Montag, 6. Januar 2025

Album der Woche#615: Black Light Burns - Cruel Melody (2007)

Hallo und herzlich willkommen zum zweiten "Album der Woche" im Jahre 2025. Schon zum zweiten Mal beschäftigen wir uns mit einem Projekt in welchem der (damals ehemalige) Gitarrist von Limp Bizkit, Wes Borland involviert war. Black Light Burns war eine Industrial/Alternative Rock/Metal Band, die verschiedene Stile miteinander verband. Borland war beim Debütalbum "Cruel Melody", welches hiermit besprochen wird, Sänger, Gitarrist, Bassist, Programmierer, Perkussionist, Keyboarder, Violinist, Cellist und Schlagzeuger. Außerdem war er für das Mixing mitverantwortlich. Jedoch waren BLB trotzdem eine richtige Band. Es gab ein relativ konstantes Live-Line Up und im Video zur Lead-Single "Lie" ist auch eine ganze Band zu sehen. Dabei waren Danny Lohner (Nine Inch Nails, A Perfect Circle), Josh Eustis (Telefon Tel Aviv), Charlie Clouser (Nine Inch Nails) und Josh Freese (u.a. The Vandals, Offspring, A Perfect Circle und ca. 23423423 andere Bands). Gäste waren Sonny Moore (damals From First To Last, mittlerweile bekannt als Skrillex), Sam Rivers (Limp Bizkit) und Johnette Napolitano (Concrete Blonde).


Doch genug zum Technischen. Kommen wir zum eigentlichen Gegenstand des Reviews. Ich kannte die erste Single "Lie" schon ein wenig länger und fand das dazugehörige Video auch cool. Leider muss ich einen Vergleich zu Borlands anderen Projekt "Big Dumb Face" ziehen. Und zwar, dass es eigentlich keinen Vergleich zu zu ziehen gibt. Bei BDF hört man größtenteils eine höher oder runtergepitchte Stimme. Hier gibt es wunderbaren, cleanen Gesang von Wes Borland höchstpersönlich. Er wirkt zum ersten Mal wie ein wirklicher Frontman. Da ich, wie oben schon erwähnt, "Lie" bereits gekannt habe, war ich umso überraschter, den ersten Song hierauf zu hören. Während "Lie" eine Art Verneigung vor "dunklen" Alternative Rock/Metal der späten 90er/frühen 00er Jahre ist, klingt "Mesopotamia" (die gleichzeitig die zweite Single und Opener ist) wie ein etwas merkwürdiger Queens Of The Stone Age-Verschnitt. Überhaupt scheint sich das Album nicht vollkommen auf einen Sound festzulegen, was ich begrüße. Allerdings sticht der Opener wie ein wundgescheuerter Daumen hervor. Es wäre falsch BLB komplett in die Industrial-Schublade zu stecken. Dafür ist das Album einfach zu melodisch und handelt nicht von äh maschineller Revolution oder so. Es ist eine Mischung aus härteren und melodischen Sounds, die alle irgendwie bekannt vorkommen. Ich würde behaupten, dass die Band einfach nur als Verarbeitung musikalischer Einflüsse dient. Klar, jeder Musiker und jede Band zitiert. Und "Cruel Melody" ist alles andere als schlecht. Nur habe ich hier noch den Eindruck als wäre das noch nicht ganz ein eigenständiges Werk. Die Texte sind teils echt obskur sodass man nur vage erahnen kann worum es geht, andererseits vollkommen klar. Dieses Album ist ein sehr gut klingendes, interessantes Musikprojekt. Ich glaube aber, dass es noch besser geht. 

7,5/10 Pfandflaschen
Anspieltipps: Mesopotamia, Lie, 4 Walls, Iodine Sky


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