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Mittwoch, 4. Oktober 2023

Album der Woche#601: Samhain - Samhain III: November-Coming-Fire (1986)

Hallo und herzlich willkommen zum ersten "Album der Woche" im Shocktober! Dieses Mal schließe ich mal wieder eine Lücke. Tatsächlich habe ich letztes Jahr die ganze Misfits Discography reviewt und als Bonus gab es drei Samhain-Veröffentlichungen. Irgendwann später habe ich das letzte Album "Final Descent" reviewt, ohne jedoch dieses Werk hier zu besprechen. Irgendwie ist mir das unterm Tisch gefallen.

Das Album trägt zwar eine 3 im Namen, ist aber erst das zweite Album. Aber die dritte Veröffentlichung, wenn man die EP "Unholy Passion" mitzählt. Im Grunde genommen unterscheidet sich dieses Album nicht besonders von "Initium" oder von der EP. Man merkt lediglich, dass Glenn Danzig seinen Gesang viel mehr auskostet und immer mehr so klingt, wie er später klingen wird. Gitarrist Pete Marshall kann meines Erachtens späteren Danzig-Gitarristen John Christ zwar nicht das Wasser reichen, jedoch ordentliche Death Rock Riffs herzaubern. 


Was mir besonders aufgefallen ist. Man bezieht sich hier zwei mal auf die Misfits. "Kiss Of Steel" klingt von den Riffs her und vom allgemeinen Rhythmus wie der Klassiker "Horror Hotel", während "Halloween II" einfach ein Selbst-Cover ist. Insgesamt ist  "November-Coming-Fire" doch ziemlich kurz gehalten. Wie gesagt: In Vergleich zu anderen Samhain-Veröffentlichungen nicht wirklich was neues - im Vergleich zu Misfits hingegen schon. Es bleibt ein weiterer Schritt nach vorne. Glenn Danzig macht Death Rock. Ohne jegliche Blues-Einflüsse. 

Meine Favoriten sind hier die Samhain-Klassiker "To Walk The Night" und "Let The Day Begin" als auch "Mother Of Mercy". Ich finde es nach wie vor schade, dass Samhain irgendwie so weitestgehend unentdeckt bleiben bzw. jeder über Misfits und Danzig spricht aber diese Band auslässt. Es ist großartiger, unkomplizierter Death Rock mit okkulten Lyrics, der klingt als würde er zum Soundtrack eines 80er Jahre Teenie-Horror-Films gehören. Absolut großartig, wenn auch kurzweilig.

8/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: To Walk The Night, Let The Day Begin, Mother Of Mercy


Mittwoch, 26. Oktober 2022

Album der Woche#559: Samhain - Final Descent (1990)

Habe mir dieses Album vor Ewigkeiten, als ich die Welt von Misfits und Glenn Danzig angefangen habe für mich zu entdeckt in dem Würzburger Plattenladen H20 gekauft. Aber erst später habe ich das so richtig zu schätzen gelernt. Und irgendwann habe ich mir auch die Alben "Initium", als auch die "Unholy Passion" EP geholt. Darüber könnt ihr hier lesen.

"Final Descent" ist weniger ein vollwertiges Album, wenn dann eher eine Compilation. Die ersten fünf Songs waren vorher nicht veröffentlicht worden. Tracks 6-11 erschienen bereits auf "Initium", als auch auf "Unholy Passion", wurden hier aber geremixt und overdubbed. Das Ganze erschien dann 1990, zwei Jahre nachdem sich die Band längst offiziell in Danzig umbenannt hat. 

Die Compilation ist leider ziemlich kurz, hat es aber meiner Meinung nach in sich. Es beginnt mit einem Keyboard-Intro namens "Night Chill" nur um dann voll mit "Descent" durchzubrechen. Nicht ganz Metal, nicht ganz Death Rock, kein Punk. Irgendwas dazwischen. Aber auf jeden Fall nicht der Sound, den Danzig 1988 dann gespielt haben. Apropos Danzig: "Twist of Cain" und "Posession" sind eigentlich Danzig-Songs, die hier in ihrer ursprünglichen Form vorgestellt werden. Eines meiner Lieblingssongs hierauf ist "I am Misery", dass wie eine Horror-Parodie von "Bad To The Bone" wirkt. Während "Trouble" keine Parodie sondern ein Cover von Elvis Presley ist. Dieses Elvis-Coveralbum von Danzig war also nicht das erste Mal, dass er den King gecovert hat. Darüber hinaus gibt es sogar zwei Versionen von "Lords of the left hand". Ich bevorzuge fast schon die schnellere, weil sie etwas dreckiges, rauhes an sich hat.  

Für "nur" eine Compilation, die im Prinzip einfach nur eine Lücke in einer Discography füllt, ist es schon ein ziemlich geiles Album. Hab es bestimmt schon 10.000 Mal auf derm Weg zur Arbeit gehört. Achja, das "November Coming Fire"-Album wird hier auch noch irgendwann bald besprochen. Keine Sorge.

Anspieltipps: Descent, All Hell, Twist Of Cain, I Am Misery
9/10 Pfandflaschen




Mittwoch, 28. Oktober 2020

Album der Woche#463: Samhain Discography, Teil 1

Hallo und herzlich willkommen zum letzten Album Review innerhalb des Halloween-Monats Oktober. Eigentlich war die Discography von Misfits das Hauptthema, allerdings wurde ich damit letzte Woche fertig. Ich wollte nicht am 1.11 (also diesen Sonntag) mit dem nächsten Themenmonat anfangen also habe ich beschlossen der Misfits-Discography eine Art Bonus zu geben. Und zwar: Was hat Glenn Danzig nach dem Ende von Misfits (im Jahre 1983) eigentlich gemacht bevor die Band Danzig auf die Welt kam?

Die Antwort hat ein Wort: Samhain.

1. Initium (1984)

Samhain war das Nachfolgeprojekt von Misfits und wurde irgendwann gegen Ende der 80er Jahre in Danzig umbenannt. Die Besetzung war am Ende auch eine fast komplett andere. Auf dem ersten Album sind drei Mann zu hören: Glenn Danzig am Gesang/Gitarre, Eerie Von am Bass und Steve Zing an den Drums. Zweitgenannter blieb bei der Umbenennung der Band in "Danzig" dabei und war vorher schon Photograph für die Misfits.

"Initium" schlägt eine andere Richtung ein als Misfits, ist aber definitiv nicht dasselbe wie auf dem Debütalbum von Danzig. Das Tempo ist runter geschraubt und wir haben kein Hardcore Punk Gekloppe wie auf "Earth A.D." Stattdessen ist größtenteils Midtempo zu hören, sodass Danzig sein Gesang besser zur Schau stellen kann und nicht, ganz HC/Punk-mäßig brüllt. Natürlich gibt es trotzdem ziemlich "punkige" Elemente. Und zwar in dem Song "Horror Biz", der offensichtlich eine neue Version von "Horror Business" von Misfits ist. Auch "He-Who-Can-Not-Be-Named" ist ganz klar Horrorpunk. 

Es gibt hier allerdings eine Abkehr von typischen Horrorpunk-Themen. Keine B-Movies, kein 50er Jahre Sci-Fi. Kein Doowop-Gesang und nichts wa an Elvis erinnert. Stattdessen wendet man sich dem Okkulten zu. Das sieht man auch am Bandnamen. Samhain ist, soweit ich mich erinnern kann, der ursprüngliche, heidnische Name für "Halloween". Musikalisch erinnert mich das zeitweise an Bands wie Christian Death, nur nicht so ausgereift.

Für das erste Album einer neuen Band sicherlich nicht schlecht, es ging aber wesentlich besser auf den Nachfolgeveröffentlichungen.

7/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Horror Biz, The Shift, He-Who-Can-Not-Be-Named, Archangel



2. Unholy Passion (1985)

Die darauffolgende EP ist dreifach in der Discography von Samhain vertreten. Einmal als Teil des ersten Albums "Initium", einmal als EP und einmal als Teil des letzten Albums "Final Descent". 

Das Material ist ehrlich gesagt nicht viel anders. Man geht weiterhin einen anderen Weg als in der Vorgängerband Misfits. Einzig der Song "All Hell" ist eine Reminiszenz an die Vergangenheit. Es ist nämlich die Samhain'sche Version des Misfits-Songs "All Hell Breaks Loose". Der Titeltrack ist ein typischer Goth-Tanz-Track zum hin und her schaukeln. "Moribund" ist ähnlich langsam, aber etwas schneller sodass man zwei Schritte vor und zwei Schritte zurück laufen kann. "The Hungry End" erinnert mich fast schon spätere Werke von Danzig. "Misery Tomb" hingegen besteht aus einem ambientigen Instrumental und qualvollen Schreien von Glenn Danzig. Es klingt wie eine Szene aus einem kryptischen, okkult angehauchten Horrorfilm. Daraufhin folgt "I Am Misery", was genauso gut ein Opener auf einem weiteren Album sein könnte.

"Unholy Passion" ist ein leider sehr kurzweiliges Vergnügen. Jedoch spricht es auch für die Songs, da sie nicht unerträglich sind sondern sich fest ins Gehirn einbrennen. Die Band wirkt hier mehr experimentierfreudig und "undergroundig". Außerdem merke ich immer wieder dass sie tatsächlich das fehlende Glied zwischen Misfits und Danzig waren. Nicht HC/Punk wie auf "Earth A.D." und auch kein bluesiger Rock wie auf der selbst betitelten von Danzig. Aber auf jeden Fall auf dem Weg dahin. 

8,5/10 Pfandflaschen

Anspieltipps: Unholy Passion, All Hell, I Am Misery, Moribund