Ihr wisst noch wie es war, als ich Vertigo-Sachen reviewt hab, oder? Richtig, ich konnte mich meistens drauf verlassen dass der Comic mir gefallen würde und dass ich nicht schreiend davon renne. So wars auch diesmal.
"Trigger" spielt sich ab in einer dystopischen Zukunft. Wobei je nachdem wie mans betrachtet und wer man ist, ist es auch eine Utopie. Hier sind alle staatlichen Institutionen, oder beinahe alle, zu einem einzigen Verband verschmolzen: Ethicorp. Diese Organisation ist für den Wohl aller Bürger verantwortlich. Sie garantiert dem Durchschnittsbürger seine Sicherheit und ist dafür zuständig das "Schlechte aus dem Guten zu entfernen". Sprich Verhinderung von Straftaten, "clean sex", Zensur von
Pornographie und Verabreichung von Feelgood-Drogen um die Mehrheit still zu halten.
Außerdem verfügen sie über eine geheime Gruppe von Söldnern namens "Trigger" die es als Aufgabe haben die Welt von all den unschönen Dingen zu befreien. So geistern sie nachts durch die Stadt und erledigen (wortwörtlich) verschiedene Subjekte die nicht ins Gesamtbild passen. Unter anderem einen Pädophilen der eine minderjährige Sexsklavin im Schrank hält. Die gesamte Tat wird aber geheim gehalten und in den Zeitung als Selbstmord dargestellt. Ein Journalist namens Carter Lennox, der unter merkwürdigen scheinbar prophetischen Träumen leidet, ist jedoch selbst direkter Zeuge der Tat gewesen. Oder nicht? Er selbst weiß nicht so recht was wirklich geschehen ist. Alles deutet daraufhin hin, dass er bald sich selbst dem Fall annehmen wird.
Eine Orwell'sche Zukunft? Elemente vom futuristischen Design vermischt mit "normalen" Dingen wie schlicht aussehenden Klamotten und Schreimaschinen. Diese Zukunft soll quasi nicht weit entfernt wirken und das tut sie auch. Funktion erfüllt. Ein guter Start für eine dystopische Sci-Fi-Krimiserie. Klingt auf dem ersten Blick komplizierter als sie ist, aber ich bin mir sicher das wird noch deutlich lockerer. Erschaffen von Jason Hall und John Watkiss.
Wednesday13 ist ein Name den ich mit meiner HorrorPunkJugend in Verbindung bringe. Der mittlerweile (über) 40jährige Künstler ist sowas wie der Dave Grohl der Gruselmusik. Er ein Tausendsassa der schon hier und da gespielt und gesungen hat. Wobei natürlich nicht bei tausend Bands. Die erste Band von ihm von welcher ich auch physisch Musik besitze waren die Murderdolls. Bei dem Projekt waren neben ihm u.a. auch Trip Rex Eisen (Ex-Static X) und Joey Jordison (damaliger Drummer von Slipknot) beteiligt. Mal nebenbei: Ich kann auch das erste Album von Wednesdays gleichnamigen Soloprojekt empfehlen; außerdem leg ich euch nahe die Namen Gunfire76(Glam Rock) und Bourbon Crow (Outlaw Country) zu suchen und auch da mal reinzuhören. Anyways, als ich jünger war ballerte ich mir öfter eine Portion des Murderdolls-Album "Beyond The Valley Of The Murderdolls" rein. Ich wusste damals aber nicht, dass es sich zu 99% um FDQ-Coversongs handelt.
Vor Murderdolls war W13 nämlich an einer HorrorPunk-Band namens "Frankenstein Drag Queens From Planet 13" beteiligt, die insgesamt vier Alben rausgebracht hat. Er war dabei das einzige konstante Mitglied. Viele der damaligen FDQ-Songs sind mir zu dillettantisch und zu primitiv. Auch wenn sie zweifelsohne sehr lustg sind. Außerdem war Wednesdays Stimme noch nicht so weit sondern klang eher ungeschliffen/punkig/heiser. Deswegen freue ich mich, dass er das alte FDQ-Material 2004 neu aufgenommen und als Best-Of "6 Years, 6 Feet Under The Influence" rausgebracht hat.
Hierbei hat er alle Instrumente selbst aufgenommen. Im Vergleich bspw. zum Album "The Late, Late, Late Show" klingt es meiner Meinung nach einer immensen Steigerung. Kein Wunder, liegen ja auch knapp 10 Jahre dazwischen.
Worum gehts denn eigentlich? Ich habe das Album ausgewählt, weil es super zum Halloween-Monat Oktober passt. Songtexte über Tod, Gewalt, Werwölfe, den Teufel, RAMBO, Planet der Affen. Ein leicht konsumierbarer, völlig verrückter Nerd-Spaß. Den nur drei Typen in Frauenklamotten hätten erfinden können. Wobei, ein Typ. Der leider keine Frauenklamotten mehr trägt. Diese ganzen Sci-Fi/Horrorfilm-Zitaten. Was für ein großartiger Unsinn. Und dieses Klavier bei "Your Mother Sucks Cocks In Hell". Köstlich.
Ich war und bin immer noch der Meinung dass GL ungerechterweise viel zu wenig in den Medien vertreten ist. Es steckt soviel Potential dahinter und jedoch schaffte es die Grüne Leuchte insgesamt auf fünf Fernsehauftritte, wenn ich richtig mitgezählt hab. Und zwar meistens als Supportcharakter (man erinnere sich an die Kurzepisoden bei "The Superman/Aquaman Hour of Adventure" oder "Justice League"). Wenn ihr euch über GL im Fernsehen informieren wollt, dann guckt euch meinen Eintrag dazu an - und zwar hier. Auch filmtechnisch hat es leider meistens auch nicht zu mehr als einen Supportcharakter gereicht (man erinnere sich an all die Justice League Filme die in den letzten fünf Jahren rauskamen). Hier präsentiere ich euch ganze drei Ausnahmen.
1. Green Lantern: First Flight (2009)
Bei "First Flight" handelt es sich um einen Zeichentrickfilm der 2009 direkt auf DVD rauskam. Wie schon der Titel vermuten lässt, handelt es sich um den "ersten Flug" einer Green Lantern. In diesem Falle ist es Hal Jordan, Testpilot von der Erde. Seine standard-origin-story könnt ihr in dem oben verlinkten Eintrag nachlesen. Jedenfalls wird die diese am Anfang des Filmes erzählt; Hal tritt dem sogenannten Green Lantern Corps bei und trifft dort auf Sinestro. Dieser ist eine Green Lantern die etwas andere Wertvorstellungen hat. Er ist sozusagen der "Bad Cop" unter "Good Cops", der nach mehr Macht strebt und Verbrecher nicht bloß verhaften sondern ein für alle mal auslöschen möchte. Seine Methoden sind schlicht grenzwertig. Er geht sogar soweit und hintergeht Hal, damit dieser vom
Corps ausgeschlossen wird. Was hat Sinestro wirklich vor? Was hat es mit der gelben Energie auf sich?
Meiner Meinung nach ein gelungener "erster" Eindruck. Die Originstory ist wie immer gut und anschaulich erklärt, das Corps wird auf eine anschauliche Art und Weise vorgestellt (mit all seinen Alien-Arten), auch Sinestro wird als weltklasse "mißverstandener Bösewicht" dargestellt. In erster Linie gehts aber um Hal Jordan und auch sein Charakter des gutmütigen jedoch sturköpfigen Draufgängers wird dem Comic-Vorbild gerecht. Ich habe nichts zu meckern.
8/10 Pfandflaschen
Trailer:
2. Green Lantern: Emerald Knights (2011)
Dieser Film kam 10 Tage vor dem eigentlichen "Highlight" (dem nächsten Film hier im Eintrag) raus. Ähm und wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht ob er.... Nein, lasst mich das anders formulieren: Ich glaube nicht dass er im Zusammenhang mit "First Flight" steht, weil u.a. Sinestro immer noch als Teil des Corps agiert und ach ich will nicht spoilern. Der Film hat nichts mit dem ersten Film zu tun, auch wenn der Zeichnungsstil ähnlich ist. Es handelt sich um einen Episoden-Machwerk, der Geschichten von verschiedenen GLs beleuchtet.
In der Rahmenhandlung geht es um Krona, einen bösartigen Alien-Tyrannen der aus Antimaterie besteht und alles Leben konsumieren will. Um diesen zu bekämpfen müssen sich alle möglichen
Green Lanterns zusammenrotten und ihre Power Rings aufladen. Während der Prozess abläuft hat die neueste Green Lantern von der Erde, Arisia Rrab Selbstzweifel und ist sich unsicher warum sie überhaupt da ist. Also erzählt Hal Jordan ihr Hintergrundstories von mehreren Green Lanterns um sie zu ermutigen.
Was ich großartig finde, ist dass der Fokus diesmal nicht bloß auf den irdischen Lanterns liegt sondern auf den "Aliens", die viel viel länger in diesem Corps mitmachen. Außerdem mag ich Episodenfilme, die eine Rahmenhandlung haben. Mal wieder nichts zu meckern.
8/10 Pfandflaschen
Trailer:
3. Green Lantern (2011)
Endlich! Der allererste Full-Length-Feature-Film über Green Lantern. Denkste.
siehe "bitte kein animierten, grünen superheldenkostüm-witz in "Deadpool"
Da haben wirs wieder. Dieselbe Originstory: Der Testpilot Hal Jordan (Ryan Reynolds), der als Kind den Tod seines Vaters (ebenfalls Pilot) miterleben musste erbt den Power Ring des verstorbenen Abin Sur und wird zur Green Lantern. Die Leiche des lilafarbenen Aliens (ja, Abin Sur war lila) wird von einer geheimen Regierungsorganisation abtransportiert und ein Wissenschaftler namens Hector Hammond (Peter Sarsgaard; Hal Jordans Kindheitsfreund) obduziert sie - und wird dabei von einem
weiteren Alien-Wesen welches sich in Abin Surs Inneren befindet infiziert. Es ist Parallax, welches über die gelbe Essenz der Furcht (die im Kontrast zu GLs grüner Essenz des Willens steht) verfügt und ein uraltes, bösartiges Wesen ist dass nichts gutes im Sinne hat.
Ich bin etwas zwiegespalten. Der Film schafft es die wesentlichen Aspekte gut rüberzubringen: Das Green Lantern Corps dass das Universum beschützt und den Neuling Hal Jordan aufnimmt, Kilowog der auf dem ersten Blick sehr hart erscheint, der zwielichtige Sinestro...Hal Jordan hat dieses Draufgänger-Ding drauf. Insgesamt ist das alles aber ziemlich pathos- und effektegeladen. Es ist viel CGI zu sehn und Hal Jordans Maske sieht einfach zum Kotzen aus. Ne ehrlich, das Kostüm ist völlig OK, die Maske geht aber gar nicht. Viel Lärm um nichts - kein Jahrtausendhit, kein miesbeschissener Film. Aber ehrlich gesagt nach 5 Minuten sowas von vergessbar.
Yay, wir sind mit "The Venture Bros.", d.h. diese großartige Serie findet endlich auch mal hier Erwähnung. Aber zuerst spulen wir ein Bisschen in der Zeit zurück.
Als ich klein war, war ich ein mehr oder weniger großer "Johnny Quest"-Fan. In der 60er/70er Zeichentrickserie gings um den jungen Abenteurer Johnny Quest, der zusammen mit seinem Vater dem Wissenschaftler Benton C. Quest, dem Familienbodyguard Race Bannon, seinem Bruder Hadji und dem Hund Bandit verschiedene Abenteuer erlebt hat. "The Venture Bros." ist sowas wie der auf Crack hängengebliebene Tribut dafür.
Dr. Thaddeus "Rusty" Venture war in seiner Kindheit ein eben solches Kind dass mit seinem Vater Dr. Jonas Venture und einen Haufen von Helden (die eine Parodie an u.a. Marvels "Avengers" darstellen) zahlreiche (teilweise nicht so schöne) Abenteuer erlebt hat. Als erwachsener Mann ist er Vater von Hank und Dean (die titelgebenden Helden). Der psychopathische ex-Top Agent Brock Samson übernimmt hier die Rolle des Bodyguards der immer da ist. Hank ist dabei der Typ der auf Spaß steht und nicht lange auf seinem Arsch sitzen kann, Dean ist hingegen eher introvertiert und liest gerne Bücher.
Wie in jeder vernünftigen Abenteuer-Serie hat Dr. Venture (als auch seine Familie) einen Feind, der sie immer wieder heimsucht. Der Bösewicht "The Monarch" welcher ein Faible für Monarchenfalter hat sieht Dr. Venture schon seit College Tagen als seine Nemesis. Weil äh weil.....weil halt. Sein Motiv wird nie wirklich preisgegeben. Jedenfalls versucht er immer wieder, u.a Mithilfe seiner Henchmen das Leben der Titelhelden madig zu machen. Er scheitert aber dabei, weil entweder von unfähigen Trotteln umgeben oder selber einer ist.
Im Gegensaz zu herkömmlichen Saturday-Morning-Cartoons gibts hier nicht bloß one-shot-episoden sondern auch durchgängige Storylines die aus verschiedenen Blickwinkel gezeigt werden. Man glänzt durch teilweise nur knapp nicht vulgären Humor. Beinahe jeder Move der Charakter ist hochrangig bescheuert. So hart bspw Brock Samson eine immer wieder aufflammende Affäre mit einer sowjetischen Spionin namens Molotov Cocktease, die immer sehr anzüglich bekleidet ist. Hank und Dean wissen nicht wer ihre Mutter ist. Es existiert eine geheime Organisation namens "The Guild of Calamitous Intent", die Bösewichten ihre "Arch Nemesis" vermittelt. Hierbei ist jedoch nicht der Grund für sondern der eigentliche Akt des "Arching" wichtig. Selbst wenn man es ohne Grund tut.
Monarchs Freundin und spätere Ehefrau Dr. Girlfriend ist hierbei wohl eines der heißesten gezeichneten Charaktere die ich je gesehen hab. Vielleicht nicht trotz sondern auch wegen ihrer männlichen Synchronstimme.