leicht verändert worden, sodass sich der Film auf den Graf als tragische Figur konzentriert. Es ist dieselbe
Story wie immer. Der Anwalt Jonathan Harker (Keanu Reeves) wird beauftragt nach Transylvanien zu reisen um den exzentrischen Graf Dracula (Gary Oldman) zu besuchen. Es handelt sich um einen massiven Hauskauf - der Graf will zehn Häuser in London kaufen - und die Verhandlungen müssen abgeschlossen werden. Harker ist aber nicht der erste der dahin durfte. Sein Vorgänger R.M. Renfield (Tom Waits) ist mittlerweile vollkommen verrückt geworden, sitzt in einer psychiatrischen Anstalt, isst Fliegen und verehrt einen mysteriösen Meister. Es dauert nicht lange bis das offensichtliche eintritt: Dracula entdeckt ein Foto von Harkers Verlobten Mina Murray (Winona Ryder) und erkennt in ihr seine verstorbene Frau Elisabeta. Er muss unbedingt nach London.

Nicht ganz genau das was ich erwartet habe, aber okaaaay. Ich kriege eine Hintergrundstory von welcher zuvor (auch nicht im Buch) die Rede war. Diverse Fähigkeiten des Grafen die ich so auch nicht im Blick hatte (er verwandelt sich unter anderem in einen Wolf). Jedenfalls verstehe ich irgendwo den Punkt der Kritiker, dass dieser Film nur bedingt was mit der Vorlage zu tun hat. Vielleicht hätte man das "Bram Stoker's" aus dem Titel streichen können. Aber wie auch immer: Sowohl Story- als auch effektentechnisch großartig. Besser hätte es nicht werden können.

8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:

Dienstag, 26. September 2017

Comic Book Review#310: Gangland#3 (1998)

Im dritten Teil der limitierten Serie von Vertigo erwarten uns ganze vier Stories rund ums Gangleben. Verantwortlich dafür sind Darko Macan, Kilian Plunket, Tayyar Ozkan, Ed Brubaker, Eric Shanower, Scott Cunningham und Danijel Zezelj.

In "Gang Buff" geht es um einen Zahnarzt, der von einen verblutenden Kumpel besucht wird bzw. erstmal von ihm mit der Knarre bedroht wird. Harvey freut sich seinen Kindheitsfreund Mickey Dolan zu sehen, der jetzt ein Gangster ist. Wir werden Zeug wie Harv nach und nach in die Verbrecherwelt einsteigt und "erstmal" nur ärztliche Tätigkeiten erledigt. In "Original Gangster" machen wir einen Ausflug in die prähistorische Zeit als man sich noch, ganz Oldschool, Gang vs. Gang mit Steinen und Stöcken geprügelt hat. In "Small Time" gehts um die Karriere eines Kleinverbrechers der von seiner Kindheit auf von seinem Bruder beeinflusst wurde. "Worldwide Gangster Robots" zeigt uns was passiert wenn Roboter das Gesetz brechen.

Ich mag so Anthologie-Comics die allerlei verschiedenes enthalten. Eindrucksvoll geschrieben. Wirklich. Unterschiedlich, nicht langweilig und richtig eklig. Wir sehen uns eine Welt voller Widersprüche, Gewalt und den Reiz des Verbotenen. Dazu alles noch schön in wenig bunten, meistens grauen, schwarzen und braunen Tönen gehalten. Schönes Oldschool-Teil aus den goldenen Zeiten von Vertigo.

8/10 Pfandflaschen